[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsdokument und ein Verfahren zur Herstellung
des Sicherheitsdokuments, das aus einem Substrat mit einer Vorderseite und einer Rückseite
besteht, wobei die Vorderseite und/oder Rückseite mindestens teilweise mit einer Farbe
beschichtet ist.
[0002] Hierzu ist beispielsweise aus der
EP 2 330 251 B1 ein Sicherheitsdokument bekannt, das aus einem Substrat mit einer Vorderseite und
einer Rückseite besteht, wobei die Vorderseite und/oder die Rückseite mit mindestens
einer Beschichtung aus einer transluzenten Kunststofffolie beschichtet ist. Mindestens
die Seite der transluzenten Kunststofffolie, die dem Substrat zugewandt ist, ist mit
einer Farbe beschichtet, deren Farbton dem Farbton des Substrats mindestens ähnlich
ist, so dass die Farbe bei Betrachtung in Auflicht, einen ähnlichen oder bevorzugt
gleichen Farbton aufweist, wie das Substrat und damit kaum oder nicht in Erscheinung
tritt. Bei Betrachtung in Durchlicht hingegen erkennt der Betrachter die Farbe, da
sich im Bereich der Farbe die Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit der
Farbe und die Transluzenz des Substrats addieren. Die Farbe bildet hierbei ein Sicherheitselement
in Form eines sogenannten unechten Wasserzeichens oder Pseudo-Wasserzeichens. Denn
es erscheint zwar ähnlich wie ein echtes Wasserzeichen, besteht im Gegensatz zu einem
echten Wasserzeichen jedoch nicht aus einer Variation der Dicke des Substrats. Bei
einem echten Wasserzeichen von Fasersubstraten, wie beispielsweise dem von Banknoten,
erscheinen dünnere Elemente im Durchlicht heller oder bei dunklem Untergrund dunkler,
das Substrat ist in diesen Bereich des Wasserzeichens weniger opak als im Umfeld.
[0003] Für kleine Banknotenserien oder Spezialpapier auf Basis von Baumwollfasern sind die
Kosten für die Erzeugung eines echten Wasserzeichens jedoch besonders hoch.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Sicherheitsdokument
derart weiterzubilden, dass der Nachteil gegenüber Sicherheitsdokumenten des Standes
der Technik behoben wird, sowie ein Verfahren zur Herstellung dieses Sicherheitsdokuments
anzugeben.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Erfindungsgemäß ist der Farbton der Farbe dem Farbton des Substrats mindestens ähnlich,
so dass die Farbe bei Betrachtung in Auflicht, einen ähnlichen oder bevorzugt gleichen
Farbton aufweist, wie das Substrat und damit kaum oder nicht in Erscheinung tritt.
Bei Betrachtung in Durchlicht hingegen erkennt der Betrachter die Farbe, da sich im
Bereich der Farbe entweder die Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit der
Farbe und die Transluzenz des Substrats addieren oder die Transluzenz beziehungsweise
Lichtdurchlässigkeit des Substrats erhöht.
[0007] Die Farbe ist erfindungsgemäß derart ausgeführt, dass sie taktil erfassbar ist. Um
eine gute taktile Erfassbarkeit für nahezu alle Personengruppen sicherzustellen, muss
die taktil erfassbare Farbe mindestens eine bestimmte Höhe bezogen auf die Oberfläche
der Seite des Substrats aufweisen, auf der sie aufgebracht ist. Idealerweise sollte
eine taktil erfassbare Struktur eine Höhe von 0,5 Mikrometer bis 100 Mikrometer, bevorzugt
1 Mikrometer bis 40 Mikrometer aufweisen. Damit wird sichergestellt, dass die Wahrnehmungsschwelle
für taktil erfassbare Erhöhungen überschritten wird und ein Benutzer, der mit seiner
Fingerkuppe über die taktilen Strukturen streicht, diese als Erhöhung gegenüber der
umliegenden Substratoberfläche erfühlen kann. Eine taktile Struktur kann somit unabhängig
von ihrem optisch wahrnehmbaren Aussehen haptisch wahrgenommen werden, so dass das
Wertdokument auch von Personen mit eingeschränkter oder verminderter Sehstärke eindeutig
erkannt und auf seine Echtheit hin überprüft werden kann.
