[0001] Die Erfindung betrifft einen Schutzschild, vorzugsweise in der Form eines Faustschildes.
[0002] Schutzschilde, insbesondere als Unterarmschilde, sind schon lange bekannt, auch Faustschilde,
die Außenabmaße aufweisen, die deutlich geringer sind als typische mittelalterliche
Kriegsschilde. Nicht nur in der Größe unterscheiden sich die Faustschilde von Unterarmschilden,
sondern auch in der Handhaltung auf der Faust im Gegensatz zum Unterarm, wie es bei
Kriegsschilden der Fall ist.
[0003] Kriegsschilde sind mit heutigen Polizei- oder Abdrängschilden zu vergleichen. Zu
Faustschilden gibt es in der heutigen Zeit jedoch kein vergleichbares modernes Produkt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die bekannten Schilde weiterzuentwickeln, insbesondere
in der Gestalt, dass sie vom Träger gegen Hieb- und Stichwaffen und andere Angriffsmittel
wie Wurfgeschosse eingesetzt werden können, vom Angreifer hingegen kaum oder gar nicht
erkennbar sind. Auch ist es das Ziel der vorliegenden Erfindung, dass der Schutzschild
sehr flexibel, schnell und bei unvorhersehbaren Angriffen einsatzbereit ist, stabil
ist und gleichzeitig dem Benutzer des Schildes eine schnelle Reaktionsmöglichkeit
erlaubt und der Benutzer somit sich auch gegen einen Angreifer sicher schützen kann
bzw. den Angreifer auf Distanz halten kann.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Schutzschild mit den Merkmalen nach Anspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0006] Der erfindungsgemäß als Faustschild ausgebildete Schutzschild dient als Schutz gegen
den Angriff mit Hieb- und Stichwaffen und andere Angriffsmittel, z. B. Spritzen, Hunde,
Feuerwerkskörper, Pfefferspray, aber auch Körperflüssigkeiten (Spucke), Wurfgeschosse,
Stöcke usw. Im täglichen Dienst ist das Personal von Polizei und weitere Sicherheitskräfte
oftmals aggressiven wie auch konfrontativen Situationen ausgesetzt und aufgrund oft
reduzierten Respekts von Personen gegenüber dem Polizei- oder Sicherheitspersonal
schrecken auch diese Personen nicht davor zurück, das Personal von Polizei und Sicherheitsbehörden
anzugreifen. Eine Vielzahl von Vorfällen dieser Art ist bekannt, so kommt es nicht
nur regelmäßig auf Großdemonstrationen zu Angriffen gegenüber den Polizei-Einsatzkräften,
sondern auch bei Vernehmungen durch die Polizei-Einsatzkräfte im Drogen- oder Clan-Milieu,
aber auch auf großen Events wie Fußballspielen, Konzerten etc. werden immer wieder
die Polizei-Einsatzkräfte von einzelnen Personen direkt nicht nur verbal, sondern
auch gewalttätig bedroht bzw. angegriffen. Ferner soll mit dem erfindungsgemäßen Schutzschild
auch Begleit- oder Sicherheitspersonal die Möglichkeit gegeben werden, die Zielgruppen
vor Gewalt zu schützen, z.B. Finanzbeamte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jobcenter,
Sozialarbeiter, Ordnungsbehörden, Psychiatrien, Rettungsdienste, Feuerwehr, Fahrkartenkontrolleure,
Zugpersonal, Justizbeamte, Gerichtsvollzieher, Ausländerbehörden usw., derlei Personen
sind mit dem erfindungsgemäßen Schutzschild besser als bisher gegen vorhersehbare
Angriffe von gewaltbereiten Personen zu schützen.
[0007] Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, dass der Schutzschild als solches -selbst
wenn es gesehen wird- nicht aggressiv wirkt, wobei das deeskalierende Aussehen dadurch
reduziert werden kann, wenn der Schutzschild von einer Tasche aufgenommen wird, und
auch im Einsatzfall dort verbleibt, sodass dann der Betrachter annehmen muss, eine
ganz normale Tasche vor sich zu haben. Durch die erfindungsgemäße Tarnung des Schutzschildes
mittels einer Tasche kann das Ziel bestmöglich erreicht werden.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es auch, die bisherigen Nachteile von Polizei-Schutzschilden
zu überwinden, vor allem aber auch soll der erfindungsgemäße Schutzschild keine eskalierende
Sichtfunktion haben wie ein bisheriger Polizei-Schutzschild.
