[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Überwachung des Feucht-und Farbgleichgewichts
bei Offsetdruckwerken mit einer im Feuchtmittel- bzw. Farbstrom liegenden Meßwalze,
deren Flüssigkeitsfilmdicke gemessen wird.
[0002] Auf die mit Offsetdruckwerken erzielbare Druckqualität hat das riehtige Mengenverhältnis
von Feuchtflüssigkeit und Farbe auf der Offsetdruckplatte einen wesentlichen Einfluß.
Vom Drucker wird viel Geschick und zeitlicher Aufwand abverlangt, dieses optimale
Verhältnis von Feuchtflüssigkeitszufuhr und Farbgebung herzustellen und aufrechtzuerhalten.
Hierbei stehen ihm allerdings bei modernen Offsetdruckwerken Einrichtungen zur Messung
der einzelnen Komponenten -also Farbe und Feuchtmittel- zur Seite.
[0003] Aus der DT-AS 2 412 234 ist zum Beispiel bekannt, unmittelbar vor der ersten Farbauftragswalze
mittels Reflexionsmeßverfahrens die Feuchtfilmdicke an der Offsetplatte zu messen.
Die Messung erfolgt durch Anstrahlen der benetzten Druckplatte mit Infrarotlicht.
Die dabei auftretende Reflexion des infraroten Lichtes ist jedoch nicht nur von der
Feuchtfilmdicke abhängig, sondern wird auch stark von der Struktur der Plattenoberfläche,
bzw. der Plattenart beeinflußt. Die gewonnenen Ergebnisse können daher bei verschiedenen
Offsetplatten beträchtlich voneinander abweichen und damit zu Fehlinterpretationen
der Meßwerte führen. So macht z. B. der Glanz mancher Offsetplatten eine Feuchtfilmmessung
auf diese Art unmöglich.
[0004] Um dieser Schwierigkeit aus dem Wege zu gehen, ist bereits vorgeschlagen worden,
im Kanal des Plattenzylinders eine Referenzfläche vorzusehen, die ebenfalls von den
Feuchtauftragswalzen benetzt wird. Durch Reflexions - messung könnten dann an dieser
Stelle Veränderungen des Feuchtfilms wahrgenommen werden, die repräsentativ für den
Feuchtfilm auf der Offsetplatte sind. Neben dem Nachteil, daß diese Referenzfläche
Störungen an den Farbwalzen herbeiführen kann, ist diese Methode nur bei Bogenoffsetmaschinen
möglich, bei denen ein genügend breiter Kanal verfügbar ist. Bei Rollenoffsetmaschinen,
die bekanntlich keinen Kanal aufweisen, scheidet das Messen mittels Referenzfläche
im Kanal daher aus.
[0005] Messungen des Feuchtfilms unmittelbar am Plattenzylinder haben aber vor allem den
Nachteil, daß nur der Feuchtfilm allein gemessen wird. Die Wechselwirkung Farbe-Wasser
wird nicht genügend erfaßt. Zwar überrollen die Farbwalzen den Plattenzylinder und
beeinflussen somit auch die Feuchtfilmdicke auf den nichtdruckenden Stellen, wenn
der Feuer film z. B. nach dem Einfärben gemessen wird; man erhält jedoch keine Aussage
über den Grad der Wasseraufnahme im Farbwerk. Das Feucht-und Farbgleichgewicht wird
daher nur ungenügend beurteilt.
[0006] Zweck der Erfindung ist, den Farb- und den Feuchtfilm bzw. deren gegenseitiges Verhalten
zur Ermittlung des Gleichgewichts an einer solcher Stelle zu messen, an der die schädlichen
Einflüsse der Offsetdruckplatte durch deren Reflexe auf das Meßgerät ausgeschaltet
sind.
[0007] Im engeren Sinne besteht nun die technische Aufgabe der Erfindung darin eine sehr
wirtschaftliche, zuverlässige Meßvorrichtung zu finden, die be geringstem Aufwand
ohne Beeinträchtigung durch die Offsetplatte sowohl den Farbfilm als auch den Feuchtfilm
bestimmt, ohne daß eine feststellbare Störung der Einfärbung stattfindet.
[0008] Erfindungsgemäß ist nur eine einzige Meßwalze vorgesehen, die an eine der Feuchtauftragswalzen
anstellbar ist, wobei zun.indest bestimmte Bereiche der Mantelfläche der Meßwalze
hydrophil ausgebildet sind.
[0009] Die Erfindung macht von der Erkenntnis Gebrauch, daß im wesentlichen die Benetzbarkeit
einer Oberfläche durch das Feuchtmittel das Maß der Verdrängung von Farbe bestimmt
und daher eine einzige Meßwalze sowohl zur Bestimmung der Farbzufuhr als auch zur
Messung der Feuchtmittelzufuhr verwendet werden kann.
[0010] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Meßwalze
gleichzeitig an einer Farbwalze und an einer auch Farbe führenden Feuchtwalze anliegt,
wobei die Meßwalze selbst aus Glas hergestellt ist. Grundsätzlich kann jedes durch
Farbe und Feuchtmittel benetzbare Material für die Meßwalze verwendet werden. Ist
das Material nicht transparent, wird im Reflexionsverfahren gemessen. Ein im sichtbaren
und infraroten Bereich durchlässiges Material, wie z. B. Glas, hat jedoch den Vorteil,
daß man die Schichtdicken im Durchlichtverfahren messen kann.
