[0001] Die Erfindung betrifft ein Webblatt für eine Webmaschine. Die Webmaschine ist dazu
eingerichtet, einen Schussfaden durch einen Schussfadenkanal in ein geöffnetes Webfach
einzutragen, wobei der Transport des Schussfadens durch einen Luftstrom erfolgt. Dieses
Prinzip wird auch als "Luftdüsenweben" bezeichnet.
[0002] Beim Luftdüsenweben ist es erforderlich, einen Schussfaden mittels einer Hauptdüse
in den Schussfadenkanal zu transportieren. Der von der Hauptdüse abgegebene Luftstrom
reicht jedoch nicht aus, um den Schussfaden über die ganze Breite des Gewebes durch
den Schussfadenkanal zu transportieren. Deshalb weisen Webmaschinen zum Luftdüsenweben
im Bereich des Webblatts zusätzliche Luftdüsen auf, die als Stafettendüsen bezeichnet
werden.
[0003] Der Schussfadenkanal im Webblatt muss in Schussrichtung durchgängig frei sein, um
den Schussfaden eintragen zu können. Deswegen werden Stafettendüsen typischerweise
in Kettfadenrichtung benachbart zum Schussfadenkanal angeordnet und stoßen den Düsenluftstrom
schräg von vorne in den Schussfadenkanal aus. Im Hinblick auf die Energieeffizienz
ist eine solche Anordnung nachteilig. Außerdem muss bei solchen Anordnungen zumindest
ein Bereich der Lamellen des Webblattes mechanisch bearbeitet werden, beispielsweise
mittels Polieren.
[0004] US 4 406 311 A schlägt vor, die Stafettendüsen in das Webblatt zu integrieren. Um die Düsenöffnungen
im Wesentlichen in Schussrichtung auszurichten und den Schussfadenkanal frei zu halten,
ist eine Kettfadenauflagefläche des Webblatts für die bei geöffnetem Webfach unteren
Kettfäden in Sägezahnform ausgeführt. An den kurzen steilen Flanken, die in Schussrichtung
orientiert sind, sind die Düsenöffnungen der Stafettendüsen vorhanden. Im Anschluss
an jede kurzen steilen Flanken steigt die Kettfadenauflagefläche bis zur nächsten
Stafettendüse kontinuierlich an.
[0005] Bei dem Webblatt gemäß
US 4 406 311 A führt die Sägezahnform der Kettfadenauflagefläche dazu, dass sich der Querschnitt
des Schussfadenkanals in Schussrichtung zwischen zwei unmittelbar benachbarten Stafettendüsen
kontinuierlich verringert. Dies hat Auswirkungen auf die Druckverhältnisse im Schussfadenkanal.
Durch eine erhöhte Staudruckbildung aufgrund des sich kontinuierlich verringernden
Querschnitts zwischen zwei Stafettendüsen kann der Schussfadentransport in Schussrichtung
beeinträchtigt werden. Die Produktivität beim Weben kann durch herabgesetzte Eintragsgeschwindigkeit
des Schussfadens aufgrund des Staudrucks sinken und auch die Energieeffizienz im Hinblick
auf den Luftdruckverbrauch kann durch die Sägezahnform am Schussfadenkanal nachteilig
beeinflusst werden.
[0006] Ausgehend vom Stand der Technik kann es als Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen
werden, ein Webblatt für eine Webmaschine zu schaffen, das eine hohe Energieeffizienz
beim Eintragen eines Schussfadens in ein Webfach sicherstellt, ohne die Webgeschwindigkeit
nachteilig zu beeinflussen.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Webblatt mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
[0008] Ein bezüglich des Webblattes unbewegliches kartesisches Koordinatensystem ist durch
eine Längsrichtung, eine Hochrichtung und eine Querrichtung gebildet. Die Schussrichtung,
in der ein Schussfaden eingetragen wird, ist parallel zur Querrichtung orientiert.
[0009] Das erfindungsgemäße Webblatt hat eine Basiskörperanordnung aufweisend einen oder
mehrere Basiskörper. Wenn mehrere Basiskörper vorhanden sind, sind diese Basiskörper
in Querrichtung nebeneinander angeordnet, wobei zwei unmittelbar benachbarte Basiskörper
miteinander verbunden sind, beziehungsweise aneinander anliegen.
[0010] Das Webblatt hat eine Mehrzahl von Lamellen, die in Querrichtung mit Abstand zueinander
angeordnet sind, wobei die Abstände zwischen zwei jeweils unmittelbar benachbarten
Lamellen vorzugsweise gleich groß sind. Zwischen den Lamellen verlaufen bei der Verwendung
des Webblatts in einer Webmaschine die Kettfäden. Die Lamellen sind plattenförmig
und erstrecken sich jeweils in einer Ebene, die rechtwinklig zur Querrichtung ausgerichtet
ist.
[0011] Das Webblatt weist einen Schussfadenkanal auf, der sich in Querrichtung von einem
Schussfadenkanaleingang bis zu einem Schussfadenkanalausgang durch das gesamte Webblatt
erstreckt. Der Schussfadenkanal dient dazu, während des Webens einen Schussfaden in
Schussfadenrichtung zu fördern. Der Schussfadenkanal ist in einem Übergangsbereich
zwischen der Basiskörperanordnung und den Lamellen angeordnet. An der Basiskörperanordnung
ist eine Kettfadenauflagefläche vorhanden, die an den Schussfadenkanal angrenzt. Benachbart
zur Kettfadenauflagefläche haben die Lamellen jeweils einen Kantenabschnitt ihrer
Vorderkante, der ebenfalls an den Schussfadenkanal angrenzt. Der Schussfadenkanal
ist somit durch die Kettfadenauflagefläche und die Kantenabschnitte der Lamellen begrenzt.
[0012] Die Kantenabschnitte können in der Erstreckungsebene der Lamellen betrachtet einen
zumindest abschnittsweise gekrümmten und/oder zumindest abschnittsweise geraden Kantenverlauf
aufweisen. Bei einem Ausführungsbeispiel können die Kantenabschnitte bogenförmig,
beispielsweise kreisbogenförmig verlaufen. Rechtwinklig zur Querrichtung an einer
Vorderseite des Webblatts ist der Schussfadenkanal offen, wobei die Vorderseite bei
der Verwendung des Webblatts in der Webmaschine der Gewebekante des hergestellten
Gewebes zugewandt ist. Dadurch kann ein in den Schussfadenkanal eingetragener Schussfaden
mittels einer Bewegung des Webblatts an der Gewebekante angeschlagen werden.
[0013] Die Kettfadenauflagefläche erstreckt sich parallel zur Querrichtung bzw. Schussfadenrichtung.
An der Basiskörperanordnung ist eine Luftdüse bzw. sind vorzugsweise mehrere Luftdüsen
angeordnet, die als Stafettendüsen dienen. Die Luftdüsen haben jeweils eine Düsenöffnung,
die in Hochrichtung oberhalb der Kettfadenauflagefläche angeordnet ist. Jede Luftdüse
ist dazu eingerichtet, einen schräg zur Schussrichtung ausgerichteten Düsenluftstrom
in einer Ausstoßrichtung abzugeben. Die Ausstoßrichtung von wenigstens zwei der vorhandenen
Luftdüsen oder von allen vorhandenen Luftdüsen kann gleich sein, so dass die Ausstoßrichtungen
parallel sind. Es kann allerdings vorteilhaft sein, wenn die Ausstoßrichtungen von
zumindest zwei der vorhandenen Luftdüsen unterschiedlich zu orientieren, beispielsweise
durch unterschiedlich große vertikale Neigungswinkel relativ zur Schussrichtung.
[0014] Als Neigungswinkel wird hier der Winkel relativ zur Schussrichtung bezeichnet, den
ein die Ausstoßrichtung definierender Vektor in einer Projektion innerhalb einer Vertikalebene
mit der Schussrichtung einschließt. Der Vektor der Ausstoßrichtung ist durch die Geometrie
der Düsenöffnung der Luftdüse definiert und insbesondere entlang einer geometrischen
Mittelachse des abgegebenen Düsenluftstroms bzw. der Düsenöffnung ausgerichtet.
[0015] Die Querrichtung bzw. Schussrichtung ist insbesondere horizontal ausgerichtet.
[0016] Durch die Integration der wenigstens einen Luftdüse in das Webblatt kann die Druckluft,
die für den Transport des Schussfadens durch den Schussfadenkanal benötigt wird, effizient
in den Schussfadenkanal eingebracht und dadurch die benötigte Energie für das Luftdüsenweben
gering gehalten werden. Die Ausstoßrichtung der Düsenluftströme der Luftdüsen kann
bezüglich der horizontalen bzw. der Schussrichtung mit sehr kleinen Winkeln bzw. sehr
flach erfolgen, wodurch eine hohe Energieeffizienz sichergestellt ist.
[0017] Es hat sich außerdem gezeigt, dass die Anordnung und Orientierung der wenigstens
einen Luftdüse am Webblatt zu geringeren unerwünschten Ablenkungen und/oder Reflexionen
des Düsenluftstromes aus der wenigstens einen Luftdüse an den Lamellen des Webblattes
führt. Derartige unerwünschte Ablenkungen und/oder Reflexionen des Düsenluftstromes
können den im Schussfadenkanal in Schussrichtung transportierten Schussfadens rechtwinkelig
zur Schussrichtung auslenken. Der Schussfaden hat dann nicht mehr seine optimale Position
rechtwinkelig zur Schussrichtung betrachtet. Auch kann durch unerwünschte Ablenkungen
und/oder Reflexionen des Düsenluftstromes die benötigte Energie (Druckluft) für den
korrekten, fehlerfreien und/oder optimalen Transport des Schussfadens ansteigen.
[0018] Ein weiterer Vorteil der Anordnung und Orientierung der wenigstens einen Luftdüse
am Webblatt ist eine reduzierte Kollisionsgefahr der Schussfadens mit einer Lamelle
des Webblattes während des Schusseintrags, was somit auch die Gefahr von Webfehlern
reduziert.
[0019] Bei herkömmlichen Systemen mit Webblatt und außenstehenden, schräg einblasenden Stafettendüsen,
werden Bereiche des Webblattes poliert, was einen relevanten Einfluss auf den Staudruck
im Schussfadenkanal haben kann. Das mechanische Nachbearbeiten der Lamellen stellt
einen hohen Aufwand dar und kann beim erfindungsgemäßen Webblatt entfallen.
[0020] Das Anordnen der Luftdüsen unmittelbar im Webblatt und im Schussfadenkanal verändert
zwar den Kanalquerschnitt des Schussfadenkanals an der Stelle, an der sich eine Luftdüse
befindet. Jedoch ist diese Querschnittsänderung auf sehr kleine Bereiche und insbesondere
kleine Längen in Schussrichtung begrenzt, so dass sich Luftdruckänderungen nicht nachteilig
auf die Luftströmung im Schussfadenkanal und den Transport eines Schussfadens durch
den Schussfadenkanal auswirken. Ausgehend von der Kettfadenauflagefläche kann die
wenigstens eine Luftdüse eine sehr geringe Höhe aufweisen, beispielsweise weniger
als 1,0 mm.
[0021] Dadurch, dass die Kettfadenauflagefläche parallel zur Querrichtung bzw. Schussrichtung
ausgerichtet ist, hat der Schussfadenkanal benachbart zu einer Luftdüse bzw. zwischen
zwei Luftdüsen einen konstanten Querschnitt. Außerhalb der Position der wenigstens
einen Luftdüse kann der Querschnitt des Schussfadenkanals über die gesamte Breite
des Webblatts (in Schussrichtung) konstant sein.
[0022] Die Düsenöffnungen sind oberhalb der Kettfadenauflagefläche des Webblatts angeordnet.
Die kann das Fördern des Schussfadens in Schussrichtung und das Positionieren des
Schussfadens rechtwinkelig zur Schussrichtung im Schussfadenkanal unterstützen bzw.
erleichtern. Der Schussfaden wird im Schussfadenkanal vorzugsweise in dessen oberer
Hälfte und weiter vorzugsweise in dessen hinterer Hälfte (beim Weben ist die vordere
Seite des Webblattes der Gewebekante zugewandt und die hintere Seite von der Gewebekante
abgewandt) durch die Düsenluftströmung aus jeder vorhandenen Luftdüse positioniert.
, Dadurch kann ein versehentlicher Kontakt des Schussfadens mit auf der Kettfadenauflagefläche
aufliegenden Kettfäden beim Weben vermieden werden. Ein solcher Kontakt würde den
Transport des Schussfadens behindern oder verhindern, was zu Webfehlern führen kann.
[0023] Die Integration der wenigstens einen Luftdüse in die Basiskörperanordnung des Webblatts
ermöglicht es außerdem, die Luftzufuhr zur Düsenöffnung bereits innerhalb der Basiskörperanordnung
im Wesentlichen in Ausstoßrichtung der jeweiligen Luftdüse auszurichten. Im Bereich
der Düsenöffnung wird somit keine betragsmäßig größere Umlenkung des Luftstroms benötigt.
Durch diese Maßnahme lassen sich auch druckabhängige Beeinträchtigungen der Ausstoßrichtung
reduzieren oder eliminieren. Demgegenüber neigen bekannte Stafettendüsen mit einer
dünnen Düsenwand um die Düsenöffnung dazu, dass sich die Ausstoßrichtung durch Grenzschichtströmungseffekte
druckabhängig ändert. Große Umlenkungen im Bereich der Düsenöffnung führen zu Strömungsverlusten
und beeinträchtigen die Energieeffizienz. Diese Nachteile können durch die erfindungsgemäße
Ausgestaltung des Webblatts vermieden werden.
[0024] Wie erläutert, kann die Basiskörperanordnung mehrere Basiskörper aufweisen. In diesem
Fall kann an jedem Basiskörper wenigstens eine Luftdüse angeordnet sein. Die an einem
gemeinsamen Basiskörper vorhandenen Luftdüsen können eine gemeinsame Düsengruppe bilden,
wobei die Düsen einer gemeinsamen Düsengruppe beispielsweise gleich große Neigungswinkel
und/oder parallel zueinander ausgerichtete Ausstoßrichtungen aufweisen.
[0025] Es kann vorteilhaft sein, an jedem Basiskörper der Basiskörperanordnung nur eine
Düsengruppe mit jeweils wenigstens einer Luftdüse anzuordnen. In Abwandlung hierzu
können aber an einem Basiskörper auch mehrere Düsengruppen vorhanden sein. Es ist
außerdem bei allen Ausführungsbeispielen möglich, einen Basiskörper vorzusehen, an
dem keine Luftdüse vorhanden ist. Bei allen Ausführungsbeispielen kann die Basiskörperanordnung
auch lediglich einen Basiskörper aufweisen.
[0026] Bei allen Ausführungsbeispielen kann das Webblatt mehrere Luftdüsen aufweisen. Der
vertikale Neigungswinkel (Winkel zwischen der Schussrichtung und einer Projektion
der Ausstoßrichtung in einer Vertikalebene) von zumindest zwei der vorhandenen Luftdüsen
kann unterschiedlich groß sein. Beispielsweise kann der Betrag des Neigungswinkels
einer in Schussrichtung am nächsten zum Schussfadenkanalausgang angeordneten Luftdüse
größer sein als an einer Luftdüse, die in Schussrichtung einen größeren Abstand zum
Schussfadenkanalausgang aufweist. Dadurch kann ein durch den Schussfadenkanal transportierter
Schussfaden im Bereich des Schussfadenkanalausgangs mit einer größeren durch den Düsenluftstrom
erzeugten Kraftkomponente in Vertikalrichtung beeinflusst werden als durch eine oder
mehrere andere Luftdüsen, die näher am Schussfadenkanaleingang angeordnet sind. Durch
diese Maßnahme kann der Schussfaden im Anschluss an den Schussfadenkanalausgang einfacher
gestreckt werden, beispielsweise unter Verwendung einer Streckdüse oder einer anderen
geeigneten Streckeinrichtung.
[0027] Bei einem Ausführungsbeispiel hat der vertikale Neigungswinkel einer in Schussrichtung
an einem Schussfadenkanaleingang des Schussfadenkanals angeordneten Luftdüse einen
Betrag von weniger als 3,6°, vorzugsweise weniger als 3,3° und weiter vorzugsweise
weniger als 3,0°. Die Energieeffizienz einer solchen Neigungswinkelausrichtung der
Ausstoßrichtung ist weiter verbessert.
[0028] Wie erläutert, kann das Webblatt zumindest zwei Düsengruppen mit jeweils wenigstens
einer und vorzugsweise mehreren Luftdüsen aufweisen. Die Luftdüsen innerhalb einer
gemeinsamen Düsengruppe haben parallel zueinander ausgerichtete Ausstoßrichtungen
der Düsenluftströme. Die Ausstoßrichtungen der Düsenluftströme unterschiedlicher Düsengruppen
sind vorzugsweise voneinander verschieden.
[0029] In oder an der Basiskörperanordnung ist jede Luftdüse mit einem Luftkanal fluidisch
verbunden. Der Luftkanal kann sich beispielsweise innerhalb der Basiskörperanordnung
erstrecken. Der Luftkanal ist insbesondere unmittelbar mit der Düsenöffnung der jeweiligen
Luftdüse verbunden und erstreckt sich schräg geneigt zur Schussrichtung in einer Kanalerstreckungsrichtung.
Es ist bevorzugt, wenn die Kanalerstreckungsrichtung mit der Ausstoßrichtung der jeweiligen
Luftdüse zumindest im Wesentlichen übereinstimmt, insbesondere in Bezug auf den (vertikalen)
Neigungswinkel. Die vertikale Neigung der Kanalerstreckungsrichtung und der Neigungswinkel
der Ausstoßrichtung der zugeordneten Luftdüse unterscheiden sich vorzugsweise maximal
um einen Betrag von 30° oder 20° oder 10°. Dadurch wird eine erforderliche Umlenkung
einer Luftströmung vom Luftkanal im Übergang zur Düsenöffnung ausreichend klein gehalten.
Auf diese Weise lassen sich Strömungsverluste minimieren.
[0030] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen,
der Beschreibung und der Zeichnung. Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung im Einzelnen erläutert. In der Zeichnung
zeigen:
Figur 1 eine schematische, blockschaltbildähnliche Darstellung einer Webmaschine aufweisend
ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Webblattes,
Figur 2 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels von Lamellen und
deren Anordnung in Schussrichtung, die für das Webblatt gemäß Figur 1 verwendet werden
können,
Figur 3 eine perspektivische, schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels
eines Webblattes,
Figur 4 eine Teildarstellung des Webblattes aus Figur 3 mit Blick in Schussrichtung
durch den Schussfadenkanal des Webblattes,
Figur 5 eine blockschaltbildähnliche Prinzipdarstellung des Schusskanals des Webblattes
und
Figur 6 ein Blockschaltbild für einen beispielhaften fluidischen Anschluss der am
Webblatt vorhandenen Luftdüsen.
[0031] In Figur 1 ist eine schematische Prinzipdarstellung einer Webmaschine 10 veranschaulicht.
Die Webmaschine 10 hat mehrere Webschäfte 11, die zur Führung von Kettfäden 12 dienen.
Durch das Positionieren der Webschäfte 11 in eine Hochrichtung, vorzugsweise eine
Vertikalrichtung V, kann ein Webfach 13 geöffnet werden. Während des Webens kann ein
Schussfaden 14 mit einer Schusseintragseinrichtung 15 (Figur 3 und 5) in das offene
Webfach 13 in einer Schussrichtung S eingetragen werden.
[0032] Ein bezüglich des Webblattes 16 unbewegliches kartesisches Koordinatensystem ist
durch eine Längsrichtung X, eine Querrichtung Y und eine Hochrichtung Z gebildet.
Die Schussrichtung S ist parallel zur Querrichtung Y ausgerichtet.
[0033] Der mittels der Schusseintragseinrichtung 15 eingetragene Schussfaden 14 kann mittels
eines Webblattes 16 an einer Gewebekante 17 des hergestellten Gewebes 18 angeschlagen
werden. Hierzu kann das Webblatt 16 beispielsweise schwenkbar oder anderweitig bewegbar
auf die Gewebekante 17 zu und von der Gewebekante 17 weg gelagert sein. Zur Bewegungssteuerung
des Webblattes 16 kann ein mittels einer Steuereinrichtung 19 steuerbarer Antrieb
20 verwendet werden. Die Steuereinrichtung 19 kann zur Steuerung der Webmaschine 10
Steuersignale C (C1 bis Cn) an zu steuernde Einrichtungen der Webmaschine 10 abgeben.
Mittels der Steuereinrichtung 19 kann beispielsweise auch die Schusseintragseinrichtung
15 und die Position der Webschäfte 11 gesteuert werden.
[0034] Das hergestellte Gewebe 18 kann mittels einer geeigneten Abzugseinrichtung 21, beispielsweise
einer Walze oder einer Rolle, in Längsrichtung L vom Webblatt 16 weg bewegt werden,
so dass sich durch Eintragen und Anschlagen von Schussfäden 14 die Gewebekante 17
in etwa immer an derselben Position befindet.
[0035] Im Webblatt 16 ist ein sich in Querrichtung Y vollständig von einem Schussfadenkanaleingang
26 bis zu einem Schussfadenkanalausgang 27 durch das Webblatt 16 hindurch erstreckender
Schussfadenkanal 25 vorhanden. In Längsrichtung X ist der Schussfadenkanal 25 auf
der der Gewebekante 17 zugewandten Vorderseite offen. Dadurch kann ein in den Schussfadenkanal
25 eingetragener Schussfaden 14 mittels des Webblattes 16 an der Gewebekante 17 angeschlagen
werden.
[0036] Der Aufbau des Webblattes 16 ist insbesondere in den Figuren 2 bis 4 zu erkennen.
Das Webblatt 16 hat eine Basiskörperanordnung 29 aufweisend wenigstens einen Basiskörper
30. In Querrichtung Y können sich optional mehrere Basiskörper 30 aneinander anschließen
und sozusagen in Schussrichtung S aufgereiht sein. Rechtwinklig zur Querrichtung Y
haben die Basiskörper 30 vorzugsweise denselben Querschnitt.
[0037] Mittelbar und beispielsgemäß unmittelbar an der Basiskörperanordnung 29 sind mehrere
Lamellen 31 angeordnet, die in Figur 2 beispielhaft separat veranschaulicht sind.
Die Lamellen 30 sind plattenförmig und mit ihren größeren Flachseiten rechtwinklig
zur Querrichtung Y bzw. zur Schussrichtung S ausgerichtet. In Längsrichtung X hat
jede Lamelle 31 eine Vorderkante 32 und eine Hinterkante 33. Die Vorderkanten 32 der
Lamellen 31 sind in einem in der Webmaschine 10 installierten Zustand des Webblattes
16 der Gewebekante 17 zugewandt, wohingegen die Hinterkanten 33 den Webschäften 11
zugewandt sind. Die Vorderkante 32 jeder Lamelle 31 hat einen Kantenabschnitt 34,
der den Schussfadenkanal 25 zumindest teilweise begrenzt.
[0038] Beim Ausführungsbeispiel ist der Kantenabschnitt 34 bogenförmig und beispielsweise
kreisbogenförmig ausgestaltet. Der Kantenabschnitt 34 könnte auch eine andere geometrische
Form aufweisen, die zumindest teilweise geradlinig und/oder teilweise gekrümmt verläuft.
[0039] Unterhalb des Kantenabschnitts 34 grenzen die Lamellen 31 an die Basiskörperanordnung
29 bzw. den Basiskörper 30 oder einen der vorhandenen Basiskörper 30 an und können
dort an der Basiskörperanordnung 29 anliegen. Die Basiskörperanordnung 29 bzw. der
wenigstens eine Basiskörper 30 hat auf seiner Oberseite eine Kettfadenauflagefläche
35, an die die Kantenabschnitte 34 der Lamellen 31 angrenzen. Die Kettfadenauflagefläche
35 der Basiskörperanordnung 29 begrenzt einen Teil des Schussfadenkanals 25.
[0040] Zur Führung der Kettfäden 12 sind die Lamellen 31 in Schussrichtung S mit Abstand
zueinander und insbesondere gleichmäßig beabstandet zueinander angeordnet. Zwischen
zwei unmittelbar benachbarten Lamellen 31 ist ein Zwischenraum vorhanden, durch den
ein Kettfaden 12 geführt werden kann, wie es stark schematisiert in den Figuren 1
und 4 dargestellt ist. Bei geöffnetem Webfach 13 liegen die unteren Kettfäden 12 mit
einem Kettfadenabschnitt auf der Kettfadenauflagefläche 35 des Webblatts 16 auf.
[0041] Die Kettfadenauflagefläche 35 kann in Längsrichtung L vom unmittelbar anschließenden
Ende des Kantenabschnitts 34 weg einen abschnittsweise ebenen und/oder konvex gekrümmten
Verlauf aufweisen.
[0042] Die Kettfadenauflagefläche 35 weist zumindest im Wesentlichen in Hochrichtung Z,
wobei sich oberhalb der Kettfadenauflagefläche 35 in Hochrichtung Z der Schussfadenkanal
25 anschließt. Der Schussfadenkanal 25 ist in Längsrichtung X an einer Vorderseite
offen, die in Einbaulage in der Webmaschine 10 der Gewebekante 17 zugewandt ist. In
dieser Einbaulage kann das Webblatt 16 zumindest temporär eine Position einnehmen,
in der die Hochrichtung Z in Vertikalrichtung V und die Längsrichtung X in Horizontalrichtung
H ausgerichtet ist (Figur 1). Die Schussrichtung S ist parallel zur Querrichtung Y
orientiert.
[0043] Die Kettfadenauflagefläche 35 erstreckt sich in Querrichtung Y des Webblattes 16
an jeder Stelle in Querrichtung Y und ist stufen- und absatzlos ausgebildet. An den
Stellen, an denen in Querrichtung Y zwei Basiskörper 30 aneinander anliegen, können
technisch bedingt vernachlässigbare Stoßfugen vorhanden sein.
[0044] Die Lamellen 31 können in Hochrichtung Z oberhalb des Schussfadenkanals 25 durch
eine Verbindungskörperanordnung 36 aufweisend wenigstens einen Verbindungskörper 37
miteinander verbunden sein, wie es schematisch beispielhaft insbesondere in den Figuren
3 und 4 dargestellt ist. Die Verbindungskörperanordnung 36 ist optional und kann auch
entfallen. Vorzugsweise entspricht die Anzahl der Verbindungskörper 37 der Anzahl
der Basiskörper 30. Die Dimension der Verbindungskörper 37 und der Basiskörper 30
in Querrichtung Y kann paarweise gleich sein, so dass das Webblatt 16 in Querrichtung
Y in mehrere Gruppen unterteilt werden kann, wobei jede Gruppe einen Basiskörper 30,
einen Verbindungskörper 37 und eine Anzahl von Lamellen 31 aufweist. Diese Gruppen
können sich in Querrichtung Y aneinander anschließen, wie es aus Figur 3 zu erkennen
ist.
[0045] Insbesondere anhand der Figuren 3 und 4 ist auch ersichtlich, dass die Lamellen 31
beispielsweise formschlüssig und/oder optional zusätzlich stoffschlüssig bzw. durch
eine Klebeverbindung mit jeweils einem zugeordneten Basiskörper 30 und/oder jeweils
einem zugeordneten Verbindungskörper 37 fest verbunden sein können.
[0046] Die Schusseintragseinrichtung 15 hat eine Hauptdüsenanordnung 41 zur Erzeugung eines
Hauptluftstroms M, der in Schussrichtung S durch den Schussfadenkanal 25 ausgerichtet
ist (Figuren 3 und 5). Die Hauptdüsenanordnung 41 ist benachbart zum Schussfadenkanal
Eingang 26 angeordnet.
[0047] Die Schusseintragseinrichtung 15 weist zusätzlich zu der Hauptdüsenanordnung 41 wenigstens
eine am Webblatt 16 angeordnete bzw. in das Webblatt 16 integrierte Luftdüse 42 auf.
Die wenigstens eine Luftdüse 42 ist an der Basiskörperanordnung 29 angeordnet und
hat eine Düsenöffnung 43, die in Hochrichtung Z oberhalb der Kettfadenauflagefläche
35 angeordnet ist. Über die Düsenöffnung 43 kann die Luftdüse 42 einen Düsenluftstrom
D in einer Ausstoßrichtung ausstoßen, wie es schematisch durch die gestrichelten Pfeile
in den Figuren 4 und 5 dargestellt ist. Die Ausstoßrichtung ist durch einen Raumvektor
definiert, mit Vektorkomponenten in Schussrichtung S, Hochrichtung Z und Längsrichtung
X in Bezug auf das Webblatt 16 bzw. den Schussfadenkanal 25.
[0048] Die Luftdüse 42 bzw. zumindest deren Düsenöffnung 43 ragt ausgehend von der Basiskörperanordnung
29 in Hochrichtung Z in den Kanalquerschnitt des Schussfadenkanals 25 hinein. Zwar
ist an dieser Stelle der Kanalquerschnitt durch die jeweilige Luftdüse 42 etwas verringert
- jedoch ragen die Luftdüsen 42 nur wenig in Hochrichtung Z in den Schussfadenkanal
25 hinein und haben in Schussrichtung S bzw. Querrichtung Y eine geringe Dimension.
Dadurch ist sichergestellt, dass die Luftdüsen 42 die Luftströmung im Schussfadenkanal
beim Eintragen eines Schussfadens 14 nicht oder lediglich unwesentlich beeinträchtigen.
Beispielsweise können die Luftdüsen 42 in Hochrichtung Z maximal um 1,0 mm in den
Schussfadenkanal 25 hineinragen, ausgehend von der Kettfadenauflagefläche 35. In Querrichtung
Y kann jede Luftdüse 25 eine maximale Dimension von 2,0 mm oder 1,5 mm oder 1,0 mm
aufweisen.
[0049] Die Ausstoßrichtung jedes Düsenluftstroms D ist gegenüber der Schussrichtung S projiziert
in eine durch die Düsenöffnung 43 verlaufende Vertikalebene um einen Neigungswinkel
α geneigt (Figur 5). Zusätzlich kann die Ausstoßrichtung des Düsenluftstroms D eine
Neigung gegenüber dieser Vertikalebene aufweisen und dadurch von der Öffnung des Schussfadenkanals
25 weg, sozusagen nach innen in den Schussfadenkanal 25 geneigt sein, wie es schematisch
in Figur 4 dargestellt ist.
[0050] Durch den Düsenluftstrom D jeder Luftdüse 42 wird der Eintrag des Schussfadens 14
und der Transport des Schussfadens 14 durch den Schussfadenkanal 25 ermöglicht oder
verbessert und ein Kontakt zwischen dem eingetragenen Schussfaden 14 und den Kettfäden
12 des geöffneten Webfaches 13 vermieden. In Bezug auf die Kettfadenauflagefläche
35 wird der transportierte Schussfaden 14 oben und von der Schussfadenkanalöffnung
weg gehalten und gleichzeitig in Schussrichtung S transportiert.
[0051] Die Anzahl der Luftdüsen 42 kann abhängig von der Breite des Webblattes 16 in Querrichtung
Y und damit dem Abstand zwischen dem Schussfadenkanaleingang 26 und dem Schussfadenkanalausgang
27 variieren. Die Anzahl der dargestellten Luftdüsen 42 ist lediglich beispielhaft
schematisch.
[0052] Die Ausstoßrichtungen und insbesondere die Neigungswinkel α mehrerer Luftdüsen 42
können gleich sein oder voneinander abweichen. Unter gleichen Ausstoßrichtungen wird
verstanden, dass die Ausstoßrichtungen parallel zueinander ausgerichtet sind. Beispielsweise
können mehrere Düsengruppen 46 mit jeweils wenigstens einer Luftdüse 42 vorhanden
sein. Wie es beispielhaft in Figur 3 dargestellt ist, können die Luftdüsen 42 einer
gemeinsamen Düsengruppe 46 jeweils an einem der vorhandenen Basiskörper 30 angeordnet
sein. Die Luftdüsen 42 können abweichend hiervon auch anders gruppiert werden und
müssen nicht zwingend anhand der Basiskörper 30 gruppiert werden.
[0053] Die Ausstoßrichtungen der Luftdüsen innerhalb einer gemeinsamen Düsengruppe 46 sind
vorzugsweise gleich, d.h. die Ausstoßrichtungen sind parallel zueinander orientiert.
[0054] Bei allen Ausführungsbeispielen kann der Neigungswinkel zumindest von zwei der vorhandenen
Luftdüsen 42 verschieden sein. Beispielsweise kann der Betrag des Neigungswinkels
α in Schussrichtung S durch den Schussfadenkanal 25 betrachtet zum Schussfadenausgang
27 hin zunehmen. Zumindest die Luftdüse 42, die dem Schussfadenkanalausgang 27 am
nächsten ist, kann einen Neigungswinkel α mit einem Betrag aufweisen, der größer ist
als der Betrag des Neigungswinkels einer anderen Luftdüse 42, die dem Schussfadenkanaleingang
26 am nächsten ist. Eine solche Situation ist schematisch in Figur 5 veranschaulicht.
Durch einen größeren Betrag des Neigungswinkels α der Ausstoßrichtung des Düsenluftstroms
D im Bereich des Schussfadenkanalausgangs 27 kann das Strecken eines eingetragenen
Schussfadens 14 durch eine benachbart zum Schussfadenkanalausgang 27 angeordnete Streckeinrichtung
47 unterstützt werden. Die Streckeinrichtung 47 kann beispielsweise eine Streckdüse
48 und ein der Streckdüse 48 gegenüberliegendes Rohr 49 aufweisen. Durch Ausstoßen
eines Luftstroms aus der Streckdüse 48 zur Öffnung des Rohrs 49 hin, kann ein aus
dem Schussfadenkanal 25 heraus transportierter Schussfaden 14 in das Rohr 49 gelenkt
und auf diese Weise gestreckt werden.
[0055] Dieses Strecken bzw. Umlenken des Schussfadens 14 durch die Streckdüse 48 in das
Rohr 49 wird erleichtert, wenn der Betrag des Neigungswinkels α der Ausstoßrichtung
des Düsenluftstroms D zumindest der Luftdüse 42 benachbart zum Schussfadenkanalausgang
27 größer ist als stromaufwärts im Schussfadenkanal 25.
[0056] Eine oder mehrere Luftdüsen 42, die in Schussrichtung S dem Schussfadenkanaleingang
26 am nächsten sind, beispielsweise eine oder mehrere in Schussrichtung S auf den
Schussfadenkanaleingang 26 folgende Düsengruppen 46, haben eine Ausstoßrichtung mit
einem betragsmäßig kleinen Neigungswinkel α, der insbesondere kleiner sein kann als
3,6°, vorzugsweise kleiner sein kann als 3,3° und weiter vorzugsweise kleiner sein
kann als 3,0°.
[0057] Wie es insbesondere in Figur 3 und 4 zu erkennen ist, hat der Schussfadenkanal 25
außerhalb der Position einer Luftdüse 42, also benachbart zu den Luftdüsen 42, bzw.
zwischen zwei unmittelbar benachbarten Luftdüsen 42, einen konstanten Querschnitt
und insbesondere eine konstante Höhe a.
[0058] In oder an der Basiskörperanordnung 29 ist für jede Luftdüse 42 ein zugeordneter
Luftkanal 50 angeordnet, der sich ausgehend von der Düsenöffnung 43 der zugeordneten
Luftdüse 42 weg erstreckt in einer jeweiligen Kanalerstreckungsrichtung E (Figur 5).
Die Kanalerstreckungsrichtungen E zweier, mehrerer oder aller Luftkanäle 50 kann parallel
ausgerichtet sein oder zumindest zwei der Kanalerstreckungsrichtungen E können voneinander
verschiedene Ausrichtungen aufweisen.
[0059] Bei dem in Figur 5 schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Kanalerstreckungsrichtungen
E linear. Sie sind insbesondere zumindest im Wesentlichen an die Ausstoßrichtungen
der Düsenluftströme D angepasst, so dass zwischen der Luft, die durch den Luftkanal
50 strömt und der Ausstoßrichtung des betreffenden Düsenluftstroms D keine oder lediglich
eine geringfügige Umlenkung erforderlich ist. Dadurch kann die Effizienz erhöht und
Strömungsverluste minimiert werden. Außerdem lassen sich dadurch druckabhängige Veränderungen
der Ausstoßrichtung des Düsenluftstroms D durch Grenzschichtströmungen an der Düsenöffnung
43 verringern oder vermeiden. Insbesondere ist ein Betrag eines Differenzwinkels zwischen
der Ausstoßrichtung des Düsenluftstroms D und der Kanalerstreckungsrichtung E des
zugeordneten Luftkanals 50 maximal 30° oder maximal 20° oder maximal 10°.
[0060] Die Luftkanäle 50 sind fluidisch mit einer Druckluftquelle (Druckluftspeicher und/oder
Druckluftpumpe) 51 verbunden. Eine einzige Druckluftquelle 51 ist ausreichend (gestrichelt
in Figur 5 und mit durchgezogener Linie in Figur 6 veranschaulicht). Alternativ hierzu
können mehrere Druckluftquellen 51 für unterschiedliche Düsengruppen 46 vorhanden
sein, wie es gestrichelt in Figur 6 dargestellt ist.
[0061] Einer Düsengruppe 46 und/oder jeder Luftdüse 42 können individuell ein Druckluftsteuerorgan
oder mehrere Druckluftsteuerorgane zugeordnet sein, die mittels der Steuereinrichtung
19 angesteuert werden können, beispielsweise Fluidventile 52, um den Düsenluftstrom
D zu beeinflussen, insbesondere ein- und auszuschalten. Zusätzlich oder alternativ
können Druckbeeinflussungseinheiten 53 zwischen einer Luftdüse 42 oder einer Düsengruppe
46 und der Druckluftquelle 51 zwischengeschaltet sein, um den Druck der bereitgestellten
Druckluft zu verändern, beispielsweise zu erhöhen oder zu verringern. Somit können
unterschiedliche Luftdüsen 42 und/oder unterschiedliche Düsengruppen 46 mit unterschiedlichen
Luftdrücken versorgt werden.
[0062] Die Erfindung betrifft ein Webblatt 16 für eine Webmaschine 10, die zum Luftdüsenweben
eingerichtet ist. Das Webblatt hat eine Basiskörperanordnung 29 mit wenigstens einem
Basiskörper 30, der angrenzend an einen Schussfadenkanal 25 des Webblatts 16 eine
Kettfadenauflagefläche 35 aufweist. An der Kettfadenauflagefläche 35 können bei geöffnetem
Webfach 13 zumindest ein Teil der Kettfäden 12 während des Webens mit der Webmaschine
10 anliegen. Das Webblatt 16 hat außerdem mehrere in einer Schussrichtung S mit regelmäßigem
Abstand zueinander angeordnete Lamellen 31, die jeweils eine Vorderkante 32 mit einem
Kantenabschnitt 34 aufweisen. Der Kantenabschnitt 34 grenzt an den Schussfadenkanal
25 an. An der Basiskörperanordnung 29 ist wenigstens eine Luftdüse 42 angeordnet mit
einer oberhalb der Kettfadenauflagefläche 35 angeordneten Düsenöffnung 43. Jede Luftdüse
42 ist dazu eingerichtet, einen Düsenluftstrom D abzugeben. Der Düsenluftstrom D ist
schräg zur Schussrichtung S ausgerichtet. Benachbart zu der wenigstens einen Luftdüse
42 hat der Schussfadenkanal 25 insbesondere einen konstanten Kanalquerschnitt.
Bezugszeichenliste:
[0063]
- 10
- Webmaschine
- 11
- Webschaft
- 12
- Kettfaden
- 13
- Webfach
- 14
- Schussfaden
- 15
- Schusseintragseinrichtung
- 16
- Webblatt
- 17
- Gewebekante
- 18
- Gewebe
- 19
- Steuereinrichtung
- 20
- Antrieb
- 21
- Abzugseinrichtung
- 25
- Schussfadenkanal
- 26
- Schussfadenkanaleingang
- 27
- Schussfadenkanalausgang
- 29
- Basiskörperanordnung
- 30
- Basiskörper
- 31
- Lamelle
- 32
- Vorderkante
- 33
- Hinterkante
- 34
- Kantenabschnitt
- 35
- Kettfadenauflagefläche
- 36
- Verbindungskörperanordnung
- 37
- Verbindungskörper
- 41
- Hauptdüsenanordnung
- 42
- Luftdüse
- 43
- Düsenöffnung
- 46
- Düsengruppe
- 47
- Streckeinrichtung
- 48
- Streckdüse
- 49
- Rohr
- 50
- Luftkanal
- 51
- Druckluftquelle
- 52
- Fluidventil
- 53
- Druckbeeinflussungseinheit
- α
- Neigungswinkel
- a
- Höhe des Schussfadenkanals
- C
- Steuersignal (C1 bis Cn)
- D
- Düsenluftstrom
- E
- Kanalerstreckungsrichtung
- H
- Horizontalrichtung
- M
- Hauptluftstroms
- S
- Schussrichtung
- V
- Vertikalrichtung
- X
- Längsrichtung des Webblattes
- Y
- Querrichtung des Webblattes
- Z
- Hochrichtung des Webblattes
1. Webblatt (16) für eine Webmaschine (10) aufweisend:
- eine Basiskörperanordnung (29) mit einer sich parallel zu einer Schussrichtung (S)
erstreckenden Kettfadenauflagefläche (35), die an einen sich in Schussrichtung (S)
erstreckenden Schussfadenkanal (25) des Webblattes (16) angrenzt,
- mehrere parallel zueinander und in Schussrichtung (S) mit Abstand nebeneinander
angeordnete Lamellen (31), die mittelbar oder unmittelbar an der Basiskörperanordnung
(29) befestigt sind und die jeweils einen Kantenabschnitt (34) aufweisen, der benachbart
zu der Kettfadenauflagefläche (35) angeordnet ist und an den Schussfadenkanal (25)
des Webblattes (16) angrenzt,
- mit einer oder mehreren an der Basiskörperanordnung (29) angeordneten Luftdüsen
(42), die eine oberhalb der Kettfadenauflagefläche (35) angeordnete Düsenöffnung (43)
aufweisen und dazu eingerichtet sind einen schräg zur Schussrichtung (S) ausgerichteten
Düsenluftstrom (D) abzugeben.
2. Webblatt nach Anspruch 1, wobei die Basiskörperanordnung (29) mehrere Basiskörper
(30) aufweist, die in Schussrichtung (S) nebeneinander angeordnet sind.
3. Webblatt nach Anspruch 2, wobei an mehrere oder allen Basiskörpern (30) jeweils wenigstens
eine Luftdüse (42) angeordnet ist.
4. Webblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jede Luftdüse (42) dazu eingerichtet
ist, den Düsenluftstrom (D) in der Ausstoßrichtung abzugeben, die relativ zur Schussrichtung
(S) unter einem Neigungswinkel (α) vertikal geneigt ist.
5. Webblatt nach Anspruch 4, wobei der Betrag des Neigungswinkels (α) einer in Schussrichtung
(S) an einem Schussfadenkanalausgang (27) des Schussfadenkanals (25) angeordneten
Luftdüse (42) größer ist als der einer in Schussrichtung (S) weiter vorne angeordneten
Luftdüse (42) .
6. Webblatt nach Anspruch 4 oder 5, wobei der Betrag des Neigungswinkels (α) einer in
Schussrichtung (S) an einem Schussfadenkanaleingang (26) des Schussfadenkanals (25)
angeordneten Luftdüse (42) kleiner ist als 3,6°, vorzugsweisekleiner als 3,3°, weiter
vorzugsweise kleiner als 3,0°.
7. Webblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in Schussrichtung (S) nach
dem Schussfadenkanal (25) eine Streckeinrichtung (47) aufweisend eine Streckdüse (48)
angeordnet ist.
8. Webblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest zwei Düsengruppen
(46) vorhanden sind, wobei jede Düsengruppe (46) wenigstens eine Luftdüse (42) und
vorzugsweise mehrere Luftdüsen (42) aufweist, und wobei die Luftdüsen (42) unterschiedlicher
Düsengruppen (46) voneinander verschiedene Ausstoßrichtungen der Düsenluftströme (D)
aufweisen.
9. Webblatt nach Anspruch 8, wobei die Ausstoßrichtungen der Luftdüsen (42) einer gemeinsamen
Düsengruppe (46) parallel zueinander ausgerichtet sind.
10. Webblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schussfadenkanal (25)
in Kanalabschnitten ohne eine Luftdüse (42) eine konstante Höhe (a) und/oder einen
konstanten Kanalquerschnitt aufweist.
11. Webblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Düsenöffnung (43) jeder
Luftdüse (42) unmittelbar mit einem Luftkanal (50) fluidisch verbunden ist, der sich
in einer Kanalerstreckungsrichtung (E) erstreckt, die schräg zur Schussrichtung (S)
ausgerichtet ist.
12. Webblatt nach Anspruch 11, wobei die Kanalerstreckungsrichtung (E) und die Ausstoßrichtung
des Düsenluftstroms (D) im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind.
13. Webblatt nach Anspruch 11 und nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei sich die vertikale
Neigung der Kanalerstreckungsrichtung (E) und der Neigungswinkel (α) um einen Betrag
von maximal 30° oder maximal 20° oder maximal 10° unterscheiden.
14. Webmaschine (10) aufweisend ein Webblatt (16) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.