[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschriften eines Geräts, bei dem die äußere
Oberfläche des Geräts mit einem Pulverlack beschichtet und die aufgebrachte Pulverlackschicht
anschließend mit Hilfe eines Lasers beschriftet wird.
[0002] Geräte wie beispielsweise intelligente elektrische Geräte wie Schutz- oder Automatisierungsgeräte,
die beispielsweise in Umspannwerken eingesetzt werden, müssen in der Regel mit von
außen erkennbarer Beschriftung versehen sein. Dabei sind die besagten Geräte mit einem
Pulverlack beschichtet, der kostengünstig verarbeitet werden kann, wobei bei der Fertigung
kaum Materialverluste auftreten.
[0003] Bei der Beschriftung einer pulverlackierten Oberfläche sind Qualitätsanforderungen
zu berücksichtigen. So soll die Oberflächenstruktur des Pulverlacks durch die Beschriftung
nicht verändert werden. Darüber hinaus soll ein möglichst hoher Kontrast zwischen
dem Pulverlack und der eingebrachten Beschriftung über einen langen Zeitraum hinweg
beständig bereitgestellt sein. Dies soll auch bei hohen Umweltbelastungen in Bezug
auf Feuchtigkeits- und Wärmezyklen (IEC/DIN EN 60068-2-30) und unterschiedlichen klimatischen
Bedingungen (IEC/DIN EN 60068-2-1) gewährleistet sein. Auch muss die Beschriftung
ohne technische Hilfsmittel lesbar sein.
[0004] Die Durchführung einer Laserbeschriftung auf einer pulverlackierten Oberfläche unter
diesen Qualitätsanforderungen war bislang nicht möglich. Daher wurde die Beschriftung
bislang durch das manuelle Aufkleben einer Folie realisiert, die mit Hilfe eines Infrarot-Lasers
beschriftet werden konnte.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Beschriftung von pulverlackierten Oberflächen
von Geräten zu ermöglichen, wobei die oben genannten Qualitätsanforderungen eingehalten
werden.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe ausgehend von dem eingangs genannten Verfahren dadurch,
dass die Pulverlackschicht neben Polyesterharz und neben wenigstens einem Härtemittel
wenigstens ein Pigment aufweist, wobei als Laser ein gepulster Festkörperlaser eingesetzt
wird.
[0007] Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, Pulverlackschichten mit Hilfe eines Lasers
zu beschriften, wobei die oben beschriebenen Qualitätsanforderungen eingehalten werden.
Dies wird durch die Auswahl der Zusammensatzung des Pulverlackes zum einen und zum
anderen durch die Auswahl der Laserquelle ermöglicht. Erfindungsgemäß wird eine dauerhaft
beständige Laserbeschriftung auf einem Pulverlack bereitgestellt, welche den Qualitätsanforderungen
gerecht wird. Dies ermöglicht eine Erhöhung des Automatisierungsgrades in der Fertigung
unter gleichzeitiger Reduzierung der Herstellungskosten.
[0008] Darüber hinaus kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren die Beschriftung beschleunigt
werden. Nach dem erfindungsgemäßen Beschichten verbleibt die Oberflächenstruktur unverändert,
da mittels der kurzen Laserpulse und der gewählten Zusammensetzung lediglich eine
Veränderung - beispielsweise farbliche Veränderung - der Pigmente stattfindet.
[0009] Im Rahmen der Erfindung wurde erkannt, dass die hohe Repetitionsrate eines Ultrakurzpulslasers
in Kombination mit der Pulsdauer von 20 Pikosekunden oder länger zu dem gewünschten
Erfolg führt.
[0010] Zur Klarstellung sei an dieser Stelle ausgeführt, dass bei der Angabe von Pulsdauern
der zeitliche Abstand zwischen den Punkten des glockenförmigen zeitlichen Pulsverlaufs
zu verstehen ist, die auf der Hälfte des Maximums des Pulses liegen. Eine solche Angabe
der Pulsdauern wird im Englischen auch als "Full Width Half Maximum" (FWHM) bezeichnet.
Alle hier abgegebenen Pulsdauern sind als FWHM-Angaben zu verstehen.
[0011] Vorteilhafterweise ist der Laser ein Nd:YAG- (neodymdo-tierter Yttrium-Aluminium-Granat)
oder ein Nd: YVO4- (neo-dymdotiertes Yttrium-Vanadium-Oxid) Laser. Solche Laser sind
im Markt erhältlich.
[0012] Bei einer bevorzugten Variante der Erfindung weist der Laser eine Pulsdauer von 10-
30 ps, eine maximale Pulsenergie von 10-30 µJ, und eine maximale Repetitionsrate von
1.000 kHz auf.
[0013] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn der Laser eine Strahlqualität von kleiner als
1,3 M
2, eine Wellenlänge von 1.030 nm und eine mittlere Ausgangsleistung von 20 W aufweist.
[0014] Bei einer bevorzugten Variante umfasst der Pulverlack ferner Additive, Pigmente und
einen Füllstoff.
[0015] Bei einer Variante der Erfindung ist der Pulverlack aus 50 - 60 Gewichtsprozent Polyesterharz,
2,5 - 4,5 Gewichtspro-zent Härtemittel, 2 - 4 Gewichtsprozent Additiven, 5 - 9 Gewichtsprozent
Pigmenten und 25 - 35 Gewichtsprozent des Füllstoffs zusammengesetzt.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die
Figur näher erläutert, wobei die
[0017] Figur ein mit einem Pulverlack beschichtetes Gerät mit einer Beschriftung zeigt,
die gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren aufgebracht wurde.
[0018] Die einzige Figur zeigt ein Gerät, das als Schutzgerät ausgeführt ist. Solche Schutzgeräte
werden beispielsweise in Umspannwerken zum Schutz beispielsweise von Transformatoren
eingesetzt. Das besagte Schutzgerät wurde mit einem Pulverlack beschichtet.
[0019] Der Pulverlack umfasst 50 - 60 Gewichtsprozent Polyesterharz, 2,5 - 4,5 Gewichtsprozent
eines Härtemittels, 2 - 4 Gewichtsprozent von Additiven, 5 - 9 Gewichtsprozent eines
Pigments und 25 - 35 Gewichtsprozent des Füllstoffs.
[0020] Ein solcher Pulverlack ist markterhältlich und kann beispielsweise von den Firmen
Axalta Huajia Powder Coating - Alesta
®, unter dem Code: AE0300-7088938 und Jotun India Pvt. Ltd. - 1230357PX20 PE7101 Siemens
Blue FTX bezogen werden.
[0021] Als Laser zum Beschriften wurde ein Laser der Firma TRUMPF mit der Bezeichnung TruMicro
Mark 2030 20 ps eingesetzt.
1. Verfahren zum Beschriften eines Geräts (1), bei dem die äußere Oberfläche des Geräts
(1) mit einem Pulverlack (2) beschichtet und die aufgebrachte Pulverlackschicht (2)
anschließend mit Hilfe eines Lasers beschriftet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Pulverlackschicht neben Polyesterharz und neben wenigstens einem Härtemittel wenigstens
ein Pigment aufweist, wobei als Laser ein gepulster Festkörperlaser eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Laser ein Nd:YAG- (neodymdotierter Yttrium-Aluminium-Granat) oder eine Nd: YVO4-(neodymdotiertes
Yttrium-Vanadium-Oxid) Laser ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Laser eine Pulsdauer von 10- 30 ps, eine maximale Pulsenergie von 10-30 µJ, und
eine maximale Repetitionsrate von 1.000 kHz aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Laser eine Strahlqualität von kleiner als 1,3 M2, eine Wellenlänge von 1.030 nm und eine mittlere Ausgangsleistung von 20 W aufweist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Pulverlackschicht ferner Additive, Pigmente und einen Füllstoff aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Pulverlacksicht aus 50 - 60 Gewichtsprozent Polyesterharz, 2,5 - 4,5 Gewichtsprozent
Härtemittel, 2 - 4 Ge-wichtsprozent Additiven, 5 - 9 Gewichtsprozent eines Pigments
und 25 - 35 Gewichtsprozent des Füllstoffs aufweist.