[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kochfeldsystems
und ein Kochfeldsystem, welches ein solches Verfahren ausführen kann. Ein derartiges
Kochfeldsystem umfasst wenigstens eine Arbeitsplatte und wenigstens eine Kochfeldeinrichtung,
wobei die Kochfeldeinrichtung wenigstens eine Steuereinrichtung, wenigstens eine Sensoreinrichtung
und wenigstens eine Induktionseinrichtung umfasst. Weiterhin ist die Kochfeldeinrichtung
an einer Unterseite der Arbeitsplatte angeordnet, wobei die Sensoreinrichtung der
Kochfeldeinrichtung an der Unterseite der Arbeitsplatte angeordnet ist, um über die
Temperatur an der Unterseite der Arbeitsplatte Rückschlüsse auf die Temperatur an
der Oberseite der Arbeitsplatte zu ziehen.
[0002] Induktiv betriebene Kochfelde sind in verschiedensten Ausführungen im Stand der Technik
bekannt geworden. Solche Kochfelder arbeiten zuverlässig und können in verschiedenen
Einbausituationen z. B. in eine Arbeitsplatte integriert werden. So sind zum Beispiel
Kochfelder bekannt geworden, welche zur Oberfläche der Arbeitsplatte eine kleine Kante
bilden. Es ist aber auch je nach Ausgestaltung ein flächenbündiger Einbau möglich.
Ein flächenbündiger Einbau wird oft als optisch ansprechender empfunden.
[0003] Eine optisch besonders attraktive Variante eines Kochfeldes ist ein sogenanntes vollintegriertes
Kochfeld. Ein vollintegriertes Kochfeld ist auf den ersten Blick nicht als solches
zu erkennen, da die gesamte Technik inklusive der Induktionsspule an der Unterseite
einer Arbeitsplatte angebracht ist. Die "Aufstellfläche" des Kochfeldes, welche bei
herkömmlichen Kochfeldern in der Regel aus Glaskeramik besteht, wird bei einem vollintegrierten
Kochfeld durch die Oberseite der Arbeitsplatte bereitgestellt.
[0004] Auch wenn vollintegrierte Kochfelder optisch sehr ansprechend sind, kann der Betrieb
eines solchen Kochfeldes nicht in allen Bereich eins zu eins von herkömmlichen Kochfeldern
übertragen werden.
[0005] Ein Problem ist z. B., dass durch die Verwendung einer Arbeitsplatte als Aufstellfläche
die Temperaturermittlung für die (Oberfläche/Oberseite) der Aufstellfläche schwierig
ist. Bei herkömmlichen Kochfeldern ist unter der Aufstellfläche wenigstens ein Temperatursensor
angeordnet, der durch die Wärmeleitfähigkeit und die geringe Stärke der Glaskeramikscheibe
einen relativ genauen Wert für die Temperatur an der Oberseite der Aufstellfläche
ermittelt.
[0006] Durch die vielfältigen Materialien für "normale" Arbeitsplatten und unterschiedliche
Stärken der Arbeitsplatten, welche teilweise wesentlich stärker sind als eine Glaskeramikscheibe,
und durch eventuell vorgesehene Lüfter unter der Arbeitsplatte sind die Werte eines
herkömmlich verwendeten Temperatursensors teils sehr ungenau (zu niedrig).
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein sogenanntes vollintegriertes
Kochfeld bereitzustellen, bei welchen die Temperatur der Oberseite der Arbeitsplatte
bzw. an bzw. auf der Aufstellfläche besser ermittelt werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben eines Kochfeldsystems
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Kochfeldsystem mit den Merkmalen des
Anspruchs 11. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ausführungsbeispielen.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zum Betreiben eines Kochfeldsystems umfassend
wenigstens eine Arbeitsplatte und wenigstens eine Kochfeldeinrichtung. Die Kochfeldeinrichtung
umfasst dabei wenigstens eine Steuereinrichtung, wenigstens eine Sensoreinrichtung
und wenigstens eine Induktionseinrichtung. Die Kochfeldeinrichtung ist an der Unterseite
der Arbeitsplatte angeordnet. Weiterhin ist die Sensoreinrichtung der Kochfeldeinrichtung
an der Unterseite der Arbeitsplatte (im Bereich der Induktionseinrichtung) angeordnet,
um über die Temperatur an der Unterseite der Arbeitsplatte Rückschlüsse auf die Temperatur
an der Oberseite der Arbeitsplatte zu ziehen. Die Oberseite der Arbeitsplatte stellt
dabei wenigstens eine Aufstellfläche für Gargeschirr bereit. Weiterhin wird wenigstens
bei der Erstinbetriebnahme wenigstens ein Anpassungsparameter in der Steuereinrichtung
eingestellt, um über die von der Sensoreinrichtung erfassten Werte an der Unterseite
der Arbeitsplatte entsprechend der verwendeten Arbeitsplatte Rückschlüsse auf die
tatsächliche Temperatur an der Oberseite der Arbeitsplatte zu ziehen.
[0010] Das erfindungsgemäße Kochfeldsystem stellt ein sogenanntes vollintegriertes Kochfeld
zur Verfügung. Bei einem derartigen vollintegrierten Kochfeld wird die sogenannte
Leistungselektronik unter einer konventionellen Arbeitsplatte installiert, sodass
das Kochfeld als solches nicht zu erkennen ist. Die einzelnen Kochzonen des Kochfeldes
bzw. des Kochfeldsystems werden auf bzw. durch die Arbeitsplatte zur Verfügung gestellt.
So ist das Kochfeldsystem bzw. ein Kochfeld quasi nur während des Betriebs, also wenn
Gargeschirr aufgestellt ist und beheizt wird, zu erkennen.
[0011] Die Sensoreinrichtung umfasst insbesondere wenigstens einen Temperatursensor, welcher
die Temperatur an der Unterseite der Arbeitsplatte ermittelt bzw. misst bzw. abgreift.
Je nach Ausgestaltung können auch andere Sensoren vorteilhaft eingesetzt werden.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren bietet viele Vorteile. Ein erheblicher Vorteil ist,
dass durch das erfindungsgemäße Verfahren quasi eine Kalibrierung des Kochfeldsystems
erfolgt. Dabei entspricht die an der Unterseite der Arbeitsplatte gemessene Temperatur
nicht unbedingt der realistischen bzw. tatsächlichen Temperatur an der Oberseite der
Arbeitsplatte.
[0013] Dies resultiert daraus, dass einerseits die Arbeitsplatte je nach Stärke und je nach
verwendetem Material durch die Dämmwirkung der Arbeitsplatte und/oder auch die Wärmekapazität
eine gewisse Latenz in der Weitergabe bzw. Weiterleitung der Temperatur bewirkt, sodass
über einen bestimmten sogenannten Kalibrierwert die gemessene Temperatur auf eine
möglichst angenäherte realistische Temperatur an der Oberseite der Arbeitsplatte geschlossen
wird.
[0014] Neben den je nach Kochfeldsystem unterschiedlichen Arten von Arbeitsplatten bzgl.
des Materials weisen zudem in der Regel Arbeitsplatten eines vollintegrierten Kochfeldes
eine größere Stärke als beispielsweise eine Glaskeramikscheibe bei einem konventionellen
Kochfeld auf. So kann beispielsweise auch Keramik als Arbeitsplatte verwendet werden,
wodurch insbesondere bei der Verwendung von größeren Stärken eine Verfälschung des
Temperaturwertes bewirkt werden kann.
[0015] Weiterhin ist in der Regel auch ein Lüfter im Bereich der Leistungselektronik und
insbesondere im Bereich der Induktionseinrichtung bzw. der Induktionsspulen vorgesehen,
um einen kühlenden Luftstrom vorzugsweise zwischen Induktionseinrichtung und Unterseite
der Arbeitsplatte zu bewirken. Dadurch soll eine ungünstige Erwärmung der Arbeitsplatte
insbesondere bei empfindlichen Materialien vermieden werden.
[0016] Durch die Kalibrierung des Temperatursensors an der Unterseite der Arbeitsplatte
kann dennoch ein annähernd realistischer Wert für die Temperatur an der Oberseite
ermittelt bzw. darauf geschlossen werden.
[0017] Nachdem das Kochfeldsystem auf diese Art "kalibriert" wurde, kann ein dann bzw. derart
ermittelter Wert für die Oberflächentemperatur bzw. der Temperatur an der Oberseite
der Arbeitsplatte vorzugsweise für weitere Verfahrensschritte verwendet werden.