[0011] Durch die britische Patentschrift 1 226 487 ist zwar schon bekannt, eine transparente
Walze zur Bestimmung der Farbfilmdicke im Durchlichtverfahren anzuwenden, es wird
jedoch kein Hinweis hinsichtlich der Messung des Feuchtfilms gegeben.
[0012] Eine mit einfachen Mitteln die Farb- und .Feuchtfilmdicke erfassende Weiterbildung
der Erfindung besteht darin, die Meßwalze verschwenkbar zu lagern, so daß diese alternierend
an der letzten Feuchtauftragswalze sowie an der ersten Farbauftragswalze anliegen
kann und daß die Mantelfläche der Meßwalze durch einen nicht benetzbaren in axialer
Richtung verlaufenden Bereich, z. B. einen Einschnitt bzw. Feld mit geringer Transparenz
unterbrochen ist.
[0013] Bei dieser Meßvorrichtung wird der Benetzungswechsel der Meßwalze zur Messung ausgenutzt.
Für eine bestimmte Farbe und das dazugehörige Feuchtmittel läßt sich nämlich ein eindeutiger
Zusammenhang zwischen der Farb- bzw. Feuchtschichtdicke einerseits und der Anzahl
der Umdrehungen der Meßwalze andererseits bis zur vollständigen, nicht mehr zunemnenden
Benetzung feststellen. Nach einem Wechsel der Meßwalze von der Anlage an die farbführende
Auftragswalze des Farbwerkes zur Anlage an die feuchtmittelführende Auftragswalze
des Feuchtwerkes wird es bei geringem Angebot an Feuchtmittel relativ lange dauern,
bis die Mantelfläche der Meßwalze wieder frei von Farbe wird. Im Gegensatz dazu wird
bei reichlichem Feuchtmittelangebot die Farbe sehr rasch von der Meßwalzenoberfläche
wegtransportiert, bis diese dann im weiteren Verlauf des Anliegens schließlich völlig
mit Feuchtmittel in nicht mehr zunehmender Schichtdicke benetzt ist.
[0014] Zählt man die Anzahl der Umläufe der Meßwalze von Beginn des Anlagewechsels bis zur
gleichbleibenden Benetzung mit Feuchtmittel, bzw. stellt man die Zeitkonstante des
Übergangsverhaltens fest, so hat man damit ein Maß für die angebotenen Schichtdicken.
Eine solche Vorrichtung macht die Messung der Feuchtmittel- und Farbschichtdicke in
absoluter Größe auf der Oberfläche der Meßwalze überflüssig. Es reicht aus, wenn man
bei dem oben beschriebenen Vorgehen im Durchlicht oder Auflicht feststellt, wie rasch
sich der Farbfilm in einen Feuchtfilm umwandelt. Auch die Dauer des umgekehrten Vorgangs
vom Beginn des Anliegens der mit Feuchtmittel benetzten Meßwalze bis zur konstant
bleibenden Einfärbung bzw. die in einer Zeiteinheit eintretende Einfärbung ist ein
Maß für das Feucht- und Farbgleichgewicht.
[0015] Eine sehr. einfache Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Mantelfläche der
Meßwalze hydrophile und oleophile Bereiche aufweist. Beispielsweise kann in Umfangsrichturig
gesehen, die Mantelfläche der Meßwalze je zur Hälfte aus hydrophilem und oleophilem
Material bestehen. Diese Meßwalze liegt gleichzeitig sowohl an einer farbführenden
Walze an als auch an einer feüchtmittelführenden, wobei die hydrophilen Flächenanteile
das Feuchtmittel und die oleophilen Flächenanteile die Farbe annehmen. Die Feuchtfilmdicke
wird dann mittels reflektierter Strahlen mit Hilfe von Infrarotdetektoren auf dem
hydrophilen Mantelflächenbereich und die Farbfilmdicke mit Hilfe eines Fototransistors
auf dem oleophilen Mantelflächenbereich gemessen. Der hydrophile Mantelbereich kann
beispielsweise aus Chrom, der oleophile aus Kupfer bestehen.
[0016] Die Erfindung wird im folgenden anhand einiger Ausführungsformen näher beschrieben.
Es zeigt:
Fig. 1 schematisch ein Offsetdruckwerk mit einem Durchlichtmeßgerät nach der Erfindung,
Fig. 2 dieses Durchlichtmeßgerät in vergrößertem Maßstab,
Fig. 3 eine wechselweise an die letzte Feucht- und erste Farbauftragwalze anstellbare
Meßwalze,
Fig. 4 den allgemeinen Verlauf des Meßsignals,
Fig. 5 die Meßsignale verschiedener Filmdicken, ,
Fig. 6 die Markierung der Meßwalzenumläufe im Meßsignal,
Fig. 7 die Filmdicken-Meßsignale in Abhängigkeit vom Farb- Feuchtmittelmengenverhältnis,
Fig. 8 die beidseitig anliegende Meßwalze mit teils aus hydrophilem und teils aus
oleophilem Mantelflächenbereich.
[0017] Bei dem Druckwerk gemäß Fig. 1 handelt es sich um ein Offsetdruckwerk mit Gegendruckzylinder
1, Gummituchzylinder 2, Plattenzylinder 3, Feuchtwerk 4 und Farbwerk 5. Das Feuchtwerk
4 besteht aus dem Feuchtmittelbehälter 6, dem Feuchtduktor 7, dem Feuchtheber 8, dem
Feuchtreiber 9, der ersten Feuchtauftragwalze 10 und der zweiten Feuchtauftragwalze
11.
