TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft ein fernbedienbares Granatabschussgerät und ein
unbemanntes Fluggerät, insbesondere einen Multikopter, mit einem solchen fernbedienbaren
Granatabschussgerät.
HINTERGRUND
[0002] Unbemannte Fluggeräte (auch Unmanned Aerial Vehicle - UAV, oder Drohne) werden seit
vielen Jahrzehnten militärisch eingesetzt. Im Zuge des seit 2014 andauernden russischen
Angriffskriegs gegen die Ukraine kommen Drohnen insbesondere seit der russischen Großinvasion
am 24. Februar 2022 in bisher ungekannten Stückzahlen zum Einsatz. Ein Haupttreiber
dieser Entwicklung ist die Verwendung bzw. Modifikation von ursprünglich für zivile
Zwecke entwickelten Drohnen aus dem Freizeit-, Enterprise- und Consumerbereich, insbesondere
von Drehflüglern, bspw. Multikopter wie Quad- und Octokopter. Neben Aufklärungszwecken
werden diese ursprünglich zivilen Drohnen auch unmittelbar zum Erzielen kinetischer
Wirkung eingesetzt. Hierbei sind insbesondere die Verwendung der Drohne selbst als
Lenkwaffe einerseits, und das Verbringen von Abwurfmunition andererseits zu unterscheiden.
[0003] Herkömmliche Abwurfmunition, für die Verbringung mittels bemannter Luftfahrzeuge
oder mittels solcher UAVs, deren Nutzlastkapazität mit bemannten Luftfahrzeugen vergleichbar
ist (bspw. sog. MALE - Medium Altitude, Long Endurance oder HALE - High Altitude Long
Endurance UAVs), ist regelmäßig zu groß und/oder zu schwer, um mittels zivil erhältlicher
Kleindrohnen im Micro UAV Bereich (bis 20kg Abfluggewicht) bzw. im Light UAV Bereich
(bis 150kg Abfluggewicht) verbracht zu werden. Deshalb kommt bei der Umrüstung solcher
zivil erhältlichen Kleindrohnen meist Munition als Abwurfmunition zum Einsatz, die
ursprünglich zur Verbringung auf andere Weise entwickelt wurde. Insbesondere werden
Geschosse patronierter Granatmunition verwendet, die eigentlich zum Verschießen aus
Rohrwaffen eingerichtet ist. Patronierte Granatmunition ist vergleichsweise günstig
und gut verfügbar. Diese Geschosse weisen typischerweise Zünder mit einer Drall- und
Abschusssicherung auf, die sicherstellen sollen, dass der Zünder des Geschosses erst
nach dem Verschießen durch einen gezogenen Lauf scharfgestellt ist. Die Drallsicherung
entsichert erst nach Erreichen einer bestimmten Drehbeschleunigung, während die Abschusssicherung
erst nach Erreichen einer bestimmten Axialbeschleunigung entsichert. Bei der Verwendung
solcher Geschosse als Abwurfmunition in Kleindrohnen ist es daher üblich, die Drallsicherung
und die Abschusssicherung vor der Anbringung an der Drohne zu deaktivieren, zu entfernen
oder anderweitig zu manipulieren, so dass der Zünder des Geschosses auch ohne den
sonst notwendigen Drall scharfgestellt ist. Hierdurch ist es zwar möglich, das Geschoss
als Abwurfmunition zu verwenden, jedoch geht die Manipulation der Drallsicherung und
der Abschusssicherung mit einer erheblichen Gefahr bei der Handhabung einher.
[0004] Es besteht daher Bedarf nach einer Lösung, die die Sicherheit bei der Verwendung
von Geschossen patronierter Granatmunition als Abwurfmunition in unbemannten Fluggeräten
erhöht.
ZUSAMMENFASSUNG
[0005] Im Hinblick auf den vorbeschriebenen Hintergrund offenbart die vorliegende Anmeldung
mehrere Aspekte, die dazu beitragen, die Sicherheit bei der Verwendung von Geschossen
patronierter Granatmunition als Abwurfmunition in unbemannten Fluggeräten zu erhöhen.
Insofern hierin von unbemannten Fluggeräten, Drohnen, UAVs, o.ä. die Rede ist, sind
bevorzugt Drohnen im Micro UAV Bereich (bis 20kg Abfluggewicht) und im Light UAV Bereich
(bis 150kg Abfluggewicht) gemeint. Besonders bevorzugt handelt es sich um einen Quad-
und/oder Octocopter. Alternativ handelt es sich bei dem unbemannten Fluggerät um ein
Flächenflugzeug, oder um eine Kombination aus Drehflügler und Flächenflugzeug (sog.
Transitionsflugzeug), welches besonders bevorzugt mit Kipprotoren ausgestattet ist.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt ist ein fernbedienbares Granatabschussgerät offenbart,
welches eine Rohranordnung mit mindestens einem Rohr zum Verschießen einer Granatpatrone
umfasst, wobei jedes Rohr einen gezogenen Lauf mit einer Mündung an einem ersten Laufende
und einem Patronenlager an einem zweiten Laufende aufweist. Das fernbedienbare Granatabschussgerät
weist eine Verschlussplatte auf zum Verschließen des Patronenlagers des mindestens
einen Rohrs und eine Auslöseeinheit zum Auslösen einer Treibladung einer im Patronenlager
aufgenommenen Granatpatrone.
[0007] Gemäß einem zweiten Aspekt ist ein unbemanntes Fluggerät offenbart, das ein fernbedienbares
Granatabschussgerät gemäß des ersten Aspekts aufweist.
[0008] Durch das fernbedienbare Granatabschussgerät kann die patronierte Granatmunition
ohne Manipulation an der Drallsicherung und der Abschusssicherung als Abwurfmunition
verwendet werden, weil durch das Auslösen der Treibladung und damit verbundene Verschießen
des Granatgeschosses durch den gezogenen Lauf die Drallsicherung und die Abschusssicherung
bestimmungsgemäß scharfgestellt werden.
[0009] Das Granatabschussgerät ist fernbedienbar, da Mittel vorgesehen sind, die einem Verwender
des Granatabschussgeräts ein Verschießen der Granatpatrone mittels einer Fernbedienung
ermöglichen. In einer besonderen Ausführungsform ist die Auslöseeinheit hierzu signaltechnisch
mit einer Elektronikkomponente des unbemannten Fluggeräts verbindbar, so dass die
Treibladung der im Patronenlager aufgenommenen Granatpatrone durch ein Auslösesignal
der Elektronikkomponente auslösbar ist. Die Elektronikkomponente des unbemannten Fluggeräts
kann insbesondere Mittel zum Empfang von Signalen einer Fernbedienung aufweisen, wobei
diese Empfangsmittel drahtlos (bspw. Funkempfänger) oder drahtgestützt (bspw. Kupferdraht
oder Glasfaser, insbesondere wie bei einer drahtgelenkten Panzerabwehrrakete). Insbesondere
kann die Auslöseeinheit mindestens einen Auslöseaktor, bevorzugt einen elektrischen
oder elektromagnetischen Aktor, aufweisen, der mittels eines Kabels oder kabellos
signaltechnisch mit einer Elektronikkomponente, insbesondere einem Steuergerät des
unbemannten Fluggeräts, verbunden ist, wobei das Auslösesignal bewirkt, dass der Auslöseaktor
mittelbar oder unmittelbar auf ein Zündhütchen der Granatpatrone einwirkt, um die
Treibladung der Granatpatrone auszulösen. Alternativ oder zusätzlich weist die Auslöseeinrichtung
einen Servomotor auf, der durch das Auslösesignal ansteuerbar ist, um die Treibladung
der Granatpatrone auszulösen. Insbesondere kann der Auslöseaktor ein Schritt- oder
Servomotor sein, beispielsweise ein rotatorischer Schritt- oder Servomotor, bevorzugt
ein rotatorischer Servomotor aus dem RC-Modellbau.
[0010] Zusätzlich oder alternativ zeichnet sich das fernbedienbare Granatabschussgerät durch
das Fehlen einer manuellen Auslöseeinrichtung aus. Bei Handfeuerwaffen umfasst eine
manuelle Auslöseeinrichtung in der Regel ein Abzugszüngel, das von der Waffe hervorsteht,
so dass ein Verwender der Waffe händisch, insbesondere mit einem Finger, durch Betätigen
des Abzugszüngels auslösen kann. Manuelle Auslöseeinrichtungen weisen in der Regel
daneben auch einen Abzugsbügel auf, der das Abzugszüngel gegen unbeabsichtigte Schussabgabe
schützen soll. Manuelle Auslöseeinrichtungen für Artilleriegeschütze weisen in der
Regel eine Feuerleine, Abzugsleine oder Zündleine auf, an der gezogen wird, um das
Artilleriegeschütz abzufeuern. In besonderen Ausführungsformen zeichnet sich das fernbedienbare
Granatabschussgerät durch das Fehlen sämtlicher vorbeschriebener manueller Auslöseeinrichtungen
aus.
[0011] Alternativ oder zusätzlich ist das Granatabschussgerät als ein- oder mehrläufiger
Einzellader ausgestaltet. Einzellader sind ein- oder mehrläufige Schusswaffen ohne
Mehrladeeinrichtung. Das heißt, ein jedes Rohr der Waffe muss vor jedem Schuss aus
diesem Rohr durch Einbringen der Patrone in das Patronenlager des jeweiligen Rohrs
von Hand geladen werden. Einzellader unterscheiden sich damit von Mehrladewaffen bei
denen durch einen handbetätigten oder automatisch wirkenden Mechanismus vor jedem
weiteren Schuss die nun leere Patronenhülse entfernt und gegebenenfalls eine neue
Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager eingeführt werden kann. Durch eine Ausgestaltung
als Einzellader kann in vorteilhafter Weise erreicht werden, dass Größe und Gewicht
des Granatabschussgeräts im Rahmen der begrenzten Nutzlastkapazität von Kleindrohnen
bleiben.
[0012] In Ausführungsformen, in denen das Granatabschussgerät mehrläufig ausgestaltet ist,
ist es bevorzugt, dass die Rohre parallel zueinander angeordnet sind. Hierdurch kann
vorteilhafterweise erreicht werden, dass nicht jedes Rohr für sich auf ein Ziel ausgerichtet
werden muss, sondern die Ausrichtung der Rohranordnung als Ganzes bewirkt, dass jedes
Rohr gleichsam auf ein Ziel ausgerichtet ist. In alternativen oder zusätzlichen mehrläufigen
Ausführungsformen sind alle Rohre des Granatabschussgeräts in einer Reihe angeordnet.
In anderen mehrläufigen Ausführungsformen sind die Rohre des Granatabschussgeräts
in mehreren Reihen angeordnet.
In weiteren mehrläufigen Ausführungsformen sind die Rohre des Granatabschussgeräts in
anderen Mustern angeordnet, bspw. kreisförmig ähnlich des Laufbündels einer Revolverkanone.
[0013] In mehrläufigen Ausführungsformen kann die Rohranordnung auch als Rohrbündel bezeichnet
werden. In besonderen mehrläufigen Ausführungsformen ist mindestens ein Teil der Rohranordnung,
die mindestens zwei Rohre umfasst, einstückig ausgebildet. Insbesondere kann die Rohranordnung
mehrstückig ausgebildet sein, und mindestens zwei einstückige Rohreinheiten aufweisen,
die jeweils mindestens ein Rohr umfassen, vorzugsweise jeweils mindestens zwei Rohre.
In weiteren mehrläufigen Ausführungsformen ist die gesamte Rohranordnung einstückig
ausgebildet.
[0014] Alternativ oder zusätzlich ist mindestens die Rohranordnung aus einem Titanwerkstoff
hergestellt. Titanwerkstoffe weisen eine hohe gewichtsspezifische Festigkeit auf,
wodurch insbesondere die mit Gasdruck beaufschlagten Teile des Granatabschussgeräts
mit vergleichsweise geringen Wandstärken auskommen können. Somit kann das Gewicht
der Vorrichtung der Anwendung entsprechend gering ausfallen. Insbesondere bevorzugt
sind Titanwerkstoffe, die sich mittels generativer Fertigungsverfahren (sog. 3-D-Druck)
verarbeiten lassen, wie bspw. Titan-Aluminium-Legierungen oder Titan-Aluminium-Vanadium-Legierungen.
Besonders bevorzugt ist Ti-6Al-4V, eine Titanlegierung mit einem Massenanteil Aluminium
von minimal 5,5% und maximal 6,75%, und einem Massenanteil Vanadium von minimal 3,5%
und maximal 4,5% (auch bekannt als Ti64, Titan Grade 5, 3.7164).
[0015] Alternativ oder zusätzlich ist mindestens die Rohranordnung als 3-D-Druck-Teil ausgebildet,
d.h. mittels generativer Fertigungsverfahren hergestellt, wie bspw. Lasersintern insbesondere
einer der hierin beschriebenen Titanwerkstoffe. Durch die Freiheit der Formgebung
in diesem Fertigungsverfahren kann der Bauraum der Rohranordnung vorteilhaft klein
gehalten werden. Mittels generativer Fertigungsverfahren hergestellte Bauteile, insbesondere
aus einem Titanwerkstoff, lassen sich aufgrund der dem jeweiligen Fertigungsverfahren
charakteristischen Gefügestruktur von denen mittels anderer Verfahren gefertigter
Bauteile aus demselben Werkstoff unterscheiden. Insbesondere unterscheidet sich das
entstehende Gefüge beim 3-D-Druck durch lokales Aufschmelzen eines pulverförmigen
Grundwerkstoffs und/oder durch einen schichtweisen Aufbau das Bauteils von den Gefügestrukturen
anderer Verfahren, bspw. von denen geschmiedeter oder gegossener (und ggf. zerspanend
nachbearbeiteter) Bauteile.
[0016] Alternativ oder zusätzlich ist die Auslöseeinheit dazu eingerichtet, die zur Auslösung
des Zündhütchens der Granatpatrone erforderliche Zündenergie mechanisch zu speichern
und/oder mechanisch auf das Zündhütchen aufzubringen, bspw. nach Art eines Schlagbolzens
oder eines Hahnschlosses. In anderen Ausführungsformen kann die erforderliche Zündenergie
elektrisch, magnetisch, pneumatisch oder hydraulisch gespeichert sein und/oder aufgebracht
werden, bspw. mittels eines elektrischen oder elektromagnetischen Lineartriebs, der
einen Schlagbolzen gegen eine Feder vorspannt.
[0017] Alternativ oder zusätzlich weist die Auslöseeinheit für jedes Rohr einen Schläger
mit einem gespannten und einem abgeschlagenen Zustand auf. Der Schläger kann insbesondere
in Form eines gegen eine Feder vorspannbaren Schlaghahns oder Schlagbolzens bereitgestellt
sein.
[0018] In besonderen Ausführungsformen weist das fernbedienbare Granatabschussgerät mindestens
eine erste Sicherungsvorrichtung auf, die mindestens einen gesicherten und einen ungesicherten
Zustand aufweist, und dazu eingerichtet ist, im gesicherten Zustand eine Schussabgabe
zu verhindern.
In weiteren Ausführungsformen ist die erste Sicherungsvorrichtung dazu eingerichtet,
die Schussabgabe zu verhindern, auch wenn die Auslöseeinheit durch das Auslösesignal
oder anders ausgelöst wird. Alternativ oder zusätzlich ist die erste Sicherungsvorrichtung
signaltechnisch mit einer Elektronikkomponente des unbemannten Fluggeräts verbindbar
(insbesondere in der vorstehend für die Auslöseeinrichtung beschriebenen Weise), so
dass die erste Sicherungsvorrichtung durch ein Entsicherungssignal der Elektronikkomponente
vom gesicherten in den ungesicherten Zustand gebracht werden kann, und so dass die
erste Sicherungsvorrichtung durch ein Sicherungssignal der Elektronikkomponente vom
ungesicherten in den gesicherten Zustand gebracht werden kann. Besonders bevorzugt
weist die erste Sicherungsvorrichtung hierzu einen Sicherungsaktor auf, der insbesondere
in der vorstehend für den Auslöseaktor beschriebenen Weise ausgebildet sein kann.
In weiteren Ausführungsformen weist die erste Sicherungsvorrichtung eine Sicherungswelle
auf, wobei der Sicherungsaktor dazu eingerichtet ist, durch Verdrehen der Sicherungswelle
die Sicherungsvorrichtung vom gesicherten Zustand in den ungesicherten Zustand, und
umgekehrt, zu bringen.
[0019] Optional weist das fernbedienbare Granatabschussgerät eine zweite Sicherungsvorrichtung
auf, die dazu eingerichtet ist, ein Entsichern der ersten Sicherungsvorrichtung zu
verhindern. Bevorzugt ist die zweite Sicherungsvorrichtung als Abflugsicherung ausgebildet,
die dazu eingerichtet ist, beim Abheben des unbemannten Fluggeräts nach Erreichen
eines bestimmten Abstands zum Abhebepunkt, zu entsichern. Hierzu kann die zweite Sicherungsvorrichtung
bspw. mittels einer Erdbefestigung und einem Seil mit dem Boden verbunden werden,
so dass nach Spannen des Seils das Fluggerät durch seinen Schub die zum Lösen der
Sicherung nötige Kraft aufbringt, und die zweite Sicherungsvorrichtung am Seil verbleibt.
Insbesondere kann die zweite Sicherungsvorrichtung in Form eines Sicherungsstifts
vorgesehen sein.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform kann die zweite Sicherungsvorrichtung in Form eines
Geofencing digital eingerichtet sein. Geofencing beschreibt hierbei das Entsichern
der zweiten Sicherungsvorrichtung beim Überschreiten einer geolokalisierten Begrenzung
um einen Startpunkt des unbemannten Fluggeräts und/oder um eine momentane Position
der Sendeeinheit einer Fernsteuerung zum Steuern des unbemannten Fluggeräts. Dieser
Abstand kann beispielsweise über Navigationssatellitensysteme, Mobilfunksysteme oder
aber auch über die Laufzeit von Funksignalen zwischen einer bodengebundenen gegebenenfalls
mobilen Sendereinheit einer Fernsteuerung und der Empfängereinheit eines unbemannten
Fluggeräts erfolgen. Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist der verbesserte Selbstschutz
eines gegebenenfalls mobilen Operators, der das unbemannte Fluggerät steuert.
[0021] In besonderen Ausführungsformen sind die Rohranordnung und die Verschlussplatte so
aufeinander angepasst, dass die Rohranordnung werkzeuglos von der Verschlussplatte
lösbar ist. Insbesondere kann die Rohranordnung in einer zur Rohrachse senkrechten
Richtung verschoben und/oder verdreht werden, um die Patronenlager der einen oder
mehrere Rohre vollständig oder teilweise freizulegen. Hierdurch kann vorteilhafterweise
das Laden der Rohranordnung erleichtert werden. In einer besonderen Ausführungsform
weist die Verschlussplatte eine Aufnahmekontur auf, die zur formschlüssigen Aufnahme
einer Gegenkontur der Rohranordnung eingerichtet ist, so dass die Rohranordnung senkrecht
zur Rohrachse in die Verschlussplatte eingeschoben werden kann. Besonders bevorzugt
sichert die Aufnahmekontur die Rohranordnung formschlüssig gegen ein Lösen in Richtung
der Rohrachse.
[0022] Optional sind dabei eine oder mehrere Verriegelungsvorrichtungen vorgesehen, die
in einem verriegelten Zustand das Lösen der Rohranordnung von der Verschlussplatte
verhindern. Insbesondere ist es bevorzugt, wenn eine erste Verriegelungsvorrichtung
manuell und/oder werkzeuglos von einem ersten verriegelten in einen ersten entriegelten
Zustand gebracht werden kann. Optional ist die erste Verriegelungsvorrichtung in den
ersten verriegelten Zustand vorgespannt. In besonderen Ausführungsformen ist eine
zweite, von der ersten Verriegelungsvorrichtung unabhängige, Verriegelungsvorrichtung
vorgesehen. In solchen Ausführungsformen ist es zum werkzeuglosen Lösen der Rohranordnung
von der Verschlussplatte erforderlich, dass beide Verriegelungsvorrichtungen in ihrem
jeweiligen entriegelten Zustand befindlich sind. Alternativ oder zusätzlich ist die
erste oder zweite Verriegelungsvorrichtung mit der ersten und/oder zweiten Sicherungsvorrichtung
gekoppelt, so dass die Verriegelungsvorrichtung im verriegelten Zustand ist, wenn
die erste und/oder zweite Sicherungsvorrichtung im entsicherten Zustand ist. Alternativ
oder zusätzlich ist die zweite Sicherungsvorrichtung dazu eingerichtet, im entsicherten
Zustand ein Entriegeln der ersten und/oder zweiten Verriegelungsvorrichtung zu verhindern.
Insbesondere kann die erste und/oder zweite Verriegelungsvorrichtung als bewegliches
Element vorgesehen sein, dass ein Bewegen der Rohranordnung senkrecht zur Rohrachse
formschlüssig verhindert.
[0023] Alternativ oder zusätzlich kann die erste und/oder zweite Verriegelungsvorrichtung
dazu eingerichtet sein, die Rohrachse oder die Rohrachsen der Rohranordnung relativ
zur Auslöseeinrichtung zu zentrieren, so dass sichergestellt ist, dass die Auslöseeinrichtung
auf Zündhütchen der Granatpatronen wirken kann. Bevorzugt ist hierzu vorgesehen, dass
die erste und/oder zweite Verriegelungsvorrichtung eine erste Ausnehmung in der Verschlussplatte,
eine zweite Ausnehmung in der Rohranordnung, und ein Passelement aufweist; wobei die
erste und zweite Ausnehmung fluchtend zueinander angeordnet werden können, und das
Passelement in die zueinander fluchtenden Ausnehmungen eingeführt werden kann, um
ihre Position zueinander zu fixieren.
[0024] Die vorstehende Zusammenfassung der offenbarten Technologie ist nicht als einschränkend
zu verstehen. Andere alternative oder zusätzliche Aspekte und/oder besondere Ausführungsformen
der offenbarten Technologie werden im Folgenden unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben. Die Anmelderin behält sich das Recht vor, Teilanmeldungen
einzureichen, die Aspekte beanspruchen, die nicht Teil der beigefügten Ansprüche oder
der vorstehenden Zusammenfassung sind.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0025] Im Folgenden werden weitere Aspekte, Ausführungsformen und Beispiele der offenbarten
Technologie in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen beschrieben. Dabei beziehen
sich die Ausdrücke "links", "rechts", "unten" und "oben" auf eine Ausrichtung der
Zeichnungen, die das normale Lesen der Bezugszeichen ermöglicht, aber nicht notwendigerweise
eine Position oder Ausrichtung der Merkmale oder Komponenten in Bezug auf die Herstellung
oder den bestimmungsgemäßen Gebrauch definieren, sofern nicht ausdrücklich angegeben
oder aus dem technischen Zusammenhang ersichtlich. Der erfahrene Leser wird sofort
erkennen, dass die beigefügten Zeichnungen von CAD-Modellen abgeleitet sind und als
solche maßstabsgetreu sind. Die in den beigefügten Zeichnungen wiedergegebenen Kombinationen
von absoluten und relativen Abmessungen sind repräsentativ für die dargestellten besonderen
Aspekte, Ausführungsformen und Beispiele, aber sind nicht als einschränkend oder wesentlich
für die offenbarte Technologie zu verstehen.
- Figur 1:
- zeigt eine besondere Ausführungsform eines fernbedienbaren Granatabschussgeräts;
- Figur 2A:
- zeigt eine teilweise aus der Verschlussplatte herausgezogene Rohranordnung des Granatabschussgeräts
aus Figur 1;
- Figur 2B:
- zeigt einen Teil der Rohranordnung des Granatabschussgeräts aus Figur 1 im Querschnitt
mit einer darin angeordneten Granatpatrone;
- Figur 2C:
- zeigt die Rohranordnung des Granatabschussgeräts aus Figur 1 in Alleinstellung;
- Figur 3:
- zeigt eine alternative Rohranordnung;
- Figur 4:
- ist eine Detailansicht auf die Auslöseeinheit des Granatabschussgeräts der Figur 1;
- Figur 5:
- illustriert ausgewählte Komponenten der Auslöseeinheit der Figur 4 mit einem Hahn
im abgeschlagenen Zustand;
- Figur 6:
- ist ein Querschnitt ausgewählter Komponenten der Auslöseeinheit der Figur 4 mit einem
Hahn im abgeschlagenen Zustand;
- Figur 7:
- zeigt einen teilweisen Querschnitt des Granatabschussgeräts der Figur 1 mit dem Hahn
im abgeschlagenen Zustand und der Sicherungswelle im gesicherten Zustand;
- Figur 8A:
- ist ein teilweiser Querschnitt des Granatabschussgeräts der Figur 1 mit einem Verriegelungshebel
im verriegelten Zustand;
- Figur 8B:
- ist ein teilweiser Querschnitt des Granatabschussgeräts der Figur 1 mit einem Verriegelungshebel
im entriegelten Zustand;
- Figur 9A:
- zeigt eine Seitenansicht eines Teils des Granatabschussgeräts der Figur 1 mit einem
Sperrriegel im verriegelten Zustand;
- Figur 9B:
- zeigt eine Seitenansicht eines Teils des Granatabschussgeräts der Figur 1 mit einem
Sperrriegel im entriegelten Zustand; und
- Figur 10:
- stellt ein unbemanntes Fluggerät mit einem Granatabschussgerät in einer schematischen
Seitenansicht dar.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0026] In den folgenden Abschnitten werden weitere Aspekte, Ausführungsformen und Beispiele
der offenbarten Technologie in Verbindung mit den angehängten Zeichnungen beschrieben.
Die folgenden Abschnitte sind mit Überschriften versehen, um die Lesbarkeit zu verbessern.
Die Überschriften sind nicht als einschränkend für die offengelegte Technologie zu
verstehen. Aus dem technischen Inhalt der folgenden Beschreibung geht hervor, dass
die in den verschiedenen Abschnitten beschriebenen Aspekte, Ausführungsformen und
Beispiele ohne weiteres kombinierbar sind, selbst wenn eine solche Kombination nicht
ausdrücklich erwähnt wird. Auch wenn einige Elemente in den beigefügten Zeichnungen
in Kombination dargestellt sind, können diese Elemente in anderen (insbesondere nicht
gezeigten) Ausführungsformen grundsätzlich auch isoliert voneinander vorhanden sein.
Soweit die folgende Beschreibung und/oder die Zeichnungen eine Beziehung zwischen
verschiedenen Elementen nahelegt, die in den beigefügten Zeichnungen in Kombination
dargestellt sind, ist darin kein untrennbarer funktioneller oder struktureller Zusammenhang
zu sehen, es sei denn, es besteht eine zwingende technische Notwendigkeit für eine
solche Kombination.
Fernbedienbares Granatabschussgerät
[0027] Figur 1 zeigt eine besondere Ausführungsform eines fernbedienbaren Granatabschussgeräts
GAG. In seiner grundlegendsten Form umfasst das Granatabschussgerät eine Rohranordnung
10 mit mindestens einem Rohr 12 zum Verschießen einer Granatpatrone, eine Verschlussplatte
100, und eine Auslöseeinheit 200. In Figur 1 sind Verschlussplatte 100 und Auslöseeinheit
200 durch einen optionalen Rahmen 300 verbunden. Auslöseeinheit 200 kann jedoch auch
unmittelbar oder mit anderen Mitteln als Rahmen 300 auf Verschlussplatte 100 angebracht
sein.
[0028] In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform weist Rohranordnung 10 sechs in Reihe
angeordnete Rohre 12 auf. Die Anzahl und Anordnung der Rohre 12 ist jedoch nicht auf
die gezeigte Ausführungsform beschränkt. Jedem der Rohre 12 ist eine Auslöseeinheit
200 zugeordnet, aus Gründen der besseren Darstellung ist jedoch nur eine zu einem
ersten Rohr 12a gehörige erste Auslöseeinheit 200a überwiegend vollständig, und eine
zu einem zweiten Rohr 12b gehörige zweite Auslöseeinheit 200b teilweise dargestellt.
[0029] Figur 2A zeigt einige optionale und vorteilhafte Aspekte der Ausführungsform des
Granatabschussgeräts GAG. Zur besseren Darstellung sind nur die Rohranordnung 10 und
die Verschlussplatte 100 gezeigt. Verschlussplatte 100 und Rohranordnung 10 sind so
aufeinander angepasst, dass die Rohranordnung 10 werkzeuglos von der Verschlussplatte
lösbar 100 ist. Insbesondere kann die Rohranordnung 10 in einer Auszugsrichtung A,
die zu den Rohrachsen R1, R2 der Rohranordnung senkrecht steht, aus der Verschlussplatte
100 herausgezogen werden. Weitere optionale und alternative Aspekte dieser werkzeuglosen
Lösbarkeit sind in nachfolgenden Abschnitten erläutert.
[0030] Ein weiterer optionaler und vorteilhafter Aspekt, der aus Figur 2A hervorgeht, ist,
dass die Rohrachsen sämtlicher Rohre 12, stellvertretend dargestellt durch die beiden
Rohrachsen R1 und R2, parallel zueinander angeordnet sind.
[0031] Figur 2B zeigt einen teilweisen Längsschnitt durch die Rohranordnung 10. Jedes Rohr
12 umfasst einen gezogenen Lauf 14 (beachte Züge 16 und Felder 18) mit einer Mündung
20 an einem ersten Laufende, und einem Patronenlager 22 zur Aufnahme einer Granatpatrone
GD an einem gegenüberliegenden, zweiten Laufende. In der gezeigten Ausführungsform
ist Granatpatrone GD als Randpatrone ohne Hülsenschulter ausgestaltet, und weist daher
eine zylindrische Hülse GH mit einem in Umfangsrichtung darüber hinausragenden Hülsenboden
der einen Bodenrand GR ausbildet auf. Zentrisch im Hülsenboden ist ein Zündhütchen
ZH angeordnet. Patronenlager 22 weist optional einen Absatz 24 auf, auf dem Hülsenrand
GR aufliegen kann, so dass Patronenlager 22 nach Art eines Hinterladers von Hand mit
einer Granatpatrone GD geladen werden kann. Absatz 24 kann am öffnungsseitigen Ende
des Patronenlagers 22 (wie dargestellt vorgesehen sein), oder alternativ kann Patronenlager
22 als Hülsenmundanlieger ausgestaltet sein, so dass Absatz 24 am laufseitigen Ende
des Patronenlagers 22 vorgesehen ist, und ein Hülsenmund HM der Granatpatrone GD am
Absatz 24 aufliegt. Es soll verstanden werden, dass die offenbarte Technologie nicht
auf die Verwendung mit Randpatronen beschränkt ist, und dass Patronenlager 22 auch
zur Aufnahme jeder anderen aus dem Stand der Technik bekannten Art patronierter Granatmunition
ausgestaltet sein kann.
[0032] Die beispielhaft dargestellte Ausführungsform ist zum Verschießen von Granatpatronen
mit einem Kaliber von 40mm eingerichtet, bevorzugt für sogenannten low-velocity (LV)
oder medium-velocity (MV) Granaten im Kaliber 40mm. Zu den bevorzugt mit der offenbarten
Technologie verwendbaren low- bzw. medium-velocity Granaten gehören insbesondere die
NATO Kaliber 40 x 46mm und 40 x 51mm. Die bei der Verwendung von LV- oder MV-Granaten
auftretenden, vergleichsweise geringen Gasdrücke erlauben eine vorteilhaft niedrige
Wandstärke insbesondere der Rohre des Rohrbündels. Bevorzugte Maße für Patronenlager
und Lauf zur Verwendung mit solchen Patronen sind durch CIP (COMMISSION INTERNATIONALE
PERMANENTE POUR L'EPREUVE DES ARMES A FEU PORTATIVES) bzw. SAAMI (SPORTING ARMS &
AMMUNITION MANUFACTURERS' INSTITUTE) normiert, wobei diese Standards durch Verweis
vollständig in Bezug genommen werden. Abweichungen von diesen Normen, insbesondere
in Bezug auf Lauf- und Patronenlagermaße, sind im Rahmen der offenbarten Technologie
jedoch auch vorgesehen. In anderen Ausführungsformen ist die Granatpatrone GD eine
sogenannte high-velocity (HV) Granate im Kaliber 40mm, oder in einem anderen hierein
beschriebenen Kaliber, beispielsweise im NATO Kaliber 40 x 53mm. Ebenso ist die offenbarte
Technologie nicht auf die Verwendung mit Granaten im Kaliber von 40mm beschränkt.
In anderen Ausführungsformen ist das Granatabschussgerät zum Verschießen von Granatmunition
mit einem Kaliber von 25mm oder größer, 30mm oder größer, 35mm oder größer, oder 40mm
oder größer eingerichtet.
[0033] In der gezeigten beispielhaften Ausführungsform des Granatabschussgeräts GAG ist
die Rohranordnung 10 einstückig ausgebildet, wobei jedoch auch mehrteilige Ausführungsformen
möglich sind. Figur 2C zeigt Rohranordnung 10 in Alleinstellung, beispielsweise nach
dem vollständigen Entfernen von der Verschlussplatte 100. Wie dargestellt können die
Rohre 12 durch einen plattenförmigen Verbindungsabschnitt 26 miteinander verbunden
sein, der wie nachfolgend noch näher erläutert werden wird, an eine Aufnahmekontur
in der Verschlussplatte 100 angepasst sein kann, um das werkzeuglose Lösen zu ermöglichen.
Figur 2C zeigt ebenfalls die optionale und an anderer Stelle hierin näher erläuterte
hakenförmige Erstreckung 28, die dem Zentrieren und/oder Verriegeln der Rohranordnung
10 mit der Verschlussplatte 100 dienen kann.
[0034] Figur 3 zeigt eine alternative Ausführungsform einer Rohranordnung 10' bei der Rohre
12' in zwei parallel zueinander versetzten Reihen angeordnet sind.
Auslöseeinheit
[0035] Eine beispielhafte Ausführungsform einer Auslöseeinheit wird nachfolgend anhand der
Figuren 4 bis 6 erläutert. Figur 4 stellt eine Detailansicht auf die Auslöseeinheit
200a der Ausführungsform der Figur 1 dar, wobei aus Gründen der besseren Darstellung
Rahmen 300 nicht dargestellt ist.
[0036] In der gezeigten Ausführungsform weist Auslöseeinheit 200a einen Schläger 210 nach
Art eines Hahnschlosses auf. Figur 4 zeigt Schläger oder Hahn 210 im gespannten Zustand,
wobei Hahn 210 drehbar auf Schlägerachse 212 gelagert und gegen Drehfeder 214 gespannt
ist. Drehfeder 214 kann beispielsweise gegen Verschlussplatte 100 oder Rahmen 300
abgestützt sein. Hahn 210 weist einen seitlichen Fortsatz 216 mit einem Absatz 218
auf. Eine drehbar auf Sicherungswelle 220 gelagerte Abzugsstange bzw. Kipphebel 222
kann nach Art einer Sperrklinke mit dem Absatz 218 in Eingriff treten, und den Hahn
210 gegen die Federkraft im gespannten Zustand zu halten. In anderen Ausführungsformen
ist Drehfeder 214 durch andere Mittel zum Vorspannen, beispielsweise eine Druckfeder,
eine Schenkelfeder, oder eine Zugfeder, ersetzt.
[0037] Figur 5 ist eine Detailansicht der Auslöseeinheit 200a mit dem Hahn 210 in einem
abgeschlagenen Zustand, wobei einige Bauteile zur besseren Darstellung nicht gezeigt
sind. Ein Auslöseaktor 224 in Form eines handelsüblichen Servomotors drückt mittels
Hebel 226 auf Abzugsstange 222, um diese zu Verkippen, und Absatz 218 freizugeben,
wodurch die Vorspannkraft von Drehfeder 214 bewirkt, dass Hahn 210 abgeschlagen wird.
Fig. 6 ist eine Schnittdarstellung derselben Ausführungsform mit Hahn 210 im abgeschlagenen
Zustand, wobei erkennbar ist, wie Schlagfläche 211 von Hahn 210 auf einen schwimmend
bzw. gefedert in der Verschlussplatte 100 gelagerten Zündstift 228 auftrifft, so dass
dieser aus einem dem Patronenlager 22 zugewandten Stoßboden 230 hervorragt, um ein
Zündhütchen ZH einer im Patronenlager 22 aufgenommen Granatpatrone GD (nicht dargestellt)
auszulösen.
[0038] Bei der gezeigten Ausführungsform ist für jedes Rohr 12 der Rohranordnung jeweils
ein zugehöriger Hahn 210, eine zugehörige Abzugsstange 222 und ein zugehöriger Zündstift
228 vorgesehen, um eine in einem Patronenlager 22 aufgenommene Granatpatrone GD selektiv
auszulösen.
In anderen Worten ausgedrückt, die Anzahl der Rohre 12 entspricht der Anzahl der Hähne
210, der Abzugsstangen 222 und der Zündstifte 228. Die gezeigte Ausführungsform weist
daher jeweils sechs dieser Elemente auf, wobei in den Figuren zur besseren Übersicht
nur eine Auslöseeinheit 200a vollständig dargestellt ist.
[0039] In Figur 4 ist von der angrenzenden Auslöseeinheit 200b nur die Abzugsstange 222b
dargestellt um einen optionalen und vorteilhaften Aspekt dieser besonderen Ausführungsform
zu illustrieren. Auslöseaktor 224 ist derart zwischen den angrenzenden Auslöseeinheiten
200a und 200b angeordnet, dass Hebel 226 je nach Drehrichtung selektiv auf Abzugsstange
222a oder auf Abzugsstange 222b wirken kann. In dieser Ausführungsform ist daher für
jedes angrenzende Paar von Auslöseeinheit 200a und 220b nur ein zugehöriger Auslöseaktor
224 erforderlich. Bei einer Ausführungsform mit sechs Rohren 12 sind daher nur drei
Auslöseaktoren 224 erforderlich. Selbstverständlich kann in anderen Ausführungsformen
für jede Auslöseeinheit ein eigener Auslöseaktor vorgesehen sein.
[0040] Darüber hinaus sind in der gezeigten Ausführungsform alle Hähne 210 auf einer einzigen
gemeinsamen Hahnachse 212 gelagert, und alle Abzugsstangen 222 auf einer einzigen
gemeinsamen Sicherungswelle 220. In anderen Ausführungsformen können jedoch auch mehrere
Hahnachsen und/oder mehrere Sicherungsachsen vorgesehen sein. Hahnachse 212 und/oder
Sicherungswelle 220 können beispielsweise im Rahmen 300 gelagert sein.
Abschlagsicherung
[0041] Eine beispielhafte Ausführungsform einer Abschlagsicherung wird nachfolgend insbesondere
anhand der Figur 7 erläutert, wobei auch auf die Figuren 4 bis 6 Bezug genommen wird.
In der gezeigten Ausführungsform umfasst die Abschlagsicherung die bereits beschriebene
Sicherungswelle 220, wobei diese für jeden Hahn 210 eine zugehörige Nut 232a, 232b,
232c aufweist. Im entsicherten Zustand, gezeigt insbesondere in den Figuren 4 bis
6, sind die Nuten 232a, 232b, 232c so ausgerichtet, und ihre jeweilige Tiefe und Breite
so bemessen, dass der jeweilige Hahn 210 im abgeschlagenen in die Nut hineinragt,
aber gerade nicht mit der Sicherungswelle 220 im Kontakt steht, oder jedenfalls nur
derart, dass der Zündstift 228 ausreichend weit aus dem Stoßboden 230 hervortritt,
um das Zündhütchen ZH auslösen zu können.
[0042] Figur 7 zeigt einen teilweisen Querschnitt mit Hahn 210 im abgeschlagenen Zustand
und Sicherungswelle 220 im gesicherten Zustand. Dabei ist die Sicherungswelle 220
mit den Nuten 232 so verdreht, dass Hahn 210 im abgeschlagenen Zustand nicht mehr
in die Nut 232 hineinragt, sondern stattdessen über Sicherungsfläche 234 mit der kreisförmigen
Umfangsfläche 223 der Sicherungswelle 220 im Kontakt steht. In anderen Worten ausgedrückt
blockiert die Sicherungswelle 220 im gesicherten Zustand formschlüssig einen Teil
des vom Schlaghahns 210 im abgeschlagenen Zustand zurückgelegten Wegs, und zwar mindestens
so weit, dass der Zündstift 228 im abgeschlagenen Zustand des Hahns nicht mehr über
den Stoßboden 230 hinausragt. Somit verhindert die Sicherungswelle 220 im gesicherten
Zustand, dass auch wenn der Hahn abgeschlagen wird, der Zündstift 228 das Zündhütchen
auslöst. Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei der der Schlaghahn 210 im
gesicherten Zustand der Sicherungswelle 220 auch in seinem abgeschlagenen Zustand
mit seiner Schlagfläche 221 nicht mit dem Zündstift 228 in Kontakt tritt.
[0043] Das Verdrehen der Sicherungswelle 220 wird in der gezeigten Ausführungsform mittels
eines Sicherungsaktors 236 bewirkt, der insbesondere in Form eines Servomotors bereitgestellt
sein kann. Aktor 236 ist dazu eingerichtet, einen drehfest an der Welle 220 angebrachten
Hebel 238 zu verkippen, wodurch die Welle 220 verdreht wird. Insbesondere ist Servomotor
236 mittels einer Stange 240 (in Figur 4 nicht gezeigt) gelenkig mit dem Hebel 238
verbunden.
[0044] In der gezeigten Ausführungsform ist eine einzige Sicherungswelle 220 für alle Auslöseeinrichtungen
200 vorgesehen. In anderen Worten ausgedrückt, es sind entweder alle Auslöseeinrichtungen
200 gleichzeitig im gesicherten oder im ungesicherten Zustand. In anderen Ausführungsformen
ist vorgesehen, dass jede Auslöseeinrichtung 200 unabhängig von den übrigen Auslöseeinrichtungen
200 gesichert bzw. entsichert werden kann, bspw. indem separate Sicherungswellen 220
und Sicherungsaktoren 236 bereitgestellt sind.
In ähnlicher Weise wie Abzugsaktor 224 kann in besonderen Ausführungsformen auch ein
Sicherungsaktor auf zwei unterschiedliche Sicherungswellen wirken.
Verriegelungsvorrichtungen
[0045] Wie vorstehend beschrieben ist es optional vorgesehen, dass die Rohranordnung 10
in einer Auszugsrichtung A, die zu den Rohrachsen R1, R2 der Rohranordnung 10 senkrecht
steht, aus der Verschlussplatte 100 herausgezogen werden kann. Dies wird insbesondere
dadurch erreicht, dass der plattenförmige Verbindungsabschnitt 26 im Querschnitt senkrecht
zur Auszugsrichtung A (vgl. Figur 7) flanschartig über den Durchmesser der Rohre 20
hinausragt und so zwei Schienenabschnitte 27 und 29 ausbildet (vgl. Figur 7). Die
Verschlussplatte 100 weist eine daran angepasste Gegenkontur mit zwei im Querschnitt
hakenförmigen Führungsabschnitten 104 und 106 auf, so dass sich eine Linearführung
der Rohranordnung 10 in der Verschlussplatte 100 ergibt. Selbstverständlich ist die
gezeigte Ausgestaltung lediglich beispielhaft, und andere Konturen wie bspw. in Form
einer Schwalbenschwanzführung sind ebenfalls möglich.
[0046] Um ein Herausziehen der Rohranordnung 10 aus der Verschlussplatte 100 lösbar zu verhindern,
und/oder um die Rohranordnung 10 zur Verschlussplatte 100 zu zentrieren, können ein
oder mehrere Verriegelungsvorrichtungen vorgesehen sein. Beispielhafte Ausführungsformen
solcher Verriegelungsvorrichtungen werden nachfolgend insbesondere anhand der Figuren
8A bis 9B erläutert, wobei jedoch auch auf die vorhergehenden Figuren Bezug genommen
wird.
[0047] Die Figuren 8A und 8B zeigen einen Teil des fernbedienbaren Granatabschussgeräts
GAG im Querschnitt durch einen manuellen Verriegelungshebel 400, wobei der Hebel 400
in Figur 8A in einem verriegelten Zustand gezeigt ist, und in Figur 8B in einem entriegelten
Zustand gezeigt ist. Hebel 400 kann mittels einer Drehfeder 410, die bspw. gegen die
Hahnachse 212 abgestützt ist, in den verriegelten Zustand vorgespannt sein. Verschlussplatte
100 weist einen zum hakenförmigen Fortsatz 28 der Rohranordnung 10 kongruenten hakenförmigen
Fortsatz 102 auf (vgl. insbes. Figuren 2A und 2C). Wenn die Rohranordnung 10 in die
Verschlussplatte 100 eingeschoben ist, liegen die Fortsätze 28 und 102 deckungsgleich
übereinander gebracht werden, so dass ein Verriegelungsfinger 412, dessen Form und
Breite an die von den hakenförmigen Fortsätzen 28 und 102 umgebenen Hakenöffnungen
angepasst ist, in diese Öffnungen hineinragen kann, um die Rohranordnung 10 und die
Verschlussplatte 100 spielfrei miteinander zu zentrieren und gegen das Lösen voneinander
zu sichern. Hebel 400 ist von Hand durch Druck bspw. auf den dem Verriegelungsfinger
412 gegenüberliegenden Handhabungsabschnitt 414 entriegelbar.
[0048] Alternativ oder zusätzlich kann eine weitere Verriegelungsvorrichtung vorgesehen
sein. Eine besondere Ausführungsform einer solchen weiteren Verriegelungsvorrichtung
in Form eines Sperrriegels 242 ist nachfolgend insbesondere anhand der Figuren 9A
und 9B erläutert. Im Gegensatz zum Verriegelungshebel 400 ist Sperrriegel 242 nicht
zur manuellen Betätigung vorgesehen. Stattdessen ist Sperrriegel 242 drehfest auf
der Sicherungswelle 220 angebracht, so dass ein Verdrehen der Sicherungswelle 220
bewirkt, dass der Sperrriegel 242 ebenfalls verdreht. Der in Figur 9A gezeigte verriegelte
Zustand des Sperrriegels 242 ist dabei gleichzeitig der entsicherte Zustand der Sicherungswelle
220. Durch diese Kopplung des Sperrriegels 242 und der Sicherungswelle 220 wird in
vorteilhafter Weise erreicht, dass die Rohranordnung 10 nur im entsicherten Zustand
der Sicherungswelle 220 von der Verschlussplatte 100 gelöst werden kann, selbst wenn
der Verriegelungshebel 400 manuell in den entriegelten Zustand bewegt wird. Sperrriegel
242 wirkt im verriegelten Zustand formschlüssig gegen die senkrecht zur Auszugsrichtung
A liegenden Stirnfläche 108 der Verschlussplatte 100 und Stirnfläche 30 der Rohranordnung
10.
Abflugsicherung
[0049] Alternativ oder zusätzlich kann eine Abflugsicherung vorgesehen sein, die erst beim
Abflug des unbemannten Fluggeräts vom fernbedienbaren Granatabschussgerät GAG gelöst
wird. Eine beispielhafte Ausführungsform einer solchen Abflugsicherung ist nachfolgend
insbesondere anhand der Figuren 8A und 8B erläutert. Verriegelungshebel 400 weist
eine profilierte Bohrung 416 auf (vgl. auch Figur 4), die im Wesentlichen senkrecht
zur Sicherungswelle 220 verläuft und im verriegelten Zustand des Verriegelungshebels
400 im Wesentlichen parallel zur Rohrrichtung R1, R2 der Rohranordnung 10 verläuft.
Figur 8A zeigt einen Sicherungsstift 500, der in der Bohrung 416 aufgenommen ist.
Kopf 510 des Sicherungsstifts 510 kann wie gezeigt an den Fortsätzen 28 und/oder 102
anstehen, und so formschlüssig verhindern, dass der Verriegelungshebel 400 in die
entriegelte Position bewegt werden kann. Hierdurch kann beispielsweise vorteilhaft
erreicht werden, dass nach dem Laden der Rohranordnung mit Granatpatronen, und dem
anschließenden Verriegeln der Rohranordnung an der Verschlussplatte, der Hebel 400
unbeabsichtigt entriegelt wird.
[0050] Optional kann Kopf 510 beispielsweise mittels einer Schnur und einem Erdanker mit
dem Boden verbunden werden, so dass der Sicherungsstift 500 erst beim Abflug des unbemannten
Fluggeräts aus der Bohrung 416 herausgezogen wird. Insbesondere ist dabei bevorzugt,
dass der Sicherungsstift 500 erst nach Erreichen einer gewissen Mindestkraft aus der
Bohrung 416 herausgezogen werden kann. Hierdurch kann in vorteilhafter Weise bewirkt
werden, dass die in Richtung der verriegelten Stellung des Hebels 400 beim Abflug
wirkende Mindestkraft einen möglicherweise unzureichend verriegelten Hebel 400 beim
Abflug in die verriegelte Stellung zieht. Eine solche Mindestkraft kann bspw. durch
eine Übermaß- oder Presspassung des Sicherungsstifts 500 in der Bohrung 416 erreicht
werden.
[0051] In alternativen oder zusätzlichen Ausführungsformen kann die Abflugsicherung dazu
eingerichtet sein, ein Entsichern der Sicherungswelle 220 vor Abflug zu verhindern.
Hierzu kann der Kopf 510 bspw. derart ausgestaltet sein, dass er den Weg des Sicherungsriegels
242 von der entriegelten Stellung (Figur 9B) in die verriegelte Stellung (Figur 9A)
blockiert. Durch die Kopplung des Sicherungsriegels 242 mit der Sicherungswelle 220
wird hierdurch auch ein Verdrehen, d.h. Entsichern, der Sicherungswelle 220 verhindert.
Eine solche Abflugsicherung kann alternativ oder zusätzlich zum Sicherungsstift 500,
der in Bohrung 416 des Hebels 400 eingreift, vorgesehen sein. Eine entsprechende Aufnahme
für ein durch den Abflug entfernbares Sicherungselement, wie einen Sicherungsstift,
kann an anderen Elementen des Granatabschussgeräts GAG vorgesehen sein. In einer beispielhaften
Variante kann ein Paar fluchtender Bohrungen in den Fortsätzen 102 und 28 vorgesehen
sein, durch die ein Sicherungsstift gesteckt werden kann, dessen Kopf dann so angeordnet
ist, dass er den Weg des Sicherungsriegels 242 von der entriegelten Stellung (Figur
9B) in die verriegelte Stellung (Figur 9A) blockiert.
Unbemanntes Fluggerät
[0052] Figur 10 zeigt schematisch ein unbemanntes Fluggerät 1000 gemäß der offenbarten Technologie
in einer Seitenansicht. Fluggerät 1000 weist eine tragende Struktur 1100 mit einem
oder mehreren daran angeordneten Hubrotoren 1200 auf, insbesondere einer Vielzahl
von Hubrotoren, bspw. vier, sechs, oder acht Hubrotoren 1200. In besonderen Ausführungsformen
ist das Fluggerät 1000 elektrisch angetrieben, weist also einen (nicht gezeigten)
Batteriespeicher auf, um die elektrischen Hubrotoren 1200 mit Energie zu versorgen.
Alternativ kann Fluggerät 1000 auch als Flächen- oder Transitionsflugzeug ausgebildet
sein. Alternativ oder zusätzlich kann das Fluggerät 1000 eine Kombination von Hub-
und Schubtriebwerken, insbesondere mit Hub- und Schubrotoren, aufweisen.
[0053] Fluggerät 1000 weist einen daran angebrachtes fernbedienbares Granatabschussgerät
GAG gemäß der offenbarten Technologie auf. Bevorzugt ist das Granatabschussgerät GAG
an einer Seite der Struktur 1100 angebracht, die im Normalflug des Fluggeräts 1000
im Wesentlichen nach unten weist. In der gezeigten Ausführungsform mit Hubrotoren
1200 entspricht dies einer von den Hubrotoren abgewandten Seite der Struktur 1100.
In Ausführungsformen, die als Flächen- oder Transitionsflugzeug ausgebildet sind,
kann die im Normalflug nach unten weisenden Seite beispielsweise an der Profilkrümmung
der Tragflächen und/oder einer Anordnung des Fahrwerks identifiziert werden. In Figur
10 ist exemplarisch eine Normalflugrichtung NF des Fluggeräts 1000 eingezeichnet,
wobei die Rohrachse R1 der Rohranordnung 10 im Wesentlichen senkrecht zur Normalflugrichtung
NF angeordnet ist. In anderen Ausführungsformen kann ein Winkel α zwischen Normalflugrichtung
NF und der Rohrachse R1 auch von 90° abweichen, wobei Winkel größer 0° bevorzugt sind,
d.h. dass Rohrachse R1 und Normalflugrichtung NF nicht parallel angeordnet sind. Der
Winkel α kann insbesondere zwischen 15° und 90° liegen, und bevorzugt mindestens 45°
betragen. Es soll verstanden werden, dass Rohrachse R1 hier stellvertretend für die
übrigen Rohrachsen weiterer parallel angeordneter Rohre 20 steht, die in Ausführungsformen
mit mehreren, parallelen Rohren sich hinter dem dargestellten Rohr 20 in die Zeichenebene
der Figur 10 erstrecken.
[0054] Granatabschussgerät GAG weist eine Adapterstruktur 40 zur lösbaren Anbringung am
Fluggerät 1000 auf. Adapterstruktur 40 kann auch als Gehäuse für die Verschlussplatte
100, die Auslöseeinheiten 200 und/oder den Rahmen 300 dienen, weshalb in Figur 10
nur noch die Rohranordnung 10 des Granatabschussgeräts GAG sichtbar ist.
[0055] Fluggerät 1000 kann ferner die vorbeschriebenen Elektronikkomponenten zum Erzeugen
des Auslöse- und/oder des Entsicherungssignals und/oder des Sicherungssignals aufweisen,
und/oder Mittel zur Kommunikation mit einer Fernbedienung.
1. Fernbedienbares Granatabschussgerät umfassend:
eine Rohranordnung mit mindestens einem Rohr zum Verschießen einer Granatpatrone,
wobei jedes Rohr einen gezogenen Lauf mit einer Mündung an einem ersten Laufende und
einem Patronenlager an einem zweiten Laufende aufweist;
eine Verschlussplatte zum Verschließen des Patronenlagers des mindestens einen Rohrs;
und
eine Auslöseeinheit zum Auslösen einer Treibladung einer im Patronenlager aufgenommenen
Granatpatrone, wobei die Auslöseeinheit signaltechnisch mit einer Elektronikkomponente
verbindbar ist, so dass die Treibladung der im Patronenlager aufgenommenen Granatpatrone
durch ein Auslösesignal der Elektronikkomponente auslösbar ist;
wobei das Granatabschussgerät als Einzellader ausgestaltet ist.
2. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß Anspruch 1, wobei die Rohranordnung mindestens
zwei parallele Rohre aufweist.
3. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Verschlussplatte für jedes Rohr einen Zündstift aufweist zum Auslösen eines Zündhütchens
einer im Patronenlager aufgenommenen Granatpatrone;
vorzugsweise wobei die Auslöseeinheit für jedes Rohr ferner einen Schläger mit einem
gespannten und einem abgeschlagenen Zustand aufweist, der dazu eingerichtet ist, auf
den Zündstift zu schlagen, um das Zündhütchen auszulösen.
4. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß Anspruch 4, wobei die Auslöseeinheit für
jedes Rohr eine Abzugsstange aufweist, die dazu eingerichtet ist, den Schläger im
gespannten Zustand zu halten, wobei der Schläger durch Betätigen der Abzugsstange
in den abgeschlagenen Zustand gebracht werden kann;
vorzugsweise wobei die Auslöseeinheit ferner mindestens einen Abzugsaktor aufweist,
der dazu eingerichtet ist, die Abzugsstange zu betätigen.
5. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner
mindestens eine erste Sicherungsvorrichtung aufweisend, die mindestens einen gesicherten
und einen ungesicherten Zustand aufweist, wobei die erste Sicherungsvorrichtung:
dazu eingerichtet ist, im gesicherten Zustand eine Schussabgabe zu verhindern, und/oder
signaltechnisch mit einer Elektronikkomponente verbindbar ist, so dass die erste Sicherungsvorrichtung:
durch ein Entsicherungssignal der Elektronikkomponente vom gesicherten in den ungesicherten
Zustand gebracht werden kann, und/oder
durch ein Sicherungssignal der Elektronikkomponente vom ungesicherten in den gesicherten
Zustand gebracht werden kann.
6. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß Anspruch 5, wenn von Anspruch 3 abhängig,
wobei die erste Sicherungsvorrichtung im gesicherten Zustand einen Schlagweg des Schlägers
so blockiert, dass verhindert wird, dass das Zündhütchen durch Abschlagen des Schlägers
ausgelöst wird.
7. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei die
erste Sicherungsvorrichtung eine Sicherungswelle und einen Sicherungsaktor aufweist,
vorzugsweise wobei der Sicherungsaktor dazu eingerichtet ist, durch Verdrehen der
Sicherungswelle die Sicherungsvorrichtung vom gesicherten Zustand in den ungesicherten
Zustand, und umgekehrt, zu bringen.
8. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der Ansprüche 5 bis 7, ferner eine
zweite Sicherungsvorrichtung aufweisend, die dazu eingerichtet ist, ein Entsichern
der ersten Sicherungsvorrichtung zu verhindern.
9. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Rohranordnung und die Verschlussplatte so aufeinander angepasst sind, dass die
Rohranordnung werkzeuglos von der Verschlussplatte lösbar ist.
10. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß Anspruch 9, ferner aufweisend mindestens
eine erste Verriegelungsvorrichtung mit:
einem ersten verriegelten Zustand, in dem die Rohranordnung gegen Lösen von der Verschlussplatte
gesichert ist; und/oder
einen ersten entriegelten Zustand, in dem die Rohranordnung werkzeuglos von der Verschlussplatte
lösbar ist;
vorzugsweise wobei die erste Verriegelungsvorrichtung:
werkzeuglos vom ersten verriegelten in den ersten entriegelten Zustand gebracht werden
kann, und/oder wobei die erste Verriegelungsvorrichtung in den ersten verriegelten
Zustand vorgespannt ist; oder
wenn von Anspruch 7 abhängig, drehfest mit der Sicherungswelle verbunden ist, so dass
ein Verdrehen der Sicherungswelle vom gesicherten Zustand in den ungesicherten Zustand
die erste Verriegelungsvorrichtung vom ersten entriegelten Zustand in den ersten verriegelten
Zustand bringt.
11. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß Anspruch 10, wenn von Anspruch 5 abhängig,
ferner aufweisend eine zweite Verriegelungsvorrichtung mit:
einem zweiten verriegelten Zustand, in dem die Rohranordnung gegen Lösen von der Verschlussplatte
gesichert ist, auch wenn die erste Verriegelungsvorrichtung in ihrem ersten verriegelten
Zustand ist; und/oder
einen zweiten entriegelten Zustand, in dem die Rohranordnung werkzeuglos von der Verschlussplatte
lösbar ist, wenn die erste Verriegelungsvorrichtung in ihrem ersten entriegelten Zustand
ist.
12. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß Anspruch 11, wobei die zweite Verriegelungsvorrichtung
so mit der ersten Sicherungsvorrichtung gekoppelt ist, dass die zweite Verriegelungsvorrichtung:
im zweiten verriegelten Zustand ist, wenn die erste Sicherungsvorrichtung im entsicherten
Zustand ist; und/oder
im zweiten entriegelten Zustand ist, wenn die erste Sicherungsvorrichtung im gesicherten
Zustand ist.
13. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei die
zweite Sicherungsvorrichtung ferner dazu eingerichtet ist, ein Entriegeln der ersten
Verriegelungsvorrichtung und/oder der zweiten Verriegelungsvorrichtung zu verhindern.
14. Fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Rohranordnung aus einem Titanwerkstoff gefertigt ist; vorzugsweise wobei die Rohranordnung
als 3D-Druck-Teil ausgebildet ist.
15. Unbemanntes Fluggerät umfassend:
ein fernbedienbares Granatabschussgerät gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche;
und
eine Elektronikkomponente, die signaltechnisch mit der Auslöseeinheit verbunden und
dazu eingerichtet ist, das Auslösesignal an die Auslöseeinheit zu senden.