[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erzeugung vor Heizwasser, wobei
die zur Einsatz kommenden Energien aus vorhandenen Ressourcen, wie Abwärme aus Industrieanlagen
und Oberflächenwasser, genutzt werden. Die Energien dieser Quellen werden mit Wärmetauschern
übertragen und mit Wärmepumpensystemen auf das gewünschte Temperaturniveau gebracht.
Das erfindungsgemäße Verfahren nutzt dabei mindestens zwei oder mehr unterschiedliche
Energieströme aus unterschiedlicher Herkunft, wobei für jeden unterschiedlichen Volumenstrom
eine separat angepasste Wärmepumpe verwendet wird. Damit werden die mit unterschiedlichert
Temperaturen verwendeten Velumenströme über die Betriebsweise der Wärmepumpe auf ein
einheitliches Temperaturniveau gebracht und dann in ein Wärme-Verbrauchssystem, wie
z.B. ein Fernwärmenetzt eingespeist.
[0002] Es ist bekannt, dass der Energy Efficency Ratio (EER) von Wärmepumpen stark von der,
Temperatur des zugeführten Mediums (Luft/ Luft und Luft/ Wasser) abhängig ist. Sinken
die Temperaturen der zugeführten Medien, z.B. bei einer Luft/ Wasser Wärmepumpe deutlich
unter die Null Grad Grenze, verliert die Wärmepumpe ihre Vorteile, das zugeführte
Temperaturniveau um ein Vielfaches anzuheben. Um das entsprechende vergleichbare Temperaturniveau
zu erzeugen, steigt der einzusetzende Primär-Energiebedarf des Wärmepumpensystems
und damit ebenso die Betriebskosten und der CO
2 Ausstoß in die Umwelt. Verwendet man Grundwasser als Energiequelle, hat dies eine
durchgehende konstante Temperatur von 6-10 °C und bietet damit gegenüber dem Betrieb
einer Luft/ Wasser-Wärmepumpe konstante Bedingungen, besonders in den Wintermonaten.
Der Nachteil dieser Lösung ist die Investition in den erforderlichen Wasserbrunnen
sowie die große Fördermenge an Grundwasser, um die nötige Energiemenge zu transferieren.
Aufgrund der erforderlichen großen Fördermenge an Wasser ist eine solche Lösung nur
für kleinere Anlagen in kleinen Wohnanlagen, nicht aber für industrielle Projekte
wirtschaftlich bzw. genehmigungsfähig.
[0003] In der Literatur werden zahlreiche Lösurigsvorschläge genannt gegenüber denen das
erfindungsgemäße Verfahren jedoch deutliche Vorteile aufzeigt.
[0004] In der Literatur wird von einem Fernwärme-Projekt in Esbjerg berichtet, bei dem das
Problem der großen Brunnenwassermengen durch Entnahme von Seewasser aus der Nordsee
gelöst wird. Dieses Projekt zeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, mit großen Wassermengen
und niedriger Wassertemperatur eine Wärmepumpe zu betreiben und die Energie in ein
Fernwärmenetz einzuspeisen. Die Betreiber geben an, einen Wirkungsrad einer (EER)
von ca. 3,0 zu erreichen. Bei ungünstigen Betriebsbedingungen ist eine Pelletheizung,
ähnlich wie in
DE 10 2009 006 240 A1, vorgesehen; um mit dieser fossilen Energie den angestrebten Wirkungsgrad (EER) von
3,0 zu erreichen, was mit einem zusätzlichen CO
2 Ausstoß verbunden ist.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren gewinnt hier die Energie aus der Kombination aus großen
flüssigen. Volumenströmen aus fließenden Gewässern (Flüsse/ Seen/ Meer. oder.
[0006] Fernwasserleitungen) in Verbindung mit abzuführenden Kühlwassermengen aus Industrieproduktionen,
bei denen keine Primärenergie, wie z.B. Holzpellets mit entsprechendem CO
2 Ausstoß, benötigt wird. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sollte dabei auch im
Winterbetrieb eine Effektivität (EER) von ca: 4,0 bis 4,5 möglich sein: Eine deutliche
Steigerung der Effektivität gegenüber dem Esbjerg-Projekt "Heißer Riese". Eine weitere
Steigerung des gesamten Wirkungsgrades kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren noch
erreicht werden, wenn im Sommer und in Übergangszeiten abzuführendes Kühlwasser aus
der Industrieproduktion direkt in ein Fernwärmenetz eingespeist wird und damit komplett
auf den Einsatz von Wärmepumpen und damit von Primärenergie verzichtet werden kann.
Bisherige Verfahren, wie in
DE 10 2009 004 501 A1 oder auch
DE 10 2009 006 240 A1, sind auf die zusätzliche Nutzung von Primärenergie, z.B. Pelletheizungen angewiesen.
Unter diesem Gesichtspunkt dürfte übers gesamte Jahr gesehen die o. g. Effektivität
(EER) von 4,0 bis 4,5 noch höher ausfallen. Details des vorgeschlagenen Verfahrens
sind aus dem beigefügten Verfahrensschema (Bild 1) ersichtlich.
[0007] In der Literatur sind einige Lösungsvorschläge für einen effektiven Betrieb von Wärmepumpen
beschrieben, wobei sich das erfindungsgemäße Verfahren aber deutlich unterscheidet
und wesentlich vorteilhafter ist.
[0008] DE 30377910 A1
beschreibt ein Verfahren, "Fernwärmesystem in Verbindung mit Wärmepumpen", in dem
eine Wärmepumpe nicht zur Erzeugung von Fernwärme, sondern zur Temperaturerhöhung
von vorgewärmtem Wasser in der Übergabestation zum Endverbraucher eingesetzt wird.
Jeder Endverbraucher benötigt seine eigene Wärmepumpe; bei dem Rohrleitungssystem
handelt es sich daher im eigentlichen Sine um eine Fernwärmeleitung. Ein Vergleich
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ergibt sich hieraus nicht.
[0009] DE 3104966 A1
beschreibt ein Verfahren, bei dem aus einem kommunalen Trinkwassernetz die im Trinkwasser
enthaltene Energie genutzt werden soll, um einer Wärmepumpe zugeführt zu werden, um
daraus Heizenergie zu erzeugen. Dieser Vorschlag zeigt Ähnlichkeit mit dem Merkmal
des Wärmetauschers (WT1) und der Wärmepumpe (WP1) im erfindungsgemäßen Verfahren;
es fehlt jedoch das Merkmal des Wärmetauschers (WT2) mit der entsprechenden speziellen
Verfahrenstechnik, der Bestandteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist. Darüber hinaus
ist dieser Lösungsansatz insofern unrealistisch, da ein durchschnittlicher Haushalt
pro Tag ca. 300 l Wasser verbraucht. Der in dieser Menge Wasserenthaltene Energieinhalt
bei einer Temperaturdifferenz von 2°C liegt gerade einmal bei ca. 0,7 kWh/Tag. Der
Heiz-Energiebedarf eines Haushaltes im Winter dürfte jedoch bei ca. 50 kWh/Tag liegen.
Der in
DE 3104966 A1 vorgeschlagene'Lösungsweg geht damit zu Lasten von ca. 70 anderen Haushalten; die
eine entsprechende Absenkung der Temperatur im Trinkwassernetz erdulden müssten und
die einen höheren Energieeinsatz benötigen, um ihr nun um 2°C abgekühltes Trinkwasser
für ihre Zwecke wieder aufzuheizen.
[0010] Das erfindungsgeräße Verfahren vermeidet diese Nachteile, indem z.B. ein Teilstrom
von Wasser aus einer Fernwasserleitung mit großem Volumenstrom entnommen wird und
in der die Temperatur ebenfalls um 1-2°C abgesenkt wird. Da eine Fernwasserleitung
in der Regel über größere Distanzen im Erdboden verläuft, ist davon auszugehen; dass
zumindest ein Großteil des o. g. Energieentzuges (Temperaturabsenkung) auf diesem
Wege durch Erdwärme wieder ausgeglichen werden kann. Hilfreich beim erfindungsgemäßen
Verfahren wirken sich auch Pumpstationen im Verlauf der Fernwasserleitungen aus, die
eine Erhöhung der Medientemperatur in der Fernwasserleitung verursachten.
[0011] Darüber hinaus verwendet das erfindungsgemäße Verfahren einen zusätzlichen Wärmetauscher
(WT 2), um ungenutzte thermische Energie aus dem Rücklauf des Fernwärmenetzes (10)
zu nutzen; um die Energiezufuhr zur Wärmepumpe (WP 1) zu erhöhen, was zu einer Erhöhung
der Effektivität der Wärmepumpe (WP 1) führt. Diese Steigerung der Effektivität des
erfindungsgemäßen Verfahrens fehlt in
DE 3104966 A1.
