[0001] Die Erfindung betrifft einen Behälter mit einer unabhängig vom schwankenden Flüssigkeitsspiegel
arbeitenden Vorrichtung zum volumenkonstanten Abzug von Flüssigkeit aus dem Behälter.
[0002] Es gibt die verschiedensten Anwendungsfälle, in denen aus einem flüssigkeitsgefüllten
Behälter über einen längeren Zeitraum eine gleichbleibende Menge abgezogen werden
muß. Oft handelt es sich um sogenannte Pufferbehälter, die die in zeitlich stark schwankender
Menge ankommende Flüssigkeit zwischenspeichern.
[0003] Eine für diesen Zweck geeignete, bekannte Vorrichtung enthält ein Abzugsrohr, das
mit seinem unteren Ende um eine Horizontalachse schwenkbar an einem Auslaufrohrstutzen
des Behälters befestigt ist. Das.obere, die an der Flüssigkeitsoberfläche zu haltende
Einlauföffnung aufweisende Ende wird durch einen zusätzlichen Auftriebskörper, insbesondere
einen Schwimmer, getragen. Dieser Schwimmer sorgt dafür, daß die Einlauföffnung dem
schwankenden Wasserspiegel genau folgt.
[0004] Es hat sich jedoch in der Praxis gezeigt, daß ein solcher Auftriebskörper nicht geeignet
ist, in allen Stellungen des Abzugsrohres für eine volumenkonstante Entnahme zu sorgen.
Die Ursache hierfür ist darin zu suchen, daß das Abzugsrohr selber in Folge seines
Luftraumes einen erheblichen Auftrieb hat. Dieser Auftrieb schwankt jedoch je nach
dem Neigungswinkel des Abzugsrohres, da mit zunehmender Steilheit der momentane Wasserinhalt
des Rohres geringer und umgekehrt der Luftinhalt größer ist. Diese Einflüsse bewirken,
daß mit zunehmender Steilheit immer weniger und schließlich überhaupt keine Flüssigkeit
mehr abgezogen wird.
[0005] Aufgabe der Neuerung ist es, die Vorrichtung der beschriebenen Art so zu verbessern,
daß die zeitlich entnommene Flüssigkeitsmenge auch bei sehr verschiedenem Flüssigkeitsstand
möglichst konstant bleibt. Diese Aufgabe wird gemäß der Neuerung dadurch gelöst, daß
Zusatzgewichte und/oder Zusatzkraftmittel vorgesehen sind und daß mit dem Abzugsrohr
Hebe- bzw. Kraftübertragungsmittel verbunden sind, die so angeordnet und/oder geführt
sind, daß sie beim Hochschwenken des Abzugsrohres in einer dem Auftrieb des Abzugsrohres
entgegengerichteten Weise mit den Zusatzgewichten bzw. -kräften in Wirkverbindung
treten. Diese Zusatzgewichte bzw. -kraftmittel bewirken, daß die Einlauföffnung immer
in der gleichen Lage zum Flüssigkeitsspiegel bleibt. Im allgemeinen ist es nicht notwendig,
ein stetiges Ansteigen der dem Auftrieb entgegengerichteten Kräfte vorzusehen; es
genügt vielmehr, wenn diese Zunahme in mehr oder weniger kleinen Stufen erfolgt. So
kann man z.B. am Abzugsrohr ein frei nach unten hängendes Seil oder eine Kette befestigen,
welche mehrere kleinere Zusatzgewichte trägt. Und dabei sind die Abstände der Zusatzgewichte
untereinander und zum Befestigungspunkt derart gewählt, daß sie bei Nichtgebrauch
d.h. bei geringer Steigung des Abzugsrohres, auf dem Behälterboden liegen und von
einem bestimmten Steigungswinkel ab nacheinander vom Behälterboden abgehoben werden.
Eine stufenlose Zunahme der Gegenkraft kann z.B. durch eine Zugfeder verwirklicht
werden, die über ein Seil oder eine Kette mit dem Abzugsrohr verbunden ist.
[0006] In den Zeichnungen sind einige solche Möglichkeiten dargestellt. Und zwar zeigen:
Fig. 1 einen kompletten Behälter mit Abzugsrohr und einer Kompensationsvorrichtung
mit Zusatzgewichten;
Fig. 2 einen Behälter mit einem Zusatzkraftmittel in Form einer Zugfeder;
Fig. 3 und 4 eine mit der Schwenkachse des Abzugsrohres verbundene Vorrichtung mit
Zusatzgewichten.
[0007] In Fig. 1 ist ein Behälter 1 gezeigt, dem durch ein nicht dargestelltes Zulaufrohr
Flüssigkeit zugeführt wird, die' durch einen in Bodennähe befindlichen Auslaufrohrstutzen
2 abgezogen werden kann. Zur Unterbrechung des Ablaufs ist ein Schieberventil 3 vorgesehen.
Das in das Behälterinnere vorspringende Ende des Auslaufrohrstutzens trägt ein Rohrgelenk
4 für das Abzugrohr 5, dessen oberes, die Einlauföffnung 6 aufweisendes Ende durch
Schwimmer 7 an der Flüssigkeitsoberfläche 8 gehalten wird. Der Schwimmer 7 ist mittels
eines Gelenkes 9 am Abzugsrohr 5 befestigt, damit er seine Lage relativ zum Flüssigkeitsspiegel
beibehält.
[0008] Vom unteren Teil des Abzugsrohres 5 ragt ein Arm lo bis über die Flüssigkeitsoberfläche
nach oben. An diesem Arm beginnt ein Seil oder eine Kette 11, die nach Umlenkung um
eine Rolle 12 außerhalb des Behälters 1 nach unten geführt ist und dort übereinander
mehrere Mitnehmer 13 trägt. Diese Mitnehmer sind zum Anheben von Zusatzgewichten 14
vorgesehen, die ihrerseits auf Auflagen 15 ruhen. Diese Auflagen enthalten Löcher
von solcher Größe, daß die Mitnehmer hindurchbewegt werden können.
[0009] Wie aus der Fig. 1 zu ersehen ist, sind die Abstände zwischen den Mitnehmern 13,
13', 13" und 13'" in Bezug auf die zugehörigen Auflagen 15, 15' , 15" und 15"' so
bemessen, daß die Zusatzgewichte 14 beim Hochziehen des Seiles nacheinander angehoben
werden. In dem dargestellten Betriebszustand sind die beiden unteren Gewichte 14 und
14' bereits abgehoben, während die beiden oberen Gewichte 14" und 14"' noch auf den
Auflagen 15" bzw. 15"' ruhen. Anhand der Abstände zwischen den beiden oberen Mitnehmern
13'' und 13''' kann man ersehen, daß bei weiterem Aufrichten des Abzugsrohres 5 als
nächstes das vorletzte Zusatzgewicht 14" und schließlich noch das letzte Gewicht 14"'
erfaßt wird. Sinkt der Flüssigkeitsspiegel im Behälter 1, dann bewegt sich das Seil
auch wieder nach unten und legt die Zusatzgewichte in urngekehrter Reihenfolge wieder
ab.
[0010] Eine stetige Zunahme der Gegenkraft wird mit der Ausführungsform nach Fig. 2 erreicht.
Dort ist an dem nach oben ragenden Arm lo ein Seilstück 11' befestigt, dessen anderes
Ende in das freie Ende einer Zugfeder 16 eingehängt ist. Eine Auflage 17 sorgt dafür,
daß die Feder 16, deren anderes Ende in eine an der Beckenwand befestigte Öse 18 eingehängt
ist, ihre horizontale Lage beibehält.
[0011] In der links strichpunktiert eingezeichneten Stellung lo' des Arms, in der noch keine
Zusatzkraft benötigt wird, hängt das Seilstück 11' locker nach unten durch. Erst wenn
die Stellung 1o erreicht ist, hat'es sich gestrafft, so daß bei weiterer Bewegung
nach rechts die Feder 16 zunehmend in die Länge gezogen wird und dadurch eine stetig
steigende Gegenkraft erzeugt.
[0012] In den Figuren 3 und 4 ist eine weitere, mit stufenweisem Anstieg der Gegenkraft
arbeitende Vorrichtung gezeigt. Hier ist mit dem Abzugsrohr 5 eine Schwenkwelle 18
starr verbunden, die in zwei Konsolen 19, 2o drehbar gelagert ist. Die Verbindung
zwischen dem Abzugsrohr 5 und der Welle 18 wird durch ein Gestänge 21 hergestellt.
Die Verbindung vom Abzugsrohr 5 zum Auslaufstutzen 2 wird durch ein Schlauchstück
22 gebildet.
[0013] Auf der sich beim Schwenken des Abzugsrohres 5 mitdrehenden Welle 18 können Mitnehmerarme
23, 23', 23 " festgeklemmt werden. Jedem Mitnehmer ist ein Gegengewicht 24, 24', 24"
zugeordnet, die jeweils über Arme mit auf der Welle 18 frei drehbaren Büchsen 25,
25', 25" verbunden sind. Die unteren Enden der Arme liegen an einer Anschlagleiste
26 an, solange die Gewichte 24 sich in Ruhestellung befinden.
[0014] In derjenigen Stellung des Abzugsrohres 5, in der die Ablauföffnung 6 über den Flüssigkeitsspiegel
8 gehoben zu werden droht, ergreift der erste Mitnehmer 23 das ihm zugeordnete Gewicht
24 und hebt es vom Anschlag 26 ab. Da sein Hebelarm in Bezug auf die Welle 18 hierbei
stetig wächst, wird hierdurch auch eine Anpassung an den ebenfalls steigenden Auftrieb
des Abzugsrohres 5 erreicht. Der nächste stufige Anstieg der Gegenkraft tritt dann
ein, wenn der zweite oder der dritte Mitnehmer das zugehörige Gegengewicht erfaßt.
[0015] Natürlich können statt der dargestellten drei Gegengewichte auch mehrere dann vielleicht
kleinere verwendet werden, so daß die Annäherung an einen stetigen Kraftanstieg noch
besser ist. Auch können die Gegengewichte und ihre Mitnehmer außerhalb des Beckens
angeordnet werden, wozu dann die Schwenkwelle des Abzugsrohres entsprechend verlängert
werden muß. Eine solche Anordnung würde eventuelle Einstellarbeiten wesentlich erleichtern.
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[0016] Eine weitere recht einfache Ausführungsform bestünde darin, in der Nähe des oberen
Endes des Abzugsrohres 5 ein Seil oder eine Kette zu befestigen und frei nach unten
in den Behälter hängen zu lassen. An diesem Zugmittel könnten dann in Abständen mehrere
Gewichte befestigt werden, die bei Nichtgebrauch, d.h. bei flacher Stellung des Abzugsrohres
5 vollzählig auf dem Beckenboden liegen und erst bei Hochschwenken des Abzugsrohres
über einen bestimmten Winkel hinaus nacheinander angehoben würden.
[0017] In allen beschriebenen und dargestellten Ausführungsbeispielen sind vielfältige Einstellmöglichkeiten
vorgesehen, damit die Abzugsvorrichtung vor der ersten Inbetriebnahme optimal einjustiert
und später im Betrieb an Flüssigkeiten mit wechselnder Dichte angepaßt werden kann.
1. Behälter mit einer unabhängig vom schwankenden Flüssigkeitsspiegel arbeitenden
Vorrichtung zum volumenkonstanten Abzug von Flüssigkeit aus dem Behälter, enthaltend
ein Abzugsrohr, das mit seinem unteren Ende um eine Horizontalachse schwenkbar an
einem Auslaufrohrstutzen befestigt ist und dessen oberes, die an der Flüssigkeitsoberfläche
zu haltende Einlauföffnung aufweisendes Ende ggf. einen den Auftrieb des mindestens
teilweise luftgefüllten Abzugsrohres unterstützenden zusätzlichen Auftriebskörper,
insbesondere einen Schwimmer aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß Zusatzgewichte
(14, 24) und/oder . Zusatzkraftmittel (16) vorgesehen sind und daß mit dem Abzugsrohr
(5) Hebe- bzw. Kraftübertragungsmittel (11, 23) verbunden sind, die so angeordnet
und/oder geführt sind, daß sie beim Hochschwenken des Abzugsrohres (5) in einer dem
Auftrieb des Abzugsrohres (5) entgegengerichteten Weise mit den Zusatzgewichten (14,
24) bzw. -kraftmitteln (16) in Wirkverbindung treten.
2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hebe- bzw. Kraftübertragungsmittel
(11, 11') ein Seil, eine Kette oder dgl. ist.
3. Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil oder die Kette frei
nach unten hängend am Abzugsrohr befestigt ist und daß an dem Seil bzw. der Kette
die Zusatzgewichte in derartigen gegenseitigen Abständen und in solchem Abstand vom
Befestigungspunkt angebracht sind, daß sie bei Nichtgebrauch, d.h. bei geringer Steigung
des Abzugsrohres, auf dem Behälterboden liegen und von einem bestimmten Steigungswinkel
des Abzugsrohres ab nacheinander vom Behälterboden abgehoben werden.
4. Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Zusatzgewichte (14)
in verschiedener Höhe übereinander angeordnete Auflagen (15) vorgesehen sind und daß
das Seil bzw. die Kette mit Mitnehmern (13) versehen ist, deren gegenseitige Abstände
geringer sind als die jeweiligen gegenseitigen Abstände der Auflagen (15).
5. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Abzugsrohr (5) Mitnehmer
(23) starr verbunden und derart gestaffelt angeordnet sind, daß sie beim Hochschwenken
des Abzugsrohres (5) nacheinander auf Auflagen oder an Anschlägen (26) ruhende Zusatzgewichte
(24) erfassen und anheben.
6. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzkraftmittel eine
Feder (16) ist.