[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Trennen von
körnigem Metallschrott < 25 (d.h.mit einer Korngröße klei-
- ner als 25 mm) insbesondere buntmetallhaltigem Shreddermüll in die einzelnen Anteile.
[0002] Shreddermetallmüll besteht im wesentlichen aus Schutt, d.h. mineralischen Bestandteilen
Gummi, Kunststoff usw., Leichtmetallen, d.h. hauptsächlich Aluminium und einem Schwermetallgemenge,
welches neben Eisen in der Hauptsache Messing, Kupfer, Zink und Blei enthält . Das
Eisen läßt sich sehr einfach mit Hilfe von Magneten aus dem Gemenge entfernen, so
daß die Problematik die Trennung der übrigen Bestandteile darstellt.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Trennen von
insbesondere buntmetallhaltigem Shreddermüll in die einzelnen Anteile zu schaffen,
die bei einfachem und robustem, mithin störungsunempfindlichem Aufbau eine kontinuierliche
Trennung gestattet.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Vorrichtung erfindungsgemäß gekennzeichnet durch
einen wassergefüllten Kasten mit geneigtem Siebboden und einem darunter angeordneten
heb- und senkbaren Hubboden, einer am oberen Kastenende angeordneten Materialzuführung
und zwei getrennten, am unteren Kastenende angeordneten Auslässen für eine leichte
und schwere Fraktion In der erfindungsgemäßen Anordnung wird durch den Hubboden ein
Teil des im unteren Kastenteil befindlichen Wassers nach oben durch den Shreddermüll
gedrückt, wodurch dieser angehoben und wieder abgesetzt wird. Dies führt mit der Zeit
zu einer geordneten Schichtung des Gemenges und zwar dergestalt, daß die spezifisch
leichten Teile sich oben und die spezifisch schwereren Teile sich unten ansammeln.
Durch die Neigung des Bodens wird in Verbindung mit der Transportwirkung des Wassers
eine Bewegung des Shreddermülls von der Materialzuführung nach unten zu den Auslässen
bewirkt, d.h. gleichzeitig mit derTrennung in die verschieden schweren Bestandteile
erfolgt ein Transport der mehr und mehr getrennten Fraktionen zum unteren Kastenende
hin.
[0005] Zum kontinuierlichen, selektiven Austrag der spezifisch unterschiedlich schweren
Fraktionen kann in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein, daß der Auslaß für
die leichten Bestandteile eine hinter einer vom Siebboden beabstandeten Querwand angeordnete
Rutsche umfaßt. Die Querwand ist dabei in Höhe der sich einstellenden Trennebene zwishen
schweren und leichten Bestandteilen angeordnet, so daß die leichten Bestandteile über
die Querwand gedrückt werden und auf die dahinterliegende Rutsche gelangen. Umgekehrt
werden die schweren Bestandteile unter dieser Querwand durchgedrückt und können über
die, gemäß einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung, in der Höhe verstellbare
untere Kastenquerwand ausgebracht werden. Die Verstellbarkeit der unteren Kastenquerwand
dient dabei insbesondere der Anpassung an unterschiedliche Granulatgrößen. Bei kleinem
Granulat muß die Querwand höher sein, da sonst das Material zu leicht darüber hinweg
schießt. Zur gezielten Trennung in leichte und schwere Bestandteile ist es nämlich
notwendig, daß ein gewisser Stau entstehen muß. Darüber hinaus ist es für das exakte
Funktionieren der erfindungsgemäßen Trennvorrichtung wesentlich, daß der Druck des
Wassers einstellbar ist. In Abhängigkeit von Gewicht und Körnung ist es nämlich zum
einen notwendig, daß nicht zu viel Wasser nach oben aus dem körnigen Gemenge durchgedrückt
wird. Andererseits darf auch nicht eine zu starke Förderwirkung durch das Wasser auftreten,
da dann die Trennung in die verschieden schweren Fraktionen innerhalb des Kastens
nicht zum Abschluß kommen könnte.
[0006] Zu diesem Zweck sind vorzugsweise zwischen Hub- und Siebboden längs des Kastens verteilte
Wassereinlässe vorgesehen, die mit druckregulierbaren Schiebern versehen sind. Ebenfalls
der Anpassung der Arbeitsweise der Maschine an geänderte Gemenge, d.h. Gemenge mit
unterschiedlichen Anteilen der eingangs genannten Bestandteile sowie unterschiedlichen
Körnungen dient eine Änderung der Hubfrequenz des Hubbodens , deren Antrieb aus diesem
Grund regelbar ausgestaltet ist.
[0007] Zur Trennung von Shreddermüll in sinnvoll weiterverarbeitbare Fraktionen sollen nach
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wenigstens zwei Kästen derart hintereinandergeschaltet
sein, daß eine Fraktion des im ersten Kasten getrennten Gemenges, vorzugsweise die
leichten Bestandteile, nochmals in zwei Fraktionen unterschiedlichen spezifischen
Gewichts aufgetrennt werden. Während die schwere Fraktion am Ausgang des ersten Kastens
ein Schwermetallgemenge aus Messing, Kupfer, Zink und Blei darstellt (die Eisenbestandteile
sind ja, wie eingangs genannt, bereits vorher abge-. trennt worden), enthält die leichte
Fraktion neben Leichtmetallen noch Gummi, Kunststoff u.dgl. Durch nochmaligen Durchlauf
dieses leichten Gemenges durch einen erfindungsgemäßen Setztrennkasten läßt sich das
Leichtmetall von diesen, lediglich Abfall darstellenden Gummi- oder Kunststoffbestandteilen
trennen.
[0008] Schließlich liegt es auch noch im Rahmen der Erfindung, der erfindungsgemäßen Vorrichtung
eine Prallmühle nachzuschalten, in der mineralische Bestandteile unter Zugabe von
Wasser zerkleinert und mittels Siebung von Leichtmetallgemenge getrennt werden.
[0009] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels sowie an Hand der Zeichnung.Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen, zwei hintereinandergeschaltete
Setztrennkästen umfassenden Vorrichtung,
Fig. 2 eine vergrößerte perspektivische Teilansicht des unteren Endes eines Setztrennkastens
und
Fig. 3 einen schematischen Querschnitt durch einen Setztrennkasten.
[0010] Die erfindungsgemäße Anordnung besteht im wesentlichen eus zwei hintereinandergeschalteten
Setztrennkästen 1 mit jeweils einer am oberen Ende angeordneten Materialzuführung
2 und zwei am unteren Ende angeordneten Auslässen 3 bzw. 4 für die leichteren und
schwereren Bestandteile. Jeder Kasten enthält einen Siebboden 5 und einen darunter
angeordneten heb- und senkbaren oder als Membran ausgebildeten und damit durchbiegbaren
Hubboden 6, durch deren Bewegung Wasser, welches durch seitliche Wassereinlässe 7
mit druckregulierenden Schiebern 8 eingebracht wird, durch das im Kasten befindliche
Gemenge gedrückt wird. Dabei wird das Gemenge angehoben und setzt sich wieder ab,
so daß eine Schichtung in eine unten liegende Fraktion aus schweren Bestandteilen
9 und eine darüberliegende Fraktion aus leichten Bestandteilen 10 stattfindet. Daß
innerhalb dieser Schichtungen selbstverständlich eine kontinuierliche Veränderung
des spezifischen Gewichts stattfindet, jedenfalls wenn man dem Gemenge genügend Zeit
läßt, sich auszuorientieren, ist für die angestrebte Trennung von untergeordneter
Bedeutung, da es zunächst darum geht, das Schwermetallgemenge von der Mischung aus
Leichtmetallen und Kunststoff bzw. Gummiverunreinigungen zu trennen. Die leichten
Bestandteile der oberen Fraktion 10, d.h. in erster Linie Aluminium und Gummi bzw.
Kusntstoff werden über den Auslaß 4 ausgetragen, der eine hinter einer Querwand 11
angeordnete Rutsche 12 umfaßt. Die Querwand 11, die etwa in Höhe der in Figur 2 gestrichelt
eingezeichneten Trennebene der leichten Bestandteile zumSchwermetallgemenge ange ordnet
ist, führt dazu, daß das Schwermetallgemenge unter dieser Barriere hindurchgedrückt
wird, um über die als Schwermetallauslaß dienende Oberkante der unteren Querwand 13
des Kastens ausgetragen zu werden. Diese Querwand 13 ist in ihrer Höhe verstellbar,
um je nach dem tatsächlich vorliegenden Schwermetallgemenge, insbesondere in Abhängigkeit
von dessen Körnung einen Rückstau zu erzwingen, so daß das Material nicht zu schnell
durch den Kasten hindurchschießt, wobei dadurch die notwendige Trennung der Fraktionen
unterschiedlichen spezifischen Gewichts nicht oder nur unvollständig zustande käme.
Die leichten Bestandteile dagegen werden über die Querwand 11 gedrückt und gelangen
über die Rutsche zum Auslaß 4, von wo aus sie bei der in Figur 1 dargestellten Vorrichtung
der Materialzuführung 2 eines identisch aufgebauten Absatzkastens 1 zugeführt werden.
Dort erfolgt die Trennung der im ersten Kasten abgetrennten leichten Bestandteile
in Leichtmetalle, d.h. vor allem Aluminium und die lediglich unbrauchb aren Verunreinigungen
darstellenden Bestandteile wie Gummi, Kunststoff o.dgl.
[0011] Für die kontinuierliche Arbeitsweise der Erfindung ist es zum einen wesentlich, daß
der Siebboden 5 der Kästen 1 von der Materialzuführung 2 zu den Auslässen 3, 4 geneigt
ist, wobei sich eine Neigung im Bereich von 5 - 20°, vorzugsweise etwa 11°, als sehr
günstig erwiesen hat,wenn handelsüblicher buntmetallhaltiger Shreddermüll fraktioniert
werden soll. Darüber hinaus spielt für die Trennung der Fraktionen und ihren Austrag
auch der Wasserdruck eine entscheidende Rolle, weshalb jedem der Kästen mehrere Wassereinlässe
7 zugeordnet sind, die jeweils Schieber zum Regulieren des Wasserdrucks enthalten.
Durch Regulieren des Wasserdrucks läßt sich zum einenverhindern, daß zu viel Wasser
nach oben durch den Müll durchgedrückt wird, wodurch insbesondere die Trenaportwirkung
des Wassers zu stark erhöht würde, so daß die Trennwirkung durch Anheben und Wiederabsetzen
der körnigen Bestandteile innerhalb des Kastens nicht zu einer ausreichenden Trennung
der unterschiedlich schweren Bestandteile führen könnte. Durch dieAnordnung der beiden
Kästen 1 in unterschiedlichen Höhen in einem Traggestell 14 bedarf es keinerlei Förderbänder
oder sonstiger Fördermittel innerhalb der Vorrichtung. Der buntmetallhaltige Shreddermetallmüll
wird der Materialzuführung 2 des oberen Kastens zugeführt und am Auslaß dieses Kastens
bzw. den Auslässen 3 und 4 des unteren Kastens fallen dann ein Schwermetallgemenge,
Aluminium bzw. Gummi und Kunststoffabfälle getrennt an.
[0012] Auf dem Siebboden 5 sind, wie in Figur 2 zu erkennen ist, Schienen 15 geringer Höhe
angeordnet, die verhindern sollen, daß das Material zu schnell von der Zuführung 2
zu den Auslässen 3, 4 gelangen kann, wodurch die ausreichende Trennung der unterschiedlich
schweren Fraktionen verhindert würde. Die Hubgeschwindigkeit, d.h. die Frequenz der
Heb- und Senkbewegungen bzw. Membranverbiegungen des Hubbodens 6 liegt vorzugsweise
zwischen 80 und 200 Hub pro Minute, wobei die tatsächliche Hubfrequenz sehr stark
von der Zusammensetzung des Shreddermetallmülls und insbesondere dessen Körnung abhängt.
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Trennen von körnigem Metallschrott mit einer Körnung<
25, insbesondere buntmetallhaltigem Shreddermüll in die einzelnen Anteile, gekennzeichnet
durch einen wassergefüllten Kasten (1) mit geneigtem Siebboden (5) und einem darunter
angeordneten heb- und senkbaren Hubboden (6), einer am oberen Kastenende angeordneten
Materialzuführung (2) und zwei getrennten, am unteren Kastenende angeordneten Auslässen
(3, 4) für eine leichte und schwere Fraktion
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaß (4) für die
leichten Bestandteile eine hinter einer vom Siebboden (5) beabstandeten Querwand (11)
angeordnete Rutsche (12) umfaßt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der unteren
Kastenquerwand (13), über deren Oberkante die schweren Bestandteile ausgebracht werden,
verstellbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch zwischen Hubboden
(6) und Siebboden (5) angeordnete Wassereinlässe (7) mit druckregulierbaren Schiebern
(8).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubfrequenz
des Hubbodens (6) veränderbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens
zwei Kästen (1) derart hintereinandergeschaltet sind, daß eine Fraktion, vorzugsweise
die leichten Bestandteile, nochmals in zwei Fraktionen aufgetrennt werden.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kästen (1)
im wesentlichen rechtwinklig zueinander in unterschiedlicher Höhe in einem Gestell
(14) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ihr eine
Prallmühle nachgeschaltet ist, in der mineralische Bestandteile unter Zugabe von Wasser
zerkleinert und mittels Siebujng vom Leichtmetallgemenge getrennt werden.