[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Kurzwellen-Drehantennen-Stand mit einem vertikal
angeordneten Rahmen, zwischen dem flächenhaft ein für alle Antennen gemeinsamer Gitter-Reflektor
und beidseitig in Ebenen parallel dazu Vorhangantennen aufgespannt sind, wobei der
Rahmen um seine Vertikalachse drehbar ist und die Einspeisung von der Mitte aus erfolgt.
[0002] Solche Kurzwellen-Drehantennenstände sind für Kurzwellen-Rundfunktstationen mit Sendern
großer Leistung geeignet, die eine Rundfunk-Versorgung aller Gebiete der Erde in mittleren
und großen Entfernungen von der Sendestation mit großen Feldstärken zur Aufgabe haben.
[0003] Aus dem Telefunken-Informationsblatt IB 778 "Drehstand-Breitband-Faltdipol-Vorhangantennen
für Kurzwellensender" ist bereits eine solche drehbare Kurzwellenantenne bekannt.
Die hierin beschriebene Drehstandantenne besteht im wesentlichen aus drehbaren Breitband-Dipolwänden
mit großem Gewinn, die Abstrahlrichtungen besitzen, welche für die Versorgung optimal
ausgelegt sind. Für mittlere und große Entfernungen (größer als 2000 km) sind Dipolwände
des Typs HR 4/4 vorgesehen, die aus vier Zeilen bestehen, von denen jede zwei Ganzwellendipole
(entsprechend vier Halbwellendipolen) enthält.Zwei dieser Breitband-Dipolwände für
verschiedene Frequenzbereiche werden auf beiden Seiten eines gemeinsamen Gitter
LReflektors angeordnet. Diese Antennenanordnung wird zwischen zwei Türmen aufgehängt,
die auf den Enden einer horizontalen Brücke stehen. Die Brücke ist drehbar auf einem
Schienenkranz gelagert. Die Abmessung der Türme und der Brücke richtet sich nach der
Größe der Dipolwände, die wiederum vom Frequenzbereich der Antennen abhängen.
[0004] Für die Antennen dieser Bauart wird viel Platz benötigt, da sie auf Schienenkränzen
gelagert sind und damit der gesamte Platz unterhalb der Brücke für die Drehung der
Antennen benötigt wird. Die Einstellung der Antennen ist bei dieser Anordnung auch
nicht so schnell und exakt durchführbar, wie es nötig wäre. Diese Einrichtungen sind
durchweg mit Endanschlägen versehen, aufgrund derer die Antennen von bestimmten Stellungen
aus nicht weiter gedreht werden können. Um die Antennen in eine neue Position zu bringen,
müssen sie deshalb aus den oben genannten Gründen um ein sehr großes Stück zurückgedreht
werden, während beim Nichtvorhandensein der Endanschläge die neue Position durch ein
kurzes Weiterdrehen der Antenne zu erreichen wäre.
[0005] Die zur Lagerung der Brücke benutzten Schienenkränze werden im Winter durch Schnee
ständig blockiert, so daß eine Wartung dieser Schienenkränze unumgänglich ist, falls
ein kontinuierlicher Betrieb der Antenne gewährleistet werden soll.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kurzwellen-Drehantennen-Stand zu
schaffen, dessen Aufbau ein Minimum an Fläche und Wartung benötigt und der ein Maximum
an baulicher Stabilität und technischer Einsatzfähigkeit bietet.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, daß ein um eine Achse drehbarer und
ausschließlich zentral gelagerter Mittelmast vorgesehen ist, der oben und unten mit
Auslegern versehen ist, zwischen denen mehrere Reflektoren und Antennen aufgespannt
sind.
[0008] Der oben beschriebene Kurzwellen-Drehantennen-Stand kann über eine Fernbedienung
in jede beliebige Azimutrichtung mit einer Genauigkeit von + 1° geschwenkt werden.
Da keine mechanischen Endanschläge den Drehbereich begrenzen, kann die Antenne auf
dem jeweils kürzesten Weg auf das neue Zielgebiet ausgerichtet werden. Im ungünstigsten
Fall wird dafür eine Zeit von 3 Minuten benötigt. Für das Antennensystem wird eine
Grundfläche von ca. maximal 15 x 15 Metern benötigt. Das übrige Gelände unterhalb
der Antenne ist frei begeh- und befahrbar. Der steuerungs- und signalverarbeitende
Teil des Elektroantriebes ist mit Elektronikgeräten aufgebaut. Die gewünschte Azimutrichtung
wird digital vorgewählt und angezeigt. Die gewünschte Antenne kann ebenfalls vorgewählt
werden. Die gewählten Befehle werden elektronisch gespeichert und nach Betätigung
der Freigabetaste automatisch ausgeführt, wobei durch einen elektronischen Vergleich
zwischen Ist- und Sollwert die dem kürzesten Weg entsprechende Drehrichtung gewählt
wird. Auch die Beschleunigung und Verzögerung beim Richtungswechsel erfolgt in diesem
Fall automatisch. Ein Umschalter auf Handbetrieb ermöglicht das direkte Ansteuern
der Antriebsmotoren in beide Drehrichtungen und in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten.
Alle wichtigen Betriebszustände werden angezeigt.
[0009] Der drehbare Mittelmast ist aus zwei Bauelementen zusammengesetzt.
[0010] Zum einen weist er einen Turm auf, der am oberen Ende und in einer vorgebbaren Mindesthöhe
über dem Boden mit je einem symmetrisch zur Turmachse angeordneten Lager mit Führung
versehen ist. Auf diesen Lagern sind die Dreh- bzw. Zahnkränze und Rollenlager eines
Drehschaftes angeordnet. Die Drehzahnkränze bzw. Rollenlager sind starr mit dem Drehschaft
verbunden. Der Drehschaft ist so auf den Turm aufgesetzt, daß er diesen bis zum unteren
Lager hin in einem vorgebbaren Abstand hüllenartig umgibt. Der Drehschaft weist mindestens
an zwei gegenüberliegenden Seiten am oberen und unteren Ende mindestens zwei senkrecht
untereinander angeordnete Ausleger auf, welche über Stahlseile am Drehschaft und untereinander
verspannt sind.
[0011] Desweiteren sind Verriegelungsvorrichtungen zur Arretierung des Drehschaftes in den
eingestellten Positionen vorgesehen. Der Antrieb des Drehschaftes erfolgt mittels
zwei in ihrer Drehzahl synchronen Elektromotoren, die ihre Leistung über ein Ritzel
an mindestens einen mit dem Drehschaft starr verbundenen Drehzahnkranz abgeben. Vorteilhafterweise
sind die Elektromotoren am Kopf des feststehenden Stahlgitterturms innerhalb einer
Kabine installiert. Zwischen den oberen und unteren Auslegern sind die Netz-Reflektoren
aufgespannt. Beidseitig davon, in Ebenen parallel dazu können Antennenstrahler verschiedener
Typen und Frequenzbereiche an Traversen der Ausleger aufgespannt werden.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den Kurzwellen-Drehantennen-Stand mit Netz-Reflektoren und Antennenstrahlern,
Fig. 2 den zweiteiligen Mittelmast mit Auslegern,
Fig. 3 den als Achse dienenden Turm,
Fig. 4 den als Gitterkonstruktion ausgebildeten Drehschaft mit Auslegern und Verspannungen
und
Fig. 5 einen Querschnitt durch den Kurzwellen-Drehantennen-Stand nach Linie A - A
in Fig. 1.
[0013] Der in Figur 1 gezeigte Kurzwellen-Drehantennen-Stand ist im wesentlichen aus einem
Mittelmast 2, der aus einem festen Turm 3 und einem als Gitterkonstruktion ausgebildeten
Drehschaft 4 zusammengesetzt ist, und Auslegern 5 aufgebaut. In Figur 3 ist der die
Achse des zweiteiligen Mittelmastes 2 bildende Turm 3 in Detail dargestellt. Es handelt
sich hier um eine Gitterkonstruktion im herkömmlichen Sinn. Der gesamte Turm 3 steht
auf drei oder mehreren Eckstielen 6, deren unterer Teil im Erdreich verankert ist.
In einer vorgebbaren Höhe, die in diesem Beispiel etwa 15 Meter über dem Erdboden
beträgt, ist der Turm 3 mit einem ersten Lager mit einer Führung 7a versehen. Am oberen
Ende des Turmes 3 ist ein zweites Lager Mit einer Führung 7b vorgesehen. In Figur
4 ist der bewegliche Teil des Mittelmastes 2, der sogenannte Drehschaft 4, dargestellt.
Dieser Drehschaft 4 ist ebenfalls als Gitterkonstruktion ausgebildet. An seinem unteren
Ende und in einer Höhe, die dem Abstand der beiden Lager des Turmes 3 entspricht,
ist jeweils ein Drehkranz bzw. Zahnkranz oder ein Rollenlager 8a, 8b innerhalb des
Drehschaftes 4 symmetrisch zu dessen Längsachse angeordnet und starr mit dem Drehschaft
4 verbunden. In vorteilhafter Weise wird im unteren Bereich des Drehschaftes ein Drehkranz
und im oberen ein Rollenlager angeordnet. An zwei gegenüberliegenden Seiten sind außen
am Drehschaft 4 die Ausleger 5 angeordnet. Es handelt sich hierbei auf beiden Seiten
um jeweils zwei Ausleger 5, die in vorgebbarem Abstand senkrecht untereinander angeordnet
sind. Die Ausleger 5 sind vorzugsweise auch als Stahlgitterkonstruktionen ausgebildet.
Vorzugsweise werden zwei Ausleger jeweils am unteren Ende des Drehschaftes 4 befestigt,
während die anderen beiden etwas unterhalb der Spitze des Drehschaftes 4 angeordnet
sind.
[0014] Die Ausleger 5 sind so an dem Drehschaft 4 befestigt, daß sie untereinander und zum
Boden parallel. verlaufen. Zur zusätzlichen Halterung sind die oberen Ausleger. 5
über mehrere Stahlseile 13a mit der Spitze des Drehschaftes 4 verbunden. Über ebenfalls
mindestens zwei Stahlseile 13 sind die beiden auf einer'Seite des Drehschaftes 4 senkrecht
untereinander angeordneten Ausleger 5 miteinander verspannt. Der Abstand zwischen
den senkrecht untereinander angeordneten Auslegern und die Höhe des Drehschaftes 4
richten sich nach der Größe der zwischen den Auslegern aufgespannten Netz-Reflektoren
9 und des Antennenstrahlers 10. Die Länge der Ausleger 5 richtet sich ebenfalls nach
deren Größe.
[0015] Der in Figur 4 gezeigte Drehschaft 4 wird mit dem Drehkranz bzw. Zahnkranz 8a und
mit dem Drehkranz bzw. Rollenlager 8b,mit denen er starr verbunden ist, auf die mit
je einer Führung versehenen Lager 7a und 7b des als Achse dienenden Turmes 3 aufgesetzt.
Der Drehschaft 4 ist im Bereich zwischen dem Drehkranz 8a und dem Drehkranz bzw. Rollenlager
8b in seiner inneren Abmessung so ausgebildet, daß er den Turm im Abstand hüllenartig
umgibt, so daß er um diesen gedreht werden kann. Der Antriebsmechanismus für den Drehschaft
4 befindet sich bei dieser Ausführungsform in einer Kabine 12 am oberen Ende des Turmes
3. Der Antrieb des Drehkranzes 8a erfolgt mit zwei in ihrer Drehzahl synchronisierten
Elektromotoren, die in der Kabine 12 untergebracht sind. Jeder der Elektromotoren
gibt seine Leistung über ein Ritzel (hier nicht dargestellt) an den Drehkranz 8a ab.
Zur Arretierung des Drehzahnkranzes 8a oder 8b, bzw. des Rollenkranzes 8b, falls ein
solcher an Stelle eines Drehkranzes 8b eingebaut ist, in der gewählten Position, sind
elektrohydraulisch betätigte Verriegelungsvorrichtungen (hier nicht dargestellt) vorgesehen,
die in die Verzahnung des Drehkranzes 8a oder 8b, bzw, in das Rollenlager 8b eingeschoben
werden und das Drehsystem damit mechanisch fixieren.
[0016] Zwischen den Auslegern 5 i:t für jeden Antennenstrahler 10 ein Reflektor 9 aufgespannt.
Für deren Halterung ist mindestens zwischen den freien Enden, jeweils zweier senkrecht
untereinander angeordneten Ausleger 5 ein Seil gespannt. Sinnvoller Weise werden zwischen
den obengenannten Auslegern weitere Seile zum Tragen der Reflektoren 9 vertikal gespannt.
[0017] Zur Halterung der Antennenstrahler 10 sind alle Ausleger 5 mit Traversen 18 versehen,
die beidseitig nach außen gerichtet sind. Die Antennenstrahler 10 sind jeweils in
einer Ebene parallel zu ihren Reflektoren zwischen den Traversen 18 der Ausleger 5
einer jeden Seite aufgespannt. Die Antennenstrahler 10 werden von Seilen oder glasfaserverstärkten
Kunststoffstäben getragen, die an den Traversen befestigt sind.
[0018] Wie bereits oben erwähnt, werden die Abmessungen der Ausleger 5 so gewählt, daß je
nach Wunsch Vorhangantennen verschiedener Typen und Frequenzbereiche bis zur Größe
einer Antenne HR 4/4/0.5 für 6/7/9/11 MHz eingebaut werden können. Die Typenbezeichnung
HR 4/4/0.5 bedeutet, daß die betreffende Dipolwand aus vier horizontalen Zeilen mit
je zwei Ganzwellendipolen entsprechend vier Halbwellendipolen) besteht. Der Buchstabe
"R" weist auf den Gitter-Reflektor hin. Die Standardausführung dieser Kurzwellen-Drehantenne
ist bestückt mit einer Antenne HR 4/4/0.5 für 6/7/9/11 MHz und mit einer Antenne HR
4/4/1 für 15/17/21/26 MHz.
[0019] Die erfindungsgemäße Kurzwellen-Drehantenne hat einen symmetrischen 300 Ohm-Eingang
15, der in einer Höhe von 3,60 m über dem Boden ins Zentrum'des festen Turms 3 geführt
ist. Von dort führt eine vertikale symmetrische Speiseleitung 16 zu den Kontakten
eines Antennen-Wahlschalters (nicht dargestellt) in der Kabine 12 am oberen Ende des
Stahlgitterturmes 3.
l. Kurzwellendrehantennenstand mit einem vertikal angeordneten Rahmen, zwischen dem
flächenhaft ein für alle Antennen gemeinsamer Gitter-Reflektor und beidseitig in einer
Ebene parallel dazu Vorhangantennen aufgespannt sind, wobei der Rahmen um seine vertikale
Achse drehbar ist und die Einspeisung der Sende-Energie von der Mitte aus erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, daß ein um eine Achse (3) drehbarer und ausschließlich zentral
gelagerter Mittelmast (2) vorgesehen ist, der oben und unten mit Auslegern (5) versehen
ist, zwischen denen mehrere Reflektoren (9) und Antennen (10) aufgespannt sind.
2. Kurzwellendrehantennenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Achse
ein Turm (3) dient, der am oberen Ende und in einer vorgebbaren Mindesthöhe über dem
Boden mit jeweils einem symmetrisch zu der Turmachse angeordneten, eine Führung aufweisenden
Lager (7a, 7b) versehen ist, daß die Antriebseinrichtung des Turms (3) mindestens
mit dem Drehkranz (8a) des Drehschaftes (4) in Eingriff steht, und daß der Drehschaft
(4) den Turm (3) bis zum unteren Lager (7a) hüllenartig umgibt.
3. Kurzwellendrehantennenstand nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche
1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehscliaft (4) auf mindestens zwei gegenüberliegenden
Seiten mit mindestens zwei senkrecht untereinander angeordneten Auslegern (5) versehen
ist, die über Stahlseile (13) an lirehschaft (4) und untereinander verspannt sind.
4. Kurzwaellendrchantennenstand nach mindestens einem der vorangegangenen Anspruche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß elektrohydaulisch betriebene Verriegelungsvorrichtungen
zur Arretierung des Drehkranzes (8a, 8b) in der eingestellten Position vorgesehen
sind.
5. kurzwellendrehantennenstand nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche
1 bis 4, gekennzeichnet durch zwei in der Drezahl synchrone Elektromotoren als Antriebseinrichtugen,
die ihre Leistung über Ritzel an den Drehkranz 8a, 8b) abgeben.