[0012] Ein weiteres Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens fehlt in
DE 3104966 A1, nämlich die Abkühlung des Rücklaufes aus dem Fernwärmenetz durch Wärmetauscher (WT
2), was für sich genommen eigentlich einem Widerspruch gleichkommt. Das erfindungsgemäße
Verfahren basiert jedoch auf einer Kombination von mindestens zwei unterschiedlichen
Mediensystemen mit unterschiedlichen Temperaturlevels. Durch die Absenkung der Temperatur
im Rücklauf (10) des Fernwärmenetzes durch Wärmetauscher (WT2) und der Zuführung dieses
Volumenstromes in das industrielle Kühlsystem (KWS), wird erfindungsgemäß einer Steigerung
der Effektivität (EER) und damit eine Betriebskostensenkung vom Kaltwassersatz (KWS)
erreicht. Auch dieses Merkmal fehlt in
DE 3104966 A1.
[0013] DE 10 2017 119 198 A1
benutzt eine Wasser/ Wasser Wärmepumpe und parallel eine Luft/ Wasser Wärmepumpe,
um die Effektivität (EER) zu steigern. Es fehlen die erfinderischen Merkmale von mindesten
zwei externen unterschiedlichen flüssigen Volumenströmen und einem Kühlsystem mit
einem Kaltwassersatz (KWS). Ein Vergleich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist
daher nicht gegeben.
[0014] DE 10 2009 006 240 A1
beschreibt ein Verfahren; bei dem Energie aus Strömen verschiedener Herkunft wie Grundwasser,
Erdwärme, Regenwasser, Solarthermie, Abwasserwärme, Oberflächenwasser und Meer- und
Flusswasser in einem einzelnen Tank 1 gesammelt und gemischt wird, um daraus das bestmögliche
Temperaturniveau aus allen Zuläufen zu erzeugen. Das Gemisch aus diesen unterschiedlichert
Strömen wird dann einer einzelnen Wärmepumpe zur Behandlung zugeführt. Das erfindungsgemäße
Verfahren unterscheidet sich dahingehend eindeutig, indem die unterschiedlichen Volumenströme
mit den darin transportierten unterschiedlichen Energieinhalten (Temperaturen) nicht
in einem gemeinsamen Tank (Tank 1) gesammelt und gemischt werden, sondern jeder einzelne
Energiestrom, z.B. aus warmer Industrieabwärme oder aus kaltem Oberflächenwasser,
getrennt nach Temperaturniveau einem separaten Wärmepumpensystem, (WP1) für kaltes
Oberflächenwasser oder (WP2) für warmes industrielles Kühlwasser zur Behandtung zugeführt
wird. Die unterschiedlichen Wärmepumpensysteme (WP1 und WP2) können aus mindestens
einer oder mehreren Wärmepumpen bestehen und erzeugen im Ausgang durch entsprechende
Regeltechnik am Manifold (13) einen in der Temperatur einheitlichen Wärmestrom, der
dann z.B. in ein Fernwärmenetz eingespeist werden kann: Das erfindungsgemäße Verfahren
unterscheidet sich daher deutlich von
DE 10 2009 006 240 A1.
[0015] DE 10 2009 004 501 A1
beschreibt ein Verfahren, welches sich explizit auf eine einzelne Wärmepumpe bezieht
und nicht wie in der vorliegenden Anmeldung, auf unterschiedliche Wärmepumpensysteme
für unterschiedliche Temperaturbereiche.
DE 10 2009 004 501 A1 bezieht sich speziell auf die Regelung der Quelleneingangstemperaturen von mehreren
unterschiedlichen Eingangsströmen, die als ein einheitlicher Eingangsstrom einer einzelnen
Wärmepumpe zugeführt wird. Das erfindungsgemäße Verfahren benutzt für die in den Temperaturen
unterschiedlichen Wärmeströme jeweils separate Wärmepumpen (WP1 und WP2), wobei mindestens
zwei oder mehr Wärmepompen zum Einsatz kommen. Die Temperaturen der Ausgangsströme
der Wärmepumpen werden durch Steuerung der Wärmepumpen auf ein einheitliches Niveau
gebracht.
[0016] Darüber hinaus wird in
DE 10 2009 004 501 A1 beschrieben, dass das Verfahren zur Steigerung der Effizienz (EFF) bei zu geringen
Außentemperaturen ggf. die zusätzliche Zufuhr von Primärenergie in Form von Energie
aus einem Holzofen, einem Pelletkessel, einem Gaskessel oder auch Fernwärme benötigt.
Der Vorteil des erfindungsgermäßen Verfahrens besteht darin, dass es, wie oben beschrieben,
keine Zufuhr von Primärenergie benötigt.
[0017] Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Steigerung der Effizienz (EEF) von Wärmepumpe
(WP1) erreicht,indem Energie aus dem Rücklauf des -Fernwärmenetzes(10) über Wärmetauscher
(WT2) getauscht und über (5) die Wärmepumpe (WT1) zugeführt wird. Da der Rücklauf
(10) des Fernwärmenetzes gleichzeitig auch Kühlwasser des Kaltwassersatzes (KWS) ist,
wird durch die Temperaturabsenkung in (10) zusätzlich die Effizienz (EEF) des Kaltwassersetzes
im Kühlkreislauf gesteigert. Eine Verbesserung, die nur mit dem angemeldeten Verfahren
möglich ist.
[0018] US 2022/0 146 126 A1
bezieht sich auf die Steuerung (Controller) eines Wärmepumpensystems zur Einspeisung
(Winterbetrieb) bzw. Entnahme (Sommerbetrieb) von thermischer Energie aus einem Fernwärmenetz.
Lt. Abs. [0071] dient (2) in Fig. 1 als zentrale Quelle für die Energietransformation,
indem in die warme Verteilerleitung (12) oder in die kalte Leitung (14) über die Steuerung
umgeschaltet wird. Die eigentliche Energieumsetzung erfolgt zentral in (2) und wird
dann in das Fernwärmenetz (12;14) eingespeist. Die Verbraucher vor Ort benötigen jeweils
eine eigene Wärmepumpe, um ihre individuellen Verhältnisse an das Fernwärmenetz anzupassen.
Ein Konflikt mit Anspruch 1 des erfindungsgemäßen Verfahrens, "Übertragung von Energie
aus zwei oder mehr verschiedenen Medienströmen mit jeweils unterschiedlichen Temperaturen
und Volumenströmen [...]", besteht nicht, da es sich im erfindungsgemäßen Verfahren
zum einen-um die Nutzung-von Kühlwärme aus Industriebetrieben und zum anderen um unbehandelte
Oberflächenwässern handelt. Darüber hinaus ist es ein Merkmal der Erfindung, für jeden
unterschiedlichen Energiestrom ein separates Wärmepumpensystem zu verwenden. Abs.
[007] beschreibt, dass eine zentrale Wärmepumpe (2) in ein Energienetz einspeist oder
umgekehrt. Darüber hinaus benötigt jeder der an die Ringleitung (12) + (14) angeschlossenen
Verbraucher von Energie noch eine eigene Wärmepumpe, um die aus der Ringleitung entnommene
Energie (Wärme oder Kälte) auf sein individuelles Temperaturniveau (Heizen oder Kühlen)
zu transferieren. Dabei handelt es sich nicht, wie im erfindungsgemäßen Verfahren
beschrieben, um unterschiedliche Medienströme aus unterschiedlichen Quellen, sondern
um den Vor- und Rücklauf ein und derselben Wärmepumpe.
[0019] US 2019/ 0 154 288 A1
ähnelt den Ausführungen in
US 2022/0 146 126 A1, indem aus einer Ringleitung (14), Abs. [0045] "single pipe in a loop surrounding
one or more city blocks" Energie entnommen (Heizbetrieb) oder Energie eingespeist
(Kühlbetrieb) wird. Der wesentliche Unterschied ist, dass
US 2022/0 146 126 A1 als Ringleitung eine Doppelleitung für Hin- und Rücklauf verwendet, während
US 20.1.9/.0 154 288 A1 ein Einrohrsystem -benutzt. Damit ist die Ringleitung in
US 2019/ 0 154 288 A1 am ehesten mit
DE 10 2009 006 240 A1 zu vergleichen, wo Ströme mit unterschiedlichen Temperaturen in einem Tank T1 gesammelt
und gemischt werden. Die Ringleitung (14) übernimmt hier die Funktion des Sammeltanks
T1 in
DE 10 2009 006 240 A1.
[0020] US 2019/ 0 257 540 A1
beschreibt ein System zum Kühlen (48) welches über einen Wärmetauscher (42) aus einer
Fern-Kühlleitung betrieben wird. Bei der Kühlenergie handelt es sich um Primärenergie
aus einem Doppelrohrsystem mit Vorlauf (22) und Rücklauf (24). Die Abwärme des "Cooler"
(46) kann über eine Leitung (53a und 53b) einer Wärmepumpe (50) zugeführt werden,
die Energie in ein Gebäude-Heizungssystem (38) einspeist. Die Gebäudeheizung kann
aus einer Fernwärmeleitung (12) oder aus einem Heizkessel (33) versorgt werden. Ziel
von
US 2019/ 0 257 540 A1 ist es, den Energieverbrauch von einen Heizsystem (38) zu verringern, wobei aber
immer noch Primärenergie in Form von Fernwärme oder einem Heizkessel benötigt wird.
[0021] Das angemeldete Verfahren kommt ohne die Zuführung von Primärenergie wie Fernwärme
oder einen fossil betriebenen Heizkessel aus. Die mit den beiden Wärmepumpensystemen
(WP1+WP2) erzeugte Heizenergie wird in ein Fernwärmenetz eingespeist und kann viele
Gebäudeheizungen versorgen.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren ist im beigefügten Verfahrensschema (Bild 1) dargestellt
und nutzt die thermische Energie, die z. B. im Wasser eines relativ kalten Wassertransportsystems
(1) (See/ Fließgewässer/ Fernwasserleitung) transportiert wird und eines relativ warmen
Systems aus einem industriellen Kühlwassersystem (6). In Fernwasserleitungen z.B.
werden .in der Regel große Volumenströme und darin enthaltene kleine spezifische Energiemengen
transportiert. Erst der große Volumenstrom generiert trotz niedriger Temperatur die
große Energiemenge. Da die Wassermengen üblicherweise aus großen und tiefen Stauseen
stammen, dürften die Temperaturen auch im Winter, ähnlich dem Grundwasser aus Böden,
den Wert von 4-8°C nicht unterschreiten undliefern einer angeschlossenen Wärmepumpe
einen konstanten Zufluss. Leitet man einen Teilstrom (1) aus der Wasserleitung über
einen Wärmetauscher (WT1) und anschließend sofort wieder zurück in die Wasserleitung,
kann man im Wärmetauscher mit einem großen Volumen und einer kleinen Temperaturdifferenz
große Energiemengen zum Betrieb einer entsprechend großen Wärmepumpe transformieren.
Dies entspricht der Arbeitsweise des "Heißen Riesen" in Esbjerg. Eine Wasserleitung
(1) z. B., die 10.000 m
3/h Wasser transportiert und deren Temperatur mit einem Wärmetauscher (WT1) um nur
1°C abgesenkt wird, liefert eine Energiemenge von ca. 11,5 MWh/h. Bei einem angenommenen
Heizenergieverbrauch für ein Einfamilienhaus im Winter von 5 kWh/h, würde diese Menge
ausreichen, um ca. 2.300 Häuser zu beheizen, wenn das Temperaturniveau mit einer Wärmepumpe
entsprechend angehoben würde.
[0023] Dort, wo eine örtliche Nähe von Wasserquelle/ Wasserleitung und Industriebetrieb
mit Kühlkreislauf besteht, bietet sich eine bevorzugte Möglichkeit, die Vorteile das
erfindungsgemäßen Verfahrens zu nutzen, um Energie kostengünstig in ein Fernwärmenetz
einzuspeisen.
[0024] In der Industrie werden teilweise große Mengen an Energie in der Produktion verbraucht.
Da Energie nicht verloren geht, muss sie in Form von Kühlsystemen abtransportiert
werden. Entweder geschicht dies über einen Luftkühler in die Luft oder über ein Kühlwassersystem
in ein fließendes Gewässer. Die Energie, die derzeit aus einem Kühlwassersystem in
ein fließendes Gewässer oder an die Luft abgegeben wird, bleibt derzeit vielfach ungenutzt.
Das Temperaturniveau des zu entsorgenden Kühlwassers variiert stark mit den örtlichen
Produktionsbedingungen. Um die Kühlwassermenge klein zu halten, wird man bestrebt
sein, den Kühlwasserablauf mit einer möglichst hohen Temperatur zu betreiben, was
für eine Nutzung im erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft ist. Im Sommer und in
Übergangsphasen des Jahres, kann dieses Kühlwasser (7) ggf. direkt in ein Fernwärmenetz
(8), ohne Einsatz zusätzlicher Primärenergie eingespeist werden. Der Rücklauf des
Fernwärmenetzes (10) geht zurück in den industriellen Kühlkreislauf und dient hier
wieder als Kühlwasser für den Kaltwassersatz (KWS). Werden in Übergangszeiten im Fernwärmenetz
höhere Vorlauftemperaturen benötigt, kann mit Einsatz einer Wärmepumpe (WP2) das Temperaturniveau
im Fernwärmenetz (8) entsprechend angehoben werden.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren basiert auf mindestens zwei oder mehr Flüssigkeitsströmen
aus unterschiedlichert Quellen, mit unterschiedlichert Temperaturen und unterschiedlichert
Volumenströmen. Es beinhaltet mindestens einen Flüssigkeitsstrom mit hohem Volumenstrom,
aber niedriger Temperatur, z.B. aus einer Fernwasserleitung und/ oder einem Oberflächengewässer
und mindestens einem Flüssigkeitsstrom mit hoher Temperatur und niedrigem Volumen
aus einem industriellem Kühlwassersystem z.B. mit einem Kaltwassersatz. Damit unterscheidet
sich das erfindungsgemäße Verfahren von z.B.
DE 10 2009 006 240 A1 sowie
DE 10 2009 004 501 A1. Die abzuführende Kühlwasserenergie des Kaltwassersatzes kann in Phasen höherer Außentemperaturen
eventuell direkt über (7) in den Vorlauf eines Fernwärmenetz (8) eingespeist werden;
wenn erforderlich muss es über (6a) mit einer Wärmepumpe (WP2) auf das entsprechend
erforderliche Temperaturniveau angehoben werden und dann über die Leitung (12) in
ein Fernwärmenetz eingespeist werden.
[0026] Im erfindungsgemäßen Verfahren werden die in den Temperaturen deutlich unterschiedlichen
Energieströme nicht, wie in
DE 10 2009 006 240 A1 vorgeschlagen, in Tank 1 gemischt, bevor sie der einzelnen Wärmepumpe zugeführt werden.
Die Erfindung schlägt hier für jeden unterschiedlichen Energiestrom ein eigenes Wärmepumpensystem
vor. Damit kann sichergestellt werden, dass jede einzelne Wärmepumpe separat an den
zugeführten Energiestrom (kalt oder warm) angepasst werden kann. Damit kann jede Wärmepumpe
immer in einem optimalen Arbeitspunkt betrieben werden, was den Primärenergieverbrauch
und somit die Kosten und den CO
2 Ausstoß senkt.
[0027] Je nach Belastungszustand von Wärmepumpe (WP2) kann der Rücklauf (3) eine höhere
Temperatur annehmen. Eine direkte Rückführung dieses Volumenstromes (3) in den Fernwärme-Rücklauf
(10) würde hier eine Erhöhung der Temperatur und damit zur Verschlechterung der Effektivität
(EER) des Kaltwassersatzes (KWS) führen. Die durch (3) an den Wärmetauscher (WT2)
abgegebene Energie wird über Leitung (5) an die Wärmepumpe (1) weitergegeben und die
Effektivität (EER) der Wärmepumpe (WP1) verbessert. Mit diesem einen erfindungsgemäßen
Verfahrensschritt werden die Effektivität der Wärmepumpe (WP1) und des Kaltwassersatzes
(KWS) gesteigert. Indem weitere Ströme (6, 10) über das Manifold (13) über den Wärmetauscher
(2) geleitet werden, kann die o.g. Verbesserung der Effektivität (EER) von (KWS) und
(WP1) weiter verbessert werden. Erfindungsgemäß wird daher mit einer Maßnahme an zwei
unterschiedlichen Stellen eine Verbesserung der Effektivität (EER) erreicht. Darüber
hinaus hat der industrielle Betreiber des Kühlkreislaufes die Möglichkeit, über den
zusätzlichen Betrieb des vorhandenen Luft/ Wasserkühlers weitere Temperaturabsenkungen
im Zulauf zum Kaltwassersatz (KWS) vorzunehmen und damit zusätzliche Effektivitätssteigerungen
(EER) in seiner Produktion zu generieren. Ein vergleichbarer Verfahrensschritt ist
in der Literatur nicht bekannt.
