[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Walzenbahntrockner für breite Furniere, dessen
Tragwalzen und Deckwalzen ein- oder beidseitig jeweils durch auf Längsachsen angeordneten
Stirnräder antriebsmäßig verbunden sind und dessen Deckwalzen zeitweilig von den Tragwalzen
abhebbar sind, um ein rissefreies Schwinden der Furniere zu ermöglichen.
[0002] Ein derartiger Walzenbahntrockner ist aus der DE-PS 17 29 459 bekannt, bei dem eine
oder mehr als eine Zahnlücke entweder der Deckwalzen-Stirnräder oder der Tragwalzen-Stirnräder
ausgefüllt ist bzw. sind. Dies bewirkt ein zeitweiliges Abheben der Deckwalzen von
den Tragwalzen, wobei jedoch eine stoßweise Antriebsbelastung und damit ein höherer
Verschleiß der Antriebseinrichtung auftritt.
[0003] Nachteilig ist außerdem die hohe Lagerbelastung der unteren, festliegenden Tragwalzen
durch diestoßweise Anhebung der Deckwalzen beim Auftreffen des Zahnes des treibenden
Stirnrades auf die ausgefüllte Zahnlücke und das anschließende ruckartige Niederfallen
der Deckwalzen. Die Folge davon ist, daß die zur Lagerung verwendeten Kohlegleitlager
einem höheren Verschleiß unterliegen und öfter ausgetauscht werden müssen.
[0004] Da beim Anheben der Deckwalzen diese kurzzeitig nicht mit der den Tragwalzen gleichen
Geschwindigkeit umlaufen, kann ein Verlaufen des Trockengutes während des Transportes
durch den Walzenbahntrockner vorkommen.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, einen Walzenbahntrockner der eingangs
erwähnten Art so weiterzubilden und zu verbessern, daß ein stoßweises Anheben und
ein ruckartiges Niederfallen der Deckwalzen vermieden wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß nahe der Stirnräder auf den
Längsachsen der Trag- und Deckwalzen sich gegenüberliegende Nockenscheiben angeordnet
sind.
[0007] Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Nockenscheiben ein oder
mehrere Nocken besitzen, die jeweils im Berühfungseingriff miteinander sind.
[0008] Die Nocken auf den Nockenscheiben sind so ausgebildet, daß ein weiches stoßfreies
Abheben und Absenken der Deckwalzen gewährleistet ist. Es tritt also keine Stoßbelastung
des Antriebes und der Lager auf.
[0009] Da die Nocken derart auf den Nockenscheiben angeordnet sind, daß sie während des
Umlaufes der Trag und Deckwalzen immer aufeinandertreffen und immer im Berührungseingriff
miteinander sind, ist erreicht, daß die Trag-und Deckwalzen mit gleicher Geschwindigkeit
angetrieben werden. Ein Verlaufen des Trockengutes während des Transportes durch den
Walzenbahntrockner kommt deshalb nicht vor.
[0010] Da die Nockenscheiben genau an den Abrollradius der Zahnflanken bei der Teilkreis-
und Eingriffswinkel- änderung angepaßt sind, sind die Stirnräder immer im Eingriff,
so daß die Trag- und Deckwalzen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit umlaufen.
[0011] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung näher
veranschaulicht. In dieser zeigt
Fig. 1 eine Vorderansicht eines Tragwalzen- und Deckwalzenpaares mit den erfindungsgemäß
ausgebildeten Nockenscheiben,
Fig. 2 ein Nockenscheibenpaar mit jeweils einem auf den Umfang einer Nockenscheibe
angeordneten Nocken und
Fig. 3 und Fig. 4 jeweils ein Nockenscheibenpaar mit jeweils zwei und drei auf dem
Umfang einer Nockenscheibe angeordneten Nocken.
[0012] Beim Walzenbahntrockner liegen die Transportwalzen, die Tragwalzen 1 und die Deckwalzen
2 unmittelbar aufeinander, wobei das zu trocknende Furnier zwischen Tragwalzen 1 und
Deckwalzen 2 transportiert wird.
[0013] Die Trag- und Deckwalzen 1, 2 besitzen Längsachsen 3, 4, die in Lager 5, 6 gelagert
sind. Die Tragwalzen 1 werden durch einen Antrieb 7 angetrieben, während die Deckwalzen
2 durch auf den Längsachsen 3,4 befestigten Stirnräder 8,9, die ein- oder auch beidseitig
der Trag- und Deckwalzen 1,2 angeordnet sein können, bewegt werden.
[0014] Neben den Stirnrädern 8,9 sind auf den Längsachsen 3,4 Nockenscheiben 10, 11 angeordnet,
die ebenfalls ein- oder beidseitig der Trag- und Deckwalzen 1,2 angebracht werden
können. Die Nockenscheiben 10,11 befinden und gegenseitig aufeinander abrollen. Auf
den einzelnen Nockenscheiben 10,11 können jeweils ein, zwei oder drei Nocken 12 angebracht
sein.
[0015] Die Deckwalzen 2 liegen durch das Eigengewicht auf den Tragwalzen 1 auf und heben
sich beim Transport der Furniere entsprechend der Furnierstärke von den Tragwalzen
1 ab.
[0016] Da die Furniere beim Trocknen schwinden und die Trocknung rißfrei erfolgen soll,
müssen die Deckwalzen 2 angehoben werden, damit die Furniere zwischen Trag- und Deckwalzen
1,2 genügend Platz beim Sehwindungsprozeß haben.
[0017] Durch die Anbringung der Nockenscheiben 10,11 auf den Längsachsen 3,4 ein-oder beidseitig
der Trag- und Deckwalzen 1,2 können die Deckwalzen 2 sanft in Richtung der Pfeile
A angehoben und wieder abgesenkt werden, so daß eine stoßfreie Arbeitsweise gewährleistet
ist.
[0018] Die Nockenscheiben 10,11 können direkt mit den Stirnrädern 8,9 verbunden sein oder
als separate Scheiben vor oder hinter den Stirnrädern 8,9 auf den Längsachsen 3,4
montiert werden.
[0019] Durch die Anordnung mehrerer Nocken 12 auf den Umfang der Nockenscheiben 10,11 wird
erreicht, daß die Deckwalzen 2 bei einer Umdrehung mehrmals von den Tragwalzen 1 abheben.
[0020] Die Nockenscheiben 10,11 können auch an vorhandene Trockner nachträglich angebracht
werden.
1. Walzenbahntrockner für breite Furniere, dessen Tragwalzen und Deckwalzen ein- oder
beidseitig jeweils durch auf Längsachsen angeordneten Stirnräder antriebsmäßig verbunden
sind und dessen Deckwalzen zeitweilig von den Tragwalzen abhebbar sind, um ein rissefreies
Schwinden der Furniere zu ermöglichen,
dadurch gekennzeichnet, daß nahe der Stirnräder 8,9 auf den Längsachsen (3,4) der
Trag- und Deckwalzen (1,2) sich gegenüberliegende Nocken - scheiben (10,11) angeordnet
sind.
2. Walzenbahntrockner nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Nockenscheiben (10,11) ein oder mehrere Nocken (12)
besitzen, die jeweils im Berührungseingriff miteinander sind.