(19)
(11) EP 0 001 212 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.04.1979  Patentblatt  1979/07

(21) Anmeldenummer: 78100681.2

(22) Anmeldetag:  16.08.1978
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)2H01B 11/02, H01B 13/26
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB LU NL SE

(30) Priorität: 16.09.1977 DE 2742368

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Sutor, Norbert, Dipl.-Ing.
    D-8632 Neustadt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Konfektionierbares Nachrichtenkabel mit gruppenweise zusammengefassten Aderpaaren sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines solchen Kabels


    (57) Um symmetrische Nachrichtenkabel, insbesondere Schaltkabel, für Fernsprechvermittlungseinrichtungen, auf einfache Weise an den Kabelenden mit Steckern versehen zu können, bestehen die einzelnen Adergruppen der Kabelseele aus einer Flachleitung, die durch Verseilung bzw. Torsion zu einem Bündel geformt ist. Die Aderpaare (10 bis 14) jeder Flachleitung sind untereinander mittels flexibler Halteelemente (15) verbunden, die einseitig mit den Aderpaaren verklebt oder verschweißt sind.
    Bei der Herstellung eines solchen Nachrichtenkabels werden die Aderpaare eines Bündels zunächst längs der Mantellinie eines Zylinders geführt und in dieser Zuordnung mittels einer Haltewendel vorübergehend fixiert. Die Haltewendel wird mit der Oberfläche der Aderpaare verklebt oder verschweißt und anschließend im gleichen Arbeitsgang zwischen zwei einander benachbarten Aderpaaren aufgetrennt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung befaßt sich zunächst mit der konstruktiven Ausgestaltung eines symmetrischen Nachrichtenkabels, wie es beispielsweise für Schaltzwecke in Telefonvermittlungseinrichtungen eingesetzt wird und dessen Aufbau einer möglichen Konfektionierung der Kabelenden, d. h. einer automatischen Steckermontage, Rechnung trägt, weiterhin auch mit einem Verfahren und einer Vorrichtung zur Herstellung eines solchen Kabels.

    [0002] Bei der Herstellung symmetrischer Nachrichtenkabel werden die einzelnen Verseilelemente wie Paare, Dreier oder Vierer lagen- oder bündelweise zur Kabelseele verseilt. Beim bündelweisen Aufbau von Nachrichtenkabeln, der im Hinblick auf die Montage von Garnituren und im Hinblick auf Schaltarbeiten Vorteile bietet, werden beispielsweise fünf Sternvierer oder fünf bis zehn Aderpaare zu einem Grundbündel und anschließend mehrere solcher Grundbündel zu einem Hauptbündel verseilt. Ein solches Hauptbündel oder mehrere solcher Hauptbündel bilden die Kabelseele (DE-GM 66 07 289).

    [0003] Bei einem bekannten symmetrischen Nachiichtenkabel.mit Bündelaufbau sind jeweils mehrere Aderpaare zu Adergruppen zusammengefaßt, die miteinander zu der von einem Kabelmantel umgebenen Kabelseele verseilt sind. Dabei bilden die Aderpaare jeder Adergruppe eine Art Flachleitung, indem die Aderpaare mittels flexibler, in regelmäßigen Abständen angeordneter Halteelemente quer zur Aderlängsrichtung miteinander verbunden sind. Die flexiblen Halteelemente können jeweils aus zwei Kunststoffstreifen bestehen, die seitlich der Aderpaare miteinander verschweißt oder verklebt sind (DE-OS 17 65 463). Durch einen derartigen Aufbau des Nachrichtenkabels, das insbesondere als Schaltkabel für Telefonvermittlungseinrichtungen vorgesehen ist, läßt sich der Aufwand für die Kennzeichnung der einzelnen Adern und Aderpaare sowie für die Verdrahtung der Kabelenden vermindern. Bei einem anderen Kabel dieser Art sind die Adern jeder Adergruppe (Grundbündel) auf einem bandförmigen Träger nebeneinander angeordnet und der Träger ist mit den Adern zu einem rohrförmigen, das Grundbündel darstellenden Gebilde geformt (DE-OS 20 20 384, DE-OS 20 21 875). Weiterhin ist ein aus einem sogenannten Bandkabel bestehendes Schaltkabel bekannt, bei dem das Bandkabel zur Verbesserung seiner Flexibilität abwechselnd rechts-/linksgefaltet und mit einem Mantel umgeben ist (US-PS 20 04 612). Bandkabel, bei denen eine Anzahl einzelner isolierter Leiter über ihre Isolierung auf einem gemeinsamen Trägerkörper befestigt sind, können im übrigen dadurch hergestellt werden, daß man die Adern zunächst um einen festen Dorn herum anordnet, die Adern danach an ihren dem Dorn abgewandten Seiten mit einem gemeinsamen Kunststoffmantel umspritzt und daß schließlich der Kunststoffmantel nach Entfernung des Dornes zwischen zwei Adern parallel zu diesen aufgeschnitten und zu dem Trägerkörper aufgebogen wird (DE-AS 15 15 813).

    [0004] Ausgehend von dem eingangs erwähnten symmetrischen Nachrichtenkabel, dessen von einem Kabelmantel umgebene Kabelseele im wesentlichen aus einer oder mehreren Adergruppen besteht, die ihrerseits aus mehreren verseilten Aderpaaren bestehen, wobei die Aderpaare jeder Adergruppe mittels flexibler, in regelmäßigen Abständen angeordneter Halteelemente quer zur Aderlängsrichtung miteinander verbunden sind und eine Flachleitung bilden, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die konstruktive Ausgestaltung eines solchen Kabels im Hinblick auf dessen Flexibilität, elektrische Eigenschaften (Kopplungswerte) und rationelle Herstellung zu verbessern und ein zur Herstellung eines solchen Kabels besonders geeignetes Verfahren sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung zu schaffen.

    [0005] Zur Lösung dieser die konstruktive Ausgestaltung des Nachrichtenkabels betreffenden Aufgabe ist gemäß der Erfindung vorgesehen, daß die flexiblen Halteelemente aus einseitig mit den Aderpaaren verklebten oder verschweißten Fäden oder Bändern oder aus einer auf die nebeneinander angeordneten Aderpaare aufgesponnenen und mit den Aderpaaren verklebten oder verschweißten Haltewendel bestehen und daß die Aderpaare jeder Adergruppe zu einem Bündel geformt und miteinander verseilt bzw. tordiert sind.

    [0006] Bei einem derart ausgebildeten Nachrichtenkabel lassen sich die einzelnen Adergruppen kontinuierlich fertigen, durch die Querverbindung der Adern jeder Adergruppe mittels punktweise mit der Aderisolierung verklebter oder verschweißter Fäden oder Bänder wird eine sehr gute Flexibilität jeder Adergruppe sowohl in Längsals auch in Querrichtung erzielt und durch die Verseilung bzw. Tordierung der zu.einem Bündel geformten Aderpaare ergeben sich relativ geringe Kopplungswerte zwischen den Aderpaaren benachbarter Adergruppen. Insbesondere im Hinblick auf die Herstellung eines solchen Nachrichtenkabels kommen auch die bei der bereits bekannten Konstruktion vorliegenden Vorteile voll zum Tragen, nämlich die Möglichkeit einer kontinuierlichen Herstellung des Kabels in einem oder höchstens zwei Arbeitsgängen, indem zunächst aus einzelnen Adern mittels der sogenannten SZ-Verseilung parallel mehrere Aderpaare hergestellt, diese unmittelbar anschließend mittels des Halteelementes zur Flachleitung geformt werden, die Flachleitung zu einem Bündel geformt und beispielsweise mittels eines SZ-Verseilvorganges verseilt bzw. tordiert wird. Mehrere solcher Bündel können anschließend in einem zweiten Arbeitsgang miteinander verseilt und mit einem Kabelmantel umgeben werden.

    [0007] Zur Herstellung des neuen Nachrichtenkabels ist ein Verfahren besonders geeignet, bei dem aus mehreren Aderpaaren vorübergehend eine Flachleitung gebildet wird und bei dem in Weiterbildung der Erfindung die Aderpaare zunächst längs der Mantellinien eines Zylinders geführt und in dieser Zuordnung mittels einer Haltewendel vorübergehend fixiert werden, wobei die Haltewendel mit der Oberfläche der Aderpaare verklebt oder verschweißt wird, und bei dem die Haltewendel anschließend im gleichen Arbeitsgang zwischen zwei einander benachbarten Mantellinien zugeordneten Aderpaaren aufgetrennt und die mittels der aufgetrennten Haltewendel quer miteinander verbundenen Aderpaare unter Verlassen der Mantellinien des Zylinders zum Bündel geformt und miteinander zur Adergruppe verseilt bzw. tordiert werden. Auf diese Weise werden also die Halteelemente, mit denen die einzelnen Aderpaare einer Adergruppe quer zur Aderlängsrichtung miteinander verbunden sind, in einem kontinuierlichen Arbeitsgang aufgebracht.

    [0008] Zur Durchführung dieses in Weiterbildung der Erfindung vorgesehenen Herstellungsverfahrens ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine Vorrichtung besonders geeignet, bei der hinter einer feststehend angeordneten Lochscheibe zur Führung der Aderpaare ein in der Achse der Lochscheibe verlaufender zylindrischer Dorn angeordnet ist, dem ein scheibenförmiges Führungsstück zur Zuordnung der Aderpaare zu den Mantellinien des Dornes, ein Spinner zum Aufbrigen der Haltewendel, eine Einrichtung zum Verkleben oder Verschweißen der Haltewendel mit den Aderpaaren und eine Vorrichtung zum Aufschneiden der verklebten oder verschweißten Haltewendel zugeordnet sind, und bei der im Anschluß an den Dorn eine Einrichtung zum Verseilen der Aderpaare zur Adergruppe angeordnet ist.

    [0009] Eine derartige Anordnung kann durch unterschiedliche Wahl des Dorndurchmessers an unterschiedliche Aderpaarzahlen angepaßt werden. Weiterhin kann der Abstand der Paare einer Adergruppe zueinander mit Änderung der Abmessung des Dornes variiert werden.

    [0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren 1 bis 4 dargestellt.

    [0011] Fig. 1 zeigt ein Nachrichtenkabel, dessen Kabelseele aus dem Hauptbündel 1 besteht, das mit einem aus einem längseinlaufend zum Rohr geformten Metallband 2 und einem Kunststoffmantel 3 bestehenden Kabelmantel umgeben ist. Das Hauptbündel besteht aus den fünf miteinander verseilten Grundbündeln 4 und jedes Grundbündel 4 aus einer gemäß der Erfindung ausgebildeten Adergruppe. Hierbei sind mehrere parallel angeordnete Aderpaare, beispielsweise gemäß Fig. 2 die Aderpaare 10 bis 14, mit Hilfe von quer zur Aderlängsrichtung verlaufenden Halteelementen 15 zu einer Flachleitung geformt. Die Halteelemente 15 sind einseitig zu den Aderpaaren 10 bis 14 angeordnet und mit den Isolierungen der Adern verklebt bzw. verschweißt. Infolge eines kontinuierlich ablaufenden Fertigungsprozesses verlaufen die Halteelemente 15 nicht senkrecht zur Aderlängsrichtung, sondern schräg dazu.

    [0012] Die Herstellung einer aus den Aderpaaren 10 bis 14 bestehenden Adergruppe erfolgt mit der in Fig. 3 schematisch dargestellten Fertigungseinrichtung. Diese enthält im wesentlichen eine feststehend angeordnete Lochscheibe 20, die, wie in Fig. 4 dargestellt, symmetrisch zu ihrer Achse Führungslöcher 21 zur Führung der Aderpaare 10 bis 14 aufweist und hinter der ein in der Achse der Lochscheibe verlaufender zylindrischer Dorn 22 angeordnet ist. Konzentrisch zu diesem Dorn ist ein Zentralspinner 23 angeordnet, der gleichzeitig ein scheibenförmiges Führungsstück zur Fixierung der Aderpaare 10 bis 14 auf Mantellinien des zylindrischen Dornes 22 enthält. Mit Hilfe des Spinners 23 wird auf die Aderpaare 10 bis 14 eine Haltewendel 15' aufgesponnen, die nach Verlassen des Spinnerarmes 24 eine mit dem Spinner umlaufende Einrichtung 25 zum Auftragen eines Klebemittels auf die Haltewendel 15 durchläuft. Infolge dieses Klebemittels verklebt die Haltewendel 15 mit der Oberfläche der Aderpaare 10 bis 14, wobei mittels einer Ablüfteinrichtung 26 das Lösungsmittel des Klebers abgelüftet wird.

    [0013] Hinter dem Ende des Dornes 22 ist eine Schneidvorrichtung 27 angeordnet, mit der die Haltewendel 15 zwischen zwei Aderpaaren aufgetrennt wird. Damit wird die Formung der Aderpaare 10 bis 14 zu einer Flachleitung fertiggestellt. Diese kann mit an sich bekannten, anschließend anzuordnenden Vorrichtungen beispielsweise durch Falten oder durch spiralförmiges Wickeln, wie in den Figuren 5 und 6 für ein aus sieben Aderpaaren bestehendes Grundbündel schematisch dargestellt ist, zum Grundbündel geformt und dieses tordiert bzw. verseilt werden. Alternativ kam die Flachleitung unmittelbar zum Grundbündel tordiert bzw. verseilt werden.

    [0014] Im Interesse einer möglichst rationellen Fertigung ist zweckmäßig vor der Lochscheibe 20 für jedes Aderpaar eine an sich bekannte, nicht näher dargestellte SZ-Verseileinrichtung angeordnet, welche die von raumfest angeordneten Adervorräten ablaufenden Adern miteinander zu den Aderpaaren 10 bis 14 verseilt.

    [0015] Bei einer späteren Montage eines gemäß der Erfindung ausgebildeten Nachrichtenkabels kann jedes runde Grundbündel wieder aufgelöst und zu einer Flachleitung gemäß Fig. 2 zurückgeformt werden. Dabei brauchen die einzelnen Aderpaare nicht mehr identifiziert zu werden, da sich deren Zählfolge aus der Geometrie der Flachleitung ergibt. Eine Unterscheidung der a- und b-Adern einzelner Aderpaare kann beispielsweise durch unterschiedliche Farbgebung oder andere Indikatoren erfolgen. Auch die Zählrichtung innerhalb einer Flachleitung kann beispielsweise durch eine farbige Randkennzeichnung festgelegt werden.


    Ansprüche

    1. Symmetrisches Nachrichtenkabel, insbesondere Schaltkabel für Fernsprechvermittlungseinrichtungen, dessen von einem Kabelmantel umgebene Kabelseele aus mehreren Adergruppen besteht, die ihrerseits aus mehreren verseilten Aderpaaren bestehen, wobei die Aderpaare jeder Adergruppe mittels flexibler, in regelmäßigen Abständen angeordneter Halteelemente quer zur Aderlängsrichtung miteinander verbunden sind und eine Flachleitung bilden, dadurch gekennzeichnet , daß die flexiblen Halteelemente aus einseitig mit den Aderpaaren verklebten oder verschweißten Fäden (15) oder Bändern oder aus einer auf die nebeneinander angeordneten Aderpaare aufgesponnenen und mit den Aderpaaren verklebten oder verschweißten Haltewendel bestehen und daß die Aderpaare (10 - 14) jeder Adergruppe zu einem Bündel (4) geformt und miteinander verseilt bzw. tordiert sind.
     
    2. Verfahren zur Herstellung eines Nachrichtenkabels nach Anspruch 1 mit einseitig mit den Aderpaaren verbundenen Fäden oder Bändern, bei dem aus mehreren Aderpaaren vorübergehend eine Flachleitung gebildet wird, dadurch gekennzeichnet , daß die Aderpaare zunächst längs der Mantellinie eines Zylinders geführt und in dieser Zuordnung mittels einer Haltewendel vorübergehend fixiert werden, wobei die Haltewendel mit der Oberfläche der Aderpaare verklebt oder verschweißt wird, daß die Haltewendel anschließend im gleichen Arbeitsgang zwischen zwei einander benachbarten Mantellinien zugeordneten Aderpaaren aufgetrennt und die mittels der aufgetrennten Haltewendel quer miteinander verbundenen Aderpaare unter Verlassen der Mantellinien des Zylinders zum Bündel geformt und miteinander zur Adergruppe verseilt bzw. tordiert werden.
     
    3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß hinter einer feststehend angeordneten Lochscheibe (20) zur Führung der Aderpaare ein in der Achse der Lochscheibe verlaufender zylindrischer Dorn (12) angeordnet ist, dem ein scheibenförmiges Führungs- stück zur Zuordnung der Aderpaare zu den Mantellinien des Dornes, ein Spinner (23) zum Aufbringen der Haltewendel (15), eine Einrichtung (25) zum Verkleben oder Verschweißen der Haltewendel mit den Aderpaaren und eine Vorrichtung (27) zum Aufschneiden der verklebten oder verschweißten Haltewendel zugeordnet sind, und daß im Anschluß an den Dorn eine Einrichtung zum Verseilen der Aderpaare zur Adergruppe angeordnet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht