[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wärmebehandeln einer Stahlbramme auf Warmwalzhitze
in einem direkt beheizten Wärmebehandlungsofen in Form mindestens eines Hubbalkenofens
oder mindestens eines Stoßofens, welcher mit Gasbrennern ausgestattet ist, wobei die
Gasbrenner bezogen auf die Durchlaufebene der Stahlbramme in einem oberen Bereich
und in einem unteren Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordnet sind, wobei sich
infolge des Wärmebehandelns zumindest teilweise auf der Oberfläche der Stahlbramme
Zunder bildet, wobei zumindest ein Teil der Gasbrenner mit einem wasserstoffhaltigen
und/oder ammoniakhaltigen Brenngas gespeist wird, wobei die Stahlbramme in einer Heizzone
des Wärmebehandlungsofens auf eine Zieltemperatur erwärmt und in einer Ausgleichszone
des Wärmbehandlungsofens auf eine Zieltemperatur von mindestens 1000 °C durchwärmt
wird, wobei die Stahlbramme mit einer Zieltemperatur aus dem Wärmebehandlungsofen
entnommen wird und zumindest teilweise entzundert wird, um einem Warmwalzen zugeführt
zu werden, wobei die Stahlbramme neben Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen in
Gew.-% folgende Elemente enthält oder daraus besteht mit C: bis zu 1,50 %, Si: 2,0-4,50
%, Mn: bis zu 2,60 %, Al: bis zu 2,0 %, N: bis zu 0,020 %, S: bis zu 0,0250 %, P:
bis zu 0,350 %, optional eines oder mehrere der Elemente aus der Gruppe (Zr, Ti, Cr,
Nb, Mo, V, Co, Cu, Ni, Seltene Erden, Sb, Sn) mit Zr: bis zu 0,30 %, Ti: bis zu 0,50%,
Cr: bis zu 2,0 %, Nb: bis zu 0,10 %, Mo: bis zu 1,50 %, V: bis zu 0,30 %, Co: bis
zu 0,10 %, Cu: bis zu 2,0 %, Ni: bis zu 2,0 %, Seltene Erden: bis zu 0,10 %, Sb: bis
zu 0,10 %, Sn: bis zu 0,10 %.
[0002] Wärmebehandlungsöfen, wie zum Beispiel direkt beheizte Öfen (direct fired furnace,
auch DFF genannt), sind in der Praxis etablierte Öfen, die zur Wärmebehandlung von
Metallen verwendet werden. Diese werden standardmäßig mit fossilen Brennstoffen, wie
zum Beispiel Erdgas, gespeist. Da die Verbrennung im Ofen stattfindet, kann mit Hilfe
der direkten Beheizung, je nach eingestellter Luftzahl (Lambda-Wert des Brenngases),
eine reduzierende oder oxidierende Ofenatmosphäre eingestellt werden. Auch sogenannte
Kuppelgase oder deren Mischungen sind als Brenngase geeignet, welche insbesondere
in einem integrierten Hüttenwerk anfallen und somit entsprechend verwertet werden
können. Im Ofen befindet sich somit das von dem/den Brenner(n) erzeugte Verbrennungsgas
als Ofenatmosphäre, welches Wasserdampf geringer als 35,0 Vol.-%, insbesondere geringer
als 25 Vol.-% und, je nach Luftzahl, Sauerstoff (O
2) und Kohlenstoffdioxid (CO
2) oder Wasserstoff (H
2) und Kohlenstoffmonoxid/ Kohlenstoffdioxid (CO/CO
2) enthalten kann.
[0003] Sauerstoffhaltige Gase reagieren mit der Stahloberfläche und bei hohen Temperaturen
in Form einer Oxidation primär des Eisens und weiteren Legierungselementen wie zum
Beispiel Mangan und Silizium, sowie möglicher Begleitelemente wie Kupfer. Als Reaktionsprodukt
entsteht primär Eisenoxid, auch als Zunder bezeichnet. Bis zu einer Temperatur von
ca. 575 °C besteht der Zunder auf der Stahloberfläche aus einer der Stahloberfläche
zugewandten Magnetit-Phase (Fe
3O
4) und einer nach außen, von der Stahloberfläche abgewandten Seite, weisenden Hämatit-Phase
(Fe
2O
3). Mit zunehmenden Temperaturen, insbesondere oberhalb von 580 °C bildet sich eine
Schicht aus Wüstit (FeO) zwischen der Stahloberfläche und der Magnetit-Phase, vgl.
beispielhaft "
The morphologies of oxide scale in a Si-containing steel", Zhou et al., IOP Conf.
Series: Materials Science and Engineering 244 (2017) 012026, doi: 10. 1088/1757-899X/244/1/012026.
[0004] Wärmebehandlungsöfen, welche Stahlmaterial in Form von Brammen in sogenannten Stoß-
und/oder Hubbalkenöfen auf Warmwalzhitze erwärmen/durchwärmen, werden mit Erdgas beheizt
oder, wenn verfügbar und in einem sogenannten Hüttenverbund integriert, können mit
Gasen (Kuppelgasen) bzw. Gasgemischen wie Koksofengas, Hochofengas, Konvertergas usw.
betrieben werden. Eine Umstellung auf eine Verbrennung mit Wasserstoff kann mithin
einen stärkeren, insbesondere negativen Einfluss auf die Oberflächenqualität des zu
formenden Stahlmaterials nehmen. Der in Wärmebehandlungsöfen entstehende Zunder kann
je nach der Ausbildung gut oder schlecht haftend sein. Infolgedessen kann nicht sichergestellt
werden, dass die installierte Leistung eines gewöhnlichen sogenannten Zunderwäschers
immer ausreicht, um den Primärzunder abzutragen, bevor die Stahlbramme in einer Warmwalzstraße
zu einem Warmband gewalzt wird.
[0005] Im Rahmen der weltweit geforderten Dekarbonisierung sollen mit fossilen Brennstoffen
betriebene Anlagen in Zukunft auf umweltfreundlichere Brennstoffe bzw. Energieträger,
wie zum Beispiel Wasserstoff und/oder Ammoniak, umgerüstet bzw. umgestellt werden,
um somit den Einsatz von fossiler Energie zu reduzieren oder letztendlich zu vermeiden.
Eine Umstellung von einem fossilen Brennstoff, wie zum Beispiel Erdgas, auf einen
alternativen, wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brennstoff oder generell
auf Wasserstoff und/oder Ammoniak als Brennstoff würde eine veränderte Ofenatmosphäre
ergeben, welche wiederum signifikante Einflussparameter bezüglich der zu erzielenden
Stoffeigenschaften und Oberfläche des durchlaufenden Stahlprodukts ergeben. Beim Verbrennen
von wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brennstoffen wird eine im Vergleich
zum Erdgas größere Menge an Wasserdampf erzeugt, was dafür sorgt, dass ein höherer
Wasserdampfpartialdruck in der Ofenatmosphäre vorliegen würde. Dies hat zur Folge,
dass eine höhere Tendenz zur Oxidation (= Zunderbildung) während des Erwärmens durch
sauerstoffaffine Elemente im Stahlprodukt gegeben ist, welche insbesondere an der
Oberfläche des Stahlprodukts entsteht. Durch das Vorhandensein eines höheren Wasserdampfpartialdrucks
wird die Verbindung zwischen Zunder und Stahloberfläche, vereinfacht gesagt, die Haftung
und Ausbildung des Zunders an der Stahloberfläche, beeinflusst. Zugleich führt ein
höherer Wasserdampfpartialdruck zur Erhöhung der Zunderschichtdicke und einer veränderten
Ausbildung des Zunders. Diese Effekte können diverse Einflüsse auf das Stahlprodukt
haben:
- stark haftender Primärzunder kann zu Oberflächendefekten und somit zum Produktausfall
führen,
- weiterhin kann dieser mit einer schlechteren Zunderentfernung im Zunderwäscher und
somit mit Folgefehlern in der Weiterprozessierung (beispielsweise Einwalzen von Restzunder
beim Warmwalzen) verbunden sein,
- des Weiteren kann eine Zunderschicht respektive eine erhöhte Zunderschichtdicke auch
zu Ausbringungsverlusten führen, die sich negativ auf die Energiebilanz auswirken
können.
[0006] Mithin lassen sich gesteigerte Kosten durch Nachbearbeitung und Abwertung von Stahlbrammen
und erhöhte CO
2-Emissionen pro Tonne Warmband durch erforderliche Neuerzeugung des verlorenen Materials
nicht ausschließen.
[0007] Aus der
WO 2024/017440 A1 ist ein Verfahren bekannt, mit welchem die Ofenfeuchte bei Verbrennung von wasserstoffhaltigem
Brenngas durch Einleiten von trockenem Zusatzgas in die Ofenatmosphäre reduziert werden
kann, um den bei der Wärmebehandlung entstehenden Zunder positiv zu beeinflussen.
[0008] Ein Verfahren zur Herstellung eines Warmbands ist beispielhaft aus der
WO 2024/116132 A1 bekannt.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das Verfahren zum Erwärmen einer Stahlbramme
mit einer bestimmten chemischen Zusammensetzung derart weiterzuentwickeln, welches
einen positiven Einfluss auf den an der Oberfläche des Stahlflachprodukts im Wärmeprozess
zwangsläufig entstehenden Zunder nimmt.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Weiterführende Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0011] Wesentlich für die Erfindung ist, dass das Verfahren des Weiteren mindestens einen
oder mehrere der nachfolgenden Schritte a) bis c) umfasst:
- a) Dass zumindest in einem Teilabschnitt der Heizzone ein Brenngas verwendet wird,
welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich zum Brenngas
in der Ausgleichszone aufweist;
- b) dass zumindest ein Teil der in der Ausgleichszone im oberen Bereich des Wärmebehandlungsofens
angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas gespeist werden, welches einen höheren
Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich zum Brenngas der restlichen
in der Ausgleichszone angeordneten und gespeisten Gasbrenner aufweist;
- c) dass ein Brenngas verwendet wird, welches eine Mischung enthaltend oder bestehend
aus Kohlenstoffmonoxid mit einem Anteil zwischen 0,5 Vol.-% bis 40 Vol.-%, Rest Wasserstoff
und/oder Ammoniak umfasst.
[0012] Das Wärmebehandeln einer Stahlbramme auf Warmwalzhitze erfolgt in der Art, dass die
Temperatur der Stahlbramme beim Entnehmen aus dem Wärmebehandlungsofen mindestens
1000 °C, insbesondere mindestens 1050 °C, vorzugsweise mindestens 1100 °C, bevorzugt
mindestens 1150 °C beträgt. Prinzipiell sollte die Temperatur von 1500 °C nicht überschritten
werden, um ein partielles/vollständiges Aufschmelzen und/oder zu starke Verzunderung
der Stahlbramme zu vermeiden. Aus ökologischen und ökonomischen Gründen wird die Temperatur
insbesondere auf maximal 1400 °C, vorzugsweise auf maximal 1350 °C, bevorzugt auf
maximal 1325 °C, weiter bevorzugt auf maximal 1300 °C beschränkt. Gemessen wird die
Temperatur beispielsweise an einer Seite auf der Oberfläche der Stahlbramme respektive
auf der Zunderoberfläche, insbesondere mit Pyrometern oder anderen geeigneten Messmittel.
Diese genannten Temperaturen sollten auch im Kern der Stahlbramme nicht unter- bzw.
überschritten werden, wobei die Kerntemperatur einer Stahlbramme im Normalbetrieb
nicht direkt ermittelbar ist. Somit kann die Temperatur der Stahlbramme mit dem Fachmann
bekannten Mitteln erfasst werden. Die Temperatur im Wärmebehandlungsofen respektive
die Temperatur der Atmosphäre in dem Wärmebehandlungsofen kann durchaus höher liegen.
[0013] Die entnommene Stahlbramme wird einem Zunderwäscher oder einem vergleichbaren Zunderentferner
zugeführt, um den Zunder von den Oberflächen der Stahlbramme bevorzugt vollständig
zu entfernen. Anschließend wird die entzunderte Stahlbramme einem Warmwalzwerk zugeführt,
welches zwischen drei und sieben Walzgerüste sowie optional bis zu drei Vorgerüste
aufweisen kann, in welchem aus der Stahlbramme ein Warmband erzeugt wird. Die Dicke
des Warmbands kann beispielsweise zwischen 1,50 und 30,0 mm, insbesondere bis zu 26,0
mm, vorzugsweise bis zu 15,0 mm, bevorzugt bis zu 10,0 mm, weiter bevorzugt bis zu
5,0 mm aufweisen.
[0014] Das Prinzip zur Herstellung eines Warmbands aus einer Bramme ist mithin Stand der
Technik.
[0015] Die angegebene (Ziel-)Temperatur kann beispielhaft als Mittelwert in Bezug auf eine
erfasste Messfläche verstanden werden, wobei insbesondere die Messfläche je nach dem
Fachmann bekannten und verwendeten Messgerät/-verfahren variieren kann. Besonders
bevorzugt wird die Temperatur berührungslos erfasst, beispielsweise mittels Pyrometer,
Laserscanner, Wärmebildkamera etc.