[0009] Der erfindungsgemäße Schutzschild ist ein Schutzmittel gegen Hieb- und Stichwaffen
und andere Angriffsmittel wobei der Schutzschild als Faustschild ausgebildet ist und
eine im Wesentlichen rechteckige Form aufweist, vorzugsweise eine im Wesentlichen
quadratische Form, wobei die Kantenlänge im Bereich von 100 mm bis 300 mm, vorzugsweise
im Bereich von etwa 200 mm liegt und der Schutzschild außen- wie innenseitig im Querschnitt
eine vorbestimmte Krümmung aufweist (der Schutzschild bildet quasi einen rechteckigen
Ausschnitt aus einer Kugeloberfläche), vorzugsweise mit einem vorbestimmten Radius,
wobei im zentralen Bereich des Schildes eine Abflachung ausgebildet sein kann, wobei
auf der Innenseite ein einstellbares Griffmittel ausgebildet ist, mit einer Grifföffnung
für den Durchgriff einer menschlichen Hand ohne Daumen, wobei die Grifföffnung auf
die individuelle Handgröße ihres Trägers einstellbar als Fixiermittel ist und vorzugsweise
Klettverschlusselemente (Flauschpart und/oder Haftpart), Druckknöpfe, Magnete oder
dergleichen aufweist, um die Einstellung der Grifföffnung zu fixieren, wobei das Griffmittel
fest mit dem Schild verbunden ist, wobei der Schild aus einem Kunststoff-Material
z. B. einem faserverstärktem Polycarbonat oder Polyamid oder dergleichen, z. B. Kohlefaser,
Carbon (CFK oder GFK), mit vorzugsweise 2 mm bis 5 mm Materialstärke, vorzugsweise
ca. 3. mm Materialstärke, besteht und ein Flächenträgheitsmoment (a
4/12) im Bereich von 50.000.000 mm
4 bis 200.000.000 mm
4, vorzugsweise im Bereich von ca. 125.000.000 mm
4, aufweist und der Schild mit dem Griffmittel ein Gewicht im Bereich von ca. 150 g
bis 350 g, vorzugsweise 200 g bis 300 g, aufweist.
[0010] Durch das besonders geringe Gewicht wie auch das ausgewählte geringe Massen- und
Flächenträgheitsmoment ist der Schutzschild blitzschnell für seinen Träger/Benutzer
einsatzfähig, das heißt, in alle Richtungen sehr schnell schwenkbar wie auch in alle
Richtungen vom Körper des Benutzers weg bewegbar, und der längere Einsatz des Schutzschildes
ist für den Träger nicht mit übermäßiger Belastung verbunden.
[0011] Zu der guten Verschwenkbarkeit des Schutzschildes mit der zu einer Faust geballten
Hand des Benutzers trägt dazu bei, dass andererseits nicht nur der Schutzschild mittels
der Griffmittel sicher gehalten werden kann und die Griffmittel selbst auf Größe und
Form der Hand und damit der Faust ihres Trägers individuell einstellbar sind, sondern
auch, dass der Schwerpunkt des Schutzschildes vorzugsweise nicht in der Materialebene
des Schutzschildes liegt, sondern in dem Bereich in der Faust bzw. Hand (Handrücken)
des Trägers bei der Benutzung des Schutzschildes liegt, was den besonderen Vorteil
hat, dass dann der Abstand zwischen dem Schwerpunkt und der Hand außerordentlich gering
ist, wenn der Schwerpunkt innerhalb der Hand liegt, null ist, und dadurch der Benutzer
nur außerordentlich geringe Kräfte aufbringen muss, um den Schutzschild in kürzester
Zeit in eine ihm gewünschte Richtung zu bewegen.
[0012] Dadurch, dass der Hebelarm zwischen Hand und Schutzschild so kurz (im Idealfall null)
ist, ist dann auch möglich, ein Schutzschild sehr lange mit sich an der Hand zu tragen.
[0013] Der Schutzschild selbst ist wesentlich starr ausgebildet, jedenfalls lässt sich seine
Form durch normale Kraft einer menschlichen Hand oder Faust kaum oder nicht verbiegen.
[0014] Der Schutzschild kann auch außenseitig abgerundete Ecken aufweisen.
