[0001] Die Erfindung betrifft einen Kollektor für eine elektrische Maschine, welcher einen
Träger aufweist, an dem Kupferlamellen, die mit Isolierzwischenlagen verüben sind,
mittels eines oder mehrerer in Ausnehmungen des von den Kupferlamellen und den Isolierzwischenlagen
gebildeten Lamellenverbandes eingreifenden Armierungsringen befestigt sind.
[0002] Es sind Kollektoren in den sog. gebauten und gepreßten Ausführungen bekannt. Bei
beiden Ausführungsformen stellt sich die Aufgabe einer einwandfreien Verankerung des
Lamellenverbandes am Kollektorträger. Die auftretenden Fliehkräfte im Lamellenverband
werden beim Kollektor in der gebauten Ausführung durch schwalbenschwanzartige Verankerungen
aufgenommen. Diese stellen Verankerungen des Lamellenverbandes an zwei Auflagepunkten
dar, welche jedoch nicht zu weit auseinanderliegen dürfen, da dieses infolge der Fliehkräfte
zu einem unzulässig starken Durchbiegen der Lamellen führen würde. Aus.diesem Grunde
ist die Baulänge derartiger Kollektoren von vornherein begrenzt. Bei der gepreßten
Ausführung von Kollektoren ist die Situation ähnlich. Die bekannten Verankerungen
des Lamellenverbandes bringen für die Konstruktion die Werkzeuggestaltung, den Fertigungsablauf
und die mechanische Festigkeit erhebliche Probleme mit sich. Ab einer Länge der Lamellen
von ca. 90 mm wird das Einbringen eines dritten Armierungsringes zusätzlich zu den
beiden endseitig vorgesehenen Armierungsringen erforderlich, um ein Auffangen der
Fliehkräfte über die gesamte Eaufflächenlänge der Lamellen zu erreichen. Das Einlegen
eines dritten Armierungsringes im mittleren Bereich des Lamellenverbandes erfordert
bei den bisher bekannten Einbauformen ein Auseinanderklappen des bereits zusammengestellten
Lamellenverbanes. Auch muß der dritte Armierungsring durch Abstandhalter, die am Umfang
angeordnet sind, in seiner Lage gehalten werden, genau wie die seitlich eingelegtenArmierungsringe.
Diese Arbeiten stellen sich jedoch als vergleichsweise aufwendig dar.
[0003] Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
unter Vermeidung vorerwähnter Nachteile einen Kollektorder eingangs genannten Art
zu schaffen, der nicht nur eine vergleichsweise geringe Gesamtkupferhöhe und lange
Laufflächen besitzt, sondern darüber hinaus auch über eine hohe mechanische Festigkeit
verfügt. Außerdem soll der Zusammenbau der einzelnen Teile des Kollektors vereinfacht
werden.
[0004] Gemäß der Erfindung wird ies dadurch erreicht, daß die Ausnehmungen in den Kupferlamellen
und in deren Isolierzwischenlagen an ihren dem Kollektorträger zugewandten Seiten
vorgesehen sind und die Ausnehmungen mit einem aushärtenden, isolierenden Medium ausgefüllt
sind. Durch diese Ausführung wird eine gleichmäßige Verteilung der Armierungsringe
über die gesamte Länge der Lamellen erreicht, so daß theoretisch eine unbegrenzte
Baulänge eines Kollektors möglich ist. Die Fliehkräfte verteilen sich gleichmäßig
über die ganze Lamellenlänge und werden in kurzen Abständen von den Armierungsringen
aufgenommen. Durch diesen gleichmäßigen ringförmigen Aufbau des Lamellenverbandes
wird eine große Laufflächenprofilreue erreicht, was für die Kommutierung und den Lauf
der Maschine ein großer Vorteil ist. Außerdem ergeben sich vergleichsweise geringe
Kupferhöhen, die es ermöglichen, einen vergrößerten Kühlluftdurchgang zu schaffen
und die Kühlfläche ebenfalls zu vergrößern. Dies führt zu einer besseren Maschinenausnutzung
bei gleicher Baugröße. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht in
der Erhöhung der Betriebsdrehzahl durch Verringerung der Masse des Lamellenverbandes.
Der Zusammenbau auch bei langen Kollektoren wird wesentlich vereinfacht, wobei außerdem
eine große Baulänge sowohl von gepreßten als auch durch Gießharz hergestellten Kollektoren
möglich ist.
[0005] Die Ausnehmungen sind zum Kollektorträger hin offen ausgebildet, was die Montage
wesentlich erleichtert.
[0006] Vorteilhaft sind die Ausnehmungen in den Kupferlamellen derart gestaltet, daß deren
Begrenzungen einseitig oder beidseitig die Armierungsringe untergreifen. Die oberen
Begrenzungen der Ausnehmungen in den Kupferlamellen verlaufen mit Abstand zu den Armierungsringen,
so daß eine Isolierung gewährleistet ist.
[0007] Die Ausnehmungen in den Kupferlamellen sind so angeordnet und ausgebildet, daß die
die Armierungsringe untergreifenden einseitigen Begrenzungen der Ausnehmungen einander
benachbarter Kupferlamellen einander entgegengerichtet sind. Auf diese Weise wird
eine selbsttätige Zentrierung der eingebrachten Armierungsringe bewirkt und außerdem
eine sichere Festlegung der Kupierlamellen. Die Ausnehmungen einer Kupferlamelle sind
so angeordnet und ausgebildet, daß die die Armierungsringe untergreifenden einseitigen
Begrenzungen aufeinanderfolgende Ausnehmungen einander entgegengerichtet sind. Dies
führt zu einer wechselseitigen Verankerung innerhalb einer Kupferlamelle. Die Anzahl
der Aussparungen in den Kupferlamellen ist beliebig.
[0008] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Ausnehmungen in den Isolierzwischenlagen
etwa rechteckförmig ausgeführt, wobei die oberen Begrenzungen der Ausnehmungen in
den Isolierzwischenlagen sich bis an die Armierungsringe erstrecken können. Auf diese
Weise ergibt sich elne Zentrierung des Lamellenverbandes zur Armierungseinlage beim
Einschieben von der Laufflächenseite her.
[0009] Die Spalte zwischen den Armierungsringen einerseits und den Begrenzungen der Ausnehmungen
in den Kupferlamellen sowie dem Kollektorträger andererseits betragen mindestens 0,5
mm und höchstens 10 mm. Das aushärtende isolierende Medium wird durch Spritzen, Spritzpressen,
Pressen od.dgl. in die Spalte eingebracht und führt so zu einer Verriegelung, Zentrierung
und kraftschlüssigen Verbindung zwischen Lamellenverband und Kollektorträger.
[0010] Gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung ist der Kollektorträger mit axialen
Durchtrittsöffnungen versehen, was zu einer wesentlichen Verbesserung der Kühlung
und damit zu einer Erhöhung der Maschinenausn-utzung führt. Zu diesem Zweck ist der
Kollektorträger nur an einer Seite auf der Rotorwelle befestigt, während an der anderen
Seite ein Spalt zwischen Umfläche der Rotorwelle und Innenfläche des Kollektorträgers
vorhanden ist, durch welchen die Kühlluft hindurchtreten kann.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist an Hand der Zeichnung näher erläutert,
und zwar zeigt:
Fig. 1 einen Kollektor im Halbschnitt,
Fig. 2 eine Teilansicht der Fig. 1, in welcher die Lage eines Armierungsringes in
den Aussparungen einer Kupferlamelle und einer Isolierzwischenlage dargestellt ist,
Fig. 3 die Ansicht eines Teils einer Isolierzwischenlage,
Fig. 4 eine Ansicht vom Lamellenfuß aus,
Fig. 5 eine Seitenansicht der Fig. 4 mit Teilausschnitten und
Fig. 6 eine Darstellung wie Fig. 5, jedoch mit einer anderen Art der Lamellenverankerung.
[0012] Mit 1 ist der Kollektorträger bezeichnet, an dem der von den Kupferlamellen 10 und
den Isolierzwischenlagen 3 gebildete Lamellenverband 2 befestigt ist. Die Befestigung
erfolgt mittels Armierungsringen 6, die Ausnehmungen 4 in den Kupferlamellen 10 und
Ausnehmungen 5 in den Isolierzwischenlagen 3 durchsetzen. Die Ausnehmungen 4 und 5
der Kupferlamellen 10 und der Isolierzwischenlagen 3 sind an ihren dem Kollektorträger
1 zugewandten Seiten vorgesehen. Die Verriegelung, Zentrierung'und die kraftschlüssige
Verbindung zwischen Lamellenverband 2 und Kollektorträger 1 erfolgt durch Einbringen
eines aushärtenden, isolierenden Mediums, welches durch Spritzen, Spritzpressen, Pressen
od.dgl. über besondere Spalte 9 im flüssigen Zustand eingefüllt wird, die zwischen
dem Lamellenverband 2 und dem Kollektorträger 1 vorgesehen sind.
[0013] Aus Fig. 2 ist die Lage des Armierungsringes 6 in der Aussparung 4 einer Kupferlamelle
10 sowie in der Aussparung 5 einer Isolierzwischenlage 3 ersichtlich.
[0014] Die Ausnehmungen 4 in den Kupferlamellen 10 sind derart gestaltet, daß deren Begrenzungen
7 einseitig oder beidseitig die Armierungsring 6 untergreifen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Ausnehmungen 4 in den Kupferlamellen 10 so angeordnet und ausgebildet, daß
die einseitigen Begrenzungen 7 die Armierungsring 6 hinterfassen, und zwar in der
Weise, daß die Ausnehmungen 4 einander benachbarter Kupferlamellen 10 einander entgegengerichtet
sind, wie insbesondere aus Fig. 4 hervorgeht.
[0015] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß die oberen Begrenzungen der Ausnehmungen 4 in den
Kupferlamellen mit Abstand zu den Armierungsringen 6 angeordnet-sind, so daß eine
leitende Verbindung zwischen Kupferlamellen 10 und Armierungsringen 6 mit Sicherheit
ausgeschlossen ist.
[0016] Wie aus Fig. 6 ersichtlich, können die Ausnehmungen 4 in den Kupferlamellen 10 auch
so angeordnet und ausgebildet sein, daß die die Arretierungsringe 6 untergreifenden
einseitigen Begrenzungen 7 aufeinanderfolgender Ausnehmungen 4 einander entgegengerichtet
sind, d.h. es findet eine wechselseitige Verankerung innerhalb einer Kupferlamelle
statt.
[0017] Die Querschnittsform der Armierungsringe ist beliebig, so daß diese kreisförmig,
rechteckig, quadratisch, dreieckig usw. ausgebildet sein können.
[0018] Aus Fig. 3 ist ein Teilausschnitt einer Isolierzwischenlage 3 ersichtlich, die etwa
rechteckförmig ausgeführt ist. Die obere Begrenzung der Ausnehmung 5 erstreckt sich
etwa bis an die ihnen zugeordnete Fläche der Armierungsringe- 6.
[0019] Die Spalte 9 zwischen den Armierungsringen 6 einerseits und den Begrenzungen der
Ausnehmungen 4 in den Kupferlamellen
10 sowie dem Kollektorträger 2 andererseits betragen mindestens 0,5 mm und höchstens
10 mm.
[0020] Der Kollektorträger 1 ist an seiner einen Seite mit axialen Durchtrittsöffnungen
11 versehen, und auf der Rotorwelle 12 befestigt, während an seiner anderen Seite
ein Spalt zwischen der Umfläche der Rotorwelle 12 und der Innenfläche des Kollek-
torträgers 1 vorhanden ist. Diese Öffnungen dienen der Luftzirkulation, so daß eine
gute Kühlwirkung erreicht wird.
[0021] Die Laufflächenseite des Kollektors ist mit 13 bezeichnet.
1. Kollektor für eine elektrische Maschine, welcher einen Kollektorträger aufweist,
an dem Kupferlamellen, die mit Isolierzwischenlagen versehen sind, mittels eines oder
mehrerer in Ausnehmungen des von den Kupferlamellen und den Isolierzwischenlagen gebildeten
Lamellenverbandes eingreifenden Armierungsringen befestigt sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmungen (4) in den Kupferlamellen (10) und die Ausnehmungen (5) in deren
Isolierzwischenlagen (3) an ihren dem Kollektorträger (1) zugewandten Seiten vorgesehen
sind und die Ausnehmungen (4,5) mit einem aushärtenden, isolierenden Medium ausgefüllt
sind.
2. Kollektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (4,5) zum
Kollektorträger (1) hin offen ausgebildet sind.
3. Kollektor nach Anspruch und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen
(4) in den Kupferlamellen (10) derart gestaltet sind, daß deren Begrenzungen (7) einseitig
oder beidseitig die Armierungsringe (6) untergreifen.
4. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgendeng dadurch gekennzeichnet,
daß die oberen Begrenzungen der Ausnehmungen (4) in den Kupferlamellen (10) mit Abstand
zu den Armierungsringen (6) verlaufen.
5. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmungen (4) in den Kupferlamellen (10) so angeordnet und ausgebildet
sind, daß die die Armierungsringe (6) untergreifenden einseitigen Begrenzungen (7)
der Ausnehmungen (4) einander benachbarter Kupferlamellen (10) einander entgegengerichtet
sind.
6. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch gekennzeichnet.,
daß die Ausnehmungen (4) einer Kupferlamelle (10) so angeordnet und ausgebildet sind,
daß die die Arretierungsringe (6) untergreifenden einseitigen Begrenzungen (7)aufeinanderfolgender
Ausnehmungen (4) einander entgegengerichtet sind.
7. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß eine oder mehrere Aussparungen (4,5) in den Kupferlamellen (10) und den Isolierzwischenlagen
(3) vorgesehen sind.
8. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmungen (5) in den Isolierzwischenlagen (3) etwa rechteckförmig ausgeführt
sind.
9. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die oberen Begrenzungen der Ausnehmungen (5) in den Isolierzwischenlagen (3) sich
bis etwa an die Armierungsringe (6) erstrecken.
10. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Spalte (9) zwischen den Armierungsringen (6) einerseits und
den Begrenzungen der Ausnehmungen (4) in den Kupferlamellen (10) sowie dem Kollektorträger
(1) andererseits mindestens 0,5 mm und höchstens 10 mm betragen.
11. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch
gekennzeichnet, daß das erhärtende, isolierende Medium durch Spritzen, Spritzpressen
oddgl. eingebracht wird.
12. Kollektor nach Ansprvch 1 und/oder snen oder sehreran der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kollektorträger (1) mit axialen Durchtrittsöffnungen (11) versehen ist.
13. Kollektor nach Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch
gekennseichnet, dsß der Kollektorträger nur an einer Seite auf der Rotorwelle (12)
befestigt ist und an der anderen Seite ein oder mehrere Spalte zwischen Umfläche der
Rotorwelle (12) und Innenfläche des Kollektorträgers (1) vorhanden sind.