[0001] Die Erfindung betrifft ein Stromschienensystem. Insbesondere betrifft die Erfindung
ein Stromschienensystem mit einer als Sammelschiene ausgebildeten Stromschiene mit
einer Mehrzahl von elektrisch leitfähigen Schienen und einem zum Anschluss an die
Stromschiene eingerichteten elektrischen Bauelement.
[0002] Derartige Stromschienen sind insbesondere als Dreiphasenstromschienen bei der Realisierung
von Beleuchtungskonzepten von Innenräumen bekannt. Hierfür werden eine oder mehrere
an ein 230 V Stromnetz angeschlossene Stromschienen an der Decke eines Innenraums
befestigt, an der eine oder mehrere Leuchten befestigt werden und durch entsprechende
Positionierung entlang der Stromschienen für eine optimale Ausleuchtung des Innenraums
sorgen können.
[0003] Nachteilig an den bekannten Stromschienen ist zum einen die mangelnde Sicherheit
bei unsachgemäßem Umgang mit den bekannten Stromschienen sowie die relativ großen
Abmessungen, die zu einem relativ großen Aufmaß führen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein sicher handzuhabendes Stromschienensystem
mit möglichst geringen Abmessungen, insbesondere mit einer möglichst geringen Höhe
zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Stromschienensystem mit den Merkmalen
von Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
wieder.
[0006] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht unter anderem darin, das elektrische Bauelement
nicht unmittelbar in die Stromschiene zu befestigen, sondern durch Vermittlung eines
in der Stromschiene eingesetzten Schlittens mit der Stromschiene mittelbar zu verbinden.
Dabei ist insbesondere bei Ausgestaltung der Stromschiene als Dreiphasenstromschiene
sichergestellt, dass ein elektrischer Kontakt vom Schlitten zum Schutzleiter der Stromschiene
jederzeit besteht und die Kontaktierung der elektrischen Leiter des Schlittens zum
Außenleiter und zum Neutralleiter erst bei Ausbildung der Steckverbindung von Schlitten
und elektrischem Bauelement erfolgt.
[0007] Erfindungsgemäß wird also ein Stromschienensystem mit einer als Sammelschiene ausgebildeten
Stromschiene mit einer Mehrzahl von elektrisch leitfähigen Schienen, einem Schlitten
mit einer Mehrzahl von elektrischen Leitern, deren jeweils eines Ende zur Kontaktierung
jeweils einer der elektrisch leitfähigen Schienen der Stromschiene eingerichtet ist
und deren anderen Enden gemeinsam einen Steckverbinder ausbilden, einem zum Anschluss
an die Stromschiene eingerichtetes elektrisches Bauelement mit einem mit dem Steckverbinder
des Schlittens kooperierenden weiteren Steckverbinder vorgeschlagen, wobei die Stromschiene
unter Ausbildung eines Formschlusses mit dem Schlitten zu dessen verschieblichen Lagerung
entlang der Längsachse der Sammelschiene eingerichtet ist, einer der elektrischen
Leiter des Schlittens bei dessen Lagerung in der Stromschiene eine der leitfähigen
Schienen kontaktiert, ohne dass der Steckverbinder des Schlittens mit dem weiteren
Steckverbinder des elektrischen Bauelements eine Steckverbindung ausbildet und der
wenigstens eine weitere elektrische Leiter des Schlittens bei dessen Lagerung in der
Stromschiene und Ausbildung einer Steckverbindung des Steckverbinders des Schlittens
mit dem weiteren Steckverbinder des elektrischen Bauelements eine weitere der leitfähigen
Schienen kontaktiert.
[0008] Die Stromschiene ist bevorzugt als Dreiphasenstromschiene für den Anschluss an ein
230 V Hausnetz ausgebildet, wobei der Schlitten in der Stromschiene spannungsfrei
verschoben werden kann und erst durch das Einsetzen des elektrischen Bauelements in
seiner Position fixiert wird, wobei zugleich die Kontaktierung zu allen vom elektrischen
Bauelement benötigten elektrischen Schienen der Stromschiene hergestellt wird.