[0015] Das Griffmittel oder ein Teil des Schutzschildes ist vorzugsweise mit einer Komponente
eines Schnelllösesystems ausgestattet, welche mit einer anderen Komponente des Schnelllösesystems
zusammenwirkt, wobei die andere Komponente an der Kleidung des Benutzers fixierbar
ist, z.B. Gürtel, oder einer Molleweste oder einer Schnalle oder einem Umhängegurt
oder dergleichen ersichtbar ist.
[0016] Das Schnelllösesystem kann auch aus einem Druckknopf bestehen, welcher am Griffmittel
ausgebildet und mittels des Daumens bedienbar ist. Dieser unter Federvorspannung bestehende
Druckknopf löst den Schild von seiner Aufnahme, sobald der Druckknopf nach unten gelöst
wird, weil damit eine Arretierung aufgelöst wird. Dadurch, dass der Druckknopf im
Zugriffsbereich des Daumens liegt, ist eine sehr schnelle Ablösung möglich, andererseits
kann im Einsatz dann, solange der Druckknopf nicht betätigt wird, der Schutzschild
sich auch nicht unabsichtlich von der Halterung lösen.
[0017] Vorzugsweise weist darüber hinaus der Schutzschild im Bereich des Griffmittels, üblicherweise
dort wo der Daumen anliegt, ein Fernbedienungsmittel auf, z. B. ein Fernbedienungsgeber,
welcher vorzugsweise mit dem Daumen des Benutzers des Schutzschildes bedienbar ist,
wobei mittels der Fernbedienung ein Leuchtmittel oder Warnmittel, z. B. akustisches
Warnmittel, steuerbar ist, wobei das Leuchtmittel z. B. am Schutzschild und/oder an
der Kleidung des Benutzers des Schutzschildes angebracht ist.
[0018] Der erfindungsgemäße Schutzschild ist als solcher für das gewaltbereite Gegenüber
gar nicht oder nur schlecht zu erkennen, weil er eine eher ungewöhnliche Form aufweist,
nämlich relativ klein ist, als Faustschild beispielsweise über Außenabmaße von nur
ca. 10 - 30 cm Kantenlänge (quadratisch/rechteckig) verfügt oder der Schutzschild
selbst gar vollständig von der Sicht her verdeckt ist, wenn er von einem Behältnis,
z. B. einer Tasche, z. B. aus Textil-Werkstoff, aufgenommen wird. Der Schutzschild
liegt dabei innerhalb einer Tasche, von der von außen gar nicht zu erkennen ist, dass
diese Tasche den Schutzschild beinhaltet bzw. umschließt.
[0019] Eine Tasche, insbesondere aus Textilwendstoff, als solche wirkt regelmäßig gerade
nicht eskalierend, und eine Tasche wird auch von den Sicherheitskräften für vielerlei
Zwecke benutzt, z. B. zur Unterbringung von Handschuhen, Utensilien aller Art, etc.
[0020] Der erfindungsgemäße Schutzschild kann dabei über das Holstersystem am Gürtel und
der Weste des Trägers befestigt werden und vorzugsweise mit einer Schnelllöseverschlusstechnik
(Quick-Release Lock) auch innerhalb von Sekundenbruchteilen vom Gürtel gelöst werden.
Für eine alternative Nutzung ist die Tasche eine Umhängetasche, welche über eine weitere
Schnelllöseverschlusstechnik vom Schultergurt gelöst werden kann.
[0021] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Schutzschildes besteht darin, dass er
nicht nur vergleichsweise leicht ist, z. B. der Schild selbst nur 100 - 400 g, vorzugsweise
150 g - 300 g, wiegt, sondern auch aufgrund seiner Abmaße ein vergleichsweise geringes
Flächenträgheitsmoment bzw. Widerstandsmoment aufweist, was es dem Träger des Schutzschildes
erlaubt, den Schutzschild blitzschnell in verschiedene Richtungen und Höhen zu bewegen,
um sich gegenüber dem Einsatz von Hieb- und Stichwaffen, Fausthieben, Pfefferspray
etc. schützen zu können. Dies ist auch in einer eng gedrängten Situation möglich,
solange der Träger des Schutzschildes seinen Tragarm bzw. seine Hand frei bewegen
kann.