[0018] Bevorzugt ist der Anpassungsparameter wenigstens ein Kalibrierwert und/oder bestimmte
wenigstens einen Kalibrierwert. Dies ist insbesondere dann sinnvoll bzw. möglich,
wenn beispielsweise zu bestimmten Arbeitsplattenmaterialien und/oder Arbeitsplattenstärken
bestimmte Werte bekannt sind. Dann kann beispielsweise entsprechend einer verwendeten
Arbeitsplatte in einer bestimmten Stärke ein vorbekannter Anpassungsparameter als
Kalibrierwert eingestellt werden. Je nach Ausgestaltung kann ein derartiger Kalibierwert
vorzugsweise automatisch ermittelt und eingestellt werden. Eins solcher Kalibrierwert
kann aber vorzugsweise auch aus bestimmten Anpassungsparametern berechnet bzw. gebildet
werden.
[0019] Besonders bevorzugt berücksichtigt wenigstens ein Anpassungsmacherparameter wenigstens
eine Stärke der Arbeitsplatte, ein Material der Arbeitsplatte, eine Art und/oder Position
wenigstens einer Beschichtung der Arbeitsplatte. Auch diese Eigenschaften der Arbeitsplatte
können Auswirkungen auf den Anpassungsparameter bzw. auf die Latenz der Wärmeübertragung
haben.
[0020] In zweckmäßigen Weiterbildungen wird der Anpassungsparameter entsprechend wenigstens
einer Arbeitsplattenspezifikation aus wenigstens einer vorbekannten Anpassungsparameterauswahl
eingestellt. Dabei können beispielsweise bekannte Systemkomponenten, bei welchen die
sogenannte Systemdämpfung bzgl. der Wärmeleitung bekannt ist, in der Steuereinrichtung
des Kochfeldsystems hinterlegt sein, sodass diese beispielsweise einfach aus einer
Liste übernommen und eingestellt werden können. Eine solche Anpassung bzw. Einstellung
kann vorzugsweise auch automatisiert erfolgen.
[0021] In zweckmäßigen Weiterbildungen wird der Anpassungsparameter über wenigstens einen
definierten Installationsbetrieb ermittelt. Bei einer derartigen Ausgestaltung wird
vorzugsweise über wenigstens einen Test bzw. einen Testbetrieb ein Anpassungsparameter
und/oder ein Kalibrierwert ermittelt. Hierzu kann beispielsweise eine vordefinierte
Menge an Wasser definiert erhitzt werden, wobei vorzugsweise in einem zeitlichen Verlauf
die Entwicklung der Temperatur an der Unterseite der Arbeitsplatte mit der Temperaturentwicklung
an der Oberseite der Arbeitsplatte und/oder mit der Temperatur(entwicklung) des Topfes
bzw. des Topfinhaltes verglichen wird, wobei ein entsprechender Wert dann vorzugsweise
händisch und/oder automatisch eingestellt wird.
[0022] Bevorzugt wird bei der Ermittlung des Anpassungsparameters wenigstens ein Sensorgargeschirr
verwendet. Ein Sensorgargeschirr umfasst in der Regel wenigstens einen Temperatursensor,
vorzugsweise wenigstens einen Temperatursensor an bzw. in dem Topfboden. So kann über
die Temperaturentwicklung des Temperatursensors des Gargeschirrs (insbesondere im
Bereich des Topfbodens) ein unmittelbarer Zusammenhang zu der Temperaturentwicklung
gemessen vom Temperatursensor an der Unterseite der Arbeitsplatte geschlossen werden.
Aus diesem Zusammenhang kann wenigstens ein Anpassungsparameter und/oder wenigstens
ein Kalibrierwert ermittelt werden. Dabei kann insbesondere auch berücksichtigt werden,
ob das verwendete Gargeschirr einen ungedämmten Boden oder einen gedämmten Boden hat
und/oder ob Abstandshalter verwendet werden. Gedämmte Böden und ungedämmte Böden mit
Abstandhaltern können insbesondere bei der Verwendung auf voll integrierten Kochfeldern
sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn die Arbeitsplatte aus einem temperatursensitiven
bzw. aus einem nicht ganz so hitzebeständigen Material gefertigt ist.
