[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen eines Profils in den Untergrund
bis zu einer vorgegebenen Endteufe mittels eines mit Unwuchten arbeitenden Vibrators,
wobei die rotierenden Unwuchten eine im Wesentlichen axial zum Profil gerichtete Vibrationsschwingung
(z
P(t)) in das Profil einleiten und die Phasenlage der Unwuchten zwischen einer resultierenden
maximalen Unwuchtamplitude und einer minimalen Unwuchtamplitude während des Betriebs
des Vibrators verstellt werden kann.
[0002] Entsprechende Vibratoren, die einen vibrationsfreien An- und Auslauf erlauben, sind
beispielhaft aus der
EP 1 967 291 A1 bekannt. Damit kann beim Hoch- bzw. Herunterfahren des Drehantriebes des Vibrators
vermieden werden, dass beim Durchfahren des Eigenfrequenzbereiches von umliegenden
Strukturen große Bewegungsamplituden aufgrund von Resonanzeffekte entstehen und umliegende
Gebäude etc. gefährden. Die gewünschte Vibrationsfrequenz (häufig 30 Hz bis 40 Hz)
liegt nämlich hochfrequenter, nämlich deutlich über der Eigenfrequenz von Gebäudestrukturen.
Während des Einbringvorganges wird keine Verstellung vorgenommen. Die
EP 1 967 291 A1 lehrt eine Verstellbarkeit durch Mittel zur Arretierung während des Einbringvorganges
auszuschließen. Ähnliches zeigt die
EP 2 789 403 B1.
[0003] Beim sogenannten Vibrationsrammen wird durch Fliehkräfte von meist paarweise gegenläufig
rotierenden Unwuchten (Unwuchtpaaren) eine Kraft erzeugt, die sich in vertikaler Richtung
addiert und in horizontaler Richtung aufhebt. Aus dem daraus resultierenden, sinusförmigen
Kraftverlauf bestimmen die Frequenz und das statische Moment die Amplitude der Erregerkraft.
Entsprechend dieses oszillierenden Kraftverlaufs und dynamischer Prozesse im Boden
entsteht jeweils unter dem Profil am Profilfuß durch eine geringfügige Aufwärtsbewegung
des Profils kurzzeitig ein Hohlraum und somit ein Unterdruck. Dabei versucht im Untergrund
vorhandenes Grundwasser diesen Unterdruck auszugleichen. Somit entsteht am Profilfuß
im Boden ein sogenannter hydraulischer Grundbruch. Der Boden wird also verflüssigt.
Diese Dynamik ist offensichtlich maßgeblich für den relativ leichten Einbringvorgang
beim Vibrationsrammen.
[0004] Nachteilig beim Vibrationsrammen ist jedoch, dass ein einvibriertes Profil meist
deutlich geringere statische Tragfähigkeiten im Vergleich zu einem gerammten Profil
aufweist. Im Stand der Technik ist es daher bekannt, das schonendere und schnellere
Vibrationsrammen zum Einbringen der Profile in den Untergrund zu verwenden, wobei
jedoch ein bis zwei Meter oberhalb der Endteufe eine Umrüstung auf das herkömmliche
Rammen erfolgt. Somit wird das einzubringende Profil mit herkömmlicher Rammschlagenergie
nachgerammt. Nachteilig dabei ist ein erheblicher Umrüstaufwand, eine höhere Lärmbelästigung
und auch ein Risiko für die Umgebung, insbesondere für angrenzende Bauwerke aufgrund
der durch die Rammschläge verursachten Beeinträchtigungen.
[0005] Aus der
EP 3 051 028 A1 ist ein Verfahren zum Vibrationsrammen bekannt, das gegenüber einem kombinierten
Vibrations- und Schlagrammverfahren vereinfacht sein soll. Dabei wird die Vibrationsfrequenz
des Vibrators während des Vibrationsvorganges innerhalb eines gegebenen Vibrationsfrequenzbandes
des Baugrundes variiert. Damit soll insbesondere dem Problem der verringerten seitlichen
Tragfähigkeit der Profile beim Vibrationsrammen Rechnung getragen werden.
[0006] Es ist daraus erkennbar, dass ein großes Bedürfnis für einen kontrollierten Einbringvorgang
eines Profils in den Untergrund mittels Vibrationsrammen besteht, mit dem die gleiche
Tragfähigkeit, also die mechanisch-hydraulischen Bedingungen unterhalb des Profilfußes
beachtet werden. Entsprechend ist es Aufgabe der Erfindung, die unerwünschte Aufwärtsbewegung
des Profils beim abschließenden Einbringvorgang kurz vor Erreichen der Endteufe zu
vermeiden. Gelöst wird diese Aufgabe bei einem eingangs dargestellten Verfahren dadurch,
dass kurz vor Erreichen der Endteufe über einen abschließenden Einbringvorgang die
Phasenlage der arbeitenden Unwuchten von maximaler Unwuchtamplitude bis minimaler
Unwuchtamplitude verstellt wird..
[0007] Damit wird die resultierende Fliehkraft kurz vor Erreichen der Endteufe erfindungsgemäß
gegen null gesteuert ,um die dynamische Aufwärtsbewegung des vom Vibrationsrammen
beaufschlagten Profils zu verringern beziehungsweise ganz zu verhindern. Bei minimaler
Unwuchtamplitude, insbesondere bei einer resultierenden Fliehkraft gleich 0 wirkt
somit lediglich die über die Vibrationsrammvorrichtung aufgebrachte Auflast, sodass
das einzubringende Profil am Ende des abschließenden Einbringvorgangs lediglich durch
die vorhandene Auflast in den Untergrund gedrückt wird. Dies können je nach Untergrund
und Abstimmung des abschließenden Einbringvorgangs bei der Verstellung der Unwuchten
auch nur wenige letzte Millimeter des Einbringvorganges sein.
[0008] Dadurch, dass die Phasenverstellung über den abschließenden Einbringvorgang während
der letzten 200 Perioden, bevorzugt 20 Perioden, besonders bevorzugt der letzten halben
Periode der Vibrationsschwingung (z
P(t)) erfolgt, wird sichergestellt, dass ein ausreichender Zeitraum im Rahmen von wenigen
Perioden der Vibrationsschwingung der Übergang vom normalen Vibrationsrammen zum abschließenden
lediglich Eindrücken des Profils in den Untergrund vorgesehen ist, wobei mit jeder
weiteren Periode ab Beginn des abschließenden Einbringvorgangs durch die inkrementale
Verstellung der Phase und dabei leichten Verringerung der resultierenden Fliehkraft
die Aufwärtsbewegung mit jeder weiteren Periode der Vibrationsschwingung verringert
wird, womit ab einer bestimmten verringerten resultierenden Fliehkraft kein hydraulischer
Grundbruch neu ausgelöst wird. Dabei wird bis zu diesem nicht genau bekannten Zeitpunkt
ein fast normaler Vortrieb des Profils in den Untergrund erzielt. Nach Erreichen dieses
Zeitpunkts, also dem nicht mehr Auftreten des hydraulischen Grundbruchs dürfte dann
ein deutlich geringerer Vortrieb des Profils bis zum Erreichen der Endteufe erfolgen.
Dabei wäre eine Verstellung binnen der letzten halben Periode aufgrund der Bodendynamik
die optimale Lösung, die jedoch von der mechanisch möglichen Verstellgeschwindigkeit
der Phasenlage der Unwuchten am konkreten Vibrator abhängig ist.
[0009] Wenn auf das einzubringende Profil eine Auflast aufgelastet wird, die von einer minimalen
Auflast bis zu einer maximalen Auflast verstellt werden kann, wobei während des abschließenden
Einbringvorgangs die momentane Auflast bis zum Erreichen der Endteufe auf die maximale
Auflast erhöht wird, kann während dieses letzten Abschnitts im abschließenden Einbringvorgang,
bei dem aufgrund der deutlich verringerten resultierenden Fliehkraft nur noch geringe
Unwuchtamplituden auf das Profil einwirken, eine hohen Tragfähigkeit des Profils vergleichbar
mit dem Rammen mit diesem quasi Eindrückvorgang erreicht werden.
[0010] Um die Verstellung der Phase der Unwuchten beim Einbringvorgang steuerungstechnisch
einfach zu verwirklichen, erfolgt die Phasenverstellung der rotierenden Unwuchten
durch Ansteuerung separater Drehantriebe.
[0011] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen
detailliert beschrieben.
[0012] Darin zeigt:
- Fig. 1
- in einem Graphen eine durch die rotierenden Unwuchten resultierende Kraft FR in Abhängigkeit von der Zeit t und
- Fig. 2
- in einem weiteren Graphen die mit dem Profil erreichte Eindringtiefe z in Abhängigkeit
von der Zeit t.
[0013] Fig. 1 zeigt in einem Graphen eine durch die rotierenden Unwuchten resultierende
Kraft F
R in Abhängigkeit von der Zeit t. Darin ist erkennbar, dass zum Einbringen des Profils
in den Untergrund zunächst eine möglichst maximale Unwuchtamplitude als aus der Unwucht
resultierende Vertikalkraft F
R periodisch auf dem Profilkopf auflastet.
In Fig. 1 ist die statische Auflast durch die gestrichelte Linie definiert. Häufig sind
derartige Vibratoren mit paarweise gegenläufig rotierenden Unwuchten (Unwuchtpaaren)
ausgestattet, die beim Vibrationsrammen Fliehkräfte erzeugen, die sich in vertikaler
Richtung addieren und in horizontaler Richtung aufheben. Aus dem daraus resultierenden,
sinusförmigen Kraftverlauf bestimmen die Frequenz und das statische Moment die Amplitude
der Erregerkraft. Typische Vibrationsfrequenzen liegen bei 10 Hz bis 100 Hz, besonders
bevorzugt bei 30 Hz bis 40 Hz.
[0014] In Fig. 2 ist die beim Vibrationsrammen am Profilfuß erreichte Tiefe z nach unten
in Abhängigkeit von der Zeit t aufgeführt (z
P(t)). Bei Erreichen einer vorbestimmten Endteufe, hier mittels gestrichelter Linie
dargestellt, wird über einen abschließenden Einbringvorgang die Phasenlage der arbeitenden
Unwuchten von maximaler Unwuchtamplitude bis minimaler Unwuchtamplitude verstellt,
womit die deutliche Unwuchtamplitudenreduzierung um die weiter bestehende Auflast
(gestrichelte Linie in Fig. 1) resultiert und sich gleichzeitig eine auf die Endteufe
ausschwingende, abschließende leichte Abwärtsbewegung des Profilfußes gemäß rechtem
Ende des Graphen in Fig. 2 ergibt.
[0015] Vorteilhaft wird mit jeder weiteren Periode ab Beginn des abschließenden Einbringvorgangs
durch die weitere Verstellung der Phase zwischen den Unwuchtpaaren und dabei Verringerung
der resultierenden Fliehkraft die Aufwärtsbewegung mit jeder weiteren Periode der
Vibrationsschwingung deutlich verringert, womit ab einer bestimmten verringerten resultierenden
Fliehkraft kein hydraulischer Grundbruch unter dem Profilfuß mehr ausgelöst wird.
Dabei wird bis zu diesem nicht genau bekannten Zeitpunkt ein für das Vibrationsrammen
üblicher Vortrieb des Profils in den Untergrund erzielt. Nach Erreichen dieses Zeitpunkts,
bei dem der hydraulische Grundbruch nicht mehr auftritt, erfolgt ein deutlich geringerer
Vortrieb des Profils bis zum Erreichen der Endteufe (langsame leicht schwingende Annäherung
an die gestrichelte Linie in Fig. 2).
[0016] Entsprechend wird die letzte Annäherung des Profilfußes zur gewünschten Endteufe
(gestrichelte Linie Fig. 2) im Wesentlichen durch die statische Auflast mit nur minimal
durch die auslaufende dynamische "Restunwucht" (minimale Schwingungen um die gestrichelte
Linie in Fig. 1 am rechten Ende des Graphen) unterstützter Dynamik, jedoch ohne die
letztendlich geforderte statische Tragfähigkeit zu schwächen, erreicht. Mit diesem
Einbringverfahren ist ein Nachrammen somit nicht mehr erforderlich. Damit wird der
Spitzenwiderstand am erfindungsgemäß einvibrierten Profilfuß deutlich höher sein als
bei herkömmlich einvibrierten Profilen, da eine Verflüssigung des Bodens infolge der
nun vermiedenen Aufwärtsbewegung unterhalb des Profilfußes nicht mehr auftritt.
1. Verfahren zum Einbringen eines Profils in den Untergrund bis zu einer vorgegebenen
Endteufe mittels eines mit Unwuchten arbeitenden Vibrators, wobei die rotierenden
Unwuchten eine im Wesentlichen axial zum Profil gerichtete Vibrationsschwingung (zP(t)) in das Profil einleiten und die Phasenlage der Unwuchten zwischen einer resultierenden
maximalen Unwuchtamplitude und einer minimalen Unwuchtamplitude während des Betriebs
des Vibrators verstellt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass kurz vor Erreichen der Endteufe über einen abschließenden Einbringvorgang die Phasenlage
der arbeitenden Unwuchten von maximaler Unwuchtamplitude bis minimaler Unwuchtamplitude
verstellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Phasenverstellung über den abschließenden Einbringvorgang während der letzten
200 Perioden, bevorzugt 20 Perioden, besonders bevorzugt der letzten halben Periode
der Vibrationsschwingung (zP(t)) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf das einzubringende Profil eine Auflast aufgelastet wird, die von einer minimalen
Auflast bis zu einer maximalen Auflast verstellt werden kann, wobei während des abschließenden
Einbringvorgangs die momentane Auflast bis zum Erreichen der Endteufe auf die maximale
Auflast erhöht wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Phaselage und damit die resultierende Unwuchtamplitude der rotierenden Unwuchten
durch Ansteuerung von separaten Drehantrieben erfolgt.