[0022] Die Aufnahme des Schutzschildes in einer Tasche, insbesondere einer Tasche aus einem
textilen Material, z. B. Nylon oder dergleichen, hat dabei den weiteren Vorteil, dass
dann, wenn der Angreifer eine Stichwaffe gegen die Polizei-Einsatzkraft nutzt, die
Messerspitze oder die Spitze einer Spritze oder dergleichen durch das Textilmaterial
bei Berührung gefangen und geführt werden kann; die Polizei-Einsatzkraft hat also
mit dem Schutzschild dann die Möglichkeit, eine Kraft auf die Hand des Trägers des
Messers, der Spritze, der Hieb- und Stichwaffe auszuüben, dieser Kraft kann sich dann
der gewaltbereite Täter nur durch Rückzug seiner Hieb- und Stichwaffe entziehen.
[0023] Gleichzeitig ist es auch möglich, das mittels des Schutzschildes der Benutzer des
Schutzschildes einen Angreifer auf Abstand halten kann, wenn dieser Angreifer, was
nicht selten vorkommt, den Benutzer beißen möchte, wird dies durch den Schutzschild
verhindert.
[0024] Der erfindungsgemäße Schutzschild ist bevorzugt nicht plan, sondern weist in einer
oder zwei Richtungen eine Krümmung auf, jedenfalls eine Krümmung im Außenbereich des
Schutzschildes, eine plane Fläche im Mittelbereich ist ohne Weiteres möglich.
[0025] Die gekrümmte Außenkontur gibt es auch im Innenbereich des Schutzschildes, dort ist
ein einstellbares Griffmittel ausgebildet, welches es dem Träger des Schutzschildes
erlaubt, diesen Schutzschild mit einer Hand schnell zu erfassen, sicher zu halten
und auch reaktionsschnell in alle denkbare Richtungen zu bewegen.
[0026] Diese reaktionsschnelle Beweglichkeit ist auch gegeben, wenn der Schutzschild selbst
von der Tasche aufgenommen wird, also im Einsatz nach außen gar nicht sichtbar ist.
Die Tasche, die den Schutzschild nach außen hin verdeckt, weist eine Vorderseite und
eine Hinterseite auf.
[0027] Auf der Vorderseite kann die Tasche übliche Taschenelemente wie Verschlüsse, Öffnungen
oder auch ein attraktives Taschendesign aufweisen.
[0028] Auf der Hinterseite befindet sich in der Tasche eine Öffnung, in die der Schutzschild
einführbar ist, und zwar dergestalt, dass dabei das Griffmittel des Schutzschildes
nach außen hin jederzeit erreichbar bleibt.
[0029] Zur besseren Fixierung des Schutzschildes in der Tasche weist die Tasche vorzugsweise
wenigstens eine die Tasche durchgehende flexible Wand auf, die die Tasche in eine
vordere und eine hintere Kammer unterteilt, in der der Schutzschild dann liegt, und
zur weiteren Fixierung trägt auch bei, dass die Außenabmaße der hinteren Kammer, insbesondere
die Höhe und die Breite dieser Kammer, an die Außenabmaße des Schutzschildes angepasst
sind, und somit Längs- und Querbewegungen des Schutzschildes in der Tasche stark einengt.
[0030] Damit der Schutzschild gut in die hintere Kammer der Tasche einführbar ist, weist
die Öffnung flexible Seitenwände auf, z. B. aus Gummibändern. Darüber hinaus ist es
noch möglich, dass die Kammer noch Zierlaschen oder Befestigungsknöpfe aufweist, die
mittels einer Klettverbindung das Griffmittel des Schutzschildes durchsetzen und somit
den gesamten Schutzschild in der Tasche halten.
[0031] Alternativ zu den flexiblen Seitenwänden ist es auch möglich, dass die Tasche dort,
wo der Schutzschild aufgenommen wird, seitlich eine verschließbare Öffnung aufweist,
sodass nach der Aufnahme des Schutzschilds in der Tasche und dem Verschließen der
Schutzschild fest in der Tasche liegt und zur Ablösung davon lediglich wiederum die
Öffnung an der Seite (typischerweise Druckknöpfe oder Reißverschluss, Klettverschluss
oder dergleichen) geöffnet werden muss, um den Schutzschild aus der Tasche zu entnehmen.
