[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Folie mit einem Sicherheitsmerkmal
für einen kartenförmigen Datenträger, eine Folie mit einem Sicherheitsmerkmal für
einen kartenförmigen Datenträger, einen kartenförmigen Datenträger mit einer Folie
und eine Extrusionsvorrichtung für die Herstellung einer Folie mit einem Sicherheitsmerkmal.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind eine Vielzahl von kartenförmigen Datenträgern, beispielsweise
Smart Cards, Chipkarten, insbesondere mit RFID-Technologie (Radio Frequency Identification),
Integrated-Circuit-Cards, Dual-Interface-Karten oder Identifikationskarten, bekannt.
Insbesondere die Verwendung von Smart Cards, wie beispielsweise Kreditkarten oder
Bezahlkarten, hat sich zur Ausführung von finanziellen Transaktionen etabliert. Kartenförmige
Datenträger wie Identitätsdokumente, beispielsweise Pass- und Ausweisdokumente, Ausweiskarten
und dergleichen werden in steigendem Maß in öffentlichen Bereichen, aber auch im innerbetrieblichen
Bereich eingesetzt.
[0003] Der kartenförmige Datenträger weist typischerweise einen Kartenkörper mit einer Modulöffnung
zur Aufnahme eines Chipmoduls oder weitere elektronische Komponenten für eine kontaktbasierte
und/oder kontaktlose Datenkommunikation auf. Häufig ist vorgesehen, dass der Kartenkörper
aus mehreren Folien gebildet ist, wobei die einzelnen Folien mittels einer Lamination
aufgrund von Druck und ,Wärme zu einem Folienschichtenverbund verbunden werden. An
der Oberfläche des Kartenkörpers sind bevorzugt Designfolien oder transparente Deckfolien,
sogenannte Overlay-Folien, mit Sicherheitsmerkmalen vorgesehen. Optische Sicherheitsmerkmale
auf den kartenförmigen Datenträgern sind bekannt und sollen generell die Fälschungssicherheit
erhöhen. Weiterhin ist es bekannt, dass Folien für kartenförmige Datenträger mittels
eines Extrusionsverfahrens hergestellt werden können.
[0004] Damit die Fälschungssicherheit weiterhin verbessert werden kann, ist es wünschenswert,
dass die Sicherheitsmerkmale in die Folie integriert werden, anstatt nur an der Oberfläche
der Folie angeordnet zu werden. Wenn die Folie mittels eines Extrusionsverfahrens
hergestellt wird, müssten die Sicherheitsmerkmale den hohen Temperaturen des Extrusionsverfahrens
von typischerweise wenigstens 200 °C standhalten können. Folglich ist die Auswahl
an Sicherheitsmerkmalen stark limitiert.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Herstellung von Folien mit Sicherheitsmerkmalen
für kartenförmige Datenträger zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Herstellen einer Folie mit einem Sicherheitsmerkmal
für einen kartenförmigen Datenträger, einer Folie mit einem Sicherheitsmerkmal, einem
kartenförmigen Datenträger beziehungsweise einer Extrusionsvorrichtung gemäß den unabhängigen
Patentansprüchen gelöst. Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in
den abhängigen Ansprüchen angegeben. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen einer Folie mit einem Sicherheitsmerkmal
für einen kartenförmigen Datenträger beschrieben sind, auch im Zusammenhang mit der
erfindungsgemäßen Folie mit einem Sicherheitsmerkmal, dem kartenförmigen Datenträger
und der Extrusionsvorrichtung und jeweils umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung
zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen werden kann.
[0007] Im Rahmen der Anmeldung kann die Erfindung bevorzugt für Smart Cards, insbesondere
für Debitkarten und Bezahlkarten, verwendet werden. Es kann aber auch eine Verwendung
für andere RFID-Vorrichtungen, wie beispielsweise Zugangskarten, Token, oder Sicherheitsausweise,
vorgesehen sein. Bevorzugt ist im Rahmen der Anmeldung eine Verwendung der Erfindung
in Bezug auf den Passsektor, insbesondere für Ausweisdokumente oder Führerscheine,
vorgesehen.
[0008] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen einer Folie mit
einem Sicherheitsmerkmal für einen kartenförmigen Datenträger offenbart, welches die
folgenden Schritte aufweist:
- Bereitstellen von wenigstens einem Folienmaterial;
- Bereitstellen von Effektpigmenten;
- Einbringen des Folienmaterials in wenigstens einen Extruder einer Extrusionsvorrichtung;
- Einbringen der Effektpigmente in wenigstens eine Beschleunigungsvorrichtung der Extrusionsvorrichtung;
- Erhitzen des Folienmaterials im Extruder zur Ausbildung einer Schmelze;
- Extrudieren der Schmelze durch einen Düsenaustrittsspalt der Extrusionsvorrichtung
zur Ausbildung einer Folie;
- Beschleunigen der Effektpigmente mittels der Beschleunigungsvorrichtung derart, dass
die Effektpigmente von wenigstens einer Öffnung der Beschleunigungsvorrichtung zur
extrudierten Schmelze transportiert werden und wenigstens teilweise in die extrudierte
Schmelze eindringen, wodurch die Effektpigmente innerhalb der Folie zur Ausbildung
eines Sicherheitsmerkmals in der Folie integriert sind; und
- Auskühlen der Folie, um die Effektpigmente innerhalb der Folie zu fixieren.
[0009] Die Reihenfolge der Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens ist nicht notwendigerweise
auf die beschriebene Reihenfolge beschränkt oder zeitlich festgelegt.
[0010] Im Rahmen der Anmeldung ist es generell denkbar, dass eine Ko-Extrusion für die auszubildende
Folie verwendet wird. Beispielsweise kann hierbei ein erstes Folienmaterial und ein
zweites Folienmaterial oder generell mehrere verschiedene Folienmaterialien bereitgestellt
werden. Das erste Folienmaterial kann in einem Hauptextruder der Extrusionsvorrichtung
und das zweite Folienmaterial kann in einem Nebenextruder der Extrusionsvorrichtung
eingebracht und erhitzt werden. Die erste Schmelze und die zweite Schmelze können
dann durch den Düsenaustrittsspalt der Extrusionsvorrichtung ko-extrudiert werden,
wodurch eine mehrschichtige Folie ausgebildet werden kann.
[0011] Im Rahmen der Anmeldung kann beispielsweise das Folienmaterial als Granulat für den
Extruder bereitgestellt werden, insbesondere als Kunststoffgranulat. Im Extruder kann
das eingebrachte Folienmaterial zur Ausbildung einer Schmelze erhitzt bzw. aufgeschmolzen
werden. Mit anderen Worten wird das Folienmaterial in einen geschmolzenen Zustand
überführt. Die Schmelze kann anschließend durch den Düsenaustrittspalt extrudiert
bzw. herausgepresst werden. Durch die Extrusion der Schmelze durch den Düsenaustrittspalt
kann eine Folie ausgebildet werden. Der Düsenaustrittsspalt stellt hierbei eine formgebende
Öffnung dar.
[0012] Im Rahmen der Anmeldung können die Effektpigmente beispielsweise in Pulverform bereitgestellt
werden. Die Effekte können in die Beschleunigungsvorrichtung eingebracht, beispielsweise
geschüttet werden. Mittels der Beschleunigungsvorrichtung ist insbesondere vorgesehen,
dass die Effektpigmente von der Beschleunigungsvorrichtung zu der extrudierten Schmelze
transportiert werden können. Die Beschleunigungsvorrichtung weist hierzu bevorzugt
wenigstens eine entsprechende Öffnung auf. Mit anderen Worten werden die Effektpigmente
mittels der Beschleunigungsvorrichtung beschleunigt bzw. erfahren eine Geschwindigkeitsveränderung.
Durch die Beschleunigung der Effektpigmente können die Effektpigmente nicht nur zu
der extrudierten Schmelze transportiert werden, sondern haben auch eine ausreichend
hohe Geschwindigkeit, dass sie wenigstens teilweise, insbesondere vollständig, in
die extrudierte Schmelze eindringen können. Durch das Eindringen der Effektpigmente
in die extrudierte Schmelze können die Effektpigmente in der ausgebildeten Folie integriert
werden. Bevorzugt ist im Rahmen der Anmeldung vorgesehen, dass die Effektpigmente
innerhalb der Folie integriert sind und nicht an der Oberfläche der Folie. Durch diese
Integration der Effektpigmente innerhalb der Folie wird ein Sicherheitsmerkmal für
die Folie ausgebildet.
[0013] Die extrudierte Schmelze kann üblicherweise in einem bestimmten Zeitintervall nach
dem Austritt aus dem Düsenaustrittsspalt auskühlen bzw. vollständig erstarren. Durch
das Auskühlen der Folie können die Effektpigmente innerhalb der Folie fixiert werden.
Mit anderen Worten weisen die Effektpigmente innerhalb der Folie eine fixierte Position
auf. Durch das Erstarren der Folie kann die Folie eine Art feste Matrix um die Effektpigmente
bilden, sodass diese fixiert werden. Folglich kann das Sicherheitsmerkmal der Effektpigmente
dauerhaft in die Folie integriert werden. Für die Auskühlung kann die extrudierte
Schmelze beispielsweise an einer an den Düsenaustrittspalt angrenzenden Walzenanordnung
umfassend wenigstens eine Kühlwalze gefördert werden.
[0014] Im Rahmen der Anmeldung kann die Walzenanordnung bevorzugt mehrere Walzen umfassen,
welche gekoppelt bzw. hintereinander angeordnet sein können. Insbesondere können eine
oder mehrere Kühlwalzen, Förderwalzen oder Wickelwalzen vorgesehen sein. Die Anzahl
der Walzen der Walzenanordnung kann dabei spezifisch an die Folienherstellung, insbesondere
an den Auskühlprozess der Folie, angepasst sein. Es können je nach Bedarf auch heizbare
Walzen vorgesehen werden. Weiterhin kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Walzenanordnung
wenigstens eine Prägewalze umfasst. Beispielsweise kann die Kühlwalze ebenso als Prägewalze
ausgebildet sein und eine Prägung aufweisen, um diese Prägung entsprechend auf die
auszubildende Folie zu übertragen. Insbesondere kann mittels einer Prägewalze eine
Prägung der auszubildenden Folie vor deren kompletten Erstarrung realisiert werden.
[0015] Die Erfindung hat den Vorteil, dass die Effektpigmente ein Sicherheitsmerkmal darstellen,
welches dauerhaft in der Folie integriert werden kann, wodurch die Fälschungssicherheit
eines kartenförmigen Datenträgers mit einem derartigen Sicherheitsmerkmal signifikant
erhöht wird. Dies hat den Vorteil, dass die Effektpigmente als Sicherheitsmerkmal
durch Erstellen einer Fotokopie des kartenförmigen Datenträgers oder durch Scannen
und
Drucken nicht reproduzierbar sind, selbst wenn die Kopie oder der Druck von höchster
Qualität ist. Folglich kann eine unrechtmäßige Reproduktion des kartenförmigen Datenträgers
verhindert werden und die Echtheit des kartenförmigen Datenträgers mittels des Sicherheitsmerkmals
garantiert werden. Die erfindungsgemäße Verwendung der Beschleunigungsvorrichtung
hat weiterhin den Vorteil, dass die Vielfalt der verwendeten Effektpigmente signifikant
erhöht werden kann. Insbesondere können auch temperatursensible Effektpigmente verwendet
werden, welche den hohen Temperaturen innerhalb des Extruders nicht standhalten würden
und zerstört werden würden. Effektpigmente, welche zur Integration in der Folie bereits
mit dem Folienmaterial vermischt in den Extruder eingebracht werden, müssen die Extrusionstemperaturen
von wenigstens 200 °C aushalten können, ohne zu zerstören. Da jedoch erfindungsgemäß
vorgesehen ist, dass die Effektpigmente mittels der Beschleunigungsvorrichtung in
die bereits extrudierte Schmelze eindringen, hat sich die Temperatur der extrudierten
Schmelze im Vergleich zur Temperatur der Schmelze innerhalb des Extruders bereits
verringert. Folglich kann die Auswahl an zu verwendenden Effektpigmenten erweitert
und vergrößert werden. Im Rahmen der Anmeldung ist insbesondere vorgesehen, dass die
extrudierte Schmelze beim Eindringen der Effektpigmente noch einen schmelzefähigen
bzw. flüssigen Zustand oder mit anderen Worten einen teilweise erstarrten Zustand
aufweist. Somit ist sichergestellt, dass die Effektpigmente in die Folie integriert
werden können.
[0016] Weiterhin kann der Vorteil erzielt werden, dass durch die Integration der Effektpigmente
innerhalb der Folie ein Folienverbund mit dieser Folie und anderen Folien verbessert
werden kann, da die Pigmente nicht an der Oberfläche der Folie mittels einer Druckfarbe
angeordnet werden müssen.
[0017] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung
wenigstens eine Druckluftvorrichtung umfasst. Bevorzugt können mehrere Druckluftvorrichtungen
vorgesehen werden. Mittels einer Druckluftvorrichtung kann auf einfache und kostengünstige
Art die Beschleunigung der Effektpigmente realisiert werden. Im Rahmen der Anmeldung
sind generell weitere Arten möglich, eine Beschleunigung der Effektpigmente zu realisieren,
wie beispielsweise mittels einer magnetischen Beschleunigung oder generell gravitativ.
Die Verwendung einer Druckluftvorrichtung hat insbesondere den Vorteil, dass mittels
des Drucks die Beschleunigung der Effektpigmente präzise eingestellt werden kann.
Mit anderen Worten kann präzise eingestellt werden, wie tief die Effektpigmente in
die extrudierte Schmelze und damit in die auszubildende Folie eindringen. Insbesondere
kann mittels des Drucks der Druckluftvorrichtung eine Eindringtiefe der Effektpigmente
in die extrudierte Schmelze variabel gesteuert bzw. eingestellt werden. Mittels der
Anzahl der Druckluftvorrichtung und/oder mittels der Breite der jeweiligen Druckluftvorrichtung
kann bevorzugt eine Flächenverteilung der Effektpigmente in der extrudierten Schmelze
bzw. der auszubildenden Folie eingestellt werden.
[0018] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Druckluftvorrichtung wenigstens eine
Druckluftdüse, insbesondere eine Blasdüse oder eine Flachstrahldüse oder eine Vollstrahldüse,
oder eine Mehrkanaldüse umfasst. Die Verwendung von Druckluftdüsen hat den Vorteil,
dass sie zur konzentrierten, zielgerichteten Ausbringung von Luft oder Sattdampf eingesetzt
werden können. Insbesondere die Verwendung von Mehrkanaldüsen hat den Vorteil, dass
diese geräuscharm und sparsam im Luftverbrauch sind. Generell ist im Rahmen der Anmeldung
denkbar, dass die Ausbildung der Druckluftdüsen sowie deren Anzahl flexibel an die
gewünschte Verteilung der Effektpigmente in der auszubildenden Folie angepasst werden
kann. Generell können mehrere Typen von Druckluftdüsen kombiniert werden.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Extrusionsvorrichtung
wenigstens einen Temperatursensor aufweist, wobei die Temperatur der extrudierten
Schmelze bestimmt wird und/oder dass die Extrusionsvorrichtung wenigstens einen Geschwindigkeitssensor
aufweist, wobei die Geschwindigkeit der Effektpigmente bestimmt wird, wobei die Extrusionsvorrichtung
ferner wenigstens eine Prüfvorrichtung aufweist, welche dazu ausgebildet ist, empfangene
Sensordaten auszuwerten, wobei eine Verteilung der Effektpigmente in der Folie bestimmt
wird. Die Verwendung des Temperatursensors hat den Vorteil, dass gemessen und überprüft
werden kann, ob die extrudierte Schmelze eine passende Temperatur aufweist, damit
die Effektpigmente in die extrudierte Schmelze ohne Schaden zu nehmen eindringen können.
Somit kann sichergestellt werden, dass die extrudierte Schmelze zum Zeitpunkt des
Eindringens der Effektpigmente nicht zu heiß ist. Insbesondere können mehrere Temperatursensoren,
beispielsweise entlang des Verlaufs bzw. der Bahn der extrudierten Schmelze vorgesehen
werden. Es ergibt sich somit ein Temperaturverlauf entlang der Bahn der extrudierten
Schmelze und der Zeitpunkt oder der Ort des Eindringens der Effektpigmente kann entsprechend
angepasst und eingestellt werden. Die Verwendung des Geschwindigkeitssensors hat den
Vorteil, dass gemessen und überwacht werden kann, ob die Effektpigmente eine ausreichend
hohe Geschwindigkeit aufweisen, um in die extrudierte Schmelze einzudringen. Beispielsweise
kann somit sichergestellt werden, dass die Effektpigmente nicht an der Oberfläche
der extrudierten Schmelze verbleiben, sondern in die Schmelze bzw. Folie eindringen
und integriert sind. Beispielsweise kann mittels der Geschwindigkeit der Effektpigmente
die Eindringtiefe in die extrudierte Schmelze gemessen und überwacht werden. Es können
mehrere Geschwindigkeitssensoren vorgesehen werden, beispielsweise entlang der Flugbahn
der Effektpigmente hin zu der extrudierten Schmelze. Es ist generell denkbar, dass
weitere Sensoren vorgesehen werden, um beispielsweise die Eindringtiefe der Effektpigmente
in der extrudierten Schmelze zu bestimmen oder die Flächen- oder Volumenverteilung
der Effektpigmente in der extrudierten Schmelze zu bestimmen. Zur Auswertung der Sensordaten
ist insbesondere wenigstens eine Prüfvorrichtung vorgesehen. Die Prüfvorrichtung ist
zur Übertragung der Sensordaten mit dem jeweiligen Sensor, insbesondere dem Temperatursensor
und/oder dem Geschwindigkeitssensor, gekoppelt. Die Prüfvorrichtung ist dazu ausgebildet,
die empfangenen Sensordaten auszuwerten. Damit kann bevorzugt eine Verteilung der
Effektpigmente in der extrudierten Schmelze bzw. in der auszubildenden Folie bestimmt
werden. Folglich kann die Ausbildung des Sicherheitsmerkmals des kartenförmigen Datenträgers
überprüft werden. Beispielsweise kann überprüft werden, ob die Effektpigmente in dem
gewünschten Muster oder Design in der extrudierten Schmelze bzw. in der auszubildenden
Folie angeordnet werden.
[0020] Besonders bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Prüfvorrichtung mittels wenigstens
einem trainierten maschinellen Lernmodell betrieben wird, insbesondere wobei die Prüfvorrichtung
mit der Beschleunigungsvorrichtung gekoppelt ist. Bevorzugt kann vorgesehen sein,
dass die Prüfvorrichtung ein trainiertes maschinelles Lernmodell, ein trainiertes
neuronales Netzwerk und/ oder eine künstliche Intelligenz aufweist. Es ist bevorzugt
vorgesehen, dass mittels des trainierten maschinellen Lernmodells oder mittels der
künstlichen Intelligenz eine Einstellung von wenigstens einem Parameter der Beschleunigungsvorrichtung,
wie beispielsweise der Stärke der Druckluft der Druckluftdüse zur Beschleunigung der
Effektpigmente erfolgt. Hierzu ist die Prüfvorrichtung mit der Beschleunigungsvorrichtung
gekoppelt. Folglich kann vorteilhafterweise die Beschleunigung der Effektpigmente
variabel und präzise angepasst werden. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass komplexe
Muster für die Verteilung der Effektpigmente realisiert werden können und damit die
Fälschungssicherheit weiter erhöht wird.
[0021] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Effektpigmente eine Pigmentgröße von
mindestens 10 nm und höchstens 100 µm aufweisen und/ oder pulverförmig ausgebildet
sind und/oder verkapselt sind. Besonders bevorzugt ist im Rahmen der Anmeldung vorgesehen,
dass die Größe der Effektpigmente abhängig von der Dicke der auszubildenden Folie
gewählt wird. Beispielsweise kann die Größe der Effektpigmente wenigstens 5% und höchstens
95% der Dicke der auszubildenden Folie gewählt werden. Beispielhaft kann vorgesehen
sein, dass die auszubildende Folie eine Dicke von 100 µm aufweist, wobei die Effektpigmente
mit einer Größe von bis zu 95 µm vorgesehen werden könnten. In einem anderen bevorzugten
Beispiel kann vorgesehen sein, dass zur Erzeugung von Füllmaterial für ein Fenster
in der auszubildenden Folie eine Dicke von 600 µm vorgesehen sein kann, wobei hierbei
auch größere Effektpigmente, beispielsweise mit einer Größe von 400 µm verwendet werden
können. Eine pulverförmige Ausbildung der Effektpigmente ermöglicht vorteilhafterweise
ein besonders einfaches Einbringen der Effektpigmente in die Beschleunigungsvorrichtung.
Weiterhin ist die Auswahl an Pigmenten erhöht und somit kann die Herstellung der Folie
flexibler gestaltet werden. Eine Verkapselung der Effektpigmente ermöglicht eine Verbesserung
der Temperaturstabilität sowie der Langlebigkeit der Effektpigmente.
[0022] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung im Bereich des
Düsenaustrittspaltes der Extrusionsvorrichtung angeordnet ist. Dies hat den Vorteil,
dass das Eindringen der Effektpigmente erfolgt, während die zu extrudierende Schmelze
aufgrund des Düsenaustrittsspaltes in die Folienform überführt wird. Bevorzugt erfolgt
das Eindringen der Effektpigmente, während die Schmelze noch in ihrem geschmolzenen
Zustand ist. Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung unmittelbar
angrenzend an den Düsenaustrittspalt angeordnet ist. Beispielhaft kann die Beschleunigungsvorrichtung
direkt am Düsenaustrittspalt oder nachfolgend an den Düsenaustrittspalt angeordnet
sein.
[0023] Besonders bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung in
Bezug auf die extrudierte Schmelze bewegt wird, insbesondere wobei die Beschleunigungsvorrichtung
entlang einer vertikalen oder horizontalen Richtung bewegt wird oder wobei die Beschleunigungsvorrichtung
in Bezug auf die Schmelze translatorisch und/oder rotatorisch bewegt wird. Dies hat
insgesamt den Vorteil, dass durch die Bewegung verschiedene Muster oder Verteilungen
der Effektpigmente innerhalb der Folie realisiert werden können. Bevorzugt kann die
Beschleunigungsvorrichtung entlang einer Fließrichtung der Schmelze bewegt werden.
Dies kann bevorzugt mit einer gleichmäßigen Geschwindigkeit erfolgen. Somit kann der
Vorteil erzielt werden, dass das Eindringen der Effektpigmente in die extrudierte
Schmelze gleichmäßig entlang der Fläche der auszubildenden Folie erfolgen kann. Beispielhaft
kann ebenso vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung quer zur Fließrichtung
der Schmelze bewegt wird. Alternativ kann die Bewegung der Beschleunigungsvorrichtung
aber auch in einer beliebigen Richtung erfolgen. Generell können die Art und die Richtung
der Bewegung der Beschleunigungsvorrichtung an die gewünschte Verteilung der Effektpigmente
innerhalb der Folie angepasst werden. Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass
die Beschleunigungsvorrichtung beim Auskühlen der Folie von der Folie wegbewegt wird.
Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung in Bezug
auf die Schmelze translatorisch und/oder rotatorisch bewegt wird. Die Bewegung der
Beschleunigungsvorrichtung kann dabei an die gewünschte Verteilung der Effektpigmente
angepasst sein. Beispielsweise können rotatorische und/oder translatorische Bewegungen,
Rollenbewegungen, oszillierende Bewegungen oder Hin- und Her-Bewegungen vorgesehen
sein. Dies ermöglicht die flexible und vielfältige Ausbildung von unterschiedlichen
geometrischen Mustern der Effektpigmente in der Folie.
[0024] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung
variabel gesteuert ein- und/oder ausgeschaltet wird. Insbesondere kann die Beschleunigungsvorrichtung
stromgesteuert ausgebildet sein und mit wenigstens einem Schaltelement für eine zeitliche
Ein- und/oder Ausschaltung ausgebildet sein.
[0025] Besonders bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Effektpigmente fluoreszierende
RGB Pigmente, Infrarotpigmente, Perlglanzpigmente, holographische Pigmente oder Schnipsel
umfassen. Vorteilhafterweise stellen die genannten Pigment-Sorten ein Sicherheitsmerkmal
aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften dar. Insbesondere können auch Banknotenschnipsel
als geschredderte Banknoten eingesetzt werden. Beispielsweise können auch geschredderte
Sicherheitsfäden, geschredderte Hologramme oder geschredderte Patches als Effektpigmente
verwendet werden. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Effektpigmente eine Mischung
aus verschiedenen Pigment-Sorten darstellen. Dies erhöht insbesondere die Fälschungssicherheit.
Generell sind im Rahmen der Anmeldung jede Art von Effektpigmente denkbar, welche
die Fälschungssicherheit erhöhen. Beispielsweise können die Effektpigmente lumineszierend,
glitzernd oder thermochrom ausgebildet sein. Ebenso ist eine phosphoreszierende Ausbildung
oder die Ausbildung als Magnetpigmente denkbar.
[0026] Es ist denkbar, dass die Effektpigmente kugelförmig oder bevorzugt plättchenförmig
ausgebildet sind. Bevorzugt weisen die Effektpigmente eine irreguläre Form auf. Generell
sind verschiedene geometrische Formen für die Effektpigmente denkbar. Weiterhin kann
bevorzugt vorgesehen sein, dass die Effektpigmente verkapselt sind. Die Verkapselung
schützt die Effektpigmente insbesondere vor Beschädigung und Alterung und macht die
Effektpigmente noch temperaturstabiler. Folglich kann die Langlebigkeit und Beständigkeit
der Folie mit dem Sicherheitsmerkmal der Effektpigmente weiter verbessert werden.
[0027] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Effektpigmente magnetische Pigmente umfassen.
Besonders bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Effektpigmente ein ferromagnetisches
Material, insbesondere Eisen, Nickel oder Kobalt, aufweisen. Insbesondere kann vorgesehen
sein, dass die Effektpigmente inhärent magnetisch oder magnetisierbar ausgebildet
sind. Mittels der Ausbildung als magnetische Pigmente lässt sich vorzugsweise eine
magnetische Beschleunigung realisieren.
[0028] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Beschleunigungsvorrichtung eine Magnetanordnung
umfasst. Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass mittels der Magnetanordnung ein zeitlich
und/oder räumlich veränderliches oder ein statisches Magnetfeld erzeugt wird. Besonders
bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Magnetanordnung wenigstens einen Elektromagneten
umfasst. Insbesondere kann die Magnetanordnung einen oder mehrere Magnete aufweisen.
Die Magnete können linear oder in einem vorbestimmten Muster in der Magnetanordnung
angeordnet sein. Mittels der Magnete der Magnetanordnung kann ein Magnetfeld mit einer
vorbestimmten Magnetfeldstärke und/oder Orientierung zur Beschleunigung der Effektpigmente
erzeugt werden. Die Magnete können generell beispielsweise als Elektromagnete, Ferromagnete,
insbesondere Hochleistungs-Ferromagnete, oder Neodym-Magnete ausgebildet sein. Die
Erzeugung eines zeitlich und/oder räumlich veränderlichen Magnetfeldes hat den Vorteil,
dass die Effektpigmente in einem spezifischen Designmuster, insbesondere einem Logo,
bzw. in bestimmten geometrischen Mustern in der auszubildenden Folie verteilt werden
können. Es können somit flexibel variable Designmöglichkeiten für die auszubildende
Folie des kartenförmigen Datenträgers gewählt werden. Das zeitlich veränderliche Magnetfeld
kann beispielhaft durch ein sukzessives Ein- und/oder Ausschalten der Magnetanordnung
erzielt werden. Das räumlich veränderliche Magnetfeld kann beispielhaft durch ein
Bewegen der Magnetanordnung in Bezug auf die extrudierte Schmelze erzielt werden.
[0029] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Folie mit einem Sicherheitsmerkmal
für einen kartenförmigen Datenträger bereitgestellt, welche durch das Verfahren nach
einem der vorhergehenden Ausführungsformen hergestellt ist. Es gelten die gleichen
Vorteile und Modifikationen wie zuvor beschrieben. Besonders bevorzugt kann vorgesehen
sein, dass die Folie eine Dicke von 25 - 600 µm, vorzugsweise von 50 - 100 µm aufweist.
Insbesondere kann die Folie transluzent ausgebildet sein, wobei die Effektpigmente
die Farbe der Folie beeinflussen können. Beispielsweise kann die Folie mit dem Sicherheitsmerkmal
in einen Folienverbund laminiert oder verklebt werden. Besonders bevorzugt kann die
hergestellte Folie mit einem Sicherheitsmerkmal als Overlay-Folie für einen kartenförmigen
Datenträger verwendet werden.
[0030] Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird ein kartenförmiger Datenträger, insbesondere
eine Smart Card oder ein Identitätsdokument, bereitgestellt, aufweisend einen Kartenkörper,
an welchem eine Folie mit einem Sicherheitsmerkmal nach einem der vorhergehenden Ausführungsformen
angeordnet ist. Es gelten die gleichen Vorteile und Modifikationen wie zuvor beschrieben.
[0031] Gemäß einem vierten Aspekt der Erfindung wird eine Extrusionsvorrichtung für die
Ausführung eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ausführungsformen bereitgestellt,
aufweisend wenigstens einen Extruder, wenigstens eine Beschleunigungsvorrichtung und
wenigstens einen Düsenaustrittsspalt. Es gelten die gleichen Vorteile und Modifikationen
wie zuvor beschrieben. Die Extrusionsvorrichtung kann in dem Verfahren zur Herstellung
einer zuvor beschriebenen Folie mit einem Sicherheitsmerkmal verwendet werden.
[0032] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Figuren
beispielhaft im Rahmen von Ausführungsformen beschrieben. Selbstverständlich können
einzelne Merkmale der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander
kombiniert werden, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen. Elemente
mit gleicher Funktion und Wirkungsweise sind in den Figuren mit denselben Bezugszeichen
versehen. Die Figuren zeigen nachfolgend schematisch:
- Fig. 1:
- eine schematische Ansicht für ein Verfahren zur Herstellung einer Folie mit einem
Sicherheitsmerkmal für einen kartenförmigen Datenträger nach einem erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2:
- eine schematische Ansicht für eine Extrusionsvorrichtung zur Ausführung eines Verfahrens
nach Fig. 1; und
- Fig. 3:
- eine schematische Ansicht für einen kartenförmigen Datenträger mit einer Folie, welche
mit einem Verfahren nach Fig. 1 hergestellt ist.
[0033] Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht für ein Verfahren zur Herstellung einer Folie
mit einem Sicherheitsmerkmal für einen kartenförmigen Datenträger nach einem erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiel. Figur 1 veranschaulicht schematisch die einzelnen Verfahrensschritte,
jedoch sind die einzelnen Komponenten des Verfahrens nicht im Detail dargestellt.
Die Reihenfolge der Verfahrensschritte ist nicht notwendigerweise auf die gezeigte
Reihenfolge festgelegt. Das Verfahren wird beispielhaft mittels einer Extrusionsvorrichtung
ausgeführt.
[0034] In einem ersten Verfahrensschritt 101 wird insbesondere ein Folienmaterial bereitgestellt.
Das Folienmaterial kann beispielhaft als Kunststoffgranulat bereitgestellt werden.
In einem zweiten Verfahrensschritt 102 werden Effektpigmente bereitgestellt. Die Effektpigmente
können beispielhaft in Pulverform bereitgestellt werden. Es können bevorzugt fluoreszierende
RGB Pigmente, Infrarotpigmente, Perlglanzpigmente, holographische Pigmente oder Schnipsel
als Effektpigmente bereitgestellt werden. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die
Effektpigmente eine Mischung aus verschiedenen Pigment-Sorten darstellen. Insbesondere
sind die Effektpigmente verkapselt ausgebildet.
[0035] In einem dritten Verfahrensschritt 103 kann das Folienmaterial in einen Extruder
der Extrusionsvorrichtung eingebracht werden. Ferner können in einem vierten Verfahrensschritt
104 die Effektpigmente in eine Beschleunigungsvorrichtung der Extrusionsvorrichtung
eingebracht werden.
[0036] Im Extruder kann das Folienmaterial zur Ausbildung einer Schmelze in einem fünften
Verfahrensschritt 105 erhitzt bzw. aufgeschmolzen werden. Die Schmelze kann anschließend
in einem sechsten Verfahrensschritt 106 durch einen Düsenaustrittspalt der Extrusionsvorrichtung
extrudiert bzw. herausgepresst werden, um eine Folie auszubilden. Der Düsenaustrittsspalt
stellt hierbei eine formgebende Öffnung dar. In einem siebten Verfahrensschritt 107
werden die Effektpigmente mittels der Beschleunigungsvorrichtung derart beschleunigt,
dass die Effektpigmente von einer Öffnung der Beschleunigungsvorrichtung zur extrudierten
Schmelze transportiert werden und wenigstens teilweise in die extrudierte Schmelze
eindringen, wodurch die Effektpigmente innerhalb der Folie zur Ausbildung eines Sicherheitsmerkmals
in der Folie integriert sind. Mittels der Beschleunigungsvorrichtung ist insbesondere
vorgesehen, dass die Effektpigmente von der Beschleunigungsvorrichtung zu der extrudierten
Schmelze transportiert werden können. Durch die Beschleunigung der Effektpigmente
können die Effektpigmente nicht nur zu der extrudierten Schmelze transportiert werden,
sondern haben auch eine ausreichend hohe Geschwindigkeit, dass sie wenigstens teilweise,
insbesondere vollständig, in die extrudierte Schmelze eindringen können. Durch das
Eindringen der Effektpigmente in die extrudierte Schmelze können die Effektpigmente
in der ausgebildeten Folie integriert werden.
[0037] In einem achten Verfahrensschritt 108 kann die Folie auskühlen, um die Effektpigmente
innerhalb der Folie zu fixieren. Die extrudierte Schmelze kann üblicherweise in einem
bestimmten Zeitintervall nach dem Austritt aus dem Düsenaustrittsspalt auskühlen bzw.
vollständig erstarren. Die vollständig erstarrte bzw. ausgekühlte extrudierte Schmelze
stellt insbesondere die ausgebildete Folie dar. Mit anderen Worten findet ein Auskühlen
der extrudierten Schmelze zur Ausbildung der finalen Folie statt, um die Effektpigmente
innerhalb der Folie in ihren Positionen und/oder Orientierungen zu fixieren. Folglich
kann das Sicherheitsmerkmal der Effektpigmente dauerhaft in die Folie integriert werden.
[0038] Figur 2 zeigt eine schematische Ansicht für eine Extrusionsvorrichtung 10 zur Ausführung
eines Verfahrens nach Fig. 1. Insbesondere können mittels der Extrusionsvorrichtung
10 die gemäß Figur 1 genannten Verfahrensschritte ausgeführt werden. Die Extrusionsvorrichtung
10 weist hierzu den Extruder 11, den Düsenaustrittsspalt 12 und die Beschleunigungsvorrichtung
13 auf.
[0039] In den Extruder 11 wird das nicht dargestellte Folienmaterial eingebracht und anschließend
aufgeschmolzen. Die extrudierte Schmelze 20 bzw. die aus dem Düsenaustrittspalt 12
austretende Schmelze 20 ist beispielhaft mittels der durchgehenden Linie dargestellt.
Die extrudierte Schmelze 20 wird anschließend an den Düsenaustrittspalt 12 beispielhaft
entlang der Pfeilrichtung gefördert.
[0040] Weiterhin sind die nicht dargestellten Effektpigmente 52 in die Beschleunigungsvorrichtung
13 eingebracht. Die Beschleunigungsvorrichtung 13 ist beispielhaft im Bereich des
Düsenaustrittspaltes 12 der Extrusionsvorrichtung 10 angeordnet. Insbesondere ist
die Beschleunigungsvorrichtung 13 in Fließrichtung der extrudierten Schmelze 20 angrenzend
bzw. nachfolgend an den Düsenaustrittsspalt 12 angeordnet. Mittels der Beschleunigungsvorrichtung
13 ist insbesondere vorgesehen, dass die Effektpigmente 52 von der Beschleunigungsvorrichtung
13 zu der extrudierten Schmelze 20 transportiert werden können. Die Bewegung der Effektpigmente
52 von der Beschleunigungsvorrichtung 13 zur extrudierten Schmelze 20 sind illustrativ
mit dem gestrichelten Pfeil veranschaulicht.
[0041] Die Beschleunigungsvorrichtung 13 weist eine entsprechende Öffnung auf, aus der die
Effektpigmente 52 austreten können. Durch die Beschleunigung der Effektpigmente 52
können die Effektpigmente 52 nicht nur zu der extrudierten Schmelze 20 transportiert
werden, sondern haben auch eine ausreichend hohe Geschwindigkeit, dass sie wenigstens
teilweise, insbesondere vollständig, in die extrudierte Schmelze 20 eindringen können.
Durch das Eindringen der Effektpigmente 52 in die extrudierte Schmelze 20 können die
Effektpigmente 52 in der ausgebildeten Folie 30 integriert werden. Durch diese Integration
der Effektpigmente 52 innerhalb der Folie 30 wird ein Sicherheitsmerkmal für die Folie
30 ausgebildet.
[0042] Beispielsweise weist die Beschleunigungsvorrichtung 13 eine nicht dargestellte Druckluftvorrichtung
auf, welche insbesondere wenigstens eine Druckluftdüse umfasst. Mit anderen Worten
wird die Beschleunigung der Effektpigmente 52 beispielhaft mittels Druckluft realisiert.
[0043] Weiterhin erfolgt das Auskühlen der extrudierten Schmelze 20 während der Förderung
der extrudierten Schmelze 20 an einer Walzenanordnung. Mit anderen Worten wird die
Folie 30 aus der extrudierten Schmelze 20 während der Förderung an der Walzenanordnung
aufgrund von Auskühlung ausgebildet. Beispielhaft wird die extrudierte Schmelze 20
an einer an den Düsenaustrittsspalt 12 angrenzenden Walzenanordnung gefördert.
[0044] Die Walzenanordnung umfasst beispielhaft mehrere, insbesondere drei, Walzen 40, 41,
42, welche gekoppelt bzw. nebeneinander angeordnet sein können. Beispielhaft ist eine
Kühlwalze 40, eine Wickelwalze 42 und eine Förderwalze 41 vorgesehen. Die Anzahl der
Walzen 40, 41, 42 der Walzenanordnung kann dabei spezifisch an die Folienherstellung,
insbesondere an den Auskühlprozess der extrudierten Schmelze 20 zur Folie 30, angepasst
sein. Für die Auskühlung kann die extrudierte Schmelze 20 beispielsweise an der Kühlwalze
40 gefördert werden. Die Kühlwalze 40 grenzt dabei an den Düsenaustrittsspalt 12 an.
Beispielhaft ist vorgesehen, dass die extrudierte Schmelze 20 über die Kühlwalze 40
gefördert wird und innerhalb der Förderung an der Kühlwalze 40 zur Ausbildung der
Folie 30 im Wesentlichen vollständig auskühlt bzw. erstarrt. Weiterhin kann bevorzugt
vorgesehen sein, dass die Walzenanordnung wenigstens eine Prägewalze umfasst. Beispielsweise
kann die Kühlwalze ebenso als Prägewalze ausgebildet sein und eine Prägung aufweisen,
um diese Prägung entsprechend auf die auszubildende Folie zu übertragen. Anschließend
an die Kühlwalze 40 kann die ausgebildete Folie 30 über die Förderwalze 41 zu der
Wickelwalze 42 gefördert werden und an der Wickelwalze 42 aufgewickelt werden. Die
Beschleunigungsvorrichtung 13 ist beispielhaft zwischen dem Düsenaustrittspalt 12
und der Kühlwalze 40 angeordnet.
[0045] Vorteilhafterweise stellen die in der Folie 30 integrierten Effektpigmente 52 ein
Sicherheitsmerkmal dar, welches dauerhaft in der Folie 30 integriert werden kann,
wodurch die Fälschungssicherheit eines kartenförmigen Datenträgers 50 mit einem derartigen
Sicherheitsmerkmal signifikant erhöht wird. Beispielhaft kann mittels des beschriebenen
Verfahrens eine Folie 30 mit einem Sicherheitsmerkmal für einen kartenförmigen Datenträger
50 hergestellt werden.
[0046] Figur 3 zeigt eine schematische Ansicht für einen kartenförmigen Datenträger 50 mit
einer Folie 30, welche mit einem Verfahren nach Fig. 1 hergestellt ist. Beispielhaft
weist der kartenförmige Datenträger 50 die Folie 30 auf, welche mit der Extrusionsvorrichtung
10 gemäß Figur 2 und dem Verfahren gemäß Figur 1 hergestellt wurde.
[0047] Der kartenförmige Datenträger 50 ist beispielhaft als Smart Card, insbesondere als
Dual-Interface-Karte, ausgebildet. Der kartenförmige Datenträger 10 weist einen rechteckigen
Kartenkörper mit einer Oberfläche auf. Die Oberfläche wird durch die Folie 30 gebildet.
Unterhalb der Folie 30 können noch weitere Folien angeordnet sein, wodurch der Kartenkörper
als Folienschichtverbund ausgebildet ist. Der Kartenkörper weist ferner eine Modulöffnung
zur Aufnahme eines Chipmoduls 51 auf, wobei das Chipmodul 51 in der Modulöffnung des
Kartenkörpers angeordnet ist.
[0048] Das Chipmodul 51 weist einen nicht dargestellten Chip, eine Kontaktstruktur zur kontaktbasierten
Datenkommunikation mit einem externen Lesegerät, und eine nicht dargestellte Antenne
zur kontaktlosen Datenkommunikation mit dem externen Lesegerät auf. Insbesondere ist
das Chipmodul somit beispielhaft als RFID-Modul ausgebildet.
[0049] Der kartenförmige Datenträger 50 weist ein Sicherheitsmerkmal auf. Insbesondere ist
das Sicherheitsmerkmal in Form von Effektpigmenten 52 in der Folie 30 integriert.
Die Effektpigmente 52 sind illustrativ mittels der Rauten dargestellt. Mittels des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist es möglich, auch temperatursensible Effektpigmente
52 im Rahmen eines Extrusionsverfahrens in die Folie 30 zu integrieren.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 10
- Extrusionsvorrichtung
- 11
- Extruder
- 12
- Düsenaustrittspalt
- 13
- Beschleunigungsvorrichtung
- 20
- Schmelze
- 30
- Folie
- 40
- Kühlwalze
- 41
- Förderwalze
- 42
- Wickelwalze
- 50
- kartenförmiger Datenträger
- 51
- Chipmodul
- 52
- Effektpigmente
- 101
- erster Verfahrensschritt
- 102
- zweiter Verfahrensschritt
- 103
- dritter Verfahrensschritt
- 104
- vierter Verfahrensschritt
- 105
- fünfter Verfahrensschritt
- 106
- sechster Verfahrensschritt
- 107
- siebter Verfahrensschritt
- 108
- achter Verfahrensschritt
1. Verfahren zum Herstellen einer Folie (30) mit einem Sicherheitsmerkmal für einen kartenförmigen
Datenträger (50), welches die folgenden Schritte aufweist:
- Bereitstellen von wenigstens einem Folienmaterial (101);
- Bereitstellen (102) von Effektpigmenten (52);
- Einbringen des Folienmaterials (103) in wenigstens einen Extruder (11) einer Extrusionsvorrichtung
(10);
- Einbringen (104) der Effektpigmente (52) in wenigstens eine Beschleunigungsvorrichtung
(13) der Extrusionsvorrichtung (10);
- Erhitzen (105) des Folienmaterials im Extruder (11) zur Ausbildung einer Schmelze
(20);
- Extrudieren (106) der Schmelze (20) durch einen Düsenaustrittsspalt (12) der Extrusionsvorrichtung
(10) zur Ausbildung einer Folie (30);
- Beschleunigen (107) der Effektpigmente (52) mittels der Beschleunigungsvorrichtung
(13) derart, dass die Effektpigmente (52) von wenigstens einer Öffnung der Beschleunigungsvorrichtung
(13) zur extrudierten Schmelze (20) transportiert werden und wenigstens teilweise
in die extrudierte Schmelze (20) eindringen, wodurch die Effektpigmente (52) innerhalb
der Folie (30) zur Ausbildung eines Sicherheitsmerkmals in der Folie (30) integriert
sind; und
- Auskühlen (108) der Folie (30), um die Effektpigmente (52) innerhalb der Folie (30)
zu fixieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsvorrichtung (13) wenigstens eine Druckluftvorrichtung umfasst.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluftvorrichtung wenigstens eine Druckluftdüse, insbesondere eine Blasdüse
oder eine Flachstrahldüse oder eine Vollstrahldüse, oder eine Mehrkanaldüse umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Extrusionsvorrichtung (10) wenigstens einen Temperatursensor aufweist, wobei
die Temperatur der extrudierten Schmelze (20) bestimmt wird und/oder dass die Extrusionsvorrichtung
(10) wenigstens einen Geschwindigkeitssensor aufweist, wobei die Geschwindigkeit der
Effektpigmente (52) bestimmt wird, wobei die Extrusionsvorrichtung (10) ferner wenigstens
eine Prüfvorrichtung aufweist, welche dazu ausgebildet ist, empfangene Sensordaten
auszuwerten, wobei eine Verteilung der Effektpigmente (52) in der Folie (30) bestimmt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfvorrichtung mittels wenigstens einem trainierten maschinellen Lernmodell
betrieben wird, insbesondere wobei die Prüfvorrichtung mit der Beschleunigungsvorrichtung
(13) gekoppelt ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Effektpigmente (52) eine Pigmentgröße von mindestens 10 nm und höchstens 100
µm aufweisen und/oder pulverförmig ausgebildet sind und/oder verkapselt sind.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsvorrichtung (13) im Bereich des Düsenaustrittspaltes (12) der
Extrusionsvorrichtung (10) angeordnet ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsvorrichtung (13) in Bezug auf die extrudierte Schmelze (20) bewegt
wird, insbesondere wobei die Beschleunigungsvorrichtung (13) entlang einer vertikalen
oder horizontalen Richtung bewegt wird oder wobei die Beschleunigungsvorrichtung (13)
in Bezug auf die Schmelze (20) translatorisch und/oder rotatorisch bewegt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsvorrichtung (13) variabel gesteuert ein- und/oder ausgeschaltet
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Effektpigmente (52) fluoreszierende RGB Pigmente, Infrarotpigmente, Perlglanzpigmente,
holographische Pigmente oder Schnipsel umfassen.
11. Verfahren nach einem der der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Effektpigmente (52) magnetische Pigmente umfassen.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsvorrichtung (13) eine Magnetanordnung umfasst.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Magnetanordnung ein zeitlich und/oder räumlich veränderliches oder ein
statisches Magnetfeld erzeugt wird.
14. Folie (30) mit einem Sicherheitsmerkmal für einen kartenförmigen Datenträger (50),
welche durch das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13 hergestellt ist.
15. Kartenförmiger Datenträger (50), insbesondere eine Smart Card oder ein Identitätsdokument,
aufweisend einen Kartenkörper, an welchem eine Folie (30) mit einem Sicherheitsmerkmal
nach Anspruch 14 angeordnet ist.
16. Extrusionsvorrichtung (10) für die Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 13, aufweisend wenigstens einen Extruder (11), wenigstens eine Beschleunigungsvorrichtung
(13) und wenigstens einen Düsenaustrittsspalt (12).