(19)
(11) EP 0 001 416 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.04.1979  Patentblatt  1979/08

(21) Anmeldenummer: 78100937.8

(22) Anmeldetag:  20.09.1978
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)2G07F 17/24
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR GB NL SE

(30) Priorität: 05.10.1977 DE 2744768

(71) Anmelder: Mannesmann Kienzle GmbH
D-78052 Villingen-Schwenningen (DE)

(72) Erfinder:
  • Pfeifer, Heinrich, Dipl.Ing.
    D-7730 Villingen-Schwenningen (DE)

(74) Vertreter: Passarge, Karin (DE) 
Am Warenberg 48
D-7730 Villingen-Schwenningen
D-7730 Villingen-Schwenningen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Elektronisches Parkhausüberwachungssystem


    (57) Das System besteht aus einem zentralen Steuergerät (ZST), das mit jedem Abstellplatz zugeordneten Einzelparkuhren (EP) zusammenwirkt. Durch Einwurf von gültigen Tarifmünzen wird mit Hilfe der vom Steuergerät gelieferten aktuellen Tageszeit und der hier eingestellten Tarifdaten die Abfahrtszeit ermittelt und angezeigt. Während des Parkvorganges werden laufend die Tageszeit und die Abfahrtszeit miteinander verglichen und bei Gleichheit wird die Anzeige gelöscht. Durch eine Kontrollperson kann mittels Schlüssels die letzte Anzeige nochmals sichtbar gemacht werden. Für eine «Nachlaufzeit» erscheint eine Sonderzeichenanzeige, die in einem vorgegebenen Rhythmus zum Erlöschen gebracht wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein elektronisches Parkhausüberwachungssystem und insbesondere auf ein Betriebsverfahren für ein solches Uberwachungssystem, bei dem ein zentrales Steuergerät mit einer Vielzahl von mit dem Steuergerät verbundenen Einzelplatzparkuhren zusammenwirkt.

    [0002] Bei Uberwachungssystemen für Parkhäuser ist es oberstes Gebot, daß sie hinsichtlich der Tarifgestaltung so flexibel wie möglich sein müssen, d.h. es muß möglich sein, für Wochentage andere Tarife vorzusehen als für Samstage oder Sonr und Feiertage, es muß möglich sein, gebührenfreie Parkzeiter vorzusehen, und es muß möglich sein, ein Fahrzeug über einer längeren Zeitraum hinweg dort abzustellen und dennoch den Fahrzeughalter mit der jeweils richtigen Tarifgebühr zu belasten. Außerdem sollten selbstverständlich eine Vielzahl von Münzen verwendbar sein. Ein weiteres Gebot ist es, daß die Kontrolle über die Gebührenentrichtung für jeden einzelnen Parkplatz möglichst einfach und wenig kostenaufwendig sein sollte. Für den Parkkunden ergibt sich die Forderung, daß er von komplizierten Berechnungsvorgängen anhand einer tabellarischen Übersicht der Tarifdaten nach Möglichkeit befreit sein sollte. Der Kunde sollte nach Möglichkeit ohne eigenes Rechnen nach jedem Münzeinwurf an der Parkuhr ablesen können, bis zu welchem Zeitpunkt er seine Parkgebühren i diesem Parkhaus entrichtet hat.

    [0003] Alle bisher bekannten Parkhausüberwachungssysteme erfüllen diese Anforderungen nur in beschränktem Umfange. Die allgemein bekannten mechanischen Straßenparkuhren sind deswegen für Parkhäuser nicht so sehr gut brauchbar, weil sie in der Tarifgestaltung nicht flexibel genug sind, wenn man auch Nacht- und Wochenendtarife und einen längeren Vorauszahlzeitraum berücksichtigen will. Wie sinnvoll man auch das Zeigerwerk und die Skalen gestalten sowie das Laufwerk einer solchen überwiegend mechanischen Parkuhr steuern mag, es bleibt immer der Nachteil, daß der Kunde selbst gezwungen ist, komplizierte Berechnungsvorgänge im Hinblick auf die ihm zur Verfügung stehenden Münzen, auf den gewünschten Parkzeitraum und auf den vorgegebenen Tarif durchzuführen, bevor er zu dem gewünschten Ergebnis kommt.

    [0004] Ein weiteres bekanntes Überwachungssystem für Parkhäuser sind die sog. Ticketgeber. Hier wird an einem zentralen Platz innerhalb beispielsweise eines Parkdecks ein solcher Gebührenscheindrucker aufgestellt, zu dem der Fahrzeughalter hingehen muß, um seine Gebühren einzuwerfen und dafür dann ein sog. Ticket zu erhalten, auf dem die Abfahrtszeit angegeben ist. Mit diesem Ticket muß der Parkkunde dann zu seinem Fahrzeug zurückgehen, und es hinter der Windschutzscheibe von außen sichtbar anbringen. Es ist verständlich, daß diese Ticketgeber von den Parkkunden nur widerstrebend angenommen werden, weil Parkkunden, die nicht auf einen bestimmten Parkplatz abonniert sind, sich im allgemeinen in dem betreffenden Parkhaus nicht auskennen und dann viel Zeit dafür verbrauchen, um den Ticketgeber zu suchen, ihr Ticket zu entnehmen und damit wieder zum Fahrzeug zurückzugehen. Dazu kommt, daß bei diesem System der Betreiber des Parkhauses wegen der Unübersichtlichkeit einen erheblichen Kontrollaufwand in Kauf nehmen muß. Mehrere Ausführungsbeispiele für solche Ticketgeber sind beispielsweise beschrieben in der DE-OS 15 74 180.

    [0005] Aus der FR-PS 13 94 660 ist aber auch bereits ein Uberwachungssystem für Parkhäuser bekannt, welches aus einem zentralen Steuergerät und den einzelnen Abstellflächen zugeordneten Einzelplatzuhren besteht. Es handelt sich hier um eine elektromechanische Lösung, die nach dem "Nachzahlprinzip" arbeitet. Hiermit ist gemeint, daß der Kunde beim Abstellen seines Fahrzeuges entweder durch das Fahrzeug selbst oder durch irgendeine Manipulation, die der Fahrer vornimmt, ein Zeit- oder Münzanzeigewerk in Gang setzt. Gebühren werden hierfür zunächst nicht entrichtet, vielmehr wird die Parkbox sozusagen automatisch verschlossen. Während der Parkzeit wird nun von einem zentralen Steuergerät aus die individuelle Parkuhr entsprechend der Tageszeit fortgeschaltet, wobei unterschiedliche Tarife während der Tages- und Nachtzeiten möglich sind. Bei Rückkehr des Kunden erkennt dieser an der Parkuhr, welche Gebühr er zu entrichten hat. Er wirft die Gebühren ein, denn nur auf diese Art und Weise kann er die Schließvorrichtung für seinen Abstellplatz öffnen, so daß er sein Fahrzeug wieder herausfahren kann.

    [0006] Das hier beschriebene System hat zwei wesentliche Nachteile. Einerseits kann das "Nachzahlsystem" nur funktionieren in Verbindung mit einer Schranken- oder sonstigen Sperranlage für die einzelnen Abstellplätze. Dies ist jedoch eine äußerst aufwendige Angelegenheit. Zum anderen ist die in der genannten Patentschrift gezeigte Lösung wegen ihrer elektromechanischen Ausführung auch hinsichtlich der Tarifgestaltung wenig flexibel, es sind nur in begrenztem Umfange Vorauszahlungen für längere Zeiträume möglich.

    [0007] Ziel der vorliegenden Erfindung war es daher, ein Uberwachungssystem für Parkhäuser zu schaffen, bei dem wie bei den bekannten Parkuhren jeder einzelne Abstellplatz mit einer diesem Platz zugeordneten Anzeigevorrichtung versehen ist. Die fragliche Einzelplatzparkuhr sollte aber hinsichtlich ihrer Tarifgestaltung so flexibel wie möglich sein, wobei man dem Parkkunden umständliches Rechnen anhand von Tariftabellen usw. ersparen wollte, indem man ihm jeweils sofort anzeigt, welches die mit der jeweils eingeworfenen Münze zulässige Abfahrtszeit für ihn ist. Darüber hinaus sollte das System so sein, daß es eine möglichst einfache Kontrolle erlaubt, ob ein Fahrzeug, welches an einer bestimmten Stelle abgestellt ist, auch berechtigterweise dort abgestellt wurde bzw. wieviel Strafgebühren zu bezahlen sind oder, anders ausgedrückt, um wieviel die bezahlte Parkzeit überschritten wurde. Um all diese Forderungen verwirklichen zu können, hat sich die Verwendung eines Mikrocomputers für jede Einzelplatzparkuhr als einzige Lösung ergeben, die wirtschaftlich vertretbar ist. Dementsprechend ist die Erfindung realisiert worden in Form eines Betriebsverfahrens für einen solchen Mikrocomputer.