[0023] Besonders bevorzugt werden über die ermittelte Temperatur an der Oberseite der Arbeitsplatte
Rückschlüsse auf die Temperatur eines Bodens eines aufstehenden Gargeschirrs geschlossen.
Auch hier kann je nach Ausgestaltung über bestimmte Abläufe und/oder Verfahren auf
Gargeschirr mit einem gedämmten Boden, mit einem ungedämmten Boden und/oder mit Abstandhaltern
geschlossen werden.
[0024] In vorteilhaften Ausgestaltungen leitet die Steuereinrichtung beim Erkennen wenigstens
einer Grenztemperatur an der Oberseite der Arbeitsplatte und/oder an dem Boden eines
verwendeten Gargeschirrs wenigstens eine Sicherheitshandlung ein. Dabei wird die Grenztemperatur
(relativ) genau ermittelt durch die Kalibrierung des Kochsystems gemäß Anspruch 1.
So kann eine relativ genaue Temperatur für die Oberseite der Arbeitsplatte und/oder
den Boden des Gargeschirrs ermittelt werden.
[0025] Bevorzugt werden je nach Ausgestaltung bestimmte Sicherheitsmerkmale von der Sicherheitshandlung
berücksichtigt. Dabei kann insbesondere wenigstens der Schutz der Arbeitsplatte, also
die Vermeidung einer zu starken Erhitzung der Arbeitsplatte und/oder auch die Verhinderung
von der Überhitzung des Gargeschirrs bzw. des Inhaltes des Gargeschirrs, beispielsweise
ein Fettbrand, erkannt bzw. vermieden werden.
[0026] Besonders bevorzugt umfasst die Sicherheitshandlung eine wenigstens zeitweise Reduzierung
der Leistung der Induktionseinrichtung, ein wenigstens zeitweises Abschalten wenigstens
der Induktionseinrichtung und/oder das Ausgeben wenigstens eines Hinweises. So kann
durch das Ausgeben eines Hinweises bzw. einer Warnung an einen Benutzer vorteilhaft
ein sicherer Betrieb des Kochfeldsystems gewährleistet werden. Auch die wenigstens
zeitweise Reduzierung der Leistung und/oder auch das zeitweise Abschalten der Induktionseinrichtung
können die Sicherheit beim Betrieb des erfindungsgemäßen Kochfeldsystems erheblich
verbessern.
[0027] Bevorzugt umfasst das Erkennen der Grenztemperatur die Abschätzung der Wärmekapazität
des gerade verwendeten Gargeschirrs.
[0028] Dabei kann die Wärmekapazität des Gargeschirrs insbesondere unter Berücksichtigung
der Anstiegsgeschwindigkeit (Steigung) der Temperatur unter Berücksichtigung der zugeführten
Leistung ermittelt werden. Die zugeführte (Ist-)Leistung kann dabei vorzugsweise in
der Steuereinrichtung abgefragt werden. Die Ermittlung der Steigung m(t2-t1) = (T2-T1
)/(t2-t1) [K/s] und die Mittelwertbildung der Ist-Leistung über denselben Zeitraum
Pmittel (t2-t1) in [W] = [J/s] können vorzugsweise zur Abschätzung der Wärmekapazität
C = Pmittel(t2-t1) / m(t2-t1) [J/K] verwendet werden, wobei Verluste an die Umgebung
je nach Ausgestaltung vernachlässigt werden können.
[0029] Die zuvor genannte Ermittlung der Steigung und/oder der Wärmekapazität kann auch
für andere Verfahren zweckmäßig eingesetzt werden.
[0030] Das erfindungsgemäße Kochfeldsystem umfasst wenigstens eine Arbeitsplatte und wenigstens
eine Kochfeldeinrichtung, wobei die Kochfeldeinrichtung wenigstens eine Steuereinrichtung,
wenigstens eine Sensoreinrichtung und wenigstens eine Induktionseinrichtung umfasst.
Dabei ist die Kochfeldeinrichtung an der Unterseite der Arbeitsplatte angeordnet.
Weiterhin ist die Sensoreinrichtung der Kochfeldeinrichtung an der Unterseite der
Arbeitsplatte (im Bereich der Induktionseinrichtung) angeordnet, um über die Temperatur
an der Unterseite der Arbeitsplatte Rückschlüsse auf die Temperatur an der Oberseite
der Arbeitsmittel zu ziehen. Die Oberseite der Arbeitsplatte stellt wenigstens eine
Aufstellfläche für Gargerät bereit. Weiterhin ist das erfindungsgemäße Kochfeldsystem
zur Durchführung wenigstens eines Verfahrens ausgebildet, wie es zuvor beschrieben
wurde.