[0016] Die Zunderbildung hängt dabei von den technologischen Bedingungen, beispielsweise
von der Temperatur, der Zeit, der Luftzahl und den chemischen Zusammensetzungen der
Stahlbramme ab. Mit steigender Temperatur, zunehmender Luftzahl und größerer Zeitdauer
nimmt der Zunder auf der Oberfläche der Stahlbramme zu. Auch die Feuchte der Atmosphäre
kann Einfluss auf die Zunahme (Dicke) des Zunders nehmen. Der Aufbau des Zunders respektive
der Zunderschicht ist immer ähnlich, welcher durch die drei folgenden insbesondere
geschichteten Phasen gekennzeichnet ist. Die äußerste Schicht respektive obere Phase
umfasst Hämatit (Fe
2O
3, Schmelztemperatur: 1565 °C), die mittlere Schicht respektive mittlere Phase umfasst
Magnetit (Fe
3O
4, Schmelztemperatur: 1527 °C) und die untere Schicht respektive untere Phase bzw.
die der Stahlbramme nächstliegende Schicht/Phase umfasst Wüstit (FeO, Schmelztemperatur:
1369°C).
[0017] Die in Rede stehende Stahlbramme weist eine chemische Zusammensetzung auf, welche
für die Herstellung für NO-Elektroband angedacht ist. Die Herstellung von NO-Elektroband
ist dem Fachmann geläufig.
[0018] Kennzeichnend für NO-Elektroband sind hohe Siliziumgehalte, welche bei der Wärmebehandlung
der Stahlbramme mit entsprechender chemischer Zusammensetzung zur Ausbildung von Fayalitschichten
(Fe
2SiO
4) zwischen der Stahlbramme und der innersten Schicht/Phase (FeO) oder von Fayalit-Wüstit-Eutektika
führen. Diese infiltrieren zumindest bereichsweise und/oder teilweise die Stahlbrammenoberfläche,
sodass eine ausgeprägte Verzahnung entsteht, dadurch die Haftung des Zunders steigt
und mithin ein effektiver Zunderabtrag erschwert wird.
[0019] Die Stahlbramme enthält oder besteht aus folgenden Elementen in Gew.-%, C: bis zu
1,50 %, Si: 2,0 - 4,50 %, Mn: bis zu 2,60 %, Al: bis zu 2,0 %, N: bis zu 0,020 %,
S: bis zu 0,0250 %, P: bis zu 0,350 %, optional eines oder mehrere der Elemente aus
der Gruppe (Zr, Ti, Cr, Nb, Mo, V, Co, Cu, Ni, Seltene Erden, Sb, Sn) mit Zr: bis
zu 0,30 %, Ti: bis zu 0,50 %, Cr: bis zu 1,0 %, Nb: bis zu 0,10 %, Mo: bis zu 1,50
%, V: bis zu 0,30 %, Co: bis zu 0,10 %, Cu: bis zu 2,0 %, Ni: bis zu 2,0 %, Seltene
Erden: bis zu 0,10 %, Sb: bis zu 0,10 %, Sn: bis zu 0,10 %, Rest Fe und unvermeidbare
Verunreinigungen.
[0020] Vorzugsweise kann die Stahlbramme folgende Elemente enthalten oder daraus bestehen
in Gew.-%, C: bis zu 0,010 %, Si: 2,0-4,50 %, Mn: bis zu 1,0 %, Al: bis zu 2,0 %,
N: bis zu 0,010 %, S: bis zu 0,020 %, P: bis zu 0,350 %, optional eines oder mehrere
der Elemente aus der Gruppe (Zr, Ti, Cr, Nb, Mo, V, Co, Cu, Ni, Seltene Erden, Sb,
Sn) mit Zr: bis zu 0,30 %, Ti: bis zu 0,50%, Cr: bis zu 0,10 %, Nb: bis zu 0,10 %,
Mo: bis zu 0,20 %, V: bis zu 0,10 %, Co: bis zu 0,10 %, Cu: bis zu 0,10 %, Ni: bis
zu 0,10 %, Seltene Erden: bis zu 0,10 %, Sb: bis zu 0,10 %, Sn: bis zu 0,10 %.
[0021] Insbesondere kann die Stahlbramme folgende Elemente enthalten oder daraus bestehen
in Gew.-%, C: bis zu 0,0060 %, Si: 2,40-3,40 %, Mn: bis zu 0,80 %, Al: bis zu 1,80
%, N: bis zu 0,0060 %, S: bis zu 0,0060 %, P: bis zu 0,30 %, Rest Fe und unvermeidbare
Verunreinigungen.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung kann die Stahlbramme folgende Elemente enthalten
oder daraus bestehen in Gew.-%, C: 0,0002-0,0050 %, Si: 2,80-3,150 %, Mn: 0,50-0,70
%, Al: 1,30-1,70 %, N: bis zu 0,0060 %, S: bis zu 0,0060 %, P: bis zu 0,30 %, Rest
Fe und unvermeidbare Verunreinigungen.
[0023] Gemäß einer alternativen bevorzugten Ausgestaltung kann die Stahlbramme folgende
Elemente enthalten oder daraus bestehen in Gew.-%, C: 0,0002-0,0050 %, Si: 3,150-3,40
%, Mn: 0,050-0,20 %, Al: 0,80-1,20 %, N: bis zu 0,0060 %, S: bis zu 0,0060 %, P: bis
zu 0,30 %, Rest Fe und unvermeidbare Verunreinigungen.
[0024] Des Weiteren soll offenbart sein, ein Verfahren zum Herstellen eines NO-Elektrobands,
welches neben den Merkmalen des Anspruchs 1 zusätzlich die Schritte umfasst:
- Kaltwalzen des Warmbands zu einem Kaltband;
- Glühen des Kaltbands zur Erzeugung des NO-Elektrobands.
[0025] Das Kaltband weist vorzugsweise eine Dicke zwischen 0,10 und 1,0 mm auf, insbesondere
bis 0,50 mm, vorzugsweise bis 0,350 mm, bevorzugt bis 0,270 mm. Durch das Glühen werden
die speziellen und die das NO-Elektroband kennzeichnenden Eigenschaften eingestellt.
Das Glühen inklusive Glühbedingungen sind dem Fachmann geläufig.
[0026] Bei der Verbrennung von wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brenngasen
entsteht mehr Wasserdampf als bei einer Erdgasverbrennung bzw. Methanverbrennung,
so dass es zu einer Zunderzunahme als auch andersartigen Zunderstruktur kommen kann.
[0027] Die Erfinder haben festgestellt, dass ein erhöhter Siliziumgehalt nicht nur zu einer
deutlich stärkeren Zunderausbildung beiträgt, sondern es neben der Ausbildung von
Fayalitschichten bzw. Fayalit-Wüstit-Eutektika auch zu einer verstärkten Zunahme von
Poren bzw. Porigkeit kommt, wodurch mehr aktivierbare Oberflächen zur Oxidation verfügbar
sind und der Verzunderungsprozess somit zusätzlich beschleunigt wird. Die zunehmende
Porigkeit tritt dabei besonders stark in den Vordergrund, je höher der Wasserdampf
in der Ofenatmosphäre respektive der Wasserstoff- und/oder Ammoniakanteil im Brenngas
im Vergleich zur Verbrennung von Methan (Erdgas) ist. Eine positive Beeinflussung
der Zunderstruktur während des Wärmebehandelns, wobei zumindest ein Teil der Gasbrenner
mit einem wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brenngas gespeist wird, kann
durch mindestens eines der Schritte a), b) und/oder c) erfolgen.
[0028] Als Brenngas mit höherem Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil wird vorzugsweise
ein Brenngas mit einem Anteil von 5 Vol.-% bis 100 Vol.-% Wasserstoff und/oder Ammoniak
verwendet. Insbesondere kann Wasserstoff und/oder Ammoniak im Brenngas mit einem Anteil
von mindestens 10, 15, 20 Vol.-%, vorzugsweise mindestens 30, 35, 40 Vol.-%, bevorzugt
mindestens 50, 55, 60 Vol.-%, besonders bevorzugt mindestens 65, 70, 75 Vol.-%, weiter
bevorzugt mindestens 80, 85, 90 Vol.-%, enthalten sein. Mit steigendem Wasserstoffanteil
und/oder Ammoniakanteil kann der Dekarbonisierungsgrad verbessert werden, insbesondere
wenn der zumindest anteilsmäßige im Brenngas zum Einsatz kommende Wasserstoff beispielsweise
in einer Wasserelektrolyse unter Verwendung regenerativer Energien, wie Wind, Wasser
und/oder Sonne erzeugt und bereitgestellt wird, bzw. keinen fossilen Ursprung hat.
Das Brenngas kann auch nur aus Wasserstoff bestehen, wobei Verunreinigungen im Brenngas
bis zu 0,5 Vol.-%, insbesondere bis zu 0,2 Vol.-%, vorzugsweise weniger als 0,1 Vol.-%
zugelassen werden, wobei Verunreinigungen technisch nicht oder nur mit hohem apparativem
Aufwand vermieden werden können, so dass dennoch von 100 Vol.-% Wasserstoff im Brenngas
gesprochen werden kann. Vorzugsweise kann ein Brenngas verwendet werden, welches im
Wesentlichen Wasserstoff umfasst oder im Wesentlichen aus Wasserstoff besteht.
[0029] Alternativ kann das Brenngas mit höherem Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil
auch nur aus Ammoniak oder aus einer Mischung aus Wasserstoff und Ammoniak bestehen,
wobei Verunreinigungen im Brenngas bis zu 0,5 Vol.-%, insbesondere bis zu 0,2 Vol.-%,
vorzugsweise weniger als 0,1 Vol.-% zugelassen werden, wobei Verunreinigungen technisch
nicht oder nur mit hohem apparativem Aufwand vermieden werden können, so dass dennoch
von 100 Vol.-% Ammoniak oder eine Mischung aus Ammoniak und Wasserstoff im Brenngas
gesprochen werden kann. Vorzugsweise kann ein Brenngas verwendet werden, welches im
Wesentlichen Ammoniak oder eine Mischung aus Ammoniak und Wasserstoff umfasst oder
im Wesentlichen aus Ammoniak oder aus Ammoniak und Wasserstoff besteht.
[0030] Bei einem wasserstoffhaltigen und ammoniakhaltigen Brenngas kann ein Verhältnis von
H
2/NH
3 zwischen 0,05 und 0,95 verwendet werden, insbesondere zwischen 0,1 und 0,9, vorzugsweise
zwischen 0,2 und 0,8, bevorzugt zwischen 0,3 und 0,7, besonders bevorzugt zwischen
0,4 und 0,6.
[0031] Wenn das Brenngas nicht vollständig aus Wasserstoff und/oder Ammoniak besteht, können
neben Wasserstoff und/oder Ammoniak weitere Anteile an Methan (CH
4) und/oder Kohlenmonoxid (CO) enthalten sein, um 100 Vol.-% nebst Verunreinigungen,
welche bis zu 0,5 Vol.-%, insbesondere bis zu 0,2 Vol.-%, vorzugsweise weniger als
0,1 Vol.-% zugelassen werden, zu ergeben. Spuren von Kohlenstoffdioxid (CO
2) bis 1,5 Vol.-% können ebenfalls enthalten sein. Beispielsweise bei der Verwendung
von Erdgas neben Wasserstoff und/oder Ammoniak als Brenngas können die Anteile des
Hauptbestandteils Methan variieren und damit auch weitere Bestandteile, wie zum Beispiel
Ethan, Propan, Ethen und Butan einzeln oder kombiniert umfassen. Zusätzlich oder alternativ
kann Hüttengas, beispielsweise enthaltend oder bestehend aus einer oder mehrerer der
Komponenten Koksgas, Gichtgas, Konvertergas, Einschmelzergas etc., neben Wasserstoff
und/oder Ammoniak als Brenngas berücksichtigt werden.
[0032] Die Verbrennung kann mit einer Luftzahl zwischen 0,75 und 1,25 eingestellt werden.
Insbesondere kann die Luftzahl mindestens 0,90, vorzugsweise mindestens 0,95, bevorzugt
mindestens 1,0 betragen. Insbesondere kann die Luftzahl maximal 1,25, vorzugsweise
maximal 1,20, bevorzugt maximal 1,15 betragen. Besonders bevorzugt, um schädliche
Emissionen während der Verbrennung weitestgehend zu vermeiden, kann eine Luftzahl
zwischen 1,02 und 1,25 gewählt werden.
[0033] Je nach Volumen der wärmezubehandelnden Stahlbramme, und insbesondere auch abhängig
von der Zieltemperatur, kann eine Verweilzeit im Wärmebehandlungsofen zwischen 10
Minuten und 48 Stunden betragen, insbesondere zwischen 30 Minuten und 24 Stunden,
vorzugsweise zwischen 1 Stunde und 12 Stunden, bevorzugt zwischen 2 Stunden und 8
Stunden.