    [0008] Ausgegangen wird als Stand der Technik von einem Betriebsverfahren für ein elektronisches Parkhausüberwachungssystem, enthaltend ein zentrales Steuergerät und eine Vielzahl von mit dem Steuergerät verbundenen Einzelplatzparkuhren. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß jeder Einzelplatzparkuhr laufend vom zentralen Steuergerät die aktuelle Tageszeit zugeführt wird, daß aus dem bei Einwurf von gültigen Tarifmünzen mit Hilfe des vom zentralen Steuergerät zugeführten Tarifes gebildeten Parkzeitwertes und der aktuellen Tageszeit die Abfahrtszeit ermittelt und angezeigt wird und daß während der bezahlten Parkzeit laufend die aktuelle Tageszeit mit der Abfahrtszeit verglichen und bei Ubereinstimmung die Anzeige gelöscht wird.

    [0009] Auf dem genannten Wege ist es möglich, daß jeder Kunde bei Einwurf von Tarifmünzen sofort an der Anzeigevorrichtung seiner individuellen Parkuhr erkennen kann, bis zu welchem Zeitpunkte er durch diese Münze seine Parkgebühr entrichtet hat. Werden nacheinander mehrere Münzen eingeworfen wird die Parkzeit entsprechend verlängert, wobei der entsprechende Abfahrtszeitberechnungsvorgang unter Berücksichtigung aller eingegebenen Tarifdaten erfolgt und für einen Zeitraum bis zu einer Woche im voraus erfolgen kann. Solange diese Abfahrtszeit nicht erreicht ist, bleibt die Anzeige an der Parkuhr bestehen, so daß auch ein Kontrolleur jederzeit erkennen kann, ob für das hier abgestellte Fahrzeug die Gebühr noch entrichtet ist. Sobald an einer Parkuhr die bezahlte Parkzeit überschritten ist, erlischt die Anzeige, so daß auch der Kontrolleur sofort erkennen kann, daß hier die Parkzeit überschritten wurde.

    [0010] Damit nun der Kontrolleur die weitere Möglichkeit hat festzustellen, um wieviel die bezahlte Parkzeit überschritten ist, ist das erfindungsgemäße Betriebsverfahren so ausgestaltet, daß durch eine nur durch den Kontrolleur zu betätigende Schaltvorrichtung die jeweils letzte Abfahrtszeit nochmals angezeigt wird. Durch Vergleich mit der aktuellen Uhrzeit kann dann der Kontrolleur sofort ermitteln, um wieviel die Parkzeit überschritten wurde.

    [0011] Das erfindungsgemäße Betriebsverfahren umfaßt ferner noch eine sog. Nachlaufsteuerung, mit deren Hilfe dem Parkkunden sowohl als auch dem Kontrolleur eine gewisse zusätzliche Karenzzeit angezeigt wird bzw. zugebilligt werden kann. Diese Nachlaufsteuerung ist so gestaltet, daß nach Erlöschen der Anzeige bei Erreichen der Abfahrtszeit, bis zu welcher bezahlt wurde, Sonderzeichen eingeschaltet werden. Diese Sonderzeichen, beispielsweise ein Strich bei einer 7-Segment-Anzeige, können zusätzlich so gesteuert werden, daß sie zunächst auf allen Anzeigestellen gleichzeitig erscheinen und stellenweise nacheinander in einem bestimmten Rhythmus zum Erlöschen gebracht werden. Beispielsweise kann diese Nachlaufsteuerung die Sonderzeichenanzeige so steuern, daß bei Ablauf der bezahlten Parkzeit zunächst an vier Anzeigestellen ein Strich erscheint. Im Abstand von 5 Min. werden die Striche gelöscht, so daß nach 20 Min. die Zeichen erloschen sind.

    [0012] Weitere Einzelheiten und Vorteile der erfindungsgemäßen Lösung für ein Parkhausüberwachungssystem ergeben sich anhand der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels derselben. In den Zeichnungen ist

    Fig. 1 eine Ubersichtszeichnung über das gesamte Parkhausüberwachungssystem, während

    Fig. 2 ein Funktionsschema der Einzelplatzparkuhr ist.



    [0013] Wie sich aus Fig. 1 ergibt, besteht das Parkhausüberwachungssystem aus einem zentralen Steuergerät ZST und Einzelplatzparkuhren EP 1, EP 2, EP 3, EP 4, EP 5 usw., die den einzelnen Abstellplätzen im Parkhaus zugeordnet sind. Das Steuergerät ZST und die Einzelplatzparkuhren sind über eine gemeinsame Übertragungsleitung U miteinander verbunden. Der Datenverkehr auf dieser Übertragungsleitung U findet nur in Richtung von dem Steuergerät ZST zu den Parkuhren EP 1 ... statt. Selbstverständlich wäre auch eine Realisierung eines solchen Systems möglich, in dem Daten auf der übertragungsleitung hin und zurück übertragen werden. Hierfür wäre selbstverständlich ein größerer Leitungsaufwand erforderlich als bei dem vorgesehenen System, wo die Datenübertragung nur von der zentralen Steuereinheit zu den Einzelplatzparkuhren stattfindet.

    [0014] In dem zentralen Steuergerät ist ein Einstelltableau ET vorgesehen sowie eine Uhr U, ein Stromversorgungsteil SV und ein Prozessorteil PZ.

    [0015] Um zunächst auf die Details des Einstelltableaus ET einzugehen, so besteht dieses aus je einer Einstelleinheit T für den Tarif, MB für den zu entrichtenden Mindestbetrag der Parkgebühr und AZ für die Anfangszeit der jeweiligen Tarifgröße. Die einzelnen Anzeigeelemente für die eingestellten Werte sind in Reihen und Spalten angeordnet. Für jede einzustellende Ziffer ist hinter dem Einstelltabeleau ET eine Anzeigerolle mit den Ziffern 0 bis 9 vorgesehen, welche durch ein Fenster W individuell sichtbar gemacht werden können. Jede einzelne Anzeigerolle ist mit einer Rändelscheibe R versehen, mit deren Hilfe die Anzeigerolle auf die gewünschte Ziffer eingestellt werden kann. Anstelle der Anzeigerollen und Rändelscheiben können selbstverständlich auch andere Einstell-und Anzeigemittel wie Drehschalter oder dergl. Verwendung finden. Rechts neben den Einstelleinheiten T, MB, AZ ist noch eine Einstelleinheit WT für die Wochentage.

    [0016] Die Art und Weise, wie der Tarif eingestellt werden kann, sei nun anhand des in der Zeichnung gezeigten Beispiels erläutert. Aus Zeile 1 der Einstelleinheiten T, MB, AZ und WT ergibt sich, daß vom Montag bis Freitag - alle fünf Schalter für Montag bis Freitag Mo bis Fr sind in dieser Zeile in die Ein-Stellung gebracht worden, während die Schalter Sa und So für Samstag und Sonntag sich in der Aus-Stellung befinden - gilt, daß die Parkgebühr gemäß Einheit T 1,-- DM/Std. beträgt und daß die Mindestparkgebühr gemäß Einstelleinheit MB ebenfalls DM 1,-- beträgt. Die Anfangszeit für diesen Tarif ist 8oo Uhr. Aus der zweiten Zeile kann man dann entnehmen, daß für montags bis freitags ab 15°° Uhr gemäß Einheit T der Tarif 1,50 DM/Std. ist, während die Mindestparkgebühr in diesem Falle ebenfalls DM 1,50 ist. Ab 18°° Uhr erkennt man dann, daß der Tarif nur nur noch DM 0,50/Std. beträgt, daß aber die Mindestparkgebühr. DM 1,-- ist. In einer weiteren Zeile des Einstelltableaus ET erkennt man dann den für Samstag gültigen Tarif - hier sind alle Schalter Montag Mo bis Freitag Fr und So in der Aus-Stellung und nur der Schalter Sa in der Ein-Stellung, d.h. daß ab 800 Uhr morgens gemäß Einheit AZ der gleiche Tarif gilt wie montags bis freitags ab 15oo Uhr, d.h. DM 1,50/Std. und DM 1,50 Mindestparkgebühr.

    [0017] Aber auch Null-Tarife können an den entsprechenden Wochentagen berücksichtigt werden. So erkennt man aus der letzten Zeile des Einstelltableaus ET, daß am Sonntag - Schalter So in der Ein-Stellung, alle übrigen Schalter in der Aus-Stellung - zum Nulltarif geparkt werden kann, weil sämtliche Schalter in den Einstelleinheiten T, MB und AZ sich in der Null-Stellung befinden. Statt an der Einstelleinheit AZ die Anfangsuhrzeit des jeweiligen Tarifs einzustellen, kann man diese Einheit evtl. mit zusätzlichen Einstellpositionen auch dafür verwenden, eine bestimmte Parkdauer vorzugeben.

    [0018] Die Uhr U enthält einen Zeitimpulsgenerator ZG und eine Zeitcodiereinrichtung C, mit deren Hilfe die vom Zeitimpulsgenerator gegebenen Impulse gezählt und in eine digitale Zeitanzeige umgewandelt werden, damit sie durch die elektronische 7-Segment-Anzeige A in digitaler Form angezeigt werden kann. Außer der Anzeige A enthält die Uhr U noch Anzeigelämpchen Wo für Montag bis Sonntag, wobei jeweils das Lämpchen aufleuchtet, welches dem augenblicklichen Wochentag zugeordnet ist.

    [0019] Die Stromversorgungseinheit SV enthält die üblichen Bauteile für die Spannungskonstanthaltung, für die Spannungsanpassung usw. Die Prozessoreinheit PZ enthält das Übertragungsteil ÜT. Dieses empfängt von den verschiedenen Einstelleinheiten T, MB, AZ und WT die Daten, so daß sie auf Abruf bereitstehen. Die Daten können mittels der Einstelleinheiten T, MB, AZ und WT jederzeit verändert werden. Außer diesen Daten, die vom Einstelltableau ET zur Verfügung gestellt werden, empfängt der Speicher noch laufend die aktuelle Uhrzeit von der Codiereinrichtung C in der Uhr U sowie die Angabe des jeweiligen Wochentages. Der Speicher arbeitet laufend zusammen mit dem Ubertragungsteil ÜT, welches über die Leitung Ü mit den Einzelplatzparkuhren EP 1 bis EP 5 ... verbunden ist. Das Übertragungsteil UT arbeitet so, daß es in regelmäßigen Abständen den Inhalt des Speichers abfragt und auf die Einzelplatzparkuhren EP überträgt, d.h. laufend und wiederholt werden die Tarifdaten und die aktuelle Uhrzeit übertragen.

    [0020] Jede der Einzelplatzparkuhren EP 1 bis EP 5 ist gleich ausgestattet. Ein Funktionsschema dieser Einzelplatzparkuhren ergibt sich aus Fig. 2. Da die Einzelplatzparkuhren mit Hilfe eines Mikrocomputers verwirklicht werden, enthält jede dieser Einzelplatzparkuhren einen Mikroprozessor MP, der die übliche Zentraleinheit CPU und die Ablaufsteuerung ALP enthält. Die Ablaufsteuerung ALP erhält ihre Befehle vom Programmspeicher P. Hierin ist der Verkehr zwischen der Anzeige A, den verschiedenen Speicherteilen G, T, E, Z, dem Münzprüfer M, der Funktionseingabe F sowie dem zentralen Steuergerät ZST über die Ubertragungsleitung U festgelegt.

    [0021] Die Anzeige A in jeder Einzelplatzparkuhr EP ist im wesentlj chen aufgebaut wie die Anzeige A der Uhr in der Zentralsteuerung, d.h. es sind vier Anzeigestellen einer elektronischer 7-Segment-Anzeige vorhanden. Dazu gehören auch 7 Anzeigelampen Wo, die mit den Wochentagen Montag bis Sonntag gekennzeichnet sind. Auf den vier Anzeigestellen der Anzeige A erscheint jeweils in digitaler Form eine Zeitanzeige, und gleichzeitig brennt eine der Lampen der Wochenanzeige Wo.

    [0022] Die Speicherteile G, T, E und Z sind hier als Einzelspeicher gezeichnet, weil dies im Zusammenhang mit der Funktionsbeschreibung die Übersicht erleichtert. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß selbstverständlich alle diese Speicher in einem gemeinsamen Baustein integriert sind, wobei es sich um einen Schreib-Lese-Speicher handelt und wobei eben verschiedene Speicherplätze jeweils einen der vier gezeichneten Einzelspeicher repräsentieren. Diese vier Speicherteile sind der Gebührenspeicher G, der Tarifspeicher T, der Ergebnisspeicher E und der Tageszeitspeicher Z. Der Tageszeitspeicher Z empfängt jeweils von der zentralen Steuereinheit ZST die aktuelle Tageszeit. Das, was hier gespeichert ist, stimmt mit dem überein, was vermittels der Uhr U im zentralen Steuergerät ZST angezeigt wird. Der Ergebnisspeicher E enthält jeweils auch eine Zeit, nämlich die Abfahrtszeit, bis zu welcher der Parkkunde seine Parkgebühr bezahlt hat. Der Inhalt des Ergebnisspeichers E wird jeweils an dem Anzeigewerk A angezeigt, solange bis die Parkgebühr bezahlt ist bzw. solange wie der Parkplatz belegt ist, wenn ein Sensor vorhanden ist. Der Tarifspeicher T dient dazu, die Daten, die von den Einstelleinheiten T, MB, AZ und WT vorgegeben werden, innerhalb jeder Einzelparkuhr EP zu speichern und für die Berechnung der Parkzeit zur Verfügung zu halten. Der Gebührenspeicher G wird nur benötigt, wenn Münzen in die Einzelplatzparkuhr EP eingeworfen werden, um aus der aktuellen Tageszeit und der entsprechend den Gebühren zu berechnenden Parkzeit die Abfahrtszeit zu ermitteln. Die Funktionsweise wird später noch beschrieben werden.

