[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Druckgas-Leistungsschalter mit einem bei der
Ausschaltung in einem Ringspalt zwischen zwei koaxialen Elektroden brennenden Lichtbogen,
der durch das Magnetfeld einer koaxial angeordneten Spule in Rotation versetzt wird.
[0002] Man glaubt, dass durch die Rotation des Schaltlichtbogens im Druckgas, meist Schwefelhexafluorid
(SF6), dem Lichtbogen Energie entzogen wird, so dass eine Löschung im Stromnulldurchgang
erleichtert wird. Bei einem bekannten Schaltgerät dieser Bauart (ELEKTRIE, H.10 (1967),
S. 364) berühren sich die Elektroden in der Einschaltstellung. Zur Ausschaltung wird
die innere Elektrode (Zylinderkontakt) in eine zur äusseren Elektrode (Ringkontakt)
konzentrische Lage geschwenkt. In dem so entstehenden Ringspalt rotiert der Schaltlichtbogen,
durch eine dauernd im Stromkreis liegende koaxiale Blasspule getrieben, bis zu seiner
Löschung.
[0003] Bei einem anderen bekannten Schalter (DE-OS 43 49 193), der aus zwei Kammern mit
unterschiedlichem Volumen besteht, wird bei der Ausschaltung in der kleineren Kammer
ein rotierender Hilfslichtbogen gezogen. Dieser dient jedoch lediglich zur Druckerzeugung
für das Druckgas zur Beblasung des Schaltlichtbogens.
[0004] Das erhitzte Gas in der kleineren Kammer strömt nämlich durch eine Isolierstoffdüse
in die grössere Kammer ab. Die Lichtbogenlöschung erfolgt in bekannter Weise durch
die Gasströmung in der Isolierstoffdüse. Eine Blasspule ist nicht vorhanden.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Die Anordnung bei einem konventionellen
Schalter mit axialer Schaltstiftbewegung so zu treffen, dass dennoch ein rotierender
Lichtbogen gezogen werden kann und gleichzeitig eine zusätzliche Querbeblasung erzielbar
ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erffndungsgemäss durch die im Kennzeichen des Hauptanspruchs enthaltenden
Merkmale gelöst.
[0007] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
[0008]
Fig. 1 zeigt die Schaltkammer eines Leistungsschalters mit rotierendem Lichtbogen
in der Einschaltstellung,
Fig. 2 zeigt denselben Schalter in der Ausschaltstellung.
[0009] Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Leistungsschalter besitzt die Stromanschlüsse
7, 9, die gleichzeitig den Abschluss eines zylindrischen Isolierstoffgehäuses 10 bilden.
Am oberen Stromanschluss 7 ist ein Isolierstoffzylinder 11 befestigt, der auf der
Aussenseite eine Blasspule 5 und auf der Innenseite einen Zylinder 12 trägt. Der Zylinder
12 besteht aus einem isolierenden Abschnitt 12a und einem leitenden Abschnitt 12b.
Ausserdem ist am oberen Stromanschluss 7 die feststehende Elektrode 1 befestigt. Diese
besteht aus einem leitenden Abschnitt 1a und einem isolierenden Abschnitt 1b.
[0010] Am unteren Stromanschluss 9 ist ein Kompressionszylinder 13 befestigt. Die bewegliche
Elektrode 2, die zur Ausschaltung durch einen nicht gezeichneten Antrieb nach unten
gezogen wird, dient gleichzeitig als Kompressionskolben.
[0011] Beim eingeschalteten Schalter (Fig. 1) fliesst der Strom über den Anschluss 7 durch
den oberen Teil der feststehenden Elektrode 1, einen Kontaktring 6, den unteren Teil
der Elektrode 1 und die bewegliche Elektrode 2 zum unteren Stromanschluss 9. Die Spule
liegt nicht im Stromkreis.
[0012] Zur Ausschaltung wird die bewegliche Elektrode 2 nach unten gezogen (Fig. 2). Hierdurch
bewegt sich auch der Kontaktring 6, der mit der beweglichen Elektrode 2 über ein Isolierstoffrohr
8 verbunden ist, nach unten. Der Strom fliesst dadurch über den Anschluss 7, die Spule
5, den Kontaktring 6, die feststehende Elektrode 1, den Schaltlichtbogen 14, die bewegliche
Elektrode 2 zum Anschluss 9.
[0013] Durch die Verdrängung des Löschgases im Kompressionsraum 3 fliesst das Gas durch
Bohrungen 4 ab und bebläst den zwischen den Elektroden 1, w brennenden Schaltlichtbogen
14. Dieser wird durch das Magnetfeld der Spule 5 zur Rotation gebracht und verlöscht
im Stromnulldurchgang. Die entstehenden Schaltgase entweichen durch Bohrungen 15.
1. Druckgas-Leistungsschalter mit einem bei der Ausschaltung in einem Ringspalt zwischen
zwei koaxialen Elektroden brennenden Lichtbogen, der durch das Magnetfeld einer koaxial
angeordneten Spule in Rotation versetzt wird, dadurch gekennzeichnt, dass die Elektroden
(1, 2) zur Kontakttrennung bzw. Kontaktgebung axial gegeneinander verschiebbar sind
und zur Erzielung einer zusätzlichen Querbeblasung des Lichtbogens eine Kompressionsraum
(3) mit Ausströmbohrungen (4) vorgesehen ist.
2. Druckgas-leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spule
(5) mittels eines mit der beweglichen Elektrode (2) verbundenen Kontaktringes (6)
erst im Verlauf der Ausschaltung in den Stromkreis einschaltbar ist.
3. Druckgas-Leistungsschalter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kontaktring (6) an einem mit der beweglichen Elektrode (2) verbundenen Isolierstoffrohr
(8) befestigt ist.
4. Druckgas-Leistungsschalter nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kontaktring (6) im Einschaltzustand eine leitende Verbindung zwischen einem Anschlussteil
(7) und der Elektrode (1) bildet.
5. Druckgas-Leistungsschalter nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kontaktring (6) im Ausschaltzustand eine leitende Verbindung zwischen der Spule
(5) und der Elektrode (1) bildet.