[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Abdichtung von mit Nuten versehenen Fugen
zwischen Ausbauteilen, vorzugsweise zwischen Stahlbetontübbingen, bei der in jede
vorzugsweise ebene Seitenflanken und eine ebene Bodenfläche aufweisende Nut ein viskoelastisches
Fugenband eingelegt ist, das sich mit seinen Seitenflanken der Nutflanken anlegt und
mit einem viskoelastischen
.Ring zusammenwirkt, wobei das Fugenband und der Ring aufeinander abgestützt sind.
[0002] Bei derartigen Anordnungen handelt es sich um eine Kontaktflächendichtung. Maßgeblich
für die DichtwirKung ist damit einerseits der Anpreßdruck. Aus praktischen Gründen
ergibt sich die Forderung, daß die 2um Anpressen der Dichtung aufzuwendcnde Kraft
mäglichst gering sein soll. Andererseits sollen aber auch bestimmte Fehler beim Verlegen
der Ausbauteile, wie sie z.B. die bei Stahlbetoatübbingen leicht auftretenden Verkantungen
darstellen, die Dichtungswirkung nicht entscheidend herabsetzen.
[0003] Solche Forderungen lassen sich nicht mit der eingangs als bekannt vorausgesetzten
Anordnung verwirklichen (DT-AS 25 13 365). Bei der bekannten Anordnung ist nämlich
das Fugenband nicht in.der lage, ausreichende Dichtdrücke zu erzielen, weil die Abdichtung
gegen Druckwasser wirksam sein muß, das zwischen die Tübbinge eindringt. Deswegen
muß ein ausreichender Dichtdruck einerseits auf den Nutflanken und andererseits auf
der Bodenfläche der Nut erzeugt werden. Da bei der bekannten Kontaktflächndichtung
der Ring zwischen dem Fugenband und seiner Abstützfläche auf der Bodenfläche der Nut
angeordnet ist, erfolgt an dieser Stelle zwar eine ausreichende Dichtung. Die Dichtungswirkung
an den Nutflanken bleibt dagegen gering, weil sie nur durch den trapezförmigen Querschnitt
des Fugenbandes herbeigeigeführt wird.
[0004] Noch nicht zum Stand der Technik gehört ein älterer Vorschlag (DT-OS 25 42 912) für
eine Kontaktflächcndichtung, bei der lediglich ein einteiliges Fugenband verwirklicht
wird, dessen der Bodenfläche der Nut zugeordnete Unterseite gewölbt verläuft und dessen
Dicke ausgehend von der Mitte zu den Rändern 2unimmt, wobei die Wölbung in der Mitte
des Fugenbandes etwa einem Überstand des Fugenbandes über den Rand der Nut hinaus
entspricht. Bei dieser Form des Fugenbandes wird das Band zunächst auf den Boden der
Nut gedrückt und dann nach Art eines Biegungsfederkörpers durch Kontaktdruck weiter
zusammengcdrückt. Die ZusammenpreBkräfte machen infolge der Formgebung des Fugenbandes
nur etwa das 2,8 fache der Kraft aus, welche zum Andrücken des Fugenbandes erforderlich
ist.
[0005] Ein solches Fugenband kann durch die Verwendung bestimmter Werkstoffe noch wesentlich
verbessert werden. Dazu gehört ein an sich bekannter Äthylencopolymerhaltiger bituminöser
Dichtungswerkstoff, der zu 45 - 50 Gew.-% aus einem eine Spannungsrißkorrosion von
etwas über 6.000 h aufweisenden Gemisch aus einem Äthylencopolymerisat und einem kleinen
Anteil Bitumen, zu etwa 40 Gew.-% aus ggf. 30 Gew.-% Asche bezogen auf den Anthrazitstaubanteil
und ggf. einer Korngröße von 30 µ aufweisendem Anthrazitstaub und restlichem Hochdruckpolyäthylen
besteht (DT-OS 21 56 792). Ein solcher Werkstoff hat nämlich eine hohe (bei 0,50)
liegende Querkontraktionszahl. Deswegen erzeugen hohe Anpreßdrücke in den Auflagerbereichen
des Nutbodens hohe seitliche Dehnungen quer zur Zusammendrückensrichtung, welche infolge
ihrer Behinderung durch die Nutflanken entsprechend hohe Seitendrücke auslösen. Verkantungen
der Tübbinge können nach Übergang von der kontinuierlichen zur balkenartigen Auflagerung
nur noch geringfügige Auswirkungen haben, weil sie den Dichtdruck im Bereich der einen
Nutkante gegenüber demjenigen an der anderen Nutkante nur wenig herabsetsen.
[0006] Andererseites sind die noch verbleibenden Einpreßdrücke verhhltniemäßig groß, weil
sie sich nicht gleichmäßig über die gesamte Bandlänge verteilen können, sondern im
Bereich der Kantenlinien zentriert werden. Außerdem werden von dem Fugenband und der
Nut ein hohes Maß an Paßgenauigkeit verlangt, was sich aus der Forderung nach gleichmäßiger
Abdichtung an mehreren Stellen ergibt. Daraus entstehen jedoch in der Praxis erhebliche
Schwierigkeiten bei der Ausformung der Nuten und bei der Einhaltung der Toleranzen
an dem Fugenband.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Aufrechterhaltung der bereits von
dem älteren Vorschlag erzielten Vorteile die Übertragung des Anpreßdruckes und die
Abdichtung gegen Druckwasser getrennten Konstruktionselementen zuzuweisen, um dadurch
zur Ausführungsform zu gelangen, welche hohen Ansprüche genügen und insbesondere keine
großen Anforderungen an die Paßgenauigkeit stellen.
[0008] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das als Membranwellenband
ausgebildete Fugenband mit seinen Rändern in beiden Randbereichen zwischen den Seitenflanken
und der Bodenfläche der Nut anlegbar ist, und daß der nach dem Einlegen des Membranwellenbandes
auf diesem abgestützte Ring als Druckübertragungsband ausgebildet ist, welches unter
Belassung je eines Spaltes zwischen seinen Seitenflanken und den Seitenflanken der
Nut in diese eingepaßt ist.
[0009] Die Erfindung hat den Vorteil, daß die vorgeschlagene Kombination von Membranwellenband
und Druckübertragungsband technisch einfach ist und keine hohen Ansprüche auf die
Paßenauigkeit stellt. Insbesondere können die beiden Bänder aus extrudierten und nachfolgend'maschinell
geschnittenen brecitbändern hergestellt werden. Hierbei kann man durch Verwendung
unterschiedlicher oder entsprechend modifizierter Werkstoffe bereits der Zweckmäßgkeit
Rechnung tragen, das Membranwellenband vergleichsweise elastisch und das Druckübertragungsband
vergleichsweise steif auszubilden.
[0010] Der leizitgennunten Porderung kann. man auch allein oder in Verbindung mit unterschiedlichen
werkstoffen dadurch RechnunG tragen, daß das im Querschnitt wenigstens annähernd rechteckige
Xcmbranwellenband bezogen auf die der Nut nach Art einer Kosinuswelle gekrümmt ist,
und daß das im Querschnitt dickere sowie rechteckigen umriß aufweisende Druckübertragungsband
auf dem Scheitelbereich der Kosinuswelle mit dem Membranwellenband verklebt ist.
[0011] Wegen der unterschiedlichen Banddicken ergibt sich dann die Gewünschte größere Elastizität
im Membranwellenband. Bei der Montage läßt sich so vorgehen, daß das abdichtende Membranwellenband
zunächst allein in die Nut eingelegt wird, wobei die Kosiunuswelle an den seitenwänden
der Nut den Boden berührt. Auf Diese Weise greifen die die den Abdichtungszweck bereitstellenden
Seitenschübe des sussammenzenpreßten Mombranwellen- bandes nahe am Boden und damit
spannungsgünstig für den Anwendungszweck bei Stahlbetontübbingen an. Das nachfolgend
montierte Druckübertragungsband wird . ebenfalls in die Nut eingelegt, nachdem vorher
die beiden Bänder im Kontaktbereich mit einem Spesialkleber bestrichen und verklebt
worden sind. Dadurch entsteht eine druckfeste Verbindung zwischen den beiden Bändern,
die verhindert, daß das Druckübcrzragungsband unter den Montagekrüftne aus der Nut
herausgedreht werden kann.
[0012] Es hat sich gezeigt, daß geringfügige Ungenauigkeiten Zwischen den beiden Bändern
und der Nutbreitc in Kauf genommen werden können. Bei Stahlbetontübbingen liegt die
Toleranz bei 0,5 - 1 mm. Es kommt hinzu, daß etwas zu breite Membranwellenbänder durch
Zusammendrücken im Amplitudenbereich passend gemacht werden können, wofür nur geringe
Kräfte nötig sind. Ist das Membranwellenband dagegen ein wenig schmaler als die Nut,
dann bringt es sich beim Zusammenpressen der Ausbauteile, d.h. der Tübbinge von selbst
zum Anliegen. Im übrigen sollte aber das Druckübertragungsband ca. 1 mm schmaler als
die Nut sein.
[0013] Vorzugsweise und gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Verhältnisse
so gewählt, daß die orthogonal zur Bodenfläche der Nut gemessene Gesamthöhe von Membranwellenband
und Druckübcrtragungshand im zusammengedrückten Zustand gleich der Nuthähe ist und
daß nach erfolgter Montage und vor der Zusammendrückung die Gesamthöhe gleich der
Summe aus dem Vierfachen der Amplitudenhöhe der Kosinuswelle und dem Zweifachen der
Dicke des Membranwellenbandes ist.
[0014] Bei einer solchen Ausführungsform beginnt die Zusammendrückung des Membranwellcnbandes
beim Zusammenpressen der Tübbinge am Membranscheitel und schreitet von dort monoton
zu den Seitenflanken der Nut fort. Hierbei wird . das Druckübertragungsband angesichts
seiner im Verhältnis zur Breite großen Dicke nur geringfügig auf Biegung und in der
Hauptsache auf Zusammendrückung beansprucht. Bei der Ermittlung der Kräfte kann daher
die Biegungsverformung des Vierkantbandes aus der betrachung herausgelassen werden.
[0015] Im Membranwellenband wird beim Zusammendrücken auf die gestreckte ein Bicgungsspannungs-
und ein Druckspannungszustand ausgelöst. Der letztere rührt daher, daß die von dem
Band gebildete Membran unter der Voraussetzung des Fehlens den Seitenflanken der Nut
eine der Abwicklung ihrer Bogenlänge entsprechende Streckung erfahren würden, welche
durch die von den Seitenwänden ausgeübte Widerlagerduücke rückgängig gemacht werden
muß. Dabei besitzen die ausgelösten Druckspannungen etwa die Größenordnung der Biegurgsspannungen,
wodurch es zu relativ resultierenden Druckspannungen kommt. Den dadurch an den Werkstoff
gestellten Anforderungen läßt sich durch die eingangs bezeichneten Werkstoffe Rechnung
tragen.
[0016] Das Membranwellenband erleidet unter den hohen Druckspannungen auch noch eine Beanspruchung
auf Beulung. Da sich jedoch im Kontaktflächenbereich von Druckübertragungs- und Membranwellenband
ein Widerlager gegen Ausbeulen ausbildet, welches seinen Schlankheitsgrad auf etwa
1/i = 15 herabsetzt, ist kein Ausbeulen der Membran zu befürchten.
[0017] Die hohen, das Ausstrecken des Wellenbandes beim Zusammendrücken verhindernden Seitenkräfte
liefern den Hauptbeitrag zur Abdichtung, und zwar einen solchen, der die aufzubringenden
Zusammenziehungs kräfte nicht vergrößert.
[0018] Nach der Bandmpntage steht zwischen der Bodenfläche der Nut und dem Druckübcriragungsbard
überall die gleiche Lichtraumhöhe teils oberhalb teils unterhalb des Membranwellenbandes
zur verfügung, so daß nur das letztgenannte Band und nicht auch noch das Druckübertragungsband
zusammengedrückt werden müssen. Unabhängig hiervon erfährt das Druckübertragungsband
aber noch eine Zusammendrückung dadurch, daß die Druckbelastung des Membranwellenbandes
eine Querdehnung auslöst; sie wird durch zusätzliche Pressungen auf das Druckübertragungsband
rückgängig gemacht.
[0019] Die Einzelheiten, weiteren Merkmale und andere Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsformen anhand der Figuren in der
Zeichnung; es zeigen
Fig. 1 eine Anordnung zur Abdichtung gemäß der Erfindung in ihrer Anwendung auf Stahlbetontübbinge,
wobei der Querschnittsaufbau im Montagezustand gezeichnet und die zusammengedrückt
Lage des Druckübertragtungs- und des Membranwellenbandes eingezeichnet sind,
Fig. 2 in der Fig. 1 entsprechender Darstellung den Montagezustand einer abgeänderten
Ausführungsform,
Fig. 3 die Teile der Fig. 2 in zusammengedrücktem Zustand,
Fig. 4 die Anwendung der erfindungsgemäßen Anordnung auf die Abdichtung eines Wasserbehälters
mit aufgesetzter Dachschale, wobei die Dichtung vor dem Einschalen wiedergegeben ist
und
Fig. 5 in der Fig. 4 entsprechender Darstellung die Anordnung nach dem Ausschalen.
[0020] Gemäß Fig. 1 ist in den Stirnseiten eines allgemein mit 1 bezeichneten Stahlbetontübbings
eine umlaufende Nut 2 angebracht. Die Nut hat eine ebene Bodenfläche 3.und gemäß dem
in Fig. 1 wiedergegebenen Ausführungsbeispiel ebene Seitenflanken 4 bzw. 5, so daß
sich ein allgemein rechteckiger Querschnitt für die Nut ergibt.
[0021] Zur Abdichtung wird ein Membranwellenband 7 benutzt, das im Querschnitt annähernd
rechteckig ist. Bezogen auf die bei y wiedergegebene Mitte der Nut 2 ist das Membranwellenband
nach Art einer Kosinuswelle gekrümmt.. Die Amplitude.hat die Höhe f. Im Querschnitt
stellt das Membranwellenband eine auf dem Boden 13 liegende Wellplatte dar. Deswegen
liegt seine Unterkante im Scheitel um das Maß 2 f über dem Boden.
[0022] Ein Druckübertragungsband 8 liegt satt auf dem Menbranwellenband 7 auf. Deswegen
befindet sich seine Unterkante 9 um das Maß 2 f über dem zusammengedrückten Membranwellenband.
Es muß daher um das Maß h in die Mut 2 eingreifen und um daß Maß 2 f über diese hinausragen.
Unter diesen Umständen verschwindet das Druckübertragungsband 8 beim Zusammendrücken
vollständig in der Nut 2. Folglich beträgt seine Dicke h + 2 f.
[0023] Hiernach besitzt der gesamte Dichtungskörper 4 f + 2 h im Montagezustand und 2 f
+ 2 h im zusammengedrücktem Zustand. Das letztere Maß entspricht aber gleichzeitig
der Tiefe der Nut, deren Breite mit 1 bezeichnet sei.
[0024] Bei der Montage wird zunächst das abdichtende Membranwellenband 7 für sich allein
in die Nut 2 eingelegt. Das erfolgt so, daß die Kosinuswelle der Unterseite 12 des
Membranwellenbandes 7 an den Seitenwänden 4 den Boden wie bei 15 und 16 gezeichnet
berührt. Auf diese Weise greifen die den Abdichtungseffekt bereitstellenden Seitenschübe
des zusammengedrückten Membranwellenbandes nah am Boden und damit spannungsgünstig
für den Stahlbetontübbing 1 an. Danach wird das im Querschnitt rechteckige Druckübertragungsband
8 in die Nut 2 eingelegt. Vorher sind die beiden Bänder im Kontaktbereich bei 17 mit
einem Spezialkleber bestrichen und verklebt worden. Durch diese bei 17 wiedergegebene
Verbindung zwischen den beiden Bändern 7 und 8 wird eine Montagehilfe erreicht.
[0025] Zwischen den Seiten 17 und 18 des Druckübertragungsbandes ist je ein Spalt S gegenüber
den Seitenflanken 4 und 5 der Nut 2 belassen. Insgesamt muß das Druckübertragungsband
8 mindestens 1 mm schmaler als die Nut sein, was sich aus statischen Gründen ergibt.
[0026] Eine Vorstellung von den optimalen Abmessungen der Anordnung nach Fig. 1 erhält man,
wenn man bei 50 mm Fugenbreite einen Abstand des Maximums der Mittellinie von ihrer
durch die Enden verlaufenden Basislinie zugrunde legt, der 16 mm beträgt. Die annähernd
maßstabgerechte Wiedergabe der Fuge und der Bänder 7 und 8 ermöglicht durch Interpolation
die Ermittlung der Zwischenwerte.
[0027] Unter den angenommenen Verhältnissen hat das Druckübertragungsband eine Dicke von
22 mm, was genau der Gesamthöhe des Membranwellenbandes im Einbauzustand entspricht.
Es schließt daher bei 6 mm Einlaßmaß im Zusammendrückungszustand des Wellenbandes
gerade bündig mit der Fugenoberfläche ab, was einer For- derung der Tübbinghersteller
entspricht.
[0028] Im Gegensatz zum Membranwellenband schließt das Druckübertragungsband unter Belassung
der beiden an den Seitenflanken 4 und 5 der Nut auftretenden Spalte S an. Ohne diese
Spalte würde es infolge der Querdehnung des Membranwellenbandes im zusammengedrückten
Zustande zu sehr hohen Druckspannungen im Druckübertragungsband kommen, weil im zusammengedrückten
Zustand eine Queraufweitung in y-Richtung ausgelöst wird.
[0029] Im allgemeinen genügt eine Spaltweite von 0,7 mm, wobei die etwa auf eine Breite
von 5 mm beschränkte Yerklebung der beiden Bänder ein Herausdrehen des Druckübertragungsbandes
beim Zusammensichen der Tübbinge normalcrweise ausschließt.
[0030] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 hat die Nut 2 einen trapezförmigen Querschnitt
mit von innen nach außen divergierenden Flanken 20 und 21. Das Membranwellenband 7
ist im Bezug auf die Mitte 23 der Nut 2 doppelt sinusförmig gekrümmt, wobei die beiden
Maxima 24 und 25 symmetrisch gegenüber der Mittellinie angeordnet sind. An den Enden
26 und 27 liegt das Membranwellenband wiederum den beiden Randbereichen 28 und 29
zwischen den Seitenflanken und der Bodenfläche der Nut an. Nach dem Einlegen des Membranwellenbandes
wird das Druckübertragungsband 8 eingebaut, welches unter Belassung der bei 30 und
31 wiedergegebenen Spalte zwischen seinen Seitenflanken 31 bzw. 32 und den Seitenflanken
20 und 21 der Nut 2 in diese eingepaßt ist. Die Oberseite des Druckübertragungsbandes
ist mit einem aufkaschierten Metallbiech 33 versehen.
[0031] Der in Fig. 3 wiedergegebene zusammengedrückte Zustand entspricht im wesentlichen
dem, was im Zusammenhang mit Fig. dargestellt und beschrieben worden ist.
[0032] Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Nutabdichtungen von Tübbingen beschränkt,
die in den Fig. 1 - 3 wiedergegeben ist. Allgemein ist sie auf Gestaltungsfälle anwendbar,
in denen ein Konstruktionsglied gegen ein anderes oder ganze Tragwerke gegen eine
Bodenplatte oder ein Fundament alterungsbeständig abzudichten sind. Auch spielt die
Gestaltung der Nut im Hinblick auf den Umriß des Tragwerkes keine entscheidende Rolle,
d.h. rechteckige Grundrisse sind nicht Voraussetzung. Es können auch kreisförmige
und anders gekrümmte Grundrisse bewältigt werden.
[0033] Unter diesen Umständen ergeben sich andere Überstände des Druckübertragungsbandes
über der Nut, d.h. die Überstände werden in der Regel größer als bei Tübbinger sein.
Außerdem kann es fallweise notwendig werden, die Weite der Spalte S bzw. 30, 31 mit
Rücksicht auf die in Betracht zu ziehenden Relativbewegungen zu erweiterr
[0034] Es stellt jedoch einen wesentlichen Vorteil der Erfindu dar, daß Relativbewegungen
zwischen den zur Abdichtung gelangenden Tragwerksteilen einbezogen werden können,
weil nur das Membranwellenband angepaßt zu sein braucht während man beim Druckübertragungsband
Spiel zum Ablauf von Relativbewegungen belassen kann.
[0035] Bei den in den Fig. 4 und 5 wiedergegebenen Anwendungsbeispielen handelt es sich
um einen kreisför- migen Reinwasserbehälter, dessen Behälterschale mit 40 bezeichnet
ist. Auf der Oberseite der Behälter- schale 40 stützt sich eine Dachschale 41 ab,
die außer Vindkräften keine Horizontalschübe auf die Behälterschale 40 ausüben soll.
Diese Forderung ergibt sich daraus, daß der Reinwasserbehälter in radialer Dichtung
lediglich Belastungen aus dem Wasserdruck unterworfen sein soll. Sie erfordert andererseits,
daß die Auflagerung der Dachschale 41 radial beweglich ist und die Abdichtungsanordnung,
die allgemein mit 42 bezeichnet ist, eine Relativbewegung zwischen Behälterschale
40 und der Dachschale 41 nur geringfügig behindert.
[0036] In Fig. 4 ist dargestellt, wie eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Druckübertragungsband
7 und dem Dachschalenbeton hergestellt wird. Zu diesem
[0037] Zweck ist auf das Druckübertragungsband 7 ein Stahl- 'blech 43 aufkaschiert. Deswegen
bleibt der Beton der Dachschale 41 nach dem Erhärten auf dem Stahlblech 43 kleben,
wodurch die Übertragung von Windkräften der Dachschale 41 auf die Behälterschale 40
durch das Druckübertragungsband 7 sichergestellt ist.
[0038] Der Raum beiderseits des Überstandes 44 des Druckübertragungsbandes 7 ist mit Stuckplatten
aus ge- schäumtem Kunststoff (Styropor) ausgelegt, was bei 45 und 46 dargestellt ist.
Im Inneren des Behälters bei 47 stützt sich die Schalung für die Dachschale
41 wie üblich auf dem Behälterboden ab, was nicht dargestellt ist. Der auf die Platten
45 und 46 und das Druckübertragungsband 7 entfallende Gewichtsanteil des flüssigen
Betons ist so gering, daß die unter ihm eintretende Zusammendrüokung vernachlässigt
werden kann.
[0039] Der Überstand des Druckübertragungsbandes 7 und damit auch die Ausgangsdieke der
aus den Platten 45 und 46 gebildeten Schicht beträgt beispielsweise 36 mm. Nach dem
Ausschalen drückt sich das Hembranwellenband unter der Dachlast um 2 f = 16 mm zusagen.
Mindestens im gleichen Maße verringert sich die Höhe der Platten 45, 46 und des Druckübertragungsbandes
7; eher wird die Verringerung noch etwas größer, da das Druckübertragungsband 7 ebenfalls
eine geringfügige Zusammendrückung erfährt.
[0040] Unter der Einwirkung des Schwindens des Betons und von Temperaturänderungen wird
die Dachschale 41 gegenüber der Behälterschale 40 Relativbewegungen ausführen, deren
Größe von den Abmessungen der Dachschale 41 abhängt. Beispielsweise können diese Relativbewegungen
zur Außenseite hin 1 mm und zur Innenseite hin (Schwindverkürzung) 2 mm betragen.
Diesen Maßen entsprechen die zwischen Nutwandungen und Druckübertragungsband vorgesehenen
Spalte, die in Fig. 4 bei 48 und 49 wiedergegeben sind.
1. Anordnung zur Abdichtung von mit Nuten versehenen Fugen zwischen Ausbauteilen,
vorzugsweise zwischen .Stahlbetontübbingen, bei der in jede vorzugsweise ebene Seitenflanken
und eine ebene Bodenfläche aufweisende Nut ein viskoelastisches Fugenband eingelegt
ist, das sich mit seinen Seitenflanken der Nutflanken anlegt und mit einen viskoelastischen
Ring zusammenwirkt, wobei das Fugenband und der Ring aufeinander abgestützt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß das als Membranwellenband (7) ausgebildete Fugenband mit
seinen Rändern (17, 18; 31, 32) den beiden Randbereichen (28, 29) zwischen den Seitenflanken
(4, 5; 20, 21) und der Bodenfläche (13) der Nut (2) anlegbar ist, und daß der nach
dem Einlegen des Membranwellenbandes (7) auf diesem abgestützte Ring als Druckübertragungsband
(8) ausgebildet ist, welches unter Belassun je eines Spaltes (S) zwischen seinen Seitenflanke
(17, 18; 31, 32) und den Seitenflanken (4, 5; 20, 21) der Nut (2) in diese eingepaßt
ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß das im Querschnitt wenigstens
annähernd rechteckige Membranwellenband (8) bezogen auf die Mitte (y; 23) der Nut
(2) nach Art einer Kosinuswelle gekrümmt ist, und daß das im Querschnitt dickere sowie
rechteckigen Umriß aufweisende Druckübertragungsband (8) auf den Scheitelbereich (17)
der Kosinuswelle mit dem Membranwellenband verklebt ist.
3. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß die orthogonal
zur Bodonfläche (13) gemessene Gesamthöhe des Membranwellenbandes (7) und des Druckübertragungsbandes
(8) im zusammen- gedrückten Zustand gleich der Nuthöhe ist und daß nach erfolgter
Montage und vor der Zuusammendrückung die Gesamthöhe gleich der Summe aus dem Vierfachen
der Amplitudenhöhe (f) der Kosinuswelle und dem Zweifachen der Dicke (h) des Membranwellenbandes
(7) ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß mehrere
Wellen im Membranwellenband (7) vorgesehen sind, wobei die Minima und Maxima der Wellen
symmetrisch zur Nutmitte (y; 23) angeordnet sind.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine auf der Oberseite
des Membranwellenbandes (8) angebrachte Stahlblechkaschierung (33, 43).