[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung, insbesondere zur Entkeimung und
Desinfektion fließfähiger Medien in einem Durchflußreaktor mit einer vorbestimmten
Mindestbestrahlung, d.h. Mindestdosis, ultravioletter Strahlung überwiegend im Wellenlängenbereich
von 240 bis 320 nm, bei dem das Medium durch einen Durchflußreaktor aus mindestens
einem Bestrahlungsraum gefördert und dabei der UV-Strahlung einer aus mindestens einem
Strahler bestehenden Strahlungsquelle ausgesetzt wird.
[0002] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens, bestehend
aus einer Strahlungsquelle mit mindestens einem Strahler, der ultraviolette Strahlung
überwiegend im Wellenlängenbereich von 240 bis 320 nm emittiert, und aus einem Durchflußreaktor
mit mindestens einem Bestrahlungsraum, der eine Zuleitung und eine Ableitung für das
zu bestrahlende Medium und eine Uberwachungseinrichtung für die ultraviolette Strahlung
aufweist.
[0003] Verfahren und Vorrichtungen zur Reinigung,insbesondere zur Entkeimung oder Desinfektion
durch ultraviolette Strahlen werden mit Vorteil anstelle chemischer Mittel eingesetzt,
um pathogene, toxische oder anderweitig störende und gegen ultraviolette Strahlen
empfindliche Bestandteile aus Wasser zu entfernen. Dabei kann es sich um Mikroorganismen
wie Bakterien, Sporen, Hefen oder Pilze, Algen etc., aber auch um Viren oder Bakteriophagen
handeln. Auch kann es sich um solche die Umwelt belastende Verunreinigungen handeln
wie cancerogene Aromaten, mannigfaltige Halogen-, vor allem Chlorverbindungen, z.B.
auch Chlorphenole etc. Die Bestrahlung kann bei der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt
werden und ist besonders nützlich in Verbindung mit Ionenaustauscher- oder Umkehr-Osmose-Anlagen.
Sie kann auch Schwimm
- badwasser auf hygienische Trinkwasserqualität desinfizieren. Das UV-Bestrahlungsverfahren
kann aber auch für Umlaufwasser beispielsweise von Klimaanlagen in Krankenhäusern
eingesetzt werden und kann zu wesentlich höheren Entkeimungsgraden führen als sie
für Trinkwasser verlangt werden, was z.B. für den Einsatz in ophthalmologischen Präparaten
oder bei der Verwendung als Spülmittel im Operationssaal eine Voraussetzung ist. Weitere
Einsatzbereiche finden sich z.B. in der Brauerei- und Getränkeindustrie, in der Nahrungsmittel-,
Pharma- und Kosmetika-Industrie, bei der Reinigung von Abwässern oder der Herstellung
reinsten Meerwassers für biotechnische Zwecke.
[0004] Photochemische Entkeimungs- bzw. Desinfektions- und Entgiftungsreaktionen folgen
den bekannten Grundprinzipien photochemischer Reaktionen, deren Gültigkeit bei der
praktischen Durchführung zu beachten ist. Im allgemeinen ist die Konzentration der
pathogenen und sonstigen durch die UV-Bestrahlung zu entfernenden Verunreinigungen
sehr niedrig. Praktisch wird daher die Absorption des zu bestrahlenden Mediums durch
andere Inhaltsstoffe bestimmt, deren Absorption mit der der Mikroorganismen etc. konkurriert.
Dabei ist eine möglichst hohe Ausnutzung des verfügbaren Photonenstroms anzustreben.
Hierzu genügen it allgemeinen solche Schichtdicken, in denen 90 % der eingestrahlten
Photonen absorbiert werden, da bei einerferdoppelung dieser Schichtdicke nur weitere
9 % der eingestrahlten Photonen zusätzlich absorbiert werden können. In der UV-Entkeimungstechnik
bezeichnet man daher die durch 90 % Absorption charakterisierte Schichtdicke als "wirksame
Eindringtiefe". Diese kann bei einer Wellenlänge von 254 nm vielmal 10 cm in besonders
reinem Wasser, aber auch nur Bruchteile von Millimetern in Milch betragen.
[0005] Führt man die Ultraviolett-Bestrahlung bis zu einem Umsatz (Inaktivierung) von 90
bis 99 % der anfänglich vorhandenen Mikroorganismen bzw. Verunreinigungen durch, so
zeigt sich angenähert ein exponentieller Verlauf wie bei kinetisch analogen photochemischen
Reaktionen. Der vorgenannte Umsatz von 90 bis 99 % erfolgt dabei in einem Bruchteil
der Zeit, die für Entkeimungs- bzw. Entgiftungsreaktionen im allgemeinen erforderlich
ist. Hier interessiert dann nicht mehr die absolute Höhe des erzielten Umsatzes, der
sich asymptotisch der Eingangszahl (Anzahl Keime/Volumen) nähert. Vielmehr interessiert
nun nur noch die Menge an gereinigtem Medium eines verlangten Reinigungsgrades (z.B.
10 ). Hier zeigt sich, daß das durch photochemische Überlegungen nahegelegte Arbeiten
mit einer Schichtdicke entsprechend 90 % Absorption, also mit der sog. "wirksamen
Eindringtiefe", kein optimales Ergebnis liefert. Infolge des exponentiellen Lambertschen
Absorptionsgesetzes kommt es in der durchstrahlten Schicht zu einer inhomogenen Geschwindigkeitsverteilung
der Reinigung. Wegen der bei den heute verwendeten leistungsfähigen Strahlungsquellen
in den Durchflußreaktoren überwiegend laminaren Strömungscharakteristik des durchstrahlten
Mediums kommt es in diesem zum Aufbau einer logarithmischen Verteilung der Reinigungsgrade,
wobei die wesentlich geringere Reinigung in größerer Entfernung von der Strahlungsquelle
überwiegt.
[0006] Für die Abtötung (Inaktivierung) von Mikroorganismen als Beispiel einer Reinigung
in den für die Wasserentkeimung notwendigen Dosisbereichen gilt das einfache Dosiswirkungsprinzip.
Hiernach wird die Mikroorganismen-Eingangskonzentration (Eingangszahl pro ml) N
o durch die Dosis E . t (E = Bestrahlungsstärke; t = Dauer der Bestrahlung) gemäß einer
für jede Spezies charakteristischen Empfindlichkeitskonstante k auf die Mikroorganismenkonzentration
N
t zum Zeitpunkt t reduziert:

[0007] Bei parallel gerichteter Einstrahlung gilt, daß die Bestrahlungsstärke E selbst nach
dem Lambertschen Absorptionsgesetz exponentiell mit der Schichtdicke des durchstrahlten
Mediums abnimmt. Insgesamt ergibt sich daher die folgende Beziehung für die Reduktion
der Keimzahl N nach der Bestrahlungszeit t

[0008] In dieser Gleichung ist α das logarithmische Absorptionsmaß des durchstrahlten Mediums
und d seine Schichtdicke in cm.
[0009] Bei nicht parallel gerichteter Einstrahlung tritt eine zusätzliche Veränderung der
Bestrahlungsstärke entsprechend der Geometrie des Durchflußreaktors ein, die in der
vorgenannten Gleichung durch einen entsprechenden Geometriefaktor G berücksichtigt
wird.
[0010] Es ist ein Photoreaktor mit annähernd parallel gerichteter Einstrahlung bekannt,
bei dem die Strahlungsquelle oberhalb der Oberfläche des zu bestrahlenden Mediums
in einem Reflektor angeordnet ist (M. Luckiesh, Applications of germicidal, erythemal
and infrared energy, Van Nostrand, New York, 1946, S. 257-265; Firmenschrift "Germicidal
lamps and applications", LS-179, General Electric Company). Photoreaktoren dieser
Art sind jedoch nur im Zusammenhang mit frei fließenden Medien verwendbar, nicht aber
im Zusammenhang mit Drucksystemen, in denen das zu bestrahlende Medium unter Druck
durch den Photoreaktor gefördert wird.
[0011] Für solche Vorrichtungen ist vorgeschlagen worden, den Photoreaktor ringförmig auszubilden
und die Strahlungsquelle im Innenraum des Ringes unterzubringen; dabei ist als Strahlungsquelle
eine Quecksilberhochdrucklampe (W. Buch, Wasserentkeimungsgerät "Uster", AEG-Mitteilungen
1936, Nr.5, S. 178-181), aber auch eine Quecksilberniederdrucklampe (K. Wuhrmann,
"Desinfektion von Wasser mittels Ultraviolett-Bestrahlung", Gas/Wasser/Wärme 1960,
Band 14, S. 100-102) bzw. Bündel von Quecksilberniederdrucklampen verwendet worden
(P. Ueberall, "Die chemikalienfreie Trink- und Brauchwasserentkeimung mit ultravioletten
Strahlen", Die Stärke 1969, Band 21, S. 321-327). Zum Ausgleich der durch das Lambertsche
Absorptionsgesetz und die Geometrie des Photoreaktors bedingten starken Abnahme der
Bestrahlungsstärke bei einem ringförmigen Photoreaktor ist vorgeschlagen worden, die
Strahlungsquelle aus mehreren Lampen aufzubauen, die in einzelnen Reflektoren angeordnet
sind, die einen ringförmigen Durchflußreaktor von außen konzentrisch umgeben (Deutsche
Offenlegungsschrift Nr. 2 119 961), wobei gegebenenfalls zusätzliche Lampen im Innenraum
angeordnet werden können (Deutsche Offenlegungsschrift 2 205 598). Zu den Photoreaktoren
mit einer Strahlungsquelle mit radialer Ausstrahlung gehören auch noch solche, deren
Strahler einfach oder mehrfach nach Art einer Tauchlampe in einem geeigneten durchströmten
Behälter untergebracht ist (L. Grün, M. Pitz, "UV-Strahlen in Düsenkammern und Luftkanälen
von Klimaanlagen in Krankenhäusern", Zbl. fürHygiene, I.Abteilung Orig. 1974, Band
B 159, S. 50-60).
[0012] Obwohl die effektiven Eindringtiefen für 90 % Absorption für viele Medien bekannt
sind, weisen die bekannten Photoreaktoren im allgemeinen solche Schichtdicken auf,
die nur Bruchteile der effektiven Eindringtiefe ausmachen. Für die Entkeimung von
Trinkwasser auf Seeschiffen besteht sogar die Vorschrift, daß die Schichtdicke des
zu bestrahlenden Mediums 7.62 cm nicht überschreiten soll (Department of Health, Education,
and Welfare,Public Health Service; Division of Environmental Engineering and Food
Protection; "Policy Statement on Use of the Ultraviolet Process for Disinfection of
Water", 1.April 1966). Diese aus Sicherheitsgründen vorgenommene Beschränkung im Reaktordurchmesser
führt dazu, daß in den vielen Fällen hoher Transmissionsfaktoren die Möglichkeit wirtschaftlicher
Entkeimung verschenkt wird, weil dann ein wesentlicher Teil der in das Medium eingestrahlten
Photonenenergie das Medium ungenutzt verläßt und an der Wand vernichtet wird. Versuche,
dem durch verspiegelte Wandungen abzuhelfen, haben sich als nicht besonders wirksam
erwiesen.
[0013] Bestrahlt man (bei paralleler Einstrahlung) in einer Schicht mit 90 % Absorption
und mit einer so hohen Dosis, daß die Entkeimung in der ersten Schicht mit 10 % Absorption
mindestens 10
-10 erreicht, so ergibt sich nach der voranstehenden Gleichung eine Inhomogenität der
Entkeimungsgrade, die von 10
-9 in der ersten Schicht bis zu 10-1 in der letzten Schicht reicht. Als mittleres Ergebnis
wird dann ein Entkeimungsgrad von der Größenordnung 10-2 erreicht, was wenig befriedigt,
wenn man berücksichtigt, daß der theoretisch unter Annahme einer nicht logarithmisch
abfallenden, sondern mittleren Bestrahlungsstärke erreichbare Entkeimungsgrad in der
Größenordnung von 10
-4 liegt.
[0014] Es sind weiterhin Vorrichtungen der eingangs genannten Art bekannt, bei denen die
Strahlungsquelle aus mehreren Strahlern und der Durchflußreaktor aus mehreren Bestrahlungskammern
besteht, die jeweils mit einem Strahler versehen und in Durchflußrichtung senkrecht
zur Strahlerachse durch Verbindungskammern verbunden sind (Deutsche Offenlegungsschriften
Nr. 2 422 838, 2 622 314). Solche Vorrichtungen haben Bestrahlungskammern verhältnismäßig
geringer Schichtdicken (z.B. unter 6.35 mm), so daß die Inhomogenität der Entkeimungsgrade
in den Bestrahlungskammern nicht den Grad erreicht wie bei anderen bekannten Vorrichtungen
mit größeren Schichtdicken. Obwohl ein geringer Bruchteil der von den Strahlern ausgehenden
Strahlung die Verbindungskammern erreicht, geht in dieser Anordnung z.B. bei der Entkeimung
von Trinkwasser bei der oben genannten Schichtdicke ein erheblicher Anteil (ca. 75-95
%) der Strahlung verloren, ohne für die Entkeimung nutzbar zu werden.
[0015] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht demgemäß darin, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zu dessen Ausübung anzugeben, die eine optimale Ausnutzung der von
der Strahlungsquelle ausgehenden UV-Strahlung bei möglichst hoher Leistung gestatten.
[0016] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe in Bezug auf das Verfahren dadurch gelöst, daß das
Medium durch getrennte, der Strahlungsquelle gemeinsam zugeordnete und in deren Strahlungsrichtung
hintereinander angeordnete Bestrahlungskammern gefördert wird und in jeder Bestrahlungskammer
einem Bruchteil der von der Strahlungsquelle ausgehenden Gesamtstrahlung ausgesetzt
wird.
[0017] Die Erfindung geht aus von der Erkenntnis, daß bei einer Unterteilung des Photoreaktors
die Schichtdicke der Bestrahlungskammern jeweils so gewählt werden kann, daß sich
die Änderung der Bestrahlungsstärke in der Schichtdicke nicht zu ungünstig auf die
Bestrahlungsökonomie auswirkt. Es wird dadurch in jeder Bestrahlungskammer eine weniger
inhomogene Verteilung der Entkeimungsgrade erzielt. Bei einer Schichtdicke für 90
% Absorption kann eine vier- bis fünffache Unterteilung dazu führen, daß die Unterschiede
der Entkeimungsgrade innerhalb jeder Bestrahlungskammer weniger als 3 Größenordnungen
betragen, während die Unterschiede im nicht unterteilten Photoreaktor über 8 Größenordnungen
ausmachen. Das Prinzip beruht also darauf, daß man die mit zunehmender Schichtdicke
durch ein Optimum gehende und dann wieder stark abnehmende Effizienz des Photoreaktors
so einstellt, daß man mit einer Schicht nur teilweiser Absorption arbeitet und die
diese Schicht verlassenden Photonen alsdann in folgenden Schichten ähnlicher oder
gleicher, nur teilweiser Absorption ausnutzt. Die durch die Unterteilung erzielte
günstige Wirkung ist weitgehend unabhängig von der Bestrahlungsgeometrie des jeweiligen
Photoreaktors. Sie wird sowohl bei Photoreaktoren gefunden, bei denen die Strahlungsquelle
von Tauchlampen gebildet wird, als auch bei ringförmigen Photoreaktoren, bei denen
die Strahlungsquelle im Innenraum und/oder außen angebracht ist; sie wird ebenfalls
bei Photoreaktoren gefunden, deren Strahlungsquelle über der Oberfläche des Mediums
angeordnet ist.
[0018] Die nähere Analyse hat gezeigt, daß die Bestrahlungsökonomie durch die Inhomogenität
des Entkeimungsgrades in den Schichten des bestrahlten Mediums besonders stark negativ
beeinflußt wird, die der höchsten Bestrahlungsstärke ausgesetzt sind. Um einerseits
so viel als möglich von der für die Wirksamkeit der Entkeimung besonders günstigen
hohen Bestrahlungsstärke in unmittelbarer Nachbarschaft der Strahlungsquelle auszunutzen
und andererseits durch die Inhomogenität in der Verteilung des Entkeimungsgrades so
wenig wie möglich von dieser günstigen Wirkung einzubüßen, sollte in der der Strahlungsquelle
unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer nicht mehr als 60 % der einfallenden Strahlung
absorbiert werden.
[0019] Vorteilhafterweise fallen mindestens 50 % der in das Medium in der der Strahlungsquelle
unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer eindringenden Strahlung in das Medium
in der direkt folgenden Bestrahlungskammer ein und in dem Medium in der der Strahlungsquelle
unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer werden nicht mehr als 50 % der eindringenden
Strahlung absorbiert; in dem Medium werden in einem Durchflußreaktor mit bis zu 5
Bestrahlungskammern nicht mehr als (1 - 0,5
n) · 100 % der insgesamt eindringenden Strahlung absorbiert, wobei n die Anzahl der
Bestrahlungskammern ist. Dabei ist es nicht notwendig, daß die einfallende Strahlung
in jeder Bestrahlungskammer um den gleichen Bruchteil geschwächt wird. Wie vorstehend
bereits dargelegt wurde, wird die Effizienz der Reinigung bzw. Entkeimung durch den
Gradienten der Bestrahlungsstärke zwischen Eintritt und Austritt der jeweiligen Bestrahlungskammer
bestimmt. Das gilt beim Mehrkammer-Photoreaktor für jede einzelne Bestrahlungskammer,
weshalb beispielsweise bei zwei Bestrahlungskammemdie Gesamtabsorption der einfallenden
Strahlung 75 % nicht übersteigen sollte, um für jede Bestrahlungskammer diesen Gradienten
ausreichend klein und die Effizienz insgesamt so groß wie möglich zu halten.
[0020] Es ist bei den bekannten Einkammer-Photoreaktoren bereits versucht worden, die schädlichen
Einflüsse, die sich aus dem Gradienten der Bestrahlungsstärke in der Bestrahlungskammer
ergeben, dadurch zu vermindern, daß das Medium während der Verweildauer im Einkammer-Photoreaktor
möglichst intensiv durchmischt wird (Französische Patentschrift Nr. 1 560 780; Deutsche
Offenlegungsschrift Nr. 1 937 126). Auch bei höchster Turbulenz ist aber eine ideale
Durchmischung, bei der sämtliche Partikeln des Mediums der gleichen mittleren Bestrahlungsstärke
ausgesetzt wären, nicht erreichbar. Selbst eine ideale Durchmischung kann jedoch den
Einfluß des Gradienten der Bestrahlungsstärke im Medium nicht aufheben, da die mittlere
Bestrahlungsstärke mit zunehmender Schichtdicke abnimmt. Wie eine Berechnung im einzelnen
zeigt, wirkt sich der Gradient bei Schichtdicken, in denen nicht mehr als 60 vorzugsweise
nicht mehr als 50 % der einfallenden Strahlung absorbiert werden, nur noch soweit
aus, daß dieser Einfluß für praktische Zwecke tragbar ist. Daher wird die Effizienz
der Reinigung bzw. Entkeimung bereits in einem Zweikammer-Photoreaktor erheblich höher
als bei einem Einkammer-Photoreaktor gleicher Gesamtschichtdicke. Ein weiterer Vorteil
des Mehrkammer-Photoreaktors ist dabei, daß unter solchen Umständen die Strömungscharakteristik
des Mediums in den Bestrahlungskammern ihren Einfluß auf die Reinigung bzw. Desinfektion
verliert. Man kann daher beim Mehrkammer-Photoreaktor auf besondere Mittel zur Erzeugung
turbulenter Strömung in der Bestrahlungskammer verzichten.
[0021] Zur Erhöhung des Entkeimungsgrades kann es vorteilhaft sein, dem Medium vor oder
während der Bestrahlung ein Oxidationsmittel zuzuführen. Das Oxidationsmittel kann
beispielsweise Sauerstoff, Ozon, Halogen oder ein Hypohalogenit sein. Hierdurch wird
nicht nur der oxidative Abbau von in dem Medium enthaltenen Verunreinigungen begünstigt,
sondern es wird auch die Entkeimung durch zusätzliche sekundäre bakterizide Effekte
günstig beeinflußt.
[0022] Die Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegen Ultraviolettstrahlung ist sehr unterschiedlich;
beispielsweise ist die Empfindlichkeit von Pilzen oder Algen um mehr als 2 Größenordnungen
geringer als die Empfindlichkeit von Bakterien. Es ergibt sich daraus beim Einsatz
von Durchflußreaktoren für die Entkeimung ein weiter Dosisbereich, der in seinem ganzen
Umfang nicht einfach durch Erhöhung des Strahlungsflusses der Strahlungsquelle und/oder
Verringerung des Durchflusses des zu bestrahlenden Mediums erfaßt werden kann. Nach
der Erfindung ist daher vorgesehen, daß min- ' destens ein Teilstrom des bestrahlten
Mediums nach dem Durchlauf in den Durchflußreaktor zurückgeführt wird. Auf diese Weise
wird das zu bestrahlende Medium mehrfach durch den Reaktor geführt und so mit dem
entsprechenden Vielfachen der Dosis des einfachen Durchlaufs bestrahlt. Dieses Verfahren
empfiehlt sich auch in solchen Fällen, in denen das entkeimte Medium aus einer Ultraviolett-Entkeimungsanlage
in wechselnden Mengen entnommen wird.
[0023] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Medium ultravioletter Strahlung im
Wellenlängenbereich von 260 bis 280 nm ausgesetzt. UV-Strahlung von diesem Wellenlängenbereich
ist für die Photoentkeimung besonders wirksam, weil Mikroorganismen in diesem Bereich
ein Maximum an Empfindlichkeit besitzen (L.J. Buttolph, "Practical application and
sources of ultraviolet energy", Radiation Biology, McGraw Hill, New York, 1955, Band
2, S. 41-93). Durch die Bestrahlung in diesem Wellenlängenbereich wird aber auch die
photochemische Bildung von Niederschlägen aus eisen- bzw. manganhaltigen Medien vermieden,
die bei Bestrahlung mit 254 nm von Quecksilberniederdrucklampen erfolgt. Ein weiterer
besonderer Vorteil der Bestrahlung in dem Wellenlängenbereich von 260 bis 280 nm liegt
darin, daß die Absorption von eisen- bzw. manganhaltigen Verunreinigungen in diesem
Wellenlängenbereich stark abfällt und daher in sehr viel geringerem Maße als in dem
Wellenlängenbereich, der von Quecksilberniederdrucklampen emittiert wird, als Strahlungsfilter
wirkt, das die Wirksamkeit der Strahlung für die Photoentkeimung vermindert.
[0024] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Medium vorteilhafterweise nacheinander
durch die Bestrahlungskammern des Durchflußreaktors gefördert. Dadurch wird, wie bereits
weiter oben erläutert wurde, die Effizienz der Reinigung bzw. Entkeimung beträchtlich
erhöht. Der Durchflußreaktor kann dann mit einem größeren Durchfluß betrieben werden,
so daß die Strömungsgeschwindigkeiten in den Bestrahlungskammern des Mehrkammer-Photoreaktors
gegenüber der Strömungsgeschwindigkeit im Einkammer-Photoreaktor erhöht sind. Durch
eine solche Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeiten und durch die Verringerung der
Querschnitte der Bestrahlungskammern werden Strömungskurzschlüsse vermieden, die bei
Einkammer-Photoreaktoren bei hohen Schichtdicken und geringen Strömungsgeschwindigkeiten
auftreten. Diese Strömungskurzschlüsse können dazu führen, daß im Strahlungsfeld des
Einkammer-Photoreaktors stark unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten ausgebildet
werden, die sich bei Verringerung des Durchflusses verstärkt ausprägen und das Gesamtergebnis
der Bestrahlung in Frage stellen können. Es empfiehlt sich zusätzlich, beim Mehrkammer-Photoreaktor
mit einer Strömungsgeschwindigkeit zu arbeiten, die an oder über der Grenze der Turbulenz
des durchströmenden Mediums liegt. Auf diese Weise wird nicht nur die Bildung von
Niederschlägen aus dem bestrahlten Medium im Mehrkammer-Photoreaktor wirksam unterdrückt,
sondern darüber hinaus in der der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Kammer
des Mehrkammer-Photoreaktors ein besonders guter Wärmeübergang von der Strahlungsquelle
auf das durchfließende Medium erzielt, so daß Überhitzungen vermieden werden.
[0025] Die erwähnte beträchtliche Erhöhung der Effizienz des Durchflußreaktors durch die
Unterteilung ist nicht daran gebunden, daß das Medium nacheinander durch die Bestrahlungskammern
des Durchflußreaktors gefördert wird. Vielmehr ist dies eine charakteristische Eigenschaft
des Mehrkammer-Photoreaktors. Leitet man nämlich das Medium parallel durch die Bestrahlungskammern,
so läßt sich der Durchfluß durch jede einzelne Bestrahlungskammer so einstellen, daß
in jeder Bestrahlungskammer die gleiche Mindestdosis verabreicht und somit der gleiche
Entkeimungsgrad erzielt wird und die mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten
fließenden Anteile des Mediums nach dem Verlassen der Bestrahlungskammern wieder vereinigt
werden können. Die parallele Flüssigkeitsführung ist zwar durch ihre apparative Ausrüstung
aufwendiger, kann aber für die gleichzeitige Bestrahlung verschiedener Medien von
Vorteil sein.
[0026] Die Vorrichtung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Bestrahlungsraum
des Durchflußreaktors durch Trennwände aus für die ultraviolette Strahlung-durchlässigem
Material in getrennte, der Strahlungsquelle gemeinsam zugeordnete und in deren Strahlungsrichtung
hintereinander angeordnete Bestrahlungskammern unterteilt ist, daß die in das Medium
mindestens in der Bestrahlungskammer, die der der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten
Bestrahlungskammer direkt folgt, einfallende Strahlung Bruchteile der Strahlung beträgt,
die in die der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarte Bestrahlungskammer eindringt,
und daß die Einrichtung zur Einhaltung einer vorbestimmten Mindestdosis der Strahlung
aus Durchflußsteuermitteln für das Medium besteht, die an die Zuleitung oder an die
Ableitung des Durchflußreaktors angeschlossen sind. Dabei kann der Bruchteil der in
die Bestrahlungskammer, die der der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer
direkt folgt, einfallenden Strahlung mindestens 50 % der in die der Strahlungsquelle
unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer eindringenden Strahlung und die Absorption
in der der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer nicht mehr
als 50 % betragen und die Gesamtabsorption in einem Durchflußreaktor mit bis zu 5
Bestrahlungskammern bis zu (1 - 0.5
n) · 100 % der insgesamt einfallenden Strahlung betragen, wobei n die Anzahl der Bestrahlungskammern
ist.
[0027] Im einfachsten Fall, beispielsweise bei der Photoentkeimung von Seewasser, besteht
ein solcher Durchflußreaktor aus einem trogartigen Gefäß, das durch eine aus Quarzglasscheiben
gefertigte Trennwand in eine untere und eine obere Bestrahlungskammer unterteilt ist.
Die Strahlungsquelle befindet sich oberhalb des trogartigen Gefäßes in einem Reflektorsystem,
das die von der Strahlungsquelle ausgehende Strahlung parallel in das trogartige Gefäß
richtet. Das Seewasser tritt in die eine der beiden Kammern ein und durchsetzt nach
Durchlauf durch die erste Kammer die zweite Kammer. Es kann bei einer solchen Anordnung
auch das durch Quarzglasscheiben in Bestrahlungskammern unterteilte Gefäß selbst aus
Quarzglas bestehen, wobei die Strahlungsquelle von paarweise an gegenüberliegenden
Seiten des Gefäßes in einem System von Einzelreflektoren angebrachten Strahlern gebildet
wird.
[0028] Aus dem Bereich der Hospitalhygiene sind im Umlauf betriebene Entkeimungsanlagen
mit einer Strahlungsquelle aus einem oder mehreren, jeweils in einem Hüllrohr nach
Art einer Tauchlampe in einen Behälter eingesetzten Strahlern bekannt, beispielsweise
bei Klimawäschern. Solche Anordnungen besitzen ungünstige StrÖmungsverhältnisse, die
dazu führen, daß ein Teil des in dem Behälter befindlichen Wassers erheblich höhere
Bestrahlungsdosen erhält als nötig, während ein großer Teil des Behälterwassers zu
niedrigen Dosen ausgesetzt bleibt. Es besteht daher die Gefahr, daß aus diesem Wasser
Keime an die von der Klimaanlage umgewälzte Luft abgegeben werden. Nach der Erfindung
ist vorgesehen, daß jeder nach Art einer Tauchlampe in ein Hüllrohr eingeschlossene
Strahler von wenigstens einem Quarzglasrohr umgeben ist und die Strahler in einen
gemeinsamen Behälter eingesetzt sind, daß das Hüllrohr und das Quarzglasrohr jeweils
eine innere Bestrahlungskammer begrenzen und daß die inneren Bestrahlungskammern jeweils
mit dem Behälterinneren kommunizieren und gemeinsam entweder eingangsseitig an die
Zuleitung oder ausgangsseitig an die Ableitung des Durchflußreaktors angeschlossen
sind. Im Gegensatz zu der bekannten Anordnung wird in der erfindungsgemäBen Vorrichtung
sichergestellt, daß die Bestrahlung unabhängig von der Strömungsrichtung durch die
inneren Bestrahlungskammern mit der gewünschten Mindestdosis erfolgt. Schließt man
dabei die inneren Bestrahlungskammern eingangsseitig an die Zuleitung an, so wird
auf diese Weise das Bestrahlen in Gegenwart von Sauerstoff oder anderen Gasen erleichtert;
schließt man die inneren Bestrahlungskammern ausgangsseitig an die Ableitung des Durchflußreaktors
an, so erhält man optimal entkeimtes Wasser an der Sprühdüse des Klimawäschers.
[0029] Nach der Erfindung ist eine Vorrichtung, bei der die Strahlungsquelle und der Durchflußreaktor
ringförmig zueinander angeordnet sind, so aufgebaut, daß der Durchflußreaktor aus
zwei mit Anschlußmitteln versehenen Verschlußteilen, die die Bestrahlungskammern stirnseitig
begrenzen, und aus zwischen den Verschlußteilen an diesen angebrachten Rohrstücken
unterschiedlichen Durchmessers besteht, die koaxial ineinander angeordnet sind und
die Bestrahlungskammern längsseitig begrenzen. Dabei können die Verschlußteile für
jede Bestrahlungskammer einen Anschlußstutzen besitzen, der über mindestens einen
Innenkanal mit der zugehörigen Bestrahlungskammer in Verbindung steht. Es wird auf
diese Weise ein aus koaxial zwischen den stirnseitigen Verschlußteilen gehalterten
Quarzglasrohren bestehender ringförmiger Mehrkammer-Photoreaktor einfachen Aufbaus
erhalten, bei dem die Bestrahlungskammern je nach den Anforderungen parallel-oder
hintereinandergeschaltet werden können.
[0030] In der Serienschaltung stehen benachbarte Bestrahlungskammern an gegenüberliegenden
Enden miteinander in Verbindung. Die besonderen Vorteile einer solchen Serienschaltung
liegen darin, daß infolge der veränderten Strömungswege und -geschwindigkeiten eine
günstigere Verteilung der eingestrahlten Energie auf das durchfließende Medium und
hierdurch eine wesentlich verbesserte Effizienz der angestrebten Reinigungs- bzw.
Entkeimungsprozesse erreicht wird. Bei gleichem Durchfluß ist nämlich die mittlere
Strömungsgeschwindigkeit in einem m-Kammer-Photoreaktor angenähert das m-fache der
mittleren Strömungsgeschwindigkeit eines Einkammer-Photoreaktors. Im Mehrkammer-Photoreaktor
durchläuft ein Volumteil des Mediums hintereinander sämtliche Bestrahlungskammern
von der höchsten bis zur niedrigsten mittleren Bestrahlungsstärke oder vice versa,
wodurch eine wesentlich gleichmäßigere Verteilung der zugeführten Energie auf das
durchströmende Medium erzielt wird. Dadurch wird eine Uberbestrahlung im Nahbereich
der Strahlungsquelle und ebenso eine Unterbestrahlung in entfernteren Bereichen vermieden
und damit die Effizienz der applizierten Strahlungsdosis erheblich gesteigert.
[0031] Die Unterteilung des Photoreaktors in mehrere Bestrahlungskammern erlaubt somit eine
Bestrahlung bei niedrigeren Gradienten der Bestrahlungsstärke und durch die Serienschaltung
der Bestrahlungskammern eine Summierung der in dem Medium applizierten einzelnen Energiedosen.
Insgesamt ist so die photochemische Effizienz der Reinigung bzw. Entkeimung im Mehrkammer-Photoreaktor
wesentlich erhöht und damit eine erhöhte effektive Dosisleistung im Medium erreicht.
Dadurch läßt sich der Durchfluß gegenüber einem Einkammer-Photoreaktor mit einer Strahlungsquelle
gleicher UV-Leistung steigern. Die hierdurch im Vergleich zu Einkammer-Photoreaktoren
wesentlich erhöhten mittleren Strömungsgeschwindigkeiten erbringen noch den zusätzlichen
Vorteil, daß die vorerwähnten Strömungskurzschlüsse vermieden werden und Ablagerungen
aus dem Medium weniger leicht eintreten.
[0032] Vorteilhafterweise sind bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die Rohrstücke an ihren
Enden abwechselnd abdichtend gehaltert und geführt, und benachbarte Bestrahlungskammern
stehen jeweils an den geführten Enden der Rohrstücke miteinander in Verbindung. Dadurch
wird eine Vereinfachung im Aufbau des.Mehrkammer-Photoreaktors mit in Serie geschalteten
Bestrahlungskammern erzielt, da sich die Verbindung zwischen den Bestrahlungskammern
innerhalb des Durchflußreaktors befindet und in den Verschlußteilen nur noch Innenkanäle
zu den Anschlußstutzen vorgesehen werden müssen, die als Eingangs- und Ausgangsanschluß
dienen.
[0033] Mehrkammer-Photoreaktoren der vorstehend beschriebenen Art mit einem äußeren Quarzglasrohrstück
können in bekannter Weise (Deutsche Offenlegungsschrift Nr. 2 119 961) konzentrisch
von mehreren Strahlern umgeben sein, von denen jeder einen eigenen paraboloiden Reflektor
aufweist, wodurch eine optimale Effizienz der Einstrahlung ermöglicht wird. einwandfreie
Funktion eines Einkammer-Photoreaktors dieser Art ist nur dann gewährleistet, wenn
die weiter vorstehend erörterten Kurzschlußphänomene bei der Durchströmung sicher
vermieden werden. Mit zunehmendem Querschnitt und abnehmender Strömungsgeschwindigkeit
des zu bestrahlenden Mediums nimmt aber die Wahrscheinlichkeit des Auftretens solcher
Kurzschlußphänomene zu, so daß Photoreaktoren dieser Art im allgemeinen nur für enge
Anwendungsbereiche einsetzbar sind. Durch die Unterteilung unter Ausbildung des Mehrkammer-Photoreaktors
wird erreicht, daß auch Medien geringer Transmission den Durchflußreaktor mit einer
solchen Geschwindigkeit durchsetzen, daß die Bestrahlung mit der geforderten Mindestdosis
sichergestellt und das Auftreten von Kurzschlußphänomenen bei der Durchströmung ausgeschlossen
ist.
[0034] Das innere Rohrstück kann bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung an beiden Enden durch
entsprechende Durchbrüche der Verschlußteile hindurchgeführt und in den Durchbrüchen
abdichtend gehaltert sein. Dadurch wird die Anbringung einer Strahlungsquelle im Inneren
des Mehrkammer-Photoreaktors ermöglicht, die zusätzlich zu den den Mehrkammer-Photoreaktor
außen umgebenden Strahlern vorgesehen sein kann. Dadurch werden die Strahlungsverluste,
die beim Durchgang der Strahlung durch den Photoreaktor auftreten, in beträchtlichem
Umfang kompensiert, und es wird bei entsprechender Abstimmung der Schichtdicke an
die Transmissionsfaktoren des Mediums eine brauchbare Annäherung an eine gleich hohe
Bestrahlungsstärke in allen Volumelementen des Photoreaktors erzielt.
[0035] Bei dem Mehrkammer-Photoreaktor nach der Erfindung kann das äußere Rohrstück strahlungsundurchlässig
sein, eine Beobachtungsöffnung aufweisen und an die Verschlußteile abdichtend angeflanscht
sein. Das ermöglicht einen stabileren und weiter vereinfachten Aufbau des Photoreaktors,
in dessen Innerem die Strahlungsquelle angebracht ist. Zur Erhöhung der Bestrahlungsstärke
in der Außenkammer kann das äußere Rohrstück verspiegelt sein, vorzugsweise so, daß
das durchfließende Medium nicht auf die Verspiegelung einwirken kann.
[0036] Bei einer weiteren Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die Rohrstücke
an einem Verschlußteil abgedichtet gehaltert, das innere Rohrstück und jedes zweite
nach außen folgende sind an dem dem Verschlußteil abgewandten Ende geschlossen, jedes
der zweiten nach außen folgenden Rohrstücke ist nahe dem zu ihrer Halterung dienenden
Verschlußteil mit Durchtrittsöffnungen versehen, und das Verschlußteil besitzt einen
Innenkanal, dessen eines Ende in die innere Bestrahlungskammer und dessen anderes
Ende in einen Anschlußstutzen mündet. Die einseitige Halterung der Rohrstücke kann
Erleichterungen im Zusammenbau und in der Demontage des Mehrkammer-Photoreaktors bringen.
[0037] Vorteilhafterweise besitzt bei den erfindungsgemäßen Mehrkammer-Photoreaktoren eine
der Strahlungsquelle abgewandte Bestrahlungskammer eine Schichtdicke, die mindestens
das Zweifache der Schichtdicke der der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer
beträgt. Ein solcher Photoreaktor ist für alle Medien mit Transmissionsfaktoren im
Bereich zwischen T (1 cm) = 0.6 und nahe 1 geeignet. Für die Entkeimung von Trinkwasser
mit einem Transmissionsfaktor im niedrigen Bereich sind dann vorwiegend die beiden
Bestrahlungskammern mit geringer Schichtdicke ·wirksam, während bei Trinkwasser mit
hohem Transmissionsfaktor auch die der Strahlungsquelle abgewandte Bestrahlungskammer
mit größerer Schichtdicke mit guter Wirksamkeit einbezogen wird. Ein solcher Mehrkammer-Photoreaktor
kann somit bei der Trinkwasserentkeimung im gesamten vorkommenden Bereich von Transmissionsfaktoren
eingesetzt werden, ohne daß dazu zusätzliche Maßnahmen in seinem Aufbau notwendig
sind. Durch die Hinzunahme der Bestrahlungskammer mit großer Schichtdicke bei Verwendung
von Trinkwasser hoher Transmission ergibt sich eine hohe Leistung, die bei Photoreaktoren
mit kleineren Schichtdicken bzw. bei einem Einkammer-Photoreaktor größerer Gesamtschichtdicke
nicht erzielbar ist. Für die Trinkwasserentkeimung auf Seeschiffen wird eine Gesamtschichtdicke
von 7.62 cm empfohlen (Department of Health, Education, and Welfare Public Health
Service; Division of Environmental Engineering and Food Protection; "Policy Statement
on Use of the Ultraviolet Process for Disinfection of Water", 1.April 1966).
[0038] Zweckmäßigerweise ist bei dem Mehrkammer-Photoreaktor nach der Erfindung eine Druckausgleichseinrichtung
vorgesehen. Diese kann einen mit druckdichten Durchführungen versehenen, druckdicht
mit dem die Rohrstücke halternden Verschlußteil verbundenen, an einen Barostaten angeschlossenen
Deckel aufweisen, wobei der Sollwert der barostatischen Druckregelung vom Eingangsdruck
des Mediums am Durchflußreaktor bestimmt ist. Durch eine solche Einrichtung wird der
im Betrieb des Mehrkammer-Photoreaktors auf die aus Quarzglas bestehenden Rohrstücke
einwirkende Druck ausgeglichen. Dadurch wird vermieden, daß an den spannungsempfindlichen
Quarzglasrohren mechanische Spannungen auftreten, die zum Bruch führen könnten.
[0039] Bei den Mehrkammer-Photoreaktoren nach der Erfindung ist wenigstens eine Bestrahlungskammer
mit einem über den Strömungsquerschnitt wirksamen Ausgleichselement für das Strömungsprofil
versehen. Die Anordnung solcher Ausgleichselemente für das Strömungsprofil ist besonders
für die Bestrahlungskammer mit der höchsten Bestrahlungsstärke zweckmäßig. Die geforderten
Bedingungen für die Bestrahlung des durchfließenden Mediums können sicherer eingehalten
werden, wenn das Strömungsprofil des die Bestrahlungskammer durchsetzenden Mediums
gleichförmig ist, insbesondere muß ausgeschlossen werden, daß sich Teile des Mediums
mit größerer Geschwindigkeit durch die Bestrahlungskammer bewegen. Eine erfindungsgemäße
Vorrichtung, bei der ein Teilstrom des bestrahlten Mediums nach dem Durchlauf in den
Durchflußreaktor zurückgeführt wird, ist dadurch gekennzeichnet, daß der Durchflußreaktor
ausgangsseitig mit einem Strömungsteiler versehen ist, dessen einer Ausgang an die
Entnahmeleitung und dessen zweiter Ausgang unter Zwischenschaltung einer Rücklauf-Förderpumpe
und eines Rückschlagventils an den Eingang des Durchflußreaktors angeschlossen ist.
Dabei kann die Rücklauf-Förderpumpe in ihrer Förderleistung einstellbar sein, um eine
Änderung des Rücklaufverhältnisses herbeizuführen; es kann aber auch die Rücklaufleitung
eine einstellbare Strömungsdrossel aufweisen. Mit einer solchen Vorrichtung können
besonders hohe Entkeimungs- bzw. Reinigungsgrade erzielt werden; außerdem ist sie
für solche Anwendungsfälle geeignet, bei denen keine kontinuierliche Entnahme erfolgt.
[0040] Bei einer Vorrichtung nach der Erfindung ist die Strahlungsquelle von mindestens
einer antimondotierten Xenon-Hochdrucklampe, die eine starke Emission im Wellenlängenbereich
von 260 bis 280 nm besitzt, gebildet. Eine solche Lampe besitzt pro cm Emissionslänge
eine bakterizide Dosisleistung, die mindestens um eine Größenordnung höher ist als
die entsprechende Strahlungsleistung üblicher Quecksilberniederdruckquarzlampen. Die
mit diesen Strahlern erzielbaren Bestrahlungsstärken sind also sehr viel höher als
die Bestrahlungsstärken, die mit Quecksilberniederdrucklampen üblicher Bauart erzielbar
sind, wobei dieser Vorteil zusätzlich durch die vorher erwähnten günstigen Wirkungen
der Bestrahlung im Wellenlängenbereich von 260 bis 280 nm weiter vergrößert wird.
Bei gleicher Strömungsgeschwindigkeit ist es daher möglich, den Dosisbereich um über
eine Größenordnung zu erhöhen; für die heutigen Bedürfnisse der Trinkwasserentkeimung
ergibt sich somit, daß mit einer Strahlungsquelle aus antimondotierten Xenon-Hochdrucklampen
sehr viel höhere Raum-Zeit-Ausbauten erzielt werden können, als dies bisher möglich
war. Neben dieser erheblichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit beruht ein weiterer
Vorteil des Einsatzes der antimondotierten Xenon-Hochdrucklampe darauf, daß wegen
der minimalen Flüchtigkeit und Toxizität des Antimons die Möglichkeit einer gefährlichen
Umweltverschmutzung bei einem Bruch der Lampe wesentlich geringer ist als bei den
sonst üblichen Quecksilberdampflampen.
[0041] Für Anwendungsfälle, in denen ein möglichst breiter Bereich von UV-Strahlung des
wirksamen Wellenlängenbereichs für die Reinigung, Entkeimung und/oder Desinfektion
mittels ultravioletter Strahlung verwendet werden soll, kann es nützlich sein, daß
die Strahlungsquelle zusätzlich zu der antimondotierten Xenon-Hochdrucklampe mindestens
eine Quecksilberdampflampe aufweist.
[0042] Zur Erhöhung des von der Strahlungsquelle ausgehenden Strahlungsflusses pro Längeneinheit
des Durchflußreaktors kann es zweckmäßig sein, daß die Strahlungsquelle mindestens
einen gewendelten Strahler enthält.
[0043] Bei ringförmiger Ausbildung des Durchflußreaktors kann die Strahlungsquelle im Inneren
des Durchflußreaktors zweckmäßig in achsnaher Stellung angeordnet sein. Eine solche
Anordnung der Strahlungsquelle bewirkt die beste Strahlungsverteilung in radialer
Richtung. Die Strahlungsquelle kann dabei unabhängig vom Durchflußreaktor gehaltert
sein; bei anderen Ausführungen, z.B. bei einem Druckdurchflußreaktor, ist dagegen
die Strahlungsquelle im Durchflußreaktor gehaltert. Die Anordnung der Strahlungsquelle
im Inneren des Durchflußreaktors ist für Durchflußreaktoren kleineren Volumens vorzuziehen.
[0044] Bei einem ringförmigen Durchflußreaktor nach der Erfindung kann die Strahlungsquelle
mindestens 4 achsparallel und symmetrisch zwischen dem Durchflußreaktor und einem
diesen umgebenden Reflektorsystem angeordnete Strahler aufweisen. Dabei befindet sich
zweckmäßigerweise jeder Strahler in einem gesonderten, vorzugsweise paraboloiden Reflektor
des Reflektorsystems, um eine optimale optische Effizienz der Einstrahlung in den
Durchflußreaktor zu gewährleisten. Bei einer solchen Anordnung der Strahlungsquelle
wird eine gleichmäßigere Verteilung der Strahlung über das Gesamtvolumen des Reaktors
erzielt als bei Anordnung der Strahlungsquelle im Inneren des ringförmigen Reaktors;
sie ist für großvolumige Durchflußreaktoren vorzüglich geeignet.
[0045] Eine weitere Verbesserung der Strahlungsverteilung kann in dem erfindungsgemäßen
Durchflußreaktor dadurch erzielt werden, daß ein Teil der die Strahlungsquelle bildenden
Strahler im Inneren des Durchflußreaktors und ein anderer Teil der Strahler, mindestens
4, achsparallel und symmetrisch zwischen dem Durchflußreaktor und einem diesen umgebenden
Reflektorsystem angeordnet sind, wobei sich die Strahler, wie vorstehend beschrieben,
in gesonderten Reflektoren befinden.
[0046] Bei Vorrichtungen der vorstehend beschriebenen Art kann es zweckmäßig sein, eine
antimondotierte Xenon-Hochdrucklampe mindestens im.Inneren des Durchflußreaktors anzuordnen;
dadurch werden die bei Reflektoren unvermeidlichen Reflexionsverluste vermieden und
die von der hochwirksamen antimondotierten Xenon-Hochdrucklampe ausgehenden Strahlen
besser ausgenutzt; zugleich wird für diesen Strahler eine besondere Wasserkühlung
überflüssig.
[0047] Die vorstehend beschriebenen Vorrichtungen zur Durchführung einer Reinigung, Entkeimung
oder Desinfektion fließfähiger Medien im Durchfluß mittels ultravioletter Strahlung
erfordern zur Einhaltung einer vorbestimmten Mindestdosis der ultravioletten Strahlung
Durchflußsteuermittel, durch die sichergestellt wird, daß das die Bestrahlungskammern
durchsetzende Medium in jedem Fall mit der geforderten Mindestdosis bestrahlt wird.
Die erfindungsgemäßen Durchflußsteuermittel können im einfachsten Fall eine Strömungsdrossel,
vorzugsweise eine einstellbare Strömungsdrossel, aufweisen. Bei konstantem Druck am
Eingang oder Ausgang des Durchflußreaktors läßt sich der Durchfluß auf den jeweils
erforderlichen Wert einstellen. Die Strömungsdrossel kann im einfachsten Fall aus
einer Engstelle in der Zuleitung oder Ableitung des Durchflußreaktors bestehen, sie
kann aber auch durch ein geeignetes, präzis einstellbares und in seiner Einstellung
zeitlich unveränderliches Ventil gebildet sein.
[0048] Die erfindungsgemäßen Durchflußsteuermittel können aber auch einen vom Eingangsdruck
unabhängigen Durchflußbegrenzer aufweisen. Solche Durchflußbegrenzer sind bekannt,
und ihre Anwendung im Zusammenhang mit den hier beschriebenen Durchflußreaktoren ist
besonders vorteilhaft, weil sie in jedem Fall verhindern, daß ein vorgegebener Durchfluß
überschritten wird. Ein solches Überschreiten des vorgegebenen Durchflusses muß besonders
bei den Durchflußreaktoren zur Photoentkeimung vermieden werden, da eine Erhöhung
des Durchflusses notwendig zu einem Unterschreiten der vorbestimmten Mindestdosis
führen muß.
[0049] Nach der Erfindung können die Durchflußsteuermittel auch eine Pumpe mit einstellbarer
Förderleistung aufweisen. Eine solche Pumpe gestattet im weitesten Umfang die Anpassung
des Durchflusses an die jeweils gewünschten Bestrahlungsdosen.
[0050] Erfindungsgemäß ist eine Steuereinrichtung für die Pumpe mit einstellbarer Förderleistung
vorgesehen, die mit einem von der Überwachungseinrichtung mit Sollwerteinstellung
ausgehenden Steuersignal beaufschlagt ist. Dabei kann die Steuereinrichtung einen
Leistungsverstärker und einen von dem Pumpenmotor angetriebenen Tachogenerator aufweisen
und das Tachogeneratorsignal kann dem Steuersignal der Überwachungseinrichtung am
Eingang des Leistungsverctärkers entgegengeschaltet sein. Bekannte Überwachungseinrichtungen
für Durchflußreaktoren für die Photoentkeimung enthalten einen Strahlungsdetektor,
der an dem Durchflußreaktor angeordnet ist und auf die durch den Durchflußreaktor
hindurchtretende Strahlung anspricht. Bei Unterschreiten eines voreingestellten Sollwertes
wird von dem Detektor ein Signal abgegeben, durch das ein Ventil angesteuert wird,
mittels dessen das zu bestrahlende Medium auf einen zweiten Durchflußreaktor gegeben
wird, durch das ein Alarmsignal ausgelöst wird und durch das eine Reinigungsvorrichtung
für den ersten Photoreaktor betätigt werden kann (USA-Patentschrift Nr. 3 182 193).
Es ist weiter eine Überwachungseinrichtung bekannt (USA Patentschrift Nr. 3 462 597),
die bei Ausfall der Lampe, des Lampentransformators oder bei einem unzulässig großen
Absinken der Netzspannung ein Magnetventil in der Zuführung für das zu bestrahlende
Medium schließt. Diese bekannten Überwachungseinrichtungen sind aber lediglich dazu
geeignet und benutzt worden, um in Notfällen den Betrieb des Durchflußreaktors sofort
und unter Abgabe eines Notsignals zu unterbrechen bzw. auf einen zweiten Reaktor umzuschalten.
Die erfindungsgemäße Einrichtung verbindet dagegen die Pumpe mit einstellbarer Förderleistung
mit einer Steuereinrichtung, deren Ausgangssignal von der jeweils an der Überwachungseinrichtung
gemessenen Strahlungsintensität abhängig ist. Auf diese Weise wird ermöglicht, den
Durchfluß an die jeweilige Bestrahlungsstärke anzupassen. Das bedeutet, daß bei abnehmender
Bestrahlungsleistung die Durchflußleistung im gleichen Verhältnis abnimmt, so daß
sichergestellt ist, daß die Reinigungs- bzw. Entkeimungsqualität (z.B. der Reinigungs-
bzw. Entkeimungsgrad) erhalten bleibt. Durch eine solche Steuereinrichtung können
auf einfache Weise die Einflüsse der Alterung auf die Ausstrahlung der Strahlungsquelle
berücksichtigt werden. Die geschilderte Steuerung des Durchflusses bei abnehmender
Bestrahlungsstärke zur Erhaltung der eingestellten Dosis erlaubt einen besonders ökonomischen
Bestrahlungsbetrieb im paarweisen Verbund der Mehrkammer-Photoreaktoren. Dabei wird
der eine Photoreaktor mit einem neuen Lampensatz in Betrieb genommen, während der
zweite seinen Betrieb während der halben Lebensdauer seiner Lampen fortsetzt. Dadurch
werden beide entsprechend den jeweiligen Lampenleistungen optimal betrieben, und die
Gesamtleistungsschwankung infolge der Alterung beträgt nur noch die Hälfte der bisherigen
Größe. Zugleich ist aber auch eine bessere Lampen-und Stromausnutzung gewährleistet
und zugleich eine bessere Apparateausnutzung erreicht.
[0051] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den Abbildungen dargestellt
und werden nachfolgend im einzelnen erläutert und beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Mehrkammer-Photoreaktors;
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine Teilanordnung bei einem zweiten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Mehrkammer-Photoreaktors;
Fig. 2A einen entsprechenden Schnitt durch eine abgeänderte Ausführung der Teilanordnung
nach Figur 2;
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Details von Figur 2;
Fig. 4 einen Längsschnitt durch eine weitere Ausbildung der Teilanordnung;
Fig. 4A einen entsprechenden Schnitt durch eine abgeänderte Ausführung der Teilanordnung
nach Figur 4;
Fig. 5 eine Ansicht eines Details bei der Teilanordnung nach Figur 4;
Fig. 6 eine perspektivische Ansicht des zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Mehrkammer-Photoreaktors;
Fig. 7 eine Draufsicht auf eine weitere Ausbildung des Mehrkammer-Photoreaktors nach
Figur 6;
Fig. 8 eine Schnittansicht eines Details bei dem Mehrkammer-Photoreaktor nach Figur
7;
Fig..9 einen Längsschnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Mehrkammer-Photoreaktors;
Fig. 10 einen Teillängsschnitt durch einen Mehrkammer-Photoreaktor nach Figur 9 mit
einer Druckausgleichseinrichtung;
Fig. 11 einen Längsschnitt durch ein viertes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Mehrkammer-Photoreaktors;
Fig. 12 einen Längsschnitt durch ein fünftes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Mehrkammer-Photoreaktors;
Fig. 13 ein Fließdiagramm für den Rücklaufbetrieb eines erfindungsgemäßen Mehrkämmer-Photo-
reaktors;
Fig. 13A ein Fließdiagramm für einen modifizierten Rückflußbetrieb entsprechend Figur
13;
Fig. 14 eine Detailansicht eines Bauteils in dem Fließdiagramm nach Figur 13;
Fig. 15 ein Blockschaltbild eines Ietails der elektrischen Überwachungseinrichtung
für den Betrieb eines erfindungsgemäßen Durchflußreaktors;
Fig. 16 einen Längsschnitt durch ein für parallelen Durchfluß abgeändertes viertes
Ausführungsbeispiel nach Figur 11;
Fig. 17 einen Längsschnitt durch ein für parallelen Durchfluß abgeändertes fünftes
Ausführungsbeispiel nach Figur 12.
[0052] Figur 1 zeigt einen Zweikammer-Photoreaktor 1 aus einem Durchflußreaktor in Gestalt
eines trogartigen Gefäßes 2 mit einem Deckel 3, der um Scharniere 4 schwenkbar an
das trogartige Gefäß 2 angelenkt ist und durch einen Schnappverschluß in geschlossener
Stellung gehalten wird. Das Gefäß 2 besteht aus Metall wie rostfreiem Stahl, kann
aber auch aus jedem anderen UV-beständigen und sonstigep Anforderungen, z.B. lebensmittelrechtlichen
Bestimmungen, genügendem Material (Steinzeug, emailliertes Blech etc.) gefertigt sein.
Der Deckel 3 trägt innen eine Serie von zueinander parallelen paraboloiden Reflektoren
mit einer besonders gut UV-reflektierenden Oberfläche. Innerhalb der Reflektoren sind
UV-Strahler 6 senkrecht zur Durchströmungsrichtung so angeordnet, daß der Strömungsquerschnitt
des trogartigen Gefäßes 2 unter Einschluß der Randbereiche gleichmäßig bestrahlt wird.
Für Zwecke der Entkeimung werden wassergekühlte, antimondotierte Xenon-Hochdrucklampen
eingesetzt; alternativ eignen sich dafür auch Quecksilberniederdruck-Quarzlampen bekannter
Bauart. Für die Reinigung in Anwesenheit oder Abwesenheit von Oxidationsmitteln kann
man auch Quecksilberhochdrucklampen oder andere Strahler geeigneter Emissionsbereiche
verwenden. Der Schnappverschluß ist mit einer Sicherheitsschaltung verbunden, durch
die die Strahler 6 bei Öffnung des Schnappverschlusses automatisch abgeschaltet werden.
Das trogartige Gefäß 2 ist in Strömungsrichtung durch Quarzglasscheiben 7 in zwei
Bestrahlungskammern 8 und 9 unterteilt; die Bestrahlungskammer 9 ist als untere Bestrahlungskammer
durch die Quarzglasscheiben 7 auf eine fixe Schichtdicke von 2 cm begrenzt, während
die Schichtdicke des Mediums in der Bestrahlungskammer 8 mit Hilfe des weiter unten
beschriebenen Niveaureglers
1.7 variiert werden kann. Die Quarzglasscheiben 7 sind auf einem herausnehmbaren Strebrahmen
10 aus rostfreiem Stahl gelagert; die Quarzglasscheiben 7 sind an dem Strebrahmen
10 und dieser selbst ist an der Innenwandung des trogartigen Gefäßes 2 mittels eines
gegen UV-Strahlung beständigen Kitts abdichtend befestigt. Anstelle der Verkittung
kann die Abdichtung auch durch vorgeformte und UV-beständige Dichtungen erfolgen.
Die Bestrahlungskammern 8, 9 kommunizieren an ihrem dem Ein- und Ausgang des trogartigen
Gefäßes 2 abgewandten Ende miteinander. Die obere Bestrahlungskammer 8 ist über eine
Zuleitung 11 an einen Durchflußbegrenzer 12 angeschlossen. Der Durchflußbegrenzer
dient dazu, den Durchfluß auch bei Erhöhung des Eingangsdrucks auf den zulässigen
Maximalwert zu begrenzen; solche Durchflußbegrenzer werden beispielsweise von der
Firma Eaton Corp., Controls Division, 191 East North Ave., Carol Stream, Illinois
60 187, USA, vertrieben. Die Zuleitung 11 mündet in die Bestrahlungskammer 8 über
eine Lochplatte 13, die ein Ausgleichselement für das Strömungsprofil darstellt und
sich über die gesamte Breite der Bestrahlungskammer 8 erstreckt. Die Bestrahlungskammer
9 mündet über eine gleichartige Lochplatte 15, die ebenfalls als Ausgleichselement
für das Strömungsprofil wirkt, in eine Ableitung 16 mit einem Niveauregler 17, der
zum Schutz gegen Verunreinigungen eine luftdurchlässige Abdeckung 18, z.B. aus Watte,
trägt.
[0053] Die Lochplatten 13, 15 bestehen aus Material, das gegen UV-Strahlung und gegen das
durchströmende Medium beständig ist und selbst keine störenden Verunreinigungen an
das durchströmende Medium abgibt (rostfreier Stahl, beschichtete Metalle, Kunststoff,
Keramik, Quarz, Glas). Die Weite der Löcher ist so groß, daß die Strömung nicht wesentlich
behindert ist, aber doch ein über die Durchtrittsfläche gleichmäßiges Strömungsprofil
erzeugt wird. Zu dem gleichen Zwecke können die Löcher auch durch Öffnungen anderer
Gestalt wie Schlitze ersetzt werden. Die Lochplatten 13, 15 sind mit dem trogartigen
Gefäß 2 einerseits und dem Übergangsstück der Zuleitung 11 bzw. der Ableitung 16 andererseits
in geeigneter Weise abdichtend verkittet.
[0054] Der Niveauregler 17 besitzt ein Innenrohr 19, das abgedichtet in einem Überlaufgefäß
20 vertikal verschiebbar geführt ist und den Auslauf des trogartigen Gefäßes 2 bildet.
Durch Vertikalverschiebung des Innenrohres 19 in dem Niveauregler 17 können in Anpassung
an die optische Dichte des durch die Zuleitung 11 in den Durchflußreaktor eintretenden
Mediums verschiedene Schichtdicken in der oberen Bestrahlungskammer 8 eingestellt
werden.
[0055] Der Zweikammer-Photoreaktor 1 weist senkrecht zur Durchströmungsrichtung 20 Quecksilberniederdruck-Quarzlampen
(15 W, NN 15/44 Original Hanau Quarzlampen GmbH, Hanau) auf, die über die Bestrahlungskammern
8, 9 von 80 cm Länge in gleichen Abständen verteilt sind, wobei jeder Strahler in
einem zugeordneten Reflektor und die Lampen-Reflektorkombinationen jeweils in geringstmöglichem
Abstand voneinander angeordnet sind, Der gesamte auf die Oberfläche des Mediums gelangende
UV-Strahlungsfluß beträgt (unter Berücksichtigung der Reflektionsverluste von höchstens
45 % sowie der Randverluste) ca. 60 W mit einer mittleren Bestrahlungsstärke E = 25
mW/cm
2. Die nachfolgende Tabelle 1 zeigt einen Vergleich des Zweikammer-Photoreaktors 1
mit einem Einkammer-Photoreaktor gleicher Gesamtschichtdicke; in der Tabelle 1 sind
Werte für den Durchfluß Q-40 (m
3/h) für eine Mindestdosis von 40 mWs/cm
2 für verschiedene Transmissionsfaktoren T (1 cm) und verschiedene Schichtdicken der
oberen Bestrahlungskammer 8 angegeben.

[0056] 60 W UV-254 nm auf 30 80 = 2400 cm
2 Einstrahlungsfläche; mittlere Bestrahlungsstärke E = 25 mW/cm
2. Einfluß des Transmissionsfaktors T (1 cm) und der Schichtdicken 2 in den Bestrahlungskammern.
[0057] Nach der vorstehenden Tabelle 1 eignet sich der Zweikammer-Photoreaktor für den Bereich
der Transmissionsfaktoren T (1 cm) von 0.95 bis 0.5; bei T (1 cm) ≥ 0.9 soll die Schichtdicke
der oberen Schicht 4 cm und mehr, bei T (1 cm) <0.6 ca. 1 cm betragen.
[0058] Für die Bereiche niedrigerer Transmissionsfaktoren werden .die Schichtdicken auch
der unteren Bestrahlungskammer 9 niedriger gewählt, z.B. 1 cm bei T (1 cm) = 0.4.
Man erhält dann bei T (1 cm) = 0.4 unter den übrigen Bedingungen der obigen Tabelle
für je 1 cm untere und obere Schicht zusammen Q-40 = 3.02 m
3/h und der Steigerungsfaktor ist dann 1.75. Bei einer Schichtdicke der unteren Bestrahlungskammer
9 von 1 cm ist der Zweikammer-Photoreaktor an die bei der Entkeimung von Abwasser
vorkommenden Trans missionsbereiche optimal anpassungsfähig. Die durch die Verwendung
von Reflektoren bedingten Verluste an wirksamer UV-Strahlung werden dabei durch die
Unterteilung des Photoreaktors mehr als ausgeglichen, wodurch ein im Vergleich zum
Einkammer-Photoreaktor energetisch günstigeres Ergebnis für die Entkeimung erzielt
wird. Zweikammer-Photoreaktoren dieses Typs werden auch für die Entkeimung von Seewasser
eingesetzt.
[0059] Figuren 2 bis 8 zeigen die Ausführung eines Mehrkammer-Photoreaktors, bei dem die
Strahlungsquelle nach Art einer Tauchlampe ausgebildet ist.
[0060] Figur 2 zeigt im Längsschnitt eine erste Ausführung einer Teilanordnung des Mehrkammer-Photoreaktors
mit einem Strahler 24 in einem Hüllrohr 25 aus Quarzglas, das in ein ebenfalls aus
Quarzglas bestehendes Trennrohr 35 eingesetzt ist. Der Strahler 24 ist für Zwecke
der Entkeimung eine antimondotierte Xenon-Hochdrucklampe; alternativ eignen sich dafür
auch Quecksilberniederdruck-Quarzlampen bekannter Bauart. Für die Reinigung in Anwesenheit
oder Abwesenheit von Oxidationsmitteln kann man auch Quecksilberhochdrucklampen oder
andere Strahler geeigneter Emissionsbereiche verwenden. Der Strahler 24 ruht auf einer
Auflage 27 am unteren Ende des Hüllrohres 25, die beispielsweise aus Glaswolle bestehen
kann. An ihren oberen Enden sind das Hüllrohr 25 und das Trennrohr 35 über Schliffe
26, 36 miteinander verbunden, die durch geeignete, bekannte Sicherungen (Fa. Schott
& Gen., Mainz) in dichtem Eingriff gehalten sind. Das Trennrohr 35 trägt nahe seinem
oberen Ende zwei diametral gegenüberliegende Anschlüsse 37. Am unteren Ende der Teilanordnung
ist eine Abstandshalterung vorgesehen, durch die das Hüllrohr 25 und das Trennrohr
35 über ihre Länge in gleichem Abstand zueinander gehalten werden. Die Abstandshalterung
besteht aus zwei konzentrisch zueinander angeordneten Federringen 29, die durch drei
im Winkel von 120
0 gegeneinander versetzte Stege 30 aus federndem Material verbunden sind (siehe Figur
3). Die Federringe 29 sind zwischen kleinen Vorsprüngen 28, 38 gehaltert, die in Winkelabständen
von ca. 120
0 und in einem dem entsprechenden Maß des Federringes 29 angepaßten Axialabstand an
der Außenseite des Hüllrohres 25 bzw. an der Innenseite des Trennrohres 35 angeordnet
sind. Diese Abstandshalterung kann zur Einstellung eines über die Durchtrittsfläche
gleichförmigen Strömungsprofils noch mit einer Lochplatte versehen werden, wie im
Zusammenhang mit Figur 5 erläutert wird.
[0061] Figur 4 zeigt eine angewandelte Teilanordnung ähnlich Figur 2. In einem Hüllrohr
45 aus Quarzglas befindet sich ein Strahler 24 der vorgenannten Art. Es ist von einem
Trennrohr 55 aus Quarzglas umgeben, das an seinem oberen Ende eine Verengung, die
geringfügig weiter ist als das Hüllrohr 45, und nahe seinem oberen Ende zwei diametral
gegenüberliegende Anschlüsse 57 trägt. Das Hüllrohr 45 und das Trennrohr 55 sind konzentrisch
zueinander angeordnet und an ihren oberen Enden durch eine übergreifende Dichtmanschette
46 aus einem elastischen Kunststoff, der gegen die UV-Strahlung und das durchströmende
Medium beständig ist, miteinander abdichtend verbunden. Die Dichtmanschette 46 ist
durch Ligaturen 48, die nach Art von Schlauchschellen ausgebildet sind, gesichert.
Am unteren Ende der Teilanordnung ist eine Abstandshalterung 67 vorgesehen, durch
die das Hüllrohr 45 und das Trennrohr 55 über ihre Länge in gleichem Abstand zueinander
gehalten werden. Die Abstandshalterung 67 (Figur 5) ist entsprechend Figur 2 zwischen
Vorsprüngen 28 am Hüllrohr 45 und Vorsprüngen 68 am Trennrohr 55 angeordnet und besteht
zunächst aus einem doppelten Federring 29 mit federnden Stegen 30. Der äußere Federring
29 ist mit axial von seinem Umfang nach oben vorstehenden Trägern 69 versehen, deren
Enden 70 radial nach innen umgebogen sind und dadurch eine Platte 71, die Durchtrittsöffnungen
72 besitzt, in Anlage an dem Federring 29 halten. Die Durchtrittsöffnungen 72 in der
Platte 71 sind der von dem Hüllrohr 45 und dem Trennrohr 55 gebildeten Bestrahlungskammer
49 zugeordnet und gleichmäßig über die jeweilige Durchtrittsfläche verteilt. Die Platte
71 besteht aus gegen UV-Strahlung und gegen das durchströmende Medium beständigem
Material, das keine Verunreinigungen an das durchströmende Medium abgibt (rostfreier
Stahl, beschichtete Metalle, Kunststoff, Keramik, Glas, Quarz). Die Weite der Durchtrittsöffnungen
72, die kreisförmigen oder anderen Querschnitt haben können, ist so groß, daß sie
die Strömung nicht wesentlich behindern, aber doch ein über die Durchtrittsfläche
gleichförmiges Strömungsprofil erzeugen. Die ganze Anordnung ist so getroffen, daß
sich die Träger 69 jeweils zwischen den Vorsprüngen 68 an der Innenwand des Trennrohres
55 befinden.
[0062] Gegenüber den vorstehend beschriebenen Ausführungen sind eine Reihe von Abwandlungen
möglich. In der in Figur 2A dargestellten Ausführung ist das offene Ende des Trennrohres
35A mit dem Hüllrohr 25A unter Ausbildung eines einheitlichen Bauteils verschmolzen,
das aber aufwendig in der Herstellung und empfindlich in der Handhabung ist. In einer
einfacheren Ausführung kann die Abstandshalterung auch allein von der mit Durchtrittsöffnungen
72 versehenen Platte 71 gebildet werden; dabei fällt dann der obere Kranz der Vorsprünge
28 und 68 fort, und die Platte 71 wird durch einen Sprengring in Auflage an dem unteren
Kranz der Vorsprünge 28 und 68 gehalten.
[0063] In einer Abänderung der Teilanordnung von Figur 4 ist ein zusätzliches Quarzglasrohr
52 (siehe Figur 4A) koaxial zu den Quarzglasrohren 45 und 55 angeordnet. Das Quarzglasrohr
52 ist am unteren Ende geschlossen; das obere offene Ende verjüngt sich und ist durch
eine mit Ligaturen 50 gesicherte, überlappende Manschette 51 abdichtend mit dem Quarzglasrohr
55 in ähnlicher Weise verbunden wie die Quarzglasrohre 45 und 55. Das verjüngte Ende
ist dicht unterhalb der Anschlüsse 57 an dem Trennrohr 55 befestigt. Mindestens zwei
Durchtrittsöffnungen 53 in der Wandung des Quarzglasrohres 52 nahe seinem verjüngten
Ende sind gleichmäßig über dessen Umfang verteilt. Das Trennrohr 55 erstreckt sich
bis zu einer dem Boden des Quarzglasrohres 52 innen aufliegenden Halterung aus einem
Ring 59, von dem eine Anzahl von das Ende des Trennrohres 55 aufnehmenden und halternden
Blattfedern 60 vorstehen. Zwischen dem Rand des Trennrohres 55 und dem Ring 59, sowie
den Blattfedern 60 besteht ausreichender Zwischenraum für den ungehinderten Durchfluß
des Mediums zwischen den durch das Trennrohr 55 getrennten Bestrahlungskammern. Es
kann aber auch der Rand des Trennrohres 55 mit Ausschnitten für die Verbindung zwischen
den Bestrahlungskammern versehen sein und dann dem Ring 59 direkt aufliegen. Der Ring
59 und die Blattfedern 60 bestehen aus Material, das gegen UV-Strahlung und gegen
das durchströmende Medium beständig ist und selbst keine störenden Verunreinigungen
an das durchströmende Medium abgibt (rostfreier Stahl, beschichtete Metalle, vorzugsweise
mit fluorierten Kohlenwasserstoffpolymeren, Kunststoffe, Keramik, Quarz, Glas).
[0064] Die in Figuren 2, 2A, 4 und 4A dargestellten Teilanordnungen für den Strahler 24
bilden gemeinsam mit einem Tank 21 den Durchflußreaktor 41 des Zweikammer-Photoreaktors
20. Gemäß Figur 6 trägt der Tank 21 an seinen Längswänden Träger 22, an denen jeweils
eine der in Figur 2 abgebildeten Teilanordnungen befestigt ist. Der Tank 21 und die
Träger 22 bestehen aus rostfreiem Stahl und sind aneinandergeschweißt. Der Tank 21
und die Träger 22 können aber auch aus verschiedenen Materialien bestehen, die in
geeigneter Weise fest miteinander verbunden sind; dabei ist der Tank 21 aus einem
Material gefertigt, das UV-beständig ist und allen sonstigen Anforderungen, z.B. lebensmittelrechtlichen
Bestimmungen, genügt. In den oben offenen Tank 21 mündet der (nicht dargestellte)
Abfiuf einer Quelle für das zu bestrahlende Medium; der Tank 21 kann aber gegebenenfalls
auch über einen Anschlußstutzen und eine Verbindungsleitung an die Quelle des zu bestrahlenden
Mediums angeschlossen sein.
[0065] In der Kombination der Teilanordnung nach Figur 4A mit dem Tank 21 besteht der Abfluß
zweckmäßigerweise aus einem vom Boden des Tanks 21 ausgehenden Überlaufrohr, das sich
bis zur Höhe der Durchtrittsöffnungen 53 erstreckt. Dadurch wird die erwünschte konstante
Füllhöhe des Tanks 21 sichergestellt.
[0066] Die Teilanordnung nach einer der Figuren 2 bis 4 wird mit geeigneten Mitteln an dem
Träger 22 gehaltert; dazu ist eine Muffe 31 mit einer Feststellschraube 32 vorgesehen,
die eine gegebenenfalls mit einem Schutzüberzug überzogene Kette 33 trägt, die die
Teilanordnung umgibt und entsprechend deren Umfang an der Muffe 31 eingehängt ist.
Solche Halterungen im Zusammenhang mit Bestrahlungsgeräten sind bekannt und im Handel
erhältlich, so daß sie hier nicht im einzelnen beschrieben werden müssen. Die Teilanordnung
ist in Figur 6 nur schematisch dargestellt. Am Grunde des Tanks 21 befinden sich Auflagen
34, denen die Teilanordnung aufsitzt, wodurch zusätzlich Sicherheit der Halterung
erreicht wird.
[0067] Für den Betrieb des Durchflußreaktors 41 werden die Anschlüsse 37 bzw. 57 der an
den Trägern 22 gehalterten ; Teilanordnungen nach einer der Figuren 2 bis 4 zu einer
gemeinsamen (nicht gezeigten) Ableitung miteinander verbunden. Das eintretende Medium
durchsetzt zunächst den die erste Bestrahlungskammer 23 bildenden Tank 21; es tritt
dann durch die von dem Hüllrohr 25 bzw. 45 und dem Trennrohr 35 bzw. 55 gebildete
innere Bestrahlungskammer 39 bzw. 49 und deren Anschluß 37 bzw. 57 hindurch in die
(nicht dargestellte) Ableitung aus.
[0068] Figuren 7 und 8 zeigen eine weitere Ausführungsform des Durchflußreaktors 41 für
einen Zweikammer-Photoreaktor 40 entsprechend Figur 6, bei dem der Tank 21, der einen
Anschlu stutzen 91 trägt, durch einen Deckel 80 verschlossen ist, der mit Durchführungen
81 und Halterungen 82 versehen ist, an denen die in Figur 2 gezeigte Teilanordnung
abgedichtet gehaltert ist. Die Halterungen 82 bestehen jede aus einem von dem Deckel
80 hochstehenden Kragen 83, in dem das jeweils äußere Quarzglasrohr 35 geführt ist.
Das Quarzglasrohr 35 trägt einen O-Ring 84, der einer Schrägfläche 85 an der oberen
Innenkante des Kragens 83 anliegt und durch einen mit Schrauben 86, die in Gewindebohrungen
87 an der Oberseite des Kragens 83 eingreifen, gehaltenen Anpreßring 88 gesichert
ist. Die Anschlüsse 37 der Teilanordnungen nach Figur 2 werden über Verbindungsleitungen
89 an eine gemeinsame Ableitung 90 angeschlossen. In gleicher Weise können die Teilanordnungen
nach Figur 4 oder die übrigen vorstehend beschriebenen Teilanordnungen an dem Deckel
80 abdichtend gehaltert werden.
[0069] Die offene Anordnung des Mehrkammer-Photoreaktors 20 wird mit Vorteil beispielsweise
bei Klimawäschern verwendet, deren Auslauf sich direkt oberhalb des Tanks 21 befindet;
die geschlossene Anordnung des Mehrkammer-Photoreaktors 40 ermöglicht andere Anwendungen,
bei denen das Medium ohne Überdruck im Umlaufverfahren bestrahlt werden soll. Um eine
Unterschreitung der geforderten Mindestdosis sicher zu vermeiden, wird auch hier in
die Zuleitung zweckmäßig ein Durchflußbegrenzer der weiter oben beschriebenen Art
eingebaut. Bei den Mehrkammer-Photoreaktoren 20, 40 wird der Nachteil der Inhomogenität
der Bestrahlungsstärkeverteilung in der von dem Tank 21 gebildeten ersten Bestrahlungskammer
23 dadurch kompensiert, daß das Medium durch die innere Bestrahlungskammer 39 bzw.
49 hindurchgeleitet wird, in der es unter definierten Bedingungen mit einem geringeren
Gradienten der Bestrahlungsstärke einer hohen Mindestbestrahlungsstärke ausgesetzt
wird. Je nach den Anforderungen kann dabei eine kleinere oder größere Anzahl der Teilanordnungen
nach Figur 2 bzw. 4 in den Mehrkammer-Photoresktor 20, 40 eingesetzt werden. Für die
Funktion des Mehrkammer-Photoreaktors 20, 40 kommt es nicht entscheidend auf die Durchflußrichtung
an. Will man mit Sicherheit hohe Entkeimungsgrade erzielen, so dürfte es zweckmäßig
sein, das Medium durch die innere Bestrahlungskammer 39 bzw. 49 zuletzt zu leiten.
Will man jedoch während der Bestrahlung eine Begasung des Mediums mit z.B. Sauerstoff
vornehmen, so empfiehlt sich die umgekehrte Durchflußrichtung.
[0070] Für die Reinigung, insbesondere für die Entkeimung oder Desinfektion von Medien,
die mit hoher Leistung durch einen Durchflußreaktor mit einer überwiegend im Bereich
zwischen 240 und 320 nm emittierenden UV-Strahlungsquelle gefördert werden sollen,
eignen sich besonders solche Vorrichtungen, bei denen der Durchflußreaktor und die
Strahlungsquelle ringförmig zueinander angeordnet sind. Dabei kann ein ringförmiger
Durchflußreaktor eine im Inneren angeordnete Strahlungsquelle umgeben; es kann aber
auch eine äußere Strahlungsquelle in Form einer Reihe von Strahlern in jeweils zugeordneten
Reflektoren, die den Durchflußreaktor kranzförmig umgeben, pder auch beide Arten von
Strahlungsquellen vorgesehen sein. Der Durchflußreaktor kann auch rohrförmig ausgebildet
sein und ist dann mit einer äußeren Strahlungsquelle kombiniert. Die folgende Tabelle
2 zeigt für einen ringförmigen Durchflußreaktor mit einem Innendurchmesser d
i = 4 cm und einem Außendurchmesser D
a = 6 bis 14 cm den Abfall der inneren Bestrahlungsstärke E bei radialer Durchstrahlung
eines Mediums mit einem Transmissionsfaktor T (1 cm) = 0.6. Befindet sich im Inneren
dieses Durchflußreaktors in axialer Position eine Quecksilberniederdruck-Quarzlampe
von 1 m effektiver Länge, so strahlt deren radiale Ausstrahlung auf dieser Länge 15
Watt UV-254 nm an der durchstrahlten Innenfläche des Durchflußreaktors in das Medium
ein.
[0071] Bei einer effektiven Einstrahlungsfläche von π ·D
i · 100 cm
2 = 1256.6 cm
2 ist die mittlere Bestrahlungsstärke in dieser Fläche E
i = 11.94 mW/cm
2. Die Spalten der Tabelle 2 zeigen die Durchmesser D und Schichtdicken d, hierzu die
Geometriefaktoren G und die Transmissionen-T sowie als deren Produkt G . T = E
rel die relative Bestrahlungsstärke in den Schichten; Spalte E
d zeigt die innere Bestrahlungsstärke in den Schichten; die Spalte V
d zeigt die zugehörigen Ringkammervolumina. Die letzte Spalte der Tabelle 2 zeigt die
zugehörigen Durchflüsse Q-40 in m
3/h bei Einhaltung einer Mindestbestrahlungsdosis von 40 mWs/cm
2, berechnet für eine gleichförmige Strömung.

[0072] .Man erkennt aus der Tabelle 2, daß die innere Bestrahlung stärke E
d mit zunehmender Schichtdicke d stark abnimmt, während im Gegensatz dazu das Ringkammervolumen
V
d beträchtlich zunimmt. Bei einem Transmissionsfaktor des zu bestrahlenden Mediums
von T (1 cm) = 0.6 wird Q-40 = 0.73 m
3/h als Maximum bei einer Schichtdicke von d = 2 cm gefunden (siehe Tabelle 2). Bei
größeren Schichtdicken d nimmt Q-40 ab, weil der Einfluß der großen Ringkammervolumina,
die nur einer relativ geringen inneren Bestrahlungsstärke E
d ausgesetzt sind, überwiegt. Für Medien mit anderen Transmissionsfaktoren liegen die
erzielbaren Durchflußmaxima für Q-40 bei anderen Schichtdicken d: Bei T (1 cm) = 0.7
ist Q-40 (max) = 1.32 m
3/h bei 2 cm Schichtdicke; bei T (1 cm) = 0.8 erreicht Q-40 einen Maximalwert von 1.95
m
3/h bei d = 4 cm, bei T (1 cm) = 0.9 wird bei einer Schichtdicke von 5 cm Q-40 = 3.42
m
3/h. Bei konstanter Schichtdicke d = 5 cm des Einkammer-Photoreaktors werden bei T
(1 cm) = 0.9; 0.8; 0.7 Durchflüsse Q-40 = 2.56; 1,42; 0.73 m3/h erhalten.
[0073] Die folgende Tabelle 3 zeigt die Verhältnisse für ein Medium ebenfalls mit T (1 cm)
= 0.6, jedoch bei einem Mehrkammer-Photoreaktor mit gleichen Abmessungen, der durch
UV-durchlässige Trennwände (mit vernachlässigten Dimensionen) in Bestrahlungskammern
von jeweils 1 cm Schichtdicke unterteilt ist. Die ersten 6 Spalten der Tabelle 3 enthalten
die gleichen Angaben wie Tabelle 2. In die Spalte V
k sind die Volumina der einzelnen Bestrahlungskammern eingetragen und in die Spalte
Q-40 (k) die Durchflüsse, bei denen in jeder einzelnen Bestrahlungskammer die Mindestbestrahlungsdosis
von 40 mWs/cm
2 einwirkt. Die letzte Spalte der Tabelle 3 zeigt die Bestrahlungsdosen E · t (k) in
mWs/cm
2, die das alle Bestrahlungskammern nacheinander durchfließende Medium bei einem Durchfluß
von 1.61 m
3/h in jeder einzelnen Bestrahlungskammer erhält.

[0074] Aus der vorletzten Spalte der Tabelle 3 ergibt sich, daß bei parallelem Durchfluß
durch die Bestrahlungskammern in der Weise, daß in jeder Schicht die Mindestbestrahlungsdosis
von 40 mWs/cm
2 eingehalten wird, ein Gesamtdurchfluß von Q-40 (gesamt) = 1.61 m
3/h möglich ist. Entsprechend ist aus der letzten Spalte der Tabelle 3 zu entnehmen,
daß bei Hintereinanderschaltung der Bestrahlungskammern und bei einem Durchfluß von
1.61 m
3/h das Medium mit einer Gesamtdosis von ca. 40mWs/cm
2 bestrahlt worden ist. Für ein Medium mit einem Transmissionsfaktor T (1 cm) = 0.7
ist Q-40 (gesamt) = 2.28 m
3/h, für T (1 cm) = 0.8 ist der entsprechende Wert Q-40 (gesamt) = 3.15 m
3/h, für T (1 cm) = J.9 ist Q-40 (gesamt) = 4.37 m
3/h.
[0075] insgesamt zeigt die vorstehende Diskussion in Verbindung it den Tabellen 2 und 3,
daß die Unterteilung des Photoreaktors eine erhebliche Leistungssteigerung erbringt.
Dieses Ergebnis ist in Tabelle 4 zusammengestellt. Die Zeilen der Tabelle 4 enthalten
für Transmissionsfaktoren T (1 cm) = 0.6 bis 0.9 die Durchflüsse Q-40 (max) bei den
jeweils optimalen Schichtdicken, die Durchflüsse Q-40 des Einkammer-Photoreaktors
entsprechend Tabelle 2 bei einer Schichtdicke von d = 5 cm und die Durchflüsse Q-40
(gesamt) bei einem Mehrkammer-Photoreaktor mit 5 Bestrahlungskammern von je 1 cm Schichtdicke
(Gesamtschichtdicke d = 5 cm), sowie die Steigerungsfaktoren F der Durchflüsse Q-40
des Mehrkammer-Photoreaktors gegenüber dem Einkammer-Photoreaktor.

[0076] Aus Tabelle 4 sind die Vorteile des Mehrkammer-Photoreaktors gegenüber den bekannten
Einkammer-Photoreaktoren unmittelbar ersichtlich. Allein durch die beschriebene Unterteilung
der Bestrahlungskammer des Einkammer-Photoreaktors zum Mehrkammer-Photoreaktor lassen
sich ohne zusätzliche Strahlungsquellen oder sonstige Maßnahmen Leistungssteigerungen
von über 100 % erzielen. Das bedeutet, daß bei gleicher Bestrahlungsdosis der Durchfluß
bzw. bei gleichem Durchfluß die applizierte Bestrahlungsdosis verdoppelt werden kann.
Derartige Effekte lassen sich durch keine irgendwie geartete Kombination von Einkammer-Photoreaktoren
erreichen. Die erzielten Leistungssteigerungen sind sowohl bei Parallelschaltung der
Bestrahlungskammern als auch bei Serienschaltung der Bestrahlungskammern in den Beispielen
gleich. In der Praxis bringt jedoch die Serienschaltung erhebliche zusätzliche Vorteile.
So bietet die Serienschaltung der Bestrahlungskammern eine wesentlich erhöhte Sicherheit
gegenüber Strömungskurzschlüssen und zusätz lich eine wesentlich verbesserte Durchmischung
des zu bestr - lenden Mediums im gesamten Strahlungsfeld. Durch die S rienschaltung
von Bestrahlungskammern wird nämlich das stromende Medium in wechselnden Richtungen
durch die Bestrahlungszone geführt, wobei durch die erzwungene Umsteuerung der strömenden
Schichten eine Neuorientierung der Flüssigkeitspartikeln auf dem Weg durch die Bestrahlungskammern
erfolgt. Da bei der Serienschaltung zudem mit relativ höheren Strömungsgeschwindigkeiten,
besonders in.den inneren Bestrahlungskammern, gearbeitet wird, sind Strömungsverhältnisse
mit wesentlich höheren Reynolds-Zahlen gegenüber den Einkammer-Photoreaktoren möglich.
Dies hat zusätzlich zur besseren Durchmischung einen günstigen Effekt bei der Unterdrückung
von Niederschlagsbildungen.
[0077] Tabelle 4 zeigt insbesondere auch, daß die Steigerungsfaktoren F bei abnehmenden
Transmissionsfaktoren, aber konstanter Schichtdicke stark zunehmen. Dies ergibt sich
daraus, daß der Einkammer-Photoreaktor für jeden Transmissionsfaktor eine optimale
Schichtdicke besitzt, d.h. solche Photoreaktoren sind nur wenig anpassungsfähig an
Medien mit veränderlichen bzw. unterschiedlichen Transmissionsfaktoren. Demgegenüber
besitzt ein Mehrkammer-Photoreaktor den großen Vorteil, daß er auch bei Medien mit
stark veränderlichen bzw. unterschiedlichen Transmissionsfaktoren günstige Leistungen
erbringt. Das Bestrahlungsergebnis beim Mehrkammer-Photoreaktor wird also bei Medien
mit niedrigem Transmissionsfaktor nicht dadurch beeinträchtigt, daß erhebliche Anteile
der Gesamtschicht: nur minimale Bestrahlungsdosen erhalten, und andererseits erlaubt
der Mehrkammer-Photoreaktor bei hohem Transmissionsfaktor des Mediums die Ausnutzung
des gegebenen Strahlungsflusses durch die hohe Gesamtschichtdicke aller Bestrahlungskammern.
[0078] Mehrkammer-Photoreaktoren mit ringförmiger Anordnung von Strahlungsquelle und Durchflußreaktor
sind aus mehreren Rohrstücken aus Quarzglas aufgebaut, die ineinander angeordnet sind
und deren Durchmesser so gewählt sind, daß koaxiale Bestrahlungskammern der gewünschten
Schichtdicke gebildet werden. Solche Quarzglasrohre können mit der gewünschten.Genauigkeit
der Abmessungen hergestellt werden und sind mit geeigneten Durchmessern und Wandstärken
im Handel erhältlich. Die Quarzglasrohre werden in bekannter Weise zueinander zentriert
und zwischen Verschlußteilen (siehe weiter unten) gehaltert, die den Durchflußreaktor
stirnseitig abschließen. Die Verschlußteile besitzen z.B. durch Stopfbuchspackungen
abgedichtete Halterungsnuten für die Quarzglasrohre und sind mit Innenkanälen und
Anschlußstutzen versehen, durch die die Zuleitung und Ableitung des Mediums bei Parallelschaltung
und bei Serienschaltung der Bestrahlungskammern deren Verbindung untereinander bewirkt
wird. In den Abbildungen 9 bis 12 sind Ausführungsbeispiele ringförmiger Mehrkammer-Photoreaktoren
mit Innenbestrahlung, mit einer Druckausgleichseinrichtung und mit Außenbestrahlung
dargestellt.
[0079] Ein für Innenbestrahlung eingerichteter Dreikammer-Photoreaktor 100 ist in Abbildung
9 zur Hälfte im Längsschnitt dargestellt. Er enthält einen Strahler 24 der vorgenannten
Art, der zur Erhöhung der Bestrahlungsstärke im Photoreaktor 100 einfach oder mehrfach
gewendelt sein kann. Der Strahler 24 ist;achsnah im Inneren eines Durchflußreaktors
101 angeordnet, der von einem strahlungsundurchlässigen Außenmantel 102, von einem
ersten Verschlußteil 103 und einem zweiten Verschlußteil 104 und von einem strahlungsdurchlässigen
inneren Hüllrohr 105, das in dem ersten Verschlußteil 103 gehaltert ist, gebildet
ist. Das innere Hüllrohr 105 ist ein einseitig geschlossenes Quarzglasrohr, an dessen
geschlossenem Ende der Strahler 24 auf einer Glaswollepackung 27 aufliegt. Der Durchflußreaktor
101 ist durch ein Quarzglasrohr 106 und ein einseitig geschlossenes Quarzglasrohr
107 mit Durchtrittsöffnungen 108 ih der Wand an seinem offenen Ende, die beid ebenfalls
in dem ersten Verschlußteil 103 gehaltert sind in drei Bestrahlungskammern 109, 110,
111 unterteilt
[0080] Der Außenmantel 102 ist zur Verbindung mit den Verschlußteilen 103, 104 an beiden
Enden mit Ringflanschen 112 versehen, die längs ihres Umfangs verteilte Bohrungen
113 aufweisen. An der Außenseite der Ringflansche 112 befinden sich Ausnehmungen 114
zur Aufnahme von abdichtenden 0-Ringen 115. Die Verschlußteile 103 und 104 tragen
Flansche 116 mit längs ihres Umfangs verteilten Bohrungen 117, deren Zahl und Durchmesser
den Bohrungen 113 in den Ringflanschen 112 des Außenmantels 102 entsprechen. Der Außenmantel
102 und die Verschlußteile 103, 104 werden mit den Ringflanschen 112 und den Flanschen
116 so angeordnet, daß die Bohrungen 113 und 117 fluchten, so daß diese Teile durch
Gewindebolzen 118, die sich durch die Bohrungen 113 und 117 erstrecken, und Muttern
119 fest miteinander verbunden werden können.
[0081] Der Außenmantel 102 ist zu Beobachtungs- oder Kontrollzwecken im Bereich des Strahlungsfeldes
des Strahlers 24 mit einer Öffnung 120 versehen, in die ein Tubus 121 mit einem äußeren
Ringflansch 122 eingepaßt ist. Bei Nichtgebrauch ist der Tubus 121 durch einen fest
und dicht, z.B. durch Verschrauben, mit dem Ringflansch 122 verbundenen Deckel 123
verschlossen. Im Gebrauch ist der Tubus 121 über ein Quarzfenster mit dem Photodetektor
einer Überwachungseinrichtung für die durch den Durchflußreaktor 101 hindurchtretende
Strahlung verbunden. Der Außenmantel 102 kann zwecks Ausnutzung der bei hohem Transmissionsfaktor
des Mediums auf den Außenmantel 102 aufgestrahlten UV-Leistung mit einem die UV-Strahlen
in das Medium reflektierenden Material versehen werden. Bei Verwendung eines Außenmantels
aus Quarz läßt sich die reflektierende Oberfläche auch auf der Außenseite anordnen,
wodurch Beeinflussungen des Reflektionsvermögens durch das Medium vermieden werden.
[0082] Der Außenmantel 102 und die Verschlußteile 103, 104 bestehen aus Metall wie rostfreiem
Stahl, aus Metallen mit einem Schutzüberzug aus Glas, Emaille oder Kunststoff, aus
verzinktem Eisenblech, aus Keramik; es kann dafür jedes
'Material geeigneter mechanischer Festigkeit Verwendung finden, das beständig gegen
UV-Strahlung ist und keine Fremdstoffe oder Schadstoffe an das durchfließende Medium
abgibt. Zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit und zur Erleichterung der Verarbeitung
und Handhabung können das Hüllrohr 105 und die Quarzglasrohre 106, 107 in den Bereichen,
die außerhalb des Strahlungsfeldes des Strahlers 24 liegen, mit Verlängerungsstücken,
z.B. aus Sinterquarz, verschmolzen sein.
[0083] Das Verschlußteil 103 ist allgemein ringförmig ausgebildet und hat einen Innendurchmesser,
der eng an den Außendurchmesser des Hüllrohres 105 angepaßt ist. Das ringförmige Verschlußteil
103 trägt zwei Axialteile 124, 125, die sich zu beiden Seiten des Flansches 116 an
dessen Innenrand erstrecken und zur Halterung des Hüllrohres 105 bzw. der Quarzglasrohre
106 und 107 dienen. Das erste Axialteil 124 ist an seinem Außenende mit einer Gegenbohrung
126 versehen, in die eine Stopfbuchspackung 127 eingesetzt ist. Die Stopfbuchspackung
127 besteht aus zwei durch einen Führungsring 129 getrennten 0-Ringen 128, 130, die
durch.einen Anpreßring 131 mit einem Ringflansch 132, der durch Schrauben 133 an der
Außenfläche des ersten Axialteils 124 befestigt ist, gegen die am Ende der Gegenbohrung
126 ausgebildete Schulter 134 gedrückt werden. Dadurch wird das Hüllrohr 105 fest
und abgedichtet an dem ersten Axialteil 124 gehaltert. Das zweite Axialteil 125 ist
von innen her mit drei konzentrischen Ringnuten 135, 136 und 137 versehen, deren Tiefe
von innen nach außen abnimmt und die ringförmige Stege 138, 139, 140 und 141 ausbilden.
Die Stege 138 und 139 besitzen geringe und unterschiedliche axiale Tiefe und begrenzen
die innerste, tiefste Ringnut 135. Die mittlere Ringnut 136 wird von dem Steg 139
und dem längeren Steg 140 begrenzt, während die äußerste, flachste Ringnut 137 von
zwei gleich tiefen Stegen 140, 141 eingeschlossen ist. Die mittlere Ringnut 136 dient
zur Aufnahme des Quarzglasrohres 106, dessen Ende über einen O-Ring 142 dem Boden
der Ringnut 136 anliegt; eine Buchse 143 umschließt den O-Ring 142 und das obere Ende
des Quarzglasrohres 106. Das Quarzglasrohr 106 wird durch eine Stopfbuchspackung 127,
die mit Schrauben 133 an der Außenfläche des Stegs 140 befestigt ist, fest und abgedichtet
in der mittleren Ringnut 136 gehaltert. Die äußere Ringnut 137 dient zur Aufnahme
des einseitig geschlossenen Quarzglasrohres 107, dessen offenes Ende über einen O-Ring
144 dem Boden der Ringnut 137 anliegt; eine Buchse 145 umschließt den O-Ring 144 und
das offene Ende des einseitig geschlossenen Quarzglasrohres 107. Das Quarzglasrohr
107 wird durch eine Stopfbuchspackung 127, die mit Schrauben 133 an der Außenfläche
des Stegs 141 befestigt ist, fest und abgedichtet oberhalb der Durchtrittsöffnungen
108 in der äußeren Ringnut 137 gehaltert.
[0084] Das Verschlußteil 103 besitzt zwei diametral gegenüber in der Umfangsfläche des Flansches
116 mündende Radialkanäle 146, die in Anschlußstutzen 147 enden. An ihrem inneren
Ende sind die Radialkanäle 146 mit einem rechtwinklig abzweigenden Axialkanal 148
verbunden, der in den Boden der Ringnut 135 mündet. Dadurch wird eine Verbindung zwischen
dem Anschlußstutzen 147 und der inneren Bestrahlungskammer 109 hergestellt. Der Flansch
116 besitzt zusätzlich einen axial verlaufenden Entlüftungskanal 149, der die äußere
Bestrahlungskammer 111 mit einem Entlüftungsventil 150 an der Außenseite des Flansches
116 verbindet.
[0085] Das Verschlußteil 104 besteht aus einer Platte 151 mit einem zentralen Anschlußstutzen
152. Der Innenfläche der Platte 151 liegt ein Ring 153 auf, der umfangsmäßig der Innenwandung
des Außenmantels 102 anliegt.
[0086] Der Durchfluß durch den Dreikammer-Photoreaktor 100 erfolgt zwischen den Anschlußstutzen
147t und 152 durch die Bestrahlungskammern 109, 110 und 111, wobei die Bestrahlungskammern
110 und 111 durch die Durchtrittsöffnungen 108 in der Wand des einseitig geschlossenen
Quarzglasrohres 107 miteinander kommunizieren. Zur Erzeugung eines gleichförmigen
Strömungsprofils sind ringförmige Lochplatten 154, 155 vorgesehen. Die Lochplatte
154 ist an dem Steg 139 des zweiten Axialteils 125 des ersten Verschlußteils 103 befestigt
und wirkt auf die die innere Bestrahlungskammer 109 durchsetzende Strömung ein. Die
Lochplatte 155 liegt dem der Innenfläche der Platte 151 des zweiten Verschlußteils
104 aufliegenden Ring 153 an und wirkt auf die die äußere Bestrahlungskammer 111 durchsetzende
Strömung ein; an ihrer Innenkante liegt das Quarzglasrohr 107 an, das dadurch an seinem
geschlossenen Ende zusätzlich geführt ist. Die Lochplatten 154, 155 bestehen aus Material,
das gegen UV-Strahlung und gegen das durchströmende Medium beständig ist und selbst
keine Fremd- oder Schadstoffe an das Medium abgibt (rostfreier Stahl, beschichtete
Metalle, Kunststoff, Keramik, Quarz, Glas). Die Weite der Löcher ist so groß, daß
die Strömung nicht wesentlich behindert ist, jedoch ein über die Durchtrittsfläche
gleichmäßiges Strömungsprofil erzeugt wird. Dazu können die Löcher auch durch Öffnungen
anderer geeigneter Gestalt wie Schlitze ersetzt werden.
[0087] Für den Dauerbetrieb des Dreikammer-Photoreaktors 100 spielt die Durchströmungsrichtung
kaum eine Rolle. Wesentliche Unterschiede können sich jedoch beim Anlaufen des Betriebes
ergeben. Bei wiederholten Unterbrechungen im Betrieb kann es erwünscht sein, schon
nach kürzester Anlaufzeit Medium des geforderten Reinheits- bzw. Entkeimungsgrades
zu erhalten. Dann ist es zweckmäßig, das Medium über den Anschlußstutzen 152 von der
äußeren Bestrahlungskammer 111 durch die innere Bestrahlungskammer 109 zum Anschlußstutzen
147 strömen zu lassen. Mit der gleichen Durchströmungsrichtung kann in Fällen von
Niederschlagsbildung erreicht werden, daß der störende Effekt zunächst auf die äußeren
Bestrahlungskammern beschränkt bleibt und nicht zu schnell das Gesamtergebnis in Frage
stellt. Aus Gründen der Lampenkühlung wird man im allgemeinen jedoch die Strömungsrichtung
von innen nach außen bevorzugen, ebenso in Fällen der Begasung.
[0088] Der in Figur 9 dargestellte Dreikammer-Photoreaktor 100 besitzt eine innere Bestrahlungskammer
109 mit einer Schichtdicke von 0.8 cm, eine mittlere Bestrahlungskammer 110 mit einer
Schichtdicke von 1 cm und eine äußere Bestrahlungskammer 111 mit einer Schichtdicke
von 3.4 cm. Der Außendurchmesser des Hüllrohres 105 beträgt 4 cm, die Wandstärke der
Quarzglasrohre 106 und 107 beträgt jeweils 0.4 cm, und die Transmission des Quarzglases
bei 254 nm ist bei dieser Dicke T (0.4 cm) = 0.92. Im Hüllrohr 105 befindet sich eine
Quecksilberniederdruck-Quarzlampe (G 36 T g; General Electric) von 75 cm effektiver
Bogenlänge, deren Strahlungsfluß auf dieser Länge eine Leistung von 11 W UV-254 nm
an das Medium an der durchstrahlten Innenfläche des Hüllrohres 105 abgibt. Zu Vergleichszwecken
sind die in der folgenden Tabelle 5 angegebenen Werte auf einen Strahlungsfluß von
15 W UV-254 nm über eine effektive Länge der Einstrahlungsfläche von 1 m bei der Bestrahlungskammer
109 normiert. Die folgende Tabelle zeigt in analoger Weise wie die vorstehende Tabelle
4 die Durchflüsse Q-40 (m
3/h) des Dreikammer-Photoreaktors 100 mit einer Gesamtschichtdicke von 5.2 cm und von
Einkammer-Photoreaktoren mit einer Schichtdicke d = 1 cm bzw. d = 5.2 cm für Medien
mit Transmissionsfaktoren von T (1 cm) = 0.9 bis 0.1, sowie die Steigerungsfaktoren
F der Durchflüsse Q-40 des Dreikammer-Photoreaktors 100 gegenüber den vorgenannten
Einkammer-Photoreaktoren.

Es ergibt sich aus der Tabelle 5, daß die Leistung des Einkammer
-Photoreaktors mit der Schichtdicke d = 5.2 cm für T (1 cm) = 0.7 einen Durchfluß Q-40
= 0.78 m
3/ h aufweist; bei ebenfalls 4 cm Hüllrohraußendurchmesser und bei gleichem Transmissionsfaktor
erreicht die Leistung des Ein- kammer-Photoreaktors maximal einen Wert von Q-40 (max)
= 1 m
3/ h bei der Schichtdicke d = 2 cm. Die dreifache Unterteilung in dem in Figur 9 dargestellten
Dreikammer-Photoreaktor 100 ergibt dagegen einen Durchfluß Q-40 = 1.75 m
3/h, so daß selbst gegenüber der Optimalleistung des Einkammer-Photoreaktors der Steigerungsfaktor
immer noch 1.75 beträgt. Dieses Ergebnis wird erzielt, obwohl ein Teil der von der
Strahlungsquelle ausgehenden UV-Strahlung von dem Quarzglas absorbiert wird, aus dem
die Quarzrohre 106 und 107 bestehen (in der Berechnung berücksichtigt).
[0089] Der in Figur 9 dargestellte Dreikammer-Photoreaktor 100 wird bevorzugt in allen solchen
Fällen angewendet, in denen auch bei relativ niedrigen Transmissionsf-aktoren hohe
Entkeimungsgrade erzielt werden sollen, und ist daher nicht auf die Entkeimung von
Trinkwasser oder dergleichen beschränkt.
[0090] Wie Tabelle 5 zeigt, ist der Einkammer-Photoreaktor nur im Bereich niedriger Schichtdicken,
wie bei d = 1 cm, für den Bereich der Transmissionsfaktoren T (1 cm) = 0.9 bis 0.3
anpassungsfähig, aber dies auf Kosten der Leistung. Der Einkammer-Photoreaktor zeigt
bei einer Schichtdicke im Bereich von 5 cm bereits bei T (1 cm) = 0.7 einen so erheblichen
Leistungsabfall, daß Medien mit noch niedrigeren Transmissionsfaktoren für eine wirtschaftliche
Entkeimung oft nicht mehr infrage kommen. Dagegen zeigt der in Figur 9 beschriebene
Dreikammer-Photoreaktor 100, siehe Zeile 1 in Tabelle 5, im Bereich der Transmissionsfaktoren
T (1 cm) = 0.9 bis 0.1 überlegene Leistung und Anpassungsfähigkeit. Der Dreikammer-Photoreaktor
100 nach Figur 9 eignet sich für den Gesamtbereich der Trinkwasserentkeimung, erreicht
aber auch noch den Bereich biologisch vorgeklärter Abwässer mit Transmissionsfaktoren
T (1 cm) zwischen 0.6 und 0.25, und damit auch den von Zuckerlösungen, farblosem Essig,
leichten Weinen. Der durch Figur 9 beschriebene Dreikammer-Photoreaktor 100 ist auch
für Spezialzwecke, z.B. die Wasserreinigung mit wesentlich erhöhten Strahlungsdosen
gut geeignet.
[0091] Figur 10 zeigt eine Modifikation des Dreikammer-Photoreaktors 100 mit einer Druckausgleichseinrichtung.
Dabei sind nur die gegenüber dem Dreikammer-Photoreaktor 100 geänderten Teile entsprechend
Figur 9 dargestellt und mit besonderen Bezugszeichen versehen.
[0092] Der Durchflußreaktor 171 nach Figur 10 besteht aus einem Außenrohr 172, aus einem
ersten Verschlußteil 173 und einem zweiten Verschlußteil 174. Der (nicht gezeigte)
Strahler 24 und die ebenfalls nicht gezeigten Quarzglasrohre 105, 106, 107 sind wie
bei dem Durchflußreaktor 101 ausgebildet und angeordnet.
[0093] Der Außenmantel 172 ist zur Verbindung mit den Verschlußteilen 173, 174 an beiden
Enden mit Ringflanschen 182 versehen, die längs ihres inneren Umfangs verlaufende
Verstärkungen 181 und längs ihres äußeren Umfangs verteilte Bohrungen 183 aufweisen.
An der Außenseite der Ringflansche 182 befinden sich Erhöhungen 184, die mit Dichtungen
185 in Ausnehmungen 190 an den jeweiligen Gegenflanschen 186 zusammenwirken. Die Gegenflansche
186 der Verschlußteile 173, 174 besitzen längs ihres inneren Umfangs verlaufende Verstärkungen
181 und längs ihres äußeren Umfangs verteilte Bohrungen 187, deren Zahl und Durchmesser
den Bohrungen 185 in den Ringflanschen 182 des Außenmantels 172 entspricht. Der Außenmantel
172 und die Verschlußteile 173, 174 sind so angeordnet, daß die Bohrungen 183 und
187 fluchten, so daß sie durch Gewindebolzen 188, die sich durch die Bohrungen 183
und 187 erstrecken, und Muttern 189 fest und druckdicht miteinander verbunden sind.
[0094] Das Verschlußteil 173 ist an dem Gegenflansch 186 wie das Verschlußteil 103 mit Axialteilen
versehen, von denen nur das Axialteil 124 in Andeutung gezeigt ist. Diese Axialteile
sind identisch mit den Axialteilen 124, 125 des Durchflußreaktors 101 und dienen wie
diese der Halterung von Quarzglasrohren 105, 106, 107; diese Teile sind daher in Figur
.10 nicht im einzelnen dargestellt. Wie der Flansch 116 besitzt auch der Gegenflansch
186 zwei in seiner Umfangsfläche mündende, diametral gegenüberliegende Radialkanäle
146, die in Anschlußstutzen 147 enden.
[0095] An der dem Außenrohr 172 abgekehrten Seite trägt der Gegenflansch 186 einen damit
fest verbundenen oder aus einem Stück gebildeten Ansatz 191, an den über einen Ringflansch
182 ein gerundeter Deckel 192 mit einem Gegenflansch 186 in der vorstehend bereits
beschriebenen Weise druckdicht angeflanscht ist. Der Deckel 192 weist eine zentrale,
druckdichte, hochspannungs- und überschlagssichere Durchführung 193 für den Anschluß
des (nicht gezeigten) Strahlers 24 auf. Ein Anschlußstutzen 194 ist zum Anschluß an
einen Barostaten vorgesehen, der handelsüblich ausgebildet ist und daher hier nicht
weiter im einzelnen beschrieben wird.
[0096] Der Verschlußteil 174 besteht aus einem gerundeten Deckel 195 mit einem zentralen
Anschlußstutzen 196 und mit einem Gegenflansch 186 zur Verbindung mit dem anderen
Ringflansch 182 des Außenrohres 172 in der vorstehend bereits beschriebenen Weise.
Innerhalb des Deckels 195 stützt sich ein hier nicht dargestellter Ring 153 ab, dem
wie im Durchflußreaktor 101 eine Lochplatte 155 aufliegt.
[0097] Im Betrieb wird von dem Barostaten über den Anschlußstutzen 194 ein Druckgas auf
den Durchflußreaktor 171 gegeben, vorzugsweise ein Inertgas wie Stickstoff, Argon
oder Kohlendioxid. Durch den Barostaten wird ein Druck erzeugt und aufrechterhalten,
der dem Innendruck des Durchflußreaktors 171 gleich ist. Dadurch wird vermieden, daß
an den Quarzglasrohren 105, 106, 107 Druckdifferenzen auftreten, die zu mechanischen
Spannungen und zum Bruch der Quarzglasrohre führen können. I
[0098] Figur 11 zeigt eine weitere Ausbildung eines Mehrkammer-Photoreaktors, der sich von
dem Dreikammer-Photoreaktor 100 im wesentlichen durch die Zahl der Bestrahlungskammern
und durch die Ausbildung des Hüllrohres unterscheidet. In Figur 11 ist ein Zweikammer-Photoreaktor
200 in gleicher Darstellung wie der Dreikammer-Photoreaktor 100 in Figur 9 gezeigt.
[0099] Ein Durchflußreaktor 201 ist von einem strahlungsundurchlässigen Außenmantel 202,
von einem ersten Verschlußteil 203 und einem zweiten Verschlußteil 204 und von einem
strahlungsdurchlässigen inneren Hüllrohr 205 gebildet, das von beiden Verschlußteilen
203 und 204 gehaltert ist. Das innere Hüllrohr 205 ist ein beidseitig offenes Quarzglasrohr.
Der Durchflußreaktor 201 ist durch ein Quarzglasrohr 207, dessen Enden an den Verschlußteilen
203 bzw. 204 gehaltert sind, in zwei Bestrahlungskammern 209, 211 unterteilt.
[0100] Der Außenmantel 202 ist zur Verbindung mit den Verschlußteilen 203, 204 an beiden
Enden mit Ringflanschen 212 versehen, die längs ihres Umfangs verteilte Bohrungen
213 aufweisen. An der Außenseite der Ringflansche 212.befinden sich Ausnehmungen 214
zur Aufnahme von abdichtenden O-Ringen ?15. Die Verschlußteile 203, 204 tragen Flansche
216 mit längs ihres Umfangs verteilten Bohrungen 217. Der Außenmantel 202 und die
Verschlußteile 203, 204 werden durch Gewindebolzen 218, die sich durch die Bohrungen
213 und 217 erstrecken und durch Muttern 219 gesichert sind, fest und abdichtend miteinander
verbunden.
[0101] Der Außenmantel 202 ist wie der Außenmantel 102 des Dreikammer-Photoreaktors 100
nach Figur 9 zu Beobachtungs- oder Kontrollzwecken mit einer Öffnung 220 und einem
Tubus 221 mit Ringflansch 222 und Deckel 223 versehen. Weiterhin trägt der Außenmantel
202 nahe dem Ende, das dem Verschlußteil 203 benachbart ist, einen seitlichen Anschlußstutzen
224. Der Außenmantel 202, die Verschlußteile 203, 204 und die Quarzglasrohre 205,
207 bestehen aus dem gleichen Material wie die entsprechenden Teile des Dreikammer-Photoreaktors
100.
[0102] Die Verschlußteile 203, 204 sind allgemein ringförmig ausgebildet und haben einen
Innendurchmesser, der eng an den Außendurchmesser des Hüllrohres 205 angepaßt ist.
Das Verschlußteil 203 besitzt ein Axialteil 225, das sich von dem Flansch 216 her
an dessen Innenseite in das Innere des Durchflußreaktors 201 erstreckt und zur Halterung
des Hüllrohres 205 bzw. des Quarzglasrohres 207 an einem Ende des Durchflußreaktors
201 dient. An seinem Außenende ist das Verschlußteil 203 mit einer Gegenbohrung 226
versehen, in die eine Stopfbuchspackung 127 eingesetzt ist, die mit Schrauben 133
an der Außenfläche des Verschlußteils 203 befestigt ist und das Hüllrohr 205 an diesem
Ende des Durchflußreaktors 201 fest und abdichtend haltert. An seinem inneren Ende
ist das Axialteil 225 mit einer ringförmigen Ausnehmung 235 versehen, die nach außen
von einem ringförmigen Steg 237 begrenzt ist. Das Axialteil 225 hat einen Außendurchmesser,
der eng an den Innendurchmesser des Quarzglasrohres 207 angepaßt ist, so daß dessen
eines Ende auf den Axialteil 225 aufgeschoben ist. Eine Dichtmanschette 240, die gegebenenfalls
durch Ligaturen nach Art von Schlauchschellen gesichert ist, umgibt den freien Teil
des Axialteils 225 und das auf den übrigen Teil aufgeschobene Ende des Quarzglasrohres
207. Dadurch wird dieses Ende des Quarzglasrohres 207 fest und abdichtend an dem Verschlußteil
203 gehaltert.
[0103] Das Verschlußteil 203 besitzt einen in seiner Außenfläche mündenden Kanal 246, der
in einem Anschlußstutzen 247 endet. Der Kanal 246 ist an seinem inneren Ende mit einem
Axialkanal 248 verbunden, der durch den Axialteil 225 hindurch verläuft und in den
Boden der ringförmigen Ausnehmung 235 mündet. Dadurch wird eine Verbindung zwischen
dem Anschlußstutzen 247 und der inneren Bestrahlungskammer 209 hergestellt.
[0104] Das Verschlußteil 204 besitzt ein Axialteil 265, das sich von dem Flansch 216 her
an dessen Innenseite dem Durchflußreaktor 201 abgekehrt erstreckt und zur Halterung
des Hüllrohres 205 am anderen Ende des Durchflußreaktors 201 dient. An seinem Außenende
ist das Verschlußteil 204 mit einer Gegenbohrung 266 versehen, in die eine Stopfbuchspackung
127 eingesetzt ist, die mit Schrauben 133 an der Außenfläche des Verschlußteils 204
befestigt ist und das Hüllrohr 205 an diesem Ende des Durchflußreaktors 201 fest und
abdichtend haltert. An seiner Innenfläche ist an dem Verschlußteil 204 mit Schrauben
267 ein Ring 268 befestigt, von dem kranzartig nach außen gewölbte Blattfedern 269
vorspringen, zwischen denen eine das andere Ende des Quarzglasrohres 207 umgebende
Schutzmanschette 270 geführt ist. Das Verschlußteil 204 besitzt einen axial verlaufenden
Entleerungskanal 249, der die äußere Bestrahlungskammer 211 mit einem Entleerungsventil
250 an der Außenseite des Flansches 216 verbindet.
[0105] Der Durchfluß durch den Zweikammer-Photoreaktor 200 erfolgt zwischen den Anschlußstutzen
224 und 247 durch die Bestrahlungskammern 209 und 211, die durch die (nicht dargestellten)
Zwischenräume zwischen den von der Innenfläche des Verschlußteils 204 in den Durchflußreaktor
201 vorspringenden Blattfedern 269 miteinander kommunizieren. Zur Erzeugung eines
gleichförmigen Strömungsprofils sind Lochplatten 254, 255 vorgesehen, die wie bei
dem Dreikammer-Photoreaktor 100 ausgebildet sind. Die Lochplatte 254 ist an dem von
der ringförmigen Ausnehmung 235 vorspringenden Steg 237 des Axialteils 225 vom Verschlußteil
203 befestigt und wirkt auf die die innere Bestrahlungskammer 209 durchsetzende Strömung
ein. Die Lochplatte 255 liegt einem an der Innenfläche des Außenmantels 202 nahe dem
Stutzen 224 befestigten Ring 251 an, der damit auch aus einem Stück gebildet sein
kann; innenseitig liegt sie dem Ende der Dichtmanschette 240 an. Die Lochplatte 255
ist durch Sicherungsringe 256 gegen eine Verschiebung gesichert; sie wirkt auf die
die äußere Bestrahlungskammer 211 durchsetzende Strömung ein.
[0106] Der in Figur 11 dargestellte Zweikammer-Photoreaktor 200 besitzt eine innere Bestrahlungskammer
209 mit einer Schichtdicke d = 2.4 cm und eine äußere Bestrahlungskammer 211 mit einer
Schichtdicke d = 4.6 cm. Der Außendurchmesser des Hüllrohres 205 beträgt 7.2 cm, die
Wandstärke der Quarzglasrohre
'205 und 207 beträgt jeweils 0.4 cm, und die Transmission des Quarzglases bei 254 nm
ist bei dieser Dicke T (0.4 cm) = 0.92. Im Hüllrohr 205 befindet sich eine antimondotierte
Xenon-Hochdrucklampe (0riginal Hanau Quarzlampen GmbH, Hanau), deren Strahlungsfluß
im Bereich von 260 bis 280 nm bei einer effektiven Länge von 80 cm der Einstrahlungsfläche
bei der Bestrahlungskammer 209 eine Leistung von 100 W an das Medium an der durchstrahlten
Innenfläche des Hüllrohres 205 abgibt. Die folgende Tabelle 6 zeigt in analoger Weise
wie die vorstehende Tabelle 5 die Durchflüsse Q-40 des Zweikammer-Photoreaktors 200
mit einer Gesamtschichtdicke d = 7 cm und eines Einkammer-Photoreaktors gleicher Schichtdicke
für Medien mit Transmissionsfaktoren von T (1 cm) = 0.95 bis 0.6 sowie die Steigerungsfaktoren
F der Durchflüsse Q-40 des Zweikammer-Photoreaktors 200 gegenüber dem vorgenannten
Einkammer-Photoreaktor.

[0107] Die Daten der Tabelle sind für die Transmission des Quarzglases bei 254 nm angegeben,
um so den Vergleich mit den Durchflußwerten Q-40 der gleichen Photoreaktoren bei Verwendung
von Quecksilberniederdruck-Quarzlampen zu erleichtern. Die Transmission des Quarzglases
ist im Bereich von 260 bis 280 nm jedoch höher, woraus sich eine Erhöhung der in der
Tabelle angegebenen Q-40-Werte ergibt.
[0108] Der Zweikammer-Photoreaktor 200 ist bei einer Schichtdicke der inneren Bestrahlungskammer
209 von d = 2.4 cm und der äußeren Bestrahlungskammer 211 von d = 4.6 cm entsprechend
einer Gesamtschichtdicke von d = 7 cm für hohe Durchflüsse Q-40 in dem für die Trinkwasserentkeimung
wesentlichen Bereich der Transmissionsfaktoren T (1 cm) = 0.7 vorgesehen. Der Leistungsvergleich
in Tabelle 6 zeigt, daß bereits bei Verwendung von zwei Bestrahlungskammern im Bereich
zwischen T (1 cm) = 0.85 bis 0.7 Steigerungsfaktoren von 1.55 erreicht werden. Wegen
der angestrebten Durchflüsse Q-40 wird hier auf mehr Bestrahlungskammern verzichtet;
aus dem gleichen Grunde darf der Außendurchmesser des Hüllrohres 205 nicht zu klein
gewählt werden. Der Zweikammer-Photoreaktor 200 ist insbesondere für Zwecke der Wasserentkeimung
in der Getränkeindustrie sowie für die UV-Desinfektion in der Trinkwasserversorgung
geeignet.
[0109] Für den Dauerbetrieb des Zweikammer-Photoreaktors 200 spielt die Durchströmungsrichtung
kaum eine Rolle. Aus Gründen der Lampenkühlung wird man im allgemeinen die Strömungsrichtung
von der inneren Bestrahlungskammer 209 durch die äußere Bestrahlungskammer 211 bevorzugen,
ebenso im Falle der Begasung. Wegen der hohen Durchflüsse treten auch bei Unterbrechungen
im Betrieb des Zweikammer-Photoreaktors 200 praktisch keine störenden Anlauferscheinungen
auf. Lediglich bei der Gefahr des Auftretens von Niederschlägen wird man gegebenenfalls
die umgekehrte Durchströmungsrichtung wählen.
[0110] Eine weitere Ausführung eines Zweikammer-Photoreaktors ist in Figur 12 dargestellt.
Der Zweikammer-Photoreaktor 300 ist zur Bestrahlung von außen mit einer (nicht gezeigten)
Strahlungsquelle aus 14 Strahlern (Quecksilberniederdruck-Quarzlampen NN 30/89 Original
Hanau Quarzlampen GmbH, Hanau) vorgesehen. Die Strahler befinden sich in einem konzentrisch
zu einem Durohflußreaktor 301 angeordneten Reflektorsystem aus paraboloiden Reflektoren,
deren jeder jeweils einem Strahler zugeordnet ist. Die gesamte Anordnung ist von einem
strahlungsundurchlässigen Gehäuse umgeben, das auch die Vorschalt- und Bedienungselemente
sowie die Überwachungseinrichtung für den Betrieb des Zweikammer-Photoreaktors 300
aufnimmt. Solche Gehäuse und Strahlungsquellen sind bekannt und im Handel erhältlich
(WEDECO, Gesellschaft für Entkeimungsanlagen, Düsseldorf, Herford) und brauchen daher
hier nicht im einzelnen beschrieben zu werden. Die Darstellung in Figur 12 entspricht
ansonsten der Darstellung des Dreikammer-Photoreaktors 100 in Figur 9.
[0111] Der Durchflußreaktor 301 wird von einem strahlungsdurchlässigen Außenrohr 302 aus
Quarzglas, einer Halterung 30, einem Verschlußteil 304 und einem Innenrohr 305 aus
Quarzglas gebildet. Das Innenrohr 305 teilt den Durchflußreaktor 301 in zwei Bestrahlungskammern
309, 311. Das Außenrohr 302 ist über Ringflanschstücke 312, die nahe seinen Enden
angeordnet sind, mit längs ihres Umfangs verteilten Bohrungen 313 mit der Halterung
303 bzw. dem Verschlußteil 304 verbunden. Die Halterung 303 bzw. das Verschlußteil
304 tragen Ringflansche 316 mit längs ihres Umfangs verteilten Bohrungen 317, deren
Zahl und Durchmesser den Bohrungen 313 in den Ringflanschstücken 312 entspricht. Die
Ringflanschstücke 312 und die Halterung 303 bzw. das Verschlußteil 304 sind so angeordnet,
daß die Bohrungen 313 und 317 fluchten und die Teile durch mit Muttern 319 gesicherte
Gewindebolzen 318 miteinander verbunden sind. Die Flanschteile 312 und 316 besitzen
einen Innendurchmesser, der eng an den Außendurchmesser des Außenrohres 302 angepaßt
ist; innenseitig sind sie mit einander zugekehrten ringförmigen Ausnehmungen 320 versehen,
gegen deren Boden 0-Ringe 321 durch eine Führungshülse 322 gedrückt werden. Auf diese
Weise wird das Außenrohr 302 festund abdichtend gehaltert.
[0112] Die Halterung 303, das Verschlußteil 304 und das Innenrohr 305 bestehen aus dem gleichen
Material wie die entsprechenden Teile des Zweikammer-Photoreaktors 200.
[0113] Die Halterung 303 besitzt die Form eines axial abgestuften Ringes, der in seiner
ersten Stufe 323 eng an den Außendurchmesser des Außenrohres 302 und mit einer Schulter
358 eng an den Innendurchmesser des Außenrohres 302 angepaßt und mit Anschlußstutzen
324 versehen ist; eine zweite Stufe 325 ist im Innendurchmesser eng an den Außendurchmesser
des Innenrohres 305 angepaßt und trägt eine Gegenbohrung 326, in die eine Stopfbuchspackung
127 eingesetzt ist, die mit Schrauben 133 an der Außenfläche der Halterung 303 befestigt
ist und das Innenrohr 305 fest und abdichtend in der Halterung 303 haltert. Oberhalb
der Halterung 303 befindet sich ein weiteres Ringflanschstück 312, mit dem ein mit
einem Ringflansch 316 versehenes Übergangsstück 328 entsprechend durch mit Muttern
319 gesicherte Gewindebolzen 31$ unter Einlagerung von 0-Ringen 321 fest und abdichtend
verbunden ist. Das Übergangsstück 328 besitzt eine eng an den Außendurchmesser des
Innenrohres 305 angepaßte lichte Weite; es verläuft ein Stück über das eine Ende des
Innenrohres 305 hinaus und verengt sich dann zu einem Anschlußstutzen 329.
[0114] Das Verschlußteil 304 besteht aus einem den Flansch 316 tragenden axial verlaufenden
Ring 340, der mit einer Platte 341, die den Durchflußreaktor 301 schließt, fest verbunden
ist oder aus einem Stück damit besteht. Die Platte 341 trägt an ihrer Innenseite einen
aufgesetzten Ring 342, der fest damit verbunden ist oder aus einem Stück damit besteht
und in einem hochstehenden Doppelring 343 von U-förmigem Querschnitt endet. Der Ring
342 verläuft unterhalb des Innenrohres 305 konzentrisch dazu; der Doppelring 343 ist
an dessen Abmessungen angepaßt, so daß das Innenrohr 305 an seinem anderen Ende in
dem Doppelring 343 (unter Einlage eines elastischen Schutzrings 344) geführt ist.
Der Ring 342 besitzt über seinen Umfang verteilte Durchtrittsöffnungen:345, über die
die Bestrahlungskammern 309, 311 kommunizieren. Die Platte 341 ist mit einem axial
verlaufenden Entleerungskanal 349 versehen, der die äußere Bestrahlungskammer 311
mit einem Entleerungsventil 350 an der Außenseite der Platte 341 verbindet.
[0115] Der Durchfluß durch den Zweikammer-Photoreaktor 300 erfolgt zwischen den Anschlußstutzen
324 und 329 durch die Bestrahlungskammern 309 und 311. Zur Erzeugte eines gleichförmigen
Strömungsprofils sind Lochplatten 354, 355 vorgesehen, die entsprechend dem Dreikammer-Photorepirtrr
100 ausgebildet sind. Die Lochplatte 354 liegt innerhalb des Übergangsstückes 328,
das mit der Halterung 303 verbunden ist, der Abschmelzkante des Innenrohres 305 auf
und ist durch einen Sprengring 356 gesichert. Zwischen dem Anschlußstutzen 329 des
Übergangsstücks 328 und der Lochplatte 354, die auf die die innere Bestrahlungskammer
309 durchsetzende Strömung einwirkt, ist ein Stauraum 357 ausgebildet. Die Lochplatte
355 ist zwischen der Abschmelzkante an dem einen Ende des Außenrohres 302 und der
Schulter 358 gehaltert, die in der ersten Stufe 323 der Halterung 303 ausgebildet
ist, und wirkt auf die die äußere Bestrahlungskammer 311 durchsetzende Strömung ein.
[0116] Der in Figur 12 dargestellte Zweikammer-Photoreaktor 300 besitzt eine äußere Bestrahlungskammer
311 mit einer Schichtdicke d = 2.5 cm und eine innere Bestrahlungskammer 309 mit einem
Innendurchmesser von 9.2 cm. Der Außendurchmesser des Außenrohres 302 beträgt D
a = 15.8 cm, die Wandstärke der Quarzglasrohre 302 und 305 beträgt jeweils 0.4 cm und
die Transmission des Quarzglases bei 254 nm ist bei dieser Dicke T (0.4 cm) = 0.92.
14 in paraboloiden Reflektoren angeordnete Quecksilberniederdruck-Quarzlampen (NN
30/89 Original Hanau Quarzlampen GmbH, Hanau) umgeben den Durchflußreaktor 301 konzentrisch
und geben über den Umfang des Außenrohres 302 verteilt in das Medium eine mittlere
Einstrahlungsleistung von 85 W UV-254 nm über eine effektive Länge der Bestrahlungskammer
311 von 79 cm. In der folgenden Tabelle 7 sind die Durchflüsse Q-40 des Zweikammer-Photoreaktors
300 und eines Einkammer-Photoreaktors mit analoger Außenbestrahlung mit 6 Quecksilberniederdruck-Quarzlampen
gleicher Art und mit einem Innendurchmesser von D = 7 cm angegeben, sowie die auf
eine Leistung von 15 W UV-254 nm normierten Werte der Durchflüsse Q-40 bei Transmissionsfaktoren
T (1 cm) von 0.9 bis 0.6. Die Tabelle zeigt ebenfalls die Steigerungsfaktoren F, die
aus den normierten Durchflüssen Q-40 errechnet sind.

[0117] Der Leistungsvergleich des Zweikammer-Photoreaktors 300 ist mit einem in der Praxis
bewährten zylindrischen Einkammer-Photoreaktor mit Außenbestrahlung durchgeführt,
da solche Einkammer-Photoreaktoren wegen der Gefahr von Strömungskurzschlüssen nicht
mit größeren Durchmessern gebaut werden. Die Außenbestrahlung bietet als Alternative
zur Leistungssteigerung axialer Strahlungsquellen die Möglichkeit, erheblich gesteigerte
Raum-Zeit-Ausbeuten, d.h. höhere Durchflüsse Q-40 bei gleichem Apparatevolumen, zu
erzielen. Obgleich solche Photoreaktoren mit Außenbestrahlung infolge der positiven
Bestrahlungsgeometrie wesent lich weniger die Nachteile starker Gradienten der Bestrah
lungsstärke im Reaktorquerschnitt aufweisen, bietet auch hier das Mehrkammer-Photoreaktor-Prinzip
erhebliche Leistungssteigerungen.
[0118] Im praktischen Betrieb des Zweikammer-Photoreaktors 300 spielt die Durchströmungsrichtung
keine wesentliche Rolle.
[0119] Die Anwendung des Zweikammer-Photoreaktors 300 für Reinigungszwecke ist in den folgenden
Versuchsbeispielen dargestellt:
1. Beseitigung von Rest-Ozon aus Wasser
[0120] Ozonisiertes Wasser mit einem Rest-Ozongehalt von 0.3 g/m
3 (0.3 ppm) wird mit einem Durchfluß von Q = 40 m
3/h durch den Zweikammer-Photoreaktor 300 geleitet. Das in die innere Bestrahlungskammer
309 eintretende Wasser ist nach dem Austritt aus der äußeren Bestrahlungskammer 311
praktisch ozonfrei (< 0.02 ppm); Nachweis durch Palinsches Reagens bzw. kolorimetrische
Analyse (Diethyl-p-phenylendiamin und Kaliumjodid).
2. Entfernung von aromatischen Kohlenwasserstoffen aus Wasser
[0121] Eine Emulsion von ca. 10 g eines aromatischen Teeröls in 70 m
3 Wasser entsprechend dem Wasserinhalt eines Schwimmbassins enthält ca. 0.13 mg/1 Aromaten,
die durch ihre charakteristische UV-Absorption nachgewiesen werden. Das Wasser wird
durch eine Sandfilteranlage mit einer Förderleistung von 25 m
3/h im Kreislauf geführt. Dabei ändert sich der Aromatengehalt (UV-Absorption) nicht.
Wird der Sandfilteranlage ein Zweikammer-Photoreaktor 300 nachgeschaltet, so sind
im Auslauf des Photoreaktors keine aromatischen Verunreinigungen mehr nachweisbar
(UV-Absorption, 5 cm-Küvette).
[0122] Eine weitere Leistungssteigerung bei dem Zweikammer-Photoreaktor 300 ist erzielbar,
wenn zugleich eine Innenbestrahlung vorgesehen wird. Ein Photoreaktor solcher Art
wird auf einfache Weise durch Kombination der entsprechenden Elemente aus Figuren
11 und 12 erhalten, so daß sein Aufbau hier nicht im einzelnen geschildert zu werden
braucht. Als innere Strahlungsquelle dient dabei eine antimondotiert& Xenon-Hochdrucklampe,
die zur Erhöhung der Bestrahlungsstärke auch einfach oder mehrfach gewendelt sein
kann; als äußere Strahlungsquellen dienen Quecksilberdampflampen geeigneter Emissionsbereiche.
Solche Strahler sind im Handel erhältlich und brauchen daher nicht im einzelnen dargestellt
und erläutert zu werden.
[0123] Weitere Abwandlungen im Aufbau der Durchflußreaktoren 2, 21, 41, 101, 201, 301 ergeben
sich daraus, daß dem Fachmann eine Reihe bekannter, teilweise anders ausgebildeter
Halterungs- und Führungselemente für die den Reaktorraum unterteilenden Trennwände
zur Verfügung stehen. Diese können anstelle der in Figuren 1 bis 12 dargestellten
Einrichtungen Verwendung finden. In vielen Fällen genügt auch eine Ausführung mit
nur einem seitlichen Anschlußstutzen 147, 224 oder 324.
[0124] Ein Problem besteht in all den Fällen, in denen die Entnahme des.bestrahlten Mediums
Schwankungen unterliegt und sogar vorübergehend unterbrochen wird, gleichwohl aber
eine konstante hohe Mindestleistung im Reinigungs- bzw. Entkeimungsgrade verlangt
wird. In solchen Fällen wird ein Mehrkammer-Photoreaktor nach Art von Figuren 9 bis
12 im Rücklauf betrieben. Figur 13 zeigt schematisch ein Fließdiagramm für den Bestrahlungsbetrieb
mit Rücklauf für den Dreikammer-Photoreaktor 200; es kann jedoch stattdessen auch
ein Mehrkammer-Photoreaktor 20, 100 oder 300 eingesetzt werden. Auch läßt sich der
ohnehin für einen Bestrahlungskreislauf vorgesehene Zweikammer-Photoreaktor 40 verwenden,
der in dieser Betriebsweise bei Klimawäschern zum Einsatz gelangt, für die Durchlaufdesinfektion
mit teilweisem Rücklauf jedoch weniger geeignet ist als die anderen genannten Mehrkammer-Photoreaktoren.
Das Fließdiagramm enthält den Dreikammer-Photoreaktor 200, dessen Anschlußstutzen
224 über eine Zufuhrleitung 401 und ein Zufuhrventil 402 an die Vorratsleitung des
zu bestrahlenden Mediums angeschlossen ist. Der Anschlußstutzen 247 ist über einen
Strömungsteiler 403 mit Entlüftungsventil 424 und Verbindungsleitungen 404, 405, die
jede einen Durchflußanzeiger 406 tragen, mit einem Rücklauf 407 bzw. einem Entnahmeventil
408 verbunden. Dem Zufuhrventil 402 ist dabei ein Durchflußbegrenzer 12 nachgeschaltet.
Der Rücklauf 407 besteht aus einer Rücklauf-Förderpumpe in Gestalt einer Einweg-Förderpumpe
409 mit konstanter Förderleistung, einem nachgeschalteten Rückschlagventil 410 und
einer Verbindungsleitung 411 mit Durchflußanzeiger 406, die stromab von dem Ventil
402 in die Zufuhrleitung mündet. Der Rücklauf 407 kann anstelle der Einweg-Förderpumpe
409 auch eine in ihrer Förderleistung einstellbare Rücklauf-Förderpumpe enthalten;
gegebenenfalls kann der Rücklauf 407 auch mit einer einstellbaren Strömungsdrossel
ausgerüstet sein. Dabei ist das Gesamtvolumen des Rücklaufs 407 klein gegen das Volumen
des jeweiligen Mehrkammer-Photoreaktors.
[0125] Der in Figur 14 dargestellte Strömungsteiler 403 ist nach Art eines Drucküberlaufreglers
aufgebaut. Die Schnittdarstellung nach Figur 14 zeigt ein Gefäß 420, das oben mit
einem Entlüftungsventil 424 versehen ist und dessen Eingangsstutzen 421 zum Anschluß
an den Zweikammer-Photoreaktor 200 vorgesehen ist. Der Eingangsstutzen 421 ragt über
den Boden des Gefäßes 420 hinaus in dessen Inneres hinein. Vom Boden des Gefäßes 420
aus verläuft ein erster Ausgang 422, der zum Anschluß an die Verbindungsleitung 404
zum Rücklauf 407 führt.
[0126] Ein zweiter Ausgang 423 ist deutlich oberhalb der Mündung des Eingangsstutzens 421
an dem Gefäß 420 angeordnet und dient zum Anschluß an die Verbindungsleitung 405 zum
Entnahmeventil 408. Die in Figuren 13 und 14 dargestellte Anordnung arbeitet wie folgt,
wobei angenommen ist, daß die Anlage mit dem Medium beschickt und entlüftet und daß
die Ventile 402 und 408 zunächst geschlossen sind:
Bei geschlossenem!Entnahmeventil 408 und laufender Einweg-Förderpumpe 409 ergibt sich
ein in sich geschlossener Kreislauf des Mediums, das über die Verbindungsleitungen
411, 401.und den Anschlußstutzen 224 des Zweikammer-Photoreaktors 200 in die Bestrahlungskammer
211 eintritt und diese nach Durchtritt durch die innere Bestrahlungskammer 209 über
die Anschlußstutzen 247 wieder verläßt. Von dort gelangt es über den Eingangsstutzen
421 in das Innere des Gefäßes 420 des Strömungsteilers 403, den es über den ersten
Ausgang 422 verläßt, der über die Verbindungsleitung 404 eingangsseitig an die Einweg-Förderpumpe
409 angeschlossen ist.
[0127] Die Öffnung des Entnahmeventils 408 erfolgt synchron gekoppelt mit der Öffnung des
Zufuhrventils 402, durch das dem Zweikammer-Photoreaktor 200 über die Zufuhrleitung
401 zu bestrahlendes Medium zugeführt wird. Die Kopplung geschieht dabei durch bekannte
mechanische, elektrische, hydraulische, pneumatische Mittel oder dergleichen. Entsprechend
dem zugeführten Volumen an zu bestrahlendem Medium wird nun bestrahltes Medium durch
das geöffnete Entnahmeventil 408 aus dem Bestrahlungskreislaufsystem verdrängt. Da
das zugeführte Medium bereits vor Eintritt in den Zweikammer-Photoreaktor 200 durch
das im Rücklauf geführte bereits entkeimte Medium verdünnt wird, passiert nun ein
Medium mit niedrigerer Eingangskeimzahl den Photoreaktor und eine niedrigere Endkeimzahl
resultiert. Dabei ist zu berücksichtigen, daß durch die Rückführung bereits hochgereinigtes
Material einer erneuten Bestrahlung unterworfen wird im Gemisch mit vorher unbestrahltem
Medium, was im Ganzen eine Effizienzänderung bedeutet. Bei dieser Arbeitsweise muß
daher jeweils ein niedrigerer Durchfluß als im Betrieb ohne Rücklauf eingestellt werden,
und zwar richtet sich diese Erniedrigung auch nach dem Rücklaufverhältnis.
[0128] Um die Rücklaufbestrahlung mit größerer Wirksamkeit zu betreiben, wird jedoch zweckmäßiger
das zu entkeimende Medium diskontinuierlich in geringer Menge hinzugegeben und hindurchgeführt.
Dies geschieht durch chargenweise Verdrängung eines Großteils des Reaktorinhalts bei
gleichzeitigem Stop des Rücklaufbetriebes, gefolgt von einer Periode der Bestrahlung
im Kreislauf, die je nach den gewünschten Dosen mehrere Umwälzungen des Reaktorvolumens
betragen kann. Dazu ist im Rücklauf 407 ein weiteres gesteuertes Ventil 412 (siehe
Figur 13A) vorgesehen, das durch eines der vorgenannten Mittel synchron im Gegentakt
mit dem Entnahmeventil 408 bzw. dem Zufuhrventil 402 gekoppelt ist. Die beiden zuletztgenannten
gekoppelten Ventile bleiben so lange geöffnet, bis die vorgesehenen Portionen des
unbestrahlten Mediums den Photoreaktor gefüllt und das bestrahlte Medium den Photoreaktor
verlassen haben. Nach Schließen der Ventile wird synchron das Ventil 412 im Rücklauf
407 geöffnet und die Bestrahlung im Kreislauf bis zur nächsten Beschickungsperiode
vorgenommen. Eine kontinuierliche Entnahme des entkeimten Mediums kann dann dadurch
erreicht werden, daß das Entnahmeventil 408 an einen Zwischenbehälter mit Niveauregelung
und einer mit einem Durchflußbegrenzer ausgestatteten Entnahmestelle angeschlossen
ist.
[0129] Am einfachsten läßt sich die diskontinuierliche Zufuhr des Mediums mit Hilfe einer
gesteuerten Dosierpumpe durchführen, deren jeweilige Dosierportionen knapp unter dem
Reaktorvolumen bleiben müssen. Das weitere gesteuerte Ventil 412 im Rücklauf 407 ist
dabei durch eines der vorgenannten Mittel synchron im Gegentakt an die Dosierpumpe
gekoppelt, so daß die Zufuhr des Mediums nur bei geschlossenem Rücklauf 407 erfolgt.
Das Entnahmeventil 408 und das Zufuhrventil 402 können dann entfallen. Die Niveauregelung
der vorerwähnten kontinuierlichen Entnahmevorrichtung mit Zwischenbehälter kann auch
dazu benutzt werden, bei verändertem Bedarf innerhalb der Grenzen der Leistung der
Apparatur die Periode der Dosierung und damit den Durchschnitt des Durchflusses zu
variieren. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, beabsichtigte Erhöhungen der Dosis
bei vollem Erhalt der Funktion eines gegebenen Photoreaktors zu erreichen..
[0130] Bei der Reinigung und Desinfektion durch UV-Bestrahlung nach dem geschilderten Verfahren
der Rücklaufbestrahlung empfiehlt es sich, Mehrkammer-Photoreaktoren so zu betreiben,
daß das Medium die Bestrahlungskammer mit dem geringsten Querschnitt und der höchsten
Bestrahlungsstärke zuletzt'durchläuft.
[0131] Mehrkammer-Photoreaktoren mit der einfachen Art des Rücklaufbetriebs eignen sich
besonders zur Wasserentkeimung auf Seeschiffen. Das Verfahren der portionsweisen Rücklaufbestrahlung
ist besonders für die Applikation hoher Dosen geeignet und damit zur Erzielung höchster
Reinigungs- und Entkeimungsgrade.
[0132] Die erforderliche Sicherheit in der Erzielung des gewünschten Bestrahlungsergebnisses
wird durch Durchflußsteuermittel erreicht, die dafür sorgen, daß eine bestimmte, maximal
zulässige Durchströmungsgeschwindigkeit des Mediums in den Mehrkammer-Photoreaktoren
nach Figuren 1 bis 12 nicht überschritten werden kann. Im einfachsten Fall genügt
als Sicherheitselement eine Strömungsdrossel in der Zuleitung zu dem jeweiligen Durchflußreaktor.
Bei wechselndem Eingangsdruck empfiehlt sich eine einstellbare Strömungsdrossel z.B.
in Gestalt eines Ventils, jedoch wird vorzugsweise hier der zuverlässigere Durchflußbegrenzer
12 eingesetzt. Dessen Zwischenschaltung wird aus Sicherheitsgründen auch dann vorgenommen,
wenn eine Pumpe mit einstellbarer Förderleistung verwendet wird, bei der die Förderleistung
unmittelbar eingestellt und auch überwacht werden kann.
[0133] Die vorbeschriebenen Mehrkammer-Photoreaktoren sind mit üblichen, bekannten überwachungseinrichtungen
der eingangs genannten Art versehen. Dadurch wird sichergestellt, daß bei Abfall der
Bestrahlungsstärke unter einen vorgegebenen Sollwert ein Alarm ausgelöst und die gesamte
Bestrahlungsanlage abgeschaltet wird. Außerdem nimmt der Strahlungsfluß der Strahler
mit der Zeit ab. Wegen der eingangs diskutierten exponentiellen Abhängigkeit des Bestrahlungsergebnisses
und damit auch der Leistung des Mehrkammer-Photoreaktors von der Bestrahlungsstärke
ist für eine optimale Nutzung der von der Strahlungsquelle emittierten Strahlung eine
ständige Anpassung der Durchströmungsgeschwindigkeit an die augenblickliche Bestrahlungsstärke
notwendig. Dazu ist eine Förderpumpe 450 mit einstellbarer Förderleistung eingangsseitig
an einen Durchflußreaktor 101, 201 oder 301 angeschlossen, und ihre Förderleistung
wird durch eine Steuerung, die in Figur 15 im Blockschaltbild dargestellt ist, entsprechend
der jeweiligen Bestrahlungsstärke eingestellt. Die Steuerung besteht aus einem mit
dem Pumpenmotor 451 verbundenen Tachogenerator 452 un4 einem strahlungsempfindlichen
Detektor 453, der über einen Ableitungswiderstand 456.an Erde liegt und an dem Tubus
121, 221 eines Durchflußreaktors 101 bzw. 201 oder an dem Innenrohr 302 des Durchflußreaktors
301 (mit einer geeigneten Durchführung) angebracht ist und dessen Ausgangssignal einem
Verstärker 454 anliegt. Die Ausgangssignale des Tachogenerators 452 und des Verstärkers
454 sind an dem Eingang eines Leistungsverstärkers 455 einander entgegengeschaltet,
und die am Ausgang des Leistungsverstärkers 455 anliegende, verstärkte Differenzspannung
dient zur Versorgung des Pumpenmotors 451. Auf diese Weise wird durch eine aus handelsüblichen
Bauteilen aufgebaute Steuerung die Förderleistung der Pumpe 450 an die jeweilige Bestrahlungsstärke
angepaßt.
[0134] Bei den vorstehend geschilderten Mehrkammer-Photoreaktoren 100, 200, 300 sind die
jeweiligen Bestrahlungskammern in Bezug auf die Durchströmungsrichtung hintereinandergeschaltet.
Diese Schaltung besitzt ihre besonderen Vorteile in der besseren Durchmischung und
dem Durchgang des Mediums durch sämtliche Bestrahlungskammern'des Photoreaktors. In
besonderen Fällen kann jedoch auch eine Parallelschaltung von Bestrahlungskammern
von Vorteil sein, und zwar dann, wenn Medien mit hohen Transmissionsfaktoren zu verarbeiten
sind.
[0135] Durchflußreaktoren nach Art von Figuren 11 und 12 können leicht so abgeändert werden,
daß die Bestrahlungskammern 209 und 211 bzw. 309 und 311 entsprechend Figur 16 bzw.
17 zu paralleler Durchströmung geeignet sind. Die abgeänderte Ausführung des Zweikammer-Photoreaktors
200 besteht aus einem Durchflußreaktor 501, der eine UV-Strahlungsquelle 24 umgibt
und im wesentlichen zwei Bestrahlungskammern 509 und 511 enthält, deren jede mit Einlaß-
und Auslaßanschlüssen versehen ist. Figur 16 zeigt einen Längsschnitt durch eine Hälfte
des Durchflußreaktors 501, dessen andere Hälfte sehr ähnlich dazu spiegelbildlich
ausgebildet ist.
[0136] Der Durchflußreaktor 501 besteht aus einem Außenmantel 202A, der sich vom Außenmantel
202 des Durchflußreaktors 201 nur dadurch unterscheidet, daß ein weiteres Paar einander
gegenüberliegender Anschlußstutzen 224 nahe dem anderen, in Figur 16 nicht dargestellten
Ringflansch 212 vorhanden ist. Es ist jedoch nur eine Beobachtungsöffnung 220 vorgesehen,
in die ein Tubus 221 mit einem Ringflansch 222 und einem Deckel 223 eingesetzt ist.
[0137] An beiden Enden ist der Durchflußreaktor 501 durch identisch ausgebildete Verschlußteile
503 mit einem Zwischenflansch-
' glied 504 verschlossen, an dem die Verschlußteile 503 beispielsweise durch Schraubbolzen
506 befestigt sind, die sich durch die Flansche 516 der Verschlußteile 503 erstrecken.
Die Zwischenflanschglieder 504 besitzen Flansche 216 mit Bohrungen 217, die nahe dessen
Umfang über den Flansch 216 verteilt sind. Der Außenmantel 202 und die Zwischenflanschglieder
504 werden fest und abgedichtet durch Bolzen 218 miteinander verbunden, die sich durch
die Bohrungen 217 erstrecken und durch Muttern 219 gesichert sind, wobei in ringförmigen
Ausnehmungen 214 Dichtringe 215 angeordnet sind.
[0138] Die Verschlußteile 503 sind im allgemeinen ringförmig aufgebaut und erstrecken sich
axial von einem Außenende, das eng an den Außendurchmesser des Hüllrohres 205 angepaßt
ist, bis zu einem Innenende, das eng an den Außendurchmesser des Quarzglasrohres 207
angepaßt ist. Am Außenende befindet sich eine Gegenbohrung 526, in die eine Stopfbuchspackung
127 eingesetzt ist, die mittels Bolzen 533 an flanschartigen Teilen befestigt sind
und dazu dienen, das Hüllrohr 205 fest und abdichtend zu haltern. In einem Zwischenbereich
zwischen den axialen Enden erweitern sich die Axialteile der Verschlußteile 503, um
das Quarzglasrohr 207 aufzunehmen. Zwei diametral gegenüberliegende Anschlußstutzen
524 sind an dem erweiterten Axialteil angeordnet, um das zu bestrahlende Medium in
die innere Bestrahlungskammer 509 einzubringen. Dicht an den Anschlußstutzen 524 ist
an der Innenwand des erweiterten Axialteils eine Schulter 552 ausgebildet, der eine
Lochplatte 554 anliegt, die durch einen Sicherungsring 553 gesichert ist. Das axiale
Innenende des Verschlußteils 503 erstreckt sich jeweils über den Flansch 516 hinaus
zu einem weiter unten erläuterten Zweck.
[0139] Jedes Zwischenflanschglied 504 ist ebenfalls im allgemeinen ringförmig ausgebildet
und besteht aus einem Flanschteil und einem Axialteil 537, dessen Innendurchmesser
eng an den Außendurchmesser des Quarzglasrohres 207 angepaßt ist. Das Axialteil 537
ist mit einer Gegenbohrung 536 versehen, die sich über eine solche Länge erstreckt,
daß das axiale Innenende des Verschlußteiles 503 und eine Stopfbuchspackung aus zwei
Dichtringen 538, 540 und einer Führungsbuchse 539 darin aufgenommen werden können.tDiese
Anordnung dient zusammen mit dem Flansch 516 des Verschlußteils 503, der durch Schraubbolzen
506 an dem Flansch des Zwischenflanschgliedes 504 befestigt ist, zur festen und abdichtenden
Halterung des Quarzglasrohres 207 in ähnlicher Weise, wie das Hüllrohr 205 durch die
Stopfbuchspackung 127 gehalten ist. Die Stirnseite des Axialteils 537 ist nach innen
abgeschrägt, um die zentrierte Einführung des Quarzglasrohres 207 beim Zusammenbau
des Durchflußreaktors 501 zu erleichtern.
[0140] Die abgeschrägten Stirnseiten der Axialteile 537 der Zwischenflanschglieder 504 erstrecken
sich nicht bis in den Bereich der Anschlußstutzen 224 um sicherzustellen, daß dadurch
der Durchfluß des Mediums durch die äußere Bestrahlungskammer 511 nicht behindert
wird. Dicht an der anderen Seite der Anschlußstutzen 224 ist an der Innenwand des
Außenmantels 202A eine Ringschulter 251 ausgebildet, der eine Lochplatte 254 anliegt,
die durch einen Sicherungsring 253 gehaltert wird.
[0141] Die Teile des Durchflußreaktors 501 bestehen aus dem gleichen Material wie die entsprechenden
Teile des Durchflußreaktors 201.
[0142] Figur 17 zeigt einen Längsschnitt durch eine Hälfte eines Durchflußreaktors 301A,
der in Verbindung mit einer äußeren Strahlungsquelle verwendet wird. Die beiden Hälften
des Durchflußreaktors 301A sind im wesentlichen spiegelbildlich zueinander ausgebildet
und in ihrem Aufbau identisch mit dem Teil des Durchflußreaktors 301, der in Figur
12 oberhalb der Bruchlinie dargestellt ist. Es ist daher an dieser Stelle keine weitere
Erläuterung erforderlich, außer daß zwei diametral gegenüberliegende Paare von Anschlußstutzen
324 die Anschlüsse für den Einlaß und (Auslaß der Bestrahlungskammer 311 bilden, während
die (mittigen Anschlußstutzen 329 den Einlaß und den Auslaß der Bestrahlungskammer
309 bilden.
[0143] Eine Anwendung solcher Durchflußreaktoren findet sich in Verbindung mit Anlagen zur
umgekehrten Osmose, die in zahlreichen Bereichen zur Herstellung reinen Wassers, z.B.
bei der Trinkwassergewinnung aus Meerwasser, für Sonderzwecke von Kliniken, Elektroniklabors
und pharmazeutischen Betrieben, sowie in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt wird.
Für die umgekehrte Osmose sind verschiedene Typen von Membranen, oft auf der Basis
organischer Materialien, gebräuchlich, die sich als anfällig gegen Bewuchs durch Mikroorganismen
erwiesen haben, wodurch die Betriebsfähigkeit der Anlagen und die hygienische Qualität
des erzeugten Wassers gefährdet werden. Aus Sicherheitsgründen wird oft der Umkehrosmose-Anlage
eine UV-Entkeimung nachgeschaltet. Zweckmäßig wird aber bereits das in die reversible
Osmose eingeführte Medium einer UV-Entkeimung unterworfen, um so den Mikroorganismenbefall
der Membranen von vornherein zu minimieren. Hier bietet der Zweikammer-Photoreaktor
mit parallel geschalteten Bestrahlungskammern.eine besonders günstige technische Lösung,
um mittels eines Durchflußreaktors und einer Strahlungsquelle sowohl das Ausgangsmedium
als auch das Produktwasser gleichzeitig zu entkeimen.
[0144] Zur Erhöhung der photochemischen Effizienz der Reinigung bzw. Entkeimung empfiehlt
es sich, mindestens eines der parallel geschalteten Bestrahlungssysteme nach Art des
Mehrkammer-Photoreaktors mit Serienschaltung auszubilden.
1. Verfahren zur Reinigung, insbesondere zur Entkeimung und Desinfektion fließfähiger
Medien in einem Durchflußreaktor (2, 41, 101, 171, 201, 301, 301A, 501) mit einer
vorbestimmten Mindestbestrahlung, d.h. Mindestdosis, ultravioletter Strahlung überwiegend
im Wellenlängenbereich von 240 bis 320 nm, bei dem das Medium durch.einen Durchflußreaktor
(2, ... 501) aus.mindestens einem Bestrahlungsraum gefördert und dabei der UV-Strahlung
einer aus mindestens einem Strahler (6, 24) bestehenden Strahlungsquelle ausgesetzt
wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Medium durch getrennte, der Strahlungsquelle gemeinsam zugeordnete und in
deren Strahlungsrichtung hintereinander angeordnete Bestrahlungskammern (8, 9; 23,
39; 23, 49; 109, 110, 111; 209, 211; 309, 311; 509, 511) gefördert wird und in jeder
Bestrahlungskammer (8, ... 511) einem Bruchteil der von der Strahlungsquelle ausgehenden
Gesamtstrahlung ausgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens 50 % der in das
Medium in der der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer (8,
39, 49, 109, 209, 311, 509) eindringenden Strahlung in das Medium in der direkt folgenden
Bestrahlungskammer (9, 23, 110, 211, 309, 511) einfallen, daß in dem Medium in der
der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer (8, ... 509) nicht
mehr als 50 % der eindringenden Strahlung absorbiert werden, und daß von dem Medium
in einem Durchflußreaktor mit bis zu 5 Bestrahlungskammern nicht mehr als (1 - 0.5n) · 100 % der insgesamt eindringenden Strahlung absorbiert werden, wobei n die Anzahl
der Bestrahlungs-kammern (8, 9, 23, 39, 49, 109, 110, 111, 209, 211, 309, 311, 509, 511) ist. ;
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Medium
vor dar Bestrahlung ein Oxidationsmittel zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Medium
während der Bestrahlung ein Oxidationsmittel zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein Teilstrom des bestrahlten Mediums nach dem Durchlauf in den Durchflußreaktor (41,
101, 201, 301) zurückgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Medium
ultravioletter Strahlung im Wellenlängenbereich von 260 bis 280 nm ausgesetzt ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Medium
nacheinander durch die Bestrahlungskammern (8, 9; 23, 39; 23, 49; 109, 110, 111; 209,
211; 309, 311) des Durchflußreaktors (2, 41, 101, 171, 201, 301) gefördert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Medium
parallel durch die Bestrahlungskammern (309, 311; 509, 511) des Durchflußreaktors
(301A, 501) gefördert wird.
9. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche,
bestehend aus einer Strahlungsquelle mit mindestens einem Strahler (6, 24), der ultraviolette
Strahlung überwiegend im Wellenlängenbereich von 240 bis 320 nm emittiert, und aus
einem Durchflußreaktor (2, 41, 101, 171, 201, 301, 301A, 501) mit mindestens einem
Bestrahlungsraum, der eine Zuleitung (11; 91; 147, 152; 147, 196; 224, 247; 324, 329;
224, 524) und eine Ableitung (16; 37, 37A; 57, 90; - 152, 147; 196, 147; 247, 224;
324, 329; 224, 524) für das zu bestrahlende Medium und eine Uberwachungseinrichtung
für die ultraviolette Strahlung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Bestrahlungsraum des Durchflußreaktors (2, ... 501) durch Trennwände (7; 35,
35A; 55; 52, 55; 106, 107; 207; 305) aus für die ultraviolette Strahlung durchlässigem
Material in getrennte, der.Strahlungsquelle gemeinsam zugeordnete und in deren Strahlungsrichtung
hintereinander angeordnete Bestrahlungskammern (8, 9; 23, 39; 23, 49; 109, 110, 111;
209, 211; 309, 311; 509, 511) unterteilt ist, daß die in das Medium mindestens in
der Bestrahlungskammer (9, 23, 110, 211, 309, 511), die der der Strahlungsquelle unmittelbar
benachbarten Bestrahlungskammer (8, 39, 49, 109, 209, 311, 509) direkt folgt, einfallende
Strahlung Bruchteile der Strahlung beträgt, die in die der Strahlungsquelle unmittelbar
benachbarte Bestrahlungskammer (8, 39, 49, 109, 209, 311, 509) eindringt, und daß
die Einrichtung zur Einhaltung einer vorbestimmten Mindestdosis der Strahlung aus
Durchflußsteuermitteln für das Medium besteht, die an die Zuleitung (11; ... 524)
oder an die Ableitung (16; ... 524) des Durchflußreaktors (2, ... 501) angeschlossen
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Bruchteil der in
die Bestrahlungskammer (9, 23, .110, 211, 309, 511), die der der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer
(8, 39, 49, 109, 209, 311, 509) direkt folgt, einfallenden Strahlung mindestens 50
% der in die der Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer (8,
39, 49, 109, 209, 311, 509) eindringenden Strahlung und die Absorption in der der
Strahlungsquelle unmittelbar benachbarten Bestrahlungskammer (8, 39, 49, 109, 209,
311, 509) nicht mehr als 50 % beträgt und daß die Gesamtabsorption in einem Durchflußreaktor
(2, 41, 101, 171, 201, 301, 301A, 501) mit bis zu 5 Bestrahlungskammern (8, 9, 23,
39, 49, 109, 110, 111, 209, 211, 309, 311, 509, 511) bis zu (1 - 0.5n) 100 % der insgesamt
einfallenden Strahlung beträgt, wobei n die Anzahl der Bestrahlungskammern (8, ...
511) ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwände
(7, 35, 35A, 52, 55, 106, 107, 207, 305) aus Quarzglas bestehen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11 aus einer Strahlungsquelle mit mehreren
Strahlern (24) und aus einem Durchflußreaktor (41) mit mehreren Bestrahlungskammern
(39, 49), deren jede einem der Strahler (24) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder nach Art einer Tauchlampe in ein Hüllrohr (25, 25A, 45) eingeschlossene
Strahler (24) von wenigstens einem Quarzglasrohr (35, 35A; 55; 52, 55) umgeben ist und die Strahler (24) in einen gemeinsamen Behälter (21)
eingesetzt sind, daß das Hüllrohr (25, 25A, 45) und das Quarzglasrohr (35, 35A, 55)
jeweils eine innere Bestrahlungskammer (39, 49) begrenzen und daß die inneren Bestrahlungskammern
(39, 49) jeweils mit dem Behälterinneren kommunizieren und gemeinsam entweder eingangsseitig
an die Zuleitung (91) oder ausgangsseitig an die Ableitung (37, 37A, 57, 90) des Durchflußreaktors
(41) angeschlossen sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, bei der die Strahlungsquelle und der Durchflußreaktor
(101, 171, 201, 301, . 301A, 501) ringförmig zueinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchflußreaktor (101, ... 501) aus zwei mit Anschlußmitteln (147, 152, 196,
224, 247, 324, 329, 524) versehenen Verschlußteilen (103, 104; 173, 174; 203, 204;
303, 304; 303A; 503, 504), die die Bestrahlungskammern (109, 110, 111; 209, 211; 309,
311; 509) 511) stirnseitig begrenzen, und aus zwischen den Verschlußteilen (103, ...
504) an diesen angebrachten Rohrstücken (102, 105, 106, 107; 172, 105, 106, 107; 202,
205, 207; 302, 305; 202A, 205, 207) unterschiedlichen Durchmessers besteht, die koaxial
ineinander angeordnet sind und die Bestrahlungskammern (109, ... 511) längsseitig
begrenzen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13 zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verschlußteile (303A; 503, 504) für jede Bestrahlungskammer
(309, 311; 509, 511) mindestens zwei Anschlußstutzen (324, 329; 224, 524) besitzen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß benachbarte Bestrahlungskammern (109, 110; 110, 111; 209, 211;
309, 311) abwechselnd an gegenüberliegenden Enden miteinander in Verbindung stehen.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrstücke (207,
305) an ihren Enden abwechselnd abdichtend gehaltert und geführt sind und daß benachbarte
Bestrahlungskammern (209, 211; 309, 311) jeweils an den geführten Enden der Rohrstücke
(207, 305) miteinander in Verbindung stehen.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das innere Rohrstück
(205) an beiden Enden durch entsprechende Durchbrüche der Verschlußteile (203, 204)
hindurchgeführt und in den Durchbrüchen abdichtend gehaltert ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das äußere Rohrstück
(102, 172, 202) strahlungsundurchlässig ist und eine Beobachtungsöffnung (120, 220)
aufweist und an die Verschlußteile (103, 104; 173, 174; 203, 204) abdichtend angeflanscht
ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das äußere Rohrstück
(102, 172, 202) verspiegelt ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrstücke
(105, 106, 107) an einem Verschlußteil (103) abgedichtet gehaltert sind, daß das innere
Rohrstück (105) und jedes zweite nach außen folgende (107) an dem dem Verschlußteil
(103) abgewandten Ende geschlossen sind und jedes der zweiten nach außen folgenden
geschlossenen Rohrstücke (107) nahe dem zu ihrer Halterung dienenden Verschlußteil
(103) mit Durchtrittsöffnungen (108) versehen ist und daß das Verschlußteil (103)
einen Innenkanal (146, 148) besitzt, dessen eines Ende in die innere Bestrahlungskammer
(109) und dessen anderes Ende in einen Anschlußstutzen (147) mündet.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß eine
der Strahlungsquelle abgewandte Bestrahlungskammer (111; 211; 309; 511) eine Schichtdicke
besitzt, die mindestens das Zweifache der Schichtdicke der der Strahlungsquelle unmittelbar
benachbarten Bestrahlungskammer (109; 209; 311; 509) beträgt.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Druckausgleichseinrichtung vorgesehen ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckausgleichseinrichtung
einen mit druckdichten Durchführungen (193) versehenen, druckdicht mit dem die Rohrstücke
(105, 106, 107) halternden Verschlußteil (173) verbundenen, an einen Barostaten angeschlossenen
Deckel (192) aufweist, wobei der Sollwert der barostatischen Druckregelung vom Eingangsdruck
des Mediums am Durchflußreaktor (101) bestimmt ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens
eine Bestrahlungskammer (8, 9, 39, 49, 109, 111, 209, 211, 309, 311, 509, 511) mit
einem über den Strömungsquerschnitt wirksamen Ausgleichselement (13, 15, 71, 154,
155, 254, 255, 354, 355) für das Strömungsprofil versehen ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der
Durchflußreaktor (41, 101, 201, 301) ausgangsseitig mit einem Strömungsteiler (403,
420) versehen ist, dessen einer Ausgang (423) an die Entnahmeleitung (405) und dessen
zweiter Ausgang (422) unter Zwischenschaltung einer Rücklauf-Förderpumpe (409) und
eines Rückschlagventils (410) an den Eingang (91; 147, 152; 224, 247; 324, 329) des
Durchflußreaktors (41, 101, 201, 301) angeschlossen ist.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Rücklauf-Förderpumpe
(409) in ihrer Förderleistung einstellbar ist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Rücklaufleitung
eine einstellbare Strömungsdrossel aufweist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die
Strahlungsquelle von mindestens einer antimondotierten Xenon-Hochdrucklampe, die eine
starke Emission im Wellenlängenbereich von 260 bis 280 nm besitzt, gebildet ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsquelle
zusätzlich mindestens eine Quecksilberdampflampe aufweist..
30. Vorrichtung nach Anspruch 28 oder 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsquelle
mindestens einen gewendelten Strahler enthält.
31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die
Strahlungsquelle (24) im Inneren des Durchflußreaktors (101, 171, 201, 501) in achsnaher
Stellung angeordnet ist.
32. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 17 und 22 bis 30, dadurch gekennzeichnet,
daß die Strahlungsquelle mindestens 4 achsparallel und symmetrisch zwischen dem Durchflußreaktor
(301, 301A) und einem diesen umgebenden Reflektorsystem angeordnete Strahler (6, 24)
aufweist.
33. Vorrichtung nach Anspruch 31 und 32, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der
die Strahlungsquelle bildenden Strahler (6, 24) im Inneren des Durchflußreaktors und
ein anderer Teil der Strahler (6, 24), mindestens 4, achsparallel und symmetrisch
zwischen dem Durchflußreaktor und einem diesen umgebenden Reflektorsystem angeordnet
sind.
34. Vorrichtung nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß eine antimondotierte
Xenon-Hochdrucklampe mindestens im Inneren des Durchflußreaktors angeordnet ist.
35. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß die
Durchflußsteuermittel eine Strömungsdrossel aufweisen.
36. Vorrichtung nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, daß eine einstellbare Strömungsdrossel
vorgesehen ist.
37. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß die
Durchflußsteuermittel einen vom Eingangsdruck unabhängigen Durchflußbegrenzer (12)-aufweisen.
38. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß die
Durchflußsteuermittel eine Pumpe (450) mit einstellbarer Förderleistung aufweisen.
39. Vorrichtung nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung
für die Pumpe (450) mit einstellbarer Förderleistung vorgesehen ist, die mit einem
von der Überwachungseinrichtung mit Sollwerteinstellung ausgehenden Steuersignal beaufschlagt
ist.
40. Vorrichtung nach Anspruch 39, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung
einen Leistungsverstärker (455) und einen von dem Pumpenmotor (451) angetriebe- .
nen Tachogenerator (452) aufweist und daß das Tachogeneratorsignal dem Steuersignal
der Überwachungseinrichtung am Eingang des Leistungsverstärkers (455) entgegengeschaltet
ist.