[0028] Durch das hohe Temperaturniveau im Ablauf des Kaltwassersatzes, kann die Wärmepumpe
(WP2) mit einer hohen Effizienz (EEF) betrieben werden. Entsprechend hoch kann das
Temperaturniveau des Ablaufes (12) der Wärmepumpe (WP2) sein, welcher direkt oder
über einen Pufferbehälter in das Fernwärmnetz (8) eingespeist wird. einen Pufferbehälter
in das Fernwärmenetz (8) eingespeist wird.
[0029] Für den Kaltwassersatz (KWS) wäre eine hohe Temperatur des kalten Ablaufes (3) der
Wärmepumpe (WP2) nicht vorteilhaft. Diese Temperatur sollte möglichst niedrig sein
oder es müsste mit Einsatz von Energie über den vorhandenen Luftkühler nachgekühlt
werden.
[0030] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird der kalte Ablauf (3). der Wärmepumpe EWP2) über
einen Wärmetauscher (WT2) geleitet und damit hochwertige Energie im Ablauf (3) von
Wärmepumpe (WP2) in den Zulauf (5) zur Wärmepumpe (WP1) transferiert. Zusammen mit
der im Wärmetauscher (WT1) getauschten Energie mit niedrigem Temperaturniveau aus
der Fermrwässerleitung wird die Zulauftemperatur (5) zur Wärmepumpe (WP1) angehoben.
Damit wird der Wirkungsgrad (EER) der Wärmepumpe (WP1) gesteigert und somit der elektrische
Energieverbrauch und damit der CO
2 Ausstoß gesenkt. Da die Wärmepumpensysteme (WP1) und (WP2) getrennt mit unterschiedlichert
Betriebsbedingungen ("warm"; "kalt") arbeiten, macht sich der Energietransport von
(WT2) nach (WT1) in den Effizienten (EEF) unterschiedlich bemerkbar. Die Abgabe von
Energie aus (WP2) macht sich in der (EEF) weniger stark bemerkbar als die Zunahme
der (EEF) in (WP1). Diesen Vorteil nutzt das erfindungsgemäße Verfahren, indem die
unterschiedlichert Energieströme, kalt und warm, getrennt mit Wärmepumpen behandelt
werden.
[0031] Zur weiteren Steigerung der Effektivität (EEF) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
bei dem Zusammenwirken von beiden o.g. Wärmepumpensystemen (WP1+WP2) der Rücklauf
(10) ausdem Fernwärmenetz bei entsprechendem Temperaturniveau über den Wärmetauscher
(WT2) geführt. Damit wird die Temperatur im Ablauf (5) vom Wärmetauscher (WT2) zur
Wärmepumpe (WP1) erhöht und damit deren Effektivität weiter gesteigert. Durch diese
erfindungsgemäße Maßnahme wird gleichzeitig die Zutauftemperator ins Kühlwassersystem
(10) mit dem Kaltwassersatz (KWS) der Industrie gesenkt. Der Energieverbrauch des
gesamten Kühlwassersystems mit Luft/ Wasserkühler und Kaltwassersatz (KWS) wird mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren abgekühlt und damit der Wirkungsgrad des Kühlkreislaufes
gesteigert.
[0032] Da mit dem erfindungsgemäßen Verfahren mindestens drei verschiedene Systeme ineinandergreifen,
kommt der Betriebssicherheit eine besondere Bedeutung zu. Das System ist so aufgebaut,
dass jedes System jederzeit in seinen Ursprungszustand zurückkehren kann. Der Industriebetrieb
kann unmittelbar in seine ursprüngliche Verfahrensweise des Kühlkreislaufes (6) Kaltwassersatz/
Luftkühler/ Kaltwassersatz zurückkehren; der Betreiber der Fernwasserleitung kann
jederzeit den Wärmetauscher (WT1) von seiner Wasserleitung (1) abtrennen. Bei fehlender
Energiezufuhr könnte der Betreiber des erfindungsgemäßen Verfahrens jedoch nicht mehr
in voller Leistung in das Fernwärmenetz einspeisen. Da die Wahrscheinlichkeit, dass
beide Energiequellen, Kaltwassersatz und Fernwasserleitung gleichzeitig ausfallen,
als gering anzusehen ist, kann jedoch mit nur einer zur Verfügung stehenden Energiequelle
(Kühlwasser oder Oberflächenwasser) ein Notbetrieb zur Einspeisung ins Fernwärmemetz
aufrechterhalten werden.
