TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern/Regeln wenigstens eines
Verarbeitungsprozesses durch gesteuertes/geregeltes Handhaben wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
wenigstens einer Charge mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten in einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie
in Förderrichtung stromab eines die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden
Falt-Klebe-Prozesses insbesondere zwecks fehlertriggerbasiertem Ausschleusen von Ausschuss,
prozessual im Bereich einer bzw. mittels einer Wende- und/oder Packeinheit. Ferner
betrifft die vorliegende Erfindung auch eine für ein derartiges Verfahren eingerichtete
Wende- und/oder Packeinheit und eine Fertigungslinie mit einer derart implementierten
Ausschleusung in Verbindung mit dem Wende- und/oder Packvorgang, insbesondere bei
einem Verarbeitungsprozess stromab eines Falt-/Klebeprozesses für Faltschachtelprodukte
aus Kartonage. Nicht zuletzt betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung
einer Wende- und/oder Packeinheit zum Integrieren einer Ausschleusfunktion stromab
von einem Falt-Klebe-Prozess, bzw. die Verwendung wenigstens eines Fehlersignals oder
Triggers zum fehlertriggerbasierten Ausschleusen im Kontext eines/des Wende- und/oder
Packprozesses. Insbesondere betrifft die Erfindung Verfahren und Vorrichtungen gemäß
dem Oberbegriff des jeweiligen unabhängigen Anspruchs.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Bei der Qualitätsanalyse von Prozessen und/oder Ergebnissen der maschinellen Verarbeitung
von Verpackungsmaterial wie Kartonagen geht es auch um das Ziel, die Qualitätsanalyse
möglichst sinnvoll in den Verarbeitungsprozess einzubinden und den Verarbeitungsprozess
derart auszugestalten, dass qualitätsbezogene Maßnahmen möglichst direkt im Prozess
realisierbar sind/werden. Insbesondere auf dem Gebiet der Verarbeitung von Chargen
individuell (produktspezifisch) konzipierter Kartonagen (Verpackungsmaterial-Einheiten,
Karton-Einheiten) mag es von Bedeutung sein/werden, die Qualitätsanalyse nicht nur
stichprobenartig, sondern möglichst betreffend einen sehr großen Anteil der einzelnen
Verpackungsmaterial-Einheiten, wenn nicht sogar aller einzelner Verpackungsmaterial-Einheiten
zu realisieren, zur besonders effektiven Vermeidung von Ausschuss bzw. Fehlern, insbesondere
zur Vermeidung solcher Unregelmäßigkeiten, welche durch Endkunden bzw. Endverbraucher
erkannt werden könnten. Zumindest optional sollte es möglich sein, eine derart umfassende
Qualitätsanalyse sowie wenigstens eine nachgelagerte Maßnahme unmittelbar in/an der
entsprechenden Fertigungslinie implementieren zu können, z.B. für sehr anspruchsvolle
Auftraggeber und/oder für Verpackungen sehr hochpreisiger Produkte, z.B. im Luxusgüterbereich.
Freilich ist es mit gewissen prozessualen Herausforderungen verbunden, einen Fehler
am einzelnen Produkt bzw. dem Kartonagen-Halbzeug nicht nur rechtzeitig mit guter
Belastbarkeit zu erkennen, sondern auch dafür zu sorgen, dass das fehlerhafte Produkt
(Verpackung, insbesondere Kartonage), und zwar möglichst nur dieses eine einzelne
fehlerhafte Produkt, auch während des Prozesses ausgeschleust werden kann, idealerweise
ohne den Prozess selbst, insbesondere dessen Effizienz, nachteilig zu belasten.
[0003] Speziell bei Faltschachtelklebe-Maschinen bzw. -Fertigungslinien sind aufeinanderfolgende
Teilprozesse vorgesehen, die z.B. das Falten und Kleben betreffen, jedoch auch das
Trocknen und Ausleiten verarbeiteter Kartonagen, insbesondere in Verbindung mit einem
Ausrichten als vorbereitendem Prozessschritt vor einem Verpacken von gepackten Kartonagen.
Je nach Stadium des Prozesses werden die Kartonagen dabei einzeln (insbesondere in
geschuppter Anordnung zumindest teilweise überlappend übereinander) oder als Pakete/Chargen
gehandhabt. Es stellt sich die Frage, inwieweit die gewünschte Qualitätsanalyse und
daraus resultierende konsequente Maßnahmen (insbesondere das Ausschleusen fehlerhafter
Produkte oder Halbzeuge) bei diesen aufeinanderfolgenden Prozessschritten implementiert
und gegebenenfalls auch im Rahmen einer Steuerung/Regelung mit dem Prozess als solchem
korreliert werden kann. Von Bedeutung im Kontext der Qualitätssicherung sind z.B.
Laschen an der Kartonage, und/oder die jeweilige Ausführung einer (Schief-)Klebung
bzw. deren Ergebnis an der Kartonage. Dabei mag es nicht vorrangig entscheidend sein,
dass eine Qualitätsanalyse exakt in einem bestimmten Stadium der Verarbeitung vorgesehen
ist; der Fachmann mag je nach Fertigungslinie und Ausgestaltung der Kartonage und
einbezogener Prozessschritte entscheiden, an welcher Stelle/Phase des Prozesses die
Qualitätsanalyse zu implementieren ist, um auf vorteilhafte Weise ein Signal oder
einen Trigger für eine nachgelagerte Maßnahme wie Ausschleusen von Ausschuss generieren
zu können.
[0004] Bei einem beispielhaften Verarbeitungsprozess werden gemäß dem Stand der Technik
die Vielzahl von soeben maschinell geklebten Kartonagen vor dem Ausleiten, also stromauf
vom Ende der Fertigungslinie, insbesondere stromab von einem Ausrichtvorgang, in axial
überlappender Anordnung (also geschuppt) für eine gewisse Trocknungszeit exponiert,
insbesondere im Kontext mit einem Pressband. Weiter stromab ist daraufhin ein Verpacken
in vordefinierten Chargen vorgesehen, gegebenenfalls in Verbindung mit einem Wenden
von bestimmten Chargen, z.B. jeder zweiten Charge, bevor die Chargen für den Abtransport
ausgeleitet werden (und gegebenenfalls auch zu Paketen aus mehreren Chargen geschnürt
werden). Ein Ausschleusen von Ausschuss ist im/am Prozess als solchem üblicherweise
jedoch nicht vorgesehen.
[0005] Beispielhaft kann die Veröffentlichung
EP 2 316 766 B9 genannt werden, welche eine Ausschleusstation für Kartonzuschnitte sowie ein Verfahren
zum Herstellen und Ausschleusen von Kartonzuschnitten auch bei hohen Prozessgeschwindigkeiten
beschreibt, insbesondere ein Ausschleusen von Kartonagen mittels einer Ausschleusstation
mit mindestens einem oberen Transportband und einem unteren Transportband, mindestens
einem oberen Abzugsband und einem unteren Abzugsband, und mit einer schräg von der
Förderstrecke abzweigenden Ausschleusstrecke, auf welche die jeweils fehlerhafte Kartonage
heruntergedrückt werden kann. Bei dieser Ausgestaltung ist die Ausschleusfunktion
im Kontext einer translatorischen Förderung implementiert, indem die Ausschleusstrecke
in einem spitzen Winkel von der Fördertrecke abgeht.
[0006] Beispielhaft kann auch die Veröffentlichung
DE 20 2025 101 266 U1 genannt werden, welche ein System zum Monitoring von Ereignissen zum Erkennen von
Ursachen und zum Generieren von Handlungsempfehlungen zur Fehlerbehebung an einer
Verpackungsmaterial-Fertigungslinie beschreibt. Ferner können die folgenden Veröffentlichungen
genannt werden, welche jeweils ein gattungsgemäßes Verarbeiten von Verpackungsmaterial
in der Art von Kartonagen beschreiben:
US 2010 / 0 210 436 A1,
US 2016 / 0 280 494 A1.
[0007] Ausgehend vom Stand der Technik ist ein Bedarf an Realisierungen einer Ausschleusfunktion
möglichst unabhängig von vorgelagerten Prozessschritten bei der Verarbeitung von Verpackungsmaterial
wie Kartonagen zu spüren. Insbesondere besteht Interesse an einer verbesserten Art
und Weise der Implementierungen und (je nach Kontext und Ausgestaltung einer Fertigungslinie
bzw. Typ der Kartonage gegebenenfalls auch nur optionalen) Integration einer Ausschleusfunktion
stromab von einem Ausrichtvorgang zum Ausrichten der Verpackungsmaterial-Einheiten.
Nicht zuletzt besteht insbesondere hinsichtlich prozessualer Synergien auch Interesse
an einer Ausschleusfunktionalität, welche so variabel/flexibel wie möglich in einen
Verarbeitungsprozess oder stromab einer Prozessfolge einschließlich Kleben und/oder
Falten von Verpackungsmaterial implementiert werden kann.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0008] Aufgabe ist, Vorrichtungen und Verfahren zum Ausschleusen von als fehlerhaft erkannten
Verpackungsmaterial-Einheiten wie Kartonagen bereitzustellen, womit die Ausschleusfunktionalität
auf besonders elegante Weise in einen Prozess oder in eine Fertigungslinie oder stromab
einer vordefinierten Prozessfolge umfassend Kleben und/oder Falten integrierbar ist.
Auch ist es Aufgabe, eine prozessuale Integration einer Ausschleusfunktion für Verpackungsmaterial-Einheiten
wie Kartonagen derart auszugestalten, dass der Verarbeitungs-Prozess als solches,
ob mit oder ohne Fehlererkennung bzw. Ausschleusen realisiert, nicht spürbar adaptiert
werden muss.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 sowie durch eine Vorrichtung
gemäß dem entsprechenden nebengeordneten Vorrichtungsanspruch sowie durch entsprechende
Computerimplementierungen und Verwendungen gemäß dem nebengeordneten Verwendungsanspruch
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden in den jeweiligen Unteransprüchen
erläutert. Die Merkmale der im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiele sind miteinander
kombinierbar, sofern dies nicht explizit verneint ist.
[0010] Bereitgestellt wird ein Verfahren zum Steuern/Regeln wenigstens eines Verarbeitungsprozesses
durch gesteuertes/geregeltes Handhaben wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
(insbesondere Kartonage) wenigstens einer Charge mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten
in einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie in Förderrichtung stromab eines die jeweilige
Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden Falt-Klebe-Prozesses (bzw. stromab eines
Falt-Klebe-Abschnitts bzw. stromab einer Falt-Klebe-Maschine) insbesondere zwecks
fehlertriggerbasiertem Ausschleusen von Ausschuss, wobei das Steuern/Regeln basierend
auf wenigstens einem Signal oder Trigger betreffend wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens
einer der Verpackungsmaterial-Einheiten erfolgt, wobei das gesteuerte/geregelte Handhaben
der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit stromab von einem Ausrichtvorgang
zum Ausrichten der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit oder der wenigstens
einen Charge erfolgt (beispielsweise stromauf oder stromab von einem Pressband der
Fertigungslinie).
[0011] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass das gesteuerte/geregelte Handhaben ein Ausschleusen
wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit aus dem Verarbeitungsprozess umfasst,
nämlich ein Ausschleusen im prozessualen Kontext eines für einen Wendevorgang eingerichteten
Wende- und/oder Packprozesses von Verpackungsmaterial-Einheiten, wobei das Ausschleusen
durch Ändern der Verlagerungsrichtung der wenigstens einen fehlertriggerbasiert identifizierten
Verpackungsmaterial-Einheit erfolgt, nämlich in einer Ausschleusrichtung in spitzem
Winkel zur Förderrichtung der Fertigungslinie, nämlich entgegen der stromauf der Wende-
und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung der Fertigungslinie. Dies begünstigt
eine besonders elegante Umsetzung einer Integration und Implementierung einer Ausschleusfunktion
in eine Fertigungslinie zur Verarbeitung von Verpackungsmaterialien insbesondere stromab
eines Falt-/Klebeprozesses. Dabei hat sich auch gezeigt, dass einerseits vergleichsweise
kleine Verlagerungsbewegungen (insbesondere Kippbewegungen) ausreichen, um die als
fehlerhaft detektierten Verpackungsmaterial-Einheiten ausschleusen zu können, insbesondere
Kippwinkel bis zu 45°, und andererseits auch räumliche Vorteile genutzt/geschaffen
werden können, insbesondere indem das auszuschleusende/ausgeschleuste Material auf
eine Ausschussaufnahme geleitet wird, welche vorteilhaft unterhalb einer Zuführung
oder Vereinzelung vorteilhaft stromauf der Wende- und/oder Packeinheit angeordnet
ist.
[0012] Das Ausschleusen im Kontext des Wende- und/oder Packprozesses hat sich auch deshalb
als besonders vorteilhaft erwiesen, da die Charge bzw. die entsprechenden Verpackungsmaterial-Einheiten
bei diesem Prozess standardmäßig zumindest für einen kurzen Moment örtlich gehalten
werden können (in der Art eines schrittweisen diskontinuierlichen Bewegungspfades),
also ohne kontinuierlich verlagert zu werden. Die Ansteuerung zum Ausschleusvorgang
(und die damit einher gehende Richtungsänderung) kann vorteilhaft in einem/diesem
diskontinuierlichen Prozessstadium erfolgen.
[0013] Als eine Ausschleusrichtung in spitzem Winkel zur Förderrichtung der Fertigungslinie
ist dabei eine Richtung zu verstehen, die eine Winkeländerung von weniger als 90°,
vorteilhaft weniger als 45° bedeutet, wobei die Ausschleusrichtung gemäß der vorliegenden
Offenbarung entgegen der Förderrichtung ausgerichtet ist.
[0014] Als Wende- und/oder Packeinheit bzw. Wende- und/oder Packprozess ist dabei insbesondere
eine funktional abgrenzbare Einheit (z.B. verbaut in einem einzelnen nachrüstbaren
oder zwischenschaltbaren Modul) bzw. ein funktional einbindbarer Vorgang zu verstehen,
mittels welcher/welchem die Verpackungsmaterial-Einheiten gepackt oder für ein Packen
vorbereitet werden können, z.B. indem sie in geschuppter Anordnung paketweise/chargenweise
translatorisch durchgeleitet werden, und wahlweise/fallweise auch gewendet werden
können, z.B. indem eine jede zweite gepackte Charge auch gewendet wird, insbesondere
um 180° um eine horizontale Kippachse gewendet wird. Anders ausgedrückt: Die Wende-
und/oder Packeinheit kann die jeweiligen Verpackungsmaterial-Einheiten auch lediglich
(translatorisch) durchschleusen/weiterleiten (insbesondere ganz ohne Rotation/Wenden/Kippen),
im Zusammenhang mit einem Packprozess (insofern kann hier Packen auch als ein zumindest
eine Teilmenge der Verpackungsmaterial-Einheiten betreffendes Durchleiten verstanden
werden), z.B. indem nur jede zweite Charge gewendet wird und ansonsten durchgeleitet
wird. Auf diese Weise können insbesondere auch solche Verpackungsmaterial-Einheiten
vorteilhaft gehandhabt werden, die an Ober- und Unterseite ungleichförmig aufgebaut
sind, z.B. aufgrund von einseitiger Klebung oder einseitigen Laschen oder Materialverdickungen.
Das Wenden dient demnach auch als ein das Bündeln in möglichst quaderförmige Pakete
vorbereitender Prozessschritt.
[0015] Es ist zu verstehen, dass die hier beschriebene Wende- und/oder Packeinheit das Wenden
vorteilhaft mittels eines Mechanismus um eine zumindest annähernd horizontale Achse
realisiert. Wahlweise kann ein Wenden auch um eine andersartig räumlich ausgerichtete
Achse realisiert werden, ohne vom Konzept der vorliegenden Erfindung abweichen zu
müssen.
[0016] Demnach ist auch zu verstehen, dass die hier beschriebene Wende- und/oder Packeinheit
zusätzlich zu der Wende-/Durchleitfunktion auch die Ausschleusfunktion sicherstellen
kann, insbesondere indem ein durch Signal oder Trigger auslösbarer Automatismus implementiert
ist/wird, die jeweilige Einheit oder Charge um einen vordefinierten Kippwinkel aus
der Förderrichtung in eine Ausschleusrichtung zu kippen und dorthin losrutschen zu
lassen oder aber aktiv dorthin zu verlagern/auszuschleusen, insbesondere durch Translation
in derselben (zumindest annähernd vertikalen) Ebene, in welcher der Verarbeitungsprozess
einschließlich Wenden standardmäßig realisiert wird. Vorteilhaft kann dazu auch eine
Ausschussaufnahme vorgesehen sein, welche derart angeordnet ist, dass die um den vordefinierten
Kippwinkel von z.B. 35° in die Ausschleusrichtung gekippte Wende- und/oder Packeinheit
direkt auf die Ausschussaufnahme(ebene) weiterleitet bzw. dort mündet.
[0017] Es ist zu verstehen, dass die hier beschriebene translatorische Verlagerung (Translation)
der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit (insbesondere zwecks Ausschleusen)
auch durch rotatorische Bewegungen von Aktuatoren wie z.B. Rädchen zum Antreiben wenigstens
eines (umlaufenden) Förderriemens herbeigeführt werden kann.
[0018] Eine/die für den Ausschleusvorgang eingerichtete Mechanik/Kinematik der Wende- und/oder
Packeinheit kann derart ausgestaltet sein, dass die Verpackungsmaterial-Einheiten
auch vereinzelt bzw. einzeln ausgeschleust werden können. Wahlweise werden die Verpackungsmaterial-Einheiten
vereinzelt oder geschuppt der Wende- und/oder Packeinheit zugeführt. Werden die Verpackungsmaterial-Einheiten
der Wende- und/oder Packeinheit in geschuppter überlappender Anordnung zugeführt,
so können die Verpackungsmaterial-Einheiten mittels der Wende- und/oder Packeinheit
vereinzelt bzw. auseinandergezogen werden, nicht notwendigerweise simultan alle Verpackungsmaterial-Einheiten
sondern z.B. nur diejenige/n, für welche ein Fehlermerkmal erkannt wurde, um daraufhin
nur jene Verpackungsmaterial-Einheite/n auszuschleusen, welche ein erkanntes Fehlermerkmal
aufweisen. Beispielsweise wird dies mittels einer Vielzahl von Förderbändern bzw.
von in axialer Richtung hintereinander geschalteter Förderbandabschnitte realisiert,
die jeweils einzeln je Axialposition in Andruckkraft und Translationsgeschwindigkeit
individuell ansteuerbar sind. Die Ausschleus-Mechanik bzw. -Kinematik ist dabei eingerichtet,
Rotations- und Translationsbewegungen simultan zueinander und unabhängig voneinander
durchzuführen. Vorteilhaft umfasst die für das Ausschleusen implementierte Mechanik
eine Vielzahl von momentan oberen Andrückarmen und eine Vielzahl von momentan unteren
Andrückarmen, welche zusammen die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit halten, wobei
die Andrückarme zusammen gewendet bzw. gekippt werden können durch wenigstens eine/die
Rotationsbewegung der Wende- und/oder Packeinheit.
[0019] Sofern gemäß der vorliegenden Offenbarung von Mechanik und/oder Kinematik gesprochen
wird, so ist darunter synonym eine Aktuation zu verstehen (z.B. elektrische, hydraulische
und/oder pneumatische Aktuation), welche auch eine Bewegung der Verpackungsmaterial-Einheiten
mit sich bringt, und welche auch eine Überlagerung mehrerer simultaner Bewegungen
umfassen kann. Beispielsweise umfasst die Mechanik mehrere Transportbänder, und die
Kinematik umfasst eine Abstimmung von Verlagerungen bzw. Bewegungspfaden einerseits
der Transportbänder als solcher und andererseits auch der Verpackungsmaterial-Einheiten.
[0020] Personifizierte Begriffe, soweit sie hier nicht im Neutrum formuliert sind, können
im Rahmen der vorliegenden Offenbarung alle Geschlechter betreffen. Etwaige hier verwendete
fremdsprachige Ausdrücke oder Abkürzungen sind jeweils branchenübliche Fachausdrücke
und sind dem Fachmann geläufig. Etwaige dazu synonym verwendete/verwendbare deutschsprachige
Begriffe können hier der Vollständigkeit halber in (Klammern) angegeben werden, oder
vice versa.
[0021] Das Ausschleusen kann besonders vorteilhaft in einer Ausschleusrichtung zumindest
in einem spitzen Winkel kleiner gleich 90° zur Förderrichtung erfolgen, beispielsweise
bei 45° Winkel zwischen Förderrichtung und demgegenüber entgegengesetzter Ausschleusrichtung
(Bewegungsrichtungsumkehr demnach im Bereich von ca. 135°). Wahlweise kann das Ausschleusen
zumindest für eine Teilmenge der auszuschleusenden Verpackungsmaterial-Einheiten auch
in der Förderrichtung im spitzen Winkel zur Förderrichtung erfolgen.
[0022] Mit anderen Worten betrifft die Erfindung insbesondere ein automatisches Ausschleussystem
bzw. einen automatisierten Ausschleusvorgang für fehlerhafte Verpackungsmittel stromab
eines Klebe- und Ausrichtprozesses insbesondere an einer Faltklebe-Fertigungslinie
oder stromab einer Faltklebemaschine/-anlage. Die Erfindung betrifft das Gebiet des
Maschinenbaus, der Verpackungstechnik, der Automatisierungstechnik. Bei bestehenden
Faltklebemaschinen erfolgt zunächst ein Klebe-/Ausrichtprozess zur Herstellung von
Verpackungsmitteln, und danach ist üblicherweise eine manuelle Qualitätskontrolle
erforderlich, um fehlerhafte Produkte identifizieren und aussortieren zu können. Eine
derartige manuelle Qualitätsanalyse erfordert Personalaufwand, ist fehleranfällig
und nicht zuletzt ineffizient. Automatisierte Lösungen zum zuverlässigen Entfernen
schlechter Ware nach erfolgtem Klebevorgang sind bisher nicht bekannt oder nicht auf
einfache Weise implementierbar. Die vorliegende Erfindung ermöglicht, eine automatisierte
Vorrichtung und einen damit einher gehenden Prozess bereitzustellen, womit fehlerhafte
Verpackungsmittel nach dem Klebeprozess zuverlässig erkannt und ausgeschleust werden
können, insbesondere ganz ohne manuelles Eingreifen. Dadurch kann einerseits der Personalaufwand,
andererseits auch die Fehlerquote reduziert werden. Die Erfindung basiert dabei auf
dem Konzept, basierend auf einem bereits vorhandenen oder auch erst generierten Trigger-Signal
einen Ausschleusprozess zu initiieren, mittels welchem einzelne oder mehrere Verpackungsmaterial-Einheiten
aus dem Förderstrom ausgesondert werden können. Die Erfindung schlägt vor, diesen
Prozess bevorzugt im Kontext eines Wende-Moduls zu implementieren, insbesondere derart,
dass mechanische Mittel (z.B. Schieber, Luftdruck oder Auslenkung) die basierend auf
wenigstens einem Fehlermerkmal identifizierte Verpackungsmittel-Einheit vom Transportweg
abbringt und in eine Ausschleusrichtung aus dem Hauptverarbeitungs-Prozess heraus
befördert. Auf diese Weise wird die fehlerhafte Ware automatisiert aus dem Materialfluss
entfernt, insbesondere in einem Stadium des Verarbeitungsprozesses, in welchem bereits
viele potentielle Fehler erkannt werden können. Als Vorteile können insbesondere realisiert
werden: die Qualitätssicherungsmaßnahme stromab vom Klebevorgang stellt hohes Qualitätsniveau
sicher; eine manuelle Nachkontrolle kann entfallen; es wird eine Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit
und ein höheres Maß an Zuverlässigkeit ermöglicht; die Integration des Ausschleusprozesses
kann nahtlos bzw. sehr elegant ohne sonstige Nachteile in bestehende Anlagenstrukturen
und Prozesse realisiert werden (z.B. stromab von Faltklebemaschinen); Fehlerquoten
können dank sofortiger Maßnahme im Prozess, also dank unmittelbarem Ausschleusen insbesondere
vor einem Bündeln, minimiert werden.
[0023] Es ist zu verstehen, dass die Implementierung von KI-Modellen im Rahmen der vorliegenden
Erfindung, insbesondere auch im Kontext der Auswertung oder Weiterverarbeitung von
Signalen oder Triggern, eine computertechnische Infrastruktur bzw. Datenverarbeitungs-Architektur
insbesondere auch im Kern wenigstens einer Recheneinheit eines Controllers oder einer
Steuerungs-/Regelungseinheit umfassen kann, welche die Ausführung von ML-Algorithmen
auch zentral direkt in/auf der Hardware erleichtert und/oder leistungsfähiger ausgestaltet
bzw. beschleunigt (bis hin zu Echtzeit-Verarbeitung) und/oder energie effizienter
ausgestaltet oder zumindest teilweise überhaupt auch erst ermöglicht. Beispielsweise
umfassen hier beschriebene computertechnische und chipbasierte Mittel wenigstens eine
der folgenden Komponenten: photonische KI-Chips insbesondere mit Silizium-Photonik-Strukturen
(Kombination elektronischer und optischer Datenverarbeitungsprozesse), optische Wellenleiter
zumindest teilweise anstelle von oder zumindest in Ergänzung zu elektronischer Halbleiter,
sowie Multiplexing-Komponenten, Photonenmodulatoren, Fotodetektoren, Ringresonatoren,
wenigstens eine Dense Wavelength Division Multiplexing (DWDM)-Komponente zur simultanen
Abarbeitung mehrerer Datenkanäle, wenigstens einen optischen Schaltkreis integriert
in wenigstens ein neuronales Netz (NN) oder in ein DNN (deep neural network), wenigstens
einen photonischen Prozessor. Beispielsweise wird wenigstens ein NN und/oder DNN direkt
auf Hardwareebene ausgeführt. Im Effekt können insbesondere auch besonders große Datenmengen
besonders schnell analysiert werden. Beispielsweise liegt dabei wenigstens ein photonisches
Bauteil in direkt auf einen Wafer gedruckter Form vor, insbesondere wenigstens eines
der folgenden photonischen Bauteile: optische Verstärker, photonische Schaltungen
(PICs), Polarisationswandler, Splitter, Lichtwellenleiter, Splitter, Phasenmodulatoren.
[0024] Dabei ist als Controller insbesondere eine steuerungs-/regelungstechnische Komponente
zu verstehen, die nicht notwendigerweise im Rahmen einer eigenständigen Steuerungs-/Regelungseinheit
vorgesehen oder nachgerüstet sein/werden muss, sondern die z.B. auch als ergänzender
Funktionsumfang in eine bereits vorhandene zentrale oder dezentrale Steuerungs-/Regelungseinheit
implementiert sein/werden kann bzw. optional aktiviert werden kann, z.B. in Abhängigkeit
verfügbarer Fehlersignale bzw. Trigger.
[0025] Die hier beschriebenen Maßnahmen zum Ausschleusen von Verpackungsmaterial-Einheiten
können insbesondere im Kontext eines Verfahrens zur Qualitätsanalyse erfolgen, wobei
das Verpackungsmaterial bzw. die Verpackungsmaterial-Einheiten wenigstens zwei unterschiedlichen
Verarbeitungsschritten unterzogen wird/werden, insbesondere Falten und Kleben, wobei
die Qualitätsanalyse stromab von einem Verarbeitungsschritt erfolgt, bei/während welchem
die Verpackungsmaterial-Einheiten axial überlappend in geschuppter Anordnung entlang
der Fertigungslinie verlagert werden, wobei die Verpackungsmaterial-Einheiten im Kontext
der Qualitätsanalyse von der geschuppten Anordnung in eine vereinzelte Anordnung verbracht
werden, und in der vereinzelten Anordnung jeweils einer insbesondere kamerabasierten
Qualitätsanalyse zumindest betreffend Laschen und/oder Klebung der jeweiligen Verpackungsmaterial-Einheit
unterzogen werden, wobei je Verpackungsmaterial-Einheit wenigstens ein Qualitätsparameter
ausgewertet wird, basierend auf welchem je Verpackungsmaterial-Einheit vollautomatisiert
entschieden wird, ob die entsprechende Verpackungsmaterial-Einheiten fehlerhaft und
daher zum Ausschleusen vorgesehen ist, und wobei die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit
in Abhängigkeit vom Qualitätsparameter unmittelbar stromab von der Qualitätsanalyse
entweder ausgeschleust wird, insbesondere einzeln, oder im standardmäßigen Verarbeitungsprozess
weitergeführt wird zum nächsten Verarbeitungsschritt, beispielsweise zu einem Wendevorgang
(Umdrehen) und/oder zu einem überlappenden Anordnen oder zu einem gepackten Anordnen
einer Mehrzahl von Verpackungsmaterial-Einheiten zu einer Charge.
[0026] Das Ausschleusen von jeweils als fehlerhaft detektierten Verpackungsmaterial-Einheiten
erfolgt vorteilhafter Weise nach unten, insbesondere in einem Winkel von zumindest
annähernd 45°, einzeln oder in einer mehrere einzelne als fehlerhaft detektierte Verpackungsmaterial-Einheiten
umfassenden Charge oder als ein Teilauswahl aus einer Charge.
[0027] Beispielsweise erfolgt das Ausschleusen stromab eines Abschnitts der Fertigungslinie
mit geschuppter Anordnung der Verpackungsmaterial-Einheiten.
[0028] Beispielsweise erfolgt ein Vereinzeln der Verpackungsmaterial-Einheiten insbesondere
ausgehend von einer schuppten Anordnung, auf einer zusätzlichen Wegstrecke bzw. Fertigungslinienlänge
im Bereich von 1 bis 3m.
[0029] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird das Ausschleusen der wenigstens einen fehlertriggerbasiert
identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit an oder mittels einer Wende- und/oder
Packeinheit gesteuert/geregelt, insbesondere indem während des Wende- und/oder Packprozesses
oder unmittelbar davor oder danach ein Ausschleusen durch Verlagerung in spitzem Winkel
relativ zur Förderrichtung der Fertigungslinie erfolgt. Dies begünstigt nicht zuletzt
eine besonders schlanke und elegante Integration des Vorgangs fehlerhafter Einheiten
in den Verarbeitungsprozess als solchen.
[0030] Das fehlertriggerbasierte Identifizieren kann dabei z.B. auch basierend auf einer
Zählung erfolgen, also hinsichtlich der Nummer/Anzahl der im Prozess momentan verarbeiteten
Einheit. Beispielsweise beinhaltet das Signal/Trigger eine Information, welche die
(zeitliche und/oder örtliche) Position der identifizierten Einheit eindeutig beschreibt,
so dass der Controller bzw. die Steuerungs-/Regelungseinheit basierend auf dieser
Information vorgeben kann, wann und auf welche Art und Weise der Ausschleusvorgang
initiiert wird.
[0031] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt das Ausschleusen der wenigstens einen fehlertriggerbasiert
identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit unmittelbar vor oder nach einem Wendevorgang
einer Charge von Verpackungsmaterial-Einheiten bzw. wird entsprechend gesteuert/geregelt,
wobei der Vorgang des Ausschleusens eine vordefinierte Winkeländerung der Verlagerungsrichtung
relativ zur Förderrichtung umfasst, insbesondere durch wippenartige Bewegung wenigstens
einer Komponente einer/der Wende- und/oder Packeinheit um einen vordefinierten Kippwinkel,
beispielsweise im Bereich von 30 bis 45°. Dies begünstigt auch einen vorteilhafte
Materialflusspfad von ausgeschleusten/auszuschleusenden Einheiten.
[0032] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt das Ausschleusen von jeweils als fehlerhaft
detektiertem Verpackungsmaterial nach unten bzw. wird entsprechend gesteuert/geregelt,
insbesondere in einer Ausschleusrichtung in einem Winkel von zumindest annähernd 45°
gegen die Förderrichtung, einzeln oder in einer mehrere einzelne als fehlerhaft detektierte
Verpackungsmaterial-Einheiten umfassenden Charge. Dies liefert auch weitere Vorteile
hinsichtlich Materialfluss und Logistik, insbesondere ohne das Erfordernis, den Verarbeitungsprozess
als solchen aufgrund eines Ausschleusens einem Design-Review unterziehen zu müssen.
[0033] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird das Signal oder der Trigger betreffend wenigstens
ein Fehlermerkmal von einem Qualitätsanalysemodul an einen Controller oder an eine/die
Steuerungs-/Regelungseinheit, insbesondere an eine/die Steuerungs-/Regelungseinheit
der Wende- und/oder Packeinheit übertragen, insbesondere unter Bezugnahme auf eine
Chargennummer oder ein spezifisches Identifikationsmerkmal betreffend eine/die jeweilige
Verpackungsmaterial-Einheit. Anders ausgedrückt: Die vorliegende Erfindung kann basierend
auf einem bereits verfügbaren Fehlersignal, insbesondere spezifisch je Einheit generiertem
Fehlersignal, implementiert sein/werden. Wahlweise kann der Prozess des Generierens
eines/des Fehlersignals auch umfasst sein. Eine Implementierung basierend auf bereits
verfügbaren Fehlersignalen erleichtert nicht zuletzt auch eine noch flexiblere/variablere
Implementierung auch weitgehend unabhängig von den stromauf vom Ausschleusen vollzogenen
Prozessschritten bzw. von der anwendungsspezifisch implementierten Art und Weise der
Qualitätsanalyse.
[0034] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird der Wende- und/oder Packprozess für das Ausschleusen
derart angesteuert oder geregelt, dass die auszuschleusende Verpackungsmaterial-Einheit
oder Charge in einem spitzen Winkel zur Förderrichtung zu einer Aufnahmeebene für
Ausschuss geführt oder geleitet oder geschubst bzw. gestoßen wird, insbesondere mittels
der Wende- und/oder Packeinheit. Hierdurch kann das Ausschleusen auch in Hinblick
auf vorteilhafte Materialfluss und im Kontext mit einem dafür vorteilhaft nutzbaren
Prozessschritt implementiert werden.
[0035] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird während des Wende- und/oder Packprozesses wenigstens
eine Mechanik und/oder Kinematik derart angesteuert, dass eine/die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit
bzw. Charge aus einer gehaltenen Position freigegeben wird zur Verlagerung in Verlagerungsrichtung
in spitzem Winkel zur Förderrichtung, insbesondere gegen die Förderrichtung, wobei
die durch die wenigstens eine Mechanik und/oder Kinematik definierte Verlagerungsrichtung
auch die Ausschleusrichtung definiert. Dies begünstigt die Integration der Ausschleusfunktion
auch insoweit, als das als Halten ein Vorgang betrachtet werden kann, der ohnehin
vorteilhaft im Kontext mit einem Wenden implementiert sein kann, so dass beispielsweise
basierend auf nur einer oder zwei Richtungsänderungen ein Ausschleusen herbeigeführt
werden kann (insbesondere gegenläufige Rotationsrichtung der Wendeeinheit, gegenläufige
Translation der Transportbänder). Das Freigeben aus der Halteposition kann z.B. durch
Aktuieren translatorisch bewegter Förderbänder erfolgen.
[0036] Gemäß einem Ausführungsbeispiel definieren die Förderrichtung und die Verlagerungsrichtung
oder Ausschleusrichtung eine zumindest annähernd vertikale Verlagerungsebene. Dies
liefert nicht zuletzt den Vorteil, dass die Fertigungslinie bzw. der Prozess zumindest
im Wesentlichen auf einer (räumlichen) Linie geradlinig weitergeführt werden kann,
ohne dass seitlich weiterer Platz für das Ausschleusen oder Robotik dafür benötigt
wird.
[0037] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird für den Wende- und/oder Packprozess in Abhängigkeit
von wenigstens einem erfassten/verarbeiteten Fehlermerkmal eine der folgenden steuerungs-/regelungstechnischen
Vorgaben für die weitere Verarbeitung wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
vorgegeben: die wenigstens eine Verpackungsmaterial-Einheit wird durchgeleitet (insbesondere
zu einem Abschnitt für ein Ausleiten und/oder Bündeln), die wenigstens eine Verpackungsmaterial-Einheit
wird um einen Wendewinkel gewendet (insbesondere um einen Wendewinkel im Bereich von
180°), die wenigstens eine Verpackungsmaterial-Einheit wird in Ausschleusrichtung
um einen Kippwinkel gekippt (insbesondere um einen Kippwinkel im Bereich von 30 bis
45°). Dies ermöglicht auch einen Prozess in der Art einer Weiche an der Stelle des
Wende-/Packvorgangs, wobei derselbe Bewegungsablauf genutzt werden kann, um die entsprechende(n)
Verpackungsmaterial-Einheit(en) entweder weiterzuverarbeiten oder auszuschleusen.
[0038] Das Ausschleusen als solches kann dabei bereits durch das Kippen herbeigeführt werden,
also eine Art passives Ausschleusen sein, insbesondere indem das Material (die wenigstens
eine Verpackungsmaterial-Einheit) gravitationskraftgetrieben herausgleitet (gegebenenfalls
nachdem eine Haltekraft auf null gebracht wurde). In zeitlicher Hinsicht effizienter
und prozessual auch genauer mag jedoch ein aktives Ausschleusen durch erzwungene Ausschleusbewegung
sein, z.B. herbeigeführt durch translatorische Verlagerung des Materials mittels das
Material haltender Förderbänder.
[0039] Es ist zu verstehen, dass ein stromab vom Wenden/Durchleiten erfolgendes Bündeln
zu Paketen oder Chargen vordefinierter Stückzahl unabhängig von einem Ausschleusen
auf dieselbe Art und Weise erfolgen kann. Anders ausgedrückt: Auch für den Fall dass
nur einzelne Verpackungsmaterial-Einheiten (einzeln) ausgeschleust werden, kann die
jeweilige Charge komplettiert werden, insbesondere indem eine darauffolgende Charge
um die ausgeschleuste Anzahl von Verpackungsmaterial-Einheiten erweitert wird, was
vollautomatisiert prozessgesteuert stromauf erfolgen kann, z.B. im Zusammenhang mit
einem Vereinzelungsvorgang und/oder mit einem Vorgang zur geschuppten Anordnung von
Chargen. Hierzu können die involvierten Controller bzw. Steuerungs-/Regelungskomponenten
auch stromauf miteinander kommunizieren, also einen Zustand weiter stromab im Prozess
an einen zu steuernden/regelnden Prozess weiter stromauf als Eingangsparameter vorgeben.
[0040] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch ein Verfahren zum Verarbeiten einer
Vielzahl von Verpackungsmaterial-Einheiten mittels einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie,
umfassend ein Verfahren zum Steuern/Regeln wenigstens eines Verarbeitungsprozesses
umfassend ein fehlertriggerbasiertes Ausschleusen gemäß der vorliegenden Offenbarung.
[0041] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch eine Steuerungs-/Regelungseinheit
eingerichtet zum Steuern/Regeln wenigstens eines Verarbeitungsprozesses durch gesteuertes/geregeltes
Handhaben wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit (insbesondere Kartonage) wenigstens
einer Charge mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten in/an einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie
in Förderrichtung stromab eines die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden
Falt-Klebe-Prozesses (bzw. stromab eines Falt-Klebe-Abschnitts bzw. stromab einer
Falt-Klebe-Maschine) insbesondere zwecks fehlertriggerbasiertem Ausschleusen von Ausschuss,
wobei das Steuern/Regeln basierend auf wenigstens einem Signal oder Trigger betreffend
wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten erfolgt,
welches Signal oder welcher Trigger z.B. durch ein Qualitätsanalysemodul oder einen
Qualitätsanalyseprozess in/an der Fertigungslinie generiert ist/wird/wurde, wobei
das Steuern/Regeln für einen Teilprozess des Handhabens der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit
stromab bzw. zeitlich nachgelagert von einem Ausrichtvorgang zum Ausrichten der wenigstens
einen Verpackungsmaterial-Einheit oder der wenigstens einen Charge erfolgt (beispielsweise
stromauf oder stromab von einem Pressband der Fertigungslinie), wobei das Steuern/Regeln
für einen Teilprozess des Handhabens umfassend ein Ausschleusen wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
aus dem Verarbeitungsprozess erfolgt, nämlich für ein Ausschleusen im prozessualen
Kontext eines Packens und/oder Wendens von Verpackungsmaterial-Einheiten, wobei wenigstens
eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe für ein/das Ausschleusen durch Ändern der Verlagerungsrichtung
der wenigstens einen fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit
generiert wird, nämlich wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe für ein/das Ausschleusen
in einer Ausschleusrichtung in einem spitzen Winkel zu und entgegen der stromauf einer
für einen Wendevorgang eingerichteten Wende- und/oder Packeinheit oder eines für einen
Wendevorgang eingerichteten Wende- und/oder Packprozesses realisierten Förderrichtung
der Fertigungslinie. Dies begünstigt basierend auf den zuvor genannten Vorteilen auch
eine Implementierung, bei welcher im Wesentlichen oder sogar ausschließlich steuerungs-/regelungstechnische
Vorgaben zur Umsetzung der Ausschleusfunktion herangezogen werden. Wahlweise kann
die Steuerungs-/Regelungseinheit als eine zentrale oder dezentrale Steuerungs-/Regelungseinheit
implementiert sein, wahlweise für die gesamte Fertigungslinie oder nur für einen oder
einzelne Abschnitte der Fertigungslinie bzw. des Prozesses.
[0042] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch eine Wende- und/oder Packeinheit
für eine Verpackungsmaterial-Fertigungslinie eingerichtet zum Verarbeiten von Verpackungsmaterial-Einheiten,
insbesondere Kartonagen insbesondere für Faltschachteln, aufweisend eine Steuerungs-/Regelungseinheit
gemäß der vorliegenden Offenbarung. Dies ermöglicht basierend auf den zuvor genannten
Vorteilen auch ein besonders einfaches Nachrüsten der hier beschriebenen Ausschleusfunktionalität
auch bei bereits im Feld bestehenden/agierenden Anlagen, Fertigungslinien, Prozessen.
[0043] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch eine Verpackungsmaterial-Fertigungslinie
aufweisend wenigstens eine Wende- und/oder Packeinheit gemäß der vorliegenden Offenbarung.
[0044] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch ein Computerprogrammprodukt umfassend
Befehle, die bei Ausführung des Computerprogrammproduktes auf einem Computer diesen
dazu veranlassen, Schritte zum Steuern/Regeln eines Verfahren gemäß der vorliegenden
Offenbarung auf dem Computer auszuführen, insbesondere Computerprogrammprodukt eingerichtet
zum Generieren wenigstens einer Steuerungs-/Regelungsvorgabe während eines Verarbeitungsprozesses
zum gesteuerten/geregelten Handhaben wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
wenigstens einer Charge mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten in/an einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie
in Förderrichtung stromab eines die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden
Falt-Klebe-Prozesses zwecks fehlertriggerbasiertem Ausschleusen, wobei die wenigstens
eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe basierend auf wenigstens einem Signal oder Trigger
betreffend wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten
erfolgt, wobei die wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe
für wenigstens eine Komponente einer Kinematik und/oder Mechanik einer für einen Wendevorgang
eingerichteten Wende- und/oder Packeinheit umfasst, zum Ändern der Verlagerungsrichtung
der wenigstens einen fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit
mittels der Wende- und/oder Packeinheit in eine Ausschleusrichtung in spitzem Winkel
zu und entgegen der stromauf der Wende- und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung
der Fertigungslinie, wobei die wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe zumindest
eine Rotations- oder Kippbewegung und wahlweise auch eine translatorische Bewegung/Aktuation
wenigstens einen Komponente der Kinematik und/oder Mechanik definiert. Dies ermöglicht
basierend auf den zuvor genannten Vorteilen auch eine besonders schlanke Implementierung
insbesondere auch in bereits bestehenden Prozessen bzw. Fertigungslinien bzw. Bearbeitungseinheiten/-modulen.
[0045] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch eine Wende- und/oder Packeinheit
gemäß dem entsprechenden nebengeordneten Vorrichtungsanspruch, nämlich durch eine
Wende- und/oder Packeinheit für eine Verpackungsmaterial-Fertigungslinie eingerichtet
zum Verarbeiten von Verpackungsmaterial-Einheiten, insbesondere Kartonagen insbesondere
für Faltschachteln, wobei die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet ist für einen
Wendevorgang und für gesteuertes/geregeltes Handhaben wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
wenigstens einer Charge mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten in Förderrichtung stromab
eines die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden Falt-Klebe-Abschnitts
(bzw. stromab einer Falt-Klebe-Maschine), wobei die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet
ist zum fehlertriggerbasierten Ausschleusen wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
aus dem Verarbeitungsprozess basierend auf wenigstens einem Signal oder Trigger betreffend
wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten stromab
von einem Ausrichtvorgang zum Ausrichten der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit
oder der wenigstens einen Charge, wobei die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet
ist für ein Ausschleusen im prozessualen Kontext eines/des Packens und/oder Wendens
von Verpackungsmaterial-Einheiten, wobei die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet
ist für ein Ausschleusen durch Ändern der Verlagerungsrichtung der wenigstens einen
fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit, nämlich in einer
Verlagerungsrichtung in spitzem Winkel zur Förderrichtung der Fertigungslinie, nämlich
entgegen der stromauf der Wende- und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung
der Fertigungslinie. Hierdurch ergeben sich zuvor genannte Vorteile, insbesondere
auch in Hinblick auf eine synergetische Nutzung von mechanischen Komponenten und/oder
kinematischen Vorgängen.
[0046] Beispielsweise ist die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet, eine Charge von
z.B. fünf oder zehn Verpackungsmaterial-Einheiten zusammen zu wenden.
[0047] Gemäß einer Ausführungsform ist die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet, das
Ausschleusen während des Wendeprozesses oder unmittelbar davor oder danach durch Verlagerung
der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit in spitzem Winkel relativ zur Förderrichtung
zu realisieren. Dies ermöglicht auch eine Implementierung, bei welcher die prozessualen/zeitlichen
Ressourcen der Wende- und/oder Packeinheit geschickt genutzt werden, ohne den Verarbeitungsprozess
als solchen spürbar zu verzögern.
[0048] Gemäß einer Ausführungsform weist die Wende- und/oder Packeinheit eine Wende-/Kippachse
auf, die im Wesentlichen horizontal ausgerichtet ist (für einen Wendevorgang um eine
Achse in der Art einer Rotation in einer ersten oder in einer zweiten entgegengesetzten
Kipprichtung, insbesondere bei einer 180° Kippbewegung). Dies liefert auch den Vorteil,
dass der gesamte Prozess (mit oder ohne Ausschleusen) unverändert in der Haupt-Verarbeitungsebene
gemäß der Förderrichtung bzw. entgegen dazu erfolgen kann; insofern müssen nicht notwendigerweise
neue Bewegungs-/Raumachsen erschlossen werden.
[0049] Gemäß einer Ausführungsform weist die Wende- und/oder Packeinheit wenigstens ein
Förderband auf, welches einerseits in einer Stellung fluchtend in/zur Förderrichtung
und andererseits in wenigstens einer weiteren Stellung in spitzem Winkel zur Förderrichtung
ausrichtbar ist. Dies begünstigt auch die Implementierung des Ausschleusvorgangs mittels
der Mechanik/Kinematik der Wende- und/oder Packeinheit bzw. eines entsprechenden Wende-
und/oder Packmoduls, also ohne dass zusätzliche Robotik oder Aktuatorik erforderlich
wäre. Vorteilhaft erfolgt das Ausrichten um eine/die Wende-/Kippachse der Wende- und/oder
Packeinheit.
[0050] Gemäß einer Ausführungsform weist die Wende- und/oder Packeinheit wenigstens ein
in einer ersten und einer zweiten gegenläufigen Förderrichtung aktuierbares Förderband
auf. Dies ermöglicht auch ein Ausschleusen in die eine Richtung und ein Durchleiten
in die andere Richtung, mittels derselben Mechanik/Kinematik. Beispielsweise erfolgt
das Aktuieren auf pneumatische, hydraulische und/oder elektrische Weise.
[0051] Gemäß einer Ausführungsform weist die Wende- und/oder Packeinheit eine Steuerungs-/Regelungseinheit
oder einen damit steuerungs-/regelungstechnisch verbundenen Controller auf, welche/r
eingerichtet ist, basierend auf wenigstens einem spezifisch mit einer entsprechenden
Verpackungsmaterial-Einheit oder Charge korreliertem Signal oder Tigger wenigstens
eine Mechanik oder Kinematik der Wende- und/oder Packeinheit zum Ausschleusen zu aktuieren,
insbesondere indem einerseits eine Kippbewegung um einen vordefinierten Kippwinkel
relativ zur Förderrichtung und andererseits auch wenigstens eine von einer Translationsbewegung
und einer Halte-/Freigabebewegung gesteuert/geregelt wird. Dies begünstigt auch hohe
prozessuale Variabilität hinsichtlich einzelner Einheiten, einer Mehrzahl von Einheiten,
und/oder hinsichtlich des Zeitpunkts des Ausschleusens in Abstimmung mit einem Wenden
und/oder Durchleiten. Wahlweise weist ein/das Wende- und/oder Packmodul einen eigenen
Controller auf.
[0052] Gemäß einer Ausführungsform gibt die Wende- und/oder Packeinheit eine Verlagerungsrichtung
vor, welche in einem spitzen Winkel zur Förderrichtung zu einer/der Aufnahmeebene
für Ausschuss führt, insbesondere definiert durch eine Ausschussaufnahme, welche bevorzugt
stromauf der Wende- und/oder Packeinheit anordenbar/angeordnet ist. Dies begünstigt
auch einen vorteilhaften Materialfluss für das Ausschleusen und für dem Ausschleusen
nachgelagerte Maßnahmen zur Handhabung ausgeschleusten Materials.
[0053] Gemäß einer Ausführungsform ist die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet für
eine kinematische Umkehr wenigstens eines translatorisch wirkenden Fördermittels,
insbesondere Förderbandes. Dies begünstigt auch besonders kurze Stellbewegungen, kurze
Verlagerungswege und schnelle Reaktionszeiten, kann also hohe prozessuale Effizienz
auch hinsichtlich Ausschleusen sicherstellen. Dies mag in Anbetracht der eher kostengünstigen
Halbzeuge (Verpackungsmaterial-Einheiten) ein vergleichsweise wichtiger Aspekt sein,
um die Maßnahmen zur Vermeidung von Ausschuss/Mehrverbrauch auch prozessual und kostentechnisch
im Gesamtkontext der hochautomatisierten Produktion größerer Chargen rechtfertigen
zu können.
[0054] Gemäß einer Ausführungsform ist die Wende- und/oder Packeinheit eingerichtet für
eine wippenartige rotatorische Hin- und Her-Kippbewegung bei vordefiniertem/vordefinierbarem
Kippwinkel, insbesondere bei einem Kippwinkel im Bereich von 30 bis 45°, z.B. exakt
40°. Dies begünstigt auch ein vergleichsweise schnelles Handhaben des auszuschleusenden
Materials, insbesondere ohne da s Erfordernis einer neuen/zusätzlichen Bewegung, wahlweise
implementiert direkt im prozessualen Ablauf des Wendens und/oder Durchleitens bzw.
Packens.
[0055] Gemäß einer Ausführungsform ist die Wende- und/oder Packeinheit modular aufgebaut
und weist ein Wende- und/oder Packmodul auf, welches in Verbindung mit wenigstens
einem der folgenden Module in die Fertigungslinie integrierbar ist: einem stromauf
angeordneten/anzuordnenden Vereinzelungsmodul, und/oder einem stromab angeordneten/anzuordnenden
Bündel-/Schnürmodul. Dies begünstigt auch eine vorrichtungstechnische Implementierung
lokal im Bereich der Mechanik/Kinematik des entsprechenden Wende- und/oder Packmodul,
insbesondere ohne das Erfordernis einer prozessualen oder vorrichtungstechnischen
Adaptierung irgendwelcher weiterer Besonderheiten stromauf oder stromab.
[0056] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch Verwendung einer für einen Wendevorgang
eingerichteten Wende- und/oder Packeinheit zum Integrieren einer Ausschleusfunktion
stromab von einem Falt-Klebe-Prozess einer automatisierten Verarbeitung von Verpackungsmaterial-Einheiten,
insbesondere Kartonagen, zum fehlertriggerbasierten Ausschleusen von wenigstens einer
Verpackungsmaterial-Einheit je Ausschleusvorgang vor, während oder nach einem Wende-
und/oder Packvorgang, insbesondere stromab eines Abschnitts einer/der Fertigungslinie
mit geschuppter Anordnung der Verpackungsmaterial-Einheiten, insbesondere stromauf
eines Ausleitens und/oder Schnürens z.B. mittels zu verschweißender Kunststoffbänder,
wobei der Vorgang des Ausschleusens mittels wenigstens einer wippenartigen Mechanik
oder Kinematik der Wende- und/oder Packeinheit entgegen der Förderrichtung realisiert
wird, wobei die wenigstens eine wippenartige Mechanik oder Kinematik einen/den spitzen
Winkel einer/der Ausschleusrichtung relativ zur und entgegen der Förderrichtung definiert,
insbesondere einen Kippwinkel im Bereich von 30 bis 45°, insbesondere einer zuvor
weiter oben beschriebenen Wende- und/oder Packeinheit. Hierdurch lassen sich zuvor
genannte Vorteile realisieren, insbesondere in Hinblick auf kleine Stellbewegungen,
kurze Verlagerungswege, nicht zuletzt auch räumlich besonders vorteilhaftes Ausschleusen.
[0057] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch gelöst durch Verwendung wenigstens eines stromauf
in einem Verarbeitungsprozess einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie generierten
Signals oder Triggers betreffend wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens einer der
verarbeiteten Verpackungsmaterial-Einheiten zum Generieren wenigstens einer Steuerungs-/Regelungsvorgabe
an/für eine/r Wende- und/oder Packeinheit weiter stromab an der Verpackungsmaterial-Fertigungslinie,
zur Implementierung eines Ausschleusprozesses zum fehlertriggerbasierten Ausschleusen
von Ausschuss im Zusammenhang mit einem für einen Wendevorgang eingerichteten Wende-
und/oder Packprozess, wobei die wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe zur Aktuation
wenigstens einer Mechanik oder Kinematik der Wende- und/oder Packeinheit derart verarbeitet
wird, dass ein Ausschleusen durch Ändern der Verlagerungsrichtung der wenigstens einen
fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit erfolgt, nämlich
entgegen der stromauf der Wende- und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung
der Fertigungslinie, insbesondere an oder im Kontext mit einer zuvor weiter oben beschriebenen
Wende- und/oder Packeinheit bzw. einem entsprechenden Wende- und/oder Packprozess.
Hierdurch lassen sich zuvor genannte Vorteile realisieren, insbesondere in Hinblick
auf eine besonders schlanke Implementierung auch im Sinne eines Nachrüstens der Ausschleusfunktionalität
in bestehende Fertigungslinien.
[0058] Zusammenfassung: Bei der Verarbeitung von Kartonagen zu Verpackungsmaterial-Einheiten
wie z.B. Faltschachteln (bzw. deren Halbzeugen) in vollautomatisierten Prozessen können
trotz guter Qualitätssicherung fehlerhafte Produktmerkmale entstehen, z.B. fehlerhafte
Klebungen, unschöne Laschen, unvollständige Faltungen, insbesondere auch solche, die
für Endkunden oder Verbraucher sichtbar sind. Speziell im Luxusgütersegment sind derartige
Unstimmigkeiten jedoch spürbar nachteilig im Kontext der hochqualitativen Wahrnehmung
des Gesamtprodukts (also nicht nur der Kartonage/Verpackung), sind also möglichst
vollständig zu vermeiden. Eine Integration eines Vorgangs zum Ausschleusen von als
fehlerhaft identifiziertem Ausschuss ist jedoch nicht evident, insbesondere einerseits
in räumlicher Hinsicht, andererseits auch prozessual derart, dass der Verarbeitungsprozess
als solcher möglichst unverändert weiterlaufen kann. Auch im Kontext des Bildens von
Paketen bzw. Chargen (sinngemäß: Bündeln) einer vordefinierten Anzahl von Verpackungsmaterial-Einheiten
(z.B. jeweils fünf oder zehn Stück) mag es nicht evident sein, ein Ausschleusen nur
der als fehlerhaft identifizierten jeweiligen Verpackungsmaterial-Einheit in prozessualer
Hinsicht elegant umzusetzen. Die vorliegende Erfindung liefert einen zweckdienlichen
Ansatz zur vorteilhaften Symbiose von Anforderungen im Kontext der Maximierung von
Qualitätsansprüchen, des Managements von räumlichen Gegebenheiten und logistischen
Bewegungspfade sowie der Bewahrung der fertigungstechnischen Flexibilität/Variabilität,
und erlaubt dabei auch eine synergetische Kopplung mit neuen Qualitätsanalysemethoden.
Insbesondere ist erfindungsgemäß ein Steuerungs-/Regelungsverfahren zum Ausschleusen
von Verpackungsmaterial-Einheiten vorgesehen, bei welchem das gesteuerte/geregelte
Handhaben ein Ausschleusen wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit aus dem Verarbeitungsprozess
im prozessualen Kontext eines Wende- und/oder Packprozesses umfasst, nämlich durch
Ändern der Verlagerungsrichtung der wenigstens einen fehlertriggerbasiert identifizierten
Verpackungsmaterial-Einheit, vorteilhaft in spitzem Winkel zur Förderrichtung, entgegen
der stromauf der Wende- und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung. Analog liefert
eine/die entsprechend implementierte Steuerungs-/Regelungseinheit bzw. das derart
ausgestaltete Computerprogrammprodukt bzw. die entsprechend eingerichtete Wende- und/oder
Packeinheit für eine/die Verpackungsmaterial-Fertigungslinie die hier beschriebenen
Vorteile, insbesondere da der Verarbeitungsprozess als solcher dabei gar nicht verändert
bzw. adaptiert werden muss.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0059] In den nachfolgenden Zeichnungsfiguren wird die Erfindung noch näher beschrieben,
wobei für Bezugszeichen, die nicht explizit in einer jeweiligen Zeichnungsfigur beschrieben
werden, auf die anderen Zeichnungsfiguren verwiesen wird. Es zeigen:
Figuren 1A, 1B, 1C in zwei Seitenansichten und in einer Draufsicht einen Abschnitt eines Wende- und/oder
Packprozesses eines Verpackungsmaterial-Verarbeitungsprozesses, bei welchem die hier
beschriebene Ausschleusfunktion gemäß Ausführungsbeispielen implementiert/implementierbar
ist;
Figur 2 in einer Seitenansicht eine Wende- und/oder Packeinheit gemäß Ausführungsbeispielen,
aufweisend ein Vereinzelungsmodul, ein Wende- und/oder Packmodul und ein Bündel-/Schnürmodul;
Figuren 3A, 3B in einer Draufsicht und in einer Seitenansicht eine Wende- und/oder Packeinheit bzw.
einen Abschnitt eines Wende- und/oder Packprozesses eines Verpackungsmaterial-Verarbeitungsprozesses,
bei welcher/m die hier beschriebene Ausschleusfunktion gemäß Ausführungsbeispielen
implementiert/implementierbar ist;
Figur 4 in einer Seitenansicht schematisch vereinfacht dargestellt eine Verpackungsmaterial-Fertigungslinie
mit einem im Bereich des Wende- und/oder Packprozesses implementierten Ausschleusvorgang
gemäß Ausführungsbeispielen;
Figur 5 in schematischer Darstellung ein Wende- und/oder Packmodul einer Wende- und/oder
Packeinheit gemäß Ausführungsbeispielen;
Figur 6 in schematischer Darstellung Schritte eines Steuerungs-/Regelungsverfahrens gemäß
Ausführungsbeispielen;
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0060] Die Erfindung wird zunächst unter allgemeiner Bezugnahme auf alle Bezugszeichen und
Figuren erläutert. Besonderheiten oder Einzelaspekte oder in der jeweiligen Figur
gut sichtbare/darstellbare Aspekte der vorliegenden Erfindung werden individuell im
Zusammenhang mit der jeweiligen Figur thematisiert.
[0061] Bereitgestellt werden Verfahren und Vorrichtungen zum Verarbeiten von Verpackungsmaterial-Einheiten
1, insbesondere Kartonagen insbesondere für Faltschachteln, an bzw. mittels einer
Verpackungsmaterial-Fertigungslinie 100, wobei eine Wende- und/oder Packeinheit 110
bzw. ein entsprechend implementierter Steuerungs-/Regelungsvorgang eingerichtet ist
für gesteuertes/geregeltes Handhaben der Verpackungsmaterial-Einheiten 1 jeweils wenigstens
einer Charge 3 mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten in Förderrichtung x100 stromab
eines die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden Falt-Klebe-Abschnitts
der Fertigungslinie, wobei die Wende- und/oder Packeinheit 110 bzw. ein entsprechend
implementierter Steuerungs-/Regelungsvorgang eingerichtet ist zum fehlertriggerbasierten
Ausschleusen wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten aus dem Verarbeitungsprozess
basierend auf wenigstens einem Signal oder Trigger ST betreffend wenigstens ein Fehlermerkmal
wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten, stromab von einem Ausrichtvorgang
zum Ausrichten der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit oder der wenigstens
einen Charge, wobei die Wende- und/oder Packeinheit 110 bzw. ein entsprechend implementierter
Steuerungs-/Regelungsvorgang eingerichtet ist für ein Ausschleusen im prozessualen
Kontext eines/des Packens (bzw. Durchleitens) und/oder Wendens von Verpackungsmaterial-Einheiten,
wobei die Wende- und/oder Packeinheit 110 bzw. ein entsprechend implementierter Steuerungs-/Regelungsvorgang
eingerichtet ist für ein Ausschleusen durch Ändern der Verlagerungsrichtung x1 der
wenigstens einen fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit,
nämlich in einer Verlagerungsrichtung in spitzem Winkel α zur Förderrichtung der Fertigungslinie,
nämlich entgegen der stromauf der Wende- und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung
der Fertigungslinie.
[0062] Die jeweilige Charge 3 bzw. ein für/durch das Packen vorbereitetes Bündel/Paket aus
mehreren Verpackungsmaterial-Einheiten 1 besteht z.B. aus fünf oder zehn Verpackungsmaterial-Einheiten
1. Ein (Fehler-)Signal oder Trigger ST kann z.B. durch einen Signal-/Triggergenerator
7 erzeugt und bereitgestellt werden, insbesondere auch drahtlos bereitgestellt werden,
wobei der Signal-/Triggergenerator 7 z.B. in Kommunikation mit einem Qualitätsanalysemodul
5 stehen kann. Für die Drahtloskommunikation können die miteinander kommunizierenden
Komponenten auch jeweils wenigstens ein Kommunikationsmodul für wenigstens ein Kommunikationsprotokoll
aufweisen, insbesondere auch für Nahfeldkommunikation. Das jeweilige Signal bzw. der
Trigger ST kann z.B. an eine zentrale oder dezentrale Steuerungs-/Regelungseinheit
10 übergeben werden, oder auch an einen Controller 115 eines Wende- und/oder Packmoduls
110b der Wende- und/oder Packeinheit 110.
[0063] Beispielsweise ist die Verpackungsmaterial-Fertigungslinie 100 zumindest in die folgenden
Abschnitte untergliedert: ein Falt-Klebe-Abschnitt 100a für Falt-Klebe-Prozess, ein
Ausrichtabschnitt 100b für einen Ausrichtvorgang zum Ausrichten von gefalteten/geklebten
Verpackungsmaterial-Einheiten, ein Abschnitt 100c mit geschuppter Anordnung der Verpackungsmaterial-Einheiten,
wahlweise ein Abschnitt zum Vereinzeln, ferner ein Abschnitt 100d für den Wende- und/oder
Packprozess, sowie ein Abschnitt 100e für das Ausleiten bzw. für ein Bündeln/Schnüren.
Am Ausrichtabschnitt kann z.B. auch ein Pressband 103 vorgesehen sein. Eine Vereinzelung
kann wahlweise auch in einem Vereinzelungsmodul 110a der Wende- und/oder Packeinheit
110 erfolgen, also unmittelbar stromauf vom Wende- und/oder Packprozess. Stromab davon
kann z.B. ein Bündel-/Schnürmodul 110c vorgesehen sein. Bei diesem kann auch ein Richtungswechsel
der Fertigungslinien-Förderrichtung um z.B. 90° vorgesehen sein, sofern dies im Zusammenhang
mit dem Bündel-/Schnürprozess oder dem Ausleiten des Materials zweckdienlich ist.
Üblicherweise verläuft die Förderrichtung zumindest bis zum Bündel-/Schnürprozess
jedoch streng geradlinig entlang nur einer Förderachse/-richtung, hier bei den Ausführungsbeispielen
entsprechend der x-Richtung.
[0064] Die Wende- und/oder Packeinheit weist eine Wendeachse bzw. Kippachse 111 auf, um
welche eine Mechanik 112 der Wende- und/oder Packeinheit um vordefinierbare Wende-
und Kippwinkel gekippt werden kann. Eine Vielzahl von momentan oberen Andrückarmen
112.1 und momentan unteren Andrückarmen 112.2 sind Bestandteil der kippbaren Mechanik,
ebenso wenigstens ein Aktuator 117 für Halten oder Freigabe der Verpackungsmaterial-Einheit(en)
und/oder wenigstens ein Halter oder Greifer 119, ferner wenigstens ein Förderband
114, insbesondere ein erstes und zweites (momentan) oberes Förderband 114a,b sowie
ein erstes und zweites (momentan) unteres Förderband 114c,d.
[0065] Eine Kinematik 113 der Wende- und/oder Packeinheit ermöglicht einerseits eine Richtungsumkehr
113.1 insbesondere betreffend die Translation der Förderbänder, andererseits auch
ein Wenden der gesamten Mechanik, insofern auch eine Überlagerung von zumindest zwei
gegenläufigen Rotationsbewegungen und durch umlaufende Förderbänder erzeugte Translationsbewegungen
der Verpackungsmaterial-Einheit(en), wobei die Translationsbewegungen vorteilhaft
durch Rotation einer Vielzahl von Rädern oder Rollen herbeigeführt werden können.
[0066] Vorteilhaft ist eine Ausschussaufnahme 116 vorgesehen, welche ein Aufnahmeebene Exy
für Ausschuss definiert, und vorteilhaft ist die Ausschussaufnahme 116 unterhalb einer
das Wenden bzw. Kippen besorgenden Wippe der Wende- und/oder Packeinheit angeordnet,
bzw. unterhalb einer durch die Wippe bei horizontaler Ausrichtung aufgespannte Verarbeitungs-/Durchleitungsebene,
insbesondere stromauf von der Wippe. Die Wippe selbst kann wahlweise auch eine Rutsche
118 bzw. Gleitfläche bzw. wenigstens einen Gleitabschnitt definieren, welcher angeordnet
und eingerichtet ist zum gravitationskraftgetriebenen (passiven) Ausschleusen/Ausleiten
von Verpackungsmaterial-Einheiten.
[0067] Vorteilhaft sind die mechanischen/kinematischen Komponente für das Ausschleusen derart
angeordnet und ausgerichtet bzw. gelagert, dass das Ausschleusen innerhalb der zumindest
annähernd vertikalen Verlagerungsebene Exz der Fertigungslinie erfolgt, also ohne
seitlich in Querrichtung (y) demgegenüber auszubrechen. Insoweit können eine standardmäßige
(momentane) Verlagerungsrichtung x1 der (nicht fehlerbehafteten) Charge oder Verpackungsmaterial-Einheit
und eine Ausschleusrichtung xz1 von wenigstens einer fehlerbehafteten Verpackungsmaterial-Einheit
in derselben zumindest annähernd vertikal ausgerichteten Verlagerungsebene Exz angeordnet
sein. Dies liefert auch noch weitere Vorteile in Hinblick auf vorteilhafte Materialflusspfade.
[0068] Vorteilhaft werden die hier beschriebenen Verfahrens- und Prozessabfolgen im Zusammenhang
mit den folgenden Schritten implementiert bzw. umgesetzt: Schritt
S1 Anordnen/Akkumulieren von Verpackungsmaterial-Einheiten, insbesondere in Reaktion
auf ein Erfassen/Verarbeiten wenigstens eines Signals/Triggers; Schritt
S2 Durchleiten und/oder Wenden; Schritt
S3 Kippen (der Wippe); Schritt
S4 Lösen (Loslassen) und/oder aktuiertes Ausschleusen insbesondere durch herbeigeführte
Translationsbewegung.
[0069] In diesem Kontext können auch zumindest einige der folgenden Steuerungs-/Regelungsvorgaben
für den Steuerungs-/Regelungsprozess zugrunde gelegt werden: Steuerungs-/Regelungsvorgabe
SR1 zum Durchleiten/Packen; Steuerungs-/Regelungsvorgabe
SR2 zum Wenden um einen/den Wendewinkel; Steuerungs-/Regelungsvorgabe
SR3 zum Kippen um einen/den Kippwinkel; Steuerungs-/Regelungsvorgabe
SR4 zum passiven oder aktiven Ausschleusen.
[0070] Im Folgenden werden Besonderheiten der Erfindung unter Bezugnahmen auf einzelne Figuren
bzw. Ausführungsbeispiele erläutert.
[0071] In den
Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei welchem ein Wende- und/oder Packmodul 110b
umfassend eine Wippe zum Kippen bzw. Wenden der jeweiligen Charge zwischen einem Vereinzelungsmodul
110a und einem Bündel-/Schnürmodul 110c angeordnet ist.
[0072] In
Fig. 1A ist erkennbar, dass das Vereinzelungsmodul 110a die Charge auf eine Ebene führt,
welche der halben Höhe der die Charge aufnehmenden Wippe entspricht. In der Wippe
kann die Charge durch wenigstens ein momentan oberes und wenigstens ein momentan unteres
Förderband gehalten werden, bzw. durch eine Vielzahl von momentan oberen und unteren
Andrückarmen. Förderbänder und Andrückarme können als Bestandteil der die Wippe konstituierenden
wendbaren Mechanik/Kinematik ausgeführt sein. Fig. 1A veranschaulicht auch die Raumrichtungen
x, y, z (längs, quer, hoch).
[0073] In
Fig. 1B sind einzelne Chargen 3 dargestellt, in einer momentanen Anordnung stromauf von sowie
in der Wende- und/oder Packeinheit. Beispielsweise weist eine letzte Verpackungsmaterial-Einheit
1 einer der Chargen 3 wenigstens ein Fehlermerkmal Fi auf. Der Prozess kann dann derart
angesteuert/geregelt werden, dass diese Verpackungsmaterial-Einheit 1 aus der geschuppt
angeordneten Charge ausgesondert wird, sei es durch Vereinzeln der gesamten Charge,
sei es durch zeitweises (Zurück-)Halten nur dieser einen Verpackungsmaterial-Einheit
1, um diese daraufhin auszuschleusen, z.B. nachdem die anderen Verpackungsmaterial-Einheiten
1 der entsprechenden Charge durchgeleitet und/oder gewendet wurden. Das Zurückhalten
kann z.B. auch mittels eines in Fig. 1B lediglich angedeuteten aktierbaren Halters
oder Greifers 119 erfolgen, welcher die entsprechende(n) Verpackungsmaterial-Einheit(en)
an einer Weiterverlagerung in Förderrichtung hindert. Wahlweise kann auch die gesamte
betroffene Charge (hier fünf Stück Verpackungsmaterial-Einheiten) ausgeschleust werden.
[0074] In
Fig. 1C ist durch zwei Pfeile einerseits die Kinematik der Wippe und andererseits die (bevorzugte)
Ausschleusrichtung veranschaulicht.
[0075] In
Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, aus welchem weitere Details betreffend die mechanischen
Komponenten der Wippe hervorgehen, insbesondere Andrückarme 112.1, 112.2 und umlaufende
Förderbänder 114.
[0076] In den
Fig. 3 ist eine modulartige Aneinanderreihung der hier beschriebenen drei Module veranschaulicht.
In
Fig. 3A sind in einer Draufsicht konstruktive Details der Wippe gezeigt. In
Fig. 3B ist erkennbar, dass der Ausschleusvorgang (im Modul 110b) ohne zusätzlichen Platzbedarf
zwischen den beiden Modulen 110a, 110c besorgt werden kann, insbesondere indem Ausschuss
gegen die Förderrichtung auf eine Aufnahmeebene unter das Modul 110a unterhalb des
Haupt-Materialflusspfades ausgeschleust wird. Die Steuerungs-/Regelungseinheit 10
steht in kommunikativer Verbindung mit einem/dem Qualitätsanalysemodul 5, welches
nicht notwendigerweise Bestandteil der Fertigungslinie sein muss.
[0077] In
Fig. 4 ist dargestellt, dass die hier beschriebene Implementierung ermöglicht, die Fertigungslinie
100 einschließlich Ausschleusfunktion ohne zusätzliche Platzanforderungen (insbesondere
ohne größere absolute Länge) zu konzipieren.
[0078] In
Fig. 5 sind die hier beschriebenen Komponenten und Maßnahmen für das Ausschleusen nochmal
auf schematische Art und Weise wiedergegeben. Die Punktlinien-Rotationspfeile deuten
Stellbewegungen von Rädern oder Rollen zum Akutieren von paarweise gegenläufigen umlaufenden
Förderbändern an. Die Punktlinien-Rotationspfeile weisen bewusst auch bei demselben
Förderband in unterschiedliche Richtungen, um die kinematische Umkehr zu veranschaulichen,
die vorteilhaft für ein Ausschleusen gegen die Förderrichtung implementiert sein/werden
kann.
[0079] In
Fig. 6 sind beispielhaft Schritte S1, S2, S3, S4 und Steuerungs-/Regelungsvorgaben SR1,
SR2, SR3, SR4 veranschaulicht, welche zur Implementierung der hier beschriebenen Steuerungs-/Regelungsmaßnahmen
herangezogen werden können. Der Schritt S1 (Anordnen/Akkumulieren von Verpackungsmaterial-Einheiten)
kann standardmäßig fehlerfreies Material und signalbasiert auch fehlerbehaftetes Material
betreffen, kann z.B. auch ein Absondern wenigstens einer fehlerbehafteten Verpackungsmaterial-Einheit
von einer ansonsten fehlerfreien Charge umfassen. Die Steuerungs-/Regelungsvorgaben
SR1, SR2 können unmittelbar im Nachgang zu Schritt S1 erfolgen, insbesondre als Eingangsgrößen
für Schritt S2 (Durchleiten und/oder Wenden). Schritt S2 und Schritt S3 (Kippen) können
alternativ oder auch beide zusammen (insbesondere nacheinander) durchgeführt werden.
Schritt S3 bedingt auch Schritt S4, insbesondere ein Lösen (Loslassen) für passives
gravitationskraftgetriebenes Ausschleusen und/oder ein aktuiertes Ausschleusen durch
vorgegebenen Bewegungsablauf (insbesondere durch mittels umlaufender Förderbänder
herbeigeführte Translation). Ein erkannter Fehler bringt ein Signal bzw. Trigger ST
mit sich, welches/welcher zur Steuerungs-/Regelungsvorgabe SR3 zum Kippen um einen/den
Kippwinkel und zur Steuerungs-/Regelungsvorgabe SR4 zum passiven oder aktiven Ausschleusen
führt. Wahlweise kann je nach Art des festgestellten Fehlers bzw. je nach Umfang der
betroffenen Verpackungsmaterial-Einheiten das Triggersignal ST auch die Art und Weise
des Durchleitens/Packens und/oder Wendens beeinflussen, also Einfluss auf die Steuerungs-/Regelungsvorgaben
SR1, SR2 nehmen. Die in Fig. 6 angedeuteten rautenförmigen Felder zwischen den einzelnen
Schritten veranschaulichen Anpassungsmaßnahmen für den Fachmann, zur Implementierung
anwendungsspezifischer Besonderheiten beispielsweise betreffend die Aktuation der
involvierten mechanischen/kinematischen Komponenten und/oder betreffend die zeitliche
Abfolge einzelner Prozessschritte im Kontext des Ausschleusvorgangs.
Bezugszeichenliste
[0080]
- 1
- Verpackungsmaterial-Einheit (insbesondere Kartonage) Charge/Bündel/Paket aus mehreren
Verpackungsmaterial-Einheiten
- 3 5
- Qualitätsanalysemodul
- 7
- Signal-/Triggergenerator
- 10
- Steuerungs-/Regelungseinheit
- 100
- Verpackungsmaterial-Fertigungslinie
- 100a
- Falt-Klebe-Abschnitt der Fertigungslinie für Falt-Klebe-Prozess
- 100b
- Abschnitt für Ausrichtvorgang zum Ausrichten
- 100c
- Abschnitt mit geschuppter Anordnung der Verpackungsmaterial-Einheiten
- 100d
- Abschnitt für Wende- und/oder Packprozess
- 100e
- Abschnitt für Ausleiten bzw. für Bündeln/Schnüren
- 103
- Pressband der Fertigungslinie
- 110
- Wende- und/oder Packeinheit
- 110a
- Vereinzelungsmodul
- 110b
- Wende- und/oder Packmodul
- 110c
- Bündel-/Schnürmodul
- 111
- Wendeachse bzw. Kippachse
- 112
- Mechanik der Wende- und/oder Packeinheit
- 112.1
- momentan oberer Andrückarm
- 112.2
- momentan unterer Andrückarm
- 113
- Kinematik der Wende- und/oder Packeinheit
- 113.1
- Richtungsumkehr insbesondere betreffend die Translation der Förderbänder
- 114
- Förderband
- 114a,b
- erstes und zweites (momentan) oberes Förderband
- 114c,d
- erstes und zweites (momentan) unteres Förderband
- 115
- Controller
- 116
- Ausschussaufnahme
- 117
- Aktuator für Halten oder Freigabe der Verpackungsmaterial-Einheit(en)
- 118
- Rutsche bzw. Gleitfläche/-abschnitt
- 119
- Halter oder Greifer
- Exy
- Aufnahmeebene für Ausschuss, definiert durch Ausschussaufnahme
- Exz
- zumindest annähernd vertikale Verlagerungsebene
- Fi
- Fehlermerkmal
- ST
- Signal oder Trigger
- S1
- Schritt des Anordnens/Akkumulierens von Verpackungsmaterial-Einheiten, insbesondere
in Reaktion auf ein Erfassen/Verarbeiten wenigstens eines Signals/Triggers
- S2
- Schritt des Durchleitens und/oder Wendens
- S3
- Schritt des Kippens
- S4
- Schritt des Lösens (Loslassens), und/oder des aktuierten Ausschleusens, insbesondere
durch Translation
- SR1
- Steuerungs-/Regelungsvorgabe zum Durchleiten/Packen
- SR2
- Steuerungs-/Regelungsvorgabe zum Wenden um einen/den Wendewinkel
- SR3
- Steuerungs-/Regelungsvorgabe zum Kippen um einen/den Kippwinkel
- SR4
- Steuerungs-/Regelungsvorgabe zum passiven oder aktiven Ausschleusen
- α
- vordefinierter Kippwinkel
- x100
- Förderrichtung
- x1
- (momentane) Verlagerungsrichtung der Charge oder Verpackungsmaterial-Einheit
- xz1
- Ausschleusrichtung
- x, y, z
- Raumrichtungen (längs, quer, hoch)
1. Verfahren zum Steuern/Regeln wenigstens eines Verarbeitungsprozesses durch gesteuertes/geregeltes
Handhaben wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit (1) wenigstens einer Charge
(3) mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten in einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie
(100) in Förderrichtung (x100) stromab eines die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit
betreffenden Falt-Klebe-Prozesses insbesondere zwecks fehlertriggerbasiertem Ausschleusen
von Ausschuss, wobei das Steuern/Regeln basierend auf wenigstens einem Signal oder
Trigger (ST) betreffend wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten
(1) erfolgt, wobei das gesteuerte/geregelte Handhaben der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit
(1) stromab von einem Ausrichtvorgang (100b) zum Ausrichten der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit
(1) oder der wenigstens einen Charge (3) erfolgt, wobei das gesteuerte/geregelte Handhaben
ein Ausschleusen wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit (1) aus dem Verarbeitungsprozess
umfasst, nämlich ein Ausschleusen im prozessualen Kontext eines für einen Wendevorgang
eingerichteten Wende- und/oder Packprozesses von Verpackungsmaterial-Einheiten (1),
wobei das Ausschleusen durch Ändern der Verlagerungsrichtung (x1) der wenigstens einen
fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit (1) erfolgt, nämlich
in einer Ausschleusrichtung (xz1) in spitzem Winkel (α) zur Förderrichtung (x100)
der Fertigungslinie (100), nämlich entgegen der stromauf der Wende- und/oder Packeinheit
realisierten Förderrichtung der Fertigungslinie.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Verfahrensanspruch, wobei das Ausschleusen der wenigstens
einen fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit an oder mittels
einer Wende- und/oder Packeinheit gesteuert/geregelt wird, insbesondere indem während
des Wende- und/oder Packprozesses oder unmittelbar davor oder danach ein Ausschleusen
durch Verlagerung in spitzem Winkel relativ zur Förderrichtung der Fertigungslinie
erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, wobei das Ausschleusen
der wenigstens einen fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit
unmittelbar vor oder nach einem Wendevorgang einer Charge von Verpackungsmaterial-Einheiten
erfolgt bzw. gesteuert/geregelt wird, wobei der Vorgang des Ausschleusens eine vordefinierte
Winkeländerung der Verlagerungsrichtung relativ zur Förderrichtung umfasst, insbesondere
durch wippenartige Bewegung wenigstens einer Komponente einer/der Wende- und/oder
Packeinheit um einen vordefinierten Kippwinkel, beispielsweise im Bereich von 30 bis
45°.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, wobei das Ausschleusen
von jeweils als fehlerhaft detektiertem Verpackungsmaterial nach unten erfolgt bzw.
gesteuert/geregelt wird, insbesondere in einer Ausschleusrichtung in einem Winkel
von zumindest annähernd 45° gegen die Förderrichtung, einzeln oder in einer mehrere
einzelne als fehlerhaft detektierte Verpackungsmaterial-Einheiten umfassenden Charge;
und/oder wobei der Wende- und/oder Packprozess für das Ausschleusen derart angesteuert
oder geregelt wird, dass die auszuschleusende Verpackungsmaterial-Einheit oder Charge
in einem spitzen Winkel zur Förderrichtung zu einer Aufnahmeebene für Ausschuss geführt
oder geleitet oder geschubst wird, insbesondere mittels der Wende- und/oder Packeinheit.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, wobei während des Wende-
und/oder Packprozesses wenigstens eine Mechanik oder Kinematik derart angesteuert
wird, dass eine/die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit bzw. Charge aus einer gehaltenen
Position freigegeben wird zur Verlagerung in Verlagerungsrichtung in spitzem Winkel
zur Förderrichtung, insbesondere gegen die Förderrichtung, wobei die durch die wenigstens
eine Mechanik oder Kinematik definierte Verlagerungsrichtung auch die Ausschleusrichtung
definiert; und/oder wobei die Förderrichtung und die Verlagerungsrichtung oder Ausschleusrichtung
eine zumindest annähernd vertikale Verlagerungsebene definieren.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, wobei für den Wende-
und/oder Packprozess in Abhängigkeit von wenigstens einem erfassten/verarbeiteten
Fehlermerkmal eine der folgenden steuerungs-/regelungstechnischen Vorgaben für die
weitere Verarbeitung wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit vorgegeben wird:
die wenigstens eine Verpackungsmaterial-Einheit wird durchgeleitet, die wenigstens
eine Verpackungsmaterial-Einheit wird um einen Wendewinkel gewendet, die wenigstens
eine Verpackungsmaterial-Einheit wird in Ausschleusrichtung um einen Kippwinkel gekippt.
7. Verfahren zum Verarbeiten einer Vielzahl von Verpackungsmaterial-Einheiten mittels
einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie (100), umfassend ein Verfahren zum Steuern/Regeln
wenigstens eines Verarbeitungsprozesses umfassend ein fehlertriggerbasiertes Ausschleusen
gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche.
8. Steuerungs-/Regelungseinheit (10) eingerichtet zum Steuern/Regeln wenigstens eines
Verarbeitungsprozesses durch gesteuertes/geregeltes Handhaben wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
(1) wenigstens einer Charge (3) mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten in/an einer
Verpackungsmaterial-Fertigungslinie (100) in Förderrichtung (x100) stromab eines die
jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden Falt-Klebe-Prozesses insbesondere
zwecks fehlertriggerbasiertem Ausschleusen von Ausschuss, wobei das Steuern/Regeln
basierend auf wenigstens einem Signal oder Trigger (ST) betreffend wenigstens ein
Fehlermerkmal wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten (1) erfolgt, wobei
das Steuern/Regeln für einen Teilprozess des Handhabens der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit
zeitlich nachgelagert von einem Ausrichtvorgang zum Ausrichten der wenigstens einen
Verpackungsmaterial-Einheit oder der wenigstens einen Charge erfolgt, wobei das Steuern/Regeln
für einen Teilprozess des Handhabens umfassend ein Ausschleusen wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
aus dem Verarbeitungsprozess erfolgt, nämlich für ein Ausschleusen im prozessualen
Kontext eines Packens und/oder Wendens von Verpackungsmaterial-Einheiten (1), wobei
wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe für ein/das Ausschleusen durch Ändern
der Verlagerungsrichtung (x1) der wenigstens einen fehlertriggerbasiert identifizierten
Verpackungsmaterial-Einheit generiert wird, nämlich wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe
für ein/das Ausschleusen in einer Ausschleusrichtung in einem spitzen Winkel (α) zu
und entgegen der stromauf einer für einen Wendevorgang eingerichteten Wende- und/oder
Packeinheit oder eines für einen Wendevorgang eingerichteten Wende- und/oder Packprozesses
realisierten Förderrichtung (x100) der Fertigungslinie.
9. Computerprogrammprodukt umfassend Befehle, die bei Ausführung des Computerprogrammproduktes
auf einem Computer diesen dazu veranlassen, Schritte zum Steuern/Regeln eines Verfahren
nach einem der Verfahrensansprüche 1 bis 7 auf dem Computer auszuführen, insbesondere
Computerprogrammprodukt eingerichtet zum Generieren wenigstens einer Steuerungs-/Regelungsvorgabe
während eines Verarbeitungsprozesses zum gesteuerten/geregelten Handhaben wenigstens
einer Verpackungsmaterial-Einheit wenigstens einer Charge mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten
in/an einer Verpackungsmaterial-Fertigungslinie in Förderrichtung stromab eines die
jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden Falt-Klebe-Prozesses zwecks fehlertriggerbasiertem
Ausschleusen, wobei die wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe basierend auf
wenigstens einem Signal oder Trigger betreffend wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens
einer der Verpackungsmaterial-Einheiten erfolgt, wobei die wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe
wenigstens eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe für wenigstens eine Komponente einer
Kinematik und/oder Mechanik einer für einen Wendevorgang eingerichteten Wende- und/oder
Packeinheit umfasst, zum Ändern der Verlagerungsrichtung der wenigstens einen fehlertriggerbasiert
identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit mittels der Wende- und/oder Packeinheit
in eine Ausschleusrichtung in spitzem Winkel zu und entgegen der stromauf der Wende-
und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung der Fertigungslinie, wobei die wenigstens
eine Steuerungs-/Regelungsvorgabe zumindest eine Rotations- oder Kippbewegung und
wahlweise auch eine translatorische Bewegung/Aktuation wenigstens einen Komponente
der Kinematik und/oder Mechanik definiert.
10. Wende- und/oder Packeinheit (110) für eine Verpackungsmaterial-Fertigungslinie (100)
eingerichtet zum Verarbeiten von Verpackungsmaterial-Einheiten (1), insbesondere Kartonagen
insbesondere für Faltschachteln, wobei die Wende- und/oder Packeinheit (110) eingerichtet
ist für einen Wendevorgang und für gesteuertes/geregeltes Handhaben wenigstens einer
Verpackungsmaterial-Einheit (1) wenigstens einer Charge (3) mehrerer Verpackungsmaterial-Einheiten
in Förderrichtung (x100) stromab eines die jeweilige Verpackungsmaterial-Einheit betreffenden
Falt-Klebe-Abschnitts, wobei die Wende- und/oder Packeinheit (110) eingerichtet ist
zum fehlertriggerbasierten Ausschleusen wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
aus dem Verarbeitungsprozess basierend auf wenigstens einem Signal oder Trigger (ST)
betreffend wenigstens ein Fehlermerkmal wenigstens einer der Verpackungsmaterial-Einheiten
stromab von einem Ausrichtvorgang zum Ausrichten der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit
oder der wenigstens einen Charge, wobei die Wende- und/oder Packeinheit (110) eingerichtet
ist für ein Ausschleusen im prozessualen Kontext eines/des Packens und/oder Wendens
von Verpackungsmaterial-Einheiten, wobei die Wende- und/oder Packeinheit (110) eingerichtet
ist für ein Ausschleusen durch Ändern der Verlagerungsrichtung (x1) der wenigstens
einen fehlertriggerbasiert identifizierten Verpackungsmaterial-Einheit, nämlich in
einer Verlagerungsrichtung in spitzem Winkel (α) zur Förderrichtung der Fertigungslinie,
nämlich entgegen der stromauf der Wende- und/oder Packeinheit realisierten Förderrichtung
der Fertigungslinie.
11. Wende- und/oder Packeinheit nach Anspruch 10, wobei die Wende- und/oder Packeinheit
eingerichtet ist, das Ausschleusen während des Wendeprozesses oder unmittelbar davor
oder danach durch Verlagerung der wenigstens einen Verpackungsmaterial-Einheit in
spitzem Winkel relativ zur Förderrichtung zu realisieren.
12. Wende- und/oder Packeinheit nach einem der Ansprüche 10 bis 11, wobei die Wende- und/oder
Packeinheit eine Wende-/Kippachse aufweist, die im Wesentlichen horizontal ausgerichtet
ist; und/oder wobei die Wende- und/oder Packeinheit wenigstens ein Förderband aufweist,
welches einerseits in einer Stellung fluchtend in/zur Förderrichtung und andererseits
in wenigstens einer weiteren Stellung in spitzem Winkel zur Förderrichtung ausrichtbar
ist; und/oder wobei die Wende- und/oder Packeinheit wenigstens ein in einer ersten
und einer zweiten gegenläufigen Förderrichtung aktuierbares Förderband aufweist; und/oder
wobei die Wende- und/oder Packeinheit eine Verlagerungsrichtung vorgibt, welche in
einem spitzen Winkel zur Förderrichtung zu einer/der Aufnahmeebene für Ausschuss führt,
insbesondere definiert durch eine Ausschussaufnahme, welche bevorzugt stromauf der
Wende- und/oder Packeinheit anordenbar/angeordnet ist.
13. Wende- und/oder Packeinheit nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei die Wende- und/oder
Packeinheit eingerichtet ist für eine kinematische Umkehr wenigstens eines translatorisch
wirkenden Fördermittels, insbesondere Förderbandes; und/oder wobei die Wende- und/oder
Packeinheit eingerichtet ist für eine wippenartige rotatorische Hin- und Her-Kippbewegung
bei vordefiniertem/vordefinierbarem Kippwinkel, insbesondere bei einem Kippwinkel
im Bereich von 30 bis 45°, z.B. exakt 40°.
14. Wende- und/oder Packeinheit nach einem der Ansprüche 10 bis 13, wobei die Wende- und/oder
Packeinheit modular aufgebaut ist und ein Wende- und/oder Packmodul aufweist, welches
in Verbindung mit wenigstens einem der folgenden Module in die Fertigungslinie integrierbar
ist: einem stromauf angeordneten/anzuordnenden Vereinzelungsmodul, und/oder einem
stromab angeordneten/anzuordnenden Bündel-/Schnürmodul.
15. Verwendung einer für einen Wendevorgang eingerichteten Wende- und/oder Packeinheit
(110) zum Integrieren einer Ausschleusfunktion stromab von einem Falt-Klebe-Prozess
einer automatisierten Verarbeitung von Verpackungsmaterial-Einheiten (1), insbesondere
Kartonagen, zum fehlertriggerbasierten Ausschleusen von wenigstens einer Verpackungsmaterial-Einheit
je Ausschleusvorgang vor, während oder nach einem Wende- und/oder Packvorgang, insbesondere
stromab eines Abschnitts einer/der Fertigungslinie mit geschuppter Anordnung der Verpackungsmaterial-Einheiten,
insbesondere stromauf eines Ausleitens und/oder Schnürens z.B. mittels zu verschweißender
Kunststoffbänder, wobei der Vorgang des Ausschleusens mittels wenigstens einer wippenartigen
Mechanik (112) oder Kinematik (113) der Wende- und/oder Packeinheit (110) entgegen
der Förderrichtung realisiert wird, wobei die wenigstens eine wippenartige Mechanik
oder Kinematik einen/den spitzen Winkel (α) einer/der Ausschleusrichtung (xz1) relativ
zur Förderrichtung und entgegen der Förderrichtung definiert, insbesondere einen Kippwinkel
im Bereich von 30 bis 45°.