[0008] Zusätzlich oder alternativ kann die Oberfläche der Farbe gegenüber der Oberfläche
der Seite des Substrats, auf der sie aufgebracht ist, eine andere Rauigkeit und/oder
Klebrigkeit aufweisen. Bei dem Abtasten der Oberfläche des Sicherheitsdokuments mit
einem Finger erkennt dabei eine Person Flächen mit unterschiedlicher Rauigkeit und/oder
Klebrigkeit. Die Klebrigkeit der Oberfläche wird insbesondere eingestellt oder verändert
durch Auswahl geeigneter Bindemittel der verwendeten Farbe und/oder durch Zusatz von
Antislip-Mitteln, wie beispielsweise Wachse.
[0009] Die Farbe ist besonders vorteilhaft als eine taktil fühlbare Mikrostruktur auf das
Substrat aufgebracht, die besonders bevorzugt in ihrer Darstellung, idealerweise auch
in der der Form und Größe, der des echten Wasserzeichens einer Banknote entspricht.
Dabei handelt es sich bei den dunkleren Bereichen um eine Farbschicht, während die
helleren Bereiche unbedruckt bleiben oder durch eine dünnere Farbschicht ausgebildet
werden. Somit wird der visuelle Eindruck des Pseudo-Wasserzeichens durch unterschiedliche
Lichtdurchlässigkeit erreicht und dieser gleichzeitig taktil fühlbar unterstrichen.
[0010] Der besonders vorteilhaft erhöhte Fälschungsschutz des erfindungsgemäßen Sicherheitsdokuments
liegt darin, dass durch die Farbe, deren Farbton dem Farbton des Substrats mindestens
ähnlich ist, ein drucktechnisch erzeugtes Sicherheitsmerkmal zur Verfügung gestellt
wird, dass lediglich in Durchlicht und nicht oder nur geringfügig in Auflicht erkennbar
ist. Es handelt sich somit um ein Durchsichts-Sicherheitsmerkmal ähnlich einem Wasserzeichen,
das jedoch erfindungsgemäß zusätzlich taktil erfassbar ist.
[0011] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Farbe derart auf das Substrat
aufgedruckt, dass die Planlage des Sicherheitsdokuments gewährleistet ist. Als Planlage
wird hierbei bezeichnet, dass das Substrat des Sicherheitsdokuments plan beziehungsweise
eben bleibt und nicht wellig wird. Die Farbe wird dabei mit maximaler Beschichtungsdicke
vollflächig auf das Substrat aufgebracht und wird das Pseudo-Wasserzeichen nur in
kleineren Bereichen durch teilweises oder motivbehaftendes Weglassen der Farbe erzeugt.
Bei einer typischen Banknote beträgt die Fläche des Wasserzeichens weniger als 20
% der Fläche der Banknote, bevorzugt weniger als 10 % der Fläche der Banknote. Dies
bedeutet, dass mehr als 80 % der Oberfläche des Substrats mit der Farbe bedeckt ist,
um eine reduzierte Transluzenz zu erreichen. Dabei können diese Bereiche vollflächig,
partiell belegt oder auch gerastert bedruckt sein.
[0012] Weiterer besonderer Vorteil der Erfindung ist, dass die Farbe eine taktile bevorzugt
digitalgedruckte Stützstruktur zur Verbesserung der Planlage bildet. Durch die Stützstrukturen
wird die zuvor schlechte Planlage des Substrats vermieden. Probleme mit der Planlage
treten insbesondere bei Ausstattung des Substrats mit Fäden und Sicherheits-Streifen
auf, wobei Substrat-Stapel im Druck sehr wellig aussehen. Ein visuell in Aufsicht
kaum sichtbares Stützwasserzeichen als erhabenes, taktiles Element beispielsweise
in der Nähe der Beschnittflächen der Banknote oder auch über die Banknote verteilt
in Bereichen, in denen beispielsweise keine taktile Farbe aufgebacht wurde oder in
dem das Substrat nicht durch Folienapplikation verdickt ist, vermeidet ein welliges
Substrat im Stapel. Die Ausführungsformen einer visuell kaum sichtbaren Stützstruktur
können dabei sowohl aus der erfindungsgemäßen Farbe erfolgen, wobei die Stellen der
Stützstruktur im Durchlicht weniger transluzent erscheinen, also im Durchlicht dunkler.
