(19)
(11) EP 0 001 103 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.03.1979  Patentblatt  1979/06

(21) Anmeldenummer: 78100815.6

(22) Anmeldetag:  04.09.1978
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)2G03G 9/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB NL

(30) Priorität: 10.09.1977 DE 2740870

(71) Anmelder: HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT
65926 Frankfurt am Main (DE)

(72) Erfinder:
  • Herrmann, Heinz, Dr.
    D-6200 Wiesbaden 12 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Flüssigentwickler und hierzu geeigneter Ladungssteuerstoff


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf einen Flüssigentwickler fü die Entwicklung elektrostatischer Ladungsbilder, welcher aus elektrisch isolierender Trägerflüssigkeit hohen Widerstandes und niedriger Dielektrizitätskonstanten besteht in welcher Pigmente, Farbsteffe, harzförmige Bindemittel, weitere übliche Zusätze und Ladungssteuerstoff dispergiert oder gelöst enthalten sind, wobei der Ladungssteuerstoff ein Copolymerisat aus N-Vinyl-2- pyrrolidon und Methacrylsäureester darstellt, das als Terpolymer zusätzlich ein weiteres Acrylmonomer enthalten kann.


    Beschreibung


    [0001] Flüssigentwickler und hierzu geeigneter Ladungssteuerstoff

    [0002] Die Erfindung bezieht sich auf einen Flüssigentwickler für die Entwicklung elektrostatischer Ladungsbilder bestehend aus einer elektrisch isolierenden Trägerflüssigkeit hohen Widerstandes und niedriger Dielektrizitätskonstanten, in welcher Pigment, Farbstoff, harzförmiges Bindemittel, Ladungssteuerstoff und übliche Zusätze dispergiert oder gelöst sind und auf einen Ladungssteuerstoff.

    [0003] Flüssigentwickler werden bei elektrophotographischen oder elektrographischen Kopierprozessen eingesetzt zum Sichtbarmachen latenter elektrostatischer Ladungsbilder. Sie bestehen prinzipiell aus gefärbten Partikeln, die in einer Lösung von harzartigen Bindemitteln und Ladungssteuerstoff in einer Trägerflüssigkeit dispergiert sind. Im elektrischen Feld des Ladungsbildes werden die mit Ladungssteuerstoff und Bindemittel behafteten, gefärbten Partikeln elektrophoretisch abgeschieden.

    [0004] Es ist bekannt, die Pigmente vor dem Dispergieren mit einem Harzüberzug zu versehen. Die Harze, die auch Polymere sein können, werden physikalisch oder auch chemisch, etwa durch Pfropfpolymerisation, mit den Pigmentpartikeln verbunden (US-Patent 3,968,044, DE-OS 25 38 581). Hierdurch erhält man besonders stabile Dispersionen.

    [0005] Die auf die Pigmentoberfläche aufgebrachten Harze üben eine gewisse Wirkung als Ladungssteuerstoff aus, die so erheblich sein kann, daß man bei solchen Pigmentdispersionen keinen Zusatz an Ladungssteuerstoff benötigt.

    [0006] Die in der Trägerflüssigkeit löslichen, harzartigen Bindemittel dienen, zusammen mit den auf die Pigmentoberfläche aufgebrachten Harzen oder Polymerüberzügen, zur Fixierung der Pigmentpartikeln auf dem Ladungsbild oder, nach Transfer, zur Fixierung auf einem entsprechenden Kopiermedium, wie zum Beispiel Papier.

    [0007] Bei Pigmentpartikeln, welche von der Photoleiterschicht auf blankes Papier übertragen werden, muß der Anteil an fixierendem Harz besonders hoch liegen. Solche Pigmentpartikeln lassen sich nicht gut mit in aliphatischen Kohlenwasserstoffen löslichen Harzen herstellen, da die erforderliche Menge an Harz die Viskosität der Trägerflüssigkeit auf Werte anhebt, bei denen die elektrophoretische Abscheidung erschwert wird. Die Herstellung entsprechender Flüssigentwickler gelingt dagegen bei Verwendung von Dispersionen von Polymeren in aliphatischen Kohlenwasserstoffen, sogenannten Organosolen oder Dispersimeren. Mit ihnen werden bindemittelreiche, niedrigviskose Flüssigentwickler erhalten, die sich elektrophoretisch gut abscheiden. Flüssigentwickler dieser Art sind aus DE-OS 25 32 282, DE-OS 26 00 200 und DE-OS 21 14 773 bekannt.

    [0008] Der im aliphatischen Lösungsmittel lösliche Ladungssteuerstoff wird in der Regel aus der Lösung heraus von den Pigmentpartikeln absorbiert und bestimmt Höhe und Vorzeichen ihrer Aufladung. Vielfach wirkt der Ladungssteuerstoff gleichzeitig als Dispergiermittel. Falls das nicht der Fall ist, enthält der Flüssigentwickler zusätzlich Dispergiermittel. Die meisten bekannten Ladungssteuerstoffe vermitteln den Pigmentpartikeln positive Ladung. Sie sind zur Abscheidung auf negativ geladene elektrostatische Ladungsbilder brauchbar; hierzu zählen insbesondere Metallseifen. Negative Aufladung der Pigmentpartikeln wird durch Ladungssteuerstoffe, wie Lecithin, alkylierte Polyvinylpyrrolidone, Metallsalze langkettiger Alkylbenzolsulfonsäuren oder wie Metallsalze langkettiger Dialkylsulfobernsteinsäure hervorgerufen (DE-OS 19 30 784, DE-OS 24 02 953).

    [0009] Es hat sich jedoch gezeigt, daß die bekannten Ladungssteuerstoffe für negative Aufladung der Pigmentteilchen nicht ganz die gestellten Forderungen erfüllen. Polymerreiche, von der Photoleiterschicht auf Empfangsblätter transferierbare Pigmentpartikel werden vielfach zu schwach gesteuert. Oft ist auch die elektrische Leitfähigkeit des Ladungssteuerstoffs zu. groß. Schwach steuernde Stoffe mit relativ großer Leitfähigkeit machen dann in der für gute Ladungssteuerung benötigten Menge den Flüssigentwickler zu leitfähig. Dies wirkt sich besonders störend nach wiederholtem Nachfüllen mit frischem Entwicklerkonzentrat aus. Gelegentlich besteht sogar der Nachteil, daß durch den Ladungssteuerstoff bei län-. gerer Einwirkung die Photoleiterschichten in den Kopiergeräten angegriffen werden.

    [0010] Manche der bekannten Ladungssteuerstoffe zeigen mehrere der aufgeführten Nachteile gleichzeitig.

    [0011] Es war deshalb die Aufgabe der Erfindung, negativ aufladende Ladungssteuerstoffe zur Verfügung zu stellen, welche bei starker Steuerwirkung eine geringe elektrische Leitfähigkeit aufweisen und die Photoleiterschichten nicht angreifen.

    [0012] .Die gestellte Aufgabe wurde durch einen Flüssigentwickler der eingangs genannten Art gelöst, welcher dadurch gekennzeichnet ist, daß der Ladungssteuerstoff ein in der Trägerflüssigkeit lösliches Copolymerisat ist, welches aus 1 - 50 Gewichtsprozent N-Vinyl-2-pyrrolidon und 50 - 99 Gewichtsprozent Methacrylsäureester besteht. In einer bevor-. zugten Ausführungsform enthält das Copolymerisat 15 - 40 Gewichtsprozent N-Vinyl-2-pyrrolidon und 60 - 85 Gewichtsprozent Methacrylsäureester.

    [0013] Hierdurch wird erreicht, daß den in der Trägerflüssigkeit enthaltenen Pigmentpartikeln eine hohe negative Aufladung verliehen wird. Die mit den erfindungsgemäßen Ladungssteuerstoffen versetzten Flüssigentwickler entwickeln positiv geladene, latente elektrostatische Ladungsbilder sauber und schleierfrei.

    [0014] Besonders geeignet sind solche Copolymerisate mit Methacryl- säureester mit Alkoholkomponenten, welche mindestens a Kohlenstoffatome in gerader oder verzweigter Kette tragen. Als Methacrylsäureester werden insbesondere 2-Äthyl-hexylmetha- acrylat, Dodecylmethacrylat und Octadecylmethacrylat eingesetzt. Hierdurch wird zusätzlich erreicht, daß der erfindungsgemäße Steuerstoff in der Trägerflüssigkeit gut löslich ist und gleichzeitig ein ausgezeichnetes Dispergiermittel darstellt, durch welches dem Flüssigentwickler gute Stabilität verliehen wird.

    [0015] Erfindungsgemäße Steuerstoffe haben eine vorteilhaft niedrige elektrische Leitfähigkeit. Sie können deshalb dem Flüssigentwickler in hoher Konzentration zugefügt werden, ohne daß störende Leitfähigkeitswerte erreicht werden. Sie greifen andererseits Photoleiterschichten, welche aus Selen bestehen oder dieses enthalten, nicht an.

    [0016] Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Ladungssteuerstoffes können neben den Komponenten der Methacrylsäureester und des N-Vinyl-2-pyrrolidons auch kleinere Mengen anderer Monomerer mitverwendet werden. Hier sind Monomere geeignet, die Acrylmonomere mit polarer Seitengruppe.darstellen, wie Methacrylsäure, Acrylsäureamid oder Hydroxyalkylmethacrylat. Sie werden in-Mengen bis zu 5 Gewichtsprozent einpolymerisiert.

    [0017] Andererseits, so wurde gefunden, sind als weitere Monomerkomponente auch Methacrylsäureester mit einer Alkoholkomponente mit höchstens 6 Kohlenstoffatomen geeignet, wobei das Copoly- mer bis zu 30 Gewichtsprozent des kurzkettigen Methacrylsäureesters enthält.

    [0018] Die Copolymerisate lassen sich durch Erwärmen einer Lösung von N-Vinyl-2-pyrrolidon und der Methacrylsäureesterkomponente in Stickstoffatmosphäre unter Rühren in Gegenwart eines Polye merisationsstarters herstellen. Als Starter kann z. B. Azoisobuttersäuredinitril (AIBN) verwendet werden. Die Polymerisationstemperatur richtet sich nach der Art des Starters. So wird mit AIBN vorzugsweise im Bereich von etwa 70 bis 90°C gearbeitet.

    [0019] Die Polymerisation erfolgt in einem Lösungsmittel, das vorzugsrweise der gleiche aliphatische Kohlenwasserstoff ist, der auch später Hauptbestandteil der Trägerflüssigkeit ist. Falls sich eine Polymerisationskomponente hierin nicht löst, kann man selbstverständlich die Polymerisation auch in einem anderen Lösungsmittel, z. B. Toluol, ablaufen lassen. Anschließend wird dann das verwendete Lösungsmittel abgezogen und das zurückbleibende Polymerisat in dem aliphatischen Kohlenwasserstoff gelöst.

    [0020] Die beste Steuerwirkung zeigen Polymerisate,die nur trüb löslich sind. Die Trübungen werden vermutlich verursacht durch hohes Molekulargewicht oder auch durch einsetzende Pfropfpolymerisation von unverbrauchtem N-Vinyl-2-pyrrolidon auf die gebildete Mischpolymer-Kette.

    [0021] Der erfindungsgemäße Ladungssteuerstoff eignet sich zur Hezstellung aller Arten von Flüssigentwicklern. So kann man z. B. in der Polymer-Lösung blanke Ruße dispergieren, anschließend Fixierstoffe - wie lösliche Harze oder Polymerorganosole - und eventuell eine weitere Menge an Ladungssteuerstoff zusetzen, Anstelle des Rußes kann man auch geharzte, geflushte oder mit Polymeren gepfropfte Ruße oder auch andere Pigmente einsetzen. In jedem Fall bewirken die erfindungsgemäßen Steuermittel klare negative Aufladung der Pigmentteilchen.

    [0022] Als Zusätze können die Flüssigentwickler zum Beispiel Wachse enthalten, die das Sedimentationsverhalten des Flüssigentwicklers oder die Wischfestigkeit der entwickelten Bilder günstig beeinflussen. Diese Zusätze werden im allgemeinen in dem Pigmentanteil entsprechenden Mengen eingesetzt.

    [0023] Es hat sich gezeigt, daß erfindungsgemäß geringere Mengen eingesetzt werden können und günstige Wirkungen hervorrufen. So wird die Lebensdauer eines Flüssigentwicklers im Gebrauch wesentlich verbessert, wenn nur O,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Pigment, an halogenhaltigen Wachsen anwesend sind.

    [0024] Als halogenhaltige Wachse eignen sich besonders hochchlorierte oder fluorierte Paraffine, wobei die letzteren durch thermischen Abbau von Polytetrafluoräthylen gewonnen werden und in aliphatischen Kohlenwasserstoffen löslich sind.

    Beispiele



    [0025] In den Beispielen 1 - 8 wird die Herstellung des erfindungsgemäßen Ladungssteuerstoffs beschrieben. Die Beispiele 9 bis 12 betreffen hiermit hergestellte Flüssigentwickler.

    Beispiel 1



    [0026] In einem mit Rührwerk, Rückflußkühler, Thermometer und Gaseinleitungsrohr versehenen 500 ml 4-Halskolben werden 100 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich 160 - 180°C, 70 g 2-Äthylhexylmethacrylat, 10 g N-Vinyl-2-pyrrolidon und 0,3- g AIBN eingefüllt. Die Mischung wird unter Rühren 10 Minuten lang bei Raumtemperatur mit Stickstoff gespült, dann in Stickstoffatmosphäre in einem Glycerinbad erwärmt. Die Polymerisationsdauer beträgt 6 Stunden bei einer Badtemperatur von 80°C. Die resultierende Copolymerisatlösung ist fast klar.

    Beispiel 2



    [0027] Ein nach Beispiel 1 ausgerüsteter 21 4-Halskolben wird beschickt mit 600 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich etwa 160 - 180°C, 390 g 2-Äthylhexylmethäcrylat, 90 g N-Vinyl-2-pyrrolidon und 1,8 g AIBN. Nach zehnminütigem Spülen mit Stickstoff wird 5 Stunden lang bei 80°C polymerisiert. Die resultierende viskose Polymerlösung ist trüb.

    Beispiel 3



    [0028] Beispiel 1 wird wiederholt mit folgender Mischung: 100 g des aliphatischen Kohlenwasserstoffs, 62,5 g-2-Äthyl- hexylmethacrylat, 17,5 g N-Vinyl-2-pyrrolidon und 0,3 g AIBN. Die Polymerisationsdauer beträgt 5 Stunden. Es ergibt sich eine trübe Polymerlösung.

    Beispiel 4



    [0029] In der in Beispiel l beschriebenen Apparatur werden 100 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich etwa 160 - 180°C, 65 g 2-Äthylhexylmethacrylat, 15 g N-Vinyl-2-pyrrolidon und 0,3 g AIBN unter Stickstoffatmosphäre bei ansteigender Temperatur gerührt. Das Heizbad wird je l Stunde lang auf 65, 70, 75, 80, 85 und 90°C gehalten.

    [0030] Die entstehende Polymerlösung hat fast die gleichen Eigenschaften wie die Lösung nach Beispiel 2.

    Beispiel 5



    [0031] In der Apparatur nach Beispiel 1 wird folgende Mischung 5 Stunden lang bei 80°C unter Stickstoff polymerisiert. 100 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, 65 g Dodecylmethacrylat, 15 g N-Vinyl-2-pyrrolidon und 0,3 g AIBN. Es entsteht eine schwachtrübe Polymerlösung.

    Beispiel 6



    [0032] 100 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs. Siedebereich 160 - 180°C, 65 g 2-Äthylhexylmethacrylat, 13 g N-Vinyl-2-pyrrolidon, 2 g 2-Hydroxypropylmethacrylat und 0,3 g AIBN werden in der Apparatur nach Beispiel 1 4 1/2 Stunden lang bei 80°C polymerisiert. Die zur Gelatinierung neigende Polymerlösung wird noch warm mit dem verwendeten aliphatischen Kohlenwasserstoff auf ein Gesamtvolumen von 400 ml aufge- füllt. Die Polymerlösung zeigt schwache Trübung.

    Beispiel 7



    [0033] 100 g eines aliphatischen Kohlenwassetstoffs,.65 g 2-Äthyl- hexylmethacrylat, 14,5 g N-Vinyl-2-pyrrolidon, 0,5 g Methacrylsäure und 0,3 g AIBN werden 4 1/2 Stunden lang bei 80°C polymerisiert. Es entsteht eine klare Polymerlösung.

    Beispiel 8



    [0034] 300 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, 68,2 g Stearylmethacrylat, 40 g N-Vinyl-2-pyrrolidon und 0,3 g AIBN werden 5 Stunden lang bei 80°C polymerisiert. Man erhält eine milchig-trübe Polymerlösung.

    Beispiel 9



    [0035] In einer Rührwerkskugelmühle Molinex PE 5 (Firma Netzsch, Selb) werden 36 g Russ mit 162 g Polymerlösung nach Beispiel 2 und 300 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich 175- 190°C, 3 Stunden lang vermahlen. Gegen Ende des Mahlprozesses werden noch 450 g des Kohlenwasserstoffs hinzugefügt

    [0036] 300 g der so gewonnenen Rußdispersion werden verrührt mit 100 g einer organischen Polymerdispersion nach DT-AS 21 14 773 Beispiel 2, und mit weiteren 120 g Polymerlösung nach Beispiel 2 dieser Anmeldung, Durch Verdünnen der Mischung mit ; 13 1 eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich 160 - 180°C, wird ein Flüssigentwickler gewonnen, der. positive Ladungsbilder sauber entwickelt.

    Beispiel 10


    a) Herstellung eines gepfropften Russes



    [0037] In einer Rührwerkskugelmühle Molinex PE 5 mit abgedichtetem mit Rückflußkühler, Tropftrichter und mit Gaseinleitungs-rohr versehenem Mahlbehälter werden 36 g Russ in 43,8 g Polymerlösung aus Beispiel 2 und in 300 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich 175 - 190°C innerhalb 1/2 Stunde dispergiert. Die Suspension wird versetzt mi 109,5 g Dodecylmethacrylat, 9,6 g Vinylacetat, 6,3 g Styrol, 1,2 g Methacrylsäure und 0,23 g AIBN. Nach Verdrängen der Luft durch Stickstoff wird die Pfropfpolymerisation durch Erwärmen des Mahlbehälters auf 80°C eingeleitet. Nach 3 1/2 Stunden bei 80°C wird die Polymerisation durch langsames Abkühlen des Behälters auf ca. 30 C.gestoppt. Die Suspension des gepfropften Russes wird schließlich

    [0038] mit weiteren 450 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich 175 - 190°C, verdünnt.

    b) Flüssigentwickler



    [0039] 60 g der hergestellten Pfropfrußsuspension werden mit 20 g der in Beispiel 1 erwähnten organischen Polymerdispersion und mit weiteren 10 g Polymerlösung nach Beispiel 2 verrührt. Durch Verdünnen mit 2,5 1 eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich 160 - 180°C, wird ein guter Negativflüssigentwickler gewonnen.

    Beispiel 11



    [0040] Man teigt 72 g Ruß an mit 60Q g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, Siedebereich 175 - 190°C, und 100 g einer käuflichen 40 %igen Lösung eines Terpolymeren aus 76 % Dodecylmethacrylat, 20 % Methylmethacrylat und 4 % N-Vinyl-2-pyrrolidon in Neutralöl. Nach mehrstündiger Lagerung vermahlt man die Mischung bei 80°C in einer Rührwerkskugelmühle Molinex PE 5. Gegen Ende des dreistündigen Dispergierprozesses kühlt man auf Zimmertemperatur ab und fügt noch weitere 900 g des Kohlenwasserstoffes hinzu.

    [0041] 1350 g der gewonnenen Ruß-Dispersion werden verrührt mit 60 g der oben genannten käuflichen Terpolymer-Lösung, 1350 g eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs mit Siedebereich 160 180°C und 12 g einer gesättigten Lösung eines chlorierten Paraffins mit 70 % Chloranteil im gleichen Kohlenwasserstoff.

    [0042] Beim Verdünnen des so hergestellten konzentrierten Toners mit aliphatischem Kohlenwasserstoff im Verhältnis 1 ; 12 erhält man einen gut kopierenden Negativ-Entwickler.

    Beispiel 12



    [0043] 



    [0044] 3 1/2 Stunden lang in einer Rührwerkskugelmühle Molinex PE 5 vermahlen. Gegen Ende des Mahlvorganges verdünnt man langsam mit weiteren



    [0045] Aus dem so gewonnenen Toner-Konzentrat erhält man durch Verdünnen mit der ca. 12-fachen Menge des letztgenannten aliphatischen Kohlenwasserstoffes einen Entwickler der mehr als 10.000 gute Kopien liefert; ohne Polytetrafluoräthylen-Wachs kopiert der Entwickler nach 1.000 Kopien nicht mehr ganz grundfrei.


    Ansprüche

    1. Flüssigentwickler für die Entwicklung elektrostatischer Ladungsbilder, bestehend aus einer elektrisch isolierenden Trägerflüssigkeit, in welcher Pigment bzw. Farbstoff, harzförmiges Bindemittel, Ladungssteuerstoff und übliche Zusätze dispergiert oder gelöst sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Ladungssteuerstoff ein in der Trägerflüssigkeit lösliches Copolymerisat ist, welches aus 1 - 50 Gew.-% N-Vinyl-2-pyrrolidon und 50 - 99 Gew.-% Methacrylsäureester besteht.
     
    2. Flüssigentwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ladungssteuerstoff ein Copolymerisat ist, welches wenigstens aus 15 - 40 Gew.-% N-Vinyl-2-pyrrolidon und 60 - 85 Gew.-% Methacrylsäureester besteht.
     
    3. Flüssigentwickler nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Methacrylsäureester eine Alkohol-Komponente besitzt, die aus mindestens 6 Kohlenstoffatomen besteht.
     
    4. Flüssigentwickler nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Copolymerisat 2-Äthyl-hexylmethacrylat enthält.
     
    5. Flüssigentwickler nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Copolymerisat Dodecylmethacrylat enthält.
     
    6. Flüssigentwickler nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Copolymerisat Octadecylmethacrylat enthält.
     
    7. Flüssigentwickler nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ladungssteuerstoff ein Copolymerisat ist, das zusätzlich ein Acrylmonomeres enthält.
     
    8. Flüssigentwickler nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet daß der Ladungssteuerstoff ein Copolymerisat ist, das zusätzlich ein Acrylmonomeres mit polarer Seitengruppe enthält.
     
    9. Flüssigentwickler nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet daß das Copolymerisat bis zu etwa 5 Gew.-% eines Acrylmonomeren mit polarer Seitengruppe enthält.
     
    10. Flüssigentwickler nach Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Acrylmonomere mit polarer Seitengruppe aus der Reihe der Methacrylsäure, Acrylsäureamid oder Hydroxyalkylmethacrylat ausgewählt ist.
     
    11. Flüssigentwickler nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichne daß der Ladungssteuerstoff ein Copolymerisat ist, das zusätzlich einen Methacrylsäureester mit einer Alkoholkomponente enthält, die höchstens 6 Kohlenstoffatome enthält.
     
    12. Flüssigentwickler nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Copolymerisat bis zu etwa 30 Gew.-% an kurzkettic Methacrylsäureester enthält.
     
    13. Flüssigentwickler nach Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß er 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Pigment bzw. Farbstoff, an halogenhaltigem Wachs enthält.
     
    14. Flüssigentwickler nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß er als halogenhaltiges Wachs ein hochchloriertes Paraffin enthält.
     
    15. Flüssigentwickler nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß er als halogenhaltiges Wachs ein fluoriertes Paraffin enthält.
     
    16. Ladungssteuerstoff aus einem Copolymerisat, welches aus 1 - 50 Gew.-% N-Vinyl-2-pyrrolidon und 50 - 99 Gew.-% Meth- .acrylsäureester besteht, zur negativen Aufladung von Pigmentteilchen.
     





    Recherchenbericht