[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsmerkmal mit einer halbtransparenten Schicht,
die einer eingebetteten Mikrostruktur überlagert ist, ein Sicherheitselement, ein
Wertdokument, ein Verfahren zum Herstellen des Sicherheitsmerkmals, und ein Prüfverfahren
zur Echtheitsprüfung des Wertdokuments.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Wertdokumente im Sinne der Erfindung sind unter anderem wertbestimmende Dokumente
wie Banknoten, Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks, Flugscheine, hochwertige
Eintrittskarten, Produktsicherungsetiketten, Etiketten zur Produktsicherung, sowie
Dokumente zur Identifizierung wie Reisepässe, Personalausweise, aber auch andere fälschungsgefährdete
Dokumente. Aufgrund ihres erheblichen finanziellen, rechtlichen und identitätsbezogenen
Wertes sind sie ein bevorzugtes Ziel von Fälschungsversuchen. Um die Echtheit solcher
Dokumente sicherzustellen und Manipulationen zu verhindern, werden diverse Sicherheitsmerkmale
integriert, die sowohl für das bloße Auge als auch mittels technischer Prüfverfahren
überprüfbar sein sollen.
[0003] Sicherheitsmerkmale umfassen eine Vielzahl optischer und physikalischer Elemente,
die gezielt so gestaltet sind, dass sie schwer kopierbar sind. Dazu gehören beispielsweise
Hologramme, Wasserzeichen, spezielle Druckverfahren wie Intaglio-Prints und Mikrostrukturen,
die durch präzise Oberflächenreliefs ihre charakteristischen optischen Eigenschaften
erhalten. Die Kombination dieser Elemente sorgt dafür, dass bei der Betrachtung des
Dokuments unterschiedliche optische Effekte wahrnehmbar werden, die als Echtheitsnachweis
dienen.
[0004] Ein bekanntes Verfahren, das häufig in Banknoten und anderen Wertdokumenten eingesetzt
wird, basiert auf reflektierenden Druckverfahren, bei denen durch präzise geprägte
Oberflächen reliefartige Strukturen entstehen. Diese Verfahren erzeugen durch gezielte
Metallisierung der geprägten Bereiche einen optischen Effekt, der dem Dokument ein
unverwechselbares, dreidimensionales Erscheinungsbild verleihen kann.
[0005] Ein wesentliches Problem bei reflektierenden Sicherheitsmerkmalen ist jedoch die
starke Abhängigkeit der optischen Effekte vom Betrachtungswinkel, auch Glanzwinkel
genannt. Spiegelnde Oberflächen zeigen ihren charakteristischen Glanz ausschließlich
im Glanzwinkel, während sie außerhalb dieses Bereichs dunkel erscheinen. Diese Eigenschaft
beruht auf der Erzeugung der Farbe in der nullten Beugungsordnung - wie sie beispielsweise
bei Subwellenlängengittern zum Einsatz kommt.
[0006] Der Glanzwinkel bezeichnet dabei den spezifischen Winkel, bei dem eine glatte, spiegelnde
Oberfläche das Licht so reflektiert, dass der Betrachter ein besonders intensives,
direktes Spiegelbild wahrnimmt. Innerhalb dieses Winkels folgt der reflektierte Lichtstrahl
dem Gesetz der Reflexion, das besagt, dass der Einfallswinkel gleich dem Ausfallswinkel
ist. Dadurch wird Licht, das im Glanzwinkel von einer spiegelnd glatten Oberfläche
reflektiert wird, als besonders hell und glänzend wahrgenommen. Außerhalb des Glanzwinkels
verteilt sich das Licht diffus in viele Richtungen, womit die Intensität des reflektierten
Lichts deutlich reduziert ist. Dadurch erscheint die reflektierte Fläche weniger intensiv
und ein Bild verliert an Helligkeit und Schärfe. Diese Streuung des Lichts führt dazu,
dass weniger Licht in die Blickrichtung eines Beobachters gelangt, was das allgemeine
Erscheinungsbild der Oberfläche matter und weniger glänzend erscheinen lässt. In der
Praxis führt dies dazu, dass ein Farbeindruck eines Sicherheitsmerkmals nur dann optimal
ist, wenn eine Lichtquelle exakt in diesem Winkel liegt - ein Umstand, der insbesondere
bei Punktlichtquellen zu einer geringen Winkeltoleranz und damit zu einer eingeschränkten
Sichtbarkeit führt. Pigmentdarben haben dagegen eine lichtstreuende Wirkung. Wenn
beispielsweise Echtfarbenbilder durch Subwellenlängenstruktur als Alternative zu herkömmlichen
Pigmentfarben erzeugt werden, gilt es, diesen Nachteil der geringen Winkeltoleranzen
zu überwinden.
[0007] Eine Möglichkeit, um den negativen Effekten der eingeschränkten Winkeltoleranz entgegenzuwirken,
ist, das einfallende Licht durch eine raue Oberfläche diffus aufzustreuen. Jedoch
geht dabei ein relativ großer Lichtanteil für einen Betrachter verloren, wenn das
einfallende Licht gleichmäßig aufgestreut wird. Eine günstigere Situation kann sich
durch Strukturelemente ergeben, die einfallendes paralleles Licht achromatisch in
einen Fächer auffächern, wie in
WO 2014 / 117 938 A1 beschrieben wird.
[0008] Darüber hinaus gibt es vielfältige Herstellungsverfahren, die auf der Erzeugung von
diffusen Reflexionseffekten basieren. So werden etwa kontinuierlich variierende Gitterstrukturen,
wie in
DE 10 2004 003 984 A1 beschrieben, oder an der Oberfläche integrierte Mattstrukturen mit Mikroelementen,
die in
DE 10 2008 046 128 A1 dargestellt werden, eingesetzt. Ergänzend hierzu sind diffuse Reflektoren aus der
US 7,446,915 B2 und Color-Shift Mattstrukturen aus der
EP 1 506 096 B1 bekannt.
[0009] Der Ausdruck Color-Shift bezeichnet dabei einen optischen Effekt, bei dem sich eine
wahrgenommene Farbe eines Materials in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel ändert.
Dieser Effekt entsteht durch Interferenzeffekte in mehrschichtigen oder dünnfilmigen
Systemen, die zu einer gezielten Verstärkung oder Abschwächung bestimmter Wellenlängen
führen.
[0010] Ergänzend zu den rein reflexionsbasierten Verfahren werden in der Literatur auch
Strukturen behandelt, die sowohl Reflexion als auch Transmission des Lichts zulassen.
Halbtransparente Subwellenlängenstrukturen, wie in
WO 2013 / 053 435 A1 und
DE 10 2011 101 635 A1 beschrieben, weisen entweder auf beiden Seiten raue Oberflächen oder streuende Partikel
in den Deckschichten auf. In beiden Fällen wird das einfallende Licht sowohl in Reflexion
als auch in Transmission gestreut. Ähnliche Effekte werden bei dünnschichtigen Aufbauten
beobachtet, die in
WO 2011 / 082 761 A1 erläutert werden. Obwohl diese Methoden die optische Wahrnehmung durch kombinierte
Reflexion und Transmission erhöhen können, führen sie durch die nicht vermeidbare
Lichtaufstreuung in Transmission zu Trübungen in der Durchsicht, was die Schärfe hochauflösender
Motive beeinträchtigt. Zudem erfordern raue Oberflächen zusätzliche Fertigungsschritte
und sind anfällig gegenüber Verschmutzungen bei Umgebungsbedingungen - etwa beim Umlauf
von Banknoten.
Zusammenfassung der Erfindung
[0011] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Sicherheitsmerkmal bereitzustellen,
welches das einfallende Licht in Reflexion streut und somit für den Betrachter einen
mattierenden Effekt bewirkt, während die Transmission unbeeinflusst bleibt.
[0012] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0013] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Sicherheitsmerkmal für ein Wertdokument
mit einer ersten Schichtstruktur, umfassend eine erste dielektrische Schicht mit einem
ersten Brechungsindex; eine zweite dielektrische Schicht mit einem zweiten Brechungsindex;
eine zwischen der ersten dielektrischen Schicht und der zweiten dielektrischen Schicht
eingebettete halbtransparente Schicht, die einer Mikrostruktur überlagert ist, wobei
die Mikrostruktur ein Wellenprofil aufweist, wobei die halbtransparente Schicht als
eine halbtransparente Subwellenlängenstruktur, die ein regelmäßiges Gitter mit Perioden
im Subwellenlängenbereich ist; oder eine farbgebende halbtransparente Mehrfachschichtstruktur,
umfassend eine erste halbtransparente Schicht mit einem ersten Brechungsindex; eine
zweite halbtransparente Schicht mit einem zweiten Brechungsindex; und eine zwischen
den halbtransparenten Spiegelschichten eingebettete dielektrische Schicht mit einem
dritten Brechungsindex, ausgebildet ist, wobei die erste Schichtstruktur dazu eingerichtet
ist, einen ersten Teil eines einfallenden Lichtes in einem Lichtkegel mit einem Öffnungswinkel
zwischen 5° und 30°, vorzugsweise zwischen 5° und 20°, gestreut zu reflektieren und
einen zweiten Teil des einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
[0014] Im Sinne der Erfindung stellt eine dielektrische Schicht eine transparente Schicht
mit einem niedrigen Brechungsindex im sichtbaren Bereich dar, wobei durch die Wahl
einer kontrollierten Schichtdicke konstruktive oder destruktive Interferenzeffekte
realisiert werden können, die zu einer selektiven Verstärkung oder Abschwächung bestimmter
Wellenlängen führen.
