[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spanneinheit für ein Endloswerkzeug eines
Arbeitsgeräts mit wenigstens zwei Spannelementen, mit deren Hilfe und/oder mit denen
das Endloswerkzeug gespannt werden kann, und mit wenigstens einer ersten Stelleinrichtung
zum Verstellen wenigstens eines der Spannelemente, wodurch das Endloswerkzeug mit
einer Grundspannung vorgespannt werden kann. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein
Arbeitsgerät sowie ein Verfahren zum Spannen eines Endloswerkzeugs.
[0002] Bei Arbeitsgeräten mit Endloswerkzeugen wie beispielsweise Kettensägen, Hochentastern
oder Bandsägen ist es bekannt, dass das Endloswerkzeug mit Hilfe von einer Spanneinheit
gespannt wird. Die Spanneinheit kann beispielsweise händisch oder automatisch über
Stellantriebe betrieben werden.
[0003] So ist beispielsweise aus der
EP 2 445 687 B1 eine Kettensäge bekannt, die mit einem Sensorelement ausgestattet ist, dass Änderungen
der Kettenspannung erfasst. Zudem verfügt die Kettensäge über eine Nachstelleinheit,
die unabhängig von der Last auf der Kette kontinuierlich arbeitet und basierend auf
den erkannten Spannungsänderungen eine Relativbewegung des Schwertes erzeugt. Ein
derartiges automatisiertes Spannungsnachstellsystem ist jedoch mit Nachteilen behaftet.
So ist die Vorrichtung aufgrund des Einsatzes sensorischer und aktorischer Komponenten
kostenintensiv in der Herstellung und erfordert einen erhöhten technischen Aufwand.
Dies ist zumindest auch teilweise auf die kontinuierliche Funktionsweise zurückzuführen.
Zudem ist das System störanfällig, insbesondere infolge einer kontinuierlichen Nachstellung
auf Basis möglicherweise fehlerhaft erfasster Spannungsänderungen. Letztere können
unter anderem durch beim Sägevorgang auf die Kette einwirkende Kräfte verursacht werden,
die zu einer temporären, nicht spannungsrelevanten Veränderung des Sensorsignals führen.
Wird eine derartige Störung vom System fälschlich als Spannungsänderung interpretiert,
kann es zu einer ungerechtfertigten Nachstellung kommen, wodurch eine übermäßige Kettenspannung
erzeugt und infolgedessen eine Beschädigung von Antriebselementen und/oder der Sägekette
hervorgerufen werden kann.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die aus dem Stand der Technik bekannten
Nachteile zu beseitigen.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Spanneinheit, ein Arbeitsgerät sowie ein Verfahren
zum Spannen eines Endloswerkzeugs mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
Vorteilhafte oder bevorzugte Ausführungen oder Weiterbildungen der Erfindung sind
durch die Merkmale der abhängigen Ansprüche gekennzeichnet.
[0006] Vorgeschlagen wird eine Spanneinheit für ein Endloswerkzeug eines Arbeitsgeräts.
Das Arbeitsgerät ist vorzugsweise ein Gartengerät und/oder eine Werkzeugmaschine,
beispielsweise eine Kettensäge, ein Hochentaster und/oder eine Bandsäge. Zusätzlich
oder alternativ ist das Arbeitsgerät als ein Bandschleifer ausgebildet. Das Endloswerkzeug
ist vorzugsweise eine Sägekette, ein Sägeband und/oder ein Bandsägeblatt.
[0007] Die Spanneinheit umfasst vorzugsweise wenigstens zwei Spannelemente, mit deren Hilfe
und/oder mit denen das Endloswerkzeug gespannt werden kann. Zusätzlich oder alternativ
umfasst die Spanneinheit wenigstens eine erste Stelleinrichtung. Die wenigstens eine
erste Stelleinrichtung ist vorzugsweise zum Verstellen wenigstens eines der Spannelemente
ausgebildet. So kann das Endloswerkzeug beispielsweise mit einer Grundspannung vorgespannt
werden.
[0008] Die erste Stelleinrichtung ermöglicht somit vorzugsweise eine grundlegende manuelle
Voreinstellung der Spannung. Die Voreinstellung einer Grundspannung kann das Durchhängen
des Endloswerkzeugs im Stillstand verhindern. Zusätzlich oder alternativ kann durch
diese Grundspannung verhindert werden, dass sich das Endloswerkzeug aus seiner Führung,
welche beispielsweise die wenigstens zwei Spannelemente bereitstellen, löst. Zudem
kann die Grundspannung eine definierte Ausgangslage für die spätere automatische Feinjustierung
bereitstellen. Die Möglichkeit einer, insbesondere manuellen, Einstellung einer Grundspannung,
kann jedoch erfahrenen Anwendern bereits ermöglichen, die Betriebsspannung einzustellen.
[0009] Zusätzlich oder alternativ umfasst die Spanneinheit wenigstens eine zweite Stelleinrichtung.
Die zweite Stelleinrichtung dient vorzugsweise dem Nachspannen vor dem Betrieb und/oder
dem, insbesondere automatischen, Einstellen der Betriebsspannung. Die wenigstens eine
zweite Stelleinrichtung ist vorzugsweise zum Verstellen wenigstens eines der Spannelemente
ausgebildet. So kann die Grundspannung des Endloswerkzeugs zu einer Betriebsspannung
verändert werden. Vorzugsweise erfolgt das Nachspannen vor dem Betrieb des Arbeitsgeräts.
Dies stellt sicher, dass das Endloswerkzeug in einem definierten Spannungszustand
eingesetzt wird. Die Kombination der ersten und zweiten Stelleinrichtung in einer
Spanneinheit erlaubt eine nutzerspezifische Anpassung. Der Anwender kann entscheiden,
ob die Einstellung manuell und/oder automatisch erfolgen soll.
[0010] Vorteilhaft ist es, wenn die wenigstens zwei Spannelemente entlang einer Spannrichtung
voneinander beabstandet sind. Dies ermöglicht eine gezielte und/oder gleichmäßige
Krafteinleitung entlang der Spannrichtung.