[0031] Auch das erfindungsgemäße Kochfeldsystem bietet die Vorteile, wie sie zuvor zu dem
erfindungsgemäßen Verfahren ausgeführt wurden.
[0032] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ausführungsbeispielen,
welche im Folgenden mit Bezug auf die beiliegenden Figuren erläutert werden.
[0033] In den Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine rein schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Kochfeldsystems in einer Schnittansicht von der Seite; und
- Figur 2
- eine rein schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Kochfeldsystems in einer Schnittansicht von der Seite;
- Figur 3
- eine rein schematische Darstellung eines nächsten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Kochfeldsystems in einer Schnittansicht von der Seite
- Figur 4
- eine rein schematische Darstellung eines anderen Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Kochfeldsystems in einer Schnittansicht von der Seite.
[0034] In Figur 1 ist rein schematisch ein erfindungsgemäßes Kochfeldsystem 100 in einer
Schnittansicht von der Seite dargestellt. Das hier gezeigte Kochfeldsystem 100 ist
als sogenanntes vollintegriertes Kochfeld 101 ausgeführt.
[0035] Dazu umfasst das hier gezeigte Kochfeldsystem 100 eine Kochfeldeinrichtung 1, welche
eine Steuereinrichtung 2, eine Sensoreinrichtung 3 und eine Induktionseinrichtung
4 bzw. Induktionsspule 5 umfasst.
[0036] Dabei ist die Kochfeldeinrichtung 1 an der Unterseite 201 eine Arbeitsplatte 200
aufgenommen, welche auch Teil des Kochfeldsystems 100 ist.
[0037] Die Arbeitsplatte 200 ist aus einem Material gefertigt, welches je nach Wunsch eines
Kunden ausgewählt sein kann. Dabei können die Materialauswahl und auch die Stärke
der Arbeitsplatte 200 stark variieren. Insbesondere kann beispielsweise auch eine
Arbeitsplatte aus Keramik, aus einem Stein bzw. Naturstein, aus Echtholz, aus Faserverbundstoffen
und/oder auch anderen beschichteten Materialien bestehen. Auch Glas, Kunststoff, andere
Materialien und/oder Kombinationen aus allen zuvor genannten Materialien können je
nach Ausgestaltung als Material für die Arbeitsplatte eingesetzt werden.
[0038] Derartige Kochfeldsystem 100 bzw. vollintegrierte Kochfelder 101 bieten den Vorteil,
dass sie optisch als sehr ansprechend empfunden werden, da sie ohne aufgestelltes
Kochgeschirr bzw. wenn sie nicht in Betrieb sind (quasi) nicht zu erkennen sind.
[0039] Je nach Art der Arbeitsplatte 200 kann jedoch gerade die Oberseite 202 in der Arbeitsplatte
200 beschädigt oder auch unansehnlich werden, wenn diese zu heiß würde. Weiterhin
muss auch durch die Kochfeldeinrichtung 1 bzw. durch das erfindungsgemäße Kochfeldsystem
100 ein sicherer Betrieb gewährleistet werden, sodass auf eine zuverlässige Art und
Weise Rückschlüsse auf die tatsächliche Temperatur an der Oberseite 202 der Arbeitsplatte
200 bzw. der Aufstellfläche 203 und/oder auf die Temperatur von aufstehendem Gargeschirrs
300 gezogen werden können müssen.
[0040] Um dies zu ermöglichen, ist in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel wie bei herkömmlichen
Kochfeldern eine Sensoreinrichtung 3 an der Unterseite 201 der Arbeitsplatte 200 aufgenommen.
Dabei ist hier ein Temperatursensor 6 vorgesehen, welcher in direktem Kontakt zu Unterseite
201 der Arbeitsplatte 200 hier im Bereich der Induktionseinrichtung 4, also unterhalb
der Aufstellfläche 203 für Gargeschirr 300, steht.