[0015] Im Sinne der Erfindung ist ein Brechungsindex ein dimensionsloses Maß, das das Verhältnis
der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum zur Lichtgeschwindigkeit in einem Medium angibt.
Er bestimmt, wie stark Licht in einem Material verlangsamt wird. Dieser Wert beeinflusst,
wie Licht beim Übergang zwischen verschiedenen Medien gebrochen wird, was im Snell'schen
Gesetz n
1 • sin(
θ1) = n
2 • sin(
θ2) quantifiziert wird.
[0016] Eine Mikrostruktur ist im Sinne der Erfindung eine Struktur, die eine feine und gezielt
angeordnete Oberfläche, deren geometrische Merkmale sich im Mikrometerbereich befinden,
aufweist. Durch die im Mikrometerbereich ausgebildeten geometrischen Merkmale, kann
eine Mikrostruktur derart ausgebildet sein, um einfallendes Licht zu streuen, zu lenken
oder zu brechen, um bestimmte optische Effekte wie Entspiegelung, Diffusion oder gezielte
Lichtverteilung zu erzeugen. Die Mikrostruktur ist dazu ausgebildet, einen ersten
Teil eines einfallenden Lichtes bevorzugt in einem Lichtkegel mit einem Öffnungswinkel
zwischen 5° und 30°, weiter vorzugsweise zwischen 5° und 20°, gestreut zu reflektieren
und einen zweiten Teil des einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
[0017] Die erste Schichtstruktur ist dazu eingerichtet, einen ersten Teil eines einfallenden
parallelen Lichtes in einem Lichtkegel mit einem Öffnungswinkel zwischen 5° und 30°
gestreut zu reflektieren und einen zweiten Teil im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
Bevorzugt ist die erste Schichtstruktur dazu eingerichtet, einen ersten Teil eines
einfallenden parallelen Lichtes in einem Lichtkegel mit einem Öffnungswinkel zwischen
5° und 20° gestreut zu reflektieren und einen zweiten Teil im Wesentlichen ungestreut
zu transmittieren. Je größer der Öffnungswinkel des Lichtkegels ist, desto größer
ist der Betrachtungswinkelbereich, aus dem ein Bewegungseffekt beobachtet werden kann,
wenn das Sicherheitselement gedreht wird. Einem starken Effekt ist es weiter förderlich,
wenn die Mikrostruktur das einfallende parallele Licht in Reflexion so streut, dass
keine isotrope Streuung entsteht, sondern eine gerichtete Streuung innerhalb des Lichtkegels
vorliegt. Eine zu starke Auffächerung würde die Mikrostruktur zunehmend isotrop streuen
lassen und damit zu einem stärker matten Erscheinungsbild führen, wodurch kinematische
Effekte reduziert werden können. Die Mikrostruktur ist bevorzugt so gestaltet, dass
keine Mehrfachreflexionen des (senkrecht) einfallenden Lichts auftreten können, die
eine sprunghafte Änderung der reflektierten Helligkeit verursachen. Vorteilhaft sind
somit Reliefstrukturen, deren Steigung so klein ist, dass sie lokal mit der makroskopischen
Ebene des Sicherheitselementes nur einen Winkel von höchstens 45°, bevorzugt höchstens
30° einschließen.
[0018] Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung kann der Öffnungswinkel des Lichtkegels, in
den der erste Teil des einfallenden Lichts gestreut reflektiert wird, über den Intensitätsverlauf
des reflektierten Lichts definiert werden. Der Öffnungswinkel kann dabei als der Winkelbereich
verstanden werden, innerhalb dessen die reflektierte Intensität mindestens 10 % des
maximalen Reflexionsintensitätswertes beträgt. Der Intensitätsverlauf kann hierbei
insbesondere glockenförmig oder glockenförmig angenähert ausgebildet sein.
[0019] Im Sinne der vorliegenden Anmeldung kann ein transmittierter Lichtanteil als im Wesentlichen
ungestreut angesehen werden, wenn die transmittierte Intensität ein Intensitätsmaximum
in einer Haupttransmissionsrichtung aufweist und der Winkelbereich, innerhalb dessen
die transmittierte Intensität mindestens 10 % des maximalen Transmissionsintensitätswertes
beträgt, höchstens 4°, vorzugsweise höchstens 2°, weiter vorzugsweise höchstens 1°,
beträgt.
[0020] Mit anderen Worten kann der erste Teil des einfallenden Lichts in Reflexion in einen
im Vergleich hierzu deutlich größeren Winkelbereich gestreut werden, während der zweite
Teil des einfallenden Lichts in Transmission in einem über die 10%-Intensitätsgrenze
definierten Winkelbereich gebündelt bleibt, dessen Öffnungswinkel deutlich kleiner
ist als der des reflektierten Lichtkegels.
[0021] Das Wellenprofil kann stetig ausgebildet sein. Stetig bedeutet, dass eine Form oder
ein Verlauf keine Sprünge, Knicke oder Unterbrechungen aufweist, d. h., dass beispielsweise
eine Kurve kontinuierlich verläuft und differenzierbar ist, womit die Kurve keine
Unstetigkeitsstellen, mit anderen Worten, keine Lücken, aufweist. Ein Verlauf bezeichnet
dabei eine geometrische Erstreckung der Form im Querschnitt. Ein Wellenprofil beschreibt
im Sinne der Erfindung eine räumliche oder zeitliche Form einer Welle, charakterisiert
durch Merkmale wie Amplitude, Frequenz und Wellenlänge.
[0022] Als Subwellenlängenstruktur werden hier Strukturen verstanden, welche aus Strukturelementen
aufgebaut sind, welche sich zumindest in einer Ebene des Sicherheitselements periodisch
wiederholen, wobei eine Abmessung des einzelnen Strukturelementes unterhalb der Wellenlänge
des verwendeten Lichts liegt. Die periodische Wiederholung der Strukturelemente kann
in einer Richtung, also in einer Dimension, erfolgen, oder in zwei Richtungen, also
in zwei Dimensionen. Als Subwellenlängenstruktur sind beispielsweise zweidimensional
periodische Säulenstrukturen oder zweidimensional periodische Lochstrukturen bekannt,
wie sie etwa in der
DE 102012 015 900 A1 erläutert werden. Die Säulen ragen dabei von einer Schicht ab, während die Löcher
durch Ausnehmungen in einer Schicht realisiert werden. Insofern sind Säulen die Negativform
zu den Löchern. Dabei liegt der Durchmesser der Säule bzw. des Lochs in der Lochstruktur
unter der Wellenlänge des zur Beleuchtung verwendeten Lichts, in der Regel ist dies
sichtbares Licht. Die Höhe der Säule bzw. die Tiefe des Lochs ist so gewählt, dass
sich bestimmte Wellenlängen auslöschen und so das reflektierte Licht (und das gegebenenfalls
transmittierte Licht) eine vom einfallenden Licht, in der Regel weißes Licht, andere
Farbe hat.
[0023] Weiter sind Subwellenlängengitter bekannt, welche sich zur Farbgebung in Reflexion
und auch in Transmission eignen. Metallische Strukturen, welche farbig im Glanzwinkel
erscheinen und sich zusätzlich kostengünstig auf Folie prägen lassen, sind in
WO 2013/ 053435 A1,
DE 10 2011 101 635 A1 und
DE 10 2015 008 655 A1 erläutert. Hier kann es sich sowohl um eindimensional als auch um zweidimensional
periodische Strukturen handeln. Solche Subwellenlängengitter eignen sich ebenfalls
zur Herstellung von Echtfarbenbildern.
[0024] Als Subwellenlängenbereich ist eine Größenordnung zu verstehen, die kleiner ist als
die Wellenlänge des verwendeten Lichts, typischerweise im Nanometerbereich. In diesem
Bereich kann Licht mit Strukturen interagieren, die kleiner als seine Wellenlänge
sind, was zu spezifischen optischen Effekten führen kann.
[0025] Im Sinne der Erfindung kann eine halbtransparente Subwellenlängenstruktur eine halbtransparente
Schicht darstellen, welche aus Strukturelementen aufgebaut ist. Mit anderen Worten
kann die halbtransparente Schicht aus Strukturelementen ausgebildet sein, wobei die
Strukturelemente eine Subwellenlängenstruktur ausbilden. Die Strukturelemente können
jeweilige Abmessungen, die unterhalb der Wellenlänge des verwendeten Lichts liegen,
aufweisen. Typischerweise sind die Abmessungen der Strukturelemente im Nanometerbereich.