[0009] Insbesondere ist in der Dreiphasenstromschiene vorgesehen, dass der Schutzleiter
dem Steckverbinder des Schlittens und damit dem elektrischen Bauelement gegenüberliegend
angeordnet ist, wobei sich der Außenleiter und der Neutralleiter seitlich in der bevorzugt
als C-Profil ausgebildeten Stromschiene befinden. Dabei ist der Schlitten derart vom
C-Profil der Stromschiene aufgenommen, dass der Schlitten nur noch entlang der Längsachse
der Stromschiene verschiebbar ist. Alternativ kann die Stromschiene auch als U-Profil
ausgebildet sein.
[0010] Der Schlitten ist ohne Verbindung mit dem elektrischen Bauelement frei in der Stromschiene
verschiebbar und nur mit dem Erdungspol verbunden. Die Leitungspole (Neutralleiter
und Außenleiter) sind in diesem Zustand im Schlitten spannungsfrei. Durch das Einsetzen
und besonders bevorzugt Verriegeln des elektrischen Bauelements im Schlitten, speziell
durch Ausführen einer relativen Drehbewegung zwischen dem elektrischen Bauelement
und dem Schlitten, wird der Schlitten besonders bevorzugt in der Stromschiene fixiert
und gegen ein Verschieben gesichert sowie die Verbindung zu den Leitungspolen hergestellt
und damit das elektrische Bauelement mit 230 V aus der Stromschiene versorgt.
[0011] Schließlich ist das Stromschienensystem speziell zur Ausbildung von Stromnetzen innerhalb
von Gebäuden eingerichtet, wobei das elektrische Bauelement bevorzugt eine Schutzkontaktsteckdose
ist. Das elektrische Bauelement, insbesondere die Steckdose oder eine USB-Buchse,
kann an jeder Stelle in der Stromschiene in den frei verschiebbaren spannungsfreien
Schlitten eingesetzt werden, wobei das elektrische Bauelement speziell durch Drehung
den Schlitten fixiert, wobei das elektrische Bauelement zugleich gegen Herausziehen
gesichert ist und der Zugang zu den Polen freigelegt wird. Erst danach ist das Einstecken
eines Steckers in die Steckdose (oder in die USB-Buchse) möglich. Bei der Installation
von Steckdosen innerhalb von Gebäuden kann bevorzugt auf das erfindungsgemäße Stromschienensystem
zurückgegriffen werden und die zu installierenden Steckdosen (oder USB-Buchsen) einfach
positioniert und sicher installiert werden. Insbesondere kann die Stromschiene ein
integraler Bestandteil einer Fußleiste sein.
[0012] Bevorzugt ist die Stromschiene also für den Anschluss an ein Niederspannungsnetz
eingerichtet ist, wobei die Stromschiene eine als Außenleiter, eine als Schutzleiter
und eine als Neutralleiter eingerichtete Schiene aufweist. Die Stromschiene ist -
wie vorgenannt - weiter bevorzugt als C-Profil ausgebildet und zur Aufnahme des Schlittens
innerhalb des C-Profils eingerichtet. Alternativ kann die Stromschiene auch als U-Profil
ausgebildet sein.
[0013] Besonders bevorzugt kontaktiert der eine der elektrischen Leiter des Schlittens bei
dessen Lagerung in der Stromschiene die als Schutzleiter eingerichtete Schiene, ohne
dass der Steckverbinder des Schlittens mit dem weiteren Steckverbinder des elektrischen
Bauelements eine Steckverbindung ausbildet. Dabei sind die zur Kontaktierung des Außenleiters
und des Neutralleiters eingerichteten Enden der elektrischen Leiter des Schlittens
höchst bevorzugt gegen die Kraft einer Feder gelagert, wobei die zur Kontaktierung
des Außenleiters und des Neutralleiters eingerichteten Enden der elektrischen Leiter
des Schlittens bei Ausbildung der Steckverbindung in Richtung des Außenleiters und
des Neutralleiters einen elektrischen Kontakt mit diesen ausbildend verdrängt werden.
[0014] Ebenfalls ist bevorzugt vorgesehen, dass die Ausbildung der Steckverbindung des Steckverbinders
des Schlittens mit dem weiteren Steckverbinder des elektrischen Bauelements eine relative
Drehbewegung von Schlitten und elektrischem Bauelement zueinander erfordert, wobei
die durch den Steckverbinder des Schlittens und den weiteren Steckverbinder des elektrischen
Bauelements gebildete Steckverbindung besonders bevorzugt als Bajonettverschluss ausgebildet
ist.
[0015] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in den beigefügten Zeichnungen dargestellten,
besonders bevorzugt ausgestalteten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines besonders bevorzugten Ausführungsbeispiels der
Erfindung;
- Fig. 2
- eine Frontalansicht des in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiels (A) und eine
geschnittene Ansicht durch das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel (B); und
- Fig. 3
- jeweils eine perspektivische Ansicht der das Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß
ausgebildeten Stromschienensystems bildenden Komponenten, nämlich eine besonders bevorzugt
ausgestaltete Stromschiene (A), ein besonders bevorzugt ausgestalteter Schlitten (B)
und einen als Steckdose ausgebildeten Adapter (C).
[0016] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines besonders bevorzugten Ausführungsbeispiels
der Erfindung. Insbesondere zeigt Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines besonders
bevorzugt ausgebildeten Stromschienensystems 100, das eine als Sammelschiene ausgebildete
Stromschiene 10, einen Schlitten 20 und ein zum mittelbaren Anschluss an die Stromschiene
10 eingerichtetes elektrisches Bauelement 30 aufweist, wobei das elektrische Bauelement
30 im gezeigten Beispiel als Schutzkontaktsteckdose ausgebildet ist.
[0017] In Fig. 2, die eine Frontalansicht des in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiels
(A) und eine geschnittene Ansicht durch das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel
(B) zeigt, ist ersichtlich, dass die als Sammelschiene ausgebildete Stromschiene 10
eine Mehrzahl von elektrisch leitfähigen Schienen 12, 14, 16 aufweist. Dabei ist der
Schlitten 20 mit einer Mehrzahl von elektrischen Leitern ausgestattet, deren jeweils
eines Ende zur Kontaktierung jeweils einer der elektrisch leitfähigen Schienen 12,
14, 16 der Stromschiene 10 eingerichtet ist. Schließlich ist in Fig. 2 zu erkennen,
dass der Schlitten 20 und das elektrische Bauelement 30 eine Steckverbindung ausbilden,
die durch Vermittlung des Schlittens 20 einen Anschluss des elektrischen Bauelements
30 an die Stromschiene 10 ermöglicht.
[0018] Hierfür weisen - wie Fig. 3 anhand der einzelnen Komponenten Stromschiene 10, Schlitten
20 und elektrisches Bauelement 30 zeigt - der Schlitten 20 einen von den Enden der
elektrischen Leitern gemeinsam gebildeten Steckverbinder 22 und das elektrische Bauelement
30 einen mit dem Steckverbinder 22 kooperierenden weiteren Steckverbinder 32 auf.
Es ist gut zu erkennen, dass der Schlitten 20 seitlich in die Stromschiene 10 unter
Ausbildung eines Formschlusses eingesetzt werden kann, sodass der Schlitten 20 entlang
der Längsachse der Sammelschiene 10 verschieblich ist. Dabei kontaktiert einer der
elektrischen Leiter des Schlittens 20 bei dessen Lagerung in der Stromschiene 10 eine
der leitfähigen Schienen 14, ohne dass der Steckverbinder 22 des Schlittens 20 mit
dem weiteren Steckverbinder 32 des elektrischen Bauelements 30 eine Steckverbindung
ausbildet. Wird jedoch die Steckverbindung zwischen Schlitten 20 und elektrischem
Bauelement 30 hergestellt, werden die weiteren elektrischen Leiter des Schlittens
20 mit den weiteren leitfähigen Schienen 12, 16 in Kontakt gebracht, sodass das elektrische
Bauelement 30 voll funktionsfähig wird.
