[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie auf eine globale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
(für ein Fahrzeug) zur Ermittlung einer Einstellungsgröße zur, insbesondere fahrzeugübergreifenden,
Einstellung (Anpassung) wenigstens einer zumindest teilautomatischen (bevorzugt automatischen)
Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs, insbesondere einer Fahrerassistenzfunktion
des Fahrzeugs, auf Grundlage von einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen,
welche von Schwarmfahrzeugen einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen ermittelt und/oder
erzeugt sind.
[0002] Bei derartigen Fahrzeugfunktionen kann es sich beispielsweise um Fahr-, Assistenz-
und/oder Interaktionsfunktionen mit dem Fahrer, etwa um eine vorausschauende Geschwindigkeitsregelanlage
("pACC", Abkürzung für engl. "predictive adaptive cruise control") eines Fahrzeugs
handeln. Diese Fahrzeugfunktionen sollen hinsichtlich Präferenzen oder einem natürlicheren
"Fahrstil" weiterentwickelt werden.
[0003] Weiterhin bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren und eine lokale
Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung zur Ermittlung wenigstens einer lokalen
Auswertungsgröße. Dabei ist die Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung insbesondere
lediglich genau einem Fahrzeug zugeordnet bzw. Bestandteil genau eines Fahrzeugs.
[0004] Die aktuelle Gesetzgebung, vor allem in Europa (DSGVO & GDPR, Verordnung (EU) 2016/679
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher
Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und
zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG), hat strikte Vorgaben bei dem Umgang mit sensiblen
bzw. personenbezogenen Daten. Laut DSGVO müssen personenbezogene Daten beispielsweise
Art. 5 (1) f) in einer Weise verarbeitet werden, die eine angemessene Sicherheit der
personenbezogenen Daten gewährleistet, einschließlich Schutz vor unbefugter oder unrechtmäßiger
Verarbeitung und vor unbeabsichtigtem Verlust, unbeabsichtigter Zerstörung oder unbeabsichtigter
Schädigung durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen ("Integrität
und Vertraulichkeit"). Aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung ergeben sich Einschränkungen
sowie Hürden in der Nutzung von Fahrdaten im Bereich automatischer Fahrfunktionen
oder auch Anpassungen von Fahr-, Assistenz-, oder Interaktionsfunktionen mit dem Fahrer,
da oftmals die notwendigen Daten aufgrund notwendiger Signale als sensibel oder personenbezogen
deklariert werden können.
[0005] Im Hinblick auf die Weiterentwicklung und Personalisierung von Fahrfunktionen, wie
der vorrausschauenden Geschwindigkeitsregelanlage ("pACC") kann mittels Kundendaten
die Funktion hinsichtlich Präferenzen oder einem natürlicheren "Fahrstil" weiterentwickelt
werden. In vielen Szenarien können jedoch Daten (Position, Geschwindigkeit, Umfeld)
nicht erhoben werden, da technisch ein Rückschluss über die Fahrzeugführer:innen möglich
ist. Dieser Rückschluss kann eine Verletzung der DSGVO darstellen, wodurch derzeitig
verschiedene Fahrszenarien, bei denen ein Rückschluss möglich ist, nicht betrachtet
werden. Hierbei ergibt sich vor allem der Problemfall, dass wenig befahrene Strecken
bzw. Szenarien aus Funktionsentwicklungssicht äußerst wertvoll sind, diese aufgrund
eines einfacheren Rückschluss auf die Fahrzeugführer:innen jedoch nicht problemlos
aggregierbar sind.
[0006] Es gibt unterschiedliche Methoden, personenbezogene Daten beispielsweise zu Pseudonymisieren
oder Anonymisieren, wie etwa im Rahmen der Figurenbeschreibung zu den Figuren 3a und
3b sowie einleitend zu diesen Figuren erläutert ist. Eine Möglichkeit ist dabei die
Aggregation von GPS-Daten (Standortinformationen) ausschließlich beim Vorhandensein
mehrerer Verkehrsteilnehmer, welche diese Daten ebenfalls aggregieren. Bei der Übermittelung
der Daten an ein Backend kann durch mehrere Teilnehmer und einer Pseudonymisierung
des jeweiligen Datenpakets anschließend kein Rückschluss auf beispielsweise die Standortinformationen
einzelner Fahrzeuge bzw. Fahrzeugführer getroffen werden.
[0008] Ein wesentlicher Nachteil bei Pseudonymisierung, Anonymisierung oder dem schlichten
nicht Aggregieren von Daten in Situationen, in denen eine Pseudonymisierung oder Anonymisierung
nicht stattfinden kann, ist der Verlust an Informationen durch den notwendigen Prozessschritt.
[0009] Somit können entscheidende Fahrszenarien beispielsweise nicht betrachtet werden,
wenn nur ein Verkehrsteilnehmer daran beteiligt ist, beispielsweise bei wenig befahrenen
Strecken. Darüber hinaus wird die Individualisierung von Fahrfunktionen erschwert,
da hierfür personenbezogene Daten notwendig sind.
[0010] Bisher wurden nachteilig aus datenschutztechnischen Gesichtspunkten relevante Fahrszenarien
nicht betrachtet, da eine flächendeckende Pseudonymisierung entweder technisch nicht
umsetzbar ist oder nur unter hohem Aufwand und dadurch hohen Kosten umgesetzt werden
kann.
[0011] Aus der
US 2020/0017117 A1 ist ein System bekannt, welches dazu konfiguriert ist, Anpassungen an einen Fahrzeugbetrieb
unter der Verwendung von Systemen maschinellen Lernens über mehrere Rechnerschichten
hinweg zu bestimmen. Hierzu ist eine Fahrzeugrechenschicht ("Vehicle Computing Layer")
als unterste Schicht, eine lokale Rechenschicht ("Local Computing Layer") als mittlere
Schicht und eine oberste Schicht ("Top-View Computing Layer"), welche deren ermittelte
Ergebnisse jeweils an die nächsthöhere Ebene übermitteln können.
[0012] Bordeigene Rechengeräte in Fahrzeugen können dabei Teil der Fahrzeugrechenschicht
einer mehrschichtigen Fahrzeug-Lerninfrastruktur sein. In einigen Ausführungsformen
kann ein Agent eine Trainingsaktivität durchführen und die Ergebnisse der Trainingsaktivität
an eine nachfolgende Infrastrukturebene als Teil einer föderalen Lernarchitektur senden.
Trainingsgewichte, Trainingsergebnisse oder andere Ergebnisse von einem oder mehreren
Agenten können während einer föderalen Lernrunde an eine nachfolgende Schicht gesendet
werden, ohne dass die für das Training verwendeten Daten einem anderen Agenten auf
derselben Schicht zugänglich gemacht werden.
[0013] Aus der
US 2021/0188306 A1 ist ein System verteilten Kl- oder ML-Lernens für autonome Fahrzeuge bekannt, in
welchem ein Fahrzeug ein ortspezifisches Kl- oder ML-Modell erzeugt und als Reaktion
auf eine Erkennung, dass sich das Fahrzeug an dem Ort in der Nähe eines zusätzlichen
Fahrzeugs befindet, eine Kl- oder ML-Modellübertragung an das zusätzliche Fahrzeug
veranlasst.
[0014] Aus der
US 2021/0108939 A1 ist ein Verfahren zur Implementierung von personalisiertem Mobility as a Service
(PMaaS) bekannt, um die Bereitstellung von Transportdienstleistungen zu verbessern.
Dabei wird ein Benutzer einem von einer Vielzahl von Personen-Modellen zugeordnet.
Jedes Personen-Modell hat eine oder mehrere Eigenschaften, die mit Benutzern des MaaS-Systems
verbunden sind. Dabei nutzt das PMaaS-System eine Benutzer-Profiling und -Modellierung,
die den Aufbau und die Anpassung eines konzeptuellen Verständnisses des Nutzers umfasst,
wobei das Ziel darin besteht, dem Nutzer eine nutzerspezifische und anpassungsfähige
Mobilitätsdienstleistung anzubieten.
[0015] Aus der
US 2021/0370984 A1 ist ein Verfahren bekannt, welches in der Lage ist, die Zeit bis zur Übergabe bei
ODD-Ausgangsereignissen (ODD Abkürzung für "Operational Design Domain") adaptiv abzuschätzen,
indem die Erholungszeit für den Fahrer und die zur sicheren Bewältigung der Situation
erforderliche Aktionszeit abgeschätzt wird. Im Einzelnen ermöglicht das vorgeschlagene
System eine Überprüfung im Fahrzeug der adaptiven Übergabezeit und eine erleichterte
Aktualisierung der Systeme, die die Übergabezeit vorhersagen (d. h. das Aktionszeitnetz
und das Reaktionszeitnetz), auf entkoppelte Weise.
[0016] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die aus dem Stand der Technik
bekannten Nachteile zu überwinden und ein Verfahren bzw. eine globale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
zum Einstellen bzw. Anpassen einer Fahrzeugfunktion eines Fahrzeugs bereitzustellen,
welche sowohl Integrität und Vertraulichkeit der zur Einstellung bzw. zur Anpassung
verwendeten Fahrzeugdaten gewährleisten und gleichzeitig eine möglichst präzise und
nutzerdienliche Einstellung bzw. Anpassung der Fahrzeugfunktion ermöglichen. Weiterhin
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
bzw. ein Verfahren zur Ermittlung einer Auswertungsgröße bereitzustellen, deren Ermittlung
ebenfalls eine hohe Integrität und Vertraulichkeit beherzigt und welche zur Einstellung
bzw. zur Anpassung einer Fahrzeugfunktion eines Fahrzeugs herangezogen werden kann.
[0017] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0018] Bei einem erfindungsgemäßen (insbesondere Computer-implementierten) Verfahren zur
Ermittlung (wenigstens) einer Einstellungsgröße zur Einstellung (und bevorzugt Anpassung)
wenigstens einer zumindest teilautomatischen (bevorzugt automatischen) Fahrzeugfunktion
wenigstens eines Fahrzeugs (und bevorzugt einer Vielzahl von Fahrzeugen) erfolgt diese
Einstellung (und bevorzugt Anpassung) der wenigstens einen Fahrzeugfunktion auf Grundlage
von einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen.
[0019] Dabei sind die lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätze bevorzugt von (den einzelnen) Schwarmfahrzeugen
einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen ermittelt und/oder erzeugt und/oder erfasst.
[0020] Insbesondere hat jedes Schwarmfahrzeug dieser Vielzahl von Schwarmfahrzeugen mittels
wenigstens einer Datenerfassungseinrichtung und bevorzugt mehrerer Datenerfassungseinrichtungen,
beispielsweise Sensoreinrichtung(-en), insbesondere Umfelderfassungseinrichtung(-en
)des jeweiligen Schwarmfahrzeugs, den jeweiligen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatz
ermittelt und/oder erzeugt und/oder erfasst.
[0021] Dabei sind die jeweiligen zur Ermittlung/Erzeugung/Erfassung des lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatz
beteiligten Datenerfassungseinrichtungen (bevorzugt Sensoreinrichtungen, insbesondere
Umfelderfassungseinrichtungen) bevorzugt Bestandteil des jeweiligen Schwarmfahrzeugs.
Der jeweilige lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz wird also bevorzugt (ausschließlich)
durch (eine) Schwarmfahrzeug-interne Datenerhebungseinrichtung(-en) ermittelt/erzeugt/erfasst.
[0022] Bevorzugt handelt es sich bei den von der wenigstens einen und bevorzugt mehreren
Datenerfassungseinrichtung(en) des jeweiligen (einzelnen bzw. jedes) Schwarmfahrzeugs
(zur Erhebung der Daten auf Grundlage der er der jeweils lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz
ermittelt und/oder erzeugt wird) um eine Datenerfassungseinrichtung zur Erfassung
(Erhebung) von Fahrdaten und/oder (abgeleitete) Fahrdynamikgrößen (wie Fahrgeschwindigkeit,
Fahrbeschleunigung, Bewegungsrichtung, Gierrate, Nickrate, Wankrate), Fahrzeugdaten
(welche etwa einen Fahrzeugzustand des Schwarmfahrzeugs angeben), Betriebsdaten (welche
etwa einen aktuellen Betriebszustand des Schwarmfahrzeugs angeben), Bediendaten (welche
etwa eine aktuelle Bedienung des Schwarmfahrzeugs angeben, wie beispielsweise Lenkwinkel,
Beschleunigungsdaten, ausgewählte Beleuchtung und dergleichen), Umfelddaten (welche
charakteristisch für ein Fahrzeugumfeld des Schwarmfahrzeugs sind), Aktor-Daten (welche
etwa eine aktuelle Ansteuerung des Aktors und/oder einen aktuellen Zustand/Stellung
des Aktors angeben, etwa Ansteuerung eines Dämpfers), Sensordaten (welche die von
einer Sensoreinrichtung des Schwarmfahrzeugs erfassten Daten angeben), empfangene
Kommunikationsdaten (etwa Car2X-Daten), Navigationsdaten, Positionsdaten (etwa, oder
dergleichen, und/oder von den genannten erfassten Daten abgeleitete Daten (wie erkannte
Umfeldobjekte), und/oder Kombinationen hiervon.
[0023] Bevorzugt kann der lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz charakteristisch sein für ein
Fahrprofil des jeweiligen Schwarmfahrzeugs (bzw. eines Nutzers des Schwarmfahrzeugs).
Die jeweiligen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätze können dabei (jeweils) charakteristisch
sein für (wenigstens) ein Fahrprofil des jeweiligen Schwarmfahrzeugs, beispielsweise
ein Beschleunigungs- und/oder ein Geschwindigkeitsprofil und/oder ein Lenkprofil und/oder
ein Abstandsverhalten des Fahrzeugs zu einem Vorderfahrzeug und/oder zu einem (etwa
stehenden) Objekt und/oder in Bezug auf eine Fahrspurbegrenzung. Alternativ oder zusätzlich
kann der (jeweilige) lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz charakteristisch sein für ein
Bewegungsmuster des jeweiligen Schwarmfahrzeugs (etwa ermittelt auf Grundlage von,
von dem jeweiligen Schwarmfahrzeug erfassten (GPS-)Fahrzeugpositionen, Fahrgeschwindigkeiten
und/oder Beschleunigungen des jeweiligen Schwarmfahrzeugs) und/oder für eine, bevorzugt
personenbezogene Fahrstilanalyse.
[0024] Bei dem lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatz kann es sich um Roh(-sensor-)daten und/oder
um (innerhalb des jeweiligen Schwarmfahrzeugs) weiterverarbeitete Daten, wie beispielsweise
um aus einer Objekterkennung einer Fahrzeugkamera resultierende Daten, handeln.
[0025] Bevorzugt dient das Verfahren zur fahrzeugübergreifenden Einstellung (bzw. Anpassung)
der wenigstens einen zumindest teilautomatischen (bevorzugt automatischen) Fahrzeugfunktion
des wenigstens einen Fahrzeugs. Bevorzugt ist also der Zweck des Verfahrens nicht
nur die Einstellung bzw. Anpassung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion des wenigstens
einen Fahrzeugs, sondern bevorzugt dient das Verfahren zur Einstellung (bzw. Anpassung)
der wenigstens einen Fahrzeugfunktion einer Vielzahl von Fahrzeugen (und bevorzugt
zur Einstellung einer Vielzahl von Fahrzeugfunktionen der Vielzahl von Fahrzeugen).
[0026] Dabei wird bevorzugt bei der Vielzahl von Fahrzeugen jeweils die gleiche Fahrzeugfunktion
bzw. werden die gleichen Fahrzeugfunktionen eingestellt bzw. angepasst. Beispielsweise
kann das Verfahren zum fahrzeugübergreifenden Einstellen von jeweils einer vorausschauenden
Geschwindigkeitsregelanlage (pACC", Abkürzung für engl. "predictive adaptive cruise
control") der Vielzahl von Fahrzeugen verwendet werden.
[0027] Bei der wenigstens einen Fahrzeugfunktion eines Fahrzeugs handelt es sich bevorzugt
um eine Fahrerassistenzfunktion des Fahrzeugs und/oder eine Fahrfunktion des Fahrzeugs
(insbesondere zur Längs- und/oder Querfunktion des Fahrzeugs) und/oder eine Interaktionsfunktion
des Fahrzeugs zur Interaktion des Fahrzeugs mit einem Nutzer (etwa Fahrer oder Insassen)
des Fahrzeugs (etwa zur, bevorzugt sprachbasierten und/oder Gestenbasierten und/oder
Touch-basierten und/oder taktilen Übermittlung von Bedienbefehlen des Nutzers an das
Fahrzeugs) und/oder eine Komfortfunktion des Fahrzeugs.
[0028] Bevorzugt handelt es sich bei der wenigstens einen Fahrzeugfunktion, wie obig erwähnt,
um eine (bevorzugt) vorausschauende Geschwindigkeitsregelanlage (ACC und bevorzugt
pACC), besonders bevorzugt um eine vorausschauende und personalisierte Geschwindigkeitsregelanlage
(Abkürzung: ppACC), und/oder eine Abstandsregeleinrichtung mit einer automatischen
Regelung eines Abstands des Fahrzeugs zu einem Vorderfahrzeug und/oder eine Spurwechselassistenzfunktion.
[0029] Bevorzugt handelt es sich bei der wenigstens einen Fahrzeugfunktion um eine Fahrzeugfunktion
des Fahrzeugs, welche auf Grundlage einer Analyse eines Fahrprofils eines Nutzers
(oder mehrerer Nutzer) des Fahrzeugs und/oder einer Vielzahl von Fahrprofilen von
(anderen) Fahrzeugen (feiner) einstellbar ist und/oder an ein oder mehrere Fahrprofile
anpassbar ist. Durch die (Fein-)Einstellung und/oder Anpassung kann vorteilhaft erreicht
werden, dass beispielsweise eine für den Nutzer als "natürlicher" empfundene Funktionsweise
der Fahrzeugfunktion (etwa Fahrstil) erreicht wird.
[0030] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst ein Empfangen einer Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen.
Dabei handelt es sich bei der Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen um lokale Auswertungsgrößen
einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen.
[0031] Bevorzugt sind die lokalen Auswertungsgrößen charakteristisch für eine (lokale Einstellung)
bzw. Anpassung der (einzustellenden) Fahrzeugfunktion des jeweiligen Schwarmfahrzeugs.
Dabei ist die lokale Auswertungsgröße jeweils auf Grundlage des von dem jeweiligen
Schwarmfahrzeug erzeugten bzw. ermittelten lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes (im
Rahmen eines Computer-implementierten Verfahrensschritts) ermittelt bzw. berechnet.
[0032] Bevorzugt wird die Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen von (wenigstens) einer,
insbesondere Prozessor-basierten, globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
empfangen.
[0033] Denkbar ist also, dass es sich bei der empfangenen Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen
um lokale Auswertungsgrößen handelt, von denen jeweils eine einzelne empfangene lokale
Auswertungsgröße von einem separaten Schwarmfahrzeug ermittelt ist. Mit anderen Worten
kann die empfangene Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen jeweils von einander verschiedenen
Schwarmfahrzeugen ermittelt sein.
[0034] Bevorzugt sind (jeweils) mehrere lokalen Auswertungsgrößen der empfangenen Vielzahl
von lokalen Auswertungsgrößen von demselben Schwarmfahrzeug ermittelt (und wenigstens
mittelbar übermittelt). So könnte etwa jedes Schwarmfahrzeug der Vielzahl von Schwarmfahrzeugen,
welche die Vielzahl von empfangenen lokalen Auswertungsgrößen ermittelten (und zur
Übermittlung bereitstellten), dieselbe Anzahl an lokalen Auswertungsgrößen (wenigstens
mittelbar) übermitteln bzw. zur Übermittlung bereitstellen. Bevorzugt werden diese
mehreren, von genau einem Schwarmfahrzeug ermittelten lokalen Auswertungsgrößen gleichzeitig
(übermittelt und), bevorzugt von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung,
empfangen.
[0035] Die (wenigstens eine) globale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung ist dabei
bevorzugt eine zentrale Einrichtung, welcher nicht nur einem Schwarmfahrzeug zugeordnet
ist, sondern welche die lokalen Auswertungsgrößen einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen
und besonders bevorzugt alle (zur Einstellung der einzustellenden Fahrzeugfunktion
verwendeten) lokalen Auswertungsgrößen empfängt (und zur Ermittlung der nachfolgend
beschriebenen Einstellungsgröße berücksichtigt).
[0036] Bevorzugt handelt es sich bei der (wenigstens einen) globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
um eine (in Bezug auf die Schwarmfahrzeuge und bevorzugt die Vielzahl von Schwarmfahrzeugen)
externe (Prozessor-basierte) Auswerteeinrichtung, insbesondere einen Cloud-basierten
und/oder einen externen Server. Unter einem externen Server ist insbesondere ein in
Bezug auf das Schwarmfahrzeug und bevorzugt auf die Vielzahl von Schwarmfahrzeugen
externer Server, insbesondere ein Backend-Server, zu verstehen. Der externe Server
ist beispielsweise ein Backend eines Fahrzeugherstellers oder eines Dienstanbieters,
welcher dazu eingerichtet ist, Daten hinsichtlich einer (verbesserten) Einstellung
und/oder Anpassung der (einzustellenden) Fahrzeugfunktion auszuwerten und/oder zu
verwalten und/oder zu speichern und bevorzugt das erhaltene Ergebnis an die Vielzahl
von Schwarmfahrzeugen zu übermitteln. Die Funktionen des Backend bzw. des externen
Servers können dabei auf (externen) Serverfarmen durchgeführt werden. Beim (externen)
Server kann es sich um ein verteiltes System handeln. Der externe Server und/oder
das Backend kann Cloud-basiert sein.
[0037] Bevorzugt ist die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung (dauerhaft) stationär
angeordnet (und von den Schwarmfahrzeugen der Vielzahl von Schwarmfahrzeugen bevorzugt
beabstandet).
[0038] Dabei erfolgt das Übermitteln der lokalen Auswertungsgröße(n) und/oder des erhaltenen
Ergebnisses/den zu übermittelnden Daten zwischen einem (jeden) Schwarmfahrzeug und
der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung bevorzugt drahtlos.
[0039] Bevorzugt ist die lokale Auswertungsgröße jeweils von einer, insbesondere Prozessor-basierten,
lokalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung ermittelt, welche dem jeweiligen
Schwarmfahrzeug zugeordnet ist und welche besonders bevorzugt (fester) Bestandteil
des jeweiligen Schwarmfahrzeugs ist. Derartige lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtungen
und bevorzugte Ausführungsformen sind nachfolgend näher beschrieben.
[0040] Die lokale Auswertungsgröße ist mit anderen Worten Schwarmfahrzeug-intern ermittelt.
Bevorzugt ist die lokale Auswertungsgröße auf Grundlage des lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes
ausschließlich durch Schwarmfahrzeug-interne Einrichtungen, beispielsweise durch eine
Onboard-Recheneinheit des jeweiligen Schwarmfahrzeugs, ermittelt, also insbesondere
ohne Mitwirkung von, insbesondere Prozessor-basierten, Einrichtungen außerhalb des
betreffenden Schwarmfahrzeugs.
[0041] Bevorzugt sind die lokalen Auswertungsgrößen jeweils charakteristisch für eine, durch
eine Schwarmfahrzeug-interne, lokale Auswertung des von dem jeweiligen Schwarmfahrzeug
ermittelten lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes (bevorzugt hinsichtlich der einzustellenden
Fahrzeugfunktion).
[0042] Bevorzugt ist die wenigstens eine ermittelte lokale Auswertungsgröße (besonders bevorzugt
die von dem jeweiligen Schwarmfahrzeug ermittelte Vielzahl lokaler Auswertungsgrößen)
(jeweils) charakteristisch für wenigstens eine Einstellungsgröße der einzustellenden
Fahrzeugfunktion (bevorzugt des Schwarmfahrzeugs). Bevorzugt ist die wenigstens eine
lokale Auswertungsgröße (bevorzugt die von dem jeweiligen Schwarmfahrzeug ermittelte
Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen) derart bestimmt bzw. ermittelt, dass in Abhängigkeit
von der ermittelten lokalen Auswertungsgröße bzw. in Abhängigkeit von der (von dem
Schwarmfahrzeug) ermittelten Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen - insbesondere
ohne Verwendung des lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes - die einzustellende Fahrzeugfunktion
einstellbar bzw. anpassbar ist.
[0043] So könnte etwa die wenigstens eine ermittelte lokale Auswertungsgröße (besonders
bevorzugt die von dem jeweiligen Schwarmfahrzeug ermittelte Vielzahl lokaler Auswertungsgrößen)
einen (vorgebbaren bzw. einstellbaren) Einstellparameter der einzustellenden Fahrzeugfunktion
angeben.
[0044] Die wenigstens eine ermittelte lokale Auswertungsgröße (besonders bevorzugt die von
dem jeweiligen Schwarmfahrzeug ermittelte Vielzahl lokaler Auswertungsgrößen) ist
bevorzugt charakteristisch für eine (beabsichtigte) Funktionsweise der einzustellenden/anzupassenden
Fahrzeugfunktion. Bevorzugt ist die ermittelte lokale Auswertungsgröße (besonders
bevorzugt die von dem jeweiligen Schwarmfahrzeug ermittelte Vielzahl lokaler Auswertungsgrößen)
charakteristisch für eine Änderung einer Funktionsweise der einzustellenden/anzupassenden
Fahrzeugfunktion.
[0045] Mit anderen Worten könnte allein mit der von genau einem Schwarmfahrzeug ermittelten
lokalen Auswertungsgröße eine einzustellende Fahrzeugfunktion eingestellt/angepasst
werden, insbesondere ohne dass hierfür die von anderen Schwarmfahrzeugen ermittelten
lokalen Auswertungsgrößen verwendet werden. Hierdurch würde allerdings lediglich die
Anpassung/Einstellung an das jeweilige einzelne Schwarmfahrzeug bzw. beispielsweise
dessen Fahrprofil erreicht. Das vorgeschlagene Verfahren, welches die von einer Vielzahl
von Schwarmfahrzeugen ermittelten lokalen Auswertungsgrößen kombiniert und/oder bei
der Ermittlung der (wenigstens einen) Einstellungsgröße berücksichtigt, bietet den
Vorteil, dass die einzustellende Fahrzeugfunktion an mehrere Schwarmfahrzeuge und
bevorzugt die Fahrprofile mehrerer Schwarmfahrzeuge angepasst/eingestellt werden kann.
Hierdurch kann die Fahrzeugfunktion nicht nur spezifisch an ein einzelnes Schwarmfahrzeug
angepasst, verbessert werden, sondern die Fahrzeugfunktion kann allgemein, insbesondere
Schwarmfahrzeugunabhängig und Nutzer-unabhängig bzw. Nutzer-übergreifend und/oder
Schwarmfahrzeugübergreifend verbessert werden.
[0046] Die lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätze sind dabei bevorzugt (besonders bevorzugt
ausschließlich) lokal (d.h. Schwarmfahrzeug-intern) auf dem jeweiligen Schwarmfahrzeug
gespeichert.
[0047] In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird weiterhin (besonders bevorzugt von der wenigstens
einen globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung) (wenigstens) eine Einstellungsgröße
auf Grundlage der empfangenen Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen (insbesondere
im Rahmen eines Computer-implementierten Verfahrensschritts) ermittelt. Denkbar ist
auch, dass eine Vielzahl von Einstellungsgrößen auf Grundlage der empfangenen Vielzahl
von lokalen Auswertungsgrößen (zur Einstellung der wenigstens einen einzustellenden
Fahrzeugfunktion) ermittelt wird.
[0048] Besonders bevorzugt deckt sich die Anzahl der (zur Einstellung der wenigstens einen
Fahrzeugfunktion) ermittelten Einstellungsgrößen mit der Anzahl der von einem Schwarmfahrzeug
(im Rahmen eines einzelnen Datenübermittlungsvorgangs), im Wesentlichen zeitgleich,
(wenigstens mittelbar) an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung übermittelten
bzw. zur Übermittlung bereitgestellten, von dem Schwarmfahrzeug ermittelten lokalen
Auswertungsgrößen. Mit anderen Worten deckt sich bevorzugt die Anzahl der (zur Einstellung
der wenigstens einen Fahrzeugfunktion) ermittelten Einstellungsgrößen mit der Anzahl
der von demselben Schwarmfahrzeug ermittelten und, im Wesentlichen zeitgleich bzw.
im Rahmen eines Übermittlungsvorgangs, (von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung)
empfangenen lokalen Auswertungsgrößen.
[0049] Bevorzugt werden die lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätze nicht von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
empfangen und/oder nicht von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
bei der Ermittlung der (wenigstens einen) Einstellungsgröße berücksichtigt.
[0050] Erfindungsgemäß wird die (wenigstens eine) Einstellungsgröße (und bevorzugt die ermittelte
Vielzahl von Einstellungsgrößen) zur Übermittlung der Einstellungsgröße an das Fahrzeug
(mit der einzustellenden wenigstens einen Fahrzeugfunktion) bzw. zur Einstellung der
wenigstens einen Fahrzeugfunktion bereitgestellt. Bevorzugt wird die (wenigstens eine)
Einstellungsgröße (und bevorzugt die ermittelte Vielzahl von Einstellungsgrößen) zur
Übermittlung der Einstellungsgröße an eine Vielzahl von Fahrzeugen (mit der wenigstens
einen einzustellenden Fahrzeugfunktion) zur Einstellung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion
in Abhängigkeit der Einstellungsgröße bereitgestellt.
[0051] Bevorzugt wird die (wenigstens eine) Einstellungsgröße (und bevorzugt die ermittelte
Vielzahl von Einstellungsgrößen) an eine (die) Vielzahl von Fahrzeugen (mit der wenigstens
einen einzustellenden Fahrzeugfunktion) zur Einstellung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion
in Abhängigkeit der Einstellungsgröße (bevorzugt kontaktlos) übermittelt.
[0052] In diesen Fahrzeugen kann sodann eine Einstellung und/oder Anpassung der einzustellenden
Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der Einstellungsgröße vorgenommen werden bzw. wird
vorgenommen. Bevorzugt erfolgt diese Einstellung in den einzelnen Fahrzeugen automatisch
oder teilautomatisch. So kann die Einstellung und/oder Anpassung nach einer Freigabe
durch einen (hierfür berechtigten) Nutzer erfolgen. Denkbar ist aber auch, dass die
Einstellung und/oder Anpassung ohne hierfür erforderliche Freigabe durch einen Nutzer
des Fahrzeugs (automatisch) erfolgt.
[0053] Bei der Vielzahl von Schwarmfahrzeugen handelt es sich bevorzugt um mehr als 50 Schwarmfahrzeuge,
bevorzugt um mehr als 100 Schwarmfahrzeuge, bevorzugt um mehr als 1.000 Schwarmfahrzeuge,
bevorzugt um mehr als 10.000 Schwarmfahrzeuge und besonders bevorzugt um mehr als
100.000 Schwarmfahrzeuge. Bevorzugt erhebt bzw. erfasst bzw. erzeugt jedes dieser
Schwarmfahrzeuge jeweils wenigstens einen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatz. Entsprechend
werden bevorzugt (von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung) wenigstens
100, bevorzugt wenigstens 1.000, bevorzugt wenigstens 10.000 und besonders bevorzugt
wenigstens 100.000 lokale Auswertungsgrößen (von jeweils einander verschiedenen Schwarmfahrzeugen)
empfangen.
[0054] Mit anderen Worten wird vorgeschlagen, dass sensible (Fahr-)Daten in den einzelnen
Schwarmfahrzeugen zur Einstellung einer Fahrzeugfunktion bzw. zur Ermittlung einer
Einstellungsgröße hierfür (erhoben und) verwendet werden, indem diese (Fahr-)Daten
lokal bzw. Schwarmfahrzeug-intern in den Schwarmfahrzeugen ausgewertet werden (etwa
zur Fahrprofilanalyse). Erst ein Auswertungsergebnis dieser (Schwarmfahrzeug-internen
bzw. lokalen) Auswertung, welches insbesondere keine Rückschlüsse mehr zulässt auf
sensible und/oder personenbezogene (Fahr-)Daten (beispielsweise genauer Standort und
Uhrzeit, genaue Fahrroute, Informationen zu Fahrzeugführer, Geschwindigkeit, Umfeld)
und/oder auf Fahrzeugführer:innen, wird an einen Schwarmfahrzeug-externen Server bzw.
an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung übermittelt und derartige
Auswertungsergebnisse einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen ausgewertet. Die empfangen
Auswertungsgrößen basieren zwar auf den lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen und sind
für Informationen in den lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen charakteristische, die
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätze, welche zudem sensible (personenbezogene) Informationen
umfassen, müssen damit nicht an externe Geräte zur Ermittlung einer Einstellungsgröße
übermittelt werden.
[0055] Ein mögliches Beispiel ist das Verwenden von sensiblen Daten wie Bewegungsmustern
(GPS-Positionen, Fahrgeschwindigkeiten sowie Beschleunigungen) um eine personenbezogene
Fahrstilanalyse ableiten zu können, und damit die Funktion der vorrausschauenden und
personalisierten Geschwindigkeitsregelanlage (ppACC) anzupassen.
[0056] Somit können zwar sensible (Fahr-)Daten einer (großen) Vielzahl von Schwarmfahrzeugen
berücksichtigt werden, sodass vorteilhaft einzelne Sonderfälle und Ausreißer in Auswertungsergebnissen
entsprechend festgestellt und bei der Ermittlung einer (globalen) Einstellungsgröße
berücksichtigt werden können und gleichzeitig dennoch der Datenschutz gewährleistet
werden. Zudem ist das von den Schwarmfahrzeugen zu übermittelnde Datenvolumen sehr
viel geringer als bei der Ermittlung der noch nicht ausgewerteten (Fahr-)Daten.
[0057] Weiter vorteilhaft kann die in den Schwarmfahrzeug verbaute und zur Verfügung stehende
Hardware innerhalb der Schwarmfahrzeuge zur mittelbaren Ermittlung der Einstellungsgröße
verwendet werden, indem die lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätze jeweils lokal bzw.
Schwarmfahrzeug-intern bereits ausgewertet werden. Hierdurch können Kosten durch den
Wegfall von beispielsweise zusätzlich anzumietender (z.B. AWS, MS Azure) oder zu beschaffender
Rechenleistung gespart werden.
[0058] Bevorzugt handelt es sich bei der ermittelten Einstellungsgröße um eine fahrzeugübergreifende
Einstellungsgröße in dem Sinne, dass nicht nur beispielsweise Präferenzen oder ein
gewünschter Fahrstil eines einzelnen Nutzer/einzelner Nutzer (nur) eines Schwarmfahrzeugs
berücksichtigt werden/wird, sondern einer (großen) Vielzahl von Schwarmfahrzeugen.
[0059] Bevorzugt ist der erhobene/erfasste/erzeugte lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz jeweils
charakteristisch für das Nutzerverhalten in Bezug auf das jeweilige Schwarmfahrzeug,
insbesondere hinsichtlich der einzustellenden/anzupassenden Fahrzeugfunktion. Bevorzugt
wird bei der Ermittlung der lokalen Auswertungsgröße ein Nutzerverhalten in Bezug
auf das jeweilige Schwarmfahrzeug, insbesondere hinsichtlich der einzustellenden/anzupassenden
Fahrzeugfunktion, berücksichtigt. Bevorzugt wird (hiermit) die Einstellungsgröße auf
Grundlage eines Nutzerverhaltens einer Vielzahl von Nutzern (jeweils voneinander verschiedener
Schwarmfahrzeuge) ermittelt.
[0060] Die Vielzahl von Schwarmfahrzeugen können dabei über ein ganzes Land und/oder eine
(vorgegebene und/oder vorgebbare) Region (bevorzugt im Wesentlichen gleichmäßig) verteilt
sein.
[0061] Bevorzugt ermittelt jedes der Schwarmfahrzeuge dieselbe Art von Auswertungsgröße
zur Übermittlung an die globale Fahrzeugfunktons-Einstellungsvorrichtung.
[0062] Die Übermittlung der wenigstens einen Einstellungsgröße an die Vielzahl von Fahrzeugen
kann dabei zu festen und/oder vorgegebenen Zeitpunkten und/oder regelmäßig erfolgen.
[0063] Denkbar ist auch, dass vor der Bereitstellung der wenigstens einen Einstellungsgröße
zur Übermittlung der wenigstens einen Einstellungsgröße an die Vielzahl von Fahrzeugen
und/oder vor der Übermittlung der wenigstens einen Einstellungsgröße an die Vielzahl
von Fahrzeugen eine Freigabe durch eine Prüfstelle, etwa einen Fahrzeughersteller
(z.B. OEM), erfolgen muss.
[0064] Die Übermittlung der wenigstens einen Einstellungsgröße an die Vielzahl von Fahrzeugen
kann bevorzugt (im Wesentlichen) zeitgleich und/oder innerhalb eines vorgegebenen
und/oder vorgebbaren Zeitraums erfolgen.
[0065] Bevorzugt basiert und/oder verwendet die wenigstens eine (einzustellende und/oder
die anzupassende) Fahrzeugfunktion auf einem (trainierten und/oder trainierbaren)
Fahrzeugfunktions-Modell maschinellen Lernens. Das Fahrzeugfunktions-Modell maschinellen
Lernens umfasst dabei einen Satz Parameter, welche bevorzugt auf Werte eingestellt
sind, die als Ergebnis eines Trainingsprozesses gelernt wurden.
[0066] Bevorzugt wird auf Grundlage des jeweiligen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes ein
(lokales bzw. Schwarmfahrzeug-internes) Trainingsverfahren durch eine Prozessoreinrichtung
des jeweiligen Schwarmfahrzeugs durchgeführt und hierdurch ein (neuer) Satz Parameter
ermittelt, welche auf Werte eingestellt sind, die als Ergebnis dieses Trainingsprozesses
gelernt sind.
[0067] Bevorzugt führt jedes Schwarmfahrzeug (lokal bzw. Schwarmfahrzeug-intern) ein derartiges
Trainingsverfahren (auf Grundlage des jeweiligen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes)
aus.
[0068] Bevorzugt handelt es sich bei den jeweils ermittelten lokalen Auswertungsgrößen um
wenigstens einen Parameter, dessen Wert neu gelernt wurde, oder eine hierfür charakteristische
Parametergröße.
[0069] Bevorzugt übermittelt jedes Schwarmfahrzeug den als Ergebnis des (auf Grundlage des
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes durchgeführten) Trainingsverfahrens gelernten
(kompletten) Satz Parameter oder hierfür charakteristische Parametergrößen. Diese
werden insbesondere (von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung) als
lokale Auswertungsgrößen empfangen. Beispielsweise könnte (wie nachfolgend nochmals
beschrieben) ein Delta zwischen den durch das Trainingsverfahren gelernten Parametern
in Bezug auf die zuvor eingestellten Parametern gebildet werden und als (von dem Satz
Parameter abgeleitete) Parametergrößen von den einzelnen Schwarmfahrzeugen übermittelt
werden.
[0070] Bevorzugt dient als (empfangene) Auswertungsgröße(n) daher der als Ergebnis des (auf
Grundlage des lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes durchgeführten) Trainingsverfahrens
gelernte (komplette) Satz Parameter (des Fahrzeugfunktions-Modells maschinellen Lernens)
oder hierfür charakteristische (etwa hiervon abgeleitete) Parametergrößen.
[0071] Bei einem bevorzugten Verfahren handelt es sich bei den empfangenen Auswertegrößen
jeweils um einen Parameter, welcher auf einen Wert eingestellt ist, der als Ergebnis
eines auf Grundlage des jeweiligen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes durchgeführten
Trainingsprozesses gelernt wurde.
[0072] Bevorzugt wird daher ein Einsatz von Federated Learning zur Nutzung von sensiblen
Daten beispielsweise in der Fahrprofilanalyse vorgeschlagen.
[0073] Ein Vorteil des Federated Learnings bietet die Nutzung der verbauten und zur Verfügung
stehenden Hardware innerhalb der Fahrzeuge zur weiteren Optimierung von Fahrfunktionen.
Hierdurch können Kosten durch den Wegfall von zusätzlicher anzumietender (z.B. AWS,
MS Azure) oder zu beschaffender Rechenleistung gespart werden.
[0074] Vorteilhaft hierbei ist einerseits die Möglichkeit einen größeren Umfang an Daten
zu nutzen sowie marktspezifische Anpassungen durch die lokalen Endgeräte vornehmen
zu können. Darüber hinaus ermöglicht eine architektureller Aufbau hinsichtlich eines
Systems des Federated Learnings die Ausnutzung der im Fahrzeug verbauten Hardwarekomponenten
(z.B. Rechenleistung).
[0075] Ein möglicher Ansatz personenbezogene und sensible Daten zu verarbeiten bietet das
föderale Lernen (sogenanntes "Federated Learning"), welches bereits in anderen datensensiblen
Bereichen angewendet wird. Hierbei kann ein maschinelles Lernmodell auf mehreren Geräten
anhand lokaler Datensätze trainiert werden, die auf denselben Geräten ebenfalls gesammelt
werden. Lediglich das Ergebnis des Trainings, beispielsweise die Änderung der Parameter
des maschinellen Lernmodells, werden an ein Backend oder zentrale Aggregationseinheit
geschickt. In diesem Backend können die Parameteränderungen, die bereits eine Pseudonymisierung
darstellen, aggregiert und getestet sowie an alle Teilnehmer (Geräte) zurück verteilt
werden.
[0076] Dies ermöglicht somit ein dezentrales Training auf lokalen Datensätzen in einem zentralen
Verbund mit mehreren Teilnehmern, ohne das personenbezogene oder sensible Daten geteilt
werden müssen.
[0077] Als Erweiterung zu den Methoden des Federated Learnings, welche zum Teil in Bereichen
wie der Verteidigung, Telekommunikation oder dem Gesundheitswesen angewendet werden,
können Algorithmen der Kryptographie genutzt werden (End-2-End Encryption, Zero-knowledge
proof, Peer-2-Peer Communication, Secure Multi-Party Computation), um die Datensicherheit
weiter zu erhöhen.
[0078] Nach der Durchführung des Lernprozesses kann bevorzugt (anschließend) die Differenz
in der Parameteranpassung, welche anhand der gesammelten Daten gebildet wurde, genutzt
werden, um die Informationen ohne Preisgabe von sensiblen oder personenbezogenen Daten
zu verteilen. In einem Verbund aus mehreren Fahrzeugen können darüber hinaus eine
Vielzahl an Parameteranpassungen gemittelt werden, um somit ebenfalls eine vergrößerte
Datenbasis bzw. weitere Funktionalitäten zu ermöglichen.
[0079] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren erfolgt das Ermitteln der Einstellungsgröße
durch Bilden eines Durchschnitts der empfangenen Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen
(etwa die in dem Trainingsverfahren ermittelten Parameter des Fahrzeugfunktions-Modells
maschinellen Lernens) oder hiervon abgeleiteter Größen.
[0080] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren erfolgt die Bereitstellung der (wenigstens
einen) (gleichen) Einstellungsgröße zur Übermittlung der Einstellungsgröße an eine
gesamte Fahrzeugflotte. Auf diese Weise kann eine gleiche Einstellung für alle Fahrzeuge
ermöglicht werden. In dem Sinne kann es sich also bei der Einstellungsgröße um eine
"globale" Einstellungsgröße handeln, welche etwa fahrzeugübergreifend verwendet wird.
[0081] Bevorzugt kann auch eine regionale Anpassung von Fahrzeugfunktionen und/oder Fahrfunktionen
vorgenommen werden. Eine derartige Möglichkeit einer Regions- oder Fahrerspezifischen
Individualisierung ist aufgrund der notwendigen Verarbeitung personenbezogener Daten
(Standortinformationen, Informationen zu Fahrzeugführer:innen) nicht mit herkömmlichen
Methoden umsetzbar.
[0082] Als Ableitung der "Regions- oder Fahrerspezifischen Individualisierung" kann diese
vorteilhaft ebenfalls für Neufahrzeuge genutzt werden, beispielsweise in den jeweiligen
Regionen.
[0083] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren erfolgt die Bereitstellung der Einstellungsgröße
zur Übermittlung der Einstellungsgröße an eine Vielzahl von Fahrzeugen derart, dass
die Einstellung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der bereitgestellten
Einstellungsgröße nur bei Fahrzeugen innerhalb einer vorgegebenen Region erfolgt.
[0084] Bevorzugt wird die ermittelte Einstellungsgröße daher nicht an alle Fahrzeuge (etwa
einer Fahrzeugflotte), welche die wenigstens eine einzustellende und/oder anzupassende
Fahrzeugfunktion aufweisen, übermittelt, sondern nur an diejenigen Fahrzeuge, für
die diese Einstellung relevant ist, also etwa an alle Fahrzeuge einer vorgegebenen
und/oder vorgebbaren Region. So kann etwa die Einstellungsgröße zusammen mit Metadaten
und/oder einem Label (bevorzugt von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung)
ermittelt werden, für welche Region die Einstellungsgröße relevant ist bzw. an die
Fahrzeuge welcher Region die Einstellungsgröße zur Übermittlung bereitgestellt werden
soll (und übermittelt wird).
[0085] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren wird die Ermittlung der Einstellungsgröße
regionsabhängig vorgenommen und/oder überprüft, ob sich bei der Ermittlung der Einstellungsgröße
regionsspezifische Unterschiede ergeben. Dabei können die Regionen vorgegeben sein.
Denkbar ist aber auch, dass eine Regressionsanalyse hinsichtlich regionsabhängiger
Unterschiede vorgenommen wird.
[0086] Denkbar ist aber auch, dass ausschließlich überregionale Einstellungen und/oder eine
überregionale Ermittlung der Einstellungsgröße (basierend auf überregionalen Schwarmdatensätzen)
vorgenommen werden.
[0087] Zudem ist denkbar, dass wählbar und/oder vorgebbar ist, ob eine regionsabhängige
Ermittlung der Einstellungsgröße oder eine überregionale bzw. globale Ermittlung der
Einstellungsgröße vorgenommen werden soll.
[0088] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren ist eine Vielzahl von Gruppen vorgegeben und
den Gruppen sind jeweils empfangene Auswertegrößen zugeordnet, wobei die Ermittlung
der Einstellungsgröße ausschließlich auf Grundlage von denjenigen Auswertegrößen,
welche wenigstens einer vorgegebenen Gruppe zugeordnet sind, erfolgt.
[0089] Die empfangenen Auswertegrößen können bevorzugt jeweils wenigstens einer Gruppe zugeordnet
sein und/oder werden. Bevorzugt erfolgt eine gruppenspezifische Ermittlung der Einstellungsgröße
basierend auf allen, einer spezifischen Gruppe zugeordneten Auswertegrößen. Denkbar
ist dabei, dass die einzelnen Schwarmfahrzeuge (insbesondere zusammen mit der wenigstens
einen Auswertungsgröße bzw. dieser zugeordnet) wenigstens eine für eine Gruppe charakteristische
Gruppengröße (bevorzugt eine Vielzahl von Gruppengrößen), insbesondere an die globale
Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung, zur Ermittlung der Einstellungsgröße übermittelt.
[0090] Bevorzugt wird (daher) zur Ermittlung der Einstellungsgröße (bevorzugt von der globalen
Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung) wenigstens eine der wenigstens einen Auswertungsgröße
(jeweils) zugeordnete Gruppengröße (bevorzugt die Vielzahl von Gruppengrößen) empfangen
und bei der Ermittlung der wenigstens einen Einstellungsgröße berücksichtigt. Hierdurch
kann ein domänenspezifisches Submodell ermittelt werden.
[0091] Die Gruppengröße kann dabei charakteristisch sein für einen (gemeinsamen bzw. gleichen)
Fahrzeugtyp des bzw. der Schwarmfahrzeug(e) und/oder eine Region (in welcher das Schwarmfahrzeug
zugelassen wird und/oder hauptsächlich betrieben wird) und/oder eine für eine Personengruppe
charakteristische Eigenschaft wie etwa ein Alter und/oder eine Fahrerfahrung wenigstens
eines Nutzers des bzw. der jeweiligen Schwarmfahrzeug(e).
[0092] Bevorzugt wird zur gruppenspezifischen Auswertung der empfangen lokalen Auswertungsgrößen
und/oder zur Ermittlung der wenigstens einen Einstellungsgröße eine Regressionsanalyse
(bevorzugt auf Grundlage der wenigstens einen Gruppengröße und bevorzugt auf Grundlage
der Vielzahl von Gruppengrößen) durchgeführt.
[0093] Ein weiterer Vorteil der Methode ist die Möglichkeit, marktspezifische (Fahr-)Muster
umsetzen sowie sensible Daten in der Parameteranpassung auf den Endgeräten nutzen
zu können, die einen funktionellen Mehrwert für die Nutzer der Fahrzeuge bieten. Beispielsweise
kann durch die Nutzung des Alters und der Region ein Fahrzeugführer als beispielsweise
Fahranfänger identifiziert werden und dementsprechend einen anderen Unterstützungsgrad
(in der Fahrfunktion oder auch Fahrhinweise) erhalten, welche beispielsweise für erfahrene
Fahrzeugführer als störend wahrgenommen werden würden.
[0094] Bezogen auf das Beispiel des pACCs können verschiedene Einstellungen je nach Region
sowie Erfahrungslevel abgebildet werden, beispielsweise regionale Unterschiede (Abstand
bei Folgefahrten), Präferenzen des variablen Abstands je Erfahrungslevel (z.B. höherer
Abstand bei geringen Erfahrungslevel) oder Beschleunigungs- und Verzögerungsverhalten
(z.B. Stadtein- und Ausfahrt). Die Funktionsweiterentwicklung wird möglich, da weder
sensible noch personenbezogene Daten ausgetauscht werden müssen. Durch eine regionale
bis hin zur personalisierten Anpassung der Fahrerassistenzfunktion kann somit die
Kundenakzeptanz in der Nutzung der Funktion erhöht werden, welches zur einem verbesserten
Fahrerlebnis beiträgt.
[0095] Ein Beispiel hierbei könnten regionale Unterschiede im Folgeverhalten sein. Beispielsweise
beträgt aufgrund des Verkehrsaufkommens sowie lokaler Präferenzen in einer Region
die gewünschte Zeitlücke zum Vorderfahrzeug einen geringeren Wert.
[0096] Mit der Methode des Federated Learnings wird der neue präferierte Parameter in dieser
Region erkennbar, da beispielsweise mehrere Fahrzeuge in dieser Region diese Parameteränderung
aufweisen. Ohne personenbezogene oder sensible Daten zu übermitteln, kann somit eine
regionsspezifische Anpassung erfolgen, sodass für beispielsweise Neufahrzeuge in einer
gewissen Region die Parametrierung angepasst werden kann.
[0097] Ähnlich verhält es sich mit weiteren Merkmalen von Personengruppen wie beispielsweise
Alter oder Erfahrungslevel.
[0098] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren wird wenigstens eine Vorgabegröße auf Grundlage
der empfangenen Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen oder hiervon abgeleiteten Größen
ermittelt und/oder zur Übermittlung an die Schwarmfahrzeuge bereitgestellt, welche
von den lokalen Schwarmfahrzeugen zur Erzeugung eines lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes
zu erfassende Sensordaten und/oder Fahrdaten als vergleichsweise bedeutend und/oder
wichtig eingestuft werden/sind. Dies bietet den Vorteil, dass damit eine Relevanz
bzw. Wichtigkeit bestimmter zu erhebender Fahrdaten den Schwarmfahrzeugen vorgebbar
ist bzw. bereitgestellt wird. Hierdurch kann die Ermittlung relevanter bzw. priorisierter
Fahrdaten beschleunigt werden und eine signifikante und schnelle Einstellung bzw.
Anpassung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion basierend auf diesen Daten erreicht
werden.
[0099] Bevorzugt kann jedes Schwarmfahrzeug eine Übersicht haben (welche bevorzugt von der
globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung erhalten wird), wie wichtig bzw.
welche Priorisierung die Erhebung verschiedener Arten von Fahrdaten sind. Bevorzugt
wird dies (also die Vorgabegröße) bei der Erhebung bzw. Erzeugung bzw. Erfassung des
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes berücksichtigt.
[0100] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin gerichtet auf ein Verfahren zur Ermittlung
wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße durch ein Schwarmfahrzeug zur Übermittlung
der wenigstens einen lokalen Auswertungsgröße an eine Schwarmfahrzeug-externe, globale
Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung, welche die von einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen
übermittelten, wenigstens einen lokalen Auswertungsgrößen zur fahrzeugübergreifenden
Einstellung (bevorzugt Anpassung) wenigstens einer zumindest teilautomatischen, bevorzugt
automatischen, Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs und bevorzugt einer Vielzahl
von Fahrzeugen, insbesondere einer Fahrerassistenzfunktion des Fahrzeugs, (auf Grundlage
von einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen) auswertet, umfassend:
- Ermitteln eines lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes durch das Schwarmfahrzeug;
- Ermitteln wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße durch lokales Auswerten des jeweiligen
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes hinsichtlich der einzustellenden Fahrzeugfunktion;
- Bereitstellen der wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße zur Übermittlung an die
globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung.
[0101] Bevorzugt wird der lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz ausschließlich lokal im jeweiligen
Schwarmfahrzeug abgelegt. Besonders bevorzugt wird der lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz
nicht, bevorzugt zusammen mit der wenigstens einen lokalen Auswertungsgröße, an die
globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung und/oder einen Fahrzeug-externen
Server übermittelt.
[0102] Das Schwarmfahrzeug kann dabei alle obig im Rahmen des Verfahrens zur Ermittlung
wenigstens einer Einstellungsgröße in Bezug auf ein Schwarmfahrzeug beschriebene Merkmale,
wie etwa Durchführung eines Verfahrensschritts einzeln oder in Kombination miteinander
aufweisen.
[0103] Bei einem bevorzugten Verfahren ist und/oder wird der lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz
spätestens nach erfolgreicher Übermittlung der wenigstens einen lokalen Auswertungsgröße
an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung gelöscht. Damit kann die
Gewährleistung des Datenschutzes sichergestellt werden.
[0104] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren wird die lokale Auswertungsgröße in einer
Betriebspause des Schwarmfahrzeugs und/oder bei Stillstand des Schwarmfahrzeugs ermittelt.
Dies bietet den Vorteil, dass die in einer Betriebspause und/oder im Stillstand nicht
genutzten (hohen) Ressourcen der Hardware des Schwarmfahrzeugs zur Auswertung des
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes bzw. zur Ermittlung der lokalen Auswertungsgröße
genutzt werden können.
[0105] Bevorzugt findet daher die Ermittlung der lokalen Auswertungsgröße nicht in Echtzeit
in Bezug auf die Erhebung bzw. Erzeugung des lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes bzw.
einzelner Daten hierzu statt.
[0106] Denkbar ist auch, dass zu vorgegebenen Zeitpunkten und/oder in regelmäßigen Zeitabschnitten
eine wiederholte Ermittlung der lokalen Auswertungsgröße (auf Grundlage des/der zwischenzeitlich
erhobenen/erzeugten/erfassten lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes bzw. Daten) vorgenommen
wird (und erneut an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung übermittelt
wird).
[0107] Denkbar ist auch, dass die Ermittlung der lokalen Auswertungsgröße extern triggerbar
ist. So kann das Schwarmfahrzeug ein Triggersignal empfangen (etwa von der globalen
Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung) und das empfangene Triggersignal kann die
Ermittlung der lokalen Auswertungsgröße auslösen.
[0108] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren wird ein Übermittlungszeitpunkt der ermittelten
lokalen Auswertungsgröße gemäß wenigstens einer vorgegebenen Übermittlungszeitgröße
gewählt. So können etwa feste Zyklen vorgegeben sein.
[0109] Wie obig erwähnt, kann jedes Fahrzeug eine Übersicht haben, wie wichtig Fahrdaten
sind, bzw. entsprechende Vorgabegrößen abgelegt sein, wie obig erläutert.
[0110] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren übermittelt das Schwarmfahrzeug die ermittelte
lokale Auswertungsgröße an eine regionale Updateeinrichtung zur Bündelung der Auswertung
einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen. So kann etwa ein Update bzw. eine Übermittlung
der lokalen Auswertungsgrößen (an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung)
regional gebündelt werden. Dies bietet den Vorteil, dass mehrere lokale Auswertungsgröße
gesammelt an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung übermittelt werden
können und daher weniger Übermittlungsvorgänge vorgenommen werden müssen.
[0111] Denkbar ist auch, dass die regionale Updateeinrichtung vor der (gebündelten) Übermittlung
mehrere lokalen Auswertungsgrößen (an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung)
die verschiedenen lokalen Auswertungsgrößen verifiziert und/oder überprüft. Hierbei
kann eine Abweichung und/oder Streuung der einzelnen lokalen Auswertungsgrößen zueinander
berücksichtigt werden.
[0112] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren empfängt und/oder ruft ein Fahrzeug und/oder
das Schwarmfahrzeug wenigstens eine, auf Grundlage der (insbesondere von der globalen
Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung, empfangenen) Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen
ermittelte Einstellungsgröße zur Einstellung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion
in Abhängigkeit der Einstellungsgröße (bevorzugt von der globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung)
ab. Dasjenige Schwarmfahrzeug bzw. Fahrzeug, das einen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatz
ermittelt hat und basierend hierauf eine lokale Auswertungsgröße ermittelt hat, profitiert
vorteilhaft damit nicht nur von den, von ihm selbst erhobenen Daten sondern auch von
einer großen Vielzahl an von weiteren Schwarmfahrzeugen erhobenen (lokalen) Schwarmfahrzeug-Datensätzen
und einer auf diesen großen Datenmengen basierenden (globalen) Einstellungsgröße.
Zugleich ist die Datensicherheit aller einzelner Nutzer gewährleistet.
[0113] Das Update bzw. die Einstellung der einzustellenden wenigstens einen Fahrzeugfunktion
in Abhängigkeit der Einstellungsgröße kann bevorzugt in einer Betriebspause des Fahrzeugs
und/oder im Stillstand (etwa über Nacht) vorgenommen werden, so dass auch hier während
des Fahrbetriebs des Fahrzeugs die vollen Datenverarbeitungskapazitäten / Prozessorkapazitäten
für den Fahrbetrieb zur Verfügung stehen.
[0114] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren überprüft das Fahrzeug und/oder das Schwarmfahrzeug
nach Empfang der wenigstens einen Einstellungsgröße, ob ein Update durch Einstellung
der wenigstens einen Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der Einstellungsgröße abgelehnt
wird. Damit kann vorteilhaft das Fahrzeug bzw. Schwarmfahrzeug im Rahmen einer (geplanten
und/oder beabsichtigten) Vornahme einer Einstellung und/oder Anpassung von dessen
einstellbaren und/oder anpassbaren Fahrzeugfunktion (bevorzugt in Abhängigkeit der
empfangenen wenigstens einen Einstellungsgröße) überprüfen, ob ein Update der einstellbaren
und/oder anpassbaren Fahrzeugfunktion (durch Einstellung der Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit
der empfangenen Einstellungsgröße) abgelehnt werden soll. Bei dieser Überprüfung kann
ein Zeitpunkt des vorhergehenden Updates und/oder ein vorgegebener Schwellwert für
die Einstellungsgröße berücksichtigt werden.
[0115] Die Daten werden bevorzugt lokal im Fahrzeug aufgenommen und direkt auf der vorhandenen
Fahrzeughardware genutzt, um beispielsweise ein maschinelles Lernmodell mit einer
bereits vorhandenen Parametrierung anzupassen. Nachdem die Daten für den Lernprozess
der Parameteranpassung des maschinellen Lernmodells genutzt wurden, werden diese nicht
gespeichert, sondern gelöscht. Eine mögliche Auswirkung hinsichtlich Datenschutzanforderungen
bzgl. der lokalen Nutzung von sensiblen Daten gilt es noch weiter zu erörtern, jedoch
wäre eine zentrale Sicherung der Daten nicht mehr notwendig.
[0116] Nach der Durchführung des Lernprozesses kann anschließend die Differenz in der Parameteranpassung,
welche anhand der gesammelten Daten gebildet wurde, genutzt werden, um die Informationen
ohne Preisgabe von sensiblen oder personenbezogenen Daten zu verteilen. In einem Verbund
aus mehreren Fahrzeugen können darüber hinaus eine Vielzahl an Parameteranpassungen
gemittelt werden, um somit ebenfalls eine vergrößerte Datenbasis bzw. weitere Funktionalitäten
zu ermöglichen.
[0117] Bezogen auf das Beispiel pACC lässt sich folgendes Vorgehen ableiten:
- 1. Beispielsweise innerhalb einer Region halten verschiedene Fahrzeugnutzer:innen
einen geringeren Abstand zum Vorderfahrzeug.
- 2. Innerhalb des Fahrzeuges werden die Daten in unterschiedlichen Fahrsituationen
aufgenommen und für eine Bestimmung des Parameters der Zeitlücke zum Vorderfahrzeug
herangezogen.
- 3. Eine Aktualisierung des Parameters wird für die Fahrzeugflotte vorgenommen. Dabei
senden die einzelnen Agenten (z.B. Fahrzeuge) ihre Parameteranpassung an ein Backend
(also etwa an die obig genannte globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung).
Aufgrund der Vielzahl an erlebten Fahrsituationen durch die Größe der Fahrzeugflotte
kann somit eine größere Informationsmenge ausgetauscht werden, ohne direkt personen-
oder standortbezogene Daten zu übermitteln.
- 4. Auf dem zentralen Server werden die Parameterupdates agglomeriert und können an
die einzelnen Fahrzeuge (Agenten) zurück gespielt werden, sodass Agenten auch von
Erfahrungen anderer Agenten profitieren können. Auf diesem Wege kann eine Adaption
einer Kundenfunktion anhand von beispielsweise sensiblen Kundendaten stattfinden,
ohne dass diese Daten übermittelt werden müssen. Eine lokale Speicherung kann ebenfalls
lediglich auf die Dauer der Verarbeitung reduziert werden.
[0118] Somit kann eine Transferierung von neuen Parametern von einem zentralen Server (Backend)
anschließend den einzelnen Fahrzeugen zur Verfügung gestellt werden, sodass anhand
der Erkenntnisse der "Fahrzeugflotte" neue bzw. verbesserte Funktionen verteilt werden
können.
[0119] Eine mögliche Alternative ist die Nutzung von sensiblen Daten nach Zustimmung durch
den Fahrzeugführer. Hierfür müssen jedoch vorab definierte Anwendungsszenarien verfasst
werden, für welche die gesammelten Daten ausschließlich zu nutzen sind.
[0120] Eine weitere Alternative ist die ausschließlich lokale Optimierung eines (maschinellen
Lern-)Modells auf einem Fahrzeug. Hierbei werden die gesammelten Daten genutzt, um
das Modell zu optimieren und sich dementsprechend anzupassen.
[0121] Ein entscheidender Vorteil ist einerseits, dass die Menge zu übermittelnder Daten
reduziert wird. Es werden in Folge der Architektur des Gesamtsystems "Federated Learning"
somit keine Rohdaten mit zum Teil hohen Dateigrößen mehr benötigt, sondern ein Austausch
der viel kleineren Datenmenge der Parameteränderung bzw. -anpassung ist bereits ausreichend.
Des Weiteren ist eine Speicherung und somit Absicherung bzw. Einhaltung der Gesetzeskonformität
beim Umgang mit sensiblen bzw. personenbezogenen Daten reduziert, da diese Daten nicht
transferiert werden müssen.
[0122] Verglichen mit dem zweiten Alternativvorschlag bietet ein zentrales Modell, welches
mit Hilfe des Federated Learnings angepasst wird, einen Rückführungskanal, um "gelernte"
bzw.
[0123] "erlebte" Situationen und Erfahrungen innerhalb der Fahrzeugflotte zu verteilen.
Darüber hinaus kann eine zentrale Validierung und Robustifizierung stattfinden sowie
die Anpassungen innerhalb des Modells und die sich daraus ergebenden Implikationen
auf die Fahrzeugsicherheit untersucht werden.
[0124] Bevorzugt handelt es sich bei der Fahrzeugfunktion um eine Funktion einer Fahrzeugkomponente
des Fahrzeugs. Bevorzugt ist die Fahrzeugkomponente ausgewählt aus einer Gruppe, welche
ein Fahrzeugsicherheitssystem (beispielsweise ein Bremssystem), ein System zum (Längs-
und/oder Quer-)Führen des Fahrzeugs, ein Einparksystem, eine insbesondere automatische
Fahrzeuglateralsteuerung, ein Abstandshaltesystem (etwa zum Vorderfahrzeug), ein Spur-Einhaltesystem,
ein Spurwechsel-Assistenzsystem, ein Navigationssystem, ein Verriegelungssystem einer
Fahrzeugtür und/oder eines Fahrzeugfensters, eine (Innenraum- und/oder Außen-)Beleucht-
und/oder (Fahrbahn-)Ausleuchtfunktion des Fahrzeugs, einen Scheibenwischermechanismus,
ein Fahrzeugschließsystem, einen Dachöffnungsmechanismus, einen Schiebedachmechanismus,
ein Infotainmentsystem, ein Unterhaltungssystem und/oder ein Komfortsystem zur Steigerung
des Fahrkomforts eines Insassen und Kombinationen hiervon umfasst.
[0125] Bevorzugt ist die (zur Ermittlung und/oder Erzeugung und/oder Erfassung des jeweiligen
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes verwendete) wenigstens eine Sensoreinrichtung
(bevorzugt alle Sensoreinrichtungen) des jeweiligen Schwarmfahrzeugs ausgewählt aus
einer Gruppe von Sensoren, welche eine (Farb-)Kamera, eine Frontkamera, eine Rückkamera,
einen Infrarot-Kamera, LIDAR (Abkürzung für Light detection and ranging oder Light
imaging, detection and ranging), Radar, Ultraschallsensoren und dergleichen sowie
Kombinationen hiervon umfasst. Bevorzugt erzeugt die Sensoreinrichtung zur Erfassung
eines Fahrzeugumfelds örtlich aufgelöste (insbesondere 2D- und/oder 3D-) Sensordaten
(von einem Fahrzeugumfeld des jeweiligen Fahrzeugs). Bevorzugt handelt es sich bei
der Sensoreinrichtung des jeweiligen Schwarmfahrzeugs um eine Sensoreinrichtung zur
Erfassung eines Fahrzeugumfelds (eines (Schwarm-)Fahrzeugs).
[0126] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin gerichtet auf eine, insbesondere Prozessor-basierte,
globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung zur, insbesondere fahrzeugübergreifenden,
Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße zur Einstellung wenigstens einer zumindest
teilautomatischen, bevorzugt automatischen, Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs
und bevorzugt einer Vielzahl von Fahrzeugen auf Grundlage von einer Vielzahl von lokalen
Schwarmfahrzeug-Datensätzen, welche von den einzelnen Schwarmfahrzeugen einer Vielzahl
von Schwarmfahrzeugen ermittelt sind.
[0127] Erfindungsgemäß ist die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung zum Empfangen
einer Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen geeignet, bestimmt und/oder konfiguriert.
Dabei sind die lokalen Auswertungsgrößen jeweils charakteristisch für eine, durch
eine Schwarmfahrzeug-interne lokale Auswertung des von dem jeweiligen Schwarmfahrzeug
ermittelten lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes (insbesondere hinsichtlich der einzustellenden
Fahrzeugfunktion).
[0128] Weiter erfindungsgemäß ist die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
zum Ermitteln einer Einstellungsgröße auf Grundlage der empfangenen Vielzahl von lokalen
Auswertungsgrößen geeignet, bestimmt und/oder konfiguriert.
[0129] Weiter erfindungsgemäß ist die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
zum Bereitstellen der Einstellungsgröße zur Übermittlung der Einstellungsgröße an
das Fahrzeug und bevorzugt an eine Vielzahl von Fahrzeugen zur Einstellung der wenigstens
einen Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der Einstellungsgröße geeignet, bestimmt und/oder
konfiguriert.
[0130] Bevorzugt ist die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung dazu eingerichtet,
geeignet und/oder bestimmt, das obig beschriebene Verfahren zur Ermittlung wenigstens
einer Einstellungsgröße sowie alle bereits obig im Zusammenhang mit dem Verfahren
beschriebene Verfahrensschritte einzeln oder in Kombination miteinander auszuführen.
Umgekehrt kann das Verfahren mit allen im Rahmen der die globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
beschriebenen Merkmalen einzeln oder in Kombination miteinander ausgestattet sein.
[0131] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin gerichtet auf eine, insbesondere Prozessor-basierte,
lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung für ein Fahrzeug zur Ermittlung wenigstens
einer lokalen Auswertungsgröße durch ein Schwarmfahrzeug, zur Übermittlung der wenigstens
einen lokalen Auswertungsgröße an eine (bevorzugt die obig beschriebene) Schwarmfahrzeug-externe,
globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung, welche die von einer Vielzahl von
Schwarmfahrzeugen übermittelten wenigstens einen lokalen Auswertungsgrößen zur fahrzeugübergreifenden
Einstellung wenigstens einer zumindest teilautomatischen, bevorzugt automatischen,
Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs und bevorzugt einer Vielzahl von Fahrzeugen
(insbesondere einer Fahrerassistenzfunktion des Fahrzeugs), bevorzugt auf Grundlage
von einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen, auswertet.
[0132] Erfindungsgemäß ist die lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung zum Ermitteln
eines lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes durch das Schwarmfahrzeug geeignet, bestimmt
und/oder konfiguriert.
[0133] Weiter erfindungsgemäß ist die lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung zum
Ermitteln wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße durch lokales Auswerten des jeweiligen
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes hinsichtlich der einzustellenden Fahrzeugfunktion
geeignet, bestimmt und/oder konfiguriert.
[0134] Weiter erfindungsgemäß ist die lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung zum
Bereitstellen der wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße zur Übermittlung an die
globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung geeignet, bestimmt und/oder konfiguriert.
[0135] Bevorzugt ist die lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung dazu eingerichtet,
geeignet und/oder bestimmt, das obig beschriebene Verfahren zur Ermittlung wenigstens
einer lokalen Auswertungsgröße sowie alle bereits obig im Zusammenhang mit dem Verfahren
beschriebene Verfahrensschritte einzeln oder in Kombination miteinander auszuführen.
Umgekehrt kann das Verfahren mit allen im Rahmen der die lokalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
beschriebenen Merkmalen einzeln oder in Kombination miteinander ausgestattet sein.
[0136] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin gerichtet auf ein System zum Einstellen wenigstens
einer Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs und bevorzugt einer Vielzahl von
Fahrzeugen umfassend wenigstens eine globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
gemäß einer obig beschriebenen Ausführungsform sowie wenigstens eine lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
gemäß einer obig beschriebenen Ausführungsform und bevorzugt eine Vielzahl von lokalen
Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtungen gemäß einer obig beschriebenen Ausführungsform.
[0137] Bevorzugt sind die lokalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtungen (jeweils),
bevorzugt fester, Bestandteil jeweils eines Schwarmfahrzeugs (eines Fahrzeugschwarms).
[0138] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin gerichtet auf ein Fahrzeug, insbesondere
Kraftfahrzeug, umfassend eine obig beschriebene Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
für ein Fahrzeug entsprechend einer (obig beschriebenen) Ausführungsform. Bei dem
Fahrzeug kann es sich insbesondere um ein (motorisiertes) Straßenfahrzeug handeln.
[0139] Bei einem Fahrzeug und/oder Schwarmfahrzeug kann es sich um ein Kraftfahrzeug handeln,
welches insbesondere ein von dem Fahrer selbst gesteuertes Kraftfahrzeug ("Driver
only"), ein halbautonomes, autonomes (beispielsweise der Autonomiestufe Level 3 oder
4 oder 5 (der Norm SAE J3016)) oder selbstfahrendes Kraftfahrzeug ist. Die Autonomiestufe
Level 5 bezeichnet dabei vollautomatisch fahrende Fahrzeuge. Ebenso kann es sich bei
dem Fahrzeug um ein fahrerloses Transportsystem handeln. Das Fahrzeug kann dabei von
einem Fahrer gesteuert werden oder autonom fahren. Darüber hinaus kann es sich bei
dem Fahrzeug neben einem Straßenfahrzeug auch um ein Flugtaxi, ein Flugzeug und ein
anderes Fortbewegungsmittel oder eine andere Fahrzeugart handeln, beispielsweise ein
Luft-, Wasser- oder Schienenfahrzeug.
[0140] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin gerichtet auf ein Computerprogramm oder Computerprogrammprodukt,
umfassend Programmmittel, insbesondere einen Programmcode, welcher zumindest einige
der und bevorzugt alle Verfahrensschritte eines der beiden erfindungsgemäßen Verfahren,
nämlich dem Verfahren zur Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße zur Einstellung
wenigstens einer Fahrzeugfunktion und/oder dem Verfahren zur Ermittlung wenigstens
einer lokalen Auswertungsgröße, und bevorzugt eine der beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen
repräsentiert oder kodiert und zum Ausführen durch eine Prozessoreinrichtung ausgebildet
ist.
[0141] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin gerichtet auf einen Datenspeicher, auf welchem
zumindest eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Computerprogramms oder eine bevorzugte
Ausführungsform des Computerprogramms gespeichert ist.
[0142] Die vorliegende Erfindung wurde in Bezug auf ein Fahrzeug beschrieben. Dabei ist
die vorliegende Erfindung auch übertragbar auf Geräte und Vorrichtungen allgemein,
welche sensible Nutzerdaten erfassen und von welchen wenigstens eine Funktion basierend
auf den erfassten sensiblen Nutzerdaten anpassbar ist, und von welchen eine Vielzahl
von insbesondere baugleichen Geräten und/oder Vorrichtungen von verschiedenen Nutzern
genutzt werden. Die Anmelderin behält sich vor, hierauf gerichtete Gegenstände ebenfalls
zu beanspruchen.
[0143] Weitere Vorteile und Ausführungsformen ergeben sich aus den beigefügten Zeichnungen:
Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung zur Veranschaulichung eines aus dem Stand-der-Technik
bekannten Verfahrens zur Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße zur Einstellung
einer Fahrzeugfunktion;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung zur Veranschaulichung eines erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße zur Einstellung einer Fahrzeugfunktion
gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
- Fig. 3a
- eine Veranschaulichung eines nicht anonymisierten Bildes; und
- Fig. 3b
- eine Veranschaulichung eines anonymisierten Bildes.
[0144] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung zur Veranschaulichung eines aus dem Stand-der-Technik
bekannten Verfahrens zur Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße zur Einstellung
einer Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs und bevorzugt einer Vielzahl von
Fahrzeugen. Die Vielzahl von Fahrzeugen ist in Fig. 1 mit den Bezugszeichen 4A, 4B,
4C, 4D, 4E, 4F, 4G, 4H gekennzeichnet.
[0145] Jedes Fahrzeug der Vielzahl von Fahrzeugen 4A, 4B, 4C, 4D, 4E, 4F, 4G, 4H führt eine
lokale Datenaufnahme durch.
[0146] Auf Grundlage der jeweils durch die einzelnen Fahrzeuge 4A, 4B, 4C, 4D, 4E, 4F, 4G,
4H ermittelten Daten übermitteln die einzelnen Fahrzeuge 4A, 4B, 4C, 4D, 4E, 4F, 4G,
4H jeweils Daten 6A, 6B, 6C, 6D, 6E, 6F, 6G, 6H an einen zentralisierten Server 9
mit Datenverarbeitung.
[0147] Der zentralisierte Server 9 mit Datenverarbeitung verarbeitet die von der Vielzahl
von Fahrzeugen 4A, 4B, 4C, 4D, 4E, 4F, 4G, 4H empfangenen Daten 6A, 6B, 6C, 6D, 6E,
6F, 6G, 6H. Beispielsweise können die Fahrdaten im Bereich automatischer Fahrfunktionen
oder auch für Anpassungen von Fahr-, Assistenz-, oder Interaktionsfunktionen mit dem
Fahrer genutzt werden. Die Ergebnisse der Auswertung der übermittelten Daten der Vielzahl
von Fahrzeugen können sodann wieder an einzelne oder mehrere Fahrzeuge, etwa der Vielzahl
von Fahrzeugen 4A, 4B, 4C, 4D, 4E, 4F, 4G, 4H (von dem zentralisierten Server 9) übermittelt
und dort zum Betrieb einer automatischen Fahrfunktion und/oder einer Anpassung einer
Fahr-, Assistenz-, oder Interaktionsfunktion mit dem Fahrer und/oder einem Nutzer
verwendet werden.
[0148] Zur Sicherstellung der Einhaltung der DSGVO kann es sich bei den übermittelten Daten
6A, 6B, 6C, 6D, 6E, 6F, 6G, 6H (jeweils) um pseudonymisierte Daten handeln.
[0149] Bei der Pseudonymisierung von Daten werden Daten (z.B. Bilder, Videos oder Sensordaten)
insbesondere durch Datenmanipulation [Verpixelung/Blurring, Austausch oder Weglassen
von sensiblen Daten (Standort, Alter, Herkunft,...)] übertragbar und nutzbar gemacht.
[0150] Der Vorteil hierbei ist eine Nutzung einer größeren Datenbasis als beispielsweise
bei einer "Teilnehmerspezifischen" Aggregation von z.B. Positionsdaten.
[0151] Als Nachteil ergibt sich bei der Pseudonymisierung ein höherer Aufwand der Datenpseudonymisierung
sowie ein Verlust an Informationen durch die Pseudonymisierung.
[0152] Bei einer "Teilnehmerspezifischen" Aggregation von Daten werden Daten an ein Backend
(z.B. den zentralisierten Server 9 mit Datenverarbeitung) geschickt, sofern von dem
Sendeknotenpunkt mehrere Endgeräte Daten an das Backend schicken.
[0153] Dies bietet die Vorteile der Nutzung der Daten im Backend (Datenaggregation), der
Speicherung der Daten für Nutzung zu einem späteren Zeitpunkt und weiterführenden
Analysen.
[0154] Allerdings ergeben sich hierbei die Nachteile der Sicherstellung der Einhaltung DSGVO,
zudem sind die Rohdaten umfangreicher in der zu übertragenen Datenmenge und die Hardwarekosten
für die Verarbeitung großer Datenmengen sind kostenintensiv.
[0155] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung zur Veranschaulichung eines erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße 14 zur Einstellung einer
Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs 1 (und bevorzugt mehrerer Fahrzeuge 1,
22A, 22B, 22C, 22D, 22E, 22F, 22G, 22H) gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.
[0156] Bei der einzustellenden Fahrzeugfunktion des wenigstens einen Fahrzeugs 1 kann es
sich um eine automatische Fahrfunktion und/oder eine (anzupassende) Fahr-, Assistenz-,
und/oder Interaktionsfunktion mit dem Fahrer und/oder einem Nutzer des Fahrzeugs 1
handeln.
[0157] Die Bezugszeichen 22A, 22B, 22C, 22D, 22E, 22F, 22G, 22H kennzeichnen Schwarmfahrzeuge,
welche jeweils einen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatz ermitteln. Der lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz
kann dabei durch die jeweiligen Schwarmfahrzeuge auf Grundlage von, von den jeweiligen
Schwarmfahrzeugen erfassten Sensordaten und/oder Fahrdaten und/oder Fahrzeugdaten
ermittelt sein bzw. werden.
[0158] Die einzelnen Schwarmfahrzeuge 22A, 22B, 22C, 22D, 22E, 22F, 22G, 22H nehmen eine
Schwarmfahrzeug-interne (lokale) Auswertung des jeweils von ihm ermittelten Schwarmfahrzeug-Datensatzes
(hinsichtlich der einzustellenden Fahrzeugfunktion) vor und ermitteln hierbei (jeweils)
eine lokale Auswertungsgröße 24A, 24B, 24C, 24D, 24E, 24F, 24G, 24H (als Auswertungsergebnis).
[0159] Die Bezugszeichen 20A, 20B, 20C, 20D, 20E, 20F, 20G, 20H kennzeichnen in Fig. 2 die
von den einzelnen Schwarmfahrzeugen vorgenommene lokale Datenaufnahme und -verarbeitung.
[0160] Jedes Schwarmfahrzeug 22A, 22B, 22C, 22D, 22E, 22F, 22G, 22H übermittelt die von
ihm ermittelte lokale Auswertungsgröße 24A, 24B, 24C, 24D, 24E, 24F, 24G, 24H an eine
globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung 12. Bei der eine globalen Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
12 handelt es sich bevorzugt um einen zentralisierten Server (ohne Datenverarbeitung).
[0161] Die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung 12 ermittelt (wenigstens) eine
(globale) Einstellungsgröße auf Grundlage der empfangenen Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen
24A, 24B, 24C, 24D, 24E, 24F, 24G, 24H.
[0162] Diese ermittelte (globale) Einstellungsgröße wird bevorzugt durch die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
12 zur Übermittlung an das wenigstens eine Fahrzeug 1 und bevorzugt an die Vielzahl
von Fahrzeugen (mit der wenigstens einen einzustellenden Fahrzeugfunktion) 1, 22A,
22B, 22C, 22D, 22E, 22F, 22G, 22H bereitgestellt (und bevorzugt übermittelt).
[0163] Jedes Fahrzeug 1 (der Vielzahl von Fahrzeugen 1, 22A, 22B, 22C, 22D, 22E, 22F, 22G,
22H) kann nach Empfang der (globalen) Einstellungsgröße die wenigstens eine einzustellende
Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der (globalen) Einstellungsgröße einstellen und/oder
anpassen.
[0164] Es gibt unterschiedliche Methoden, personenbezogene Daten beispielsweise zu Pseudonymisieren
oder Anonymisieren, wie nachfolgender Vergleich personenbezogener versus pseudonymisierter
versus anonymisierter Daten sowie die Figuren 3a und 3b zeigen. Eine Möglichkeit ist
dabei die Aggregation von GPS-Daten (Standortinformationen) ausschließlich beim Vorhandensein
mehrerer Verkehrsteilnehmer, welche diese Daten ebenfalls aggregieren. Bei der Übermittelung
der Daten an ein Backend kann durch mehrere Teilnehmer und einer Pseudonymisierung
des jeweiligen Datenpakets anschließend kein Rückschluss auf beispielsweise die Standortinformationen
einzelner Fahrzeuge bzw. Fahrzeugführer getroffen werden.
[0165] Vergleich Personenbezogene vs. Pseudonymisierte vs. Anonymisierte Daten:

[0166] Fig. 3a zeigt eine Veranschaulichung eines nicht anonymisierten Bildes 30 (etwa aufgenommen
von einer Kamera). Die beiden Bounding Boxes 32 und 34 zeigen einen Jungen 33 sowie
eine Frau 35, deren Gesichter, Kleidung und dergleichen nicht anonymisiert sind. Die
Bounding Box 36 umfasst ein (erkanntes) Fahrzeug 37, dessen Nummernschild (zumindest
bei entsprechender Auflösung) (eindeutig) auf einen Halter des Fahrzeugs rückschließen
lässt.
[0167] Fig. 3b eine Veranschaulichung eines anonymisierten Bildes. Dieses zeigt das anonymisierte
Gesicht 42 eines Mannes 40.
[0168] Eine derartige Anonymisierung der aufgenommenen Bilddaten kann (entsprechend bestimmter
vorgegebener gesetzlicher Bestimmungen) notwendig sein.
[0169] Die Anmelderin behält sich vor, sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten
Merkmale als erfindungswesentlich zu beanspruchen, sofern sie einzeln oder in Kombination
gegenüber dem Stand der Technik neu sind. Es wird weiterhin darauf hingewiesen, dass
in den einzelnen Figuren auch Merkmale beschrieben wurden, welche für sich genommen
vorteilhaft sein können. Der Fachmann erkennt unmittelbar, dass ein bestimmtes in
einer Figur beschriebenes Merkmal auch ohne die Übernahme weiterer Merkmale aus dieser
Figur vorteilhaft sein kann. Ferner erkennt der Fachmann, dass sich auch Vorteile
durch eine Kombination mehrerer in einzelnen oder in unterschiedlichen Figuren gezeigter
Merkmale ergeben können.
Bezugszeichenliste
[0170]
- 1
- Fahrzeug
- 4A, 4B, 4C, 4D, 4E, 4F, 4G, 4H
- Vielzahl von Fahrzeugen
- 9
- Zentralisierter Server mit Datenverarbeitung
- 10
- lokale Fahrzeugsfunktions-Einstellungseinrichtung
- 11
- System
- 12
- Globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
- 14
- Einstellungsgröße
- 20A, 20B, 20C, 20D, 20E, 20F, 20G, 20H
- lokale Datenaufnahme und -verarbeitung
- 22A, 22B, 22C, 22D, 22E, 22F, 22G, 22H
- Schwarmfahrzeuge
- 24A, 24B, 24C, 24D, 24E, 24F, 24G, 24H
- lokale Auswertungsgrößen
- 30
- Bilddaten
- 32, 34, 36
- Bounding Box
- 33
- nicht anonymisierter Junge
- 35
- nicht anonymisierte Frau
- 37
- nicht anonymisiertes Fahrzeug
- 40
- Mann
- 42
- anonymisiertes Gesicht
1. Verfahren zur, insbesondere fahrzeugübergreifenden, Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße
zur Einstellung wenigstens einer zumindest teilautomatischen, bevorzugt automatischen,
Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs (1), und bevorzugt einer Vielzahl von
Fahrzeugen (1, 22A, 22B, 22C), auf Grundlage von einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen,
welche von den einzelnen Schwarmfahrzeugen (22A, 22B, 22C) einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen
(22A, 22B, 22C) ermittelt sind, umfassend:
- Empfangen einer Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C), wobei die
lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C) jeweils charakteristisch sind für eine,
durch eine Schwarmfahrzeug-interne (22A, 22B, 22C) lokale Auswertung des von dem jeweiligen
Schwarmfahrzeug (22A, 22B, 22C) ermittelten lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes hinsichtlich
der einzustellenden Fahrzeugfunktion;
- Ermitteln einer Einstellungsgröße auf Grundlage der empfangenen Vielzahl von lokalen
Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C); und
- Bereitstellen der Einstellungsgröße zur Übermittlung der Einstellungsgröße an das
Fahrzeug (1) und bevorzugt an eine Vielzahl von Fahrzeugen (1) zur Einstellung der
wenigstens einen Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der Einstellungsgröße.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den empfangenen Auswertegrößen jeweils um einen Parameter handelt, welcher
auf einen Wert eingestellt ist, der als Ergebnis eines auf Grundlage des jeweiligen
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes durchgeführten Trainingsprozesses gelernt wurde.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ermitteln der Einstellungsgröße durch Bilden eines Durchschnitts der empfangenen
Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen oder hiervon abgeleiteter Größen erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereitstellung der Einstellungsgröße zur Übermittlung der Einstellungsgröße an
eine gesamte Fahrzeugflotte erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereitstellung der Einstellungsgröße zur Übermittlung der Einstellungsgröße an
eine Vielzahl von Fahrzeugen derart erfolgt, dass die Einstellung der wenigstens einen
Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der bereitgestellten Einstellungsgröße nur bei Fahrzeugen
innerhalb einer vorgegebenen Region erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung der Einstellungsgröße regionsabhängig vorgenommen wird und/oder überprüft
wird, ob sich bei der Ermittlung der Einstellungsgröße regionsspezifische Unterschiede
ergeben.
7. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl von Gruppen vorgegeben ist und den Gruppen jeweils empfangene Auswertegrößen
zugeordnet sind, wobei die Ermittlung der Einstellungsgröße ausschließlich auf Grundlage
von denjenigen Auswertegrößen, welche wenigstens einer vorgegebenen Gruppe zugeordnet
sind, erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Vorgabegröße auf Grundlage der empfangenen Vielzahl von lokalen Auswertungsgrößen
oder hiervon abgeleiteten Größen ermittelt und/oder zur Übermittlung an die Schwarmfahrzeuge
bereitgestellt wird, welche von den lokalen Schwarmfahrzeugen zur Erzeugung eines
lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes zu erfassende Sensordaten und/oder Fahrdaten als
vergleichsweise bedeutend und/oder wichtig eingestuft werden/sind.
9. Verfahren zur Ermittlung wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße (24A, 24B, 24C)
durch ein Schwarmfahrzeug (22A, 22B, 22C)
zur Übermittlung der wenigstens einen lokalen Auswertungsgröße (24A, 24B, 24C) an
eine Schwarmfahrzeug-externe, globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung (12),
welche die von einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen (22A, 22B, 22C) übermittelten
wenigstens einen lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C) zur fahrzeugübergreifenden
Einstellung wenigstens einer zumindest teilautomatischen, bevorzugt automatischen,
Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs (1) und bevorzugt einer Vielzahl von Fahrzeugen
(1, 22A, 22B, 22C), insbesondere einer Fahrerassistenzfunktion des Fahrzeugs (1),
auf Grundlage von einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen auswertet,
umfassend:
- Ermitteln eines lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes durch das Schwarmfahrzeug (22A,
22B, 22C);
- Ermitteln wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße durch lokales Auswerten des
jeweiligen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes hinsichtlich der einzustellenden Fahrzeugfunktion;
- Bereitstellen der wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße zur Übermittlung an
die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung (12).
10. Verfahren nach dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der lokale Schwarmfahrzeug-Datensatz spätestens nach erfolgreicher Übermittlung der
wenigstens einen lokalen Auswertungsgröße an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
(12) gelöscht ist und/oder wird.
11. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die lokale Auswertungsgröße in einer Betriebspause des Schwarmfahrzeugs und/oder
bei Stillstand des Schwarmfahrzeugs ermittelt wird.
12. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Übermittlungszeitpunkt der ermittelten lokalen Auswertungsgröße gemäß wenigstens
einer vorgegebenen Übermittlungszeitgröße gewählt wird.
13. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwarmfahrzeug (22A, 22B, 22C) die ermittelte lokale Auswertungsgröße an eine
regionale Updateeinrichtung zur Bündelung der Auswertung einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen
(22A, 22B, 22C) übermittelt.
14. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwarmfahrzeug (22A, 22B, 22C) wenigstens eine, auf Grundlage der Vielzahl von
lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C) ermittelte Einstellungsgröße zur Einstellung
der wenigstens einen Fahrzeugfunktion in Abhängigkeit der Einstellungsgröße empfängt
und/oder abruft.
15. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwarmfahrzeug (22A, 22B, 22C) nach Empfang der wenigstens einen Einstellungsgröße
überprüft, ob ein Update durch Einstellung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion in
Abhängigkeit der Einstellungsgröße abgelehnt wird.
16. Globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung (12) zur, insbesondere fahrzeugübergreifenden,
Ermittlung wenigstens einer Einstellungsgröße zur Einstellung wenigstens einer zumindest
teilautomatischen, bevorzugt automatischen, Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs
(1) und bevorzugt einer Vielzahl von Fahrzeugen (1, 22A, 22B, 22C) auf Grundlage von
einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen, welche von den einzelnen Schwarmfahrzeugen
(22A, 22B, 22C) einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen (22A, 22B, 22C) ermittelt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung (12) zum Empfangen einer Vielzahl
von lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C) geeignet und bestimmt ist, wobei die
lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C) jeweils charakteristisch sind für eine,
durch eine Schwarmfahrzeug-interne (22A, 22B, 22C) lokale Auswertung des von dem jeweiligen
Schwarmfahrzeug (22A, 22B, 22C) ermittelten lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes hinsichtlich
der einzustellenden Fahrzeugfunktion, und wobei die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
(12) zum Ermitteln einer Einstellungsgröße auf Grundlage der empfangenen Vielzahl
von lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C) geeignet und bestimmt ist, und wobei
die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung (12) zum Bereitstellen der Einstellungsgröße
zur Übermittlung der Einstellungsgröße an das Fahrzeug (1) und bevorzugt an eine Vielzahl
von Fahrzeugen (1, 22A, 22B, 22C) zur Einstellung der wenigstens einen Fahrzeugfunktion
in Abhängigkeit der Einstellungsgröße geeignet und bestimmt ist.
17. Lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung (10) für ein Fahrzeug (1) zur Ermittlung
wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße (24A, 24B, 24C) durch ein Schwarmfahrzeug
(22A, 22B, 22C), zur Übermittlung der wenigstens einen lokalen Auswertungsgröße (24A,
24B, 24C) an eine Schwarmfahrzeug-externe, globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
(12), welche die von einer Vielzahl von Schwarmfahrzeugen (22A, 22B, 22C) übermittelten
wenigstens einen lokalen Auswertungsgrößen (24A, 24B, 24C) zur fahrzeugübergreifenden
Einstellung wenigstens einer zumindest teilautomatischen, bevorzugt automatischen,
Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs (1) und bevorzugt einer Vielzahl von Fahrzeugen
(1, 22A, 22B, 22C), insbesondere einer Fahrerassistenzfunktion des Fahrzeugs (1),
auf Grundlage von einer Vielzahl von lokalen Schwarmfahrzeug-Datensätzen auswertet,
dadurch gekennzeichnet, dass die lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung (10) zum Ermitteln eines lokalen
Schwarmfahrzeug-Datensatzes durch das Schwarmfahrzeug (22A, 22B, 22C) geeignet und
bestimmt ist, und wobei die lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung (10)
zum Ermitteln wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße durch lokales Auswerten des
jeweiligen lokalen Schwarmfahrzeug-Datensatzes hinsichtlich der einzustellenden Fahrzeugfunktion
geeignet und bestimmt ist, und wobei die lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
(10) zum Bereitstellen der wenigstens einer lokalen Auswertungsgröße zur Übermittlung
an die globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung (12) geeignet und bestimmt
ist.
18. Fahrzeug (1), insbesondere Kraftfahrzeug, umfassend eine lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
(10) gemäß dem vorhergehenden Anspruch.
19. System zum Einstellen wenigstens einer Fahrzeugfunktion wenigstens eines Fahrzeugs
und bevorzugt einer Vielzahl von Fahrzeugen umfassend wenigstens eine globale Fahrzeugfunktions-Einstellungsvorrichtung
(12) gemäß dem Anspruch 16 sowie wenigstens eine lokale Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtung
(10) gemäß dem vorhergehenden Anspruch und bevorzugt eine Vielzahl von lokalen Fahrzeugfunktions-Einstellungseinrichtungen
(10) gemäß dem vorhergehenden Anspruch.