[0018] Zwischen der zweiten Feuchtauftragwalze 11 und der ersten Farbauftragwalze 12 des
Farbwerkes 5 ist ein Meßkopf 13 angeordnet. Wie Fig. 2 im einzelnen zeigt, befindet
sich in diesem Meßkopf 13 eine Meßwalze 14, deren Drehachse parallel zu den Drehachsen
15 der beiden Feuchtauftrag- walzen und den Farbauftragwalzen verläuft. Der Meßkopf
13 ist derart verstellbar angeordnet, daß der Anpreßdruck der Meßwalze 14 an die Feuchtauftragwalze
11 und die Farbauftragwalze 12 eingestellt werden kann. Die Meßwalze 14 besteht aus
Glas oder ähnlichem transparentem Material. In ihrem Inneren befindet sich eine Strahlungsquelle
16.
[0019] Im Gehäuse 17 des Meßkopfes 13 sind ein Infrarotdetektor für den Meßstrahl 18 und
darüber ein weiterer Infrarotdetektor für den Vergleichsstrahl 19 vorgesehen. Beiden
Infrarotdetektoren 18 und 19 ist in radialer Richtung von der Strahlungsquelle 16
aus gesehen je ein Filter 20 bzw. 24 vorgelagert. Zwischen den beiden Infrarotdetektoren
18 und 19 befindet eich ein Farbtransistor 21 zur Farbbestimmung. Die Infrarotdetektoren
18 und 19 sind durch die gläserne Walze hindurch sowie durch die Filter 20 bzw. 24
und der Farbtransistor ohne Zwischenschaltung eines Filters durch die Strahlen der
Strahlungsquelle 16 beaufschlagbar. Eine obere Blende 22 und eine untere Blende 23
verlaufen in einem gewissen Abstand konzentrisch zur gläsernen Meßwalze 14 und schirmen
so die Detektoren gegen Streulicht ab. Beide Blenden 22 und 23 sind am Gehäuse 14
des Meßkopfes 13 befestigt.
[0020] Die Infrarotdetektoren sind über Impedanzwandler 26 und Rechenver- stärker 27 elektrisch
an eine Anzeigevorrichtung zur Anzeige der Feuchtfilmdicke angeschlossen. Das Meßsignal
des Fototransistors 21 wird vom Verstärker 29 verstärkt einer weiteren Anzeigevorrichtung
30 für die Farbe übermittelt.
[0021] Die Wirkungsweise der beschriebenen Meßvorrichtung ist folgende:
Beim Abrollen der gläsernen Meßwalze 14 (Fig. 2) auf dem elastischen Belag der zweiten
Feuchtauftragwalze 11 wird bei normaler Feuchtung ein Flüssigkeitsfilm abgenommen,
während die sich auf der Mantelfläche der Feuchtauftragwalze 11 und der Farbauftragwalze
12 befindende Farbschicht nicht abgenommen wird. Die im Zentrum der Meßwalze 14 vorgesehene
Strahlungsquelle 16 sendet einen Anteil von Infrarotstrahlen aus, der durch die transparente
Wandung der Meßwalze 14 und den Feuchtfilm hindurch über die beiden Filter 20 bzw.
24 die Infrarotdetektoren 18 und 19 beaufschlagt. Dabei werden entsprechend der Dicke
des Feuchtfilms Infrarotstrahlen von beispielsweise einer Wellenlänge von = 2, 93
µm zum größten Teil absorbiert und können somit zur Bestimmung der Feuchtfilmdicke
herangezogen werden.
[0022] Das schmalbandige Interferenzfilter 20 vor dem Infrarotdetektor 18 läßt nur einen
bestimmten Meßstrahl aus dem Strahlenspektrum der Strahlungsquelle 16 hindurch. Mit
wachsender Stärke des Feuchtfilms wird die auf den Infrarotdetektoren wirkende Strahlungsintensität
geringer und man erhält eine Wider standsänderung. Dä sich der Widerstand des In.
frarotdetektors auch mit der Temperatur der Umgebung ändert und außerdem die Intensität
der Strahlungsquelle 16 nicht konstant bleibt. muß man für die Messungen ein Bezugspotential
schaffen. Zu diesem Zweck ist ein Vergleichsstrahl einer Wellenlänge vorgesehen, die
vom Wasser nur schwach absorbiert wird. Dieser Vergleichsstrahl beaufschlagt über
das Filter 24 den Infrarotdetektor 19.Beide Strahlen - Meßstrahl und Vergleielisstrahl
- liegen in der Wellenlänge dicht nebeneinander, damit sie die gleiche Änderung durch
Störungen der genannten Art erfahren, im Vergleich also lediglich die Schichtdickenänderungen
wirksam das Meßsignal verändern.
[0023] Die mit konstanter Spannung versorgten Infrarotdetektoren 18 und 19 liefern Signale,
die über den Impedanzwandler 16 verstärkt einem vergleich den Rechenverstärker 27
zugeführt werden. Die Ausgangsspannung dieses Rechenverstärkers 27 ist proportional
der Feuchtfilmdicke auf der Meßwalze 14 und wird in der Anzeigevorrichtung 28 dem
Drucker angezeigt.
[0024] Bei zu geringer Feuchtung setzt sich bekanntlich die Offsetplatte mit Far be zu.
Damit ist das Feucht-Farbgleichgewicht entschieden gestört.
[0025] In diesem Falle wird sowohl über die Farbauftragwalze 12 als auch über die Feuchtauftragwalze
11 Farbe auf die Meßwalze 14 übertragen, wodurch die Intensität des Meßsignals vermindert
wird. Der zusätzlich im Gehäuse 17 des Meßkopfes 13 angeordnete Fototransistor 21
liefert dann ein im unmittelbaren Spektralbereich gemessenes Signal, welches über
einen Verstärker 29 auf einer Anzeigevorrichtung 30 das Vorhandensein von Farbe auf
der Meßwalze anzeigt.
[0026] Wird die Zufuhr an Feuchtmittel daraufhin gesteigert, läuft die Meßwalze wieder von
Farbe frei. Die Anzeigevorrichtung 30 zeigt nun die Abwesenheit eines Farbfilms auf
der Oberfläche-der Meßwalze 14 an. Die Anzeigevorrichtung 28 gibt die Dicke des neuen
Feuchtfilms eindeutig wieder.
[0027] In normaler Arbeitsstellung mißt die Meßwalze 14 lediglich die Dicke des Feuchtfilms
auf der Meßwalze äquivalent dem Feuchtfilm auf der zweiten Feuchtauftragwalze 11 und
zeigt außerdem bei zu geringer Feuchtung das Tonen an. Versuche haben gezeigt, daß
die Farbannahme an der Meßwalze gleichzeitig mit dem Tonen bzw. sogar früher als an
der Offsetplatte stattfindet.
[0028] Dies ist leicht erklärlich, da die Meßwalze mit dem unverbrauchten Farbfilm der ersten
Farbauftragwalze und mit dem gewissermaßen verbrauchten Feuchtfilm der Feuchtauftragwalze
in Berührung steht. Der Einfluß der Farbe ist stärker.
[0029] Stellt man die Meßwalze 14 an die beiden Auftragwalzen derart an, daß die Mantelfläche
der Meßwalze 14 zunächst mit der Farbauftragwalze 12 und dann erst mit der Feuchtauftragwalze
11 in Berührung kommt - der Meßkopf 13 ist also geringfügig abgestellt - so wird der
Kontakt zur zweiten Feuchtauftragwalze unterbrochen, ohne daß der Kontakt mit der
Farbauftragwalze 12 aufgehoben wird. In dieser Einstellung kann nach einer Übergangsphase,
in der die Meßwalze Farbe annimmt, die absolute Farbschichtdicke auf der Farbauftragwalze,
repräsentiert durch die aufgebaute Farbschichtdicke auf der Meßwalze mit Hilfe des
Fototransistors 21, des Verstärkers 29 und der Anzeigevorrichtung 13 zur Anzeige gebracht
werden. Mit der beschriebenen Meßvorrichtung vermag der Drucker sowohl die Farb- als
auch die Feuchtmittelzufuhr zu beruteilen und einzuregeln.
[0030] Die beschriebene Ausführungsform gemäß Fig. 1 und Fig. 2 kann mannigfache Abwandlung
erfahren. Beispielsweise lassen sich zur Aufnahme des Meßsignals die Infrarotstrahlungsquelle
und die Infrarotdetektoren lokal vertauschen. Auch besteht die Möglichkeit, den Wirkungsgrad
der Strahlung durch eine Optik zu verbessern. Vorzugsweise besteht die Meßwalze 14
aus einem Material mit einer großen Transmission für Infrarotstrahlen und weist nur
geringe Formabweichungen auf. Am besten eignet sich für die Meßwalze ein Quarzglas.
Zur Verstärkung des Meßsignals ist auch ein Wechselspannungsverstärker möglich, wobei
dann allerdings die Strahlen zerhackt werden müssen.
[0031] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung zeigt. Fig. 3. Die transparente Meßwalze
14 ist drehbar an einem Schwenkhebel 31 angebracht, der um die Schwenkachse 32 derart
verschwenkbar ist, daß die Meßwalze 14 wahlweise an die Feuchtauftragwalze 11 oder
an die Farbauftragwalze 12 angelegt werden kann. Am Schwenkhebel sind die Infrarotdetektoren
18 und 19 sowie die denen vorgelagerten Filter 20 und 24 angebracht. Innerhalb der
Meßwalze 14 befindet sich die Strahlungsquelle 16. Die Infrarotdetektoren 18 und 19
sind in der gleichen Weise wie in Ausführungsform gemäß Fig. 2 beschrieben über den
Impedanzwandler 26 und den Rechenverstärker 27 elektrisch verknüpft an das Anzeigegerät
16 angeschlossen. Der Mantel der Meßwalze 14. weist einen in axialer Richtung sich
erstreckenden Kanal 33 auf, wodurch die den Feucht- bzw. Farbfilm aufnehmende Mantelfläche
der Meßwalze 14 unterbrochen ist. Der Kanal ist mit einer opaken, also strahlungsundurchlässigen
Schicht überzogen.
[0032] Gemäß der ausgezogenen Darstellung in Fig. 3 befindet sich die Meßwalze 14 zunächst
in der unteren Arbeitsstellung, d. h. , sie liegt an der zweiten Feuchtauftragwalze
11 an. Ihre. Mantelfläche ist daher mit einem dem Beharrungszustand entsprechenden
Feuchtmittelfilm mit einer bestimmten Schichtdicke benetzt. Schwenkt man nun die Meßwalze
14 in die obere Arbeitsstellung und legt sie gegen die erste Farbauftragwalze an,
so wird sie nicht mehr mit Feuchtmittel aus dem Feuchtwerk versorgt, der verbliebene
Feuchtmittelfilm wird von der Farbauftragwalze 12 aufgenommen und abtransportiert.
Nach einer gewissen Zeit bzw. Zahl von Meßwalzenumläufen ist unter gleichzeitiger
Einwirkung der Verdunstung der Feuchtfilm auf der Meßwalze soweit abgebaut, daß deren
Einfärbung durch die angebotene Farbe beginnt. Nach einigen weiteren Umdrehungen ist
diese soweit fortgeschritten, daß ein neuer Beharrungszustand mit gleichbleibender
Farbschichtdicke eingetreten ist.
[0033] Mit Hilfe des Kanals 33 besteht nun die Möglichkeit, die Zahl der Umdrehungen der
Meßwalze vom Zeitpunkt der Umschaltung von der urieren Arbeitsstellung in die obere
Stellung an bis zum Beginn der Einfärbung und darüber hinaus bis zum Ende der Einfärbung
zu messen.
[0034] Lag zu Beginn des Vorgangs ein starker Feuchtmittelfilm vor, wird der Zeitpunkt des
Beginns der Einfärbung später einsetzen als bei einem schwachen Film.
[0035] Damit ist die Anzahl der Umdrehungen bis zum Beginn der Einfärbung ein Maß für die
ursprünglich vorhandene Feuchtfilmdicke.
[0036] Wie noch später anhand einer Kurve erläutert werden wird. ermöglicht der Kanal 33
aufgrund der kurzen Unterbrechung des eigentlichen Meßsignals - wegen der Opazität
des Kanals entsteht ein Peak - die Zählung der Anzahl der Umdrehungen bis zum Beginn
der Einfärbung und darüber hinaus bis zur Beharrung der Benetzung mit Farbe.
[0037] Für den umgekehrten Vorgang, d. h. also, für den Wechsel der Meßwalzenanlage von
der Farbwalze zur Feuchtwalze gilt Ähnliches. Schwenkt man also die Meßwalze 14 wieder
in ihre untere Arbeitsstellung, wobei ihre mit Farbe gesättigte Mantelfläche an die
der Feuchtwalze angelegt wird. läuft die Meßwalze zunächst von Farbe frei bis sich
danach wieder ein Feuchtfilm aufbaut. Je nach vorhandener Farbschichtdicke und angebotener
Feuchtfilmstärke ist die Anzahl der Umläufe bis zum Freilaufen von Farbe ein Maß für
das Mengenverhältnis von Feuchtmittel und Farbe. Das Meßsignal wird auch hier wieder
bei jeder Umdrehung durch den Kanal 33 kurzzeitig unterbrochen und durch einen Peak
ersetzt.
[0038] Um eine der möglichen Arbeitsweisen der Meßeinrichtung nach Fig. 3 näher beschreiben
zu können, wird des besseren Verständnisses wegen auf die Arbeitsweise der Meßeinrichtung
gemäß Fig. 2 zurückgegriffen. Vermindert sich dort aus irgendwelchen Gründen - z.
B. durch Verdunsten des Feuchtmittelfilms infolge höherer Temperaturen - die Feuchtfilmdicke,
so nimmt das die Feuchtfilmdicke anzeigende Meßsignal z. B. nach der Kurve 34 in Fig.
4 ab. Vermindert sich dabei der Feuchtfilm in seiner Dicke zu stark, d. h. bis zu
einer kritischen Schwelle, so beginnt die Offsetplatte zu tonen. Gleichzeitig bekommt
die Meßwalze 14 über die Feuchtauftragwalze 11 und die Farbauftragwalze 12 Farbe zugeführt.
Das Meßsignal steigt wieder an, z. B. mit einem Verlauf nach Kurve 35 der Fig. 4.
Der Kurvenzug 34, 35 zeigt einen Umschlagpunkt. Praktische Versuche haben gezeigt,
daß zeitlich der Umschlagpunkt mit dem Beginn des Tonens auf der Offsetplatte übereinstimmt
bzw. sogar vor diesem liegt. Das Wiederansteigen des Meßsignals nach Kurve 35 könnte
zu einer Fehlinterpretation in Bezug auf eine wieder ansteigende Feuchtfilmdicke führen,
wenn nicht gleichzeitig der Fototransistor 21 (Fig. 2) über den Verstärker 29 im Anzeigegerät
20 das Vorhandensein von Farbe, also Tonen, melden würde.
[0039] Einen ähnlichen Meßsignalkurvenverlauf erhält man, wenn in der Ausführungsform gemäß
Fig. 3 die Meßwalze 14 von der zweiten Feuchtauftragwalze 11 zur ersten Farbauftragwalze
12 überwechselt. Auch dann wird ein vom Anzeigegerät 28 angezeigter Umschlagpunkt
U, ähnlich Fig. 4, durchlaufen (s.Fig. 5).
[0040] Unmittelbar nach der Anlage der Meßwalze an die Farbwalze zeigt das Meßsignal noch
den Beharrungszustand B
1 des Feuchtfilms an, den dieser bei der Anlage der Meßwalze an die Feuchtwalze hatte.
Nun setzt sofort der Feuchtfilmabbau auf der Meßwalze ein, etwa gemäß einer Kurve
36a in Fig. 5, bis der Umschlagpunkt U
1 erreicht ist. Je dicker der Feuchtfilm auf der Meßwalze 14, desto länger dauert es,
bis der Umschlagpunkt U erreicht ist, d. h. bis die Einfärbung der Meßwalze beginnt
und das Signal wieder nach Kurve 36 b ansteigt.
[0041] Die Meßsignalkurve 36, vom Beharrungszustand B
1 ausgehend bis zum Umschlagpunkt U
1, zeigt einen stärkeren Flüssigkeitsfilm an als die Kurve 37, die von einem angenommenen
Beharrungszustand B
2 eines schwächeren Feuchtfilms ausgeht und bei U
2 den Umschlagpunkt erreicht. Es wird deutlich, daß nicht nur die Ordinaten B
1 bzw. B
2 ein Maß für die Feuchtfilmdicke darstellen, sondern auch die Zeit, die bis zum Erreichen
des Umschlagpunktes verstreicht. Die Zeitspanne, die vom Zeitpunkt des Anlegens der
Meßwalze an die Farbwalze (Umschalt- zeitpunkt) bis zum Umschlagpunkt U vergeht, ist
ein Maß für die Feuchtmittelfilmdicke, die zum Umschaltzeitpunkt vorlag.
[0042] Die oben erwähnte Zeitspanne wird in geeigneter Weise mittels des Anzeigegerätes
28 zur Anzeige gebracht. Beispielsweise kann die Zahl der Meßwalzenumdrehungen vom
Umschaltzeitpunkt, d.h. vom Wechsel der Meßwalze 14 von der Feuchtauftragwalze 11
zur Farbauftragwalze 12 oder umgekehrt, bis zum Umschlagpunkt U angezeigt werden.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Differentialquotienten des Meßsignals der
Meßeinrichtung in den Wechselphasen der Messung von Feuchtmittel zu ! Farbe und von
Farbe zu Feuchtmittel anzuzeigen.
[0043] Wie zuvor angedeutet, unterbricht der Kanal 33 in der Mantelfläche der Meßwalze 14
bei jeder Umdrehung das Meßsignal kurzzeitig und setzt einen Peak.
[0044] Zeichnet man das Meßsignal mittels eines als Registriergerät ausgebildeten Anzeigegerätes
28 auf, so entstehen Meßsignalkurven gemäß Fig. 6.
[0045] In Meßsignalkurve 38a, b sind vier Peaks bis kurz nach Beginn des Einfärbens verzeichnet,
in Meßsignalkurve 39a, b nur zwei Peaks entsprechend der Zahl der Umdrehungen der
Meßwalze bis zum Erreichen des Umschlagpunktes. Die Anzahl der Peaks bis zum Erreichen
des Umschlagpunktes ist somit eine Maßzahl für die Ausgangsstärke des Feuchtmittel-
films . !
[0046] Es ist in diesem Zusammenhang ausdrücklich erwähnt, daß der Beginn der Einfärbung
der Meßwalze 14 hierbei nicht identisch ist mit dem Beginn des Tonens auf der Platte,
wodurch sich die Anordnung der Meßwalze 14 nach Fig. 3 von der nach Fig. 2 wesentlich
unterscheidet. Bei der Anlage der Meßwalze 14 an der Farbauftragwalze 12 ist die Versorgung
der Meßwalze mit Feuchtmittel unterbrochen, nicht dagegen die Versorgung der Offsetplatte,
die ungestört weiter stattfindet.
[0047] Der Abbau der Feuchtmittelschicht von der hydrophilen Meßwalze nach Anlage an die
Farbwalze vollzieht sich durch fortwährende Spaltung des Wasserfilms, wird also von
der vorhandenen Farbschichtstärke kaum beeinflußt.
[0048] B 10, B 20 bzw. B 30 Beim Zurückschwenken der bis zur Sättigung eingefärben Meßwalze
(Farbfilmdicke auf der Meßwalze annähernd gleich der Farbfilmdicke auf der Farbwalze)
an die an sich oleophile Feuchtauftragwalze wird der auf der Meßwalze verbliebene
Farbfilm von der Feuchtauftragwalze abgeführt. Durch den sich ständig erneuernden
Feuchtfilm auf der Feuchtauftragwalze wird die Meßwalze vollständig mit Feuchtmittel
benetzt. Hier ist das Verhältnis der jeweiligen Schichtstärken zueinander ein Maß
dafür, welche Zeit vergeht, bis die Meßwalze frei von Farbe wird, sich also der Umschlagpunkt
einstellt, bzw. ein Fototransistor das Verschwinden der Farbe anzeigt, wenn ein solcher
ähnlich Fig. 2 in die Einrichtung nach Fig. 3 eingebaut wird.
[0049] Fig. 7 zeigt die Meßsignalkurven 40,41,42, für drei verschiedene Farbschichtdicken
an der Meßwalze nach Schwenken der Meßwalze von der Farb- walze an die Feuchtwalze.
Je nach vorhandener Feuchtfilmdicke auf der Feuchtwalze wird der Umschlagpunkt früher
oder später eintreten. (Die Peaks sind der Übersichtlichkeit wegen in Fig. 7 weggelassen).
Die Umschlagpunkte sind durch die Kurvenansätze mit den Indizes b, c und d gekennzeichnet.
Die Steigung, mit denen diese Kurvenansätze beginnen, ist ein Maß für die auf der
Feuchtauftragwalze vorhandene Feuchtfilmstärke, die sich nach dem Freilaufen von Farbe
auf der Meßwalze im Beharrungszustand später einstellt. Bei konstantem Farbfeuchtmittel-Mengenverhältnis
stellt sich der Umschlagpunkt zur gleichen Zeit ein, der einmal ermittelt, für die
betreffende Farbe, Feuchtmittel und Art der Platte, das Optimum der Farb-WasserFührung
darstellt. In Fig. 7 ist dieser Zeitpunkt durch den Pfeil "G" (Gleichgewicht) gekennzeichnet.
[0050] Wird zu wenig Farbe geführt (z. B. Kurve 42 ), so tritt der Umschlag mit den Feuchtmittelstärken
entsprechend 42c und 42d früher ein als erwünscht. Erst eine Verminderung der Feuchtführung
auf eine Filmstärke gemäß 42e führt das richtige Gleichgewicht herbei. Wird diese
Korrektur nicht durchgeführt, wird die Platte zuviel Wasser führen und z. B. Wassernasen
im Druckbild zeigen.
[0051] Wird zu viel Farbe geführt, z. B. Umschlagpunkt bei 40d, so muß entweder Farbe weggenommen
- neuer Umschlagpunkt bei 41d stellt sich ein - oder Wasser zugeführt werden, der
Umschlagpunkt wäre dann 40c.
[0052] Allgemein heißt das:
Ist das Gleichgewicht durch Verschiebung in Richtung auf zu viel Feuchtmittel gestört,
tritt der Umschlagpunkt vorzeitig ein, bei zu viel Farbe verspätet.
[0053] In Fig. 7 ist angedeutet, mit welcher Intensität der Wiederaufbau des Feuchtmittelfilmt
stattfindet. Gleiche Indizes bedeuten gleiche Intensität und damit auch gleiche Feuchtfilmdicken
für den Zustand der Behaurung. Die Messung des Anstiegs liefert über die Zeitkonstante
die endgültige Feuchtfilmstärke. Dies gilt übrigens auch für den Farbfilmaufbau an
der Meßwalze, wenn diese an der Farbauftragwalze anliegt.
[0054] Eine dritte Ausgestaltung der Erfindung zeigt Fig. 8. Die Meßwalze 14 ist hier je
zur Hälfte ihres Umfangs mit einem oleophilen Mantelflächenteil 43 und einem hydrophilen
Mantelflächenteil 44 versehen. Die beiden Mantelflächenteile 43 und 44 sind durch
zwei Kanäle 45 voneinander getrennt. Der oleophile Mantelflächenteil 43 kann beispielsweise
aus Kupfer, der hydrophile aus Chrom bestehen. Zur Messung der Filmdicke auf der Mantelfläche
der Meßwalze 14 muß daher das Auflichtverfahren Anwendung finden. Der nur schematisch
in Fig. 8 angeordnete Meßkopf enthält die Strahlungsquelle 16, die Infrarotdetektoren
18 und 19 mit den ihnen zugeordneten Filtern 20 und 24 sowie den Fototransistor 21.
Zwecks Anzeige der Meßsignale der Infrarotdetektoren 18 und 19 sind wieder Impedanzwandler
26, Rechenverstärker 27 und Anzeigegerät 28 vorgesehen. Der Fototransistor 21 ist
in derselben Weise wie bei der Ausführung gemäß Fig. 2 elektrisch über den Verstärker
29 mit dem Anzeigegerät 30 für die Farbfilmdickenanzeige verbunden.
[0055] Die Meßwalze 14 liegt in ihrer Arbeitsstellung gleichzeitig sowohl an der zweiten
Feuchtauftragwalze 11 als auch an der ersten Farbauftragwalze 12 ständig an. Der oleophile
Mantelflächenteil 43 der Meßwalze 14 nimmt nur Farbe von der Farbauftragwalze 12 und
der hydrophile Mantelflächenteil 44 nur Feuchtmittel von der Feuchtauftragwalze 11
an, obwohl beide Meßflächenhälften nacheinander beide Auftragwalzen berühren. Bei
Vorbeilauf der oleophilen Mantelfläche 43 ist der Fototransistor 21 und bei Vorbeilauf
der hydrophilen Mantelfläche 44 sind die Infrarotdetektoren 18 und 19 eingeschaltet.
Das Anzeigegerät 28 zeigt somit eine der zweiten Feuchtauftragwalze 11 entsprechende
Feuchtfilmdicke an, während das Anzeigegerät 30 eine der Farbauftragwalze entsprechende
Farbfilmdicke zur Anzeige bringt.
[0056] Der die Feuchtung und Farbgebung steuernde Drucker hat somit einen Meßwert, der das
tatsächlich auf der Platte vorhandene Feucht-Farbverhältnis in sehr guter Weise wiedergibt,
denn die Meßwalze 14 liegt in gleicher Weise wie die Offsetplatte an den Walzen des
Feucht- und Farbwerkes an. Der Drucker kann nun das von ihm als optimal ermittelte
Feucht-Farbgleichgewicht einfach einregeln. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die
Meßsignale der Infrarotdetektoren 18 und 19 sowie des Fototransistors 21 zur automatischen
Einregelung des Feucht-Farbgleichgewichtes auszunutzen.
TEILELISTE
[0057]
1 Gegendruckzylinder
2 Gummituchzylinder
3 Plattenzylinder
4 Feuchtwerk
5 Farbwerk
6 Feuchtmittelbehälter
7 Feuchtduktor
8 Feuchtheber
9 Feuchtreiber
10 1. Feuchtauftragwalze
11 2. Feuchtauftragwalze
12 Farbauftragwalze
13 Meßkopf
14 Meßwalze
15 Drehachsen
16 Strahlungsquelle
17 Gehäuse
18 IR-Detektor für Meßstrahl
19 IR-Detektor für Vergleichsstrahl
20 Filter für Meß- und Vergleichsstrahl
21 Fototransistor zur Farbbestimmung
22 obere Blende
23 untere Blende
24 Filter für Vergleichsstrahl .
25
26 Impedanzwandler für IR-Detektoren
27 Rechenverstärker
28 Anzeigevorrichtung für Feuchtfilmdicke
29 Verstärker für Farbsignal
30 Anzeigevorrichtung für Farbe
31 Schwenkhebel
32 Schwenkachse
33 Kanal
34 Meßsignalkurve
35 "
36 "
37 "
38 "
39 "
40 "
41 "
42 "
43 oleophiler Mantelflächenbereich
44 hydrophiler Mantelflächenbereich
45 Kanäle
1. Vorrichtung zur Messung des Feucht- und Farbgleichgewichts bei Offsetdruckwerken
mit einer im Feucht- bzw. einer im Farbfilmstrom liegenden Meßwalze, deren Flüssigkeitsfilm
gemessen wird, d a - durch gekennzeichnet, daß nur eine Meßwalze (14) vorgesehen ist,
die an eine der Feuchtauftragwalzen (11) und an eine der Farbauftragwalzen (12) anstellbar
ist. und daß zumindest bestimmte Bereiche der Mantelfläche der Meßwalze (14) hydrophil
ausgebildet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßwalze (14) gleichzeitig
an einer farbführenden und an einer feuchtmittelführenden Walze (11, 12) anliegt und
daß. die Meßwalze (14) selbst aus Glas hergestellt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Meßwalze (14) verschwenkbar
gelagert ist und alternierend an der letzten Feuchtauftragwalze (11) sowie der ersten
Farbauftragwalze (12) anliegt, und daß die Mantelfläche der Meßwalze (14) durch einen
in axialer Richtung verlaufenden, nicht benetzbaren Bereich. z. B. einen Kanal (33)
unterbrochen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelfläche der Meßwalze
(14) hydrophile und oleophile Bereiche (43, 44) aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß, in Umfangsrichtung gesehen.
die Mantelfläche der Meßwalze (14) je zur Hälfte aus hydrophilem und oleophilem Material
besteht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der hydrophile
Bereich (44) der Mantelfläche der Meßwalze von dem oleophilen (43) durch Kanäle (45)
getrennt ist.
7. Verfahren zur Messung des Feucht- und Farbfilmgleichgewichts bei Offsetdruckwerken
mit einer Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß von einer in einer
gläsernen Meßwalze (14) vorgesehenen Strahlungsquelle (16) zwei Infrarotdetektoren
(18, 19) und ein Fototransistor (21) beaufschlagt werden, wobei die Infrarotdetektoren
(18, 19) die Feuchtfilmdicke und der Fototransistor (21) den Farbschichtanteil in
der Flüssigkeitsschicht auf der Meßwalzenmantelfläche ermittelt.
8. Verfahren zur Messung der Abweichungen der Feucht- und Farbfilmdicke bei Offsetdruckwerken
mit einer Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Meßsignale in Form
einer Kurve (34 - 42) aufgezeichnet werden, die den Abtragungsverlauf von Farbe durch
Feuchtmittel oder umgekehrt auf der Mantelfläche der Meßwalze (14) anzeigen, und daß
der nicht benetzbare Teil (33) der Mantelfläche die Kurve des Abtragungsverlaufs bei
jeder Umdrehung der Meßwalze (14) unterbricht, so daß die

der Unterbrechungen bis zur völligen Entfernung der Farbe oder des Feuchtmittels ein
Maß für die Farb- bzw. Feuchtfilmdicke und der jeweiligen Auftragwalze darstellen
.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der Meßwalzenumdrehungen
vom Umschaltzeitpunkt, d. h. vom Wechsel der Meßwalze (14) von der Feuchtauftragwalze
(11) zur Farbauftragwalze (12) oder umgekehrt, bis zum Umschlagpunkt (U) angezeigt
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet , daß der Differentialquotient
des Meßsignals der Meßeinrichtung in den Wechselphasen der Messung von Feuchtmittel
zu Farbe und von Farbe zu Feuchtmittel angezeigt wird.
11. Verfahren zur Messung der Abweichungen der Feucht- und Farbfilmdicke bei Offsetdruckwerken
mit einer Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß mittels reflektierter Strahlen mit Hilfe von Infrarotdetektoren (18, 19) auf dem
hydrophilen Mantelflächenbereich (44) der Meßwalze (14) die Feuchtfilmdicke und mit
Hilfe eines Fototransistors (21) auf dem oleophilen Mantelflächenbereich (43) die
Farbfilmdicke gemessen wird.