Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren nach der Gattung des Hauptanspruches.
Es sind bereits weichmagnetische kunststoffgebundene Massekerne bekannt, die 95 bis
99,5 Gew.-% Carbonyleisen, Rest organischen Binder enthalten. Abgesehen von dem verhältnismäßig
hohen Preis für Carbonyleisen, die derartige Magnete teuer machen, ist auch die Preßmasse
infolge des sehr hohen Füllstoffanteils nicht fließfähig und läßt sich daher nicht
so einfach und gleichmäßig in komplizierte Formen füllen. Sie muß auch mit Drücken
von 5000 bis 18000 bar verdichtet werden. Darüber hinaus ist die mechanische Festigkeit
der aus diesen Preßmassen hergestellten Bauteile gering und die Bauteile sind sehr
spröde. Schließlich lassen sich die magnetischen Eigenschaften dieser Massekerne nicht
in dem gewünschten Umfange an die gegebenen Erfordernisse anpassen.
[0002] Es sind weiterhin Kerne aus weichmagnetischem Sinterferrit bekannt. Diese haben jedoch
eine geringere magnetische Sättigungspolarisation, eine geringere mechanische Festigkeit
und eine höhere Temperaturabhängigkeit der magnetischen Kennwerte. Die Möglichkeiten
der Formgebung sind eingeschränkt, sie können nur mit größeren Maßtoleranzen hergestellt
werden und lassen sich nur verhältnismäßig schwierig bearbeiten.
[0003] Schließlich werden derartige Kerne auch aus Transformator-oder Dynamoblech hergestellt.
Wegen Wirbelstromverlusten lassen sich diese jedoch nur bis ca. 1 kHz einsetzen. Darüber
hinaus sind derartige Kerne auf bestimmte Bauformen begrenzt und erfordern Paketieren,
das u.U. kostenaufwendig ist. Dünne Ni-Fe-Legierungsbleche mit einer Blechdicke bis
0,03 mm, die auch für Frequenzen bis 100 kHz einsetzbar sind und auch höhere Permeabilitäten
aufweisen, sind teuer und schwer verarbeitbar.
Vorteile der Erfindung
[0004] Das erfindungsgemäße Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruches
hat demgegenüber den Vorteil, daß sich mit ihm Magnete preisgünstig herstellen lasseri,
die in gescherten Magnetkreisen mit Wechselmagnetisierung bis zu Frequenzen von 100
kHz eingesetzt werden können. Aufgrund der Fließfähigkeit der Preßmasse ist es mittels
der in der Kunststofftechnik üblichen Verfahren ohne weiteres möglich, kompliziert
geformte Bauteile aus der Preßmasse maßgenau herzustellen. Der anzuwendende Preßdruck
liegt mit 200 bis 2000 bar gegenüber den obenerwähnten kunststoffgebundenen Massekernen
verhältnismäßig niedrig. Durch Variation der Ausgangskomponenten,des Füllstoffes und
des Preßdrucks lassen sich die magnetischen Eigenschaften in weitem Umfange an die
gegebenen Erfordernisse anpassen. Gegenüber weichmagnetischen Sinterferriten weisen
die erfindungsgemäßen Kerne eine höhere magnetische Sättigungspolarisation, bessere
mechanische Festigkeitseigenschaften sowie eine geringere Temperaturabhängigkeit der
magnetischen Kennwerte auf. Die Möglichkeiten der Formgebung sind weiter gesteckt,
die Kerne können mit engeren Maßtolerenzan hergestellt werden und lassen sich, wenn
nötig, leichter bearbeiten. Darüber hinaus sind die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Massekerne bei Kreisen mit Gleichstromvormagnetisierung wegen ihrer
höheren Sättigungspolarisation vorteilhafter zu verwenden als die weichmagnetischen
Sinterferrite. Gegenüber Kernen aus konventionellem Transformator- oder Dynamoblechen
ist vor allem der hohe Frequenzbereich, in dem die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Massekerne verwendbar sind, sowie die Möglichkeit, Kerne mit komplizierten
Bauformen herzustellen, zu erwähnen.
[0005] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen Verfahrens möglich. So ist es,
um Wirbelstromverluste - insbesondere bei großen Teilequerschnitten - bei höheren
Frequenzen zu vermindern, besonders vorteilhaft, das Carbonyleisen ganz oder teilweise
durch Weichferritpulver zu. ersetzen.
Beschreibung der Erfindung
Beispiel 1:
[0006] Ein Gemisch aus einem Eisenpulver, das durch Verdüsung, als Schwamm - oder Elektrolyteisenpulver
gewonnen wurde, und 30 Gew.-% Carbonyleisenpulver mit einer mittleren Korngröße von
vorzugsweise 90
jum werden mit etwa 50 Vol.-% eines flüssigen Polyesterharzes gemischt, in eine auf
ca. 100 °C aufgeheizte Preßfbrm gebracht und mit einem Druck von 1000 bar ca. 40 Sekunden
lang gepreßt. Dabei wird das überschüssige Polyesterharz durch die Spalte der Preßform
ausgepreßt, wobei die Spalte eine Weite aufweisen, die kleiner ist als die mittlere
Korngröße des Magnetpulvers, jedoch so groß, daß währ end der Druck-Aufbauzeit von
1 bis 30 Sekunden durch diese Spalte das überschüssige Bindeharz austreten kann. Dieses
Auspressen ist wesentlich, da sonst nicht die hohen Füllgrade bei gleichzeitiger Erzielung
einer ausreichenden Fließfähigkeit der Preßmasse zu Beginn des Preßvorgangs erreicht
werden. Nach dem Abkühlen kann der ausgehärtete Magnetkörper der Form entnommen werden.
Beispiel 2:
[0007] In der gleichen Weise wird ein Magnetkörper aus einem Gemisch von dem obengenannten
Eisenpulver mit 10 Gew.-% Carbonyleisenpulver in ca. 50 Vol.-% Phenolharz hergestellt
bei einem Preßdruck von 2000 bar. Die Temperatur der Preßform beträgt in diesem Falle
140 °C.
Beispiel 3:
[0008] Dieses Beispiel zeigt, daß es auch möglich ist, ganz ohne Carbonyleisenpulver auszukommen.
Für dieses Beispiel wurde gesiebtes Eisenpulver der obenbezeichneten Art in 50 Vol.-%
Polyester verwendet. Der Preßdruck betrug 500 bar, die Temperatur der Preßform entsprach
der des Beispiels 1.
[0009] In der angefügten Tabelle sind die Eigenschaften der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten weichmagnetischen Werkstoffe mit denen der bekannten Werkstoffe verglichen.

1. Verfahren zur Herstellung von Preßmassen mit weichmagnetischen Eigenschaften durch
Pressen eines Gemisches aus weichmagnetischem Material und einem Kunstharz als Bindemittel,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch aus Eisenpulver, das durch Verdüsung, als
Schwamm- oder Elektrolyteisenpulver gewonnen wurde, und Carbonyleisenpulver mit einem
duroplastischen Kunstharz in flüssiger Form gemischt, die so hergestellte Preßmasse
in eine beheizte Preßform gefüllt und dann gepreßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das weichmagnetische Material
neben Eisenpulver der angegebenen Art 5 bis 50 Gew.-% Carbonyleisenpulver enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, .daß das Carbonyleisenpulver
ganz oder teilweise durch Weichferritpulver ersetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Eisenpulver eine
mittlere Korngröße von 30 bis 150 um aufweist.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Weichferritpulver eine
mittlere Korngröße von 10 bis 200 /um aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als duröplastisches Kunstharz
Polyesterharz oder Phenolharz verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamtfüllgrad der Preßmasse
40 bis 60 Vol.-% beträgt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßdruck zwischen 200
und 2000 bar beträgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch die Verwendung
einer Preßform, die Spalte aufweist, deren Weite kleiner ist als die mittlere Korngröße
des weichmagnetischen Materials.