1. Stromschienensystem (100) mit
- einer als Sammelschiene ausgebildeten Stromschiene (10) mit einer Mehrzahl von elektrisch
leitfähigen Schienen (12, 14, 16),
- einem Schlitten (20) mit einer Mehrzahl von elektrischen Leitern, deren jeweils
eines Ende zur Kontaktierung jeweils einer der elektrisch leitfähigen Schienen (12,
14, 16) der Stromschiene (10) eingerichtet ist und deren anderen Enden gemeinsam einen
Steckverbinder (22) ausbilden, und
- einem zum Anschluss an die Stromschiene (10) eingerichtetes elektrisches Bauelement
(30) mit einem mit dem Steckverbinder (22) des Schlittens (20) kooperierenden weiteren
Steckverbinder (32),
wobei
- die Stromschiene (10) unter Ausbildung eines Formschlusses mit dem Schlitten (20)
zu dessen verschieblichen Lagerung entlang der Längsachse der Sammelschiene (10) eingerichtet
ist,
- einer der elektrischen Leiter des Schlittens (20) bei dessen Lagerung in der Stromschiene
eine der leitfähigen Schienen (12, 14, 16) kontaktiert, ohne dass der Steckverbinder
(22) des Schlittens (20) mit dem weiteren Steckverbinder (32) des elektrischen Bauelements
(30) eine Steckverbindung ausbildet und
- der wenigstens eine weitere elektrische Leiter des Schlittens (20) bei dessen Lagerung
in der Stromschiene und Ausbildung einer Steckverbindung des Steckverbinders (22)
des Schlittens (20) mit dem weiteren Steckverbinder (32) des elektrischen Bauelements
(30) eine weitere der leitfähigen Schienen (12, 14, 16) kontaktiert.
2. Stromschienensystem (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromschiene (10) für den Anschluss an ein Niederspannungsnetz eingerichtet ist,
wobei die Stromschiene (10) eine als Außenleiter (12), eine als Schutzleiter (14)
und eine als Neutralleiter (16) eingerichtete Schiene aufweist.
3. Stromschienensystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromschiene (10) als C-Profil ausgebildet und zur Aufnahme des Schlittens (20)
innerhalb des C-Profils eingerichtet ist.
4. Stromschienensystem (100) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der eine der elektrischen Leiter des Schlittens (20) bei dessen Lagerung in der Stromschiene
die als Schutzleiter eingerichtete Schiene (14) kontaktiert, ohne dass der Steckverbinder
(22) des Schlittens (20) mit dem weiteren Steckverbinder (32) des elektrischen Bauelements
(30) eine Steckverbindung ausbildet.
5. Stromschienensystem (100) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Kontaktierung des Außenleiters (12) und des Neutralleiters (16) eingerichteten
Enden der elektrischen Leiter des Schlittens (20) gegen die Kraft einer Feder gelagert
sind, wobei die zur Kontaktierung des Außenleiters (12) und des Neutralleiters (16)
eingerichteten Enden der elektrischen Leiter des Schlittens (20) bei Ausbildung der
Steckverbindung in Richtung des Außenleiters (12) und des Neutralleiters (16) einen
elektrischen Kontakt mit diesen ausbildend verdrängt werden.
6. Stromschienensystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbildung der Steckverbindung des Steckverbinders (22) des Schlittens (20) mit
dem weiteren Steckverbinder (32) des elektrischen Bauelements (30) eine relative Drehbewegung
von Schlitten (20) und elektrischem Bauelement (30) zueinander beinhaltet.
7. Stromschienensystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die durch den Steckverbinder (22) des Schlittens (20) und den weiteren Steckverbinder
(32) des elektrischen Bauelements (30) gebildete Steckverbindung als Bajonettverschluss
ausgebildet ist.
8. Stromschienensystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Bauelement (30) eine Schutzkontaktsteckdose ist.