[0026] Die Mehrfachschichtstruktur kann mehrere dünne Schichten, deren Material, Dicke und
optische Eigenschaften gezielt zur Erzeugung von Interferenzeffekten gewählt werden,
umfassen. Beispielsweise kann die Mehrfachschichtstruktur einem Aluminium-SiO
2-Aluminium-Aufbau aufweisen, wobei die SiO
2-Schicht als optische Abstandsschicht dient, um Phasenverschiebungen zwischen den
an den Aluminium-Spiegelschichten reflektierten Lichtwellen zu erzeugen. Diese Interferenzeffekte
können zu konstruktiven und destruktiven Mustern führen, die das reflektierte Farbspektrum
bestimmen. Dadurch kann der sogenannte Color-Shift-Effekt realisiert werden, bei dem
sich eine wahrgenommene Farbe in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel ändert.
[0027] "Überlagert" beschreibt in diesem Kontext, dass ein Element, beispielsweise eine
halbtransparente Schicht bzw. Struktur (Subwellenlängenstruktur oder eine Schicht)
derart einer Kontur bzw. einem Verlauf eines zweiten Elements (Mikrostruktur) folgt,
dass es sich eng an die Form anpasst und deren räumlichen Verlauf mitnimmt, ohne diesen
selbst zu verändern. Dieses Folgen der Kontur ist unabhängig davon, ob diese flach
oder gekrümmt oder eine sonstige Form aufweist. Bevorzugt ist die Schichtdicke der
halbtransparenten Schicht konstant, sodass die Mikrostruktur in mindestens einer der
beiden Oberflächen der halbtransparenten Schicht vorliegt oder auch in beiden Oberflächen
der Schicht vorliegt. Dabei kann das Element oder die obere Schicht durch direktes
Aufbringen, beispielsweise durch Beschichten, oder durch einen Übertragungsprozess
überlagert, mit anderen Worten angebracht, werden. Die Subwellenlängenstruktur mit
Strukturelementen im Nanometerbereich kann somit mit einer Mikrostruktur überlagert
sein. Mit anderen Worten kann eine Nanostruktur einer Mikrostruktur folgen. Die erste
dielektrische Schicht und die zweite dielektrische Schicht betten die halbtransparente
Schicht, die der Mikrostruktur überlagerten ist, ein. Mit anderen Worten folgen auch
jeweils der halbtransparenten Schicht angrenzende Oberflächen der ersten dielektrischen
Schicht und der zweiten dielektrischen Schicht der Mikrostruktur.
[0028] Der Begriff "Struktur" bezeichnet im Sinne der Erfindung nicht ausschließlich eine
regelmäßige oder flächige Anordnung, sondern kann sich auch auf ein körperhaftes oder
plastisches Gebilde beziehen, das sich durch bestimmte physikalische, optische oder
funktionale Eigenschaften auszeichnet. "Struktur" umfasst somit auch mehrschichtige
Aufbauten, z. B. farbgebende Mehrschichtsysteme, Subwellenlängenstrukturen, als auch
reliefartige oder volumenhafte Formationen, die funktionale Eigenschaften erzeugen,
beispielsweise Mikrolinsen, Mikrospiegel, Nanogitter. Eine Struktur kann auch ein
komplexes, 3D-gebildeartiges Element sein, das sich beispielsweise aus mehreren funktionalen
Schichten oder Materialzonen zusammensetzt.
[0029] Die erste und zweite halbtransparente Schicht können aus dem gleichen Material ausgebildet
sein. Die Schichten können jeweils aus einem metallischen Material ausgebildet sein,
wie beispielsweise Aluminium, Silber, Kupfer, Palladium, Gold, Chrom, Nickel und/oder
Wolfram sowie deren Legierungen. Die dazwischen liegende dielektrische Schicht kann
beispielsweise aus ZnS, SiO
x, TiO
2, Ta
2O
5 oder MgF
2 ausgebildet sein.
[0030] Die erste und die zweite dielektrische Schicht der Schichtstruktur können aus dem
gleichen Material ausgebildet sein und können somit einen jeweiligen Brechungsindex
aufweisen, der gleich sein kann. Die zwischen den dielektrischen Schichten eingebettete
halbtransparente Schicht, die der Mikrostruktur überlagert ist, kann einen von den
Brechungsindizes der dielektrischen Schichten unterschiedlichen Brechungsindex aufweisen.
[0031] Die Schichtdicke der halbtransparenten Schicht ist wesentlich kleiner als der mittlere
Abstand von zwei benachbarten Erhebungen bzw. Vertiefungen der Mikrostruktur. Der
erste Schichtaufbau kann in Reflexion eine Aufstreuung des einfallenden Lichts bewirken.
Die Charakteristik der Streuung hängt von der Topologie der Mikrostruktur ab. Die
Grenzfläche der halbtransparenten Schicht kann entsprechend der Strukturgröße entweder
refraktiv oder diffraktiv wirken, um das einfallende Licht in einen Lichtkegel zu
streuen. In Transmission wird dabei das einfallende Licht nicht abgelenkt. Mit anderen
Worten wird, wenn der Brechungsindex der dielektrischen Materialien gleich ist, das
einfallende Licht in Transmission lediglich in Abhängigkeit des Brechungsindex der
halbtransparenten Schicht versetzt. Der Austrittswinkel des transmittierten Lichts
und der Eintrittswinkel des einfallenden Lichts sind dann gemäß dem Snell'schen Gesetz
gleich. Bei einer verwölbten Schicht ist das Gesetz noch gültig, wenn ein Lichtpfad
in etwa dieselben Steigungen an einem oberen Auftreffpunkt an der Schicht und an einem
unteren Auftreffpunkt der Schicht durchläuft. Somit ist gewährleistet, dass auch feinste
Strukturen von Motiven in Transmission noch erkennbar sind.
[0032] Das Wellenprofil der Mikrostruktur kann als ein Wellenberg oder eine Senke ausgebildet
sein. In diesem Zusammenhang bezeichnet ein "Wellenberg" einen Hochpunkt der Mikrostruktur,
bei dem die Oberfläche der Mikrostruktur über dem mittleren Niveau liegt, während
eine "Senke" eine Vertiefung darstellt, in dem die Oberfläche unterhalb des durchschnittlichen
Niveaus verläuft. Ein Wellenberg kann gekrümmt ausgebildet sein. Eine Senke kann gekrümmt
ausgebildet sein. Ein Wellenberg kann als Anordnung einer Vielzahl linear verlaufender
Abschnitte ausgebildet sein, wobei jeweils benachbarte Abschnitte eine unterschiedliche
Steigung aufweisen. Eine Senke kann als Anordnung einer Vielzahl linear verlaufender
Abschnitte ausgebildet sein, wobei jeweils benachbarte Abschnitte eine unterschiedliche
Steigung aufweisen.
[0033] Unter dem ersten, gestreut reflektierten Teil eines einfallenden Lichtes und dem
zweiten, im Wesentlichen ungestreut, transmittierten Teil des einfallenden Lichtes,
sind spektrale Teile des einfallenden Lichts zu verstehen. Der erste Teil bezeichnet
somit einem spektralen Anteil des einfallenden Lichtes, der beispielsweise winkelabhängig,
diffus oder farbverändernd reflektiert bzw. gestreut wird, wodurch eine erste Farbwahrnehmung
entsteht. Der zweite Teil ist der durchgelassene spektrale Anteil, der im Wesentlichen
ungestreut transmittiert wird und zu einer zweiten Farbwahrnehmung beitragen kann,
wobei die Farbwahrnehmung zusätzlich oder alternativ durch weitere Strukturen, beispielsweise
eine darunterliegende Schicht, erzeugt werden kann. Mit anderen Worten kann eine zweite
Farbe erzeugt werden, sodass beide Farbanteile für den Betrachter unterscheidbar sichtbar
sind.
[0034] Durch die Erfindung wird somit ein Sicherheitsmerkmal bereitgestellt, das eine mattierende
Wirkung der Farbe in Reflexion durch Streuung einfallenden Lichts ermöglicht, während
das Licht in Transmission im Wesentlichen ungestreut bleibt. Im Gegensatz zu bekannten
Methoden der Lichtaufstreuung bleibt somit die Transmission unbeeinflusst. Hochaufgelöste
Motive sind dadurch in Transmission klar erkennbar. Die geringere Aufstreuung in Transmission
kann dabei gezielt dazu genutzt werden, dass ein Mikromotiv oder ein verstecktes Sicherheitsmerkmal
in Transmission in Erscheinung tritt. Das versteckte Sicherheitsmerkmal kann in Reflexion
aufgrund der dort bewirkten Streuung des einfallenden Lichts nicht oder nur unscharf
erkennbar sein und demgegenüber in Transmission deutlich hervortreten. Das Mikromotiv
kann in der Mikrostruktur und/oder in einer Nanostruktur der ersten Schichtstruktur
ausgebildet sein. Insbesondere kann das Mikromotiv eine Strukturgröße von kleiner
als 100 µm aufweisen. Ein derartiges Mikromotiv kann beispielsweise mikroskopisch
erkennbar sein und aufgrund der geringeren Aufstreuung in Transmission nur in Transmission
eindeutig wahrgenommen werden, während es in Reflexion infolge der Streuung verschwimmt
oder verschwindet.
[0035] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Sicherheitsmerkmal eine zweite Schichtstruktur,
wobei die halbtransparente Schicht einer Planarstruktur überlagert ist, wobei die
Planarstruktur einen ebenen glatten Verlauf aufweist, und wobei die zweite Schichtstruktur
dazu eingerichtet ist, einen ersten Teil eines einfallenden Lichtes im Wesentlichen
ungestreut zu reflektieren und einen zweiten Teil des einfallenden Lichtes im Wesentlichen
ungestreut zu transmittieren. Es ist denkbar, dass die halbtransparente Schicht, die
der Planarstruktur überlagert ist, unterschiedlich zu der halbtransparenten Schicht
ausgebildet ist, die der Mikrostruktur überlagert ist. Die der ersten Schichtstruktur
und der zweiten Schichtstruktur überlagerten Subwellenstrukturen können unterschiedliche
Profilgeometrien aufweisen. Eine Profilgeometrie beschreibt in diesem Sinne eine Periodizität
und/oder einen Profilequerschnitt der jeweiligen Subwellenstruktur. Es ist aber auch
denkbar, dass die erste Schichtstruktur und die zweite Schichtstruktur identische
Subwellenlängenstruktur umfassen, und dass ein Motiv in Reflexion durch ein unterschiedliches
Streuverhalten in der ersten Schichtstruktur und der zweiten Schichtstruktur ausgebildet
wird.
[0036] Die zweite Schichtstruktur kann angrenzend zur ersten Schichtstruktur angeordnet
sein. Somit kann die erste Schichtstruktur beispielsweise nicht überlappend zur zweiten
Schichtstruktur angeordnet sein. Damit sind in Aufsicht die erste Schichtstruktur
und die zweite Schichtstruktur nebeneinander anstatt übereinander angeordnet.
[0037] Die zweite Schichtstruktur umfasst dabei die halbtransparente Schicht, die erste
dielektrische Schicht und die zweite dielektrische Schicht. Die zweite Schichtstruktur
unterscheidet sich von der ersten Schichtstruktur lediglich durch eine Planarstruktur,
also eine als eben (flach) ausgebildete Struktur, der die halbtransparente Schicht
überlagert ist. Im Gegensatz dazu ist die erste Schichtstruktur mit einer gewellten
halbtransparenten Schicht überlagert. Der Begriff "Struktur" ist nicht zwingend als
strukturiert zu verstehen ist, sondern stellt eine Form dar, d.h. die Form der Planarstruktur
beziehungsweise eine Komposition mehrerer Schichten der jeweiligen ersten oder zweiten
Schichtstruktur.
[0038] Ein Verlauf beschreibt in diesem Sinne eine kontinuierliche Erstreckung der Planarstruktur
im Querschnitt. Eben bedeutet, dass eine Form oder ein Verlauf flach und nicht gekrümmt
ist. Glatt bedeutet, dass eine Form oder ein Verlauf gekrümmt sein kann, aber differenzierbar
ist und somit keine Unstetigkeit, mit anderen Worten keine Knicke, aufweist. Die Planarstruktur
weist somit einen nicht gekrümmten Verlauf ohne Knicke auf.
[0039] Die Planarstruktur kann somit als eine im Wesentlichen ebene und glatte Struktur
beschrieben werden, bei der keine signifikanten Erhebungen, Vertiefungen oder Knicke
vorhanden sind. In diesem Zusammenhang bezeichnet die Planarstruktur eine Oberfläche,
die weitgehend homogen und flach ist, sodass das Licht nicht in verschiedene Richtungen
gestreut wird, sondern überwiegend reflektiert wird. Mit anderen Worten lässt sich
die Planarstruktur als regelmäßig und symmetrisch ausgebildet charakterisieren, wodurch
keine diffusionsartigen Streueffekte auftreten und stattdessen ein klar definierter
Reflexionseffekt beobachtet wird. Die Oberfläche weist daher keine wiederkehrenden
Reliefmuster auf, die eine optische Beugung verursachen könnten, sondern sorgt für
eine konsistente und kontrollierte Lichtreflexion.
[0040] Die erste Schichtstruktur kann mit der zweiten Schichtstruktur kombiniert werden.
Mit anderen Worten können die Mikrostruktur und die Planarstruktur derart kombiniert
werden, dass sie aneinander angrenzen. Die Kombination der Mikrostruktur mit der Planarstruktur
kann beispielsweise in Gestalt eines Motivs ausgebildet sein. Die Mikrostruktur kann
beispielsweise in Gestalt eines Motivs, wie eine Zahl oder ein Symbol, ausgebildet
sein, wobei einfallendes Licht gestreut wird. Die Planarstruktur kann das durch die
Mikrostruktur gebildete Symbol komplementär umgeben und einen kontrastierenden Raum
erzeugen, indem das einfallende Licht reflektiert und nicht gestreut wird. Mit anderen
Worten kann die die Mikrostruktur umgebende Planarstruktur als komplementärer Rahmen
fungieren, der das zentrale Motiv der Planarstruktur visuell abgrenzt und zugleich
betont.
[0041] Gemäß einer Ausführungsform betragen die Brechungsindizes der ersten und der zweiten
dielektrischen Schicht ungefähr 1.5. Vorzugsweise unterscheiden sich Brechungsindizes
der dielektrischen Schichten um nicht mehr als 0.2. Die geringe Variation der Spiegelschichten
kann eine konsistente Interferenzwirkung zwischen den Schichten, wodurch stabile optische
Eigenschaften erzielt werden, bewirken. Durch die enge Abstimmung der Brechungsindizes
können unerwünschte Streueffekte minimiert und präzise Farbabstimmungen realisiert
werden. Das dielektrische Material kann beispielsweise aus Polymeren oder auch SiO
2 ausgebildet sein. Das dielektrische Material ist bevorzugt ein UV Prägelack, mit
anderen Worten ein Polymer, der sich auf einer Kunststofffolie befindet.
[0042] Gemäß einer Ausführungsform weist das Wellenprofil eine aperiodische Abfolge von
Wellenbergen und dazwischen befindlichen Senken auf, wobei ein jeweiliger Höhenunterschied
zwischen benachbarten Wellenbergen der Mikrostruktur kleiner als 10 µm ist, und wobei
ein mittlerer Abstand zwischen benachbarten Wellenbergen zwischen 2 µm und 80 µm liegt.
Durch die Spanne von 2 µm bis 80 µm kann jedes optisch wahrnehmbare Detail eines Motivs
innerhalb eines Lichtkegels gestreut werden, da dadurch jede einzelne Streueinheit
eine Mindestfläche von ca. 4 µm
2 abdeckt. Liegt der Abstand zu klein, könnte es zu einer Überlagerung und damit zu
ungewollten optischen Effekten kommen; ist er zu groß, bleiben Bereiche ungestreut
und Streuelemente könnten körnig wirken. Durch die Abstände wird erreicht, dass ein
gesamter Bereich homogen beleuchtet wird, ohne dass einzelne Streuelemente isoliert
erkennbar sind. Gleichzeitig orientiert sich die Obergrenze an der Auflösung des menschlichen
Auges, sodass die Mikrostruktur nicht als körnige Textur wahrgenommen wird.
[0043] Aperiodisch bedeutet, dass sich eine Form oder ein Verlauf nicht in festen Intervallen
wiederholt und sich unvorhersehbar oder aperiodisch über die Zeit oder den Raum ändert.
Ein Wellenprofil mit einer aperiodischen Abfolge von Wellenbergen und dazwischen befindlichen
Senken kann somit als eine unregelmäßige Abfolge von Wellenbergen und/oder Senken
ausgebildet sein. Die Wellenberge und/oder Senken können sich dabei, ohne eine periodische
Wiederholung aufzuweisen, in Höhe und/Breite unterscheiden, wobei die Abfolge der
Wellenberge und Senken keine Lücken aufweist. Die Mikrostruktur kann als zweidimensionale
Struktur, die im Querschnitt ein Wellenprofil mit einer aperiodischen Abfolge von
Wellenbergen und dazwischen befindlichen Senken aufweist, ausgebildet sein.
[0044] Mit anderen Worten lässt sich die Mikrostruktur auch als unregelmäßig, asymmetrisch
und kontinuierlich variierend beschreiben, wodurch keine wiederkehrende Periodizität
erkennbar ist und keine spektrale Lichtaufspaltung entsteht bzw. keine regenbogenfarbigen
Säume zu erkennen sind. Sie kann wellenartige, zufällige Reliefmuster mit fließenden
Übergängen aufweisen, was eine diffusionsartige Lichtstreuung ermöglichen kann und
optische Beugungseffekte minimieren kann. Durch die Mikrostruktur kann ein homogenes
Streuungsverhalten erzeugt werden, das durch fehlende regelmäßige Wiederholungsmuster
unerwünschte Beugungseffekte minimiert. Die optische Rückstreuung kann durch die Mikrostruktur
kontrolliert moduliert werden, wodurch stabile und diffusionsbasierte Reflexionseffekte
erzielt werden können, die insbesondere in Sicherheitsanwendungen und optischen Filtern
von Bedeutung sind. Zudem kann die optische Kohärenz zwischen den angrenzenden dielektrischen
Schichten optimiert werden.
[0045] Die aperiodische Abfolge von Wellenbergen und Senken kann als aperiodische Anordnung
von linear verlaufenden Abschnitten ausgebildet sein, wobei jeweils benachbarte Abschnitte
eine unterschiedliche Steigung aufweisen. Mit anderen Worten können die Wellenberge
und Senken jeweils aus einer Vielzahl linear verlaufender Abschnitte ausgebildet sein,
wobei die Abschnitte jeweils eine unterschiedliche Steigung aufweisen. Das Wellenprofil
kann als Facettenstruktur ausgebildet sein. Eine Facettenstruktur beschreibt in diesem
Sinne eine Sägezahnstruktur, die aus mehreren, nebeneinander angeordneten, linear
verlaufenden Facetten zusammengesetzt ist, welche jeweils asymmetrisch geneigt sind
und dadurch ein sägezahnartiges Wellenprofil bilden. Mit anderen Worten, kann die
aperiodische Abfolge von Wellenbergen und Senken als Abfolge von steil ansteigenden
und flach abfallenden Abschnitten ausgebildet sein. Die halbtransparente Schicht kann
den steil ansteigenden Abschnitten der Facettenstruktur überlagert sein.
[0046] Die Wellenberge und Senken können jeweils aus einer kombinierten Anordnung gekrümmter
Abschnitte und linear verlaufender Abschnitte, die zueinander jeweils eine unterschiedliche
Steigung aufweisen, ausgebildet sein.
[0047] Gemäß einer Ausführungsform weist die Mehrfachschichtstruktur eine Schichtdicke kleiner
als 1 µm auf. Falls die Mehrfachschichtstruktur eine höhere oder niedrigere Brechzahl
als die sie umgebende erste und/oder zweite dielektrische Schicht hat, kann dies zu
Brechungseffekten und gegebenenfalls Totalreflexionen an den Grenzflächen, also den
Übergängen der Schichten der Mehrfachschichtstruktur, führen. Die Schichtdicke kann
somit derart gewählt werden, dass bestimmte Reflexionseigenschaften erzielt werden,
insbesondere wenn die Schichtdicke kleiner als die Wellenlänge des Lichts ist. Wenn
ein Lichtstrahl durch eine dünne Schicht in eine andere Schicht eintritt und wieder
austritt, kann sich ein lateraler Versatz d, der von der Schichtdicke h und den Winkeln
der einfallenden und austretenden Strahlen abhängt, mit d = tan(
θ) ergeben. Der Winkel
θ ist dabei der zum Lot gemessene Eintrittswinkels des Lichtstrahls. Falls die Schichtdicke
sehr klein ist, beispielsweise kleiner 1 µm, kann der laterale Versatz entsprechend
klein sein, was bedeutet, dass Licht fast direkt durch die Struktur transmittiert
werden kann, ohne große seitliche Ablenkungen zu erzeugen. Dadurch ist gewährleistet,
dass hochaufgelöste Motive in Transmission klar erkennbar sind.
[0048] Gemäß einer Ausführungsform sind die Brechungsindizes jeweils benachbarter Schichten
der Mehrfachschichtstruktur unterschiedlich. Der erste Brechungsindex der ersten halbtransparenten
Spiegelschicht kann sich von dem dritten Brechungsindex der eingebetteten dielektrischen
Schicht unterscheiden. Der zweite Brechungsindex der zweiten halbtransparenten Spiegelschicht
kann sich von dem dritten Brechungsindex der eingebetteten dielektrischen Schicht
unterscheiden. Der erste Brechungsindex der ersten halbtransparenten Spiegelschicht
kann sich nicht von dem zweiten Brechungsindex der zweiten halbtransparenten Spiegelschicht
unterscheiden.
[0049] Die variierenden Brechungsindizes in der Mehrfachschichtstruktur lassen sich nutzen,
um durch Interferenzeffekte eine farbverändernde Wirkung zu erzielen. Durch eine gezielte
Abfolge von hoch- und niedrigbrechenden Schichten können Reflexions- und Transmissionsverhalten
derart beeinflusst, dass die wahrgenommene Farbe je nach Betrachtungswinkel wechselt.
Der Brechungsindexunterschied zwischen den Schichten hat somit einen Einfluss auf
die Intensität der Interferenzeffekte, sodass sich präzise Farbverschiebungen für
Sicherheitsmerkmale, holographische Effekte oder dekorative Anwendungen realisieren
lässt.
[0050] Gemäß einer Ausführungsform liegen die Perioden der halbtransparenten Subwellenlängenstruktur
in einem Bereich zwischen 100 nm und 500 nm. Die Struktur der Perioden im Bereich
von 100 nm bis 500 nm orientiert sich maßgeblich an den Wellenlängen des sichtbaren
Lichts, sodass bei Perioden unterhalb der Lichtwellenlänge keine höheren Beugungsordnungen
entstehen. Diese Dimensionierung ermöglicht es, die Subwellenlängenstruktur als quasi-homogenes
Medium zu nutzen, das selektiv bestimmte Wellenlängen reflektiert oder transmittiert.
Gleichzeitig wird durch die Wahl dieses Bereichs sichergestellt, dass unerwünschte
Beugungseffekte minimiert und optische Interferenzeffekte präzise gesteuert werden
können. Durch die Kombination aus Interferenzbedingungen und Brechungsindexunterschieden
lassen sich so spezifische Farbverschiebungen, wie sie in Color-Shift-Elementen erwünscht
sind, realisieren.
[0051] Gemäß einer Ausführungsform weist die halbtransparente Subwellenlängenstruktur lateral
variierende Bereiche auf. Die halbtransparente Subwellenlängenstruktur kann lateral
variierende Bereiche aufweisen, bei denen sich beispielsweise die Periodizität, Form
oder Materialzusammensetzung unterscheiden kann. Solche lateralen Variationen ermöglichen
es, lokal unterschiedliche optische Eigenschaften zu erzielen, wodurch gezielt Beugungsmuster,
Interferenzeffekte oder Farbenwechsel erzeugt werden können.
[0052] Zudem können die hier beschriebenen Strukturen bereichsweise demetallisiert sein,
sodass das Licht in diesen Bereichen ungehindert transmittiert wird, um einen sogenannten
Cleartext auszubilden. Weiterhin sind auch Kombinationen dieser Strukturen mit bekannten
Hologrammstrukturen, Mikrospiegelanordnungen oder lichtabsorbierende Mottenaugen-
oder Mikrokavitätenstrukturen möglich.
[0053] Hologrammstrukturen sind dabei optische Elemente, die durch Erzeugen eines Interferenzmusters
aus kohärenten Lichtstrahlen realisiert werden; sie erzeugen ein Bild, das bei Betrachtung
aus unterschiedlichen Richtungen variiert. Dabei wird das einfallende Licht in verschiedene
Beugungsordnungen aufgeteilt. Mikrospiegelanordnungen bestehen aus einer Vielzahl
kleiner Spiegel, die in festgelegten Mustern angeordnet sind und das Licht in definierte
Richtungen reflektieren; das reflektierte Licht bildet dabei ein bei unterschiedlichen
Betrachtungswinkeln veränderliches Muster. Lichtabsorbierende Mottenaugen- oder Mikrokavitätenstrukturen
beruhen auf nanostrukturierten Oberflächen, die das Licht in bestimmten Bereichen
absorbieren; sie erzeugen dadurch definierte optische Kontraste beispielsweise innerhalb
eines Motivs oder eines Echtfarbenbilds, ohne das gesamte Licht zu reflektieren.
[0054] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Sicherheitselement, das zumindest
einen Bereich mit einem Sicherheitsmerkmal gemäß dem oben genannten Aspekt der Erfindung
umfasst. Das Sicherheitselement kann beispielsweise als Folienelement ausgeführt sein,
das mehrere Sicherheitsmerkmale aufweist. Die Sicherheitsmerkmale können unterschiedlich
sein.
[0055] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Wertdokument mit zumindest einem Sicherheitselement
gemäß dem oben genannten Aspekt der Erfindung. Das Wertdokument kann beispielsweise
eine Banknote sein, die mehrere Sicherheitselemente mit jeweils zumindest einen Bereich
mit einem Sicherheitsmerkmal umfasst.
[0056] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Echtheitsprüfung eines
Wertdokuments gemäß dem oben genannten Aspekt der Erfindung, wobei eine Reflexions-
und/oder Transmissionscharakteristik einer auf zumindest ein Sicherheitsmerkmal einfallenden
Laserstrahlung ausgewertet wird.
[0057] Laserstrahlung bezeichnet dabei einen kohärenten, monochromatischen Lichtstrahl,
der durch stimulierte Emission in einer Laserdiode erzeugt wird. Vorzugsweise wird
eine rote Laserdiode verwendet, die Licht im Bereich von etwa 635 nm bis 750 nm emittiert.
Abhängig von dem zu verifizierenden Sicherheitsmerkmal kann auch eine Laserdiode mit
anderen Wellenlängen eingesetzt werden, beispielsweise Grün (490 nm bis 575 nm), Orange
bis Gelb (575 nm bis 635 nm) oder Blau (405 nm bis 490 nm).
[0058] Die Reflexions- und/oder Transmissionscharakteristik der auf das Sicherheitsmerkmal
fallenden Laserstrahlung kann detailliert ausgewertet werden. Dabei können charakteristische
Interferenzmuster und/oder spektrale Signaturen analysiert werden, die auf die ausgeführte
Schichtdicke der Mehrschichtstruktur und/oder einen spezifischen Brechungsindexunterschied
zurückzuführen sind. Alternativ können durch die Laserstrahlung optische Signaturen
einer Subwellenlängenstruktur erzeugt werden, die ebenfalls zur sicheren Verifizierung
der Echtheit des Wertdokuments herangezogen werden können.
[0059] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsmerkmals
gemäß dem oben genannten Aspekt der Erfindung, wobei eine erste Schichtstruktur gebildet
wird, bei der zwischen einer ersten dielektrischen Schicht mit einem ersten Brechungsindex,
und einer zweiten dielektrischen Schicht mit einem zweiten Brechungsindex, eine Mikrostruktur,
die als ein stetiges Wellenprofil ausgebildet ist, eingebettet wird, wobei der Mikrostruktur
eine halbtransparente Schicht überlagert wird, die eine halbtransparente Subwellenlängenstruktur,
die ein regelmäßiges Gitter mit Perioden im Subwellenlängenbereich ist; oder eine
farbgebende halbtransparente Mehrfachschichtstruktur, umfassend eine erste halbtransparente
Schicht mit einem ersten Brechungsindex; eine zweite halbtransparente Schicht mit
einem zweiten Brechungsindex; und eine zwischen den halbtransparenten Schichten eingebettete
dielektrische Schicht mit einem dritten Brechungsindex, wobei die erste Schichtstruktur
dazu eingerichtet ist, einen ersten Teil eines einfallenden Lichtes gestreut zu reflektieren
und einen zweiten Teil des einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
[0060] Die Herstellung von Sicherheitsmerkmalen erfolgt heute über eine Vielzahl hochpräziser
Verfahren, die es ermöglichen, sowohl Mikro- als auch Subwellenlängenstrukturen in
sogenannte Prägestempel einzubringen und somit fälschungssichere Elemente im Prägeverfahren
kostengünstig herzustellen. Bei der sogenannten Originalherstellung werden Mikrostrukturen
bevorzugt im Laser-Direktbelichtungsverfahren direkt in einen Fotolack (Photoresist)
geschrieben, um präzise Reliefmuster zu erzeugen. Ein derartiger Prozess, in dem ein
Material unmittelbar durch einen Laser modifiziert wird, ist in
WO 2016/188619 A1 beschrieben.
[0061] Alternativ kann die Mikrostruktur auch durch ein holographisches Interferenzverfahren
hergestellt werden, bei dem mehrere kohärente Lichtstrahlen ein Interferenzmuster
erzeugen, das in den Fotolack eingebracht wird. Dieses Verfahren ermöglicht die Erzeugung
regelmäßiger, periodischer Strukturen mit hoher Auflösung.
[0062] Zur Erzeugung von Subwellenlängenstrukturen, kann ein photolithographisches Verfahren
genutzt werden, das in Kombination mit einer e-Beam-basierten Photolithographie erfolgt.
Bei dieser Methode, bei der ein hochfokussierter Elektronenstrahl (e-Beam) verwendet
wird, um extrem feine Muster in resist- oder polymerbeschichteten Materialien zu schreiben,
können Strukturen im Subwellenlängenbereich präzise realisiert werden. Die Methode
wird beispielsweise in
US 2013 052373A1 beschrieben.
[0063] Nach der Erzeugung der Originalmuster, also der Mikrostruktur und der Subwellenlängenstruktur,
können diese durch Verfahren wie eine galvanische Abformung repliziert werden. Unter
galvanischer Abformung versteht man ein elektrolytisches Verfahren, bei dem das jeweilige
Originalmuster als Vorlage dient und durch gezielte Metallabscheidung mittels Elektrolyse
exakte Kopien erstellt werden. Alternativ erfolgt die Reproduktion durch Abformen
mit Photopolymeren, also durch den Einsatz lichtempfindlicher Kunststoffe, die nach
Bestrahlung aushärten und als Duplikationsform dienen.
[0064] Um beide Strukturtypen - Mikrostrukturen und Subwellenlängenstrukturen - zu kombinieren,
kann ein Soft-Mold Nanoimprint Verfahren eingesetzt werden. Bei diesem Verfahren wird
ein weicher, elastischer Stempel verwendet, der das gewünschte Muster trägt, um es
mittels Druck in ein Prägesubstrat zu übertragen. Das Prägesubstrat ist dabei das
Ausgangsmaterial, das beispielsweise eine Folie oder ein Papier sein kann, das für
die weitere Verarbeitung vorbereitet wurde. Alternativ kann auch ein Verfahren unter
Anwendung des Zwei-Photonenabsorptionsprozesses gewählt werden. Dieser Prozess nutzt
nichtlineare optische Effekte, bei denen Material, aufgrund der simultanen Absorption
von zwei Photonen modifiziert wird, um dreidimensionale, hochpräzise Strukturen in
einem einzigen Schritt zu erzeugen.
[0065] Die belichteten Originalmuster können nach der Entwicklung des Fotolacks galvanisch
oder unter der Verwendung von Photopolymeren, beispielsweise Poromere, in eine mechanisch
stabile Matrize umkopiert. In der Anwendung für die Massenproduktion ist eine Vielfachanordnung
der Originalmuster durch Heißprägen oder durch Nanoimprint auf einer Matrize erforderlich,
um einen sogenannten Prägezylinder für eine spätere Vervielfältigung herzustellen.
Solche Prägezylinder erlauben schließlich eine kontinuierliche Vervielfältigung der
Originalmuster in UV-Lack oder Heißprägen auf Folien in einem Rolle-zu-Rolle Prozess.
Hier kommen als Abformverfahren Heißprägen oder Nano-Casting in UV-Lack in Frage.
[0066] Nach der Prägung, die beispielsweise durch Heißprägen oder Nanoimprint-Techniken
erfolgt, wird die geprägte Folie mittels Bedampfungsverfahren weiter modifiziert.
Hierbei kommen Methoden wie Elektronenstrahl-Bedampfen, thermisches Verdampfen oder
Sputtern zum Einsatz, um dünne metallische oder dielektrische Schichten aufzubringen.
Vor dem Bedampfen kann zudem in bestimmten Bereichen Waschfarbe aufgedruckt werden.
Unter Waschfarbe ist ein Druckmaterial zu verstehen, das nachfolgend wieder entfernt
wird, um demetallisierte Bereiche zu erzeugen. Alternativ werden diese Bereiche durch
eine Laserdemetallisierung selektiv entfernt.
[0067] Die beschriebenen Methoden und die damit verbundenen Prozessschritte sind unter anderem
in den Veröffentlichungen
WO2016188619A1,
US2013052373A1,
WO2014012667A1 und
WO2017148575A1 dokumentiert, welche die technischen Details und Vorteile der jeweiligen Ansätze
umfassend darstellen.
[0068] Als metallisches Material können Metalle, wie beispielsweise Aluminium, Silber, Kupfer,
Palladium, Gold, Chrom, Nickel und/oder Wolfram sowie deren Legierungen eingesetzt
werden. Als dielektrische Materialien können beispielsweise ZnS, SiO
x, TiO
2, Ta
2O
5 oder MgF
2 eingesetzt werden. Polymere oder anorganische Beschichtungen können ebenfalls zum
Einsatz kommen, ebenso Materialkombinationen und hochmolekulare Polymere. Nach dem
Bedampfen kann die Struktur einkaschiert bzw. mit einer Deckfolie geschützt werden.
[0069] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Verfahren ein Ausbilden einer zweiten Schichtstruktur,
bei der zwischen den dielektrischen Schichten eine Planarstruktur, die als eine im
Wesentlichen durchgehend glatte, zweidimensionale Struktur ohne Krümmung ausgebildet
ist, eingebettet wird, wobei die entsprechende Subwellenlängenstruktur oder Mehrfachschichtstruktur
der Planarstruktur überlagert ist, und wobei die zweite Schichtstruktur dazu eingerichtet
ist, einen ersten Teil eines einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu reflektieren
und einen zweiten Teil des einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0070] Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Schichtstruktur eines erfindungsgemäßen
Sicherheitsmerkmals;
Fig. 2a eine schematische Darstellung einer Schichtstruktur eines Sicherheitsmerkmals
gemäß einer Ausführungsform mit einer farbgebenden halbtransparenten Mehrfachschichtstruktur;
Fig. 2b eine schematische Darstellung einer Schichtstruktur eines Sicherheitsmerkmals
gemäß einer weiteren Ausführungsform mit einer halbtransparenten Subwellenlängenstruktur;
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Schichtstruktur eines Sicherheitsmerkmals
gemäß einer Ausführungsform mit einer halbtransparenten Subwellenlängenstruktur, die
einer Kombination einer Mikrostruktur mit einer Planarstruktur überlagert ist;
Fig. 4a und 4b schematische Darstellungen eines Sicherheitsmerkmals mit unterschiedlichen
Schichtstrukturen;
Fig. 5a bis 5c und 6 weitere schematische Darstellungen einer jeweiligen Schichtstruktur
gemäß Ausführungsformen.
Detaillierte Beschreibung von Ausführungsformen
[0071] Wie in Fig. 1a dargestellt, umfasst das Sicherheitsmerkmal 100 eine erste Schichtstruktur
10. Die Schichtstruktur 10 umfasst eine erste dielektrische Schicht 12a mit einem
ersten Brechungsindex n
1 und eine zweite dielektrische Schicht 12b mit einem zweiten Brechungsindex n
2. Die dielektrischen Schichten 12a, 12b sind aus UV-Prägelack ausgebildet, wobei der
Brechungsindex beider Schichten ungefähr 1.5 beträgt, sodass ein Einfallswinkel eines
auf die erste dielektrische Schicht 12a einfallenden Lichtes I im Wesentlichen einem
Austrittswinkel des an der zweiten dielektrischen Schicht 12b austretenden transmittierten
Lichts T entspricht. Zwischen der ersten dielektrischen Schicht 12a und der zweiten
dielektrischen Schicht 12b ist eine halbtransparente Schicht 16 eingebettet. Die halbtransparente
Schicht 16 ist einer Mikrostruktur 14 überlagert.
[0072] Ein erster Teil des einfallenden Lichtes I wird von der ersten Schichtstruktur 10
als aufgestreutes Licht S reflektiert. Einfallendes paralleles Licht wird von der
ersten Schichtstruktur 10 in einen Lichtkegel mit einem Öffnungswinkel in einer Raumrichtung
zwischen 5° und 30° gestreut reflektiert. Ein zweiter Teil des einfallenden Lichtes
I wird im Wesentlichen ungestreut transmittiert T. Zwischen der ersten dielektrischen
Schicht 12a und der zweiten dielektrischen Schicht 12b ist eine halbtransparente Schicht
16 eingebettet. Die Mikrostruktur 14 weist ein stetiges Wellenprofil auf. Die Mikrostruktur
14 ist als eine aperiodische Abfolge von Wellenbergen und dazwischen befindlichen
Senken ausgebildet. Ein jeweiliger Höhenunterschied zwischen benachbarten Wellenbergen
der Mikrostruktur 14 ist kleiner als 10 µm. Ein mittlerer Abstand zwischen benachbarten
Wellenbergen liegt zwischen 2 µm und 80 µm.
[0073] Wie in Figur 2a dargestellt, umfasst die erste Schichtstruktur 10 eine halbtransparente
Schicht 16, die als eine farbgebende halbtransparente Mehrfachschichtstruktur 22 ausgebildet
ist. Die Mehrfachschichtstruktur 22 weist eine Schichtdicke kleiner als 1 µm auf.
Die farbgebende halbtransparente Mehrfachschichtstruktur 22 umfasst eine erste halbtransparente
Spiegelschicht 24a mit einem ersten Brechungsindex n
S1, eine zweite halbtransparente Spiegelschicht 24b mit einem zweiten Brechungsindex
n
S2 und eine zwischen der ersten halbtransparenten Spiegelschicht 24a und der zweiten
halbtransparenten Spiegelschicht 24b eingebettete dielektrische Schicht 26 mit einem
dritten Brechungsindex n
S3. Die erste halbtransparente Spiegelschicht 24a und die zweite halbtransparente Spiegelschicht
24b sind aus Aluminium ausgebildet. Die dielektrische Schicht 26 ist aus SiO
2 ausgebildet. Jeweils benachbarten Brechungsindizes n
S1, n
S2, n
S3 der Mehrfachschichtstruktur 22 sind unterschiedlich. Der Brechungsindex n
S1 der ersten halbtransparenten Spiegelschicht 24a unterscheidet sich vom Brechungsindex
n
S3 der eingebetteten dielektrischen Schicht 26. Der Brechungsindex n
S2 der zweiten halbtransparenten Spiegelschicht 24b unterscheidet sich vom Brechungsindex
n
S3 der eingebetteten dielektrischen Schicht 26.
[0074] Die Mehrfachschichtstruktur 22 bewirkt charakteristische Interferenz- und Reflexionseffekte,
womit ein optischer Eindruck, beispielsweise wie Farbe, Helligkeit oder Glanz - abhängig
vom Betrachtungswinkel variiert. Ein Teil des einfallenden Lichtes I wird von der
ersten Schichtstruktur 10 als aufgestreutes Licht S reflektiert. Ein zweiter Teil
des einfallenden Lichtes I wird im Wesentlichen bezüglich des Austrittswinkels ungestreut
transmittiert T.
[0075] Wie in Figur 2b dargestellt, umfasst die erste Schichtstruktur 10 eine halbtransparente
Schicht 16, die als eine Subwellenlängenstruktur 18 ausgebildet ist. Die Subwellenlängenstruktur
18 ist als regelmäßiges Gitter mit Perioden im Subwellenlängenbereich ausgebildet.
Die Perioden der halbtransparenten Subwellenlängenstruktur 18 liegen in einem Bereich
zwischen 100 nm bis 500 nm. Die Subwellenlängenstruktur 18 bewirkt charakteristische
Interferenz- und Reflexionseffekte, womit ein optischer Eindruck, beispielsweise wie
Farbe, Helligkeit oder Glanz - abhängig vom Betrachtungswinkel variieren kann. Ein
Teil des einfallenden Lichts I wird von der ersten Schichtstruktur 10 als aufgestreutes
Licht S reflektiert. Der zweite Teil des einfallenden Lichtes I wird im Wesentlichen
ungestreut transmittiert T. Die Subwellenlängenstruktur 18 ist der Mikrostruktur 14
überlagert. Die Subwellenlängenstruktur kann sowohl eindimensional als auch zweidimensional
periodisch sein.
[0076] Wie in Figur 3 dargestellt, umfasst das Sicherheitsmerkmal 100 neben der ersten Schichtstruktur
10 eine zweiten Schichtstruktur 30. Die zweite Schichtstruktur 30 ist angrenzend zur
ersten Schichtstruktur 10 angeordnet. Die erste Schichtstruktur 10 und die zweite
Schichtstruktur 30 umfassen jeweils eine erste dielektrische Schicht 12a und eine
zweite dielektrische Schicht 12b. Zwischen der jeweiligen ersten dielektrischen Schicht
12a und der jeweiligen zweiten dielektrischen ist eine jeweilige halbtransparente
Schicht 16 eingebettet. Die in der ersten Schichtstruktur 10 eingebettete halbtransparente
Schicht 16 ist einer Mikrostruktur 14 überlagert. Die in der zweiten Schichtstruktur
30 eingebettete halbtransparente Schicht 16 ist einer Planarstruktur 34 überlagert.
Die Mikrostruktur 14 in der ersten Schichtstruktur 10 ist als stetiges Wellenprofil,
mit einer aperiodischen Abfolge von Wellenbergen und dazwischen befindlichen Senken,
ausgebildet. Die Planarstruktur 34 in der zweiten Schichtstruktur 30 weist einen ebenen
glatten Verlauf auf. Die in der ersten Schichtstruktur 10 durch die Mikrostruktur
14 überlagerte halbtransparente Schicht 16 und die in der zweiten Schichtstruktur
30 durch die Planarstruktur 34 überlagerte halbtransparente Schicht 16 fließend ineinander
übergehend angeordnet. Die halbtransparente Schicht 16 in der ersten Schichtstruktur
10 ist als Subwellenlängenstruktur 18 ausgebildet. Die Subwellenlängenstruktur 18
in der ersten Schichtstruktur 10 ist der Mikrostruktur 14 überlagert. Die halbtransparente
Schicht 16 in der zweiten Schichtstruktur 30 ist als Subwellenlängenstruktur 18 ausgebildet.
Die Subwellenlängenstruktur 18 in der zweiten Schichtstruktur 30 ist der Planarstruktur
34 überlagert. Ein erster Teil eines einfallenden Lichtes I wird von der ersten Schichtstruktur
10 als aufgestreutes Licht S reflektiert. Ein zweiter Teil des einfallenden Lichtes
I wird von der ersten Schichtstruktur 10 im Wesentlichen ungestreut transmittiert
T. Ein weiterer erster Teil des einfallenden Lichtes I wird im Bereich der zweiten
Schichtstruktur 30 ohne das Licht zu streuen reflektiert R. Ein weiterer zweiter Teil
des einfallenden Lichts I wird in diesem Bereich im Wesentlichen ungestreut transmittiert
T.
[0077] Die Figuren 4a und 4b zeigen Sicherheitsmerkmale 100 mit ersten Schichtstrukturen
10 und zweiten Schichtstrukturen 30. Figur 4a zeigt eine erste Schichtstruktur 10
in Form eines zentralen Sterns 10, der einen ersten Teil eines einfallenden Lichtes
I als gestreutes Licht S reflektiert und einen zweiten Teil des einfallenden Lichtes
I als im Wesentlichen ungestreutes Licht T transmittiert. Den Stern 10 bzw. die erste
Schichtstruktur 10 umgibt eine zweite Schichtstruktur 30. Die zweite Schichtstruktur
30 reflektiert einen weiteren ersten Teil des einfallenden Lichtes I als ungestreutes
Licht R, wobei ein weiterer zweiter Teil des einfallenden Lichtes I als im Wesentlichen
ungestreutes Licht T transmittiert wird. Figur 4b zeigt ein Sicherheitsmerkmal 100
mit einer zusätzlichen, unterschiedlichen zweite Schichtstruktur 40, die als optischer
Effekt erkennbar ist. Die zusätzliche, unterschiedliche zweite Schichtstruktur 40
ist in Form eines Sterns 40 als optischer Effekt erkennbar. Die erste Schichtstruktur
10 ist in Form eines Euro-Symbols 10 erkennbar. Die zusätzliche, unterschiedliche
zweite Schichtstruktur 40 reflektiert einen weiteren ersten Teil des einfallenden
Lichts I als ungestreutes Licht R', wobei ein weiterer zweiter Teil des einfallenden
Lichts I als im Wesentlichen ungestreutes Licht T transmittiert wird. Die jeweiligen
Subwellenstrukturen in den Schichtstrukturen 10, 30, 40 weisen jeweils unterschiedliche
Profilgeometrien auf.
[0078] Die Figuren 5a bis 5c zeigen Sicherheitsmerkmale 100 mit ersten Schichtstrukturen
10 und einer Subwellenlängenstruktur im Querschnitt entlang einer Raumrichtung, welche
eine jeweils unterschiedlich ausgebildete Verwölbung ihrer Oberfläche aufweist. Wie
in Fig. 5a dargestellt, ist das Wellenprofil der Mikrostruktur 14a als eine Senke
ausgebildet, so dass eine Lichtstreuung in Reflexion erfolgt. Wie in Fig. 5b dargestellt,
ist das Wellenprofil der Mikrostruktur 14b als aperiodische Abfolge von Wellenbergen
und Senken ausgebildet. Die Mikrostruktur 14b umfasst eine Vielzahl linear verlaufender
Abschnitte, die eine unterschiedliche Steigung aufweisen. Wie in Fig. 5c dargestellt,
ist das Wellenprofil der Mikrostruktur 14c aus einer kombinierten Anordnung gekrümmter
Abschnitte und linear verlaufender Abschnitte, die zueinander jeweils eine unterschiedliche
Steigung aufweisen, ausgebildet. Wie in Figur 6 dargestellt, umfasst die erste Schichtstruktur
10 eine Mikrostruktur 14d, die als Facettenstruktur mit einer Abfolge von steil ansteigenden
und flach abfallenden Abschnitten ausgebildet ist. Der Mikrostruktur 14d ist eine
Subwellenlängenstruktur 18 überlagert. Die Subwellenlängenstruktur 18 ist mit einer
Dreifach-Beschichtung aus zwei halbtransparenten Metallschichten 50a, 50b und einer
dazwischenliegenden dielektrischen Abstandsschicht 52 überzogen. Der Einfachheit halber
ist in diesen Beispielen jeweils eine Subwellenlängenstruktur mit konstanten Strukturparametern
dargestellt. Diese Erfindung umfasst jedoch auch Subwellenlängengitter, bei denen
die Periode und die Profilparameter lateral variieren. Weiterhin ist in dieser Erfindung
eingeschlossen, dass die dargestellten Sicherheitsmerkmale in der zweiten Raumrichtung
der Ebene ebenfalls eine Vorwölbung aufweisen, welche entweder gleich oder ungleich
zur Verwölbung in der ersten Raumrichtung ausgeprägt sein kann.
1. Sicherheitsmerkmal (100) für ein Wertdokument mit einer ersten Schichtstruktur (10),
umfassend
eine erste dielektrische Schicht (12a) mit einem ersten Brechungsindex (n1);
eine zweite dielektrische Schicht (12b) mit einem zweiten Brechungsindex (n2);
eine zwischen der ersten dielektrischen Schicht (12a) und der zweiten dielektrischen
Schicht (12b) eingebettete halbtransparente Schicht (16), die einer Mikrostruktur
(14) überlagert ist, wobei die Mikrostruktur (14) ein Wellenprofil aufweist, wobei
die halbtransparente Schicht (16) ausgebildet ist als:
eine halbtransparente Subwellenlängenstruktur (18), die ein regelmäßiges Gitter mit
Perioden im Subwellenlängenbereich ist; oder
eine farbgebende halbtransparente Mehrfachschichtstruktur (22), umfassend eine erste
halbtransparente Schicht (24a) mit einem ersten Brechungsindex (nS1); eine zweite halbtransparente Schicht (24b) mit einem zweiten Brechungsindex (nS2); und eine zwischen den halbtransparenten Schichten (24a, 24b) eingebettete dielektrische
Schicht (26) mit einem dritten Brechungsindex (nS3), und
wobei die erste Schichtstruktur (10) dazu eingerichtet ist, einen ersten Teil (S)
eines einfallenden Lichtes (I) in einem Lichtkegel mit einem Öffnungswinkel zwischen
5° und 30°, vorzugsweise zwischen 5° und 20°, gestreut zu reflektieren und einen zweiten
Teil (T) des einfallenden Lichtes (I) im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
2. Sicherheitsmerkmal nach Anspruch 1, mit einer zweiten Schichtstruktur (30),
wobei die halbtransparente Schicht (16) einer Planarstruktur (34) überlagert ist,
wobei die Planarstruktur (34) einen ebenen glatten Verlauf aufweist, und
wobei die zweite Schichtstruktur (30) dazu eingerichtet ist, einen ersten Teil (R)
eines einfallenden Lichtes (I) im Wesentlichen ungestreut zu reflektieren und einen
zweiten Teil (T) des einfallenden Lichtes (I) im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
3. Sicherheitsmerkmal nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Brechungsindizes
(n1, n2) der ersten (12a) und der zweiten dielektrischen Schicht (12b) ungefähr 1.5 betragen.
4. Sicherheitsmerkmal nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Wellenprofil
eine aperiodische Abfolge von Wellenbergen und dazwischen befindlichen Senken aufweist,
wobei ein jeweiliger Höhenunterschied zwischen benachbarten Wellenbergen der Mikrostruktur
(14) kleiner als 10 µm ist, und wobei ein mittlerer Abstand zwischen benachbarten
Wellenbergen zwischen 2 µm und 80 µm liegt.
5. Sicherheitsmerkmal nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Mehrfachschichtstruktur
(22) eine Schichtdicke kleiner als 1 µm aufweist.
6. Sicherheitsmerkmal nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Brechungsindizes (nS1, nS2, nS3) jeweils benachbarter Schichten (24a, 24b, 26) der Mehrfachschichtstruktur (22) unterschiedlich
sind.
7. Sicherheitsmerkmal nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Perioden der halbtransparenten
Subwellenlängenstruktur (18) in einem Bereich zwischen 100 nm bis 500 nm liegen.
8. Sicherheitsmerkmal nach Anspruch 7, wobei die halbtransparente Subwellenlängenstruktur
(18) lateral variierende Bereiche aufweist.
9. Sicherheitselement, das zumindest einen Bereich mit einem Sicherheitsmerkmal nach
einem der Ansprüche 1 bis 8 umfasst.
10. Wertdokument mit zumindest einem Sicherheitselement nach Anspruch 9.
11. Verfahren zur Echtheitsprüfung eines Wertdokuments nach Anspruch 10, wobei eine Reflexions-
und/oder Transmissionscharakteristik einer auf zumindest ein Sicherheitsmerkmal einfallenden
Laserstrahlung ausgewertet wird.
12. Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsmerkmals nach einem der Ansprüche 1 bis
8, wobei eine erste Schichtstruktur gebildet wird, bei der zwischen einer ersten dielektrischen
Schicht mit einem ersten Brechungsindex, und einer zweiten dielektrischen Schicht
mit einem zweiten Brechungsindex, eine Mikrostruktur, die als ein stetiges Wellenprofil
ausgebildet ist, eingebettet wird, wobei der Mikrostruktur eine halbtransparente Schicht
überlagert wird, die eine halbtransparente Subwellenlängenstruktur, die ein regelmäßiges
Gitter mit Perioden im Subwellenlängenbereich ist; oder eine farbgebende halbtransparente
Mehrfachschichtstruktur, umfassend eine erste halbtransparente Schicht mit einem ersten
Brechungsindex; eine zweite halbtransparente Schicht mit einem zweiten Brechungsindex;
und eine zwischen den halbtransparenten Schichten eingebettete dielektrische Schicht
mit einem dritten Brechungsindex, wobei die erste Schichtstruktur dazu eingerichtet
ist, einen ersten Teil eines einfallenden Lichtes in einem Lichtkegel mit einem Öffnungswinkel
zwischen 5° und 30°, vorzugsweise zwischen 5° und 20°, gestreut zu reflektieren und
einen zweiten Teil des einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.
13. Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsmerkmals nach Anspruch 12, wobei eine zweite
Schichtstruktur gebildet wird, bei der zwischen den dielektrischen Schichten eine
Planarstruktur, die als eine im Wesentlichen durchgehend glatte, zweidimensionale
Struktur ohne Krümmung ausgebildet ist, eingebettet wird, wobei die entsprechende
Subwellenlängenstruktur oder Mehrfachschichtstruktur der Planarstruktur überlagert
ist, und wobei die zweite Schichtstruktur dazu eingerichtet ist, einen ersten Teil
eines einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu reflektieren und einen zweiten
Teil des einfallenden Lichtes im Wesentlichen ungestreut zu transmittieren.