[0034] Die Stahlbramme kann auch warm oder heiß mit einer bis zu 800 °C, insbesondere bis
zu 700 °C, vorzugsweise bis zu 600 °C betragenden Temperatur in den Wärmebehandlungsofen
eingesetzt werden. Dabei kann beispielsweise die Stahlbramme noch eine Temperatur,
beispielsweise aus der Herstellungshitze kommend, aufweisen, ohne dass sie beispielsweise
auf Umgebungstemperatur abkühlt. Alternativ dazu können beispielsweise auch hybride
Technologien zur Anwendung kommen, beispielsweise mit einer induktiven Vorwärmung
und damit ein weiteres Wärmebehandeln in Verbindung mit dem vorbeschriebenen Wärmebehandlungsofen.
Mit anderen Worten kann die Temperatur beim Einsetzen der Stahlbramme in den Wärmebehandlungsofen
mindestens 100 °C, insbesondere mindestens 200 °C, vorzugsweise mindestens 300 °C,
bevorzugt mindestens 400 °C betragen.
[0035] In mindestens einem Schritt a) kann zumindest in einem Teilabschnitt der Heizzone
ein Brenngas verwendet werden, welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil
im Vergleich zum Brenngas in der Ausgleichszone aufweist. Bei dem Brenngas in der
Ausgleichszone kann es sich beispielsweise um ein konventionelles Brenngas handeln.
[0036] Mit steigender Temperatur nehmen die Effekte der erhöhten Zunderausbildung durch
hohe Ofenfeuchte (Wasserdampf) bedingt durch das Verbrennen von Wasserstoff und/oder
Ammoniak zu. Zur Reduzierung dieser Effekte ist daher ein selektiver Einsatz von Wasserstoff
und/oder Ammoniak als Brenngas in dem mindestens einen Teilabschnitt der Heizzone
zu bevorzugen, wohingegen ein weiterer Teilabschnitt der Heizzone und die Ausgleichszone
durch konventionelle Brenngase wie beispielsweise Erdgas, Hüttengas oder Mischungen
daraus beheizt werden sollten. Daraus ergeben sich Vorteile, dass der Wasserdampfanteil
in der Ofenatmosphäre in den Zonen mit höheren Temperaturen, somit insbesondere oberhalb
einer Schwelltemperatur, zumindest in der Ausgleichszone, standardmäßig beibehalten
werden kann und keine andersartigen Oxidationsprozess stattfinden und Absorptionsprozesse
insbesondere für Wasserstoff geringgehalten werden können.
[0037] Das Brenngas kann in dem mindestens einen Teilabschnitt der Heizzone mit einem geringeren
Kohlenstoffanteil im Vergleich zum Brenngas in der Ausgleichszone verwendet werden.
Dies kann insgesamt die CO
2-Bilanz des Wärmebehandlungsofens im Vergleich zur Verwendung eines konventionellen
Brenngases in beiden Zonen begünstigen.
[0038] Bevorzugt kann der mindestens eine Teilabschnitt der Heizzone in seiner Erstreckung
im Wärmebehandlungsofen derart bemessen sein, dass die Stahlbramme insbesondere in
Abhängigkeit von der Verweilzeit innerhalb des Teilabschnitts eine Schwelltemperatur
nicht überschreitet, welche jedoch unterhalb der Zieltemperatur liegt. Besonders bevorzugt
kann die Schwelltemperatur zwischen 850 °C und 1200 °C betragen. Die Schwelltemperatur
kann insbesondere mindestens 900 °C, vorzugsweise mindestens 950 °C, bevorzugt mindestens
1000 °C betragen. Die Schwelltemperatur von 1200 °C sollte nicht überschritten werden,
um eine Bildung einer andersartigen Zunderstruktur infolge der hohen Siliziumgehalte
im Wesentlichen zu vermeiden und/oder ihre Dicke zu reduzieren. Die Schwelltemperatur
kann daher insbesondere auf maximal 1150 °C, vorzugsweise auf maximal 1100 °C, bevorzugt
auf maximal 1050 °C beschränkt sein. So kann beispielsweise abhängig von der Länge
des Wärmebehandlungsofens, der Verweilzeit in Verbindung mit einem diskontinuierlichen
oder kontinuierlichen Durchlauf der Stahlbramme durch die zumindest eine Heizzone
und die zumindest eine Ausgleichszone in Verbindung mit den entsprechenden vorherrschenden
Temperaturen in den jeweiligen Zonen, das Erreichen der Schwelltemperatur und somit
die Bemessung respektive Erstreckung des Teilabschnitts in der Heizzone bestimmt werden.
So können dann die Gasbrenner, welche in dem Teilabschnitt der Heizzone angeordnet
sind, mit einem wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brenngas gespeist werden,
wobei die restlichen Gasbrenner mit einem konventionellen Brenngas gespeist werden.
Dadurch kann eine (Teil-)Dekarbonisierung bei der Wärmebehandlung von Stahlbrammen
stattfinden, indem beispielsweise eine Umstellung im Teilabschnitt der Heizzone von
einem fossilen beziehungsweise konventionellen Brenngas auf ein alternatives, wasserstoffhaltiges
und/oder ammoniakhaltiges Brenngas erfolgt. Beim Verbrennen von wasserstoffhaltigen
und/oder ammoniakhaltigen Brenngasen wird eine beispielsweise im Vergleich zum Erdgas
größere Menge an Wasserdampf erzeugt, was dafür sorgt, dass ein höherer Wasserdampfpartialdruck
in der Ofenatmosphäre vorliegt. Dies hat zur Folge, dass eine höhere Tendenz zur Oxidation
(= Zunderbildung) während des Wärmebehandelns durch sauerstoffaffine Elemente in der
Stahlbramme inklusive der Begleitelemente gegeben ist, welche an der Oberfläche der
Stahlbramme entsteht. Durch das Vorhandensein eines höheren Wasserdampfpartialdrucks
kann die Verbindung zwischen Zunder und Stahlbrammenoberfläche, vereinfacht gesagt
die Haftung und der Aufbau an der Stahlbrammenoberfläche, beeinflusst werden. Die
Zunderschicht (Oxidschicht) würde zudem wachsen und/oder beeinflusst werden. Auch
eine höhere Tendenz zum Wasserstoffeintrag wäre gegeben. Diese nachteiligen Effekte
treten nur in geringem Ausmaß auf bzw. können vernachlässigbar klein in ihrer Auswirkung
gehalten werden, wenn die Schwelltemperatur respektive die Spanne der Schwelltemperatur
nicht überschritten wird.
[0039] In mindestens einem Schritt b), welcher alternativ oder auch zusätzlich zu Schritt
a) durchgeführt werden kann, wird zumindest ein Teil der in der Ausgleichszone im
oberen Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas
gespeist, welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich
zum Brenngas der restlichen in der Ausgleichszone im unteren Bereich des Wärmebehandlungsofens
angeordneten und gespeisten Gasbrenner aufweist. Bei dem Brenngas für die restlichen
in der Ausgleichszone im unteren Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordneten Gasbrenner
kann es sich beispielsweise um ein konventionelles Brenngas handeln.
[0040] Vorzugsweise können alle in der Ausgleichszone im oberen Bereich des Wärmebehandlungsofens
angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas gespeist werden, welches einen höheren
Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich zum Brenngas der restlichen
in der Ausgleichszone im unteren Bereich angeordneten und gespeisten Gasbrenner aufweist.
[0041] Beispielsweise können alle in der Ausgleichszone im unteren Bereich des Wärmebehandlungsofens
angeordneten Gasbrenner mit einem konventionellen Brenngas gespeist werden.
[0042] Alternativ zu Schritt a) können in Schritt b) alle im oberen Bereich des Wärmebehandlungsofens
angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas gespeist werden, welches einen höheren
Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich zum Brenngas der restlichen,
allen im unteren Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordneten und gespeisten Gasbrenner
aufweist. Beispielsweise handelt es sich bei dem Brenngas für alle im unteren Bereich
des Wärmebehandlungsofens angeordneten Gasbrenner um ein konventionelles Brenngas.
[0043] In mindestens einem Schritt c), welcher alternativ zu Schritt a) und Schritt b) oder
alternativ zu Schritt a) oder alternativ zu Schritt b) oder zusätzlich zu Schritt
a) oder zusätzlich zu Schritt b) oder zusätzlich zu Schritt a) und b) durchgeführt
werden kann, wird ein Brenngas verwendet, welches eine Mischung enthaltend oder bestehend
aus Kohlenstoffmonoxid mit einem Anteil zwischen 0,5 Vol.-% bis 40 Vol.-%, Rest Wasserstoff
und/oder Ammoniak umfasst.
[0044] Dieses Brenngas kann bei der vorzugsweisen Durchführung nur des Schritts c) alle
in dem Wärmebehandlungsofen angeordneten Gasbrenner speisen.
[0045] Einer Erhöhung des Anteils von Wasserstoff und/oder Ammoniak im Brenngas und somit
respektive einer Erhöhung des Wasserdampfpartialdrucks in der Ofenatmosphäre sollte
dahingehend gegensteuert werden, dass eine gezielte Verschiebung der thermodynamischen
Prozesse im Wärmebehandlungsofen bewirkt wird, insbesondere Einfluss auf die chemische
Reaktion insbesondere zwischen Wasserdampf und Bramme (Substrat) genommen wird. Durch
das Vorsehen von Kohlenstoffmonoxid mit einem Anteil zwischen 0,5 Vol.-% bis 40 Vol.-%
im Brenngas kann positiv Einfluss auf eine veränderte Reaktionskinetik an der Oberfläche
der Bramme genommen werden, wobei ein kompakter und brüchiger Zunderaufbau festgestellt
werden konnte, was beispielsweise auf eine verringerte Einlagerung von Wasserstoff
als Reaktionsprodukt im Wüstit hindeutet. Mithin kann in vorteilhafter Weise der Wasser-/Wasserdampfanteil
in der Ofenatmosphäre infolge eines im Brenngas enthaltenden Kohlenstoffmonoxid-Anteils
verringert werden und die Reaktionskinetik an der Oberfläche dadurch verändert werden.
Dadurch können Oxidationsprozesse von frei verfügbarem Sauerstoff und Absorptionsprozesse
insbesondere von frei verfügbarem Wasserstoff an der Oberfläche der wärmezubehandelnden
Bramme reduziert werden, wobei ein aufbauender Zunder deutlich kompakter und zum Teil
schmaler ausfallen kann. Insbesondere infolge einer reduzierten Wasserstoffeinlagerung
kann sich weniger plastischer Wüstit im Zunder, einem sogenannten Klebezunder, ausbilden.
Infolgedessen kann auch ein optimierter Zunderabtrag erfolgen und eine geringere Ausbildung
von Oberflächendefekten infolge des Zunderabtrags kann dadurch ermöglicht werden.
[0046] Das Brenngas kann nebst Wasserstoff und/oder Ammoniak Kohlenstoffmonoxid mit einem
Anteil insbesondere zwischen 0,5 bis 30 Vol.-%, vorzugsweise zwischen 0,5 bis 20 Vol.-%,
bevorzugt zwischen 0,5 und 10 Vol.-% aufweisen.
[0047] Näher erläutert wird die Erfindung anhand der folgenden Ausführungsbeispiele in Verbindung
mit der Zeichnung.
[0048] Die Ausführungsbeispiele in Verbindung mit der Zeichnung zeigen im Wesentlichen die
Schritte a) und b) in Verbindung mit dem Schritt:
- Wärmebehandeln der mindestens einen Bramme auf Warmwalzhitze in einem direkt beheizten
Wärmebehandlungsofen in Form mindestens eines Hubbalkenofens oder mindestens eines
Stoßofens, welcher mit Gasbrennern ausgestattet ist, wobei die Gasbrenner bezogen
auf die Durchlaufebene der Bramme in einem oberen Bereich und in einem unteren Bereich
des Wärmebehandlungsofens angeordnet sind, wobei sich infolge des Wärmebehandelns
zumindest teilweise auf der Oberfläche der Bramme Zunder bildet, wobei zumindest ein
Teil der Gasbrenner mit einem wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brenngas
gespeist wird, wobei die Bramme in einer Heizzone des Wärmebehandlungsofens erwärmt
und in einer Ausgleichszone des Wärmebehandlungsofens auf eine Zieltemperatur von
mindestens 1000 °C durchwärmt wird.
[0049] Figur 1 im oberen Teil und Figur 2 zeigen jeweils eine Prinzipskizze eines beispielhaften
direkt beheizten Wärmebehandlungsofens (1) in Form mindestens eines Hubbalkenofens
oder mindestens eines Stoßofen zum Wärmebehandeln mindestens einer nicht dargestellten
Bramme auf Warmwalzhitze, welcher mit Gasbrennern (4) ausgestattet ist, wobei die
Gasbrenner (4) bezogen auf die Durchlaufebene der Bramme in einem oberen Bereich (O)
und in einem unteren Bereich (U) des Wärmebehandlungsofens (1) angeordnet sind, wobei
sich infolge des Wärmebehandelns zumindest teilweise auf der Oberfläche der Bramme
Zunder bildet, wobei zumindest ein Teil der Gasbrenner mit einem wasserstoffhaltigen
und/oder ammoniakhaltigen Brenngas gespeist wird, wobei die Bramme in einer Heizzone
(2) des Wärmebehandlungsofens (1) erwärmt und in einer Ausgleichszone (3) des Wärmebehandlungsofens
(1) auf eine Zieltemperatur von mindestens 1000 °C durchwärmt wird. Die Pfeile links
und rechts am Wärmebehandlungsofen (1) stellt die Prozessrichtung respektive die Durchlaufrichtung
der wärmezubehandelnden Brammen dar.
[0050] Figur 1 schlägt Schritt a) vor. Zumindest in einem Teilabschnitt (2.1) der Heizzone
(2) wird ein Brenngas verwendet, welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder
Ammoniakanteil im Vergleich zum Brenngas in der Ausgleichszone (3) aufweist. Dabei
wird die Bramme zunächst in der Heizzone (2) auf eine Temperatur (T) aufgewärmt, welche
einer Zieltemperatur (Tz) - 100 K <= Temperatur (T) <= Zieltemperatur (Tz) entspricht,
und anschließend in der Ausgleichszone (3) auf einer Zieltemperatur (Tz) gehalten
wird.
[0051] Im unteren Teil der Figur 1 ist ein Diagramm eines Temperaturverlaufs einer zu erwärmenden
Bramme entlang der Länge (L) des Wärmebehandlungsofens (1) dargestellt. Anhand des
Temperaturverlaufs ist gut zu erkennen, an welcher Stelle die Heizzone (2) in die
Ausgleichszone (3) übergeht, wobei diese Trennung der Zonen (2,3) beispielsweise durch
das Erreichen einer vorgegebenen Zieltemperatur (Tz) definiert werden kann. In diesem
Beispiel entspricht die Temperatur (T), auf welche die Bramme erwärmt und durchwärmt
werden soll, beispielhaft der Zieltemperatur (Tz). Des Weiteren kann auch eine Schwelltemperatur
(Ts) festgelegt werden, welche zumindest in einem Teilabschnitt (2.1) oder innerhalb
eines Teilabschnitts (2.1) der Heizzone (2) erreicht wird, welche unterhalb der Zieltemperatur
(Tz) liegt.
[0052] Nicht dargestellt ist, dass die Bramme beispielsweise bereits eine bis zu 600 °C
betragende Temperatur aufweisen kann, so dass die Zieltemperatur insbesondere schneller
im Vergleich zu einer kalt eingeführten Bramme erreicht werden kann.
[0053] Um einen positiven Effekt auf die Zunderstruktur nehmen zu können, kann die Schwelltemperatur
(Ts) zwischen 850 °C und 1200 °C betragen. Die Zieltemperatur (Tz) kann zwischen 1000
°C und 1500 °C betragen.
[0054] Die Gasbrenner (4), die im Teilabschnitt (2.1) der Heizzone (2) angeordnet sind,
werden mit einem Brenngas gespeist, welches sich von dem Brenngas, welches die im
restlichen Abschnitt (2.2) der Heizzone (2) und die in der Ausgleichszone (3) angeordneten
Gasbrenner (4) speist, unterscheidet, wobei ein Brenngas in dem mindestens einen Teilabschnitt
(2.1) der Heizzone (2) mit einem höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil
im Vergleich zum Brenngas in der Ausgleichszone (3) verwendet wird. Bevorzugt wird
ein Brenngas in dem mindestens einen Teilabschnitt (2.1) der Heizzone (2) mit einem
geringeren Kohlenstoffanteil im Vergleich zum Brenngas in der Ausgleichszone (3) verwendet.
Besonders bevorzugt wird ein Brenngas in dem mindestens einen Teilabschnitt (2.1)
der Heizzone (2) umfassend oder bestehend aus Wasserstoff und/oder Ammoniak verwendet.
Bei dem Brenngas für den restlichen Abschnitt (2.2) der Heizzone (2) und die Ausgleichszone
(3) kann es sich beispielsweise um ein konventionelles Brenngas handeln.
[0055] Figur 2 schlägt Schritt b) vor. Zumindest ein Teil der in der Ausgleichszone (3)
im oberen Bereich (O) des Wärmebehandlungsofens (1) angeordneten Gasbrenner (4) werden
mit einem Brenngas gespeist, welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil
im Vergleich zum Brenngas der restlichen in der Ausgleichszone (3) angeordneten und
gespeisten Gasbrenner (4) aufweist.
[0056] Da eine Verbrennung von wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brenngas respektive
eine reine Wasserstoff- und/oder Ammoniakverbrennung zu einem erhöhten Wasserdampfpartialdruck
und einer andersartigen Zunderstruktur führen kann, kann ein positiver Effekt insbesondere
auch hinsichtlich einer (Teil-)Dekarbonisierung erzielt werden, wenn selektiv Wasserstoff
und/oder Ammoniak bevorzugt aus "grüner Erzeugung" zum Einsatz kommt. So sind beispielsweise
folgende Zusammensetzungen der Brenngase möglich:
Zumindest ein Teil der in der Ausgleichszone (3) im oberen Bereich (O) des Wärmebehandlungsofens
(1) angeordneten Gasbrenner (4), insbesondere alle im oberen Bereich (O) des Wärmebehandlungsofens
(1) angeordneten Gasbrenner (4) in der Ausgleichszone (3), vorzugsweise alle Gasbrenner
(4) im oberen Bereich (O) des Wärmebehandlungsofens (1) werden mit einem wasserstoffhaltigen
und/oder ammoniakhaltigen Brenngas gespeist, wobei zumindest ein Teil der in der Ausgleichszone
(3) im unteren Bereich (U) des Wärmebehandlungsofens (1) angeordneten Gasbrenner (4),
insbesondere alle im unteren Bereich (U) des Wärmebehandlungsofens (1) angeordneten
Gasbrenner (4) in der Ausgleichszone (3), vorzugsweise alle Gasbrenner (4) im unteren
Bereich (U) des Wärmebehandlungsofens (1) mit einem beispielsweise konventionellen
Brenngas gespeist werden.
[0057] Eine Kombination der Schritte a) und b) wäre soweit technisch umsetzbar möglich,
nicht dargestellt. Auch die Integration des Schritt c in Schritt a und/oder Schritt
b wäre möglich, nicht dargestellt.
1. Verfahren zum Wärmebehandeln einer Stahlbramme auf Warmwalzhitze in einem direkt beheizten
Wärmebehandlungsofen in Form mindestens eines Hubbalkenofens oder mindestens eines
Stoßofens, welcher mit Gasbrennern ausgestattet ist, wobei die Gasbrenner bezogen
auf die Durchlaufebene der Stahlbramme in einem oberen Bereich und in einem unteren
Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordnet sind, wobei sich infolge des Wärmebehandelns
zumindest teilweise auf der Oberfläche der Stahlbramme Zunder bildet, wobei zumindest
ein Teil der Gasbrenner mit einem wasserstoffhaltigen und/oder ammoniakhaltigen Brenngas
gespeist wird, wobei die Stahlbramme in einer Heizzone des Wärmebehandlungsofens auf
eine Zieltemperatur erwärmt und in einer Ausgleichszone des Wärmbehandlungsofens auf
eine Zieltemperatur von mindestens 1000 °C durchwärmt wird, wobei die Stahlbramme
mit einer Zieltemperatur aus dem Wärmebehandlungsofen entnommen wird und zumindest
teilweise entzundert wird, um einem Warmwalzen zugeführt zu werden, wobei die Stahlbramme
neben Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen in Gew.-% folgende Elemente enthält
oder daraus besteht mit
| C: |
bis zu 1,50 %, |
| Si: |
2,0-4,5 %, |
| Mn: |
bis zu 2,60 %, |
| Al: |
bis zu 2,0 %, |
| N: |
bis zu 0,020 %, |
| S: |
bis zu 0,0025 %, |
| P: |
bis zu 0,350 %, |
optional eines oder mehrere der Elemente aus der Gruppe (Zr, Ti, Cr, Nb, Mo, V, Co,
Cu, Ni, Seltene Erden, Sb, Sn) mit
| Zr: |
bis zu 0,30 %, |
| Ti: |
bis zu 0,50 %, |
| Cr: |
bis zu 2,0 %, |
| Nb: |
bis zu 0,10 %, |
| Mo: |
bis zu 1,50 %, |
| V: |
bis zu 0,30 %, |
| Co: |
bis zu 0,10 %, |
| Cu: |
bis zu 2,0 %, |
| Ni: |
bis zu 2,0 %, |
| Seltene Erden: |
bis zu 0,10 %, |
| Sb: |
bis zu 0,10 %, |
| Sn: |
bis zu 0,10 %, |
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiterhin mindestens einen oder mehrere der nachfolgenden Schritte
a) bis c) umfasst:
a) Dass zumindest in einem Teilabschnitt der Heizzone ein Brenngas verwendet wird,
welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich zum Brenngas
in der Ausgleichszone aufweist;
b) dass zumindest ein Teil der in der Ausgleichszone im oberen Bereich des Wärmebehandlungsofens
angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas gespeist werden, welches einen höheren
Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich zum Brenngas der restlichen
in der Ausgleichszone angeordneten und gespeisten Gasbrenner aufweist;
c) dass ein Brenngas verwendet wird, welches eine Mischung enthaltend oder bestehend
aus Kohlenstoffmonoxid mit einem Anteil zwischen 0,5 Vol.-% bis 40 Vol.-%, Rest Wasserstoff
und/oder Ammoniak umfasst.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein wasserstoffhaltiges Brenngas mit einem Wasserstoffanteil
von mindestens 70 Vol.-% verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein wasserstoffhaltiges und ammoniakhaltiges Brenngas
mit einem Verhältnis von H2/NH3 zwischen 0,05 und 0,95 verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein ammoniakhaltiges Brenngas mit einem Ammoniakanteil
von mindestens 25 Vol.-% verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei zur direkten Beheizung neben
dem Brenngas ein sauerstoffhaltiges Gas verwendet wird und die Verbrennung mit einer
Luftzahl zwischen 0,95 und 1,25 durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei je nach Volumen der wärmezubehandelnden
Bramme, und insbesondere auch abhängig von der Zieltemperatur, kann eine Verweilzeit
im Wärmebehandlungsofen zwischen 10 Minuten und 48 Stunden betragen.
7. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei die Bramme auch warm oder heiß
mit einer zwischen 100 bis zu 800 °C betragenden Temperatur in den Wärmebehandlungsofen
eingesetzt werden kann.
8. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei in Schritt a) der mindestens
eine Teilabschnitt der Heizzone in seiner Erstreckung im Wärmebehandlungsofen derart
bemessen wird, dass die insbesondere in Abhängigkeit von der Verweilzeit innerhalb
des Teilabschnitts eine Schwelltemperatur nicht überschreitet, welche jedoch unterhalb
der Zieltemperatur liegt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Schwelltemperatur zwischen 850 °C und 1200 °C
betragen kann.
10. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei in Schritt b) alle in der Ausgleichszone
im oberen Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas
gespeist werden, welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im
Vergleich zum Brenngas der restlichen in der Ausgleichszone im unteren Bereich angeordneten
und gespeisten Gasbrenner aufweist.
11. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei in Schritt b) alle im oberen
Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas gespeist
werden, welches einen höheren Wasserstoffanteil und/oder Ammoniakanteil im Vergleich
zum Brenngas der restlichen, allen im unteren Bereich des Wärmebehandlungsofens angeordneten
und gespeisten Gasbrenner aufweist.
12. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei in Schritt c) alle in dem Wärmebehandlungsofen
angeordneten Gasbrenner mit einem Brenngas gespeist werden, welches eine Mischung
enthaltend oder bestehend aus Kohlenstoffmonoxid mit einem Anteil zwischen 0,5 Vol.-%
bis 40 Vol.-%, Rest Wasserstoff und/oder Ammoniak umfasst.
13. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei die Stahlbramme neben Eisen
und unvermeidbaren Verunreinigungen in Gew.-% folgende Elemente enthält oder daraus
besteht mit
| C: |
bis zu 0,0060 %, |
| Si: |
2,40-3,40 %, |
| Mn: |
bis zu 0,80 %, |
| Al: |
bis zu 1,80 %, |
| N: |
bis zu 0,0060 %, |
| S: |
bis zu 0,0060 %, |
| P: |
bis zu 0,30 %. |
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Stahlbramme neben Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen
in Gew.-% folgende Elemente enthält oder daraus besteht mit
| C: |
0,0002-0,0050 %, |
| Si: |
2,80-3,150 %, |
| Mn: |
0,50-0,70 %, |
| Al: |
1,30-1,70 %. |
15. Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Stahlbramme neben Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen
in Gew.-% folgende Elemente enthält oder daraus besteht mit
| C: |
0,0002-0,0050 %, |
| Si: |
3,150-3,40 %, |
| Mn: |
0,050-0,20 %, |
| Al: |
0,80-1,20 %. |