[0001] Die Erfindung betrifft eine Bandantriebsvorrichtung mit zwei einander anliegenden
Transportrollen für eine Bandkassette, in welcher zur Speicherung des Bandes eine
Vielzahl von Schleifen gebildet wird.
[0002] Derartige Kassetten finden insbesondere für Farbbandkassetten Verwendung, und zwar
bevorzugt für Endlosfarbbänder für Schreibmaschinen und Druckwerke, wobei das Band
mittels des Transportrollenpaares in die Speicherkammer der Kassette gefördert wird,
dort Schleifen bildet und am anderen Ende der Kassette herausgezogen wird, wo es vor
die Druckposition gelangt und anschließend wieder den Transportrollen zugeführt wird.
Ein Beispiel für eine derartige Farbbandkassette, bei der die Bildung der Schleifen
willkürlich erfolgt, findet sich in der US-PS 4 053 040.
[0003] Bei dieser Art unkontrollierter Zuführung in die Kassette entstehen in deren Speicherkammer
unvermeidbar unregelmäßige Schleifen, und es besteht die Gefahr, daß sich mäanderförmige
Verdichtungen oder sogar eine Art Klumpen bilden, oder daß sich einzelne Schleifen
hinter später zugeführten Schleifen verfangen, mit der Folge, daß die Entnahme des
Bandes aus der Kassette behindert werden kann, z. B. durch übermäßig wechselnde Spannung
des Bandes beim Austritt. Bisweilen treten aber auch derartige Verwicklungen des Bandes
in der Speicherkammer auf, daß die ganze Kassette ausgewechselt werden muß. In jedem
Fall erschweren aber die Probleme bei der ungleichmäßigen Schleifenbildung in der
Speicherkammer die Ausnutzung der Speicherkapazität der Kassette.
[0004] Man hat daher durch verschiedene Maßnahmen versucht, solche Störungen zu vermeiden
bzw. die Bildung regelmäßiger Schleifen zu verbessern, z. B. durch entsprechende feste
Führungselemente im Bereich der gesamten Speicherkammer, wie es in der US-PS 3 989
132 beschrieben ist, oder durch abschirmende Führungselemente in Verbindung mit einer
Umlenkrolle im Ausgangsbereich des Bandes, um ein möglichst ungehindertes Herausziehen
des Farbbandes aus der Kassette zu erreichen (US-PS 3 814 231).
[0005] Während die vorgenannten bekannten Ausführungen primär auf die verbesserte Führung
und Entnahme des Bandes aus der Kassette gerichtet sind, zeigt die US-PS 2 685 357
eine Lösung zur Bildung der Schleifen bei der Zufuhr des Bandes in die Kassette. Hierzu
ist in der Speicherkammer ein mittels eines Exzenterantriebes oszillierend bewegter
Schwenkhebel vorgesehen, der das eingeführte Band in regelmäßige Schleifen legt. Diese
Anordnung löst zwar grundsätzlich das Problem der regelmäßigen Schleifenbildung, ist
jedoch hinsichtlich der baulichen Ausführung und der Kosten recht aufwendig und eignet
sich auch nicht für Farbbandkassetten, die bei Maschinen der vorgenannten Gattung
bei möglichst selbsttätiger Kupplung mit dem Antrieb leicht einsetzbar und entnehmbar
sein müssen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bandantriebsvorrichtung mit zwei einander
anliegenden Transportrollen zur Speicherung in einer Vielzahl Schleifen in einer Bandkassette
zu schaffen, die mit einfachen Mitteln die Bildung von Schleifen vorgegebener Länge
gewährleistet und somit eine problemlose Benützung der Kassette bei vollständiger
Ausnutzung der Speicherkapazität ermöglicht. Diese Aufgabe ist durch die im Patentanspruch
1 angegebene Vorrichtung gelöst worden.
[0007] Im Vergleich zum Stand der Technik ist die erfindungsgemäße Vorrichtung außerordentlich
einfach im Aufbau und in der Betriebsweise, ermöglicht es durch entsprechende Gestaltung
der Abstreifanordnungen, die Größe der Schleifen zu bestimmen, so daß die Speicherkammer
optimal ausgenützt werden kann, und erfordert keinerlei Maßnahmen zur Führung der
Schleifen in der Speicherkammer. Weiterhin ist bei der erfindungsgemäßen Ausbildung
der Kassette eine ungestörte Entnahme des Bandes bei nahezu gleichmäßiger Bandspannung
gewährleistet, wofür es von besonderem Vorteil ist., daß die Schleifenlänge durch
die Wahl der Größe und der Exzentrizität der Transportrollen und/oder der Länge der
Abstreifanordnungen der Form und den Abmessungen der Speicherkammer angepaßt werden
kann.
[0008] Bevorzugte Ausführungen für die Lagerung bzw. Ausbildung der Transportrollen sind
die exzentrische Lagerung der Transportrollen, der Ausbildung mit elliptischer Umgangsform
oder die Bildung des wirksamen Umfangs der konzentrisch gelagerten Transportrollen
durch je einen Zahnriemen kontinuierlich wechselnder Dicke, wobei im Klemmbereich
der dickste Abschnitt des einen Zahnriemens jeweils am dünnsten Abschnitt des anderen
Zahnriemens anliegt. Die Verwendung von Exzentern für Antriebe in Bandkassetten mit
Schleifenbildung ist zwar durch die US-PS 3 871 507 bereits bekannt, jedoch dienen
die Exzenter hier als Antriebselemente für die Erzeugung von oszillierenden Bewegungen
schuhartiger Vorschubelemente, zum Zwecke der Entnahme des Bandes aus dem Antriebsbereich
in den Speicherbereich der Kassette.
[0009] Weitere Ausgestaltungen und Varianten der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung sind
in Unteransprüchen enthalten.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend am Beispiel einer Farbbandkassette für eine Schreibmaschine
oder ein Druckwerk anhand der Zeichnungen erläutert.
[0011] Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf die Farbbandkassette mit den Transportrollen und Abstreifanordnungen,
Fig. 2 einen Schnitt in der Ebene 2-2 der Fig. 1,
Fign. 3a schematische Darstellungen der Anordnung exbis 3e zentrisch gelagerter Transportrollen im Zusammenwirken mit den Abstreifanordnungen
in verschiedenen Phasen der Schleifenbildung und
Fign. 4 abgewandelte Ausführungsformen der Bandan- bis 7 triebsvorrichtung.
[0012] Die in den Fign. 1 und 2 dargestellte Farbbandkassette besteht aus einer Speicherkammer
10 zur Aufnahme des Farbbandes und einer Zuführeinrichtung 11 zum Zuführen des Bandes
in die Speicherkammer 10. Das Farbband 12 ist als endlose Schleife ausgebildet und
wird aus der Speicherkammer 10 durch einen Austrittschlitz 13 herausgezogen. Dieses
Herausziehen erfolgt unter der Einwirkung einer Bremsanordnung, bestehend aus einem
Kolben 15 mit einer Reibungsschicht 16, welcher unter der Wirkung einer Feder 17 gegen
einen Block 18 auf der anderen Seite des Austrittschlitzes 13 gedrückt wird. Die Speicherkammer
10 hat die Form eines Quaders mit einer der Breite des Farbbandes angepaßten Höhe
und einer unter Berücksichtigung der aufzunehmenden Farbbandlänge gewählten Länge;
sie wird durch Seitenwände 20, eine Rückwand 21 und obere und untere Abdeckungen gebildet.
[0013] Die Zuführeinrichtung 11 zum Einführen des Farbbandes in die Speicherkammer 10 besteht
aus einem Paar Transportrollen 30, 31, die zum Vorschub des Farbbandes in einem Klemmbereich
32 einander anliegen. In zueinander parallelen Bereichen 33 (Fig. 2) sind die Transportrollen
30, 31 zur Aufnahme von Abstreifern 34 ausgespart. Auf dem Umfang der Transportrollen
30, 31 befinden sich sich Reibungsschichten 35 zur Aufrechterhaltung der Vorschubkraft
zur Bildung von Schleifen des Farbbandes 12 in der Speicherkammer 10.
[0014] Um zu verhindern, daß das Farbband 12 bei seiner Verdichtung in der Speicherkammer
10 an den Oberflächen der Transportrollen 30, 31 haften bleibt, sind Abstreifanordnungen
36 und 37 vorgesehen, an denen sich die kammartig ausgebildeten Abstreifer 34 befinden
sowie obere und untere Abstreifer 38. Die Abstreifanordnungen 36, 37 sind vorzugsweise
gegossen und in der Speicherkammer 10 mit entsprechenden Radien 40 und 41, ähnlich
dem Radius der Transportrollen 30 und 31, ausgebildet.
[0015] Zur Abstützung der Abstreifer dienen Stützen 39 (Fig. 1). Zum Montieren der Transportrollen
30, 31 ist in den Abstreifern 34 je ein Ausschnitt 42 vorgesehen. Die Abstreifanordnung
36 ist am Rahmen 43 mittels Schrauben 44 befestigt, während die Abstreifanordnung
37 um einen Bolzen 45 am Rahmen schwenkbar gelagert ist. Die Abstreifanordnung 37
steht zusammen mit der Transportrolle 31 unter einer um den Bolzen.45 entgegen dem
Uhrzeigersinn, also zur Transportrolle 30 hin gerichteten Kraft, welche durch eine
an einem Stift 48 eingehängte Torsionsfeder 47 ausgeübt wird, deren anderes Ende an
einem Stift 49 am Rahmen 43 befestigt ist. Die Torsionsfeder 47 und die Stifte 48
und 49 sind so angeordnet, daß bei manuellem Schwenken der Abstreifanordnung 37 im
Uhrzeigersinn eine Kniehebelwirkung erzielt wird. Dies erleichert das Einlegen des
Farbbandes zwischen die beiden Transportrollen 30, 31, und bei dem entsprechenden
Ausschwenken der Abstreifanordnung 37 liegt diese an einem Anschlag 50 am Rahmen an.
[0016] Die Lagerung der Transportrollen 30 und 31 in den zugeordneten Abstreifanordnungen
36 bzw. 37 erfolgt durch Einschieben in die Ausschnitte 42 und anschließendes Einführen
von Wellen 52 und 53, welche mittels Sicherungsklemmen 54 (Fig. 2) in den Abstreifanordnungen
36 und 37 gesichert werden. Auf der Welle 52 befindet sich eine Buchse 55, an der
die Transportrolle 30 anliegt. Die Abstreifanordnung 36 weist entsprechende axiale
öffnungen für die Welle 52 und eine Buchse 56 im oberen Abstreifer 38 sowie für die
Welle 52 und die Buchse 55 im unteren Abstreifer 38 auf. Die Welle 53 mit der Transportrolle
31 ist in Lagern 57 und 58 innerhalb der Abstreifanordnung 37 geführt. Wenn gewünscht,
kann die Transportrolle 30 in der Abstreifanordnung 36 drehbar gelager werden; dann
ist jedoch die Ausrichtung der Motorwelle und der Transportrollenwelle erschwert.
[0017] Die Welle 52 ist mit der Antriebswelle 60 eines Motors 61, beispielsweise eines Schrittmotors,
mittels einer Klemme 62 verbunden. Auf der Welle 52 befindet sich ein Stirnrad 64,
welches mit einem weiteren Stirnrad 65 auf der Welle 53 im Eingriff steht. Der Motor
61 treibt daher unmittelbar die Transportrolle 30 und das Stirnrad 64 an, welches
seinerseits über das Stirnrad 65 die Transportrolle 31 antreibt. Die Zahnhöhe der
beiden Stirnräder 64 und 65 ist so gewählt, daß der Eingriff auch dann aufrechterhalten
bleibt, wenn zum Einlegen des Farbbandes 12 die Abstreifanordnung 37 mit der Transportrolle
31 gegen den Anschlag 50 ausgeschwenkt wird.
[0018] Die Transportrollen 30 und 31 sind auf ihren Wellen 52 bzw. 53 exzentrisch gelagert.
Hierbei ist die Ausrichtung der beiden Transportrollen zueinander so gewählt, daß
in einer Ausgangsposition der höchste Punkt der einen Transportrolle mit dem niedrigsten
Punkt der anderen Transportrolle im Klemmbereich 32 in Kontakt steht. Durch den ständigen
Eingriff zwischen den Stirnrädern 64 und 65 bleibt diese Zuordnung stets aufrechterhalten.
Im Laufe der Drehbewegung der Transportrollen 30 und 31 wandert daher der Klemmbereich
32 zwischen den beiden Abstreifanordnungen 36 und 37 um einen Betrag entsprechend
der Exzentrizität der beiden Transportrollen hin und her.
[0019] Während der Drehung der Transportrollen 30, 31 in der in Fig. 1 durch gestrichelte
Pfeile angezeigten Richtung gelangt der infolge der Exzentrizität höchste Punkt der
Transportrolle 31 vom Klemmbereich 32 über den Radius 41 hinaus in die Speicherkammer
10. Gleichzeitig bewegt sich der tiefste Punkt, d. h., der Punkt mit dem geringsten
Radius, der Transportrolle 30 aus dem Klemmbereich 32 in die Speicherkammer 10 hinein
vom Radius 40 nach innen, so daß er nicht mehr zum Transport des Farbbandes nach links
wirksam ist. Die dem Farbband eigene Steifigkeit bewirkt daher, daß dieses beim Vorschub
in die Speicherkammer 10 zunächst dem Umfang der Transportrolle 31 nach rechts folgt,
da, wie erwähnt, der Umfang der Transportrolle 31 sich vom Radius 41 auswärts bewegt.
Die Länge der hierbei gebildeten Schleife wird dabei bestimmt durch den linearen Abstand,
um den der Umfang der Transportrolle 31 in Kontakt mit dem Farbband in der Speicherkammer
10 außerhalb des Radius 41 der Abstreifanordnung 37 verbleibt.
[0020] Die aufeinanderfolgende Bildung von Schleifen ist in den Fign. 3a bis 3e veranschaulicht.
Hierbei sind die Transportrollen 30 und 31 sowie die Abstreifanordnungen 36 und 37
gemäß den Fign. 1 und 2 hier nur schematisch dargestellt und der ursprüngliche Berührungspunkt
der Transportrollen 30 und 31 im Klemmbereich ist durch eine Marke gekennzeichnet,
um in den Fign. 3a bis 3e die einzelnen Phasen der Transportrollendrehung, und zwar
jeweils nach einer Drehung um 45°, deutlich zu machen. Aus den Fign. 3a und 3b ist
ersichtlich, daß im Verlauf der Drehbewegung der Transportrolle 30 um 45 von der Ausgangsposition
aus der Transportrollenumfang sich innerhalb des Radius 40 befindet und daher nicht
auf das Farbband 12 wirksam ist. Es erfolgt somit eine Lockerung des Farbbandes zwischen
den Transportrollen, wobei die dem Farbband eigene Steifigkeit zur Bildung einer Schleife
nach rechts, also im Bereich des Umfangs der Transportrolle 31, beiträgt.
[0021] Wie Fig. 3b zeigt, ist nach einer Drehung der Transportrollen 30, 31 um 45° die gebildete
Schleife etwa gleich dem zurückgelegten Weg des Transportrollenumfangs. Hierbei transportiert
die Transportrolle 31 das Farbband in die Speicherkammer 10, wobei das Farbband 12
dem Umfang der Transportrolle 31 folgt und die Schleifenbildung fördert. Nach einer
Drehung um 90
0 gelangt gemäß Fig. 3c die neugebildete Farbbandschleife mit der halben Umfangsgeschwindigkeit
der Transportrolle 31 in Richtung auf ihre rechte Begrenzung, wobei sich der höchste
Punkt des Umfangs der Transportrolle 31 nunmehr in der 90°-Stellung befindet und eine
Verringerung des wirksamen Radius eingeleitet wird, obwohl die Umfangsfläche zunächst
noch immer in die Speicherkammer 10 ragt.
[0022] Nach einer Drehbewegung von 135° (Fig. 3d) befindet sich nun die Umfangsfläche der
Transportrolle 31 innerhalb des Radius 41 der Abstreifanordnung 37 und ist daher nicht
mehr länger für den Vorschub des Farbbandes nach rechts wirksam. Gemäß Fig. 3e wird
nun, im Anschluß an die Drehbewegung der Transportrollen 30, 31 um 135°, das Farbband
in dem Freiraum zwischen den beiden Transportrollen 30, 31 durch die Transportrolle
30 in die entgegengesetzte Richtung, nämlich nach links, transportiert, um nun in
entsprechender Weise, wie vorher beschrieben, eine weitere Schleife zu bilden, da
jetzt der relativ zum Radius 40 höchste Umfangsbereich der Transportrolle 30 auf das
Farbband wirksam wird und dieses auf seinem Weg nach links in die Speicherkammer 10
mitnimmt.
[0023] Dieser Wechsel der Farbbandtransportrichtung findet statt, obwohl zu diesem Zeitpunkt
keine Mitnehmerverbindung zwischen einer Transportrolle und dem Farbband besteht.
Der Richtungswechsel wird vielmehr.durch die Steifigkeit des Farbbandes und auch dadurch
gefördert, daß in dem freien Raum zwischen den beiden Transportrollen 30, 31 nur geringer
Druck herrscht. Erst unmittelbar nach der Richtungsumkehr wird sodann die Umfangsfläche
der Transportrolle 30 zur nachfolgenden Bildung der neuen Schleife vorgegebener Größe
wirksam.
[0024] Aus der vorhergehenden Beschreibung ergibt sich, daß die Dauer der Wirksamkeit der
Transportrollen innerhalb der Speicherkammer 10 die Größe der einzelnen Schleifen
des Farbbandes in der Speicherkammer 10 bestimmt. Die Größe der Schleifen kann demnach
geändert werden durch eine entsprechende Modifikation der Form der Umfangsflächen
der Transportrollen. Andererseits kann aber auch die Gestaltung der Abstreifanordnungen
36, 37 verändert werden, wie Fig. 4 zeigt. Hier sind die Kanten 67 der Abstreifanordnungen
36 und 37 im Vergleich zu der Ausführung nach den Fign. 3a bis 3e so gestaltet, daß
das Farbband zu einem früheren Zeitpunkt von der wirksamen Umfangsfläche der Transportrolle
abgehoben wird. Weiterhin kann durch elliptische Transportrollen 68 im Zusammenwirken
mit einer Abstreifanordnung 69, wie Fig. 5 zeigt, die Zahl der Schleifenbildungen
pro Umdrehung der Transportrollen verdoppelt werden. Die hierbei gebildeten Schleifen
sind jedoch, wie gleichfalls in Fig. 5 angedeutet ist, kürzer, da die Umfangsflächen
der Transportrollen 68 in diesem Fall entsprechend kürzer in Kontakt mit dem Farbband
sind, nämlich über einen Drehwinkel von kaum mehr als 90°.
[0025] Bei einer weiteren Ausführungsform gemäß Fig. 6 werden Zahnriemen 70, 71 von wechselnder
Dicke zum Transport des Farbbandes 12 in die Speicherkammer 10 verwendet. Hier verlaufen
die Abstreifkanten 72, 73 unter einem geringem Winkel vom Eintrittsbereich des Farbbandes
zu den gegenüberliegenden Seiten der Speicherkammer, und zwar unter dem gleichen Winkel
wie die Außenflächen der Zahnriemen 70, 71 in bezug auf die Innenfläche von ihrem
dünnsten zu ihrem dicksten Bereich. Jeder der Zahnriemen 70, 71 dient als Vorschubelement,
wobei der Zahnriemen 70 über ein Antriebsrad 74 und ein weiteres gezahntes Rad 75
verläuft, während der Zahnriemen 71 über gezahnte Räder 76 und 77 geführt ist. Die
gezahnten Räder 76 und 77 sind, in ähnlicher Weise wie anhand der Fign. 1 und 2 im
Zusammenhang mit der Transportrolle 31 beschrieben, auf einem in Fig. 6 nicht gezeigten
Rahmenteil gelagert, welcher unter der Kraft einer (gleichfalls nicht dargestellten)
Feder in Richtung des Zahnriemens 70 gedrückt wird, wodurch ein Klemmbereich 78 zur
Mitnahme des Farbbandes gebildet ist. Das gezahnte Rad 76 ist durch ein (nicht dargestelltes)
Stirnradgetriebe in Antriebsverbindung mit der Welle des Antriebsrades 74 verbunden.
Das Antriebsrad 74 wird von einem (nicht sichtbaren) Motor angetrieben, wobei im Verlauf
des Umlaufes des Zahnriemens 70 dessen wachsende Dicke relativ zur Abstreifkante 72
zunehmend in die Speicherkammer 10 ragt und das Farbband mitnimmt. Gleichzeitig gelangt
der gegenüperliegende Zahnriemen 71 mehr und mehr von der Abstreifkante 73 hinweg,
so daß er keine Antriebsverbindung auf das Farbband auszuüben vermag.
[0026] Die in Fig. 6 dargestellte Anordnung kann so gestaltet werden, daß der jeweilige
Schnittpunkt zwischen der wirksamen Umfangsfläche des Zahnriemens und der Abstreifkante
sich mit der halben Umfangsgeschwindigkeit des Zahnriemens bewegt. Die Geschwindigkeit
dieses Schnittpunkts kann weiterhin variiert werden durch Veränderung des Winkels
der Abstreifkanten 72, 73 in bezug auf die Zahnriemen 70 bzw. 71. Die Farbbandschleife
bewegt sich selbstverständlich jeweils mit der halben Umfangsgeschwindigkeit der Zahnriemen.
[0027] Bei der Ausführungsform nach Fig. 7 ist, zum Unterschied zu den Ausführungen nach
den Fign. 1 bis 3e, nur eine Transportrolle exzentrisch gelagert. Die Transportrolle
80 ist als angetriebene Rolle auf einer Welle 81 exzentrisch gelagert und wirkt mit
einer auf einer Welle 83 geführten Transportrolle 82 zusammen. Die Welle 83 ist am
Ende eines Winkelhebels 84 gelagert, welcher am entgegengesetzten Ende um einen Stift
85 schwenkbar gelagert ist. Eine Zugfeder 86 übt eine ständige Kraft auf den Winkelhebel
84 aus, derart, daß die Transportrolle 82 an der Transportrolle 80 anliegt. Der Schwenkbereich
des Winkelhebels 84 ist jedoch durch einen Anschlag 87 begrenzt. Die Speicherkammer
93 ist durch Wände 88 und 89 gebildet, und die exzentrische Transportrolle 80 wirkt
mit einer Abstreifanordnung 90 zur Bildung der Bandschleifen zusammen. Die Abstreifanordnung
90 kann in gleicher Weise, wie zuvor im Zusammenhang mit Fig. 2 beschrieben, kammförmig
ausgebildet sein, wobei die Transportrolle 80 entsprechende Ausschnitte zur Aufnahme
der Kammteile aufweist.
[0028] Die Wirkungsweise der Ausführung nach Fig. 7 ist so, daß ein Farbband 91 im Klemmbereich
92 zwischen den Transportrollen 80 und 82 erfaßt und in die Speicherkammer 93 transportiert
und, solange die Umfangsfläche der exzentrischen Transportrolle 80 über die Abstreifanordnung
90 hinausragt, von der Transportrolle 80 nach rechts in Richtung auf die Wand 88 mitgenommen
wird. Sobald die Umfangsfläche der exzentrischen Transportrolle 80 hinter die wirksamen
Flächen der Abstreifanordnung 90 zurücktritt, wird das Farbband 91 abgehoben und wandert
nach links gegen die Wand 89, wobei gleichzeitig die Umfangsfläche der Transportrolle
80 im Klemmbereich 92 von der Transportrolle 82 abhebt und die weitere Zufuhr unterbrochen
ist. Denn die als Antrieb wirksame Transportrolle 82 ist durch den Anschlag 87 gehindert,
dem Verlauf der Umfangsfläche der Transportrolle 80 nachzufolgen, so daß kein Antrieb
auf die Transportrolle 80 übertragen wird, bis der erhöhte Umfangsbereich der Transportrolle
80 im Klemmbereich 92 erneut wirksam wird und die Antiebsverbindung zwischen den beiden
Transportrollen 82, 80 wieder hergestellt ist. Die Exzentrizität der Transportrolle
80 ist so gewählt, daß die Transportrollen im Klemmbereich 92 zum Vorschub des Farbbandes
wirksam sind, bis kurz danach der höchste Bereich der exzentrischen Transportrolle
80 in die Speicherkammer 93 gelangt und das Farbband nach rechts zieht. Zum grundsätzlichen
Unterschied zu der Ausführung nach den Fign. 1 und 2 brauchen bei der Ausführungsform
nach Fig. 7 die Transportrollen 80 und 82 nicht synchron umzulaufen; denn die Transportrolle
82 ist, wie Fig. 7 zeigt, konzentrisch gelagert.
[0029] Die in den Fign. 1 und 2 dargestellte Farbbandkassette kann so gestaltet werden,
daß die Speicherkammer 10 von der Zuführeinrichtung 11 entfernt werden kann. Zu diesem
Zweck ist die Speicherkammer 10 an ihrem unteren offenen Ende mit Flanschteilen 95
versehen, welche sich nahe der Peripherie der Transportrollen 30, 31 befinden. Zur
Halterung der Speicherkammer 10 dient eine untere Kante 96 am Rahmen 43. Außerdem
können federbelastete Haltelemente vorgesehen werden; welche beim Abnehmen der Speicherkammer
10 das offene Ende abdecken, um ein Austreten des darin befindlichen Farbbandes zu
verhindern.
1. Bandantriebsvorrichtung mit zwei einander anliegenden Transportrollen zur Speicherung
in einer Vielzahl Schleifen in einer Bandkassette, insbesondere für Farbbandkassetten,
dadurch gekennzeichnet,
daß an mindestens einer der Transportrollen (30, 31; 68; 74, 76; 80) im Bereich der
Speicherkammer (10) eine stationäre, nahe dem Umfang der Transportrolle (30, 31; 68;
74, 76; 80) verlaufende Abstreifanordnung (36, 37, 38; 69; 72, 73; 90) angebracht
ist und daß die zugeordnete Transportrolle (30, 31; 68; 74, 76; 80) derart geführt
oder gestaltet ist, daß ihre Umfangsfläche im Verlauf ihrer Drehbewegung abwechselnd
über die Abstreifanordnung (36, 37, 38; 69; 72, 73; 90) hinausragt und hinter dieselbe
zurücktritt.
2. Bandantriebsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Transportrollen (30, 31; 68; 74, 76) mit einer Abstreifanordnung (36, 37,
38; 69; 72, 73) versehen und, jeweils mit komplementären Radien einander anliegend,
synchron angetrieben sind, derart, daß die Umfangsflächen beider Transportrollen (30,
31; 68; 74, 76) abwechselnd über ihre Abstreifanordnung (36, 37, 38; 69; 72, 73) hinausragen.
3. Bandantriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Transportrollen (30, 31) exzentrisch gelagert sind.
4. Bandantriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportrollen (68) elliptische Umfangsform aufweisen.
5. Bandantriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportrollen (74, 76) konzentrisch gelagert sind und ihre Umfangsflächen
durch je einen gleichen Zahnriemen (70, 71) kontinuierlich wechselnder Dicke gebildet
wird, derart, daß im Klemmbereich der dickste Abschnitt des einen Zahnriemens (70
bzw. 71) jeweils am dünnsten Abschnitt des anderen Zahnriemens (71 bzw. 70) anliegt.
6. Bandantriebsvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zahnriemen (70, 71) jeder Transportrolle (74, 76) über je ein weiteres gezahntes
Rad (75, 77) geführt ist.
7. Bandantriebsvorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Transportrollen (31; 82) bezüglich der anderen Transportrolle (30; 80)
gegen die Kraft einer Feder (47; 86) ausschwenkbar gelagert ist.
8. Bandantriebsvorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 7, dadurch gekennzeichnet,
daß nur eine der Transportrollen (80) exzentrisch gelagert und mit einer Abstreifanordnung
(90) versehen ist und daß zur Begrenzung der Bewegung des zum zeitweiligen Lösen der
Antriebsverbindung schwenkbaren Trägers (84) für die andere, ausschwenkbare Transportrolle
(82) ein Anschlag (87) angeordnet ist.
9. Bandantriebsvorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Begrenzung der Ausschwenkbewegung der Transportrolle (31; 68) ein Anschlag
(50) vorgesehen und so angeordnet ist, daß die Antriebsverbindung zwischen beiden
Transportrollen (30, 31; 68) beim Ausschwenken der schwenkbaren Transportrolle (31)
nicht gelöst wird.
10. Bandantriebsvorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportrollen (30, 31; 68; 80) in zueinander parallelen Bereichen (33) in
der Umfangsfläche ausgespart sind, zur Aufnahme von kammartig angeordeten Abstreifern
(34) der Abstreifanordnungen (36, 37; 69; 90).