[0032] Das Material des Schutzschildes ist bevorzugt ein starres, verwindungsarmes Material,
z.B. ein Kunststoffmaterial wie faserverstärktes Polycarbonat, Polyamid, Kohlefaser
(CFK), Glasfaser (GFK) oder dergleichen, also ein Material, welches sich durch einfache
Einwirkung von Kräften von außen z.B. aufgrund eines Fausthiebes sich nicht oder quasi
kaum verbiegt bzw. verwindet und somit dem Schutzschild eine sehr starre Struktur
verleiht.
[0033] Der erfindungsgemäße Schutzschild ist nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt die Vorderseite eines erfindungsgemäßen Schutzschildes,
- Fig. 2
- zeigt die Rückseite eines erfindungsgemäßen Schutzschildes,
- Fig. 3
- zeigt den erfindungsgemäße Schutzschild von der Seite,
- Fig. 4
- zeigt die Rückseite einer Tasche, die den erfindungsgemäßen Schutzschild aufnimmt,
- Fig. 5
- zeigt die Tasche nach Fig. 4 aus einer perspektivischen Vorderansicht,
- Fig. 6
- zeigt die Vorderansicht einer Tasche,
- Fig. 7
- zeigt eine weitere Variante der Tasche,
- Fig. 8a und b
- zeigt eine weitere Variante der Tasche mit Hinteransicht und Reisverschluss,
- Fig. 9a und b
- zeigt eine Variante der Tasche mit Anbindung an die Kleidung des Besitzers.
- Figur 10
- ein von der Hand gehaltener Schutzschild
[0034] Fig.1 zeigt eine Vorderansicht (Vorderseite) der außenliegenden Seite eines erfindungsgemäßen
Schutzschildes 1, welcher im Wesentlichen eine quadratische Grundfläche aufweist.
Dabei sind die Ecken abgerundet. Vorzugsweise liegt das Kantenmaß im Bereich von 10
bis 30 cm, vorzugsweise bei ca. 20 cm. Der Schutzschild 1 ist gekrümmt (in Fig. 3
besser zu erkennen), in der Aufsicht ist auch ein mittlerer Bereich 2, der bevorzugt
abgeflacht sein kann.
[0035] Im Schutzschild 1 sind als Schrauben ausgebildete Befestigungselemente 3 zu erkennen,
mittels derer das Griffmittel auf der innenliegenden Seite des Schutzschilds 1 fixiert
wird. Alternativ ist auch ein Ankleben des Griffmittels an dem Schutzschild möglich
oder voneinander lösbar Magnetelemente, die einerseits fest am Schutzschild und andererseits
am Griffmittel befestigt sind.
[0036] Fig. 2 zeigt diese innenliegende Seite 4 des Schutzschildes 1 mit einem Griffmittel
5. Das Griffmittel selbst besteht weitgehend aus textilem Material mit einem Handrückenschutz
6 sowie zwei übereinander legbaren Laschen 7 und 8, die wenigstens auf einer Seite,
vorzugsweise auf den gegenüberliegenden Seiten die Komponenten -Flauschpart, Haftpart-
eines Klettverschlusses aufweisen, sodass ein Laschen, z. B. wenn sie übereinander
gelegt werden, jeweils individuell auf die Hand bzw. Faustgröße des Benutzers eingestellt
werden können.
[0037] Das Handrückenelement 6 weist dabei ein weiches Polster auf, um den Handrücken zu
schützen, wenn auf die Außenseite (Vorderseite) (Fig. 1) des Schutzschildes eine größere
Kraft einwirkt.
[0038] Das Griffmittel 5 insgesamt ist an dem Schutzschild 1 fixiert, sei es durch Verklebung,
oder wie in der Fig. 1 dargestellt, durch eine Verschraubung, wobei Schrauben 3 von
der Vorderseite des Schutzschildes durch das Material des Schildes zur Rückseite geführt
werden und dort mit einem Gegenstück verbunden, wobei dann ein Teil des Griffmittels
zwischen Schutzschild 1 und Gegenstück liegt. Das Gegenstück ist in den Figuren nicht
gezeigt, es ist bevorzugt eine Platte mit zwei Bohrungen, durch die die Schraubverbindung
geführt werden kann.
[0039] Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht des Schutzschildes 1. Es ist gut zu erkennen, dass
dieser Schutzschild eine leichte Krümmung aufweist, mit einem Krümmungsradius von
10 bis 100 cm, vorzugsweise ca. 20 bis 40 cm.
[0040] In Fig. 3 ist gut als Griffmittel 5 zu erkennen, mit dem Handrückenschutz 6, und
den beiden übereinanderliegenden Laschen 7 und 8 und zwischen Handrückenschutz 6 und
den Laschen 7 und 8 bildet sich dadurch eine Durchgriffsöffnung 9 aus, dessen Größe
durch die Einstellung der Laschen 7 und 8 zueinander für den Benutzer individuell
einstellbar ist, vorzugsweise so, dass der Benutzer damit einen sicheren Halt des
Schutzschildes einstellen kann, wobei dann der Handrücken fest am Handrückenschutz
6 liegt und die Handinnenseite wie auch die vier Finger (Zeigefinger, Mittelfinger,
Ringfinger, kleiner Finger) die Laschen 7 und 8 umgreifen und außen auf der oberen
Lasche 8 der Daumen aufliegen kann.
[0041] Fig. 10 zeigt wie der Schutzschild 1 typischer Weiser in einer Hand/Faust gehalten
wird.
[0042] Fig. 4 zeigt die Rückseite einer Tasche 10 wobei von dem Schutzschild 1 quasi nur
die innenliegende Lasche 8 und Handrückenschutz 6 erkennbar sind, an dem äußeren Rand
des Handrückenschutzes gibt es von außen einen kleinen Blick auf die innenliegende
Seite des Schutzschildes 1.
[0043] Die Tasche weist auf der Rückseite eine Öffnung 11 auf, die in der dargestellten
Form ein Rechteck bildet und der Schutzschild ist entweder durch diese Öffnung in
die Tasche einbringbar (oder herausnehmbar) oder von einer innenliegenden Öffnung
der Tasche (nicht dargestellt) einbringbar.
[0044] Zur Einbringung des Schutzschildes durch die Öffnung 11 weist die Tasche ein flexibles
Material, z. B. Gummibänder 12 auf, sodass die Öffnungsweite der Öffnung 11 Einbringung
des Schutzschildes aufweitbar ist, sodass der Schutzschild in die Öffnung 11 der Tasche
10 eingeführt werden kann.
[0045] Die Tasche kann innenseitig eine Zwischenlage aufweisen, die die Tasche längs durchsetzt,
sodass sich dadurch eine hintere Kammer 13 ausbildet, in der der Schutzschild liegt,
wobei die hintere Kammer 13 durch die Öffnung 11 zu gängig ist.
[0046] Die hintere Kammer 13 ist von ihren Außenabmaßen an die äußere Form also die Rechteckform
wie auch die Dicke der Schutzschild so angepasst, sodass der Schutzschild in der Kammer
liegt, und in dieser Kammer fixiert ist.
[0047] Als weitere Fixierungen des Schutzschildes kann eine Schnalle vorgesehen sein, die
-siehe Fig. 4- die Durchgriffsöffnung 9 durchsetzt, wobei die Schnalle sich von der
einen Seite der Öffnung bis zur anderen Seite erstreckt und dort mit entsprechenden
Mitteln fixiert ist, z. B. einem Klettverschluss.
[0048] Fig. 5 zeigt den perspektiven Aufsicht auf die Tasche den die außenliegenden Anschlusstücke
14 zur Aufnahme eines Gurtes z. B. eines Schultergurtes oder dergleichen.
[0049] Wie in Fig. 5 gut zu erkennen ist, ist der Schutzschild 1 selbst nicht zu erkennen.
Im oberen Bereich der Tasche weist diese eine Öffnung z. B. einen Reisverschluss 15
auf.
[0050] Fig. 6 zeigt die Tasche 10 von der Vorderseite, mit Reisverschluss 15 sowie einen
weiteren Reisverschluss 16.
[0051] Durch den Zugang in das Tascheninnere über den Reisverschluss 15 hat der Benutzer
die Möglichkeit in der Tasche - Utensilien unterzubringen, durch den Zugang über den
Reisverschluss 16, um weitere Utensilien unterzubringen.
[0052] Weiterhin sind die Anschlussstücke 14 für die Aufnahme des Gurtes 17 zu erkennen.
[0053] Der Gurt ist, je nach Bedarf, wie vom Benutzer gewünscht auf seine Länge einstellbar.
[0054] Fig. 7 zeigt die Vorderansicht einer alternativen Tasche wobei auf der Vorderansicht
eine weiche Komponente -Flauschpart- 18 einer Klettverschlussverbindung angebracht
ist, sodass Gegenstände 19, die eine raue Seite -Haftpart- der Klettverschlussverbindung
aufweisen, an der Tasche 10 außenseitig befestigt werden können.
[0055] Fig. 8a zeigt eine weitere Darstellung der hinteren Seite der Tasche mit dem Griffmittel
5, welches eine Komponente 20 eines Schnellverschlusses aufnimmt. Das Gegenstück dieser
Schnellverschlussverbindungskomponente 20 ist in Fig. 8b gezeigt. Die Schnellverschlussverbindung
ist als solche bekannt.
[0056] Fig. 9a und 9b zeigen weitere Vorderansicht der Tasche, wobei die Tasche außenseitig
eine Fixierlasche 21 aufweist, die einerseits an der Tasche 10 befestigt ist und andererseits
über ein Fixiermittel z. B. ein Druckknopf 22 mit der Kleidung 23 des Benutzers befestigt
werden kann. Diese Variante hat den Vorteil, dass dann, wenn die Tasche 10 am Körper
getragen wird, durch die Fixierung sich bei der Bewegung des Benutzers, wenn dieser
den Schutzschild aktuell nicht in der Hand tragen möchte, nicht hin und her baumelt
und somit störend wirkt.
[0057] Durch das Eingreifen des Benutzers in das Griffmittel 5 ist die Fixierung innerhalb
von Sekundenbruchteilen lösbar und somit der Schutzschild 1 einsatzbereit.
[0058] Es ist auch möglich, dass an dem Teil des Griffmittels 5, insbesondere dort, wo der
Daumen zur Anlage kommt, exakt dort oder in der Nähe des Daumens ein Fernbediengeber
angeordnet ist, z. B. an einer Lasche oder einem Teil der Tasche fixiert ist. Der
Fernbediengeber kann dann ohne Weiteres mittels des Daumens auch während des Einsatzes
bedient werden.
[0059] Der Fernbediengeber ist dabei Teil eines Systems einer Lampe, also eines Leuchtmittels,
und/oder eines Warnmittels, z. B. auch akustischer Art, und durch den Fernbediengeber
kann das Leuchtmittel und/oder Warnmittel aktiviert werden.
[0060] Das Leuchtmittel kann dabei bevorzugt an der Kleidung des Benutzers fixiert sein
und insbesondere bei Aktivierung von der Frontseite des Benutzers weg zu einem möglichen
Gegenüber gerichtet sein, um einerseits für den Benutzer den Raum vor ihm bestens
auszuleuchten und andererseits auch ein Gegenüber mit dem Leuchtmittel, insbesondere,
wenn dieses sehr stark leuchtet und über 1000 Lumen Leuchtstärke aufweist, zu blenden.
[0061] Ein akustisches Warnmittel kann hilfreich sein, damit der Benutzer auf diese Weise
Hilfe holen kann.
[0062] Der Fernbediengeber kann auch mit anderen Geräten wie z. B. einem Smartphone zusammenarbeiten
und dann eine automatische Message absetzen, wenn dies gewünscht ist.
[0063] Für die Berechnung des Hauptträgheitsmomentes des Schutzschildes wird der Vereinfachung
nach ein gerade angenommen mit weichen Kantenlängen und Hauptträgheitsmoment wird
gemäß der Formel I=1/6m (a
2) berechnet, wobei m die Masse ist und a die Seitenlänge.
[0064] Der Widerstandsmoment wird dann berechnet nach der Formal a
3/6.
[0065] Der Flächenträgheitsmoment (auch Trägheitsmoment bezeichnet) berechnet sich demgemäß
nach der Formel a
4/12.
1. Schutzschild (1) gegen Hieb- und Stichwaffen und andere Angriffsmittel, z. B. Pfefferspray,
wobei der Schutzschild als Faustschild ausgebildet ist und eine im Wesentlichen rechteckige
Form aufweist, vorzugsweise eine im Wesentlichen quadratische Form, wobei die Kantenlänge
im Bereich von 10 cm bis 30 cm, vorzugsweise im Bereich von etwa 20 cm liegt und der
Schutzschild außen- wie innenseitig im Querschnitt eine vorbestimmte Krümmung aufweist,
vorzugsweise mit einem vorbestimmten Radius, wobei im zentralen Bereich des Schildes
eine Abflachung ausgebildet sein kann, wobei auf der Innenseite ein einstellbares
Griffmittel (5) ausgebildet ist, mit einer Grifföffnung für den Durchgriff (9) einer
menschlichen Hand ohne Daumen, wobei die Grifföffnung auf die individuelle Handgröße
ihres Trägers einstellbar ist und vorzugsweise Klettverschlusselemente, Druckknöpfe
oder dergleichen aufweist, um die Einstellung der Grifföffnung zu fixieren, wobei
das Griffmittel fest mit dem Schutzschild verbunden ist, wobei der Schutzschild aus
einem Kunststoff-Material z. B. einem faserverstärktem Polycarbonat oder Polyamid
oder dergleichen mit vorzugsweise 2 mm bis 5 mm Materialstärke, vorzugsweise ca. 3.
mm Materialstärke, besteht und ein Flächenträgheitsmoment (a4/12) im Bereich von 50.000.000 mm4 bis 200.000.000 mm4, vorzugsweise im Bereich von ca. 125.000.000 mm4, aufweist und der Schild mit dem Griffmittel ein Gewicht im Bereich von ca. 150 g
bis 500 g, vorzugsweise ca. 200 g bis 300 g, aufweist.
2. Schutzschild nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzschild im Wesentlichen starr ist.
3. Schutzschild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzschild abgerundete Ecken aufweist.
4. Schutzschild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwerpunkt des Schutzschildes nicht in der Materialebene liegt, sondern im Innenbereich
des Schutzschildes ca. 10 mm bis 25 mm, vorzugsweise ca. 13 mm bis 15 mm, vor der
innen liegenden Oberfläche des Schutzschildes (1) liegt und, somit im Bereich des
Griffmittels (5) liegt, vorzugsweise im Inneren des Handrückens eines Benutzers, der
mit der Hand in das Griffmittel (5) eingreift, liegt.
5. Schutzschild nach einem der vorhergehenden Ansprüche, durch gekennzeichnet, dass das
Griffmittel (5) mit einer Komponente eines Schnell-Löse-Systems ausgestattet ist,
welche mit der anderen Komponente des Schnell-Löse-Systems zusammenwirkt, wobei die
andere Komponente an Kleidung des Benutzers fixierbar ist, z. B. am Gürtel oder Molleweste
an einer Schnalle oder am Oberkörpergurt oder dergleichen befestigbar ist.
6. Schutzschild nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Griffmittels (5) ein Fernbedienungsmittel angeordnet ist, welches
vorzugsweise mit dem Daumen des Benutzers des Schutzschildes bedienbar ist und wobei
mit mittels der Fernbedienung ein Leuchtmittel steuerbar ist, welches an dem Schutzschild
oder der Kleidung des Benutzers angeordnet ist.
7. Behältnis zur Aufnahme des Schutzschildes nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Behältnis nach Art einer Tasche ausgebildet ist mit einer nach außen im
Wesentlichen geschlossenen Seite, nach innen hingegen mit einer Öffnung, die so groß
ausgebildet ist, dass das Griffmittel (5) durch die Öffnung passt und im Zugriff ist
und im Wesentlichen innerhalb und/oder außerhalb der Tasche liegt, wobei die Tasche
aus einem Textil- oder Kunststoffmaterial, z. B. einem Nylonanteil gefertigt ist und
die Tasche den Schutzschild nach außen hin vollständig verdeckt, also unsichtbar lässt.
8. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tasche mit dem Schutzschild zusammen ein Gewicht von ca. 500 g bis 600 g, vorzugsweise
zwischen 520 g und 580 g aufweist.
9. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tasche wenigstens einen Stauraum aufweist zur Aufnahme von Utensilien wie z.
B. Handschuhen, kleineren Werkzeugen, und der Stauraum ein Volumen von ca. 1.500 cm3 bis 2.500 cm3 aufweist.
10. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tasche einen Aufnahmeraum für den Schutzschild mit der Öffnung und eine Materiallage
davon getrennt den Stauraum aufweist, wobei der Aufnahmeraum für den Schutzschild
Außenabmaße aufweist, die an die Außenabmaße des Schutzschildes angepasst sind und
somit den Schutzschild im Aufnahmeraum weitgehend fixieren.
11. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tasche als Erste-Hilfe-Tasche ausgebildet ist, das heißt, Utensilien für die
Erste Hilfe aufnimmt.