Sie kann aber auch aus visuell transparentem Material erfolgen, das bei Durchlichtbetrachtung
keine für das ungeübte Auge Unterscheidbarkeit zum restlichen Substrat gibt. In einer
Sonderform kann diese Stützstruktur insbesondere durch ein UV-absorbierenden Polymer
gebildet sein, so dass sich bei Betrachtung unter UV-Licht (mit beispielsweise 365
nm Wellenlänge) diese Stelle als besonders dunkel dargestellt oder im Falle eines
lumineszierenden Materials in leuchtenden Farben oder auch Mustern, Formen oder Codierungen
darstellt.
[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform überragt die Fläche der Farbe in
lateraler Richtung des Substrats einen Einzelnutzen und schließt besonders bevorzugt
auch die Fläche eines gesamten Banknotenbogens ein. Alternativ kann die Farbe auch
außerhalb des Banknotenmotivs Stützstrukturen auf dem Substrat des Banknotenbogens
bilden, um einen besseren Bogenlauf während des Bearbeitungsprozesses zu gewährleisten.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform besteht das Pseudo-Wasserzeichen
aus positiven oder/und negativen Motiven. Bei einem positiven Motiv wird hierbei ein
Motivelement selbst auf das Substrat aufgebracht, wohingegen bei einem negativen Motiv
der das Motivelement umgebende Bereich auf das Substrat aufgebracht wird. Ein positives
Motiv ist beispielsweise ein in opaker Farbe auf das helle Substrat aufgedruckter
Buchstabe. Ein negatives Motiv ist beispielsweise eine in opaker Farbe auf das helle
Substrat aufgebrachte Fläche, die innerhalb der Fläche einen unbedruckten Bereich
in Form eines Buchstabens aufweist. Das Pseudo-Wasserzeichen wird dabei also durch
Weglassen oder Ausdünnen der ursprünglichen Farbe, durch Hinzufügen weiterer Schichten
oder durch eine Kombination davon erzeugt. Die dazu nötigen Druck- beziehungsweise
Beschichtungsgänge können bei der Substratherstellung noch in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren
oder beim späteren eigentlichen Druck der Banknote im Bogenformat stattfinden oder
auch in Kombinationen davon. Bevorzugt werden Schichten, die dünner als die großflächige
Abdeckung sind, erzeugt, wenn das Substrat noch in Rollenform vorliegt, und Verdickungen
der Schicht, die auch je nach Denomination oder noch kleinteiliger individuell sein
können, im Bogenformat.
[0015] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird durch mindestens einen weiteren
farbigen Überdruck über die Farbe des Pseudo-Wasserzeichens beispielsweise in Form
von Kopierrastern oder Guillochen der Übergang der Farbe auf dem Substrat optisch
abgesoftet, indem der farbige Überdruck überlappend den Bereich mit erhöhtem und keinem
beziehungsweise geringeren Auftrag der Farbe abdeckt.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Farbe weitere Eigenschaften
auf. Dies sind beispielsweise fluoreszierende, lumineszierende, infrarote, elektrisch
leitfähige, optisch variable, thermochrome, magnetische oder andere maschinenlesbare
Eigenschaften, die beispielsweise in Form von Pigmenten in die Farbe gemischt werden.
[0017] Besonderer Vorteil der Erfindung ist, dass verschiedene Arten von Wasserzeichen in
einem Banknotensubstrat kombiniert werden können. So kann neben dem üblichen Porträt-Wasserzeichen
auch ein flächiges Muster aus beispielsweise Rauten, Kacheln oder Ringen als Pseudo-Wasserzeichen
auf der gesamten Banknotenfläche erzeugt werden. Dieses kann auch individualisiert
werden und in kontrolliert werden, ob beispielsweise die Individualisierung zur Seriennummer
passt.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist ein Wasserzeichen, entweder
ein erfindungsgemäßes taktiles Pseudo-Wasserzeichen oder ein echtes Wasserzeichen
mit einer digital gedruckten individualisierten Zusatzinformation im Wasserzeichenbereich
kombiniert.
[0019] Besonders bevorzugt entspricht der Farbton der Farbe dem Farbton des Substrats, indem
beispielsweise bei einem Substrat mit einem weißen Farbton eine Farbe mit einem entsprechenden
weißen Farbton verwendet wird, beispielsweise Deckweiß. Des Weiteren kann das Substrat
auch eingefärbt sein und beispielsweise einen hellgrünen Farbton aufweisen. In diesem
Fall weist die Farbe einen entsprechenden hellgrünen Farbton auf.
[0020] Alternativ kann das Substrat auch auf Vorder- und Rückseite einen unterschiedlichen
Farbton aufweisen. In diesem Fall entspricht der Farbton der Farbe dem Farbton derjenigen
Seite des Substrats, auf die die Farbe aufgetragen wird.
[0021] Des Weiteren kann das Substrat vor dem Auftragen der Farbe zusätzlich mindestens
teilweise mit einer weiteren Schicht beschichtet sein, die einen bestimmten Farbton
aufweist, beispielsweise einer Klebstoffschicht oder einer Kaschierschicht beziehungsweise
einem Kaschierlack. In diesem Fall wird der Farbton der Farbe in diesem Bereich an
den Farbton dieser weiteren Schicht angepasst, so dass er diesem mindestens ähnlich
ist und bevorzugt diesem entspricht.
[0022] Wesentlich ist in allen Fällen, dass die Farbe bei Betrachtung in Auflicht, einen
ähnlichen oder bevorzugt gleichen Farbton aufweist wie das Substrat beziehungsweise
die auf das Substrat aufgebrachte weitere Schicht und damit kaum oder nicht in Erscheinung
tritt. Eine Betrachtung in Auflicht ist im Sinne dieser Erfindung eine Beleuchtung
eines Objektes von einer Seite und eine Betrachtung des Objektes von derselben Seite.
Eine Betrachtung in Auflicht liegt somit beispielsweise dann vor, wenn die Vorderseite
des Objektes beleuchtet und auch betrachtet wird.
[0023] Wird jedoch das Sicherheitsdokument in Durchlicht betrachtet, muss unterschieden
werden zwischen einer Farbe, die die Opazität des Substrats erhöht, und einer Farbe,
die die Lichtdurchlässigkeit des Substrats erhöht. Im ersten Fall erkennt der Betrachter
die Farbe, da sich im Bereich der Farbe die Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit
der Farbe und die Transluzenz des Substrats addieren. Der Betrachter erkennt somit
in Durchlicht die Bereiche der Farbe, da diese dunkler erscheinen als die umliegenden
Bereiche des Substrats ohne Farbe. Üblicherweise erscheint ein Wasserzeichenbereich
in Durchlicht heller, so dass die Farbe in diesem Fall in den umliegenden Bereichen
des Wasserzeichens aufgebracht und im Bereich des Wasserzeichens weggelassen wird.
[0024] Im zweiten Fall handelt es sich um eine Farbe, die die die streuende Wirkung des
faserigen Substrats reduziert und somit die Lichtdurchlässigkeit des Substrats erhöht
(so wie beispielsweise ein Ölfleck die Lichtdurchlässigkeit von Papier erhöht) oder
um einen Brechungsindexmatch zwischen der motivhaft aufgebrachte Farbe und den im
Substrat liegenden Streukörpern, bei denen das hindurchleuchtende Licht beim Übergang
von Brechungsindex Partikel zu Brechungsindex zu Luft gebrochen wird und durch den
ähnlicheren Brechungsindex zum Partikel das Licht weniger stark gebrochen wird und
somit durch den Schichtaufbau hindurch scheint. Die Farbe wird im Gegensatz zum ersten
Fall in den umliegenden Bereichen des Wasserzeichens weggelassen und im Bereich des
Wasserzeichens aufgebracht.
[0025] Eine Betrachtung in Durchlicht ist im Sinne dieser Erfindung eine Beleuchtung eines
Objektes von einer Seite und eine Betrachtung des Objektes von einer anderen Seite,
insbesondere der gegenüberliegenden Seite. Eine Betrachtung in Durchlicht liegt somit
beispielsweise dann vor, wenn die Rückseite des Objektes beleuchtet und die Vorderseite
des Objektes betrachtet wird. Das Licht scheint somit durch das Objekt hindurch.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Farbe mindestens
eine Umrisskontur aufweist, die in Form mindestens eines Musters, mindestens eines
alphanumerischen Zeichens oder einer graphischen Abbildung ausgeführt ist. Die Farbe
bildet somit ein Durchsichts-Sicherheitsmerkmal, das in Auflicht kaum oder nicht in
Erscheinung tritt und in Durchlicht lesbar und/oder erkennbar ist. Die Umrisskontur
kann hierbei scharf begrenzt sein, so dass sich außerhalb der Umrisskontur keine Farbe
befindet, oder auch einen fließenden Übergang markieren, bei dem beispielsweise die
Farbschichtdicke, die Transparenz der Farbe oder dergleichen kontinuierlich oder stufenförmig
nach außen hin abnimmt. Die Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit der Farbe
innerhalb der Umrisskontur kann also konstant sein, sich schrittweise verändern, wobei
Bereiche unterschiedlicher Transluzenz aneinandergrenzen, oder sich kontinuierlich
verändern, wobei beispielsweise die Transluzenz "fließend" zunimmt oder abnimmt. Die
Umrisskontur bildet dabei ein Halbtonbild.
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Substrat
mindestens ein weiteres Sicherheitsmerkmal aufweist, beispielsweise einen Sicherheitsfaden,
einen Sicherheitsstreifen, ein Wasserzeichen oder einen Aufdruck. Bevorzugt ist hierbei
die Farbe im Bereich des mindestens einen weiteren Sicherheitsmerkmals ausgespart.
Dies hat den Vorteil, dass die Lesbarkeit und/oder Erkennbarkeit des weiteren Sicherheitsmerkmals
von der Farbe nicht beeinträchtigt wird.
[0028] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird nach dem Bilden des taktilen-Pseudowasserzeichens
dieses mit Farbannahmeschichten überzogen, um für weitere Druckvorgänge bedruckbar
zu sein. Eine Farbannahmeschicht ist hierbei eine Schicht aus einem bestimmten und
bevorzugt transparenten Material, das eine höhere, bevorzugt wesentlich höhere Fähigkeit
zur Farbannahme aufweist als die darunterliegende Schicht. Dies hat den Vorteil, dass
das Substrat oder die Farbe mit Druckverfahren des Standes der Technik bedruckt werden
kann und die Farbe besonders gut an der Oberfläche der darunterliegenden Schicht haftet.
Derartige Druckverfahren sind beispielsweise Siebdruck, Offsetdruck, Buchdruck, Aufrakeln,
Tiefdruck oder Stichtiefdruck. Bevorzugt ist die Farbannahmeschicht selbst mit einem
der genannten Druckverfahren auf das Substrat aufgedruckt. Die Farbe des Pseudo-Wasserzeichens
kann hierbei auch selbst aus einer Beschichtungsformulierung bestehen, die gleichzeitig
als Druckannahmeschicht dient.
[0029] Besonders bevorzugt ist die Vorderseite und/oder die Rückseite des Substrats mindestens
teilweise mit mindestens der Beschichtung aus mindestens einer zumindest teilweise
transluzenten Kunststofffolie beschichtet. Dies bedeutet zum einen, dass das Substrat
einseitig oder beidseitig mit der Kunststofffolie beschichtet ist, wobei bei einer
einseitigen Beschichtung entweder die Vorderseite oder die Rückseite des Substrats
beschichtet sein kann. Zum anderen können auf der jeweiligen Seite des Substrats eine
oder auch mehrere zumindest teilweise transluzente Kunststofffolien übereinander angeordnet
sein, wobei zwischen den einzelnen Kunststofffolien bevorzugt jeweils eine Klebstoff-
beziehungsweise Kaschierschicht angeordnet ist. Werden mehrere Kunststofffolien übereinander
geschichtet angeordnet, können zusätzlich die einzelnen Kunststofffolien mindestens
teilweise mit einer Farbe beschichtet sein, deren Farbton dem Farbton des Substrats
mindestens ähnlich ist oder entspricht. In diesem Fall kann die Farbe einer Kunststofffolie
beispielsweise versetzt zu der Farbe einer darunter- oder darüberliegenden Kunststofffolie
angeordnet sein, so dass sich ihre Umrisskonturen nicht oder nur teilweise überlappen.
[0030] Die bevorzugte Dicke einer Kunststofffolie liegt im Bereich von 6 µm bis 12 µm bei
einem Aufbau Folie-Papier-Folie, im Bereich von 12 µm bis 50 µm bei einem Aufbau Papier-Folie-Papier
sowie im Bereich von 6 µm bis 100 µm bei einem reinen Folienaufbau.
[0031] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines Sicherheitsdokuments,
wobei ein Substrat zur Verfügung gestellt wird und auf die Vorderseite und/oder die
Rückseite des Substrats mindestens teilweise eine Farbe aufgebracht wird, deren Farbton
dem Farbton des Substrats mindestens ähnlich und bevorzugt gleich ist. Die Farbe wird
auf die Vorderseite und/oder die Rückseite des Substrats taktil erfassbar aufgebracht,
bevorzugt aufgedruckt, besonders bevorzugt mittels eines digitalen Druckverfahrens,
beispielsweise einem Inkjet-Verfahren.
[0032] Das Substrat besteht besonders bevorzugt aus Papier aus Baumwollfasern, wie es beispielsweise
für Banknoten verwendet wird. Durch eine beidseitige Beschichtung beziehungsweise
Kaschierung mit jeweils einer Kunststofffolie ergibt sich ein Sicherheitspapier, wie
es in
DE 102 43 653 A9 beschrieben ist, deren Offenbarung diesbezüglich vollumfänglich in diese Erfindung
aufgenommen wird.
[0033] Bevorzugt kann das Substrat auch aus Papier aus anderen natürlichen Fasern, ebenso
bevorzugt aus Synthesefasern, d.h. einer Mischung aus natürlichen und synthetischen
Fasern oder ebenso bevorzugt aus mindestens einer Kunststofffolie bestehen. Weiterhin
bevorzugt besteht das Substrat aus einer Kombination aus mindestens zwei übereinander
angeordneten und miteinander verbundenen unterschiedlichen Substraten, einem sogenannten
Hybrid, beispielsweise einer Kombination Kunststofffolie-Papier-Kunststofffolie, d.h.
ein Substrat aus Papier wird auf jeder seiner beiden Seiten durch eine Kunststofffolie
bedeckt, oder Papier-Kunststofffolie-Papier, d.h. ein Substrat aus einer Kunststofffolie
wird auf jeder seiner beiden Seiten durch ein Substrat aus Papier bedeckt.
[0034] Angaben zum Gewicht des verwendeten Substrats sind beispielsweise in der Schrift
DE 102 43 653 A9 angegeben, deren Ausführungen diesbezüglich vollumfänglich in diese Anmeldung aufgenommen
werden. Die Schrift
DE 102 43 653 A9 führt insbesondere aus, dass die Papierschicht üblicherweise ein Gewicht von 50 g/m2
bis 100 g/m2 aufweist, vorzugsweise von 80 g/m2 bis 90 g/m2. Selbstverständlich kann
je nach Anwendung jedes geeignete Gewicht eingesetzt werden.
[0035] Ein gattungsgemäßes Sicherheitsdokument ist beispielsweise eine Banknote, ein Wertpapier,
eine Kredit- oder Ausweiskarte, ein Pass, eine Urkunde oder dergleichen, ein Label,
eine Verpackung oder ein anderes Element für die Produktsicherung.
[0036] Transluzenz im Sinne dieser Erfindung bedeutet, dass ein Objekt, wie das Substrat
oder die Kunststofffolie, auftreffendes Licht in einem Anteil von mindestens 20 %
hindurchtreten lässt. Trifft Licht auf eine Seite des Objekts auf, wird ein bestimmter
Anteil des Lichtes bis zu der anderen Seite des Objekts hindurch gelassen und tritt
dort wieder aus. Je größer der prozentuale Anteil des hindurchtretenden Lichtes bezogen
auf das auftreffende Licht ist, desto transluzenter ist das Objekt. Liegt der prozentuale
Anteil bei mindestens 90 %, d.h. lässt das Objekt das auftreffende Licht wie bei einem
Fenster nahezu ungeschwächt hindurchtreten, wird das Objekt als transparent bezeichnet.
Ein Objekt hingegen, das weniger als 20 %, bevorzugt unter 10 % und besonders bevorzugt
etwa 0 % des auftreffenden Lichtes hindurchtreten lässt, d.h. bei dem der Anteil des
hindurchtretenden Lichtes bezogen auf das auftreffende Licht gering oder nahe oder
gleich Null ist, wird als opak oder als nicht lichtdurchlässig bezeichnet.
[0037] Ein zumindest teilweise transluzentes Objekt im Sinne der Erfindung ist ein Objekt,
das mindestens bereichsweise nicht opak ist und somit in diesen Bereichen lichtdurchlässig
ist. Bevorzugt können auch Bereiche mit unterschiedlicher Transluzenz aneinander angrenzen,
beispielsweise ein Bereich, der 20 % des einfallenden Lichtes durch das Objekt durchtreten
lässt, an einen Bereich, der 70 % des einfallenden Lichtes durchtreten lässt. Ebenso
ist es bevorzugt auch möglich, dass sich die Transluzenz in einem Bereich kontinuierlich
ändert, indem beispielsweise die Transluzenz "fließend" von 20 % auf 70 % des einfallenden
Lichts zunimmt.
[0038] Die Begriffe "Vorderseite" oder "Rückseite" des Substrats sind relative Begriffe,
die auch als "die eine" und "die gegenüberliegende" Seite bezeichnet werden können
und die den überwiegenden Anteil der Gesamtoberfläche des Substrats bilden. Ausdrücklich
nicht umfasst mit diesen Begriffen sind die Seitenflächen eines Substrats, die bei
einer Dicke eines Substrats, die bei Kartenkörpern nur etwa 0,5 mm bis 0,8 mm oder
bei Banknoten etwa 0,1 mm beträgt, verschwindend gering sind und üblicherweise nicht
mit Sicherheitselementen oder Beschichtungen versehen werden beziehungsweise werden
können. Insbesondere können mit den Seitenflächen auch keine Durchsichts-Effekte erzielt
werden.
[0039] Eine Farbe im Sinne dieser Erfindung ist eine unbunte oder wenig bunte Farbe, die
einen ähnlichen Farbton wie der Farbton des Substrats aufweist. Die Farbe kann hierbei
beispielsweise durch eine auf der Oberfläche des Substrats liegende Beschichtung oder
durch eine teilweise in das Substrat eindringende Flüssigkeit gebildet sein.
[0040] Die Farbe bei Betrachtung in Auflicht weist einen ähnlichen oder bevorzugt gleichen
Farbton auf, wie das Substrat und tritt damit kaum oder gar nicht in Erscheinung .
Bei Betrachtung in Durchlicht hingegen erkennt der Betrachter die Farbe, da sich im
Bereich der Farbe die Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit der Farbe verändert
hat, entweder wird dieser Bereich lichtdurchlässiger oder weniger lichtdurchlässig.
Somit kann beim Halten einer so ausgestatteten Banknote in Durchlicht der Bereich
der Farbe entweder heller als das Umfeld oder dunkler erscheinen. In Sonderfällen
kann diese Farbe auch einen Zusatzeffekt aufweisen, wie beispielsweise eine durch
Lichtkonversion erzeugte Lumineszenz oder Farbfilterung, d.h. wird die Banknote von
der Rückseite mit z.B. weißen Licht beleuchtet ist von der Vorderseite ein rötliches
Erscheinungsbild zu erkennen.
[0041] Die Farbe kann auch eine Art Schmelzkleber oder Hotmelt sein. Dieser ist nach Erkalten
taktil an der Oberfläche erfassbar und dringt beispielsweise in den Faseraufbau eines
Substrats ein.
[0042] Die beschriebenen Einzelmerkmale der oben beschriebenen Ausführungsformen sind für
sich genommen erfinderisch, können jedoch auch beliebig miteinander kombiniert werden.
Insbesondere gelten die bezüglich des erfindungsgemäßen Sicherheitsdokuments gemachten
Ausführungen, Erläuterungen und Ausführungsformen in gleicher Weise auch für das erfindungsgemäße
Verfahren zur Herstellung des Sicherheitsdokuments.
[0043] Anhand des nachfolgenden Ausführungsbeispiels und der ergänzenden Figur werden die
Vorteile der Erfindung erläutert. Das Ausführungsbeispiel stellt eine bevorzugte Ausführungsform
dar, auf die jedoch die Erfindung in keinerlei Weise beschränkt sein soll. Des Weiteren
sind die Darstellungen in der Figur des besseren Verständnisses wegen stark schematisiert
und spiegeln nicht die realen Gegebenheiten wider. Insbesondere entsprechen die in
der Figur gezeigten Proportionen nicht den in der Realität vorliegenden Verhältnissen
und dienen ausschließlich zur Verbesserung der Anschaulichkeit. Des Weiteren ist die
in dem folgenden Ausführungsbeispiel beschriebenen Ausführungsform der besseren Verständlichkeit
wegen auf die wesentlichen Kerninformationen reduziert. Bei der praktischen Umsetzung
können wesentlich komplexere Muster oder Bilder zur Anwendung kommen.
[0044] Die einzige Fig. 1 zeigt schematisch im Querschnitt ein erfindungsgemäßes Sicherheitsdokument,
das aus einem Substrat 1 mit einer Vorderseite 2 und einer Rückseite 3 besteht. Auf
der Vorderseite 2 ist eine taktil erfassbare Farbe 4 aufgebracht, deren Farbton dem
Farbton des Substrats 1 mindestens ähnlich ist.
1. Sicherheitsdokument, das aus einem Substrat (1) mit einer Vorderseite (2) und einer
Rückseite (3) besteht, wobei die Vorderseite (2) und/oder Rückseite (3) mindestens
teilweise mit einer Farbe (4) beschichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbton der Farbe (4) dem Farbton des Substrats (1) mindestens ähnlich ist, so
dass die Farbe (4) bei Betrachtung in Auflicht, einen ähnlichen oder bevorzugt gleichen
Farbton aufweist, wie das Substrat (1) und damit kaum oder nicht in Erscheinung tritt,
bei Betrachtung in Durchlicht hingegen erkennt der Betrachter die Farbe (4), da sich
im Bereich der Farbe (4) entweder die Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit
der Farbe (4) und die Transluzenz des Substrats (1) addieren oder die Transluzenz
beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit des Substrats (1) erhöht, wobei die Farbe (4)
taktil erfassbar ist.
2. Sicherheitsdokument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbe (4) dadurch taktil erfassbar ist, dass die Farbe (4) bezogen auf die Oberfläche
der Vorderseite (2) und/oder Rückseite (3) des Substrats (1) eine Höhe von 0,5 Mikrometer
bis 100 Mikrometer, bevorzugt 1 Mikrometer bis 40 Mikrometer aufweist.
3. Sicherheitsdokument nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbe (4) dadurch taktil erfassbar ist, dass die Oberfläche der Farbe (4) gegenüber
der Oberfläche der Vorderseite (2) und/oder Rückseite (3) des Substrats eine andere
Rauigkeit und/oder Klebrigkeit aufweist.
4. Sicherheitsdokument nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbton der Farbe (4) dem Farbton des Substrats (1) entspricht.
5. Sicherheitsdokument nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbe (4) mindestens eine Umrisskontur aufweist, die in Form mindestens eines
Musters, mindestens eines alphanumerischen Zeichens oder einer graphischen Abbildung
ausgeführt ist.
6. Sicherheitsdokument nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (1) aus Papier aus Baumwollfasern, aus anderen natürlichen Fasern oder
aus einer Mischung aus natürlichen und synthetischen Fasern oder aus mindestens einer
Kunststofffolie besteht.
7. Sicherheitsdokument nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das das Substrat (1) mindestens ein weiteres Sicherheitsmerkmal aufweist, beispielsweise
einen Sicherheitsfaden, einen Sicherheitsstreifen, ein Wasserzeichen oder einen Aufdruck.
8. Sicherheitsdokument nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbe (4) im Bereich des mindestens einen weiteren Sicherheitsmerkmals ausgespart
ist.
9. Verfahren zur Herstellung eines Sicherheitsdokuments nach mindestens einem der vorigen
Ansprüche, wobei
- ein Substrat (1) zur Verfügung gestellt wird,
- auf die Vorderseite und/oder die Rückseite des Substrats (1) mindestens teilweise
eine Farbe (4) aufgebracht wird, deren Farbton dem Farbton des Substrats (1) mindestens
ähnlich und bevorzugt gleich ist, so dass die Farbe (4) bei Betrachtung in Auflicht,
einen ähnlichen oder bevorzugt gleichen Farbton aufweist, wie das Substrat (1) und
damit kaum oder nicht in Erscheinung tritt, bei Betrachtung in Durchlicht hingegen
erkennt der Betrachter die Farbe (4), da sich im Bereich der Farbe (4) entweder die
Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit der Farbe (4) und die Transluzenz
des Substrats (1) addieren oder die Transluzenz beziehungsweise Lichtdurchlässigkeit
des Substrats (1) erhöht,
- die Farbe (4) auf die Vorderseite (2) und/oder die Rückseite (3) des Substrats (1)
taktil erfassbar aufgebracht, bevorzugt aufgedruckt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbe (4) mit einem Digital-Druckverfahren, beispielsweise einem Inkjet-Verfahren
aufgedruckt wird.