[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Vliesstoffs
für Einmal-Tücher sowie ein Verfahren zum Herstellen von Einmal-Tüchern aus einem
solchen Vliesstoff.
[0002] Derartige Einmal-Tücher, die häufig als Feuchttücher angeboten werden, sind meist
aus einer Mischung von synthetischen Fasern und zellulosischen Fasern hergestellt,
die mittels Wasserstrahlverfestigung zu einem Vliesstoff verfestigt werden. Die Wasserstrahlverfestigung
hat sich in diesem Produktsegment durchgesetzt, da die auf diese Weise erzeugten Vliesstoffe
in der Regel leichter und dünner sind und zugleich eine größere Abriebfestigkeit und
eine bessere Homogenität aufweisen als mittels herkömmlicher Nadelmaschinen verfestigte
Vliesstoffe. Der Einsatz herkömmlicher Nadelmaschinen wirkt sich nachteilig auf die
Verfahrensführung bzw. die Eigenschaften des Vliesstoffs und somit des Endprodukts
aus und konnte sich daher nicht durchsetzen.
[0003] Allerdings ist die Wasserstrahlverfestigung der genannten Fasermischungen aus ökologischer
und ökonomischer Sicht nachteilig. Zum einen ist der Anteil von synthetischen Fasern
in der Regel nicht biologisch abbaubar, wird aber für eine ausreichende Festigkeit
vor allem im nassen Zustand und für eine besser Haptik benötigt. Darüber hinaus ist
der Energie- und Wasserbedarf beim Wasserstrahlverfestigen sehr hoch. Es wird viel
sauberes Wasser benötigt, das nach dem Verfestigungsprozess zurückgewonnen und aufbereitet
werden muss. Der Vliesstoff muss anschließend energieintensiv getrocknet werden.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Herstellen
eines Vliesstoffs für Einmal-Tücher sowie ein Verfahren zum Herstellen von Einmal-Tüchern
aus einem solchen Vliesstoff bereitzustellen, die aus ökologischer Sicht besonders
vorteilhaft sind.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Verfahren nach Anspruch 1 und Anspruch 16 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen eines Vliesstoffs für Einmal-Tücher
umfasst die folgenden Schritte:
Bereitstellen eines textilen Flächengebildes, insbesondere einer Faserflor- oder Vliesbahn,
das ausschließlich zellulosische Fasern umfasst,
Verfestigen des textilen Flächengebildes mittels mindestens einer Nadelmaschine und
dadurch Erzeugen eines Vliesstoffs, und
Kalandrieren des Vliesstoffs mittels mindestens eines Kalanders.
[0007] Auf diese Art und Weise wird der Vliesstoff ausschließlich aus zellulosischen Fasern
hergestellt und ist daher biologisch abbaubar. Einerseits hat sich herausgestellt,
dass mittels moderner Nadelmaschinen die Nachteile herkömmlicher Nadelmaschinen überwunden
werden können und unter anderem aufgrund einer sehr dichten Anordnung von Nadeln die
Anforderungen an Vliesstoffe für Einmal-Tücher erfüllt werden können, beispielsweise
hinsichtlich der Dicke und Haptik des Vliesstoffs. Das Vernadeln ist wesentlich weniger
energieintensiv als die Wasserstrahlverfestigung und kommt insbesondere ohne Frischwasser,
Wasseraufbereitung und Trocknung des Vliesstoffs aus. Zudem kann auf synthetische
Fasern, die bei Anwendung der Wasserstrahlverfestigung unter anderem zum Erzielen
der gewünschten Haptik in aller Regel erforderlich sind, verzichtet werden. Andererseits
hat sich herausgestellt, dass sich das Kalandrieren besonders vorteilhaft auf den
Vliesstoff und dessen weitere Verarbeitung auswirkt. Durch das Kalandrieren verringert
sich die Elastizität des Vliesstoffs, was für das anschließende Konvertieren des Vliesstoffs
zu Einmal-Tüchern vorteilhaft ist, da eine Längenzunahme während dem Konvertieren
minimiert werden kann. Eine geringere Elastizität ist auch für die Entnahme der Einmal-Tücher
aus einer Verpackung durch den Konsumenten von Vorteil. Außerdem wird durch das Kalandrieren
die Dicke des Vliesstoffs verringert, was insbesondere für die Lagerung, den Transport
und die Verpackung von Vorteil ist. Überraschenderweise erhält der Vliesstoff durch
anschließendes Befeuchten, z.B. durch den Konsumenten nach der Entnahme eines Einmal-Tuchs,
seine ursprünglichen Eigenschaften wieder, wie z.B. eine gewünschte Dicke und angenehme
Haptik. Zusammenfassend wird durch die Kombination des Vernadelns und des Kalandrierens
erstmals die Herstellung eines Vliesstoffs für Einmal-Tücher, insbesondere für kosmetische
Anwendungen und Hygieneanwendungen, aus rein zellulosischen Fasern und unter Ersatz
des Wasserstrahlverfestigens ermöglicht.
[0008] Das Bereitstellen des textilen Flächengebildes umfasst bevorzugt das Bereitstellen
einer Faserflorbahn oder einer Vliesbahn. Eine Faserflorbahn wird zum Beispiel erzeugt,
indem Fasern einer Karde oder Krempel zugeführt werden, die die Fasern vereinzelt
und zu einem bestimmten Grad ausrichtet. Eine solche Faserflorbahn kann für das erfindungsgemäße
Verfahren verwendet werden.
[0009] Das Bereitstellen des textilen Flächengebildes kann optional den Schritt umfassen,
die Faserflorbahn einem Vliesleger, insbesondere einem Kreuzleger, zuzuführen, der
die Faserflorbahn in mehreren Schichten übereinander ablegt und dadurch eine Vliesbahn
erzeugt. Alternativ kann das textile Flächengebilde mittels einer aerodynamischen
Vliesbildungsmaschine erzeugt werden.
[0010] Das textile Flächengebilde besteht aus Fasern. Alle Fasern des textilen Flächengebildes
sind zellulosische Fasern, sodass das textile Flächengebilde ausschließlich zellulosische
Fasern umfasst. Zellulosische Fasern sind aus Zellulose gebildet und somit aus nachwachsenden
Rohstoffen. Sie sind biologisch abbaubar. Die zellulosischen Fasern sind vorzugsweise
Naturfasern und/oder Regeneratfasern.
[0011] Naturfasern sind bevorzugt Pflanzenfasern, wie zum Beispiel Baumwoll-, Hanf- oder
Flachsfasern. Regeneratfasern sind bevorzugt zellulosische Chemiefasern, wie zum Beispiel
Viskose-, Lyocell-, Modal- oder Cuprofasern. Somit sind auch die Regeneratfasern aus
pflanzlichen Rohstoffen gebildet, im Gegensatz zu synthetischen Fasern, die bislang
Anwendung finden.
[0012] Einmal- bzw. Einweg-Tücher sind grundsätzlich für die einmalige Benutzung vorgesehen.
Sie werden auch als Einweg-Handtücher, Wischtücher, Reinigungstücher oder Hygiene-Tücher
bezeichnet. Die Einmal-Tücher sind vor allem als Ersatz für sogenannte Feuchttücher
verwendbar. Der hergestellte Vliesstoff bzw. die Einmal-Tücher sind vorzugsweise für
kosmetische Anwendungen und Hygieneanwendungen vorgesehen, wie zum Beispiel zur Körperpflege,
insbesondere zur Reinigung und Pflege der Haut und zum Entfernen von Kosmetika. Ebenso
können der hergestellte Vliesstoff bzw. die Einmal-Tücher für Haushalts- oder Industrieanwendungen
vorgesehen sein.
[0013] Für den Einsatz als Einmal-Tuch, insbesondere für kosmetische Anwendungen und Hygieneanwendungen,
ist es von Vorteil, wenn das Verfestigen mittels der mindestens einen Nadelmaschine
derart erfolgt, dass der Vliesstoff zwischen 100 oder 200 Einstiche/cm
2 und 1.000 Einstiche/cm
2, vorzugsweise zwischen 500 Einstiche/cm
2 und 900 Einstiche/cm
2, aufweist. Dadurch wird eine Struktur geschaffen, die sich besonders vorteilhaft
auf die Eigenschaften des Endprodukts, wie z.B. eine möglichst weiche Oberfläche und
eine gute Saugfähigkeit, auswirken, wie weiter unten detaillierter beschrieben..
[0014] Die Nadelmaschine kann mindestens einen Nadelbalken umfassen, der mit einer Vielzahl
von Nadeln ausgerüstet ist, üblicherweise mittels eines Nadelbretts. Der Nadelbalken
ist oszillierend bewegbar, um die Vielzahl von Nadeln in das textile Flächengebilde
hineinzustechen und aus diesem herauszuziehen. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist die Vielzahl von Nadeln in einer Dichte angeordnet, die mindestens 500 Nadeln/dm
2, mehr bevorzugt mindestens 1.000 Nadeln/dm
2, noch mehr bevorzugt mindestens 1.200 Nadeln/dm
2 beträgt. Es hat sich herausgestellt, dass mit einer derart ausgerüsteten Nadelmaschine
neue Anwendungen, wie z.B. die Herstellung eines Vliesstoffs für Einmal-Tücher für
die zuvor beschriebenen Anwendungen, möglich sind. Durch die sehr dichte Anordnung
der Nadeln kann die vorgenannte vorteilhafte Dichte von Einstichen im Vliesstoff realisiert
werden.
[0015] Um eine möglichst dichte Anordnung der Vielzahl von Nadeln zu ermöglichen, umfassen
die Niederhalterplatte und die Stichplatte der Nadelmaschine vorzugsweise jeweils
eine Mehrzahl von Drähten. Die Drähte der Niederhalter- und der Stichplatte können
jeweils beabstandet und bevorzugt parallel zueinander angeordnet sein, um Durchtrittsöffnungen
für die Vielzahl von Nadeln zu bilden. Die Mehrzahl von Drähten ist vorzugsweise in
der Nadelmaschine festgelegt. Besonders bevorzugt ist die Mehrzahl von Drähten zumindest
in Förderrichtung des textilen Flächengebildes stationär angeordnet.
[0016] Beispielsweise kann die Anzahl von Drähten der Niederhalterplatte und die Anzahl
von Drähten der Stichplatte jeweils mindestens 250, bevorzugt mindestens 400, mehr
bevorzugt mindestens 500 Drähte pro Meter Arbeitsbreite betragen. In allen Ausführungsformen
sind die Drähte vorzugsweise Metalldrähte, insbesondere Stahldrähte, die bevorzugt
nicht rostend sind. Die Drähte der Mehrzahl von Drähten können grundsätzlich einen
Durchmesser aufweisen, der zwischen 0,4 mm und 2,0 mm, mehr bevorzugt zwischen 0,5
mm und 1,5 mm, noch mehr bevorzugt zwischen 0,6 mm und 1,2 mm beträgt.
[0017] Bevorzugt ist die Vielzahl von Nadeln in Nadelreihen angeordnet. Besonders bevorzugt
erstrecken sich die Nadelreihen parallel zur Förderrichtung. Vorzugsweise ist jeweils
eine Nadelreihe zwischen zwei benachbarten Drähten angeordnet. Dadurch wird eine sehr
dichte Anordnung der Nadeln und somit eine besonders gleichmäßige Vernadelung ermöglicht.
[0018] Die Nadelmaschine kann eine Mehrzahl von Nadelbalken umfassen. Beispielsweise können
mehrere Nadelbalken in Förderrichtung des textilen Flächengebildes hintereinander
angeordnet sein. Zusätzlich oder alternativ kann mindestens ein Nadelbalken oberhalb
des textilen Flächengebildes und mindestens ein Nadelbalken unterhalb des textilen
Flächengebildes angeordnet sein, um das textile Flächengebilde von beiden Seiten zu
vernadeln.
[0019] Das Verfestigen des textilen Flächengebildes kann mittels einer Mehrzahl von Nadelmaschinen
erfolgen, die vorzugsweise in Förderrichtung des textilen Flächengebildes hintereinander
angeordnet sind. Das textile Flächengebilde durchläuft folglich die Mehrzahl von Nadelmaschinen,
wodurch eine besonders hohe Einstichdichte erreichbar ist.
[0020] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn der Vliesstoff ein Flächengewicht aufweist, das
zwischen 20 g/m
2 und 200 g/m
2, vorzugsweise zwischen 30 g/m
2 und 150 g/m
2, mehr bevorzugt zwischen 30 g/m
2 und 50 g/m
2, beträgt. Insbesondere weist der Vliesstoff direkt nach dem Verfestigen und bevorzugt
vor dem Kalandrieren dieses Flächengewicht auf. Ein solcher Vliesstoff eignet sich
besonders gut für kosmetische Anwendungen und Hygieneanwendungen.
[0021] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das Kalandrieren das Aufbringen
eines Drucks auf den Vliesstoff umfasst, der zwischen 50 N und 300 N pro Millimeter
Arbeitsbreite, vorzugsweise zwischen 80 N und 150 N pro Millimeter Arbeitsbreite,
beträgt. Dadurch werden die hierin beschriebenen Vorteile des Kalandrierens zuverlässig
erreicht, während eine Beschädigung des Vliesstoffs durch einen zu hohen Druck vermieden
werden kann.
[0022] Das Kalandrieren erfolgt mittels des mindestens einen Kalanders, der vorzugsweise
mindestens zwei Walzen umfasst, die zwischen sich einen Spalt definieren, durch den
der Vliesstoff hindurchläuft. Dabei stehen die Walzen bevorzugt entlang einer Linie
über die Arbeitsbreite mit dem Vliesstoff in Kontakt. Entlang dieser Linie können
die Walzen den Druck auf den Vliesstoff aufbringen, es wird daher auch von einem linearen
Druck gesprochen. Es ist denkbar, dass der mindestens einen Kalander mehr als zwei
Walzen umfasst und/oder mehrere Kalander mit mindestens zwei Walzen hintereinander
vorgesehen sind.
[0023] Das Kalandrieren kann ohne zusätzlichen Temperatureintrag in den Vliesstoff erfolgen.
Bevorzugt umfasst das Kalandrieren allerdings das Erwärmen des Vliesstoffs auf eine
Temperatur, die niedriger ist als die Zersetzungstemperatur der zellulosischen Fasern.
Die Temperatur, auf die der Vliesstoff erwärmt wird, beträgt vorzugsweise zwischen
30 °C und 200 °C, mehr bevorzugt zwischen 60 °C und 160 °C. Dadurch wird das Ergebnis
des Kalandrierens verbessert, ohne sich nachteilig auf die Integrität des Vliesstoffs
auszuwirken. Das Erwärmen des Vliesstoffs kann beispielsweise dadurch realisiert werden,
dass die mindestens zwei Walzen des Kalanders beheizt sind.
[0024] Das textile Flächengebilde und der Vliesstoff können sich während des gesamten Verfahrens
in einem trockenen Zustand befinden, was sich vorteilhaft auf die Stabilität des textilen
Flächengebildes und des Vliesstoffs auswirkt.
[0025] Alternativ kann das Verfahren weiterhin umfassen:
Auftragen eines Fluids, insbesondere einer Lotion, eines Duftstoffs, eines Benetzungsmittels
oder eines Additivs, auf den Vliesstoff nach dem Verfestigen und bevorzugt vor dem
Kalandrieren, und
Trocknen des Vliesstoffs, sodass der Vliesstoff in einem trockenen Zustand vorliegt.
[0026] Das Auftragen erfolgt bevorzugt durch Besprühen des Vliesstoffs mit dem Fluid. Alternativ
kann das Fluid z.B. mittels Walzen aufgetragen werden. Es können auch mehrere unterschiedliche
Fluide aufgetragen werden.
[0027] Durch das Auftragen eines Fluids können die Eigenschaften des Vliesstoffs optimiert
werden, ohne dass sich dies negativ auf die Integrität und Stabilität des Vliesstoffs
auswirkt. Bei dem Duftstoff kann es sich z.B. um ein Parfum handeln. Bei der Lotion
kann es sich z.B. um Körper- oder Gesichtslotion handeln. Bei den Additiven kann es
sich z.B. um Additive zur Erhöhung der Nassfestigkeit oder der Trockenfestigkeit,
um antibakterielle Zusätze, um Benetzungsmittel, um Enthärter bzw. Weichmacher, um
anti-linting Zusätze, opazitätserhöhende Zusätze, geruchsabsorbierende Zusätze, Farbstoffe,
oder osmotische Materialien handeln.
[0028] Das Trocknen kann passiv erfolgen. D.h., dass der Vliesstoff luftgetrocknet wird,
also im weiteren Verfahrensablauf trocknen gelassen wird. Alternativ kann das Trocknen
aktiv erfolgen, wie zum Beispiel durch eine Trockeneinrichtung oder während dem Kalandrieren.
[0029] Vorzugsweise erfolgt das Auftragen des Fluids vor dem Kalandrieren und das Trocknen
während dem Kalandrieren. Zumindest nach dem Kalandrieren liegt der Vliesstoff im
trockenen Zustand vor. Auf diese Weise kann auf den Vliesstoff ein Fluid aufgetragen
werden, das die Eigenschaften von Einmal-Tüchern optimiert, ohne die Stabilität des
Vliesstoffs im weiteren Verfahren und insbesondere beim Konvertieren zu Einmal-Tüchern
nachteilig zu beeinflussen.
[0030] Schließlich kann das Verfahren weiterhin das Aufrollen des Vliesstoffs nach dem Kalandrieren
umfassen. Beispielsweise kann der Vliesstoff auf eine Großrolle aufgerollt werden
und auf dieser gelagert, transportiert und/oder der weiteren Verarbeitung zugeführt
werden. Es ist aber auch denkbar, dass der Vliesstoff direkt dem Konvertieren zu Einmal-Tüchern
zugeführt wird.
[0031] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen von Einmal-Tüchern aus einem Vliesstoff
umfasst:
Bereitstellen eines Vliesstoffs, der gemäß dem hierin beschriebenen Verfahren hergestellt
wurde, und
Konvertieren des Vliesstoffs.
[0032] Auf diese Art und Weise können Einmal-Tücher ausschließlich aus zellulosischen Fasern
ökologisch hergestellt werden. Insbesondere wird der Vliesstoff durch das hierin beschriebene
Verfahren durch mechanisches Verfestigen und Kalandrieren bereitgestellt, wodurch
auf eine Wasserstrahlverfestigung verzichtet werden kann. Das Kalandrieren wirkt sich
hinsichtlich des Konvertierens vorteilhaft auf den Vliesstoff auf, wie oben detailliert
beschrieben.
[0033] Das Bereitstellen des Vliesstoffs kann in Form der Großrolle erfolgen, wobei es Verfahren
dann das Abwickeln des Vliesstoffs von der Großrolle vor dem Konvertieren umfasst.
Alternativ kann der im Wesentlichen bahnförmige Vliesstoff bereitgestellt werden,
beispielsweise direkt nach dem Kalandrieren dem Konvertieren zugeführt werden.
[0034] Das Konvertieren des Vliesstoffs umfasst vorzugsweise:
Schneiden des Vliesstoffs in einzelne Einmal-Tücher,
Bilden von Stapeln aus jeweils einer Mehrzahl von Einmal-Tüchern, und
Verpacken jedes Stapels in einer Verpackung.
[0035] So werden aus dem Vliesstoff effektiv Einmal-Tücher erzeugt und stapelweise verpackt.
Die durch das Kalandrieren verringerte Elastizität des Vliesstoffs führt zu einer
geringeren Längenzunahme des Vliesstoffs durch Verzüge während dem Konvertieren, wie
z.B. während dem Schneiden, und ist vorteilhaft für die Entnahme der Einmal-Tücher
aus der Verpackung. Durch das Kalandrieren weist der Vliesstoff außerdem eine geringe
Dicke auf, wodurch jede Verpackung eine größere Anzahl von Einmal-Tüchern aufnehmen
kann.
[0036] Das Konvertieren kann, vorzugsweise vor dem Schneiden, das Bedrucken des Vliesstoffs
umfassen. Zum Beispiel kann der Vliesstoff mit Zahlen, Buchstaben, Mustern und/oder
dekorativen Elementen bedruckt werden.
[0037] Vorzugsweise umfasst das Konvertieren zwischen dem Schneiden des Vliesstoffs und
dem Bilden von Stapeln das Falten der Einmal-Tücher zu gefalteten Einmal-Tüchern.
Aus den gefalteten Einmal-Tüchern können dann Stapel gebildet werden. Das Falten der
Einmal-Tücher kann sich vorteilhaft auf die Dimensionen der zu verpackenden Einmal-Tücher
auswirken und die Entnahme derselben aus der Verpackung erleichtern.
[0038] Es ist auch denkbar, dass der Vliesstoff nicht in einzelne Einmal-Tücher geschnitten
wird, sondern das Verfahren statt dem Schneiden das Einbringen von Perforationen in
den Vliesstoff umfasst. Die Perforationen können als Soll-Rissstelle zwischen einzelnen
Einmal-Tüchern dienen. Der Vliesstoff kann vor oder nach dem Einbringen der Perforation
in Streifen geschnitten werden. Auf diese Weise kann eine Bahn von hintereinander
angeordneten, miteinander im Bereich der Perforationen verbundenen Einmal-Tüchern
gebildet werden, wie dies beispielsweise von Küchenrollen oder Toilettenpapier bekannt
ist. Der Vliesstoff kann dann gefaltet werden, um einen Stapel zu bilden, oder zu
einer Rolle aufgerollt werden. Falls gewünscht, folgt das Verpacken in einer Verpackung.
[0039] Im Allgemeinen umfasst die Verpackung vorzugsweise ein biologisch abbaubares Verpackungsmaterial,
insbesondere aus zellulosischen Fasern, bzw. ist im Wesentlichen aus einem solchen
gebildet. Zum Beispiel kann das Verpackungsmaterial aus Papier oder Pappe sein. Es
kann gewünscht sein, eine Öffnung zur Entnahme der Einmal-Tücher aus der Verpackung
bereitzustellen, die vorzugsweise verschließbar ist. Der Bereich um die Öffnung der
Verpackung kann versteift sein und beispielsweise aus Papier, Pappe oder aus Kunststoff
gebildet sein. Insbesondere kann die Verpackung ein wasserdurchlässiges Verpackungsmaterial
umfassen bzw. im Wesentlichen aus einem solchen gebildet sein. Auf den Einsatz von
Kunststoff-Verpackungen kann verzichtet werden.
[0040] Besonders bevorzugt befinden sich der Vliesstoff und die Einmal-Tücher in einem trockenen
Zustand. Dies gilt bevorzugt sowohl für das Konvertieren als auch für den Zustand
der Einmal-Tücher in der Verpackung. Dadurch kann gegenüber herkömmlichen Feuchttüchern
das Gewicht der Einmal-Tücher reduziert werden und auf den Einsatz von wasserundurchlässigen
Kunststoffverpackungen verzichtet werden.
[0041] Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass die erfindungsgemäß hergestellten
Einmal-Tücher durch nachträgliches Benetzen mit Wasser zum Beispiel durch den Konsumenten
eine erhöhte Dicke, eine angenehme textile Haptik und die erforderliche Wasseraufnahme-
bzw. Saugfähigkeit erlangen, die insbesondere auch den Einsatz für kosmetische Anwendungen
und Hygieneanwendungen erlaubt. Somit lässt sich der Vliesstoff zum einen besonders
gut Herstellen und Konvertieren, weist aber zumindest nach dem Benetzen mit Wasser
die gewünschten Eigenschaften auf.
[0042] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen.
Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine beispielhafte erste Anlage zum Durchführen eines Verfahrens zum Herstellen eines
Vliesstoffs für Einmal-Tücher gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
- Fig. 2
- eine beispielhafte zweite Anlage zum Durchführen eines Verfahrens zum Herstellen von
Einmal-Tüchern aus einem Vliesstoff gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0043] In Fig. 1 und 2 ist jeweils schematisch eine Anlage zum Durchführen der erfindungsgemäßen
Verfahren in einer Seitenansicht dargestellt. Es versteht sich, dass die Verfahren
auch mittels alternativer Anlagen und Vorrichtungen ausgeführt werden können und die
beschriebenen Verfahrensschritte daher nicht auf die dargestellten Ausführungsformen
der Anlagen beschränkt sind.
[0044] Fig. 1 zeigt eine erste Anlage 2 zum Herstellen eines Vliesstoffs 4 für Einmal-Tücher.
Die erste Anlage 2 umfasst vorzugsweise eine Karde oder Krempel 6 zum Bereitstellen
eines textilen Flächengebildes 8 in Form einer Faserflorbahn, die in Fig. 1 gestrichelt
angedeutet ist. Auf bekannte Art und Weise können vor der Karde oder Krempel 6 Faserballen
geöffnet und Faserflocken der Karde oder Krempel 6 zugeführt werden, welche die Fasern
vereinzelt und zu einem bestimmten Grad ausrichtet. Nach der Karde oder Krempel 6
kann optional ein Vliesleger (nicht dargestellt), insbesondere ein Kreuzleger, vorgesehen
sein, der die Faserflorbahn in mehreren Schichten übereinander abgelegt, um eine Vliesbahn
zu erzeugen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird auf einen Vliesleger verzichtet.
Erfindungsgemäß umfasst das textile Flächengebilde 8 ausschließlich zellulosische
Fasern, wie zum Beispiel Pflanzenfasern oder zellulosische Chemiefasern.
[0045] Die erste Anlage 2 umfasst weiterhin mindestens eine Nadelmaschine 10, hier drei
Nadelmaschinen 10a, 10b, 10c, die in Förderrichtung F des textilen Flächengebildes
8 hintereinander angeordnet sind und die das textile Flächengebilde 8 mechanisch verfestigen.
Hierzu umfasst jede Nadelmaschine 10a, 10b, 10c mindestens einen Nadelbalken 12, der
mit einer Vielzahl von Nadeln (nicht dargestellt) ausgerüstet ist. Die Vielzahl von
Nadeln kann auf bekannte Art und Weise mittels eines Nadelbretts am Nadelbalken 12
angebracht sein. Um eine möglichst hohe Einstichdichte zu erzielen, ist es von Vorteil,
wenn jede Nadelmaschine 10a, 10b, 10c in Förderrichtung F mehrere Nadelbalken 12 hintereinander
umfasst. Die Nadelbalken 12 sind üblicherweise zumindest oberhalb des textilen Flächengebildes
8 angeordnet und oszillierend bewegbar, um die Vielzahl von Nadeln in das textile
Flächengebilde 8 hineinzustechen und aus diesem herauszuziehen, wodurch das textile
Flächengebilde 8 mechanisch zu einem Vliesstoff 4 verfestigt wird. Es sind auch Nadelmaschinen
12 bekannt, die mindestens einen unteren Nadelbalken 14 umfassen, um das textile Flächengebilde
8 von unten zu vernadeln, wie dargestellt. Durch das Verfestigen des textilen Flächengebildes
8 entsteht der bahnförmige Vliesstoff 4, der in Fig. 1 nur abschnittsweise gestrichelt
angedeutet ist.
[0046] Auf die mindestens eine Nadelmaschine 10 folgt mindestens ein Kalander 16 zum Kalandrieren
des Vliesstoffs 4. Der Kalander 16 umfasst mindestens zwei Walzen, hier eine erste
Walze 18 und eine zweite Walze 20, zwischen denen der Vliesstoff 4 hindurch gefördert
wird. Im Kalander 16, insbesondere zwischen den Walzen 18, 20, wird entlang einer
Kontaktlinie der Walzen 18, 20 mit dem Vliesstoff 4 ein Druck auf den Vliesstoff 4
aufgebracht.
[0047] Vorzugsweise wird der Vliesstoff 4 außerdem erwärmt, beispielsweise indem die Walzen
18, 20 beheizt sind.
[0048] Um die Eigenschaften des Vliesstoffs 4 zu optimieren, kann die erste Anlage 2 vorzugsweise
vor dem Kalander 16 eine Vorrichtung 22 zum Auftragen eines Fluids, hier zum Besprühen
des Vliesstoffs 4 mit dem Fluid umfassen. Bei dem Fluid kann es sich beispielsweise
um eine Lotion, einen Duftstoff oder ein Additiv handeln. Der Vliesstoff 4 wird bevorzugt
nach dem Auftragen des Fluids getrocknet, wobei das Trocknen durch den Kalander 16
erfolgen oder zumindest unterstützt werden kann.
[0049] Schließlich kann der Vliesstoff 4 zu einer Großrolle 24 aufgerollt werden, auf der
er gelagert, transportiert und der weiteren Verarbeitung zugeführt wird. Es ist aber
auch denkbar, den Vliesstoff 4 direkt der weiteren Verarbeitung zuzuführen. Entsprechend
kann der Vliesstoff 4 entweder direkt der in Fig. 2 gezeigten zweiten Anlage 26 zugeführt
werden oder in dieser in Form der Großrolle 24 bereitgestellt werden.
[0050] Die zweite Anlage 26 dient zum Ausführen des Verfahrens zum Herstellen von Einmal-Tüchern
aus dem Vliesstoff 4. Nach dem Bereitstellen des Vliesstoffs 4, wie zuvor beschrieben,
wird der Vliesstoff 4 konvertiert, wobei das Konvertieren eine Reihe von Bearbeitungsschritten
umfassen kann.
[0051] Zunächst kann die zweite Anlage 26 eine Schneidvorrichtung 28 zum Schneiden des Vliesstoffs
4 in einzelne Einmal-Tücher 30 umfassen. Vorzugsweise wird der Vliesstoff 4 dabei
vollständig durchtrennt. Alternativ kann der Vliesstoff 4 oder aus diesem erzeugte
Bahnen auch nur perforiert werden, sodass jeweils benachbarte Einmal-Tücher 30 im
Bereich einer Perforation miteinander verbunden sind. Optional können die Einmal-Tücher
30 anschließend in einer Faltvorrichtung 32 gefaltet werden.
[0052] In einer Stapelvorrichtung 34 werden vorzugsweise Stapel 36 aus jeweils einer Mehrzahl
von Einmal-Tüchern 30 gebildet, wobei die Stapel 36 bevorzugt einzeln verpackt werden.
Hierzu kann die zweite Anlage 26 eine Verpackungsvorrichtung 38 umfassen, die jeden
Stapel 36 in einer Verpackung 40 verpackt. Die Verpackung 40 kann aus einem biologisch
abbaubaren Verpackungsmaterial, insbesondere aus zellulosischen Fasern, wie zum Beispiel
Papier oder Pappe, gebildet sein, da der Vliesstoff 4 und die Einmal-Tücher 30 trocken
sind. Es ist daher nicht erforderlich, dass die Verpackung 40 wasserundurchlässig
und zum Beispiel aus Kunststoff gebildet ist, wie dies bei herkömmlichen Feuchttüchern
der Fall ist. Jede Verpackung 40 kann eine Öffnung 42 zur Entnahme der Einmal-Tücher
30 aufweisen, die vorzugsweise verschließbar ist.
[0053] Der besseren Übersicht halber sind die Schneidvorrichtung 28, die Faltvorrichtung
32, die Stapelvorrichtung 34 und die Verpackungsvorrichtung 38 sind in Fig. 2 in Durchlaufrichtung
beabstandet zueinander dargestellt. Es versteht sich, dass diese Vorrichtungen auch
direkt aneinander anschließen oder zumindest teilweise in einer Vorrichtung kombiniert
werden können.
[0054] Die erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich anhand der ersten und der zweiten Anlage
2 26, ohne auf diese beschränkt zu sein, wie folgt beschreiben. Zunächst umfasst das
Verfahren zum Herstellen des Vliesstoffs 4 für Einmal-Tücher 30 das Bereitstellen
des textilen Flächengebildes 8, bevorzugt in Form der Faserflorbahn, wobei das textile
Flächengebilde 8 ausschließlich zellulosische Fasern umfasst. Die Verwendung ausschließlich
zellulosischer Fasern wird im Wesentlichen durch die nachfolgende Verfahrensführung
ermöglicht. Das Verfahren umfasst hierzu das Verfestigen des textilen Flächengebildes
8 zum Erzeugen des Vliesstoffs 4 mittels der mindestens einen Nadelmaschine 10 und
das Kalandrieren des Vliesstoffs 4 mittels des mindestens einen Kalanders 16.
[0055] Während Vliesstoffe für kosmetische Anwendungen und Hygieneanwendungen bislang mittels
Wasserstrahlverfestigung verfestigt wurden, ist es mittels modernster Nadelmaschinen
möglich, für diese Zwecke auch mechanisch verfestigte Vliesstoffe einzusetzen, wodurch
hohe Energie- und Wassereinsparungen möglich sind. Da hierbei das textile Flächengebilde
8 bzw. der Vliesstoff 4 nicht durchnässt werden und durch das Vernadeln eine bessere
Haptik des Vliesstoffs 4 erreicht wird, können ausschließlich zellulosische Fasern
verwendet werden, was aus ökologischer Sicht weiter von Vorteil ist. Durch das anschließende
Kalandrieren wird die Elastizität des Vliesstoffs 4 verringert, was sich positiv auf
das spätere Konvertieren des Vliesstoffs 4 auswirkt bzw. dieses erst in der gewünschten
Art und Weise ermöglicht. Zudem wird die Dicke des Vliesstoffs und somit der Platzbedarf
bei Lagerung, Transport und Verpackung reduziert.
[0056] Das Verfahren zum Herstellen von Einmal-Tüchern 30 aus dem Vliesstoff 4 umfasst das
Bereitstellen des Vliesstoffs 4, wie zuvor beschrieben, und das Konvertieren des Vliesstoffs
4, welches insbesondere das Schneiden des Vliesstoffs 4 in einzelne Einmal-Tücher
30, das Bilden von Stapeln 36 aus jeweils einer Mehrzahl von Einmal-Tüchern 30, sowie
das Verpacken jedes Stapels 36 in eine Verpackung 40 umfasst.
[0057] Überraschenderweise erlangen die auf diese Weise hergestellten Einmal-Tücher 30 durch
anschließendes Benetzen mit Wasser eine angenehme textile Haptik, sowie eine erhöhte
Dicke und Wasseraufnahmefähigkeit. Dadurch können die Einmal-Tücher 30 einfach und
kostengünstig wie beschrieben hergestellt werden und genügen dennoch den Anforderungen
für einen Einsatz in kosmetischen Anwendungen und Hygieneanwendungen. Zudem können
die Einmal-Tücher zunächst in einem trockenen Zustand verpackt und erst durch den
Konsumenten befeuchtet werden, wodurch Gewicht und Transportkosten eingespart und
vorteilhafte Verpackungsmaterialien eingesetzt werden können.
[0058] Es versteht sich, dass die beiden Verfahren unmittelbar miteinander kombiniert oder
räumlich und zeitlich getrennt voneinander ausgeführt werden können. Weitere Ausführungsformen
im Rahmen der beigefügten Ansprüche sind dem Fachmann basierend auf der detaillierten
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen ersichtlich.
1. Verfahren zum Herstellen eines Vliesstoffs (4) für Einmal-Tücher (30) umfassend:
Bereitstellen eines textilen Flächengebildes (8), insbesondere einer Faserflor- oder
Vliesbahn, das ausschließlich zellulosische Fasern umfasst,
Verfestigen des textilen Flächengebildes (8) mittels mindestens einer Nadelmaschine
(10) und dadurch Erzeugen eines Vliesstoffs (4), und
Kalandrieren des Vliesstoffs (4) mittels mindestens eines Kalanders (16).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die zellulosischen Fasern Naturfasern und/oder Regeneratfasern sind,
wobei die Naturfasern vorzugsweise Pflanzenfasern, insbesondere Baumwoll-, Hanfoder
Flachsfasern, sind, und
wobei die Regeneratfasern vorzugsweise zellulosische Chemiefasern, insbesondere Viskose-,
Lyocell-, Modal- oder Cuprofasern, sind.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfestigen mittels der mindestens einen Nadelmaschine (10) derart erfolgt, dass
der Vliesstoff (4) zwischen 200 Einstiche/cm2 und 1.000 Einstiche/cm2, vorzugsweise zwischen 500 Einstiche/cm2 und 900 Einstiche/cm2, aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Nadelmaschine (10) mindestens einen Nadelbalken (12, 14) umfasst,
der mit einer Vielzahl von Nadeln ausgerüstet ist, wobei der Nadelbalken (12, 14)
oszillierend bewegbar ist, um die Vielzahl von Nadeln in das textile Flächengebilde
(8) hineinzustechen und aus diesem herauszuziehen, wobei die Vielzahl von Nadeln in
einer Dichte von mindestens 500 Nadeln/dm2, mehr bevorzugt von mindestens 1.000 Nadeln/dm2, noch mehr bevorzugt von mindestens 1.200 Nadeln/dm2 angeordnet ist.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliesstoff (4) ein Flächengewicht aufweist, das zwischen 30 g/m2 und 150 g/m2, vorzugsweise 30 g/m2 bis 50 g/m2, beträgt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kalandrieren das Aufbringen eines Drucks auf den Vliesstoff (4) umfasst, der
zwischen 50 N und 300 N pro mm Arbeitsbreite, vorzugsweise zwischen 80 N und 150 N
pro mm Arbeitsbreite, beträgt.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kalandrieren ohne zusätzlichen Temperatureintrag erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kalandrieren das Erwärmen des Vliesstoffs (4) auf eine Temperatur umfasst, die
niedriger ist als die Zersetzungstemperatur der zellulosischen Fasern,
wobei die Temperatur vorzugsweise zwischen 30° und 200 °C, mehr bevorzugt zwischen
60° und 160° beträgt.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das textile Flächengebilde (8) und der Vliesstoff (4) während des gesamten Verfahrens
in einem trockenen Zustand befinden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiterhin umfasst:
Auftragen eines Fluids, insbesondere einer Lotion, eines Duftstoffs, eines Benetzungsmittels
oder eines Additivs, auf den Vliesstoff (4) nach dem Verfestigen und vor dem Kalandrieren,
und
Trocknen des Vliesstoffs (4), sodass der Vliesstoff (4) in einem trockenen Zustand
vorliegt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Besprühen vor dem Kalandrieren erfolgt und der Vliesstoff (4) zumindest nach
dem Kalandrieren im trockenen Zustand vorliegt.
12. Verfahren zum Herstellen von Einmal-Tüchern (30) aus einem Vliesstoff (4) umfassend:
Herstellen eines Vliesstoffs (4) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 oder Bereitstellen
eines Vliesstoffs (4), der gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 hergestellt wurde, und
Konvertieren des Vliesstoffs (4).
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass das Konvertieren des Vliesstoffs (4) umfasst:
Schneiden des Vliesstoffs (4) in einzelne Einmal-Tücher (30),
Bilden von Stapeln (36) aus jeweils einer Mehrzahl von Einmal-Tüchern (30), und
Verpacken jedes Stapels (36) in eine Verpackung (40).
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackung (40) ein biologisch abbaubares Verpackungsmaterial, insbesondere aus
zellulosischen Fasern, und/oder ein wasserdurchlässiges Verpackungsmaterial umfasst.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Vliesstoff (4) und die Einmal-Tücher (30) in einem trockenen Zustand befinden.