[0041] Wie gezeigten Ausführungsbeispiel zu erkennen ist, ist die Induktionseinrichtung
4 mit einem gewissen Abstand zu der Unterseite 201 der Arbeitsplatte 200 angeordnet,
wobei ein Lüfter 7 einen Luftstrom zwischen der Unterseite 201 der Arbeitsplatte 200
und der Induktionseinrichtung 4 erzeugt. So soll eine zu starke Erhitzung der Arbeitsplatte
200 vermieden werden.
[0042] Nachteilig durch die vielfältige Auswahl von Arbeitsplatten 200, insbesondere bezüglich
Material und Stärke, und zudem durch die je nach Ausgestaltung vorgesehene Verwendung
eines Lüfters 7 können die gemessene Temperatur an der Unterseite 201 der Arbeitsplatte
und die tatsächliche Temperatur an der Oberseite 202 der Arbeitsplatte 200 teils stark
voneinander abweichen. So könnte ein sicherer Betrieb allein durch die Verwendung
der an der Unterseite 201 der Arbeitsplatte 200 gemessenen Temperatur nicht gewährleistet
werden.
[0043] Erfindungsgemäß wird deshalb basierend auf der verwendeten Arbeitsplatte 200 eine
Kalibrierung in der Steuereinrichtung 200 vorgenommen, welche unter Verwendung verschiedenster
Verfahren eine Angleichung des gemessenen Temperaturwerts an der Unterseite 201 der
Arbeitsplatte 200 auf die tatsächliche Temperatur an der Oberseite 202 der Arbeitsplatte
und/oder an dem Boden 301 eines Gargeschirrs 300 bewirkt.
[0044] Dazu kann beispielsweise bei bekannten Charakteristika einer Arbeitsplatte ein bestimmter
Kalibrierwert eingestellt werden. Weiterhin kann über einen bestimmten Testbetrieb,
beispielsweise mit einem herkömmlichen Gargeschirr oder aber auch mit einem Sensorgargeschirr,
ein Temperaturabgleich von Oberseite 202 und Unterseite 201 der Arbeitsplatte 200
erfolgen.
[0045] Dabei kann insbesondere über einen zeitlichen Verlauf die Temperaturentwicklung an
der Oberseite 202 relativ zu der gemessenen Temperatur an der Unterseite 202 aufgenommen
bzw. ermittelt werden, welche im späteren Betrieb des Kochfeldsystems 100 berücksichtigt
wird.
[0046] In Figur 2 ist rein schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Kochfeldsystems 100 dargestellt, welches vom Grundprinzip dem zuvor gezeigten Ausführungsbeispiel
eines Kochfeldsystems 100 entspricht.
[0047] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist dargestellt, dass das aufgestellte Gargeschirr
300 als Systemgargeschirr 302 bzw. als sogenanntes Gargeschirr 302 ausgebildet ist,
welches hier einen Temperatursensor 303 im Boden 301 des Gargeschirrs 300 umfasst.
[0048] Derartige Gargeschirre können weitere Sensoren, eine Steuereinrichtung und/oder eine
Kommunikationseinrichtung, insbesondere zur Kommunikation mit der Kochfeldeinrichtung
1, umfassen.
[0049] Mittels eines derart ausgestalteten Gargeschirrs 300 kann je nach Ausgestaltung vorzugsweise
auch automatisiert eine Kalibrierung des Kochfeldsystems 100 insbesondere beim Erstbetrieb
erfolgen. Dadurch, dass die Temperatur des Bodens 301 durch den Temperatursensor 303
bekannt ist, kann relativ genau auf die Temperatur der Oberseite 202 der Arbeitsplatte
200 geschlossen werden.
[0050] In den Figuren 3 und 4 sind entsprechende Ausgestaltungen erfindungsgemäßer Kochfeldsysteme
100 dargestellt, wobei hier unterschiedliche Varianten von Gargeschirr 300 zur Bestimmung
der tatsächlichen Temperatur an der Oberseite 202 der Arbeitsplatte 200 während des
Betriebs des jeweiligen Kochfeldsystems 100 verwendet werden.
[0051] Dabei ist in Figur 3 ein Systemgargeschirr 302 bzw. ein smartes Gargeschirr 302 vorgesehen,
welches einen Temperatursensor 303 im Topfboden 301 umfasst. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel
ist jedoch ein gedämmter Boden 304 vorgesehen, was bei der Kalibrierung des erfindungsgemäßen
Kochfeldsystems 100 berücksichtigt werden muss. Auch bei dem Betrieb des Kochfeldsystems
100 kann dieses erkannt und berücksichtigt werden.
[0052] Alternativ ist in Figur 4 dargestellt, dass ein ungedämmter Boden 301 bei dem verwendeten
Gargeschirr 300 vorgesehen ist, wobei zur Entkopplung von Gargeschirr 300 und Arbeitsplatte
200 Abstandhalter 305 an den Topfboden 301 vorgesehen sind.
[0053] Bei den in Fig. 2 bis Fig. 4 gezeigten Anwendungsbeispielen wird jeweils der Boden
des Gargeschirrs 300 direkt induktiv erwärmt. Alternativ kann auch eine induktive
Energieübertragung von der Induktionseinrichtung 4 auf eine zur Aufnahme von Energie
im und/oder am Gargeschirr angeordnete Energieaufnahmespule (nicht dargestellt) erfolgen.
Mit der von der Energieaufnahmespule bereitgestellten Energie kann das Gargeschirr
beheizt werden und /oder eine Sensoreinrichtung betrieben werden und/oder eine Kommunikationseinrichtung
betrieben werden und/oder mindestens ein weiterer Heizkörper betrieben werden und/oder
mindestens ein Motor betrieben werden und/oder mindestens ein weiterer elektrischer
Verbraucher betrieben werden.
[0054] In einem weiteren Anwendungsbeispiel kann auf der Aufstellfläche (203) der Arbeitsplatte
200 des Kochfeldsystems 100 ein durch die Induktionseinrichtung 4 induktiv mit Energie
versorgtes Kleingerät (nicht dargestellt) wie beispielsweise ein Toaster und/oder
ein Mixer und/oder eine Küchenmaschine und/oder eine Wasserkocher und/oder eine Saftpresse
betrieben werden.
[0055] Das in diesem Anwendungsbeispiel auf der Aufstellfläche (203) der Arbeitsplatte (200)
betriebene Kleingerät wird im Folgenden auch als Gargeschirr (300) bezeichnet.
[0056] In einem weiteren Anwendungsbeispiel kann es sich bei dem Gargeschirr (300) um eine
Grillplatte und/oder eine Teppan Yaki-Platte und/oder eine Plancha-Platte und/oder
eine ähnliche induktiv erwärmte Platte zur Erwärmung von Lebensmitteln handeln.
[0057] In einem weiteren Anwendungsbeispiel kann es sich bei dem Gargeschirr (300) um einen
Bräter handeln.
[0058] Allgemein sind alle gezeigten Ausführungsbeispiele dazu geeignet und ausgebildet,
die zuvor in der allgemeinen Beschreibung beschriebenen Verfahren durchzuführen. Insbesondere
kann eine Kalibrierung des Kochfeldsystems bei einer Erstinstallation erfolgen.
[0059] Vorzugsweise kann weiterhin mit den so ermittelten tatsächlichen Temperaturen der
Oberseite 202 der Arbeitsplatte 200 eine Überwachung des Betriebs stattfinden, sodass
insbesondere beim Erreichen einer Grenztemperatur bestimmte Sicherheitshandlung durchgeführt
werden können.
[0060] So kann insbesondere verhindert werden, dass eine Beschädigung der Arbeitsplatte
200 durch eine Überhitzung erfolgt und zudem kann weiterhin das Überhitzen eines Gargeschirrs
300 bzw. dessen Inhaltes erkannt und somit vermieden werden, insbesondere zum Beispiel
das Entstehen von Fettbränden.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 1
- Kochfeldeinrichtung
- 2
- Steuereinrichtung
- 3
- Sensoreinrichtung
- 4
- Induktionseinrichtung
- 5
- Induktionsspule
- 6
- Temperatursensor
- 7
- Lüfter
- 100
- Kochfeldsystems
- 101
- vollintegriertes Kochfeld
- 200
- Arbeitsplatte
- 201
- Unterseite
- 202
- Oberseite
- 203
- Aufstellfläche
- 300
- Gargeschirr
- 301
- Boden
- 302
- Systemgargeschirr/smartes Gargeschirr
- 303
- Temperatursensor
- 304
- gedämmter Boden
- 305
- Abstandhalter
1. Verfahren zum Betreiben eines Kochfeldsystems (100) umfassend wenigstens eine Arbeitsplatte
(200) und wenigstens eine Kochfeldeinrichtung (1), wobei die Kochfeldeinrichtung (1)
wenigstens eine Steuereinrichtung (2), wenigstens eine Sensoreinrichtung (3) und wenigstens
eine Induktionseinrichtung (4) umfasst, und wobei die Kochfeldeinrichtung (1) an einer
Unterseite (201) der Arbeitsplatte (200) angeordnet ist, und wobei die Sensoreinrichtung
(3) der Kochfeldeinrichtung (1) an der Unterseite (201) der Arbeitsplatte (200) angeordnet
ist, um über die Temperatur an der Unterseite (201) der Arbeitsplatte (200) Rückschlüsse
auf die Temperatur an der Oberseite (202) der Arbeitsplatte (200) zu ziehen, und wobei
die Oberseite (202) der Arbeitsplatte (200) wenigstens eine Aufstellfläche (203) für
Gargeschirr (300) bereitstellt, dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens bei der Erstinbetriebnahme wenigstens ein Anpassungsparameter in der Steuereinrichtung
(2) eingestellt wird, um über die von der Sensoreinrichtung (3) erfassten Werte an
der Unterseite (201) der Arbeitsplatte (200) entsprechend der verwendeten Arbeitsplatte
(200) Rückschlüsse auf die tatsächliche Temperatur an der Oberseite (203) der Arbeitsplatte
(200) und/oder die Temperatur am und/oder im und/oder auf dem Boden eines aufgestellten
Gargeschirrs (300) zu ziehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Anpassungsparameter wenigstens ein Kalibrierwert
ist und/oder wenigstens einen Kalibrierwert bestimmt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Anpassungsparameter eine
Stärke der Arbeitsplatte, ein Material der Arbeitsplatte, eine Art und/oder Position
wenigstens einer Beschichtung der Arbeitsplatte berücksichtigt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Anpassungsparameter entsprechend
wenigstens einer Arbeitsplattenspezifikation aus wenigstens einer vorbekannten Anpassungsparameterauswahl
eingestellt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Anpassungsparameter über
wenigstens einen vordefinierten Installationsbetrieb ermittelt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei bei der Ermittlung des Anpassungsparameters
wenigstens ein Sensorgargeschirr (300) verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei über die ermittelte Temperatur
an der Oberseite (202) der Arbeitsplatte (200) Rückschlüsse auf die Temperatur eines
Bodens (301) eines aufstehenden Gargeschirrs (300) geschlossen werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei,
die Steuereinrichtung (2) beim Erkennen wenigstens einer Grenztemperatur an der Oberseite
(202) der Arbeitsplatte (200) und/oder an dem Boden (301) eines verwendeten Gargeschirrs
(300) wenigstens eine Sicherheitshandlung einleitet.
9. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Sicherheitshandlung eine wenigstens
zeitweise Reduzierung der Leistung der Induktionseinrichtung (4), ein wenigstens zeitweises
Abschalten der Induktionseinrichtung (4) und/oder das Ausgeben eines Hinweises umfasst.
10. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei das Erkennen der Grenztemperatur
die Abschätzung der Wärmekapazität des Gargeschirrs (300) umfasst.
11. Kochfeldsystem (100) umfassend wenigstens eine Arbeitsplatte (200) und wenigstens
eine Kochfeldeinrichtung (1), wobei die Kochfeldeinrichtung (1) wenigstens eine Steuereinrichtung
(2), wenigstens eine Sensoreinrichtung (3) und wenigstens eine Induktionseinrichtung
(4) umfasst, und wobei die Kochfeldeinrichtung (1) an einer Unterseite (201) der Arbeitsplatte
(200) angeordnet ist, und wobei die Sensoreinrichtung (3) der Kochfeldeinrichtung
(1) an der Unterseite (201) der Arbeitsplatte (200) angeordnet ist, um über die Temperatur
an der Unterseite (201) der Arbeitsplatte (200) Rückschlüsse auf die Temperatur an
der Oberseite (202) der Arbeitsplatte (200) zu ziehen, und wobei die Oberseite (202)
der Arbeitsplatte (200) wenigstens eine Aufstellfläche (203) für Gargeschirr (300)
bereitstellt, ausgebildet zur Durchführung wenigstens eines Verfahrens nach wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche.