[0001] Die Erfindung befaßt sich zunächst mit der konstruktiven Ausgestaltung eines symmetrischen
Nachrichtenkabels, wie es beispielsweise für Schaltzwecke in Telefonvermittlungseinrichtungen
eingesetzt wird und dessen Aufbau einer möglichen Konfektionierung der Kabelenden,
d. h. einer automatischen Steckermontage, Rechnung trägt, weiterhin auch mit einem
Verfahren und einer Vorrichtung zur Herstellung eines solchen Kabels.
[0002] Bei der Herstellung symmetrischer Nachrichtenkabel werden die einzelnen Verseilelemente
wie Paare, Dreier oder Vierer lagen- oder bündelweise zur Kabelseele verseilt. Beim
bündelweisen Aufbau von Nachrichtenkabeln, der im Hinblick auf die Montage von Garnituren
und im Hinblick auf Schaltarbeiten Vorteile bietet, werden beispielsweise fünf Sternvierer
oder fünf bis zehn Aderpaare zu einem Grundbündel und anschließend mehrere solcher
Grundbündel zu einem Hauptbündel verseilt. Ein solches Hauptbündel oder mehrere solcher
Hauptbündel bilden die Kabelseele (DE-GM 66 07 289).
[0003] Bei einem bekannten symmetrischen Nachiichtenkabel.mit Bündelaufbau sind jeweils
mehrere Aderpaare zu Adergruppen zusammengefaßt, die miteinander zu der von einem
Kabelmantel umgebenen Kabelseele verseilt sind. Dabei bilden die Aderpaare jeder Adergruppe
eine Art Flachleitung, indem die Aderpaare mittels flexibler, in regelmäßigen Abständen
angeordneter Halteelemente quer zur Aderlängsrichtung miteinander verbunden sind.
Die flexiblen Halteelemente können jeweils aus zwei Kunststoffstreifen bestehen, die
seitlich der Aderpaare miteinander verschweißt oder verklebt sind (DE-OS 17 65 463).
Durch einen derartigen Aufbau des Nachrichtenkabels, das insbesondere als Schaltkabel
für Telefonvermittlungseinrichtungen vorgesehen ist, läßt sich der Aufwand für die
Kennzeichnung der einzelnen Adern und Aderpaare sowie für die Verdrahtung der Kabelenden
vermindern. Bei einem anderen Kabel dieser Art sind die Adern jeder Adergruppe (Grundbündel)
auf einem bandförmigen Träger nebeneinander angeordnet und der Träger ist mit den
Adern zu einem rohrförmigen, das Grundbündel darstellenden Gebilde geformt (DE-OS
20 20 384, DE-OS 20 21 875). Weiterhin ist ein aus einem sogenannten Bandkabel bestehendes
Schaltkabel bekannt, bei dem das Bandkabel zur Verbesserung seiner Flexibilität abwechselnd
rechts-/linksgefaltet und mit einem Mantel umgeben ist (US-PS 20 04 612). Bandkabel,
bei denen eine Anzahl einzelner isolierter Leiter über ihre Isolierung auf einem gemeinsamen
Trägerkörper befestigt sind, können im übrigen dadurch hergestellt werden, daß man
die Adern zunächst um einen festen Dorn herum anordnet, die Adern danach an ihren
dem Dorn abgewandten Seiten mit einem gemeinsamen Kunststoffmantel umspritzt und daß
schließlich der Kunststoffmantel nach Entfernung des Dornes zwischen zwei Adern parallel
zu diesen aufgeschnitten und zu dem Trägerkörper aufgebogen wird (DE-AS 15 15 813).
[0004] Ausgehend von dem eingangs erwähnten symmetrischen Nachrichtenkabel, dessen von einem
Kabelmantel umgebene Kabelseele im wesentlichen aus einer oder mehreren Adergruppen
besteht, die ihrerseits aus mehreren verseilten Aderpaaren bestehen, wobei die Aderpaare
jeder Adergruppe mittels flexibler, in regelmäßigen Abständen angeordneter Halteelemente
quer zur Aderlängsrichtung miteinander verbunden sind und eine Flachleitung bilden,
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die konstruktive Ausgestaltung eines solchen
Kabels im Hinblick auf dessen Flexibilität, elektrische Eigenschaften (Kopplungswerte)
und rationelle Herstellung zu verbessern und ein zur Herstellung eines solchen Kabels
besonders geeignetes Verfahren sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete
Vorrichtung zu schaffen.
[0005] Zur Lösung dieser die konstruktive Ausgestaltung des Nachrichtenkabels betreffenden
Aufgabe ist gemäß der Erfindung vorgesehen, daß die flexiblen Halteelemente aus einseitig
mit den Aderpaaren verklebten oder verschweißten Fäden oder Bändern oder aus einer
auf die nebeneinander angeordneten Aderpaare aufgesponnenen und mit den Aderpaaren
verklebten oder verschweißten Haltewendel bestehen und daß die Aderpaare jeder Adergruppe
zu einem Bündel geformt und miteinander verseilt bzw. tordiert sind.
[0006] Bei einem derart ausgebildeten Nachrichtenkabel lassen sich die einzelnen Adergruppen
kontinuierlich fertigen, durch die Querverbindung der Adern jeder Adergruppe mittels
punktweise mit der Aderisolierung verklebter oder verschweißter Fäden oder Bänder
wird eine sehr gute Flexibilität jeder Adergruppe sowohl in Längsals auch in Querrichtung
erzielt und durch die Verseilung bzw. Tordierung der zu.einem Bündel geformten Aderpaare
ergeben sich relativ geringe Kopplungswerte zwischen den Aderpaaren benachbarter Adergruppen.
Insbesondere im Hinblick auf die Herstellung eines solchen Nachrichtenkabels kommen
auch die bei der bereits bekannten Konstruktion vorliegenden Vorteile voll zum Tragen,
nämlich die Möglichkeit einer kontinuierlichen Herstellung des Kabels in einem oder
höchstens zwei Arbeitsgängen, indem zunächst aus einzelnen Adern mittels der sogenannten
SZ-Verseilung parallel mehrere Aderpaare hergestellt, diese unmittelbar anschließend
mittels des Halteelementes zur Flachleitung geformt werden, die Flachleitung zu einem
Bündel geformt und beispielsweise mittels eines SZ-Verseilvorganges verseilt bzw.
tordiert wird. Mehrere solcher Bündel können anschließend in einem zweiten Arbeitsgang
miteinander verseilt und mit einem Kabelmantel umgeben werden.
[0007] Zur Herstellung des neuen Nachrichtenkabels ist ein Verfahren besonders geeignet,
bei dem aus mehreren Aderpaaren vorübergehend eine Flachleitung gebildet wird und
bei dem in Weiterbildung der Erfindung die Aderpaare zunächst längs der Mantellinien
eines Zylinders geführt und in dieser Zuordnung mittels einer Haltewendel vorübergehend
fixiert werden, wobei die Haltewendel mit der Oberfläche der Aderpaare verklebt oder
verschweißt wird, und bei dem die Haltewendel anschließend im gleichen Arbeitsgang
zwischen zwei einander benachbarten Mantellinien zugeordneten Aderpaaren aufgetrennt
und die mittels der aufgetrennten Haltewendel quer miteinander verbundenen Aderpaare
unter Verlassen der Mantellinien des Zylinders zum Bündel geformt und miteinander
zur Adergruppe verseilt bzw. tordiert werden. Auf diese Weise werden also die Halteelemente,
mit denen die einzelnen Aderpaare einer Adergruppe quer zur Aderlängsrichtung miteinander
verbunden sind, in einem kontinuierlichen Arbeitsgang aufgebracht.
[0008] Zur Durchführung dieses in Weiterbildung der Erfindung vorgesehenen Herstellungsverfahrens
ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine Vorrichtung besonders geeignet, bei
der hinter einer feststehend angeordneten Lochscheibe zur Führung der Aderpaare ein
in der Achse der Lochscheibe verlaufender zylindrischer Dorn angeordnet ist, dem ein
scheibenförmiges Führungsstück zur Zuordnung der Aderpaare zu den Mantellinien des
Dornes, ein Spinner zum Aufbrigen der Haltewendel, eine Einrichtung zum Verkleben
oder Verschweißen der Haltewendel mit den Aderpaaren und eine Vorrichtung zum Aufschneiden
der verklebten oder verschweißten Haltewendel zugeordnet sind, und bei der im Anschluß
an den Dorn eine Einrichtung zum Verseilen der Aderpaare zur Adergruppe angeordnet
ist.
[0009] Eine derartige Anordnung kann durch unterschiedliche Wahl des Dorndurchmessers an
unterschiedliche Aderpaarzahlen angepaßt werden. Weiterhin kann der Abstand der Paare
einer Adergruppe zueinander mit Änderung der Abmessung des Dornes variiert werden.
[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren 1 bis 4 dargestellt.
[0011] Fig. 1 zeigt ein Nachrichtenkabel, dessen Kabelseele aus dem Hauptbündel 1 besteht,
das mit einem aus einem längseinlaufend zum Rohr geformten Metallband 2 und einem
Kunststoffmantel 3 bestehenden Kabelmantel umgeben ist. Das Hauptbündel besteht aus
den fünf miteinander verseilten Grundbündeln 4 und jedes Grundbündel 4 aus einer gemäß
der Erfindung ausgebildeten Adergruppe. Hierbei sind mehrere parallel angeordnete
Aderpaare, beispielsweise gemäß Fig. 2 die Aderpaare 10 bis 14, mit Hilfe von quer
zur Aderlängsrichtung verlaufenden Halteelementen 15 zu einer Flachleitung geformt.
Die Halteelemente 15 sind einseitig zu den Aderpaaren 10 bis 14 angeordnet und mit
den Isolierungen der Adern verklebt bzw. verschweißt. Infolge eines kontinuierlich
ablaufenden Fertigungsprozesses verlaufen die Halteelemente 15 nicht senkrecht zur
Aderlängsrichtung, sondern schräg dazu.
[0012] Die Herstellung einer aus den Aderpaaren 10 bis 14 bestehenden Adergruppe erfolgt
mit der in Fig. 3 schematisch dargestellten Fertigungseinrichtung. Diese enthält im
wesentlichen eine feststehend angeordnete Lochscheibe 20, die, wie in Fig. 4 dargestellt,
symmetrisch zu ihrer Achse Führungslöcher 21 zur Führung der Aderpaare 10 bis 14 aufweist
und hinter der ein in der Achse der Lochscheibe verlaufender zylindrischer Dorn 22
angeordnet ist. Konzentrisch zu diesem Dorn ist ein Zentralspinner 23 angeordnet,
der gleichzeitig ein scheibenförmiges Führungsstück zur Fixierung der Aderpaare 10
bis 14 auf Mantellinien des zylindrischen Dornes 22 enthält. Mit Hilfe des Spinners
23 wird auf die Aderpaare 10 bis 14 eine Haltewendel 15' aufgesponnen, die nach Verlassen
des Spinnerarmes 24 eine mit dem Spinner umlaufende Einrichtung 25 zum Auftragen eines
Klebemittels auf die Haltewendel 15 durchläuft. Infolge dieses Klebemittels verklebt
die Haltewendel 15 mit der Oberfläche der Aderpaare 10 bis 14, wobei mittels einer
Ablüfteinrichtung 26 das Lösungsmittel des Klebers abgelüftet wird.
[0013] Hinter dem Ende des Dornes 22 ist eine Schneidvorrichtung 27 angeordnet, mit der
die Haltewendel 15 zwischen zwei Aderpaaren aufgetrennt wird. Damit wird die Formung
der Aderpaare 10 bis 14 zu einer Flachleitung fertiggestellt. Diese kann mit an sich
bekannten, anschließend anzuordnenden Vorrichtungen beispielsweise durch Falten oder
durch spiralförmiges Wickeln, wie in den Figuren 5 und 6 für ein aus sieben Aderpaaren
bestehendes Grundbündel schematisch dargestellt ist, zum Grundbündel geformt und dieses
tordiert bzw. verseilt werden. Alternativ kam die Flachleitung unmittelbar zum Grundbündel
tordiert bzw. verseilt werden.
[0014] Im Interesse einer möglichst rationellen Fertigung ist zweckmäßig vor der Lochscheibe
20 für jedes Aderpaar eine an sich bekannte, nicht näher dargestellte SZ-Verseileinrichtung
angeordnet, welche die von raumfest angeordneten Adervorräten ablaufenden Adern miteinander
zu den Aderpaaren 10 bis 14 verseilt.
[0015] Bei einer späteren Montage eines gemäß der Erfindung ausgebildeten Nachrichtenkabels
kann jedes runde Grundbündel wieder aufgelöst und zu einer Flachleitung gemäß Fig.
2 zurückgeformt werden. Dabei brauchen die einzelnen Aderpaare nicht mehr identifiziert
zu werden, da sich deren Zählfolge aus der Geometrie der Flachleitung ergibt. Eine
Unterscheidung der a- und b-Adern einzelner Aderpaare kann beispielsweise durch unterschiedliche
Farbgebung oder andere Indikatoren erfolgen. Auch die Zählrichtung innerhalb einer
Flachleitung kann beispielsweise durch eine farbige Randkennzeichnung festgelegt werden.
1. Symmetrisches Nachrichtenkabel, insbesondere Schaltkabel für Fernsprechvermittlungseinrichtungen,
dessen von einem Kabelmantel umgebene Kabelseele aus mehreren Adergruppen besteht,
die ihrerseits aus mehreren verseilten Aderpaaren bestehen, wobei die Aderpaare jeder
Adergruppe mittels flexibler, in regelmäßigen Abständen angeordneter Halteelemente
quer zur Aderlängsrichtung miteinander verbunden sind und eine Flachleitung bilden,
dadurch gekennzeichnet , daß die flexiblen Halteelemente aus einseitig mit den Aderpaaren
verklebten oder verschweißten Fäden (15) oder Bändern oder aus einer auf die nebeneinander
angeordneten Aderpaare aufgesponnenen und mit den Aderpaaren verklebten oder verschweißten
Haltewendel bestehen und daß die Aderpaare (10 - 14) jeder Adergruppe zu einem Bündel
(4) geformt und miteinander verseilt bzw. tordiert sind.
2. Verfahren zur Herstellung eines Nachrichtenkabels nach Anspruch 1 mit einseitig
mit den Aderpaaren verbundenen Fäden oder Bändern, bei dem aus mehreren Aderpaaren
vorübergehend eine Flachleitung gebildet wird, dadurch gekennzeichnet , daß die Aderpaare
zunächst längs der Mantellinie eines Zylinders geführt und in dieser Zuordnung mittels
einer Haltewendel vorübergehend fixiert werden, wobei die Haltewendel mit der Oberfläche
der Aderpaare verklebt oder verschweißt wird, daß die Haltewendel anschließend im
gleichen Arbeitsgang zwischen zwei einander benachbarten Mantellinien zugeordneten
Aderpaaren aufgetrennt und die mittels der aufgetrennten Haltewendel quer miteinander
verbundenen Aderpaare unter Verlassen der Mantellinien des Zylinders zum Bündel geformt
und miteinander zur Adergruppe verseilt bzw. tordiert werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet
, daß hinter einer feststehend angeordneten Lochscheibe (20) zur Führung der Aderpaare
ein in der Achse der Lochscheibe verlaufender zylindrischer Dorn (12) angeordnet ist,
dem ein scheibenförmiges Führungs- stück zur Zuordnung der Aderpaare zu den Mantellinien des Dornes, ein Spinner
(23) zum Aufbringen der Haltewendel (15), eine Einrichtung (25) zum Verkleben oder
Verschweißen der Haltewendel mit den Aderpaaren und eine Vorrichtung (27) zum Aufschneiden
der verklebten oder verschweißten Haltewendel zugeordnet sind, und daß im Anschluß
an den Dorn eine Einrichtung zum Verseilen der Aderpaare zur Adergruppe angeordnet
ist.