[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufwickelschutzanordnung für eine Flachstrickmaschine
mit einer Bandabzugseinrichtung sowie eine Flachstrickmaschine mit einer erfindungsgemäßen
Aufwickelschutzanordnung.
[0002] Bei Flachstrickmaschinen, bei welchen das fertige Gestrick mittels Bandabzugseinrichtungen
aus dem Kammspalt in Richtung Warenwanne befördert wird, kommt es häufig vor, dass
sich das Gestrick oder einzelne oder mehrere Fäden um die Bandabzugseinrichtung wickeln.
Weiterhin kann es zu Störungen dadurch kommen, dass einzelne Fäden unter ein Abzugsband
der Bandabzugseinrichtung geraten. Beides führt zu Ausfällen bzw. Standzeiten der
Maschinen, da die dabei entstandenen Gestrick- oder Fadenwicklungen vom Servicepersonal
händisch beseitigt werden müssen, wodurch die Effektivität der Produktion vermindert
wird. Außerdem leidet die Standzeit der Abzugsbänder enorm und ein häufiger Austausch
ist die Folge.
[0003] Beispielsweise aus der
CN 201485617 U ist es bekannt, unterhalb der Bandabzugseinrichtung eine Antiwickelplatte zu installieren.
Diese kann jedoch das Aufwickeln einiger feiner Fäden nicht wirksam verhindern. Außerdem
können sich diese Antiwickelplatten durch ihre Befestigung leicht verschieben, sodass
sie wirkungslos werden.
[0004] Aus der
CN 103741368 A sind Infrarotsensoren zur Wickelüberwachung bekannt. Bei Erkennen des Aufwickelns
wird jedoch die Maschine trotzdem häufig gestoppt und der Strickvorgang kann somit
nicht stabil ausgeführt werden.
[0005] Auch ist es bekannt, zwei Blechteile auf beiden Seiten der Bandabzugseinrichtungen
zu installieren, um das Aufwickeln des Fadens zu reduzieren (
CN 203446094 U). Allerdings haben auch diese Blechteile keine ausreichend stabile Wirkung.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Aufwickelschutzanordnung bereitzustellen,
mit der wirksam verhindert werden kann, dass sich ein Gestrick oder einzelne Fäden
in der Bandabzugseinrichtung verfangen.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch eine Aufwickelschutzanordnung für
eine Flachstrickmaschine mit einer Bandabzugseinrichtung mit zumindest einer mittelbar
oder unmittelbar an einem Nadelbettenträger der Flachstrickmaschine montierbaren Düse,
die eingerichtet ist, einen nach oben gerichteten breitflächigen Luftstrahl zu erzeugen.
Mit einer solchen Aufwickelschutzanordnung ist es möglich zu verhindern, dass ungewünscht
Fäden von einer Bandabzugseinrichtung erfasst werden bzw. sich Fäden zwischen einem
Abzugsband und dem Antrieb der Bandabzugseinrichtung verfangen. Durch das Einbringen
eines Luftstrahls mithilfe einer Düse kann ein Faden in eine horizontale Position
bzw. Ausrichtung gebracht werden und/oder in einer solchen Position gehalten werden,
während er sich im Bereich einer Bandabzugseinrichtung befindet. Sobald das oder die
Fadenenden eine Bandabzugseinrichtung passiert haben, befinden sie sich außerhalb
des Einflussbereichs der Bandabzugseinrichtungen und können frei nach unten fallen.
Die Probleme bzgl. des Aufwickelns können dadurch erheblich reduziert werden.
[0008] Die zumindest eine Düse kann als Flachdüse ausgebildet sein, die einen Luftauslass
mit einer oder mehreren schlitzförmigen Luftaustrittsöffnungen aufweist oder mit mehreren
kreisförmigen Luftaustrittsöffnungen aufweist. Durch eine Flachdüse kann eine Art
Luftbarriere generiert werden. Insbesondere kann ein Faden über eine bestimmte Länge
von unten durch den Luftstrahl gestützt werden, sodass der Faden bzw. das Fadenende
im Wesentlichen horizontal ausgerichtet sind. Dadurch kann wirksam verhindert werden,
dass der Faden durch die Bandabzugseinrichtung gefangen wird. Eine Flachdüse kann
eine einzige schlitzförmige Luftaustrittsöffnung aufweisen, d. h. eine Luftaustrittsöffnung,
die länger als breit ist, wobei sich die Längenrichtung parallel zur Längsachse einer
Flachstrickmaschine erstreckt.
[0009] Weiterhin ist es denkbar, dass mehrere parallele schlitzförmige Luftaustrittsöffnungen
vorgesehen sind. Die schlitzförmigen Luftaustrittsöffnungen sind dabei in Längsrichtung
der Flachdüse (und damit bei montierter Düse in Längsrichtung der Flachstrickmaschine)
ausgerichtet.
[0010] Alternativ ist es denkbar, mehrere kreisförmige Luftaustrittsöffnungen vorzusehen,
die jedoch gemeinsam einen gebündelten flächigen Luftstrahl ausbilden bzw. erzeugen.
Essentiell ist, dass der Luftstrahl über eine bestimmte Länge wirkt, sodass auch ein
Faden über eine bestimmte Länge im Wesentlichen horizontal ausgerichtet und gestützt
werden kann.
[0011] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Aufwickelschutzanordnung eine Bürste, insbesondere
eine Streifenbürste, aufweist. Die Borsten sind vorzugsweise in Richtung der Bandabzugseinrichtungen
gerichtet. Sollte ein Faden an einem Abzugsband einer Bandabzugseinrichtung anhaften,
so kann er durch die Bürste abgestreift werden. Auch dadurch kann verhindert werden,
dass sich ein Faden auf die Bandabzugseinrichtung aufwickelt.
[0012] Die Aufwickelschutzanordnung kann eine sich zumindest abschnittsweise parallel zur
Bürste erstreckende Abdeckung aufweisen. Dabei kann die Abdeckung die Bürste zumindest
teilweise, insbesondere zum Kammspalt hin, abdecken. Nach oben kann die Abdeckung
über die Bürste überstehen. Durch die Abdeckung kann verhindert werden, dass sich
das fertige Gestrick an der Bürste verhakt. Insbesondere kann das Gestrick durch die
Abdeckung abgeleitet werden. Die Abdeckung verhindert zudem, dass das Gestrick an
einem Abzugsband einer Bandabzugseinrichtung anhaftet.
[0013] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die Abdeckung flexibel ausgebildet ist. Dadurch
kann vermieden werden, dass ein Gestrick an einem Abzugsband haften bleibt und sich
dabei um ein Abzugsband wickelt.
[0014] Besonders kostengünstig und einfach kann eine flexible Abdeckung hergestellt werden,
wenn diese aus Kunststoff oder Gummi ausgebildet ist. Insbesondere kann die Abdeckung
als flexibles Kunststoff- oder Gummiband ausgebildet sein.
[0015] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist eine Halteleiste vorgesehen, an der die
Bürste und/oder die Abdeckung und/oder die Düse angeordnet sind. Die Bürste, die Abdeckung
und/oder die Düse können an der Halteleiste befestigt sein. Insbesondere kann die
Halteleiste eine nutartige Vertiefung aufweisen, in die die Abdeckung eingesteckt
ist. Die Bürste kann alternativ auf eine im montierten Zustand kammspaltferne Seite
der Halteleiste aufgeklebt sein.
[0016] Die Halteleiste kann Haltelaschen aufweisen, mit denen es möglich ist, die Halteleiste
in unterschiedlichen Positionen an dem Nadelbettenträger zu befestigen. Insbesondere
ist es über diese Art der Befestigung möglich, die Halteleiste und damit die Aufwickelschutzanordnung
sowohl in Längsrichtung der Flachstrickmaschine als auch quer zur Längsrichtung der
Flachstrickmaschine zu verstellen, um einen optimalen Abstand der Aufwickelschutzanordnung
zu einer Bandabzugseinrichtung einstellen zu können.
[0017] Die Halteleiste kann eine glatte Oberfläche aufweisen, sodass verhindert wird, dass
ein Gestrick an der Halteleiste anhaftet. Außerdem kann die Halteleiste aus einem
elektrisch leitfähigen Material ausgebildet sein, um elektrostatische Aufladungen
zu vermeiden. Insbesondere kann die Halteleiste aus Metall, vorzugsweise aus Aluminium,
ausgebildet sein.
[0018] In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem eine Flachstrickmaschine mit zwei sich
bezüglich eines Kammspalts gegenüberliegenden Nadelbettenträgern, wobei jedem Nadelbettenträger
eine Bandabzugseinrichtung zugeordnet ist, wobei an zumindest einem Nadelbettenträger
eine erfindungsgemäße Aufwickelschutzanordnung unterhalb der jeweiligen Bandabzugseinrichtung
montiert ist. Bei einer Flachstrickmaschine mit einer erfindungsgemäßen Aufwickelschutzanordnung
kann wirksam verhindert werden, dass sich ein Gestrick oder Fäden des Gestricks aufwickeln
und zu Störungen der Flachstrickmaschine führen. Die Nadelbettenträger können getrennt
oder verbunden sein, insbesondere können sie an einer einstückigen oder mehrteiligen
Nadelbettenträgereinheit angeordnet sein bzw. Bestandteil einer einstückigen Nadelbettenträgereinheit
sein.
[0019] In Längsrichtung der Flachstrickmaschine gesehen in einem Endbereich einer Bandabzugseinrichtung
kann an jedem der Nadelbettenträger, bezüglich des Kammspalts gegenüberliegend, zumindest
eine Düse angeordnet sein. In der Regel weist eine Flachstrickmaschine auf beiden
Seiten des Kammspalts eine Bandabzugseinrichtung auf, wobei die Bandabzugseinrichtungen
in der Regel jeweils zwei Umlenkrollen aufweisen, über die ein Abzugsband geführt
ist. Die Bandabzugseinrichtungen sind bzgl. des Kammspalts spiegelsymmetrisch angeordnet.
In der Regel umfasst die Bandabzugseinrichtung eine obere Umlenkrolle mit geringerem
Durchmesser und eine untere Umlenkrolle mit einem größeren Durchmesser. Durch sich
gegenüberliegende Abschnitte des Abzugsbands im Bereich des Kammspalts der beiden
Bandabzugseinrichtungen kann ein Gestrick abgezogen und nach unten gefördert werden.
Um zu verhindern, dass Fäden bzw. Fadenenden, die sich an einer Seite eines Gestricks
befinden, in eine der Bandabzugseinrichtungen gelangen, ist es vorteilhaft, wenn durch
zwei sich gegenüberliegende Düsen jeweils ein Luftstrahl erzeugt wird, der einen entsprechenden
Faden oder ein Fadenende im Wesentlichen horizontal im Bereich des Kammspalts hält.
Dadurch kann vermieden werden, dass sich der Faden bzw. das Fadenende um eine Bandabzugseinrichtung
wickelt oder zwischen Abzugsband und Umlenkrolle gelangt.
[0020] Da Fadenenden an gegenüberliegenden Seiten des Gestricks vorhanden sein können, ist
es vorteilhaft, wenn in Längsrichtung der Flachstrickmaschine gesehen in beiden Endbereichen
zumindest einer der Bandabzugseinrichtungen an dem zugeordneten Nadelbettenträger
zumindest eine Düse angeordnet ist. Somit können Fäden bzw. Fadenenden an gegenüberliegenden
Seiten des Gestricks durch einen Luftstrahl von unten gestützt werden und dadurch
kann verhindert werden, dass diese Fadenenden in eine Bandabzugseinrichtung gelangen
und diese blockieren.
[0021] Besonders vorteilhaft ist eine Kombination, nämlich Düsen an in Längsrichtung der
Flachstrickmaschine gesehen gegenüberliegenden Endbereichen einer Bandabzugseinrichtung
und Düsen die an einem Ende einer Bandabzugseinrichtung auf gegenüberliegenden Seiten
des Kammspalts angeordnet sind. Besonders bevorzugt sind daher mindestens vier Düsen
vorgesehen.
[0022] Um eine besonders lange Luftbarriere zu erzeugen, kann weiterhin vorgesehen sein,
dass mehrere Düsen nebeneinander angeordnet sind, um dadurch einen besonders langen
(nach oben gerichteten) Luftstrahl zu erzeugen.
[0023] Zumindest eine Düse kann so angeordnet sein, dass der durch sie erzeugte Luftstrahl
in Richtung des Kammspalts und/oder in Richtung der an demselben Nadelbettenträger
angeordneten Bandabzugseinrichtung gerichtet ist. Insbesondere können die Düsen so
ausgerichtet sein, dass ein Luftstrahl von unten in Richtung zwischen die beiden großen
Umlenkwalzen der Bandabzugseinrichtungen gerichtet ist. Somit können Fäden bzw. Fadenenden
zuverlässig durch den Luftstrahl erfasst und gestützt werden.
[0024] Eine Luftzufuhreinrichtung für die zumindest eine Düse kann unterhalb und/oder entlang
des oder der Nadelbettenträger(s) montiert sein. Somit kann die Luftzufuhreinrichtung
platzsparend angeordnet werden, ohne irgendwelche Störkonturen zu erzeugen. Um die
Druckluft für die Düsen zu erzeugen, kann ein Verdichter vorgesehen sein. Alternativ
kann die Flachstrickmaschine einen Anschluss zum Anschluss an ein Druckluftnetz aufweisen.
[0025] Der Abstand zwischen der Bandabzugseinrichtung und der Abdeckung kann 0,2 mm - 1,0
mm betragen, insbesondere 0,3 mm - 0,5 mm. Wenn die Abdeckung zur Bandabzugseinrichtung
so positioniert wird, kann ein Aufwickeln eines Gestricks oder eines Fadens auf eine
Bandabzugseinrichtung wirksam für eine Vielzahl von Teilungen (Garnstärken) vermieden
werden.
[0026] Die Bürste und/oder die Abdeckung können sich zumindest abschnittsweise in Längsrichtung
der Flachstrickmaschine entlang einer Bandabzugseinrichtung erstrecken. Insbesondere
können sich die Streifenbürste und/oder die Abdeckung über die gesamte Länge einer
Bandabzugseinrichtung erstrecken. Denkbar ist auch, dass ein Bürstenabschnitt und/oder
ein Abdeckungsabschnitt lediglich in einem Endbereich einer Bandabzugseinrichtung
angeordnet ist oder in beiden Endbereichen einer Bandabzugseinrichtung. Weiterhin
ist denkbar, dass in vorgegebenen Abständen Bürsten und/oder Abdeckungen in Längsrichtung
der Flachstrickmaschine gesehen, vorgesehen sind, dass also immer wieder Bereiche
zwischen Bürsten und/oder Abdeckungen vorhanden sind, in denen keine Bürste und/oder
Abdeckung vorhanden ist.
[0027] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn eine Steuerung zur Steuerung des Luftstrahls
vorgesehen ist. Durch eine Steuerung können beispielsweise der Zeitpunkt und/oder
die Menge des Lufteintrags bestimmt werden. Außerdem kann der Luftdruck der durch
eine Düse geförderten Luft geregelt werden. Der Zeitpunkt und die Zeitdauer des Lufteintrags
können fest in der Steuerung programmiert sein und vorgegeben sein. Alternativ ist
denkbar, dass die Steuerung selbst automatisch ermittelt, wann und wie lange ein Lufteintrag
erfolgen soll, d.h. ein Luftstrahl erzeugt werden soll. Weiterhin ist es denkbar,
dass der Zeitpunkt und die Dauer des Lufteintrags durch ein Strickprogramm vorgegeben
werden. Weiterhin können durch die Steuerung einzelne Düsen angesteuert und beispielsweise
in unterschiedlichen Kombinationen mit Druckluft beaufschlagt werden. Die Steuerung
kann in eine Maschinensteuerung integriert sein.
[0028] Weiterhin fällt in den Rahmen der Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer erfindungsgemäßen
Flachstrickmaschine, wobei zumindest einer der folgenden Parameter eingestellt oder
geregelt wird:
- a) Zeitpunkt des Anschaltens eines Luftstrahls einer Düse,
- b) Dauer des Anschaltens eines Luftstrahls einer Düse,
- c) Luftdruck,
- d) Menge des Lufteintrags durch eine Düse.
[0029] Ein Lufteintrag kann beispielsweise dann erfolgen, wenn ein Faden nach einem Klemmen
und Schneiden freigegeben wird. Der Luftdruck kann in Abhängigkeit der Maschinenteilung
bzw. der Stärke des verwendeten Garns eingestellt werden.
[0030] Insbesondere ist erfindungsgemäß ein Verfahren zum Einbringen eines Luftstroms in
die Flachstrickmaschine zum Bringen und Halten eines oder mehrerer Fäden in eine horizontale
Position zur Vermeidung des Einziehens und/oder Wickelns von losen und unkontrollierten
Fadenenden mittels einer oder mehrerer Flachdüsen von unterhalb des Bandabzugs in
Richtung Kammspalt vorgesehen, wobei die Stärke des Luftstroms und die Dauer des Einbringens
des Luftstrahls in Richtung Kammspalt mittels der Steuerung der Flachstrickmaschine
vorgegeben wird.
[0031] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale erfindungsgemäß
jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
Es zeigen:
[0032]
- Fig. 1
- zeigt eine Schnittdarstellung durch die Nadelbettenträger einer Flachstrickmaschine;
- Fig. 2
- zeigt eine Schnittdarstellung einer Bandabzugseinrichtung und eines Teils einer Aufwickelschutzanordnung;
- Fig. 3
- zeigt einen Teil einer Aufwickelschutzanordnung;
- Fig. 4
- zeigt eine Schnittdarstellung durch den Teil der Aufwickelschutzanordnung der Figur
3;
- Fig. 5
- zeigt ein vergrößertes Detail der Figur 4;
- Fig. 6
- zeigt die Draufsicht auf eine an einem Nadelbettenträger montierte Aufwickelschutzanordnung;
- Fig. 7
- zeigt eine perspektivische Darstellung einer Düse;
- Fig. 8
- zeigt den Randbereich eines Bandabzugs.
[0033] Die Figur 1 zeigt eine Schnittdarstellung durch einen ersten und einen zweiten Nadelbettenträger
10, 12 einer Flachstrickmaschine 100. Die Nadelbettenträger 10, 12 können verbunden
sein, insbesondere können sie an einer einstückigen oder mehrteiligen Nadelbettenträgereinheit
11 angeordnet sein.
[0034] Die Flachstrickmaschine 100 weist einen Bandabzug 14 mit Bandabzugseinrichtungen
16, 18 auf. Dabei ist die Bandabzugseinrichtung 16 dem Nadelbettenträger 10 und die
Bandabzugseinrichtung 18 dem Nadelbettenträger 12 zugeordnet. Jede Bandabzugseinrichtung
16, 18 umfasst eine Umlenkrolle 20, 22 mit größerem Durchmesser und eine Umlenkrolle
24, 26 mit kleinerem Durchmesser. Die Umlenkrollen 20, 24 führen ein Abzugsband 28
und die Umlenkrollen 22, 26 führen ein Abzugsband 30. Durch die Abzugsbänder 28, 30,
die durch insbesondere die Umlenkrollen 20, 22 angetrieben werden, wird ein hier nicht
dargestelltes Gestrick im Bereich des Kammspalts KS nach unten gefördert.
[0035] Um ein Anhaften des Gestricks an den Abzugsbändern 28, 30 zu verhindern, bzw. um
ein Verfangen von Fäden des Gestricks an den Abzugsbändern 28, 30 oder zwischen den
Abzugsbändern 28, 30 und den Umlenkrollen 20, 22, 24, 26 zu verhindern, ist an jedem
Nadelbettenträger 10, 12 eine Aufwickelschutzanordnung 32, 34 vorgesehen.
[0036] Die Aufwickelschutzanordnungen 32, 34 umfassen jeweils zumindest eine Düse 36, 38,
die an eine Luftzufuhreinrichtung 40 angeschlossen sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
wird die Luftzufuhreinrichtung 40 durch einen Verdichter 42 gespeist. Alternativ kann
die Druckluft für die Düsen 36, 38 aus einem Druckluftnetz zur Verfügung gestellt
werden. Die Luftzuführung 40, die Schläuche und/oder Rohre umfassen kann, kann an
einem oder beiden Nadelbettenträgern 10, 12 angebracht sein. Die Luftzuführung ist
unterhalb der Nadelbettenträger 10, 12 angeordnet und kann sich entlang von diesen
zumindest abschnittsweise erstrecken.
[0037] Die Düsen 36, 38 weisen jeweils einen Luftauslass A auf, durch die ein Luftstrahl
im Wesentlichen schräg nach oben in Richtung des Bandabzugs 14 abgegeben wird. Insbesondere
kann der Luftstrahl jeweils in Richtung Kammspalt KS zwischen die beiden Bandabzugseinrichtungen
16, 18 gerichtet werden. Der Zeitpunkt des Lufteintrags, die Dauer des Lufteintrags
und/oder der Druck können durch eine hier nicht dargestellte Steuerung bzw. nicht
dargestellte Druckluftelemente ermittelt und gesteuert werden.
[0038] Die Figur 2 zeigt in vergrößerter Darstellung die Bandabzugseinrichtung 18 und die
Aufwickelschutzanordnung 34, wobei die Bandabzugseinrichtung 16 und die Aufwickelschutzanordnung
32 analog aufgebaut sind. Die vorbeschriebenen Elemente tragen dieselben Bezugsziffern.
[0039] In der Figur 2 kann man insbesondere erkennen, dass die Aufwickelschutzanordnung
34 eine Bürste 50 aufweist, die an einer Halteleiste 52 angeordnet, insbesondere daran
befestigt ist. Weiterhin ist eine Abdeckung 54 zu erkennen, die nach oben über die
Bürste 50 übersteht und insbesondere die Bürste 50 zum Kammspalt KS hin abdeckt. Dadurch
kann verhindert werden, dass die Bürste 50 in Kontakt mit einem Gestrick gelangt.
Die Abdeckung 54 ist flexibel ausgestaltet, sodass ein Faden zwischen die Abdeckung
54 und das Abzugsband 30 gelangen kann, nicht aber ein Gestrick. Ein Faden, der zwischen
das Abzugsband 30 und die Abdeckung 54 gelangt, gelangt zu der Bürste 50, durch die
er von dem Abzugsband 30 abgestreift wird. Dadurch kann verhindert werden, dass sich
der Faden auf die Bandabzugseinrichtung 18 aufwickelt. Der Abstand zwischen dem freien
Ende der Abdeckung 54 und dem Abzugsband 30 beträgt vorzugsweise 0,3 mm - 0,5 mm.
[0040] Die Halteleiste 52 weist eine nutartige Vertiefung 56 auf, in die die Abdeckung 54
eingesteckt ist.
[0041] In vielen Fällen wird das Gestrick aufgrund der elektrostatischen Aufladung auch
von einem Nadelbettenträger 10, 12 oder den Abzugsbändern 28, 30 der Bandabzugseinrichtungen
16, 18 angezogen. Auch erschwert die häufig raue Oberfläche eines Nadelbettenträgers
10, 12 das sichere Herunterfallen des Gestricks in Richtung einer nicht gezeigten
Warenwanne. Die Halteleiste 52 weist daher vorzugsweise eine glatte Oberfläche auf,
sodass ein Gestrick nicht an der Halteleiste 52 anhaftet. Außerdem ist die Halteleiste
52 vorzugsweise aus einem elektrisch leitfähigen Material, insbesondere Metall, vorzugsweise
Aluminium, ausgebildet, um elektrostatische Aufladungen zu vermeiden.
[0042] Die Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht der Halteleiste 52 mit daran angeordneter
Bürste 50 und Abdeckung 54. Weiterhin sind Befestigungslaschen 58 zu erkennen, mit
denen die Halteleiste 52 an dem Nadelbettenträger 12 montierbar ist. Insbesondere
ist die Halteleiste über die Befestigungslaschen 58 in unterschiedlichen Positionen
am Nadelbettenträger 10, 12 befestigbar. Die Halteleiste 52 ist in Längsrichtung der
Flachstrickmaschine 100 und quer dazu verstellbar, sodass ein optimaler Abstand zwischen
der Halteleiste 52 und insbesondere der Abdeckung 54 und einer Bandabzugseinrichtung
16, 18, insbesondere einem Abzugsband 28, 30, einstellbar ist.
[0043] Die Figur 4 zeigt eine Schnittdarstellung durch die Halteleiste 52 im Bereich einer
Befestigungslasche 58. Hier ist zu erkennen, dass ein Abschnitt 52.1 gegenüber einem
Abschnitt 52.2 abgewinkelt ist. An dem abgewinkelten Abschnitt 52.1 sind die Bürste
50 und die Abdeckung 54 angeordnet.
[0044] Eine vergrößerte Darstellung des oberen Endes der Halteleiste 52 mit Bürste 50 und
Abdeckung 54 gemäß V ist in der Figur 5 dargestellt, wo nochmals deutlich zu erkennen
ist, dass die Abdeckung 54 nach oben über die Bürste 50 übersteht. Die Bürste 50 und
die Abdeckung 54 stellen jeweils für sich und gemeinsam sicher, dass jede übliche
Art und Dicke von Garn und Gestrick davon abgehalten werden, an den Abzugsbändern
28, 30 haften zu bleiben und sich dabei um die Abzugsbänder 28, 30 zu wickeln.
[0045] Die Figur 6 zeigt eine Draufsicht auf eine Aufwickelschutzanordnung 34, die am Nadelbettenträger
12 montiert ist. Insbesondere ist die Halteleiste 52 über die Befestigungslaschen
58 am Nadelbettenträger 12 befestigt. Die Halteleiste 52 ist in Längsrichtung L der
Flachstrickmaschine 100 ausgerichtet.
[0046] In Längsrichtung L gesehen befindet sich an beiden Enden der Halteleiste 52 und somit
an in Längsrichtung L gesehen gegenüberliegenden Enden der Bandabzugseinrichtung 18
(nicht zu sehen) jeweils eine Düse 38, 60. Die Halteleiste 52 und die daran angeordnete
Bürste 50 und Abdeckung 54 erstrecken sich vollständig zwischen den beiden Düsen 38,
60. Es ist jedoch auch denkbar, dass sich die Bürste 50 und/oder Abdeckung 54 nicht
über die gesamte Entfernung zwischen den Düsen 38, 60 erstreckt oder nur in Abschnitten
zwischen den Düsen 38, 60 erstrecken.
[0047] Die Abdeckung 54 kann die Bürste 50 vollständig oder teilweise gegenüber dem Kammspalt
KS abdecken. Eine teilweise Abdeckung kann auch bedeuten, dass sich zwar die Bürste
50 über die gesamte Länge der Halteleiste 52 erstreckt, die Abdeckung 54 jedoch nur
in bestimmten Abschnitten, sodass einige Abschnitte der Bürste 50 ohne Abdeckung verbleiben.
[0048] Die Figur 7 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Düse 38. Bei der Düse 38
handelt es sich um eine Flachdüse. Der Luftauslass A weist eine schlitzartige Luftaustrittsöffnung
auf. Somit kann ein flächiger Luftstrahl erzeugt werden. Insbesondere kann ein Luftstrahl
erzeugt werden, der länger als breit ist. Die Düsen 36 und 60 können zu der Düse 38
identisch ausgebildet sein oder unterschiedlich ausgebildet sein.
[0049] Anhand der Figur 8 wird die Funktion der Düse 38 erläutert. Insbesondere zeigt die
Figur 8 einen Ausschnitt einer Flachstrickstrickmaschine 100. Durch die Düse 38 soll
verhindert werden, dass ein Faden F in Berührung mit dem unteren Bereich des Abzugsband
30 der Bandabzugseinrichtung 18 gelangt. Die Düse 38 soll den Faden F im oberen Bereich
des Bandabzugs halten, damit er nicht um den unteren Bereich der Bandabzugseinrichtung
18 gewickelt wird.
[0050] In manchen Fällen können lose und unkontrollierte Fadenenden entstehen. Dies ist
z. B. der Fall, wenn ein Fadenführer aus dem Gestrick in eine Klemm- und Schneideinheit
K geführt wird, bzw. wenn ein geklemmter Faden F nach Strickbeginn in der Klemm- und
Schneideinheit K gelöst wird. Die losen Fadenenden können zwischen die Abzugsbänder
28, 30 und die Umlenkrollen 20, 22, 24, 26 gelangen oder sie können von den Abzugsbändern
28, 30 aufgewickelt werden. Beide Zustände führen zu Störungen.
[0051] Durch das Einbringen eines Luftstrahls mittels der Flachdüse 38 in Richtung des Pfeils
V wird der Faden F, wie hier mittels Pfeil H dargestellt, in eine horizontale Position
gebracht und/oder in dieser gehalten, solange er sich im Bandabzug 14 befindet. Sobald
das oder die Fadenenden den Bandabzug 14 passiert haben, werden der oder die Fäden
F an die Gestrickkante GK geblasen. Probleme bzgl. des Aufwickelns werden dadurch
erheblich reduziert.
[0052] Der von der Düse 38 abgegebene Luftstrahl kann durch eine Steuerung gesteuert werden.
Insbesondere kann ein Luftstrahl nur dann und solange vorhanden sein, wenn der Faden
F durch Klemmen und Schneiden freigegeben wird. Der Luftstrahl, insbesondere der Luftdruck,
können an die Maschinenteilung bzw. Stärke des verwendeten Fadens F angepasst werden.
1. Aufwickelschutzanordnung (32, 34) für eine Flachstrickmaschine (100) mit einer Bandabzugseinrichtung
(16, 18) mit zumindest einer mittelbar oder unmittelbar an einem Nadelbettenträger
(10, 12) der Flachstrickmaschine (100) montierbaren Düse (36, 38, 60), die eingerichtet
ist, einen nach oben gerichteten breitflächigen Luftstrahl zu erzeugen.
2. Aufwickelschutzanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Düse (36, 38, 60) als Flachdüse ausgebildet ist, die einen Luftauslass
(A) mit einer oder mehreren schlitzförmigen Luftaustrittsöffnungen aufweist oder mit
mehreren kreisförmigen Luftaustrittsöffnungen aufweist.
3. Aufwickelschutzanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufwickelschutzanordnung (32, 34) eine Bürste (50), insbesondere Streifenbürste,
aufweist.
4. Aufwickelschutzanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufwickelschutzanordnung (32, 34) eine sich zumindest abschnittsweise parallel
zur Bürste (50) erstreckende Abdeckung (54) aufweist.
5. Aufwickelschutzanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (54) flexibel ausgebildet ist.
6. Aufwickelschutzanordnung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (54) aus Kunststoff oder Gummi ausgebildet ist.
7. Aufwickelschutzanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Halteleiste (52) vorgesehen ist, an der die Bürste (50) und/oder die Abdeckung
(54) und/oder die Düse (36, 38, 60) angeordnet sind.
8. Flachstrickmaschine (100) mit zwei sich bezüglich eines Kammspalts (KS) gegenüberliegenden
Nadelbettenträgern (10, 12), wobei jedem Nadelbettenträger (10, 12) eine Bandabzugseinrichtung
(16, 18) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einem Nadelbettenträger (10, 12) eine Aufwickelschutzanordnung (32,
34) nach einem der vorhergehenden Ansprüche unterhalb der jeweiligen Bandabzugseinrichtung
(16, 18) montiert ist.
9. Flachstrickmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in Längsrichtung (L) der Flachstrickmaschine (100) gesehen in einem Endbereich einer
Bandabzugseinrichtung (16, 18) an jedem der Nadelbettenträger (10, 12), bezüglich
des Kammspalts (KS) gegenüberliegend, zumindest eine Düse (36, 38, 60) angeordnet
ist.
10. Flachstrickmaschine nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass in Längsrichtung (L) der Flachstrickmaschine (100) gesehen in beiden Endbereichen
zumindest einer der Bandabzugseinrichtungen (16, 18) an dem zugeordneten Nadelbettenträger
(10, 12) zumindest eine Düse (36, 38, 60) angeordnet ist.
11. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Düse (36, 38, 60) so angeordnet ist, dass der durch sie erzeugte
Luftstrahl in Richtung des Kammspalts (KS) und/oder in Richtung der an demselben Nadelbettenträger
(10, 12) angeordneten Bandabzugseinrichtung (16, 18) gerichtet ist.
12. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Luftzufuhreinrichtung (40) für die zumindest eine Düse (36, 38, 60) unterhalb
und/oder entlang des oder der Nadelbettenträger(s) (10, 12) montiert ist.
13. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Bandabzugseinrichtung (16, 18) und der Abdeckung (54) 0,2
mm - 1,0 mm, insbesondere 0,3 mm - 0,5 mm, beträgt.
14. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Bürste (50) und/oder die Abdeckung (54) zumindest abschnittsweise in Längsrichtung
(L) der Flachstrickmaschine (100) entlang einer Bandabzugseinrichtung (16, 18) erstrecken.
15. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung zur Steuerung des Luftstrahls vorgesehen ist.
16. Verfahren zum Betrieb einer Flachstrickmaschine gemäß einem der Ansprüche 8 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der folgenden Parameter eingestellt oder geregelt wird:
a. Zeitpunkt des Anschaltens eines Luftstrahls einer Düse
b. Dauer des Anschaltens eines Luftstrahls einer Düse
c. Luftdruck
d. Menge des Lufteintrags durch eine Düse