    [0023] Der Münzprüfer M ist eine Einheit, mit dessen Hilfe einerseits eine eingeworfene Münze daraufhin geprüft wird, ob sie eine zulässige Tarifmünze darstellt oder ob es sich um eine nicht zulässige Münze oder eine Fälschung oder dergl. handelt. Der Münzprüfer M ist in Fig. 2 so dargestellt, daß er eine Mehrzahl von Kontakten enthält. Jeder gültigen, d.h. jeder zulässigen Tarifmünze ist ein Kontakt zugeordnet. Wie die Verarbeitung der Münzen im einzelnen erfolgt, wird später noch im Zusammenhang mit der Funktionsweise der Einrichtung näher beschrieben werden. Außerdem ist noch ein Funktionssteuerwerk F vorgesehen, welches gemäß Fig. 2 zwei Kontakte K 1 und K 2 aufweist; der eine Kontakt K 1 repräsentiert einen Schalter, der beispielsweise durch einen Schlüssel oder dergl. durch die Aufsichtsperson geschlossen werden kann, um einen Kontrollvorgang auszulösen. Der zweite Kontakt K 2 soll einen Sensor verdeutlichen, der beim Einfahren eines Fahrzeuges in die Parkbox anspricht. Über einen derartigen Sensor, wie er durch den Kontakt K 2 repräsentiert wird, können ebenfalls bestimmte Funktionen innerhalb der Einzelplatzparkuhr EP ausgelöst werden.

    [0024] Im folgenden sei nun im Hinblick auf einen Parkvorgang die Funktionsweise des Systems im einzelnen beschrieben. Dabei sei von folgenden Tarif- bzw. Münzdaten ausgegangen. Der Münzprüfer M ist eingerichtet für drei Münzsorten, 0,50 DM, 1,00 DM und 2,00 DM. Jede dieser Münzen schließt unter Steuerung durch den Münzprüfer einen anderen der Kontakte im Münzprüfer M. Die hierdurch gegebenen Signale werden vermit tels des Mikroprozessor MP codiert und erzeugen dann eine entsprechende Voreinstellung im Gebührenspeicher G. Beispielsweise würde eine 0,50 DM-Münze die Einspeicherung von fünf Impulsen in dem Gebührenspeicher G bewirken, während eine 1,-- DM-Münze 10 Impulse in den Gebührenspeicher G bringt und eine 2,-- DM-Münze 20 Impulse. Im Tarifspeicher ' stehen nun die einzelnen Tarifdaten, beispielsweise

    [0025] Tarif I = 0,50 DM/Std. oder 1 Imp. = 12 Min. Parkzeit Tarif II = 1,oo DM/Std. oder 1 Imp. = 6 Min. Parkzeit Tarif III = 1,50 DM/Std. oder 1 Imp. = 4 Min. Parkzeit.

    [0026] Im Zusammenwirken zwischen der Zentraleinheit CPU, dem Programmspeicher P, dem Gebührenspeicher G, dem Tarifspeicher und dem Tageszeitspeicher Z wird nun der Gebührenspeicher G nach und nach leergezählt und zu dem Inhalt des Tageszeitspeichers Z eine entsprechende Anzahl von Minuten hinzugezählt, die dem jeweils gültigen im Tarifspeicher T gespeicherten Tarif entspricht. Das Ergebnis wird dann im Ergebnisspeicher E abgespeichert. Für jede eingeworfene Münze wird dieser Berechnungsvorgang durchgeführt, wobei am Ende jedes einzelnen Berechnungsvorgangs der Inhalt des Ergebnisspeichers auf der Anzeige A erscheint. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist bei dieser Einzelplatzparkuhr die Parkgebühr bezahlt bis Montag, 18 43 Uhr. Die aktuelle Tageszeit ergibt sich aber aus der zentralen Steuereinheit ZST mit Donnerstag, 18o5 Uhr. Der hier parkende Parkkunde hat also seine Parkgebühr noch für vier Tage im voraus bezahlt.

    [0027] Während der bezahlten Parkzeit nun wird, durch das im Programmspeicher P enthaltene Vergleichsprogramm V gesteuert, immer wieder der Inhalt des Ergebnisspeichers E mit dem Inhalt des aktuellen Tageszeitspeichers Z vermittels der Zentraleinheit CPU verglichen. Sobald Übereinstimmung zwischen diesen beiden Registern erzielt ist, wird die Anzeige A gelöscht. Dafür wird nun durch die Zentraleinheit CPU und eine Nachlaufsteuerung N in Form eines bestimmten Unterprogrammes im Programmspeicher P bewirkt, daß auf der Anzeige eine Anzahl von Sonderzeichen erscheinen. Beispielsweise können diese Sonderzeichen darin bestehen, daß von den vier Anzeigestellen jeweils der mittlere Balken eingeschaltet ist, so daß also an der Anzeige A nebeneinander vier Striche erscheinen. Diese vier Striche sagen dann aus, daß der Parkkunde, wenn er sein Fahrzeug noch nicht abgeholt hat, die bezahlte Parkzeit nur kurz überschritten hat. Im Verlaufe dieser 20 Min. wird durch die Nachlaufsteuerung N ein Strich nach dem anderen auf der Anzeige A gelöscht, woraus man gleichzeitig ersehen kann, um wieviel die Parkzeit überschritten ist. Nimmt man an, daß beispielsweise alle 5 Min. eine Anzeigestelle vollkommen gelöscht wird, dann kann der Kontrolleur gleichzeitig erkennen, wann die Karenzzeit abgelaufen ist.

    [0028] Um neben der unmittelbar sichtbaren Ubarzeitanzeige auch eine Kontrolle über das Ende der Uberzeit hinaus über etwaige Parkzeitüberschreitungen zu haben, ist der Programmspeicher P so programmiert, daß der Ergebnisspeicher E, der während der eigentlichen Parkzeit der Anzeige A zur Verfügung stand, seinen Inhalt behält und erst gelöscht wird, wenn eine neue Münze eingeworfen wurde ODER vorher der Kontakt K 2 geöffnet wurde. Das bedeutet, daß der alte Parkkunde weggefahren ist bzw. daß ein neuer Parkkunde erschienen ist. In der Zeit also bis zum Eintreffen des neuen Parkkunden bleibt der Inhalt des Ergebnisspeichers E erhalten. Wurde also die Anzeige A gelöscht, weil die Parkzeit abgelaufen war, und wird nun durch den Kontrolleur innerhalb der Funktionssteuerung der Kontakt K 1 mit einem Schlüssel betätigt, dann wird der Inhalt des Ergebnisspeichers E auf die Anzeige A aufgeschaltet. D. h. der Kontrolleur kann nun ausrechnen, durch Vergleich mit der aktuellen Tageszeit, um wieviel bei dem betreffenden Fahrzeug die Parkzeit überschritten worden ist. Dementsprechend kann der Parkkunde dann zum Nachzahlen der fehlenden Parkgebühren herangezogen werden.

    [0029] Ist ein Sensor vorhanden, der das Wegfahren eines Fahrzeuges über den Kontakt K 2 meldet, so bewirkt diese Meldung in jedem Falle eine Löschung des Ergebnisspeichers E. Fähr1 der Parkkunde also weg, bevor sein Zeitguthaben aufgebraucht war, so verfällt dasselbe.

    [0030] Ist kein derartiger Sensor vorhanden, so hat die Kontrollperson die Möglichkeit, mit dem Schlüsselschalter K 1 die Restparkzeit manuell zu löschen. Mit diesem Schlüsselschalter sind also zwei verschiedene Funktionen auszulösen:

    a) Befindet sich eine Uhrzeit in der Anzeigeeinheit A, so wird der Ergebnisspeicher E und damit auch die Anzeige A gelöscht.

    b) War die Parkzeit bereits abgelaufen, befinden sich also keine Ziffern in der Anzeige A, so wird der Inhalt des Ergebnisspeichers E auf die Anzeige A aufgetastet, solange der Kontakt K 1 geschlossen ist, wie oben bereits beschrieben.



    [0031] Der Vorgang nach (b) kann beliebig wiederholt werden, bis durch Kontakt K 2 oder durch einen Münzeinwurf gemeldet wird, daß der alte Parkkunde weggefahren bzw. ein neuer angekommen ist.


    Ansprüche

    1. Betriebsverfahren für ein elektronisches Parkhausüberwachungssystem, enthaltend ein zentrales Steuergerät und eine Vielzahl von mit dem Steuergerät verbundenen Einzelplatzparkuhren,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß jeder Einzelplatzparkuhr laufend vom zentralen Steuergerät die aktuelle Tageszeit zugeführt wird,
    daß aus dem bei Einwurf von gültigen Tarifmünzen mit Hilfe des vom zentralen Steuergerät zugeführten Tarifes gebildeten Parkzeitwert und der aktuellen Tageszeit die Abfahrtszeit ermittelt und angezeigt wird und
    daß während der bezahlten Parkzeit laufend die aktuelle Tageszeit mit der Abfahrtszeit verglichen und bei Übereinstimmung die Anzeige gelöscht wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Abfahrtszeit des laufenden bzw. jeweils letzten Parkvorganges auch nach Erlöschen der Anzeige bis längstens zu Beginn eines neuen Parkvorganges gespeichert bleibt und
    daß über einen autorisierten Schaltvorgang die letzte Abfahrtszeit wieder auf der Anzeige sichtbar wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß nach Löschung der Abfahrtszeit an der Anzeige für eine vorbestimmte Nachlaufzeit eine keine bestimmte Zeit darstellende Sonderanzeige aufleuchtet.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 1 und 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Sonderanzeige zunächst auf allen Anzeigestellen erscheint und in einem vorgegebenen Rhythmus schrittweise zum Erlöschen gebracht wird.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die den Tarif darstellenden Daten im zentralen Steuergerät (ZST) einstellbar sind und in bestimmtem Rhythmus auf die Einzelplatzparkuhren (EP) übertragen werden und in diesen Einzelplatzparkuhren gespeichert sind.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der autorisierte Schaltvorgang mittels Schlüssel erfolgt.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Löschung der Anzeige über einen Sensor (K 2) auch dann erfolgt, wenn das parkende Fahrzeug vor Erreichen der bezahlten Abfahrtszeit abgeholt wird.
     
    8. Elektronisches Parkhausüberwachungssystem, bestehend aus einem zentralen Steuergerät und einer Vielzahl von von diesem gesteuerten Einzelplatzparkuhren,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das zentrale Steuergerät (ZST) mit einem Zeitgeber (U) ausgestattet ist, der die jeweilige Tageszeit digital zur Verfügung stellt, und
    daß die Einzelplatzparkuhren (EP) außer mit einer Mikroprozessoreinheit (MP), einem Programmspeicher (P) und einer Anzeigevorrichtung (A) mit einem Speicher ausgestattet sind, der Speicherplätze (Z) für die vom zentralen Steuergerät (ZST) übertragene aktuelle Tageszeit sowie Speicherplätze (E) für die aus den Tarifdaten und den eingeworfenen Münzwerten ermittelte Abfahrtszeit enthält, die während der Parkzeit an der Anzeigevorrichtung (A) angezeigt wird und
    daß der Programmspeicher (P) eine Vergleichssteuerung (V) el.:hält, durch die im Zusammenwirken mit der Mikroprozessoreinheit (MP) der Inhalt der Speicherplätze für "Tageszeit" und "Abfahrtszeit" verglichen wird, wobei ein bei "Tageszeit = Abfahrtszeit" erzeugtes Signal zur Löschung der Anzeige herangezogen wird.
     
    9. Überwachungssystem nach Anspruch 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Einzelplatzparkuhr (EP) mit einer vorzugsweise schlüsselbetätigten Schaltvorrichtung (FK 1) versehen ist, bei deren Betätigung ein Signal abgegeben wird, durch das die Anzeigevorrichtung (A) erneut die Abfahrtszeit aus dem Speicher (E) übernimmt.
     
    10. Überwachungssystem nach Anspruch 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Programmspeicher (P) eine Nachlaufsteuerung (N) enthält, mit deren Hilfe nach Erlöschen der Anzeigevorrichtung (A) eine Sonderzeichenanzeige gesteuert wird.
     
    11. Uberwachungssystem nach Anspruch 8 und 10,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß durch die Nachlaufsteuerung (N) das Sonderzeichen zunächst auf allen Anzeigestellen der Anzeigevorrichtung (A) erscheint, aber in einem bestimmten Rhythmus stellenweise nacheinander zum Erlöschen gebracht wird.
     
    12. Uberwachungssystem nach Anspruch 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß an der Einzelplatzparkuhr (EP) oder in der ihr zugeordneten Abstellfläche für ein Fahrzeug ein Sensor (K 2) angeordnet ist, der bei Entfernen des Fahrzeuges ein Signal abgibt, welches das Löschen der Anzeigevorrichtung (A) und des Abfahrtzeitspeichers (E) bewirkt, auch wenn er durch Entfernen des Fahrzeuge vor Ablauf der Parkzeit anspricht.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht