[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Gefahrenmeldeanlage mit einer Mehrzahl von über
Meldeleitungen an eine Zentrale anschaltbaren Meldern, wobei der Zustand der einzelnen
Melder in der Zentrale über Prüfeinrichtungen feststellbar und über eine Auswerteeinrichtung
anzeigbar ist und wobei Abfrage und Auswertung der einzelnen Meldersignale über eine
programmierte Steuerung durchführbar ist.
[0002] Bei Sicherheitsmeldeanlagen ist wesentlich, daß fehlerhafte Anlagenteile erkannt
und angezeigt werden. Darüber hinaus soll die Anlage verfügbar, d.h. möglichst dauernd
und möglichst vollständig betriebsfähig sein. Bei herkömmlichen Anlagen wird meist
für jede Meldeleitung eine eigene zentrale Baugruppe benötigt, die sowohl Auswertung
als auch Anzeigeelemente enthält, und lediglich Alarm- und Störungsmeldungen zu einer
übergeordneten Sammelanzeige oder Registrierung weiterleitet. Durch die ständig ansteigende
Zahl der an eine Meldeanlage angeschalteten Melder und Meldertypen, auch durch die
Weiterentwicklung zu immer genauer analog anzeigenden Meldern steigt die zu verarbeitende
Informationsmenge. Dadurch werden immer mehr Baugruppen benötigt, was durch die steigende
Anzahl von Bauteilen gleichzeitig auch zu einer Erhöhung des Ausfallrisikos führt.
[0003] In neueren Anlagen wird zur Verarbeitung der großen Informationsmenge, aber auch
zur Verringerung der Zahl der Bauteile, vielfach eine zentrale Datenverarbeitungsanlage
eingesetzt. Damit verbindet sich aber das besondere Risiko, daß die zentralen Baugruppen
einmal funktionsunfähig werden, was den Ausfall der gesamten Meldeanlage zur Folge
hat.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Vorteile einer programmierten Steuerung für die
Abfrage und Auswertung der Meldersignale zu erhalten, gleichzeitig aber das Ausfallrisiko
einer solchen Steuerung möglichst gering zu halten bzw. auf einen möglichst kleinen
Teil der Anlage zu beschränken..
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Gefahrenmeldeanlage der eingangs erwähnten
Art dadurch gelöst, daß die Anlage aus einer Anzahl von einzelnen Systemblöcken gebildet
ist, wobei jeder Systemblock Anschalteeinrichtungen für einen oder mehrere Melder
bzw. für einen oder mehrere untergeordnete Systemblöcke, eine programmierte Steuerung
zur Abfrage und Auswertung der ankommenden Meldersignale sowie Anschlüsse für Anzeige-,
Bedien- und Registrierelemente besitzt, und daß diese Systemblöcke untereinander mit
Leitungen derart verbunden sind, daß einer der Systemblöcke als Zentrale verwendbar
und die übrigen Systemblöcke dieser Zentrale als Knoten in einer oder mehreren hierarchischen
Ebenen zugeordnet sind.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Meldeanlage wird die Verfügbarkeit durch Dezentralisierung
der Systemintelligenz erhöht. Die gesamte Anlage wird also in kleine, in sich voll
funktionsfähige Systemblöcke unterteilt, wobei jeder der Blöcke eine eigene Steuerung,
vorzugsweise einen Mikroprozessor besitzt; dieser steuert alle logischen Abläufe und
bearbeitet gleichzeitig die anfallenden Melderinformationen. Jeder Systemblock besitzt
eine Anzahl von Einbauplätzen, in die Anschaltbaugruppen für die unterschiedlichsten
Meldertypen gesteckt werden können. Dabei können alle Einbauplätze eines Systemblocks
durch einen universellen Leitungsbus miteinander verbunden sein; in diesem Fall können
Melderanschaltbaugruppen in beliebiger Anordnung gesteckt werden. Jeder Systemblock
wird zweckmäßigerweise aus einer eigenen Stromversorgung gespeist.
[0007] Die Anschalteeinrichtungen in jedem Systemblock können zudem für die angeschalteten
Melder bzw. untergeordneten Systemblöcke eine einfache Störungs- und Alarmanzeige
parallel zur programmierten Steuerung besitzen. Diese dient als.eine Art Notprogramm,
so daß bei Ausfall des Prozesscrs Gefahrenmeldungen noch auf der Melderanschaltung
erkannt werden können.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0009] Es zeigt:.
Fig. 1 ein Blockschaltbild für eine erfindungsgemäße Gefahrenmeldeanlage,
Fig. 2 das Schema eines Systemblocks,
Fig. 3 ein mögliches Blockschaltbild für eine Melderanschaltung,
Fig. 4 eine mögliche Schaltungsanordnung für einen Systemblock.
[0010] Die Fig. 1 zeigt den Aufbau einer Gefahrenmeldeanlage aus mehreren Systemblöcken
SYB. Einer davon, der Systemblock SYB1, ist in der Zentrale Z angeordnet. Er enthält
eine programmierte Steuerung zur Auswertung der von den angeschalteten Meldern M und
den angeschalteten, untergeordneten Knoten K ankommende Signale. Diese programmierte
Steuerung ist im allgemeinen ein Mikroprozessor. Außerdem ist an den Systemblock SYB1
eine Anzeige- und Bedienungseinrichtung AB, beispielsweise eine Datensichtstation,
sowie eine Registriereinrichtung RG, beispielsweise ein Drucker, angeschaltet.
[0011] An die Zentrale Z sind Knoten K1 bzw. K2 angeschaltet. Der Knoten K1 enthält beispielsweise
einen Systemblock SYB2, dem wiederum die Systemblöcke SYB3 und SYB4 hierarchisch untergeordnet
sind. Dabei kann der untergeordnete Systemblock im gleichen Knoten K1 oder in einem
entfernten Knoten K2 untergebracht sein. Die Anschaltung der untergeordneten Systemblöcke
erfolgt in der gleichen Weise wie die Anschaltung der Melder M über Zweidrahtleitungen.
Jeder Systemblock kann mit Anzeige- und Bedienungselementen AB oder auch mit Registriergeräten
RG versehen sein, falls erforderlich.
[0012] Das Schema eines Systemblocks ist in Fig. 2 dargestellt. Dabei enthält der Systemblock
SYB jeweils eine Stromversorgungsbaugruppe SV und eine programmierte Steuerung PST,
die im allgemeinen durch einen Mikroprozessor gebildet wird. Daneben besitzt der Systemblock
eine Anzahl von Einbauplätzen E1 ..
'. En für Melderanschaltungen oder für Ein-und Ausgabebaugruppen. Alle Einbauplätze
sind untereinander und mit der programmierten Steuerung über ein universelles Bussystem
DB verbunden. Das bedeutet, daß Melderanschaltungen, an die wieder mehrere Linien
anschließbar sind, in beliebiger Anordnung gesteckt werden können.
[0013] Die Fig. 3 zeigt das Blockschaltbild für. eine Melderanschaltung, wie sie etwa in
einen Einbauplatz E1 ... En einsetzbar ist. An den Klemmen KM können beispielsweise
die einzelnen Meldeleitungen mit den angeschalteten Meldern angeschlossen werden.
Auch untergeordnete Systemblöcke werden über diese Klemmen KM angeschaltet. In der
Signalanpassung SIA werden die ankommenden Meldersignale in eine verarbeitbare Form
gebracht, beispielsweise in Impulse umgeformt. Eine solche Umformung von Strommessungen
in Impulse ist etwa in der DE-AS 25 33 382 dargestellt. Die Auswertung AW enthält
im allgemeinen Vergleichseinrichtungen, in denen die Meldersignale mit Sollwerten
verglichen und zur Bildung von Störungs- oder Alarmsignalen verarbeitet werden. Diese
können in einer angeschalteten Anzeige- und Bedienungseinrichtung AB angezeigt oder
über eine Busschnittstelle BSS weitergeleitet werden.
[0014] Zur Verdeutlichung der Arbeitsweise eines Systemblocks ist in Fig. 4 eine mögliche
Schaltungsanordnung mit den logischen Verknüpfungen dargestellt, wie sie etwa auch
ein programmierter Mikroprozessor ausführt. An dem dargestellten Systemblock SYB sind
einzelne Meldelinien L1 ... Ln angeschaltet, an denen wiederum Melder M1, M2 ... Mn
hängen. Die Meldeleitungen führen jeweils zu einer Melderanschaltung MA1 ... MAn,
in welchen die Leitung bzw. die angeschlossenen Melder auf ihren Zustand überprüft
werden. Je nach diesem Zustand erscheint an einem der drei Ausgänge eine Signal r
für Ruhezustand, a für Alarmzustand oder s für Störungsmeldung.
[0015] Der Einfachheit halber wird die Verwendung von Diodenmeldern angenommen, wie bei
M1 dargestellt; so ergeben sich die genannten Meldesignale in folgender Weise: Von
der Melderanschaltung MA1 wird ein Wechselstrom oder ein Gleichstrom mit abwechselnder
Polarität auf die Meldeleitung L1 gegeben. Solange der Alarmknopf AK im Ruhezustand
ist, fließt die eine Halbwelle des Leitungsstroms über die Diode D1 und ergibt in
der MelderanschaltungMA1 das Ruhesignal r. Wird der Alarmknopf K gedrückt, fließt
die andere Halbwelle des Leitungsstroms über die Diode D2 und ergibt in der Melderanschaltung
MA1 das Alarmsignal a. Bei Leitungsunterbrechung kann überhaupt kein Strom über den
Melder M1 fließen. Dies wird in der Melderanschaltung als Störungssignal s ausgewertet.
Dieses Störungssignal wird auch erzeugt, wenn durch einen Leitungskurzschluß beide
Halbwellen empfangen werden können. Ist kein Melder an die Leitung angeschlossen,
so würde dies ebenfalls als Störungssignal gemeldet, wenn nicht entsprechende Vorkehrungen
getroffen würden. Die Ausgangssignale der Meldeanschaltungen MA1 ... MAn werden über
Multiplex-Abfrageeinrichtungen synchron abgefragt, und zwar die Alarmsignale a über
die Abfrageeinrichtung MX1, die Störungssignale s über die Abfrageeinrichtung X2 und
die Ruhesignale r über die Abfrageeinrichtung MX3. Die seriell ausgegebenen Alarmsignale
a und die Störungssignale s werden jeweils über eine Vergleichseinrichtung VG weitergeleitet.
Dies kann entweder direkt zu einer im Systemblock angeschalteten Anzeigeeinrichtung
oder über eine Zweidrahtleitung zu einem übergeordneten Systemblock geschehen.
[0016] Die seriell ankommenden Störungs- und Alarmsignale können über.ein ODER-Glied OR2
auf eine gemeinsame Leitung gegeben werden. Durch einen synchron mit der Abfrageeinrichtung
MX1, MX2 und MX3 schaltbaren Multiplexer können dann die Signale für die einzelnen
Meldelinien parallel an einer Anzeigeeinrichtung ausgegeben werden.
[0017] Um eine Auswertung von Alarm- und Störungssignalen nur dann vorzunehmen, wenn die
betreffende Leitung auch tatsächlich belegt ist, ist im vorliegenden Beispiel weiterhin
ein Speicher SP vorgesehen, dessen einzelne Speicherplätze Sp1 ... Spn jeweils einer
Meldeleitung zugeordnet sind und in denen der Belegtzustand dieser betreffenden Meldeleitung
speicherbar ist. Diese Speicherplätze Sp1 ... Spn werden über die Multiplex-Abfrageeinrichtung
MX7 synchron mit den Melderanschaltungen abgetastet, und das aus dem Speicherplatz
jeweils ausgelesene Signal wird in der Vergleichseinrichtung VG mit dem ankommenden
Störungs-oder Alarmsignal verglichen. Über die Koinzidenzglieder AN1 und AN2 wird
ein solches Meldersignal nur dann weitergegeben, wenn der betreffende Speicherplatz
als belegt gekennzeichnet ist. Zum automatischen Beschreiben des Speichers SP ist
diesem eine Multiplex-Eingabeeinrichtung MX8 vorgeschaltet, welche ebenfalls synchron
mit den Abfrageeinrichtungen MX1, MX2 und MX3 abläuft. Soll nun der Ist-Zustand der
Meldeanlage erfaßt und gespeichert werden, also bei der Inbetriebnahme, dann ist zunächst
die Betriebstaste BT noch offen. Die UND-Glieder AN1 und AN2 sind über das UND-Glied
AN3 gesperrt und lassen keine von den Melderanschaltungen abgegebenen Signale passieren.
Über das ODER-Glied OR1 und das UND-Glied AN4 wird dagegen in den Speicher SP jeweils
ein Belegt-Zustand eingeschrieben, wenn von der betreffenden Melderanschaltung MA1
... MAn ein Ruhesignal r oder ein Alarmsignal a gemeldet wird. In diesen Fällen ist
ein Melder an der betreffenden Meldeleitung angeschaltet.
[0018] Wird ein Störuhgssignal s gemeldet, so wird in den betreffenden Speicherplatz Sp
eine logische 0 eingeschrieben, d.h., daß die betreffende Melderleitung als nicht
belegt gekennzeichnet wird. Ist der gesamte Speicher SP beschrieben, so kann über
eine Anzeigeeinrichtung mit Leuchtdioden LD1 ... LDn der Ist-Zustand der Anlage geprüft
werden. Wird dieser Zustand als richtig befunden, so kann über die Betriebstaste BT
die Anlage in Betrieb genommen werden. Nunmehr wird über das Negationsglied NE1 das
UND-Glied AN4 gesperrt, so daß der Speicherzustand nicht mehr verändert werden kann.
über die UND-Glieder AN1 und AN2 werden nurmehr dann Störungssignale oder Alarmsignale
weitergegeben, wenn der betreffende Speicherplatz den Belegt- Zustand zeigt.
[0019] Wie erwähnt, können die in Fig. 4 dargestellten Funktionen von einem programmierten
Mikroprozessor mit angeschaltetem Speicher vorgenommen werden. Dabei können insbesondere
auch andere Melder, so z.B. analog anzeigende Melder ausgewertet und mit im Mikroprozessor
gebildeten Sollwerten verglichen werden. Da jeder Systemblock SYB in gleicher Weise
mit einem Mikroprozessor ausgerüstet ist, ist ein Datenverkehr zwischen den einzelnen
Blöcken über eine genormte, serielle Schnittstelle unter Verwendung eines einzigen
Adernpaares möglich.
[0020] Somit ergibt sich bei der erfindungsgemäßen Meldeanlage eine höhere Verfügbarkeit
durch die Unterteilung in voneinander unabhängige, programmgesteuerte Funktionseinheiten
mit wenigen Bauteilen, durch voneinander unabhängige, ohne Prozessor funktionsfähige
Melderanschaltbaugruppen sowie durch störsichere und mit wenigen Adern arbeitende
Datenübertragung zwischen den einzelnen Systemblöcken. Der Ausfall einer Baugruppe
kann nicht zum Ausfall der gesamten Anlage führen. Selbst bei Ausfall des übergeordneten
S
ystemblocks bleiben alle untergeordneten Blöcke voll funktionsfähig.
1. Gefahrenmeldeanlage mit einer Mehrzahl von über Meldeleitungen an eine Zentrale
anschaltbaren Meldern, wobei der Zustand der einzelnen Melder in der Zentrale über
Prüfeinrichtungen feststellbar und über eine Auswerteeinrichtung anzeigbar ist und
wobei Abfrage und Auswertung der Meldersignale über eine programmierte Steuerung durchführbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlage aus einer Anzahl von einzelnen Systemblöcken
(SYB) gebildet ist, wobei jeder Systemblock Anschalteeinrichtungen (E1, E2 ... En)
für einen oder mehrere Melder (M) bzw. für einen oder mehrere untergeordnete Systemblökke,
eine programmierte Steuerung (PST) zur Abfrage und ..Auswertung der ankommenden Meldersignale
sowie Anschlüsse für Anzeige-, Bedien- und Registrierelemente besitzt, und daß diese
Systemblöcke untereinander mit Leitungen' derart verbunden sind, daß einer der Systemblöcke
als Zentrale (Z) verwendbar und die übrigen Systemblöcke dieser Zentrale in einer
oder mehreren hierarchischen Ebenen untergeordnet sind.
2. Gefahrenmeldeanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Systemblock
eine eigene Stromversorgungseinrichtung (SV) besitzt.
3. Gefahrenmeldeanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Systemblock
(SYB) einen Mikroprozessor für die Auswertung der von angeschalteten Meldern und/oder
untergeordneten Systemblöcken ankommenden Signale besitzt.
4. Gefahrenmeldeanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Systemblock
(SYB) die Anschalteeinrichtungen für die Melder bzw. untergeordneten Systemblöcke
eine einfache Störungs- und Alarmanzeige parallel zur programmierten Steuerung besitzen.