[0011] Vorteile bringt es mit sich, wenn die erste Stelleinrichtung mit wenigstens einem
ersten Spannelement der wenigstens zwei Spannelemente in Wirkverbindung steht. Zusätzlich
oder alternativ ist es vorteilhaft, wenn die zweite Stelleinrichtung mit wenigstens
einem zweiten Spannelement der wenigstens zwei Spannelemente in Wirkverbindung steht:
So kann das erste Spannelement durch die erste Stelleinrichtung und/oder das zweite
Spannelement durch die zweite Stelleinrichtung, insbesondere zumindest teilweise entlang
der Spannrichtung, verstellt werden. Die getrennte Ansteuerung ermöglicht eine situationsabhängige
Spannungsregelung. Dies stellt eine einfache Kombination aus manueller Grobeinstellung
und automatischer Feineinstellung dar, die eine flexible Anpassung an unterschiedliche
Nutzerpräferenzen erlaubt. Zusätzlich oder alternativ kann durch die getrennte Ansteuerung
die Ausfallsicherheit der Spanneinheit erhöht und/oder die Komplexität reduziert werden,
da sich die Stellbewegungen der Stelleinrichtungen nicht an einem der Spannelemente
überlagern können.
[0012] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn das erste Spannelement als Sägeschwert und/oder Umlenkelement
und/oder Umlenkrolle ausgebildet ist. Das Sägeschwert wird meist bei Kettensägen und/oder
Hochentastern verwendet. Dieses hat einerseits die Aufgabe, die Sägekette zu führen
und andererseits zu spannen. Das Umlenkelement und/oder die Umlenkrolle wird meist
bei Bandsägen verwendet. Dieses hat meist die Aufgabe, das Sägeband umzulenken und/oder
zu führen und/oder zu spannen.
[0013] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn das zweite Spannelement als Kettenrad und/oder
Antriebsrad ausgebildet ist. Mit Hilfe des Kettenrads und/oder des Antriebsrads wird
das Endloswerkzeug zumeist angetrieben.
[0014] Auch ist es vorteilhaft, wenn die erste Stelleinrichtung als Grobsteller und/oder
die zweite Stelleinrichtung als Feinsteller ausgebildet ist. Die Trennung in Grob-
und Feinsteller ermöglicht eine abgestufte Spannungsanpassung. Erfahrene Nutzer können
gezielt über die Grobeinstellung eingreifen, während insbesondere unerfahrene Nutzer
auf die Feineinstellung vertrauen können.
[0015] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die erste Stelleinrichtung als manuelle und/oder
händische Stelleinrichtung ausgebildet ist. Die erste Stelleinrichtung kann beispielsweise
als Kettenschnellspanner, seitlicher Kettenspanner und/oder frontaler Kettenspanner
ausgebildet sein. Die manuelle Ausgestaltung erlaubt eine besonders einfache und/oder
robuste Verstellmöglichkeit, vorzugsweise ohne zusätzlichen Energiebedarf. Dadurch
bleibt das System auch bei Ausfall der Elektronik funktionsfähig.
[0016] Auch ist es von Vorteil, wenn die erste Stelleinrichtung wenigstens ein Stellelement,
insbesondere eine Stellschraube, einen Stellmechanismus und/oder eine Stellmutter,
und/oder wenigstens einen Einwirkabschnitt umfasst. Als Stellelement ist vorzugsweise
ein Element, das zum Verstellen von einem Anwender verstellt werden kann, zu verstehen.
Als Einwirkabschnitt ist vorzugsweise ein Abschnitt zu verstehen, der auf wenigstens
eines der Spannelemente beim Verstellen einwirkt. Diese Komponenten ermöglichen somit
eine präzise, einfache und/oder wiederholbare Justierung.
[0017] Vorteilhaft ist es zudem, wenn die zweite Stelleinrichtung als automatische und/oder
aktive Stelleinrichtung ausgebildet ist. Die automatische Stelleinrichtung ermöglicht
eine exakte Einstellung, insbesondere ohne manuelle Eingriffe. Dies erleichtert die
Handhabung, insbesondere für unerfahrene Nutzer.
[0018] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die zweite Stelleinrichtung wenigstens einen
Stellantrieb, insbesondere einen Linearstellantrieb, umfasst. So ist eine möglichst
exakte und/oder automatische Einstellung der Spannung möglich. Ein Linearstellantrieb
ermöglicht zusätzlich oder alternativ eine lineare, gerichtete Bewegung, insbesondere
entlang der Spannrichtung. Dies erhöht die Regelgenauigkeit und/oder reduziert den
Verschleiß mechanischer Komponenten.
[0019] Auch ist es von Vorteil, wenn die Spanneinheit wenigstens ein Gelenk, insbesondere
wenigstens eine Linearführung und/oder ein Drehgelenk, zum Führen wenigstens eines
der zwei Spannelemente, vorzugsweise des ersten Spannelements und/oder des zweiten
Spannelements zumindest teilweise entlang der Spannrichtung, umfasst. Diese Führungsmechanismen
gewährleisten eine präzise Bewegung ohne Verkanten.
[0020] Vorteilhaft ist es, wenn das wenigstens eine Gelenk, insbesondere die wenigstens
eine Linearführung und/oder das wenigstens eine Drehgelenk, und/oder der wenigstens
eine Stellantrieb, insbesondere der Linearstellantrieb, selbsthemmend ausgebildet
ist. Dadurch ist es möglich, dass die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät bei stromlos
gestelltem Stellantrieb mit ausreichender Sicherheit betreibbar ist. Zusätzlich oder
alternativ kann dadurch bei Gerätefehlern und/oder bei fehlerhafter Bedienung die
grundsätzliche Betriebssicherheit des Arbeitsgeräts gewährleistet werden.
[0021] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät
wenigstens eine Sensoreinrichtung zum Erfassen wenigstens einer Stellgröße, eines
Signals und/oder einer Ist-Spannung und/oder eine Steuerung zum Weiterverarbeiten
der wenigstens einen Stellgröße, des Signals und/oder der Ist-Spannung umfasst. Durch
die wenigstens eine Sensoreinrichtung kann eine automatische Anpassung an sich ändernde
Bedingungen erfolgen. Zusätzlich oder alternativ kann der Anwender bei nicht passender
Spannung gewarnt werden.
[0022] Zusätzlich oder alternativ kann die wenigstens eine Sensoreinrichtung ausgebildet
sein, die Grundspannung des Endloswerkzeugs und/oder die Betriebsspannung des Endloswerkzeugs
und/oder die Stellung wenigstens eines der Spannelemente und/oder die Position wenigstens
eines der Spannelemente zu erfassen. Dies erlaubt eine präzise Überwachung der Werkzeugsituation.
Dadurch kann das System und/oder der Anwender flexibel auf Spannungsverluste und/oder
mechanische Veränderungen reagieren.
[0023] Zusätzlich oder alternativ kann die Steuerung und/oder die Sensoreinrichtung Bestandteil
des Arbeitsgeräts und/oder der Spanneinheit zugeordnet sein. Je nach Einsatzfall kann
so eine dezentrale und/oder zentrale Steuerung realisiert werden.
[0024] Vorteilhaft ist es, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät wenigstens eine
Betätigungseinrichtung umfasst, mit der und/oder mit deren Hilfe ein Kalibriermodus
der Spanneinheit und/oder des Arbeitsgeräts gestartet werden kann. Die Betätigungseinrichtung
ermöglicht eine gezielte Aktivierung eines Kalibriervorgangs. Dadurch wird die Anpassung
der Spannungsverhältnisse an spezifische Einsatzbedingungen erleichtert. Der Kalibriermodus
umfasst vorzugsweise einen Erfassungsmodus, bei dem die Ist-Spannung des Endloswerkzeugs
erfasst werden kann. Durch die Erfassung der Ist-Spannung kann ein Abgleich mit einer
Soll-Spannung erfolgen. Dies ermöglicht unter anderem eine reproduzierbare Einstellung
des Spannungsniveaus. Zusätzlich oder alternativ umfasst der Kalibriermodus einen
Spannmodus, bei dem das Endloswerkzeug, insbesondere mittels und/oder mit Hilfe der
zweiten Stelleinrichtung, gespannt werden kann. Die Integration eines Spannmodus innerhalb
des Kalibriervorgangs erlaubt eine automatische Justierung, insbesondere ohne zusätzlichen
Benutzereingriff. Damit wird eine besonders einfache Verstellmöglichkeit bzw. Nachspannmöglichkeit
des Endloswerkzeugs realisiert.
[0025] Ebenso bringt es Vorteile mit sich, wenn im Kalibriermodus die Spannung des Endloswerkzeugs
kalibriert und/oder eingestellt werden kann. Vorzugsweise wird während des Kalibriermodus
die Grundspannung zur Betriebsspannung verändert. Durch diesen Übergang wird ein definierter
Spannungszustand erzeugt, der als Ausgangsbasis für den Betrieb dient. Vorzugsweise
ist die Betätigungseinrichtung als mechanische Betätigungseinrichtung, beispielsweise
wenigstens ein Betätigungsknopf, und/oder virtuelle Betätigungseinrichtung, beispielsweise
eine Betätigungssteuerung, ausgebildet.
[0026] Auch ist es vorteilhaft, wenn die Sensoreinrichtung, die Steuerung, die Betätigungseinrichtung
und/oder ein Antriebsmotor des Arbeitsgeräts in Wirkverbindung stehen, so dass die
Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät gemäß einem Verfahren der nachfolgenden Ansprüche
betrieben, insbesondere das Endloswerkzeug gespannt, werden kann. Der Antriebsmotor
ist vorzugsweise als Brushless-Motor ausgebildet und/oder dem Antriebsmotor ist vorzugsweise
eine Leiterplatte und/oder PCB zugeordnet. Durch die Kopplung der genannten Komponenten
kann ein automatisierter Ablauf des Spannvorgangs realisiert werden. Die Zuordnung
einer Leiterplatte und/oder PCB erlaubt die direkte Ansteuerung und/oder Überwachung
und/oder Versorgung des Antriebsmotors.
[0027] Vorteile bringt es mit sich, wenn die Sensoreinrichtung wenigstens einen Sensor,
insbesondere einen Stromsensor, eine Druckdose, ein Potentiometer, einen Dehnungsmessstreifen,
einen Kraftmessbolzen und/oder einen Drehmomentsensor, umfasst. Der Stromsensor kann
beispielsweise als EVA-Stromsensor ausgebildet sein. Ein EVA-Stromsensor zeichnet
sich durch eine kompakte Bauform und hohe Genauigkeit aus. Vorzugsweise ist der EVA-Stromsensor
auf der Leiterplatte und/oder PCB des Antriebsmotors angeordnet und/oder steht mit
dieser in Datenverbindung. Dies ermöglicht eine direkte Rückmeldung des Stromverbrauchs
an die Steuerung. Die Integration auf der Leiterplatte und/oder PCB reduziert den
Verdrahtungsaufwand und erhöht die Systemintegration. Zudem kann der Sensor, insbesondere
funktional, in eine Steuerung, insbesondere EVA-Steuerung und/oder EVA-Signalverarbeitung,
integriert sein. So ist es möglich, dass der Sensor nicht nur der Strommessung dient,
sondern zusätzlich oder alternativ auch in die Signalverarbeitungskette eingebunden
ist. Dadurch lassen sich Auswertealgorithmen direkt in der Steuerung umsetzen, was
eine schnellere Reaktion und/oder eine effizientere Systemsteuerung erlaubt.
[0028] Zusätzlich oder alternativ bringt es Vorteile mit sich, wenn die Steuerung als EVA-Steuerung
ausgebildet ist. Eine EVA-Steuerung ist darauf ausgelegt, Sensordaten aufzunehmen,
zu verarbeiten und/oder auf deren Basis Steuersignale zu erzeugen. Durch die Kopplung
mit dem wenigstens einen Sensor, insbesondere bei auf der Leiterplatte und/oder PCB
integrierten Sensoren, kann die EVA-Steuerung hochpräzise und/oder zeitkritische Regelaufgaben
übernehmen.
[0029] Vorteilhaft ist es zudem, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät wenigstens
eine Anzeigeeinheit umfasst, mit deren Hilfe der Modus und/oder die Stellung der Spanneinheit
angezeigt werden kann. Die Anzeigeeinheit ermöglicht dem Anwender eine unmittelbare
Rückmeldung über den aktuellen Betriebszustand der Spanneinheit. Dies erleichtert
die Bedienung und/oder erhöht die Transparenz im laufenden Betrieb sowie bei Wartungs-
und/oder Kalibriervorgängen. Als Modus ist beispielsweise der Betriebsmodus, Kalibriermodus,
Spannmodus, Erfassungsmodus und/oder Wartungsmodus zu verstehen. Durch die Unterscheidung
mehrerer Modi kann die Spanneinheit gezielt in unterschiedlichen Systemzuständen betrieben
werden. Dies erhöht die Funktionssicherheit und/oder unterstützt den Anwender bei
der Durchführung definierter Abläufe.
[0030] Die Anzeigeeinheit kann beispielsweise als optische und/oder akustische Anzeigeeinheit
ausgebildet sein. Die optische Anzeigeeinheit ermöglicht eine schnelle visuelle Erkennung
des aktuellen Zustands. Die akustische Anzeigeeinheit bietet zusätzlich Vorteile in
lärmintensiven Umgebungen oder bei eingeschränkter Sicht.
[0031] Auch ist es vorteilhaft, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät wenigstens
eine Eingabeeinrichtung und/oder eine Datenschnittstelle zum Eingeben und/oder Einstellen
und/oder Umstellen der Grundspannung und/oder der Betriebsspannung umfasst. Die Eingabeeinrichtung
erlaubt eine gezielte Anpassung der Spannwerte an individuelle Anforderungen oder
Werkzeugeigenschaften. Eine Datenschnittstelle ermöglicht die externe Parametrierung,
beispielsweise über ein mobiles Endgerät und/oder eine zentrale Steuerung.
[0032] Vorgeschlagen wird ferner ein Arbeitsgerät. Das Arbeitsgerät ist insbesondere ein
Gartengerät und/oder eine Werkzeugmaschine. Beispielsweise ist das Arbeitsgerät eine
Kettensäge, ein Hochentaster und/oder eine Bandsäge. Zusätzlich oder alternativ wird
ein Bandschleifer als Arbeitsgerät vorgeschlagen.
[0033] Vorzugsweise umfasst das Arbeitsgerät wenigstens eine Spanneinheit gemäß der vorangegangenen
Beschreibung, wobei die genannten Merkmale einzeln oder in beliebiger Kombination
vorhanden sein können.
[0034] Des Weiteren wird ein Verfahren zum Spannen eines Endloswerkzeugs eines Arbeitsgeräts
vorgeschlagen. Vorzugsweise wird bei dem Verfahren, insbesondere mittels einer ersten
Stelleinrichtung, einer Spanneinheit des Arbeitsgeräts, das Endloswerkzeug mit einer
Grundspannung vorgespannt. Die manuelle oder mechanische Voreinstellung durch die
erste Stelleinrichtung ermöglicht eine einfache Grundanpassung. Dies kann es insbesondere
erfahrenen Anwendern erlauben, das Arbeitsgerät schnell einsatzbereit zu machen. Zusätzlich
oder alternativ wird bei dem Verfahren gleichzeitig und/oder anschließend die Grundspannung
des Endloswerkzeugs, insbesondere mittels einer zweiten Stelleinrichtung der Spanneinheit,
zu einer Betriebsspannung verändert. Die Verwendung der zweiten Stelleinrichtung ermöglicht
eine gezielte Feineinstellung, insbesondere durch automatisierte Komponenten. Der
Anwender kann entscheiden, ob er ausschließlich die manuelle Einstellung nutzt oder
zusätzlich oder alternativ die automatische Spannungsanpassung aktiviert.
[0035] Vorteilhaft ist es, wenn die Spanneinheit gemäß der vorangegangenen Beschreibung
eingestellt wird, wobei die genannten Merkmale einzeln oder in beliebiger Kombination
vorhanden sein können.
[0036] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn in einem Wartungsmodus des Arbeitsgeräts und/oder
der Spanneinheit die Grundspannung manuell, insbesondere durch einen Anwender, eingestellt
wird. Der Anwender kann die Grundspannung beispielsweise mit Hilfe eines mechanischen
Hilfsmittels, wie einem Schraubendreher und/oder einem Sechskantschlüssel, einstellen.
Dies erlaubt eine einfache Wartung ohne spezielle elektronische Hilfsmittel. Zudem
wird eine Grundfunktionalität der Spanneinheit sichergestellt, auch wenn keine automatische
Steuerung aktiv ist und/oder die automatische Steuerung ausgefallen ist.
[0037] Vorteile bringt es mit sich, wenn in und/oder vor dem Wartungsmodus des Arbeitsgeräts
und/oder der Spanneinheit die Spanneinheit in eine Wartungsposition gestellt wird.
Die Wartungsposition erleichtert den Zugang zu mechanischen Komponenten und/oder stellt
eine definierte Ausgangsstellung für die Automatisierung bereit.
[0038] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn in einem Kalibriermodus und/oder in einem
Erfassungsmodus des Arbeitsgeräts und/oder der Spanneinheit eine Ist-Spannung des
Endloswerkzeugs, insbesondere mit Hilfe und/oder mittels der Sensoreinrichtung, ermittelt
wird. Durch die Erfassung der Ist-Spannung wird eine objektive Datengrundlage für
die Spannungsregelung geschaffen. Dies ermöglicht eine automatisierte Spannungsbewertung
und -anpassung.
[0039] Vorteilhaft ist es zudem, wenn die Ist-Spannung, insbesondere mittels und/oder mit
Hilfe der Steuerung, weiterverarbeitet und/oder mit einer Soll-Spannung und/oder einem
Soll-Spannungsbereich verglichen wird. Vorzugsweise entspricht die Soll-Spannung und/oder
der Soll-Spannungsbereich der Betriebsspannung. Zusätzlich oder alternativ entspricht
der Soll-Spannungsbereich der Betriebsspannung mit einer vordefinierten zulässigen
Abweichung. Der Abgleich von Ist- und Sollwerten ermöglicht eine präzise Regelung
der Spannung. Dadurch kann das System Spannungsabweichungen automatisch erkennen und
darauf reagieren.
[0040] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn der Kalibriermodus fortgesetzt oder ein Spannmodus
gestartet wird, wenn die Ist-Spannung von der Soll-Spannung und/oder dem Soll-Spannungsbereich
abweicht. Dies erlaubt eine direkte Korrektur der Spannung bei erkannter Abweichung.
Der automatische Übergang in den Spannmodus erhöht die Systemautonomie und reduziert
Bedienfehler.
[0041] Zusätzlich oder alternativ ist es vorteilhaft, wenn, insbesondere mittels der Anzeigeeinheit,
die Abweichung angezeigt wird. So kann der Anwender entscheiden, ob er den Kalibriermodus
fortsetzt, den Spannmodus startet und/oder den Wartungsmodus beginnt.
[0042] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn in dem Kalibriermodus und/oder in dem Spannmodus
des Arbeitsgeräts und/oder der Spanneinheit die Betriebsspannung automatisiert, insbesondere
mittels und/oder mit Hilfe eines Stellantriebs eingestellt und/oder die Grundspannung
automatisch verändert wird. Die Verwendung eines Stellantriebs ermöglicht eine exakte
und/oder reproduzierbare und/oder automatische Spannungsanpassung. Dadurch wird eine
einfache Verstellmöglichkeit für den Anwender geschaffen, ohne manuelle Eingriffe.
[0043] Auch ist es von Vorteil, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät durch Ausschalten
und/oder Öffnen eines Gehäuses in den Wartungsmodus gestellt wird. Dies stellt eine
intuitive Möglichkeit dar, den Wartungsmodus auszulösen. Zugleich erhöht dies die
Betriebssicherheit, da im geöffneten Zustand keine automatische Spannungsveränderung
erfolgt.
[0044] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät in den
Kalibriermodus und/oder den Spannmodus gestellt wird, sobald und/oder nachdem die
Betätigungseinrichtung, insbesondere der Betätigungsknopf, betätigt wird und/oder
der Antriebsmotor des Arbeitsgeräts ohne Last für eine vordefinierte Betätigungszeit,
eine Betätigungsdrehzahl betrieben wird (ist Beispiel für Betätigungssteuerung) und/oder
eine Betätigungseingabe, insbesondere über die Eingabeeinrichtung und/oder die Datenschnittstelle,
getätigt wird. Die Betätigungsdrehzahl ist vorzugsweise die lastfreie Maximaldrehzahl.
Diese mehrstufige Aktivierungslogik bietet eine flexible und anwenderfreundliche Möglichkeit
zur Moduswahl. Je nach Ausstattungsniveau des Arbeitsgeräts kann die Auslösung rein
mechanisch, elektronisch oder softwarebasiert erfolgen.
[0045] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät
in den Betriebsmodus gestellt wird, sobald und/oder nachdem die Betriebsspannung des
Endloswerkzeugs eingestellt ist. Dies stellt sicher, dass das Arbeitsgerät nur in
funktionsfähigem Zustand in Betrieb geht. Durch diese Logik kann ein ungewollter Start
bei unzureichender Spannung vermieden werden.
[0046] Vorteile bringt es mit sich, wenn die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät in den
Wartungsmodus gestellt und/oder der Anwender mit Hilfe der Anzeigeeinheit benachrichtigt
wird, wenn die Soll-Spannung nicht erreicht wird. Dies erhöht die Systemsicherheit
und schützt vor möglicher Beschädigung des Endloswerkzeugs. Zudem wird der Anwender
frühzeitig auf kritische Abweichungen aufmerksam gemacht.
[0047] Vorteilhafterweise wird die Spanneinheit und/oder das Arbeitsgerät in den Wartungsmodus
gestellt und/oder der Anwender mit Hilfe der Anzeigeeinheit benachrichtigt, wenn die
Ist-Spannung eine kritische Spannung erreicht. Die kritische Spannung kann eine minimale
Spannung oder eine maximale Spannung sein. Dies erhöht die Systemsicherheit weiter
und schützt vor möglicher Beschädigung des Endloswerkzeugs und/oder Verletzungen des
Anwenders.
[0048] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht eines Arbeitsgeräts gemäß einem Ausführungsbeispiel,
und
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht eines Arbeitsgeräts gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel.
[0049] Bei der nachfolgenden Beschreibung der Figuren werden für in den verschiedenen Figuren
jeweils identische und/oder zumindest vergleichbare Merkmale gleiche Bezugszeichen
verwendet. Die einzelnen Merkmale, deren Ausgestaltung und/oder Wirkweise werden meist
nur bei ihrer ersten Erwähnung ausführlich erläutert. Werden einzelne Merkmale nicht
nochmals detailliert erläutert, so entspricht deren Ausgestaltung und/oder Wirkweise
der Ausgestaltung und Wirkweise der bereits beschriebenen gleichwirkenden oder gleichnamigen
Merkmale.
[0050] Figur 1 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung eines Arbeitsgeräts 3
gemäß einem Ausführungsbeispiel. Das in Figur 1 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt
das Arbeitsgerät 3, das als Gartengerät, insbesondere als Kettensäge, ausgebildet
ist. Das Arbeitsgerät 3 weist ein Endloswerkzeug 2 in Form einer umlaufenden Sägekette
auf. In Figur 1 ist dargestellt, dass das Arbeitsgerät 3 eine Spanneinheit 1 umfasst,
die dazu eingerichtet ist, das Endloswerkzeug 2 zu spannen.
[0051] Die Spanneinheit 1 weist ein erstes Spannelement 6 auf. Das erste Spannelement 6
ist im Ausführungsbeispiel der Figur 1 als Sägeschwert ausgebildet, dass die Führung
des Endloswerkzeugs 2 ermöglicht. Zusätzlich ist ein zweites Spannelement 7 vorgesehen.
Das zweite Spannelement 7 ist im Ausführungsbeispiel der Figur 1 als Kettenrad ausgebildet,
das zur Umlenkung und Spannung des Endloswerkzeugs 2 dient.
[0052] Wie aus Figur 1 hervorgeht, sind das erste Spannelement 6 und das zweite Spannelement
7 entlang einer definierten Spannrichtung SR voneinander beabstandet. Zusätzlich oder
alternativ sind das erste Spannelement 6 und/oder das zweite Spannelement 7 vorzugsweise
zumindest teilweise entlang der Spannrichtung SR beweglich ausgeführt. Dies ermöglicht
eine gezielte Verstellung zur Einstellung unterschiedlicher Spannzustände des Endloswerkzeugs
2. Zur Verstellung der Spannelemente 6 und 7 weist die Spanneinheit 1 wenigstens eine
erste Stelleinrichtung 4 auf. Die erste Stelleinrichtung 4 steht mit dem ersten Spannelement
6 in Wirkverbindung und ist als manuelle Stelleinrichtung, insbesondere als frontaler
Kettenspanner, ausgebildet. Zusätzlich oder alternativ ist es natürlich ebenfalls
denkbar, dass die erste Stelleinrichtung 4 als Kettenschnellspanner und/oder seitlicher
Kettenspanner ausgebildet ist.
[0053] Die erste Stelleinrichtung 4 weist gemäß Figur 1 einen Einwirkabschnitt 9 auf, mit
dem das erste Spannelement 6 mechanisch betätigt und entlang der Spannrichtung SR
verstellt werden kann. Diese Verstellung dient dem Aufbau einer definierten Grundspannung
des Endloswerkzeugs 2. Die Einstellung dieser Grundspannung erfolgt vorzugsweise in
einem Wartungsmodus des Arbeitsgeräts. In diesem Modus kann die erste Stelleinrichtung
4 manuell durch den Anwender betätigt werden, beispielsweise mithilfe eines Werkzeugs
wie einem Schraubendreher oder Sechskantschlüssel.
[0054] Vor oder während des Wartungsmodus wird die Spanneinheit 1 in eine Wartungsposition
gebracht. Dies kann beispielsweise durch das Öffnen des Gehäuses und/oder durch das
Abschalten des Arbeitsgeräts 3 erfolgen. So ist es vorstellbar, dass im Wartungsmodus
die Spannung des Endloswerkzeugs 2 reduziert und/oder das wenigstens eine Spannelement
6, 7 in eine Mittelstellung gebracht wird. Eine reduzierte Spannung des Endloswerkzeugs
2 kann dessen Lebenserwartung steigern. Diese Funktion wird jedoch eher weniger bei
Kettensägen (wie im Ausführungsbeispiel der Figur 1), sondern vielmehr bei Bandsägen
(siehe hierzu Ausführungsbeispiel der Figur 2) verwendet.
[0055] Weiterhin ist in Figur 1 eine zweite Stelleinrichtung 5 dargestellt. Die zweite Stelleinrichtung
5 ist mit dem zweiten Spannelement 7 gekoppelt und/oder wirkverbunden. Vorzugsweise
ist die zweite Stelleinrichtung 5, wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel dargestellt,
als aktive und/oder automatische Stelleinrichtung ausgebildet. Die zweite Stelleinrichtung
5 umfasst einen Stellantrieb 10. Der Stellantrieb 10 ist vorzugsweise als Linearstellantrieb
ausgeführt und/oder dient zur präzisen Feineinstellung der Spannung des Endloswerkzeugs
2. Zusätzlich oder alternativ ist der Stellantrieb 10 selbsthemmend ausgebildet.
[0056] Im Rahmen eines Kalibriermodus wird über die zweite Stelleinrichtung 5 die vorhandene
Grundspannung des Endloswerkzeugs 2, vorzugsweise automatisch, auf eine Betriebsspannung
verändert. Im Kalibriermodus, insbesondere in einem Erfassungsmodus, wird zunächst
mit Hilfe einer Sensoreinrichtung 13 die aktuelle Ist-Spannung des Endloswerkzeugs
2 erfasst. Die Sensoreinrichtung 13 kann dabei mindestens einen Sensor umfassen. Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel kann der Sensor als Stromsensor, beispielsweise als
EVA-Stromsensor, ausgebildet sein. Eine in Figur 1 gezeigte Steuerung 14 steht vorzugsweise
mit der Sensoreinrichtung 13 in Verbindung und dient der Verarbeitung des Sensorsignals.
[0057] Die Steuerung 14 kann beispielsweise die erfasste Ist-Spannung mit einer vorgegebenen
Soll-Spannung und/oder einem Soll-Spannungsbereich vergleichen. Die Soll-Spannung
und/oder der Soll-Spannungsbereich ist vorzugsweise die Betriebsspannung (die erreicht
werden soll). Wenn die Ist-Spannung von der Soll-Spannung abweicht, wird vorzugsweise
der Kalibriermodus fortgesetzt und/oder ein Spannmodus gestartet, bei dem der Stellantrieb
10 automatisch eine Anpassung der Spannung des Endloswerkzeugs 2 vornimmt.
[0058] Die Spanneinheit 1 umfasst im Ausführungsbeispiel der Figur 1 ferner eine Linearführung
11, die zur linearen Führung des ersten Spannelements 6 entlang der Spannrichtung
SR dient. Zusätzlich ist in Figur 1 ein Drehgelenk 12 erkennbar, das zur drehbaren
Lagerung des zweiten Spannelements 7 dient. Es sei jedoch angemerkt, dass auch andere
Lagerungen denkbar sind.
[0059] Gemäß Figur 1 ist eine Betätigungseinrichtung 15 vorgesehen, mit der ein Kalibriermodus
ausgelöst werden kann. Die Betätigungseinrichtung 15 kann, wie im gezeigten Ausführungsbeispiel
dargestellt, mechanisch, als Betätigungsknopf, ausgestaltet sein. Wird die Betätigungseinrichtung
15 betätigt, wird automatisch der Kalibriermodus und/oder der Spannmodus eingeleitet.
Die Aktivierung des Kalibriermodus kann zusätzlich oder alternativ durch eine Eingabe
über eine Eingabeeinrichtung 18 erfolgen, die gemäß Figur 1 Teil der Spanneinheit
1 ist. Mit Hilfe der Eingabeeinrichtung 18 kann jedoch zusätzlich oder alternativ
die Soll-Spannung, der Soll-Spannungsbereich, die Betriebsspannung und/oder die Grundspannung
eingegeben werden.
[0060] Zur optischen oder akustischen Rückmeldung ist in Figur 1 eine Anzeigeeinheit 17
dargestellt. Die Anzeigeeinheit 17 zeigt vorzugsweise den aktuellen Modus des Arbeitsgeräts
3 und/oder der Spanneinheit 1 an. So kann beispielsweise dargestellt werden, ob sich
das Arbeitsgerät 3 und/oder die Spanneinheit 1 im Kalibriermodus, Spannmodus, Erfassungsmodus
oder Wartungsmodus befindet. Die Anzeigeeinheit 17 kann optisch und/oder akustisch
den jeweiligen Betriebsmodus anzeigen.
[0061] Sobald durch den Kalibriervorgang die Betriebsspannung erfolgreich eingestellt ist,
wird das Arbeitsgerät 3, vorzugsweise automatisch, in den Betriebsmodus überführt.
Wenn dagegen im Kalibriermodus festgestellt wird, dass die Soll-Spannung nicht erreicht
wird, wird vorzugsweise automatisch in den Wartungsmodus gewechselt.
[0062] Figur 2 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung eines Arbeitsgeräts 3
gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel. Das in Figur 2 dargestellte Ausführungsbeispiel
zeigt das Arbeitsgerät 3, das als Werkzeugmaschine, insbesondere als Bandsäge, ausgebildet
ist. Die Bandsäge ist hierbei sehr schematisch dargestellt. Auf die Darstellung eines
Gehäuses wurde aus Übersichtsgründen verzichtet. Das Arbeitsgerät 3 weist ein Endloswerkzeug
2 in Form eines umlaufenden Sägebands und/oder als Bandsägeblatt auf. Wie aus dem
Ausführungsbeispiel der Figur 2 hervorgeht, umfasst das Arbeitsgerät 3 eine Spanneinheit
1, die zur Spannung des Endloswerkzeugs 2 eingerichtet ist.
[0063] Die Spanneinheit 1 unterscheidet sich im Aufbau nur in bestimmten Ausgestaltungen
von der in Figur 1 dargestellten Spanneinheit einer Kettensäge, weist jedoch grundsätzlich
vergleichbare funktionale Eigenschaften auf. Deshalb können die einzelnen Merkmale
des Ausführungsbeispiels der Figur 1 auf das Ausführungsbeispiel der Figur 2 (und
umgekehrt) übertragen werden.
[0064] Gemäß Figur 2 ist das erste Spannelement 6 als Umlenkelement und/oder Umlenkrolle
ausgebildet. Dieses erste Spannelement 6 dient der Umkehr und Umlenkung des Endloswerkzeugs
2 innerhalb der Bandsäge. Das zweite Spannelement 7 ist als Antriebsrad ausgebildet.
Dieses zweite Spannelement 7 überträgt die Antriebskraft des Antriebsmotors 16 auf
das Endloswerkzeug 2 und sorgt für dessen Umlauf. Die beiden Spannelemente 6 und 7
sind entlang einer Spannrichtung SR beabstandet, wodurch eine definierte Führung und
Spannung des Endloswerkzeugs 2 ermöglicht wird.
[0065] Im Unterschied zur ersten Stelleinrichtung 4 der Figur 1 ist die erste Stelleinrichtung
4 der Figur 2 derart ausgestaltet, dass sie wenigstens ein Stellelement 8 aufweist.
Das Stellelement 8 ist beispielsweise als Stellschraube, Stellmechanismus oder Stellmutter
ausgebildet. Die Einstellung der Grundspannung erfolgt im Rahmen eines Wartungsmodus,
wobei das Stellelement 8, vorzugsweise manuell, verstellt werden kann, beispielsweise
durch den Anwender und vorzugsweise mit einem geeigneten Werkzeug. Im vorliegenden
Fall kann das Stellelement 8 ohne Werkzeug verstellt werden.
[0066] Auch die zweite Stelleinrichtung 5 des Ausführungsbeispiels der Figur 2 unterscheidet
sich leicht von der zweiten Stelleinrichtung 5 des Ausführungsbeispiels der Figur
1. So sind im Ausführungsbeispiel der Figur 2 beide Spannelemente 6, 7 mittels der
Linearführungen 11 geführt. Es sind jedoch für beide Ausführungsbeispiele alle Lagerungen
denkbar. Zusätzlich oder alternativ ist es vorstellbar, dass die wenigstens eine Linearführung
11 und/oder das Drehgelenk 12 (siehe Figur 1) selbsthemmend ausgebildet ist.
[0067] Die Spanneinheit 1 weist gemäß Figur 2 zudem die Sensoreinrichtung 13 auf. Die Sensoreinrichtung
13 umfasst im vorliegenden Ausführungsbeispiel jedoch einen als Druckdose, Potentiometer,
Dehnungsmessstreifen, Kraftmessbolzen und/oder Drehmomentsensor ausgebildeten Sensor.
Zudem unterscheidet sich das Ausführungsbeispiel der Figur 2 bei der Dateneingabe
vom Ausführungsbeispiel der Figur 1. So erfolgt die Dateneingabe über eine Datenschnittstelle
19. Die Datenschnittstelle 19 erlaubt es, die Steuerung 14 beispielsweise mit Hilfe
eines externen Geräts 20, insbesondere externer Rechner, Smartphones und/oder Clouds,
anzusteuern und/oder Parameter des Spannvorgangs zu ändern. Das externe Gerät 20 kann
Bestandteil des Arbeitsgeräts 3 oder dem Arbeitsgerät 3 zugeordnet sein.
[0068] Die Aktivierung des Kalibriermodus erfolgt im Ausführungsbeispiel der Figur 2 vorzugsweise
über eine Betätigungseinrichtung 15, die in diesem Ausführungsbeispiel als virtuelle
Betätigungssteuerung ausgebildet ist. Die virtuelle Betätigungseinrichtung 15 ist
so ausgelegt, dass sie durch den Betrieb des Antriebsmotors 16 bei Betätigungsdrehzahl
ohne Last für eine vordefinierte Zeitspanne aktiviert wird. Vorzugsweise ist die virtuelle
Betätigungseinrichtung 15 als Betätigungssteuerung in die Steuerung 14 des Arbeitsgeräts
3 integriert.
[0069] Es sei jedoch erneut darauf hingewiesen, dass das Arbeitsgerät 3 des Ausführungsbeispiels
der Figur 2 die Sensoreinrichtung 13, die Eingabeeinrichtung 18 und/oder die manuelle
Betätigungseinrichtung 15 des Ausführungsbeispiels der Figur 1 umfasst. Zusätzlich
oder alternativ kann das Arbeitsgerät 3 des Ausführungsbeispiels der Figur 1 die Sensoreinrichtung
13, die Datenschnittstelle 19, das externe Gerät 20 und/oder die virtuelle Betätigungseinrichtung
15 des Ausführungsbeispiels der Figur 2 umfassen.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 1
- Spanneinheit
- 2
- Endloswerkzeug
- 3
- Arbeitsgerät
- 4
- ersten Stelleinrichtung
- 5
- zweite Stelleinrichtung
- 6
- erstes Spannelement
- 7
- zweites Spannelement
- 8
- Stellelement
- 9
- Einwirkabschnitt
- 10
- Stellantrieb
- 11
- Linearführung
- 12
- Drehgelenk
- 13
- Sensoreinrichtung
- 14
- Steuerung
- 15
- Betätigungseinrichtung
- 16
- Antriebsmotor
- 17
- Anzeigeeinheit
- 18
- Eingabeeinrichtung
- 19
- Datenschnittstelle
- 20
- externes Gerät
- SR
- Spannrichtung
1. Spanneinheit (1) für ein Endloswerkzeug (2) eines Arbeitsgeräts (3), insbesondere
Gartengerät und/oder Werkzeugmaschine,
mit wenigstens zwei Spannelementen (6, 7), mit deren Hilfe und/oder mit denen das
Endloswerkzeug (2) gespannt werden kann, und
mit wenigstens einer ersten Stelleinrichtung (4) zum Verstellen wenigstens eines der
Spannelemente (6, 7), wodurch das Endloswerkzeug (2) mit einer Grundspannung vorgespannt
werden kann, dadurch gekennzeichnet,
dass die Spanneinheit (1) wenigstens eine zweite Stelleinrichtung (5) zum Verstellen wenigstens
eines der Spannelemente (6, 7) umfasst, wodurch die Grundspannung des Endloswerkzeugs
(2) zu einer Betriebsspannung verändert werden kann.
2. Spanneinheit (1) nach dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Stelleinrichtung (4) mit wenigstens einem ersten Spannelement (6) der wenigstens
zwei Spannelemente (6, 7) und/oder die zweite Stelleinrichtung (5) mit wenigstens
einem zweiten Spannelement (7) der wenigstens zwei Spannelemente (6, 7) in Wirkverbindung
steht,
so dass das erste Spannelement (6) durch die erste Stelleinrichtung (4) und/oder das
zweite Spannelement (7) durch die zweite Stelleinrichtung (5), insbesondere zumindest
teilweise entlang einer Spannrichtung (SR), verstellt werden kann.
3. Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Stelleinrichtung (5) wenigstens einen Stellantrieb (10), insbesondere
einen Linearstellantrieb, umfasst.
4. Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (1) wenigstens ein Gelenk, insbesondere wenigstens eine Linearführung
(11) und/oder ein Drehgelenk (12), zum Führen wenigstens eines der zwei Spannelemente
(6, 7) umfasst.
5. Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (1) wenigstens eine Sensoreinrichtung (13) zum Erfassen wenigstens
einer Stellgröße, eines Signals und/oder einer Ist-Spannung und/oder eine Steuerung
(14), zum Weiterverarbeiten der wenigstens einen Stellgröße, des Signals und/oder
der Ist-Spannung, umfasst.
6. Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (1) wenigstens eine Betätigungseinrichtung (15) umfasst, mit der
und/oder mit deren Hilfe ein Kalibriermodus der Spanneinheit (1) und/oder des Arbeitsgeräts
(3) gestartet werden kann.
7. Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (13), die Steuerung (14), die Betätigungseinrichtung (15) und/oder
ein Antriebsmotor (16) des Arbeitsgeräts (3) in Wirkverbindung stehen, so dass die
Spanneinheit (1) gemäß einem Verfahren der nachfolgenden Ansprüche betrieben werden
kann.
8. Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (1) wenigstens eine Anzeigeeinheit (17) umfasst, mit deren Hilfe
ein Betriebsmodus, der Kalibriermodus, ein Spannmodus, ein Erfassungsmodus und/oder
ein Wartungsmodus der Spanneinheit (1) angezeigt werden kann.
9. Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (1) wenigstens eine Eingabeeinrichtung (18) und/oder eine Datenschnittstelle
(19) zum Eingeben und/oder Einstellen und/oder Umstellen der Grundspannung und/oder
der Betriebsspannung umfasst.
10. Arbeitsgerät (3), insbesondere Gartengerät und/oder Werkzeugmaschine, dadurch gekennzeichnet,
dass das Arbeitsgerät (3) wenigstens eine Spanneinheit (1) nach einem der vorangegangenen
Ansprüche umfasst.
11. Verfahren zum Spannen eines Endloswerkzeugs (2) eines Arbeitsgeräts (3), bei dem,
insbesondere mittels einer ersten Stelleinrichtung (4) einer Spanneinheit (1), insbesondere
gemäß einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, des Arbeitsgeräts (3), das Endloswerkzeug
(2) mit einer Grundspannung vorgespannt wird, und
gleichzeitig und/oder anschließend die Grundspannung des Endloswerkzeugs (2), insbesondere
mittels einer zweiten Stelleinrichtung (5) der Spanneinheit (1), zu einer Betriebsspannung
verändert wird.
12. Verfahren nach dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Wartungsmodus des Arbeitsgeräts (3) und/oder der Spanneinheit (1) die Grundspannung
manuell, insbesondere durch einen Anwender, eingestellt und/oder in einem Kalibriermodus
und/oder in einem Erfassungsmodus des Arbeitsgeräts (3) und/oder der Spanneinheit
(1) eine Ist-Spannung des Endloswerkzeugs (2) ermittelt wird.
13. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ist-Spannung, insbesondere mittels und/oder mit Hilfe der Steuerung (14), weiterverarbeitet
und/oder mit einer Soll-Spannung und/oder einem Soll-Spannungsbereich verglichen wird,
wobei der Kalibriermodus vorzugsweise fortgesetzt oder ein Spannmodus gestartet wird,
wenn die Ist-Spannung von der Soll-Spannung und/oder dem Soll-Spannungsbereich abweicht.
14. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kalibriermodus und/oder in dem Spannmodus des Arbeitsgeräts (3) und/oder der
Spanneinheit (1) die Betriebsspannung automatisiert, insbesondere mittels und/oder
mit Hilfe eines Stellantriebs (10), eingestellt und/oder die Grundspannung automatisch
verändert wird.
15. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (1) und/oder das Arbeitsgerät (3) in den Kalibriermodus und/oder
den Spannmodus gestellt wird, sobald und/oder nachdem die Betätigungseinrichtung (15)
betätigt wird und/oder der Antriebsmotor (16) des Arbeitsgeräts (3) ohne Last für
eine vordefinierte Betätigungszeit, eine Betätigungsdrehzahl betrieben wird und/oder
eine Betätigungseingabe, insbesondere über die Eingabeeinrichtung (18) und/oder die
Datenschnittstelle (19), getätigt wird.