[0033] Dass die Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens wirtschaftlich und ökologisch
sinnvoll ist, soll folgende Abschätzung aufzeigen. Angenonnen wird eine abzuführende
Energie (6) aus dem industriellen Kühlsystem von 5 MWh/h und ein Entzug aus der Fermnwässerleitung
von 10 MWh/h, in Summe also 15 MWh/h. Damit ergibt sich folgende Energie- bzw. CO
2-Bilanz für das vorgeschlagene erfindungsgemäße Verfahren:
| |
Wärmeguelle |
Energiemenge |
EER* WP |
Energiebedarf WP |
CO2 ** Freisetzung |
Anzahl Haushalte |
| WP 1 |
Fernwasserleitung |
10 MWh/h |
4 |
2,5 MWh/h |
1,12 t/h |
2000 |
| WP 2 |
Industrielle Abwärme |
5 MWh/h |
6,5 |
0,77 MWh/h |
0,35 t/h |
1000 |
| Gesamt |
Erfindungsgemäß |
15 MWh/h |
5,1 |
3,27 MWh/h |
1,47 t/h |
3000 |
| |
|
|
|
|
|
|
| Herk. Gasheizung |
Gasheizung |
15 NWh/h |
0 |
1.500 m3/h |
3,0 t/h |
3000 |
| *Energy Efficiency Ratio; **0,45 kg/kWh Strom |
[0034] Die o. g. Werte beziehen sich auf einen kalten Wintertag mit Außentemperaturen von
< -10°C., Jeder Tag mit höheren Temperaturen steigert den Wirkungsgrad der Wärmepumpenund
senkt somit den Energieverbrauch und den CO
2-Ausstoß beim Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens. In Übergangsphasen im Frühling
und Herbst können völlig CO
2 freie Heizphasen erzeugt werden.
1. Verfahren zur Übertragung von thermischer Energie aus mindestens zwei oder mehr verschiedenen,
flüssigen Medienströmen mit jeweils unterschiedlichen Temperaturen und Volumenströmen,
wobei jederder unterschiedlichert Medienströme an ein an seine Temperaturbedingungen
angepasstes Wärmepumpensystem geleitet wird und die verschiedenen Wärmepumpensysteme
aus den unterschiedlichen zugeführten Temperaturen der Einzelströme einen gemeinsamen
Ausgangsstrom mit wählbarer Temperatur erzeugen, der dann in ein Wärmeversorgungsnetz,
z.B. Fernwärmenetz, eingespeist werden kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass Energie aus einem großen Volumenstrom (1) und niedrigem Temperaturlevel über einen
ersten Wärmetauscher (WT1) in einen Volumenstrom (2) übertragen wird, wobei der Volumenstrom
(2) dann über einen zweiten Wärmetauscher (WT2) geleitet wird, dessen thermische Energiezufuhr
aus
a) dem Rücklauf (10) eines Energieversorgungsystems/ Fernwärmenetz
b) abzuführender Energie (6) aus einem Kühlwasserkreislauf/ Kaltwassersatz
c) dem primärseitigen Rücklauf (3) eines parallel zum Wärmepumpensystem (WP1) getrennt
betriebenen Wärmepumpensystems (WP2)
bezogen wird.
3. Verfahren gem. Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass statt einem zentralen Wärmetauscher (WT2) auch mehrere an ein Manifold (13) angeschlossenen
Wärmetauscher parallel betrieben werden und einzeln zu oder abgeschaltet werden können.
4. Verfahren gem. Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass die im Wärmetauscher (WT2) abgekühlten Ströme (3, 6, 10) einem industriellen Kühlwasserkreislauf
ganz oder teilweise zugeführt werden.
5. Verfahren gem. Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass durch die Nutzung der Ströme (3, 6, 10) die Energiebilanz des industriellen Kühlwasserkreislaufes
verbessert wird.
6. Verfahrerr gem. Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass die im Ablauf eines Kühlwasserkreislaufes (KWS) transportierte thermische Energie
(6)
a) über eine Leitung (7) ganz oder teilweise direkt in ein Wärmeverbrauchssystem (Fernwärmenetz)
eingespeist wird
b) über Leitung (6a) ganz oder teilweise einer Wärmepumpe (WP2) als Energieträger
zugeführt wird
c) über Leitung (6) ganz oder teilweise als Kreislaufwasser zurück in ein Kühlsystem
(KWS) geleitet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass der über den Wärmetauscher (WT2) geleitete Volumenstrom (3) aus dem Ablauf der Wärmepumpe
(WP2) als Kühlwasser ganz oder teilweise einem industriellen Kühlkreislauf zugeführt
wird.