Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Lüftungsanordnungen für Gebäude im Allgemeinen
und eine dezentrale Lüftungsanordnung zur Belüftung eines oder mehrerer innenliegender
Räume im Besonderen. Hiermit können insbesondere Räume ohne direkte, eigene Verbindung
zur äußeren Umwelt des jeweiligen Gebäudes mit einer Lüftung versehen werden. Beispiele
hierfür sind innenliegende Bäder oder WCs ohne Fenster.
Hintergrund
[0002] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Lüftungsanordnung der oben genannten
Art weiterzuentwickeln.
[0003] Diese Aufgabe wird durch eine Lüftungsanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst. Weiterbildende und bevorzugte Ausführungsformen sind in den Ansprüchen 2 bis
17 angegeben.
Kurzbeschreibung
[0004] Die vorliegende Erfindung beschreibt in einer Ausführungsform eine Lüftungsanordnung
umfassend einen Lüftungsmauerblock mit einer ersten Öffnung zur Luftverbindung zur
Umwelt und mit einer zweiten Öffnung, die an der Oberseite des Lüftungsmauerblocks
angeordnet ist. Zwischen der ersten Öffnung und der zweiten Öffnung erstreckt sich
im Lüftungsmauerblock eine Luftführung. Die Lüftungsanordnung umfasst weiterhin eine
Luftleitungsanordnung und mindestens eine Raumöffnung zur Luftverbindung mit einem
Raum eines Gebäudes. Die Luftleitungsanordnung ist dabei zur Anordnung in einer Decke
ausgebildet und erstreckt sich zwischen der zweiten Öffnung des Lüftungsmauerblocks
und der mindestens einen Raumöffnung.
[0005] In einer weiteren Ausführungsform bildet der Lüftungsmauerblock der Lüftungsanordnung
selbst ein äußeres Ende der Lüftungsanordnung aus, wobei die erste Öffnung des Lüftungsmauerblocks
auf einer zur Umwelt gerichteten Seite des Lüftungsmauerblocks angeordnet ist. Hierbei
ist der Lüftungsmauerblock eine Abwandlung der üblichen Lüftungs-Wanddurchführung
aus einem Raum nach draußen dahingehend, dass die raumseitige Öffnung hier "oben"
im Lüftungsmauerblock liegt, wodurch die Luftführung "um die Ecke geht". Somit sind
weitere Räume, die nicht mit einer Lüftungs-Wanddurchführung ausgestattet sind, mit
einer Lüftungsanordnung verbindbar.
[0006] In einer weiteren Ausführungsform kann der Lüftungsmauerblock dabei als konfektioniertes
Mauersteinelement ausgeführt sein, das werkseitig auf eine bestimmte Wandstärke zugeschnitten
und im Rohbau wie ein gewöhnlicher Mauerstein versetzt wird. Alternativ kann der Lüftungsmauerblock
auch erst an der Baustelle auf eine gewünschte Wandstärke zugeschnitten und dann anschließend
im Rohbau verbaut werden. Dadurch ergibt sich eine deutlich vereinfachte Bauweise
einer dezentralen Lüftungsanordnung für Gebäude jeglicher Art, aber insbesondere in
Neubauten.
[0007] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass innerhalb der
ersten Öffnung des Lüftungsmauerblocks ein Lüftungsrohr angeordnet ist, das die Luftverbindung
zur Umwelt ausbildet. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen,
dass in dem Lüftungsrohr zusätzlich ein Distanzrohr integriert ist, welches den Durchmesser
des Lüftungsrohrs reduziert. Hierdurch kann die Strömungsgeschwindigkeit bei einem
Abluftsystem erhöht und der Betrieb an unterschiedliche Lüftertypen angepasst werden.
[0008] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die erste Öffnung
des Lüftungsmauerblocks ein Gefälle zur Umwelt aufweist, wobei das Gefälle insbesondere
einen Wert von 2° aufweist. Durch diese vorgefertigte Ausgestaltung des Lüftungsmauerblocks
und der dazugehörigen Luftverbindung zur Umwelt kann Kondensat in eine definierte
Richtung, insbesondere nach außen, effizient abgeleitet werden.
[0009] In einer anderen Ausführungsform weist eine erste Öffnung des Lüftungsmauerblocks
eine Luftverbindung mit einem Rollladen- bzw. Raffstorekasten auf. Der Rollladen-
bzw. Raffstorekasten bildet ein äußeres Ende der Lüftungsanordnung und umfasst eine
erste Öffnung für einen Rollladen bzw. Raffstore auf einer ersten Seite des Rollladen-
bzw. Raffstorekastens. Der Rollladen- bzw. Raffstorekasten weist außerdem eine zweite
Öffnung auf, die sich auf eine zur Gebäudewand hin gerichteten Seite des Rollladen-
bzw. Raffstorekastens befindet, wobei sich eine Luftverbindung zwischen der zweiten
Öffnung des Rollladen- bzw. Raffstorekastens und der ersten Öffnung des Lüftungsmauerblocks
erstreckt. Im Rollladen- bzw. Raffstorekasten erstreckt sich außerdem eine Luftverbindung
zwischen der ersten Öffnung des Rollladen- bzw. Raffstorekastens und der zweiten Öffnung
des Rollladen- bzw. Raffstorekastens. Aus dieser Kombination wird eine Lüftungsanordnung
bereitgestellt, die einen Rollladen- bzw. Raffstorekasten mit einem Lüftungsmauerblock
kombiniert. Dadurch kann eine bereits bestehende Öffnung im Außenmauerwerk eines Gebäudes
effektiv zur Lüftung genutzt werden, ohne das weitere Öffnungen in den Außenwänden
vorgesehen werden, die zu zusätzlichen Wärmeverlusten und einem höheren Energieverbrauch
führen. Zudem ist der Einbau von einem Rollladen- bzw. Raffstorekasten und einem Lüftungsmauerblock
modular, was die Planung und den Aufbau der dezentralen Lüftungsanordnung vereinfacht,
während die Lüftungsanordnung zu verschiedenen Räumen einer Wohneinheit in die Decke
oberhalb des Lüftungsmauerblocks erfolgt. Wie auch oben schon beschrieben kann der
mit dem Rollladen- bzw. Raffstorekasten verwendete Lüftungsmauerblock als konfektioniertes
Mauersteinelement ausgeführt sein, das werkseitig auf eine bestimmte Wandstärke, passend
zum Rollladen- bzw. Raffstorekasten, zugeschnitten und im Rohbau wie ein gewöhnlicher
Mauerstein versetzt wird. Alternativ kann der Lüftungsmauerblock auch erst an der
Baustelle auf eine gewünschte Wandstärke zugeschnitten und dann anschließend im Rohbau
in Verbindung mit dem Rollladen- bzw. Raffstorekasten verbaut werden. Dadurch ergibt
sich eine deutlich vereinfachte Bauweise einer dezentralen Lüftungsanordnung für die
Sanierung von Gebäuden im Bestand, aber insbesondere auch in Neubauten.
[0010] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Kombination von Rollladen- bzw.
Raffstorekasten und Lüftungsmauerblock ist vorgesehen, dass die erste Öffnung des
Lüftungsmauerblocks auf einer zur Gebäudewand hin gerichteten Seite des Lüftungsmauerblocks
und gegenüber der zweiten Öffnung des Rollladen- bzw. Raffstorekastens angeordnet
ist. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein Lüftungsrohr
zwischen der ersten Öffnung des Lüftungsmauerblocks und der ersten Öffnung des Rollladen-
bzw. Raffstorekasten angeordnet ist. Die Kombination aus Rollladen- bzw. Raffstorekasten,
Lüftungsrohr und Lüftungsmauerblock bietet eine besonders flexible Lösung, bei der
die äußere Fassadengestaltung trotz zusätzlicher oder nachträgliche hinzugefügter
Lüftungsanordnung bestehen bleibt.
[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Lüftungsmauerblock
zur Anordnung in einer Außenwand eines ersten Raums vorgesehen ist und die mindestens
eine Raumöffnung zur Anordnung in mindestens einem zweiten Raum vorgesehen ist, wobei
der zweite Raum von dem ersten Raum baulich getrennt ist. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform ist vorgesehen, dass die bauliche Trennung zwischen dem ersten Raum
und dem zweiten Raum durch eine Wand, einen Vorhang, Glas oder eine anderweitige Trennung
erfolgt.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der mindestens eine zweite
Raum ein Innenraum ist, wobei die Wände des Innenraums in keiner Verbindung zur Umwelt
stehen oder wobei der mindestens eine zweite Raum ohne Öffnung zur Umwelt ausgebildet
ist. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der erste
Raum mindestens eine Außenwand aufweist, wobei die mindestens eine Außenwand in Kontakt
zur Umwelt steht. Diese Begriffsbestimmungen machen deutlich, dass der innenliegende
Raum, der keine Verbindung zur Umwelt aufweist über einen außenliegenden Raum, der
eine Verbindung zur Umwelt aufweist über eine die beiden Räume verbindende Decke mit
einer Lüftungsanordnung verbunden werden kann. Dies geschieht über eine in der Decke
geführte erfindungsgemäße Luftleitungsanordnung, wodurch der innenliegende Raum direkt
mit der Außenumgebung verbunden wird, womit eine einfach planbare und einfach herzustellende
dezentrale Lüftungsanordnung bereitgestellt wird.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Decke eine abgehängte
Decke, eine Betondecke, eine Lehmdecke, eine Holz-Verbunddecke oder eine Decke mit
Einhängeziegeln sein kann. Andere bekannte Deckenarten sind ebenfalls möglich. Die
Deckenarten entsprechen bekannten Konstruktionen, wobei der Anschluss an den Lüftungsmauerblock
über mindestens eine Raumöffnung erfolgt, wobei die Raumöffnung auch als Deckendose
ausgeführt sein kann.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Luftleitungsanordnung
mindestens einen Schlauch oder ein Rohr umfasst. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform
definiert dies dahingehend, dass die Luftleitungsanordnung mindestens drei Schläuche
oder drei Rohre umfasst, sodass eine einstellbare Luftmenge zu- oder abgeführt werden
kann. Alternativ können über eine aus mehreren Schläuchen oder Rohren bestehende Luftleitungsanordnung
mehrere, baulich getrennte, innenliegende Räume oder mehrere Zonen eines einzigen
innenliegenden Raums über denselben Lüftungsmauerblock mit einer Lüftung (Zuluft oder
Abluft) versorgt werden.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die mindestens eine Raumöffnung
jeweils durch eine Deckendose ausgebildet ist. Die Deckendose weist eine Öffnung auf,
in der ein Lüfter mit Befestigungsvorrichtungen befestigt werden kann. Die Deckendose
bildet einen definierten Deckenauslass und erleichtert sowohl die bauliche Integration
als auch den späteren Einbau eines Lüftungsgeräts. Beispielsweise wird die Deckendose
beim Bau einer Betondecke bereits vor dem Gießen des Betons an einer oder mehreren
vorgesehenen Deckenstellen verbaut. Bei anderen Deckenbauformen aus Stahl, Holz, Lehm
oder anderen bekannten Baustoffen wird die Deckendose auf die dem Fachmann bekannte
Weise in die Decke integriert. In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Deckendose
einen Adapter, um an den Adapter ein Leerrohr für die Stromversorgung anzuschließen.
Hierdurch ist ein vorbereiteter elektrischer Anschluss für den Lüfter vorhanden, was
die Montage und die Inbetriebnahme der Lüftungsanordnung weiter vereinfacht. In einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Lüftungsanordnung je
nach Bedarf als Abluftsystem oder als Frischluftsystem genutzt wird.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0016] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die jeweiligen Zeichnungen:
Fig. 1 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung eines Lüftungsmauerblocks
mit einem angeschlossenem flexiblem Schlauch als Teil einer Luftleitungsanordnung;
Fig. 2 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung eines Rollladens- bzw.
Raffstorekastens und eines Lüftungsmauerblocks mit einer an der Oberseite angeordneten
Öffnung zur Verbindung mit einer Luftleitungsanordnung;
Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer im Bau befindlichen Betondecke mit
Bewehrungen und einer zweiten Öffnung des Lüftungsmauerblocks, der in der Außenmauer
eines Gebäudes integriert ist
Fig. 4 zeigt eine schematische Draufsicht einer im Bau befindlichen Betondecke mit
mehreren in der Decke geführten Schläuchen einer Luftleitungsanordnung, die von einer
zweiten Öffnung des Lüftungsmauerblocks zu einer Raumöffnung der Lüftungsanordnung
geführt werden;
Fig. 5 zeigt eine schematische Grundrissdarstellung einer Wohneinheit mit innenliegenden
und außenliegenden Räumen, wobei eine Luftleitungsanordnung (nicht gezeigt) in der
Decke der Wohneinheit von einem Außenraum zu einer im innenliegenden Bad positionierte
Raumöffnung verläuft;
Fig. 6 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung einer Deckendose mit einer
Öffnung für eine Verbindung mit einer Luftleitungsanordnung und einem Adapter für
eine elektrische Zuleitung.
Beschreibung der Zeichnungen
[0017] Fig. 1 zeigt einen Lüftungsmauerblock 101 einer Lüftungsanordnung 100, wobei eine
Luftleitungsanordnung 105 durch die Darstellung eines von drei möglichen Schläuchen
angedeutet ist. Der Lüftungsmauerblock 101 ist in der Regel in einer Außenwand verbaut
und weist an seiner nach außen gerichteten Seite (d.h. zur Umwelt) eine erste Öffnung
102 auf, die eine Luftverbindung 103 zur Umwelt bereitstellt. In der Darstellung der
Fig. 1 ist die erste Öffnung 102 nicht im Detail gezeigt, diese kann jedoch in einer
Ausführungsform als Durchgangsöffnung zur Umwelt mit Lüftungsrohr, Außenhaube und/oder
Gitter ausgebildet sein.
[0018] Der Lüftungsmauerblock 101 weist an der Oberseite eine zweite Öffnung 104 auf, an
der die Luftleitungsanordnung 105 anschließt. In Fig. 1 ist die Luftleitungsanordnung
105 in Form eines Umlenkstücks 114. Aus Darstellungsgründen ist diese nur in Verbindung
mit einem flexiblen Schlauch dargestellt. Bei abgeschlossenem Einbau der Lüftungsanordnung
verläuft die dargestellte Luftleitungsanordnung mit drei Schläuchen innerhalb einer
Decke 110 eines Gebäudes 112. Der Lüftungsmauerblock 101 kann weiterhin so gestaltet
sein, dass die Luftverbindung 103 zur Umwelt über die erste Öffnung im Lüftungsmauerblock
bereits ein vorgegebenes Gefälle aufweist, so dass Kondensat in Richtung der ersten
Öffnung 102 (d.h. Außenöffnung) effizient ablaufen kann.
[0019] Fig. 2 zeigt in einer schematischen perspektivischen Darstellung einen Rollladen-
bzw. Raffstorekasten 200, der mit dem Lüftungsmauerblock 101 verbunden ist. Der Lüftungsmauerblock
101 weist eine erste Öffnung 102 (nicht dargestellt) und eine an der Oberseite angeordnete
zweite Öffnung 104 auf, wobei die zweite Öffnung 104 zur Verbindung mit einer Luftleitungsanordnung
105 vorgesehen ist, siehe hierfür auch die Darstellung in der Fig. 1. Der Rollladen-
bzw. Raffstorekasten 200 weist eine erste Öffnung 202 an einer außenseitigen Frontseite
203 auf, durch die ein Rollladen- oder Raffstorebehang geführt werden kann. Auf einer
seitlichen Fläche des Rollladen- bzw. Raffstorekastens 200 ist eine zweite Öffnung
204 (nicht dargestellt) vorgesehen. Hierbei erstreckt sich eine Luftverbindung 103
zwischen der zweiten Öffnung 204 des Rollladen- bzw. Raffstorekastens 200 und der
ersten Öffnung 102 des Lüftungsmauerblocks 101. Diese Luftverbindung 103 kann ein
Lüftungsrohr umfassen und bildet im Lüftungsbetrieb zumindest einen Teil der Luftverbindung
103 von der zweiten Öffnung 204 des Rollladen- bzw. Raffstorekastens 200 zur ersten
Öffnung 102 des Lüftungsmauerblocks 101.
[0020] Der Lüftungsmauerblock 101 ist in Fig. 2 schematisch im Anschlussbereich an den Rollladen-
bzw. Raffstorekasten 200 angedeutet. Über die Kombination aus Öffnung 204 des Rollladens-
bzw. Raffstorekastens 200, und erster Öffnung 102 des Lüftungsmauerblocks 101 wird
der Lüftungsanordnung 100 die Luftverbindung zur Umwelt bereitgestellt.
[0021] Fig. 3 zeigt in einer Ausführungsform eine im Bau befindliche Betondecke 110 eines
Gebäudes 112 in einer Draufsicht beziehungsweise in einem schrägen Blick von oben,
bei der die zweite Öffnung 104 des Lüftungsmauerblocks 101 in einer Bewehrungsebene
der im Bau befindliche Betondecke 110 dargestellt ist, wobei die Bewehrungsstäbe und
Bewehrungsbügel der Decke 110 ebenfalls angedeutet sind. Die Öffnung 104 des Lüftungsmauerblocks
101 steht nach dem weiteren Aufbau der Luftleitungsanordnung in Verbindung mit der
Luftleitungsanordnung 105. Die Verbindung zwischen der zweiten Öffnung 104 des Lüftungsmauerblocks
101 und der luftführenden Verbindung 105 kann beispielsweise über ein Umlenkstück
114 erfolgen, siehe hierfür auch die Darstellung in der Fig. 1. Das Umlenkstück 114
weist dabei mindestens einen Anschluss für die Luftleitungsanordnung 105 auf. In bevorzugten
Ausführungsformen kann das Umlenkstück 114 auch zwei, drei oder mehr Anschlüsse aufweisen.
[0022] Fig. 4 zeigt eine weitere schematische Darstellung einer im Bau befindlichen Lüftungsanordnung
100 in Draufsicht, wobei die Luftleitungsanordnung 105 in einer im Bau befindlichen
Decke geführt wird. In der im Bau befindlichen Betondecke sind mehrere Schläuche als
Teil der Luftleitungsanordnung 105 dargestellt, wobei die mehreren Schläuche in einem
Anschlussbereich (d.h. der zweiten Öffnung des Lüftungsmauerblock 101) beginnen. Der
Lüftungsmauerblock 101 ist dabei in einer Außenmauer des Gebäudes 112 verbaut. Die
Luftleitungsanordnung verläuft dabei innerhalb der Decke 110 zu einer Raumöffnung
107 der Lüftungsanordnung 100, die in einer besonderen Ausführungsform durch eine
Deckendose 300 oder durch mehrere Deckendosen 300 realisiert wird. Wie bereits in
Bezug auf die zweite Öffnung 104 des Lüftungsmauerblocks 101 beschrieben, kann die
Verbindung der einen oder mehreren dargestellten Schläuche zu der Raumöffnung 107
der Lüftungsanordnung 100 über ein weiteres Umlenkstück 114 realisiert werden. Die
Schläuche sind in Fig. 4 gebündelt und über Befestigungselemente an der Bewehrung
der im Bau befindlichen Betondecke 110 fixiert. Die Darstellung illustriert insbesondere
die Ausführungsform, bei der die Luftleitungsanordnung 105 mindestens drei Schläuche
oder drei Rohre umfasst. Dadurch kann beispielsweise für ein innenliegendes Bad- und/
oder WC in einem einzigen Bereich dieses Bads oder WCs eine sehr gut einstellbare
Luftmenge zu- oder abgeführt werden. Alternativ dazu können auch mehrere Bereiche
des innenliegendes Bads- und/oder WCs mit mehreren voneinander getrennten Raumöffnungen
ausgehend von einem einzigen Lüftungsmauerblock 101 belüftet werden.
[0023] Fig. 5 zeigt eine Wohneinheit mit einem ersten außenliegenden Raum 108 und einem
zweiten innenliegenden Raum 109 (Bad) in schematischer Grundrissdarstellung. Der erste
Raum 108 ist mit einer Außenwand ausgebildet, in der ein Lüftungsmauerblock mit erster
Öffnung 102 und zweiter Öffnung 104 vorgesehen ist (nicht dargestellt). Von der zweiten
Öffnung 104 des Lüftungsmauerblocks verläuft die Luftleitungsanordnung 105 innerhalb
der Decke 110 in Richtung des innenliegenden Bades 109 (nicht dargestellt). Die Raumöffnung
107 ist im Deckenbereich des Bades angeordnet und bildet dort den Abluft- bzw. Zuluft
Auslass. Weitere innenliegende Räume, wie ein Flur und/oder ein Abstellraum sind ebenfalls
dargestellt. Diese Räume können optional lüftungstechnisch über weitere Bestandteile
der zweiten Luftleitungsanordnung 105 an den Lüftungsmauerblocks 101 angeschlossen
werden. In einer weiteren Ausführungsform kann der Lüftungsmauerblock 101 auch in
Verbindung mit einem über einem Fenster installierten Rollladen- bzw. Raffstorekasten
200 die Lüftungsanordnung 100 bereitstellen. Die Darstellung der Fig. 5 verdeutlicht,
wie der innenliegende zweite Raum 109 über die in der Decke 110 geführte Luftleitungsanordnung
105 direkt mit der Außenumwelt verbunden ist, ohne dass ein separater Steigstrang
im Gebäude 112 erforderlich ist.
[0024] Fig. 6 zeigt eine Deckendose 300 in perspektivischer Darstellung. Die Deckendose
300 weist eine zylindrische Form auf, der in die Decke 110 eingesetzt werden kann
und dort die Raumöffnung einer Lüftungsanordnung 100 ausbildet. Darüber hinaus weist
die Deckendose 300 einen umlaufenden Randflansch zur Auflage auf einer Schalung oder
auf einem Deckenelement auf. An der Außenseite der Deckendose 300 ist ein Anschlussstück
(d.h. ein Adapter) vorgesehen, das zur Aufnahme eines Leerrohrs für die Stromversorgung
dient. Dieses Anschlussstück kann als gebogenes Rohrstück ausgebildet sein, um den
Schlauchverlauf in der Decke zu erleichtern. Im Bodenbereich der Deckendose 300 ist
eine Öffnung 301 vorgesehen, in der ein Lüfter (nicht dargestellt) mit geeigneten
Befestigungsvorrichtungen befestigt werden kann. Im oberen Bereich umfasst die Deckendose
300 ebenfalls eine Öffnung 303, in die in einer bevorzugten Ausführungsform ein Umlenkstück
mit mindestens einem Anschluss eingesetzt werden kann.
[0025] In einer typischen Anwendung der Lüftungsanordnung 100 ist der Lüftungsmauerblock
101 in einer Außenwand im Bereich eines ersten Raums 108 angeordnet, beispielsweise
eines Wohnraums mit Fenster. Von der ersten Öffnung 102 des Lüftungsmauerblocks 101
führt eine Luftverbindung 103 zur Umwelt, entweder direkt oder über den Rollladen-
bzw. Raffstorekasten 200. Von einer an der Oberseite des Lüftungsmauerblock 101 angeordneten
zweiten Öffnung 104 erstreckt sich eine Luftleitungsanordnung 105 beispielsweise in
Form einer oder mehrerer Schläuche oder Rohre in der Decke 110 bis zu einer Raumöffnung
107 oberhalb eines weiteren Raums. Die Schläuche oder Rohre können, wie in Fig. 3
und Fig. 4 beispielhaft dargestellt, im Bereich der Bewehrung einer Betondecke oder
in entsprechenden Aussparungen der verschiedenen beschrieben Deckenformen geführt
werden. In weiteren Ausführungsformen können die Raumöffnungen 107 in Form von einer
oder mehreren Deckendosen 300 ausgeführt sein, in denen die Raumöffnung 107 der Lüftungsanordnung
100 ausgebildet ist.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform kann ein zweiter Raum 109 ein innenliegendes Bad
oder WC sein, der sich beispielsweise auf der abgewandten Seite einer baulichen Trennung
zu einem ersten Raum 108 befindet. Die bauliche Trennung zwischen dem ersten Raum
108 und dem zweiten Raum 109 kann durch eine Ziegelwand oder eine Betonwand erfolgen.
Alternativ kann die bauliche Trennung auch durch einen Vorhang, Glas oder eine anderweitige
Aufteilung von Räumen erfolgen.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform befindet sich die Deckendose 300 in der Decke 110
über dem zweiten Raum 109 an der Stelle der Raumöffnung 107. Ein Lüfter kann in der
Öffnung 301 der Deckendose 300 montiert und über das Leerrohr am Adapter 302 elektrisch
angeschlossen werden. Im Betrieb kann Luft zwischen dem zweiten Raum 109 über die
Raumöffnung 107 und die Luftleitungsanordnung 105 bis zum Lüftungsmauerblock 101 und
weiter zur Umwelt zu oder abgeführt werden. Alternativ oder zusätzlich kann Außenluft
über den Lüftungsmauerblock 101 auch in einen weiteren zweiten Raum 109 eingebracht
werden, je nach Ausgestaltung des Lüfters und der Steuerung.
[0028] Die vorliegende Erfindung beschreibt damit eine Lüftungsanordnung mit einen Lüftungsmauerblock,
der in einer Ausführungsform mit einem Rollladen- bzw. Raffstorekasten verbunden werden
kann.
1. Lüftungsanordnung (100) umfassend:
einen Lüftungsmauerblock (101) mit:
einer ersten Öffnung (102) zur Luftverbindung (103) zur Umwelt;
einer zweiten Öffnung (104) des Lüftungsmauerblocks (101), die an der Oberseite des
Lüftungsmauerblocks (101) angeordnet ist;
eine sich im Lüftungsmauerblock (101) zwischen der ersten Öffnung (102) und der zweiten
Öffnung (104) erstreckende Luftführung (106);
die Lüftungsanordnung (100) weiterhin umfassend:
eine Luftleitungsanordnung (105); und
mindestens eine Raumöffnung (107) zur Luftverbindung mit einem Raum (111) eines Gebäudes
(112), wobei die Luftleitungsanordnung (105) zur Anordnung in einer Decke (110) ausgebildet
ist und sich zwischen der zweiten Öffnung (104) des Lüftungsmauerblocks (101) und
der mindestens einen Raumöffnung (107) erstreckt.
2. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 1, wobei der Lüftungsmauerblock (101) ein äußeres
Ende der Lüftungsanordnung (100) bildet, wobei die erste Öffnung (102) des Lüftungsmauerblocks
(101) auf einer zur Umwelt gerichteten Seite des Lüftungsmauerblocks (101) angeordnet
ist.
3. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 2, wobei innerhalb der ersten Öffnung (102)
des Lüftungsmauerblocks (101) ein Lüftungsrohr angeordnet ist, das die Luftverbindung
(103) zur Umwelt ausbildet.
4. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 3, wobei im Lüftungsrohr zusätzlich ein Distanzrohr
integriert ist, wobei das Distanzrohr den Durchmesser des Lüftungsrohrs reduziert.
5. Lüftungsanordnung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die erste Öffnung
(102) des Lüftungsmauerblocks (101) ein Gefälle zur Umwelt aufweist, wobei insbesondere
das Gefälle einen Wert von 2° aufweist.
6. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 1, wobei die erste Öffnung (102) des Lüftungsmauerblocks
(101) eine Luftverbindung (103) mit einem Rollladen- bzw. Raffstorekasten (200) aufweist,
wobei der Rollladen- bzw. Raffstorekasten (200) ein äußeres Ende der Lüftungsanordnung
(100) bildet und der Rollladen- bzw. Raffstorekasten (200) Folgendes umfasst:
eine erste Öffnung (202) für einen Rollladen bzw. Raffstore auf einer ersten Seite
(203) des Rollladen- bzw. Raffstorekastens (200);
eine zweite Öffnung (204) auf einer zur Gebäudewand hin gerichteten Seite des Rollladen-
bzw. Raffstorekastens (200), wobei sich die Luftverbindung (103) zwischen der zweiten
Öffnung (204) des Rollladen- bzw. Raffstorekastens (200) und der ersten Öffnung (102)
des Lüftungsmauerblocks (101) erstreckt;
eine sich im Rollladen- bzw. Raffstorekasten (200) erstreckende Luftverbindung (113)
zwischen der ersten Öffnung (202) des Rollladen- bzw. Raffstorekastens (200) und der
zweiten Öffnung (204) des Rollladen- bzw. Raffstorekastens (200).
7. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 6, wobei die erste Öffnung (102) des Lüftungsmauerblocks
(101) auf einer zur Gebäudewand hin gerichteten Seite des Lüftungsmauerblocks (101)
und gegenüber der zweiten Öffnung (204) des Rollladen- bzw. Raffstorekastens (200)
angeordnet ist.
8. Lüftungsanordnung (100) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei ein Lüftungsrohr
zwischen der ersten Öffnung (102) des Lüftungsmauerblocks (101) und der ersten Öffnung
(202) des Rollladen- bzw. Raffstorekastens (200) angeordnet ist.
9. Lüftungsanordnung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Lüftungsmauerblock
(101) zur Anordnung in einer Außenwand eines ersten Raums (108) vorgesehen ist und
die mindestens eine Raumöffnung (107) zur Anordnung in mindestens einem zweiten Raum
(109) vorgesehen ist, wobei der zweite Raum (109) von dem ersten Raum (108) baulich
getrennt ist.
10. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 9, wobei die bauliche Trennung zwischen dem
ersten Raum (108) und dem zweiten Raum (109) durch eine Wand (115), einen Vorhang,
Glas oder eine anderweitige Trennung erfolgt.
11. Lüftungsanordnung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche 9 oder 10, wobei der mindestens
eine zweite Raum (109) ein Innenraum ist, wobei die Wände des Innenraums in keiner
Verbindung zur Umwelt stehen oder wobei der mindestens eine zweite Raum (109) ohne
Öffnung zur Umwelt ausgebildet ist.
12. Lüftungsanordnung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der erste Raum
(108) mindestens eine Außenwand aufweist, wobei die mindestens eine Außenwand in Kontakt
zur Umwelt steht.
13. Lüftungsanordnung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Decke (110)
eine abgehängte Decke, eine Betondecke, eine Lehmdecke, eine Holz-Verbunddecke oder
eine Decke mit Einhängeziegeln ist.
14. Lüftungsanordnung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Luftleitungsanordnung
(105) mindestens einen Schlauch oder ein Rohr umfasst.
15. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 14, wobei die Luftleitungsanordnung (105) mindestens
drei Schläuche oder drei Rohre umfasst.
16. Lüftungsanordnung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die mindestens
eine Raumöffnung (107) durch eine Deckendose (300) ausgebildet wird, wobei die Deckendose
(300) eine Öffnung (301) umfasst, um in der Öffnung (301) der Deckendose (300) einen
Lüfter mit Befestigungsvorrichtungen zu befestigen.
17. Lüftungsanordnung (100) nach Anspruch 16, wobei die Deckendose (300) einen Adapter
(302) umfasst, um an dem Adapter (302) ein Leerrohr anzuschließen, in dem die Stromversorgung
vorgesehen ist.