(19)
(11) EP 0 014 740 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.09.1980  Patentblatt  1980/18

(21) Anmeldenummer: 79104465.4

(22) Anmeldetag:  13.11.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F26B 13/04, F26B 25/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH FR IT

(30) Priorität: 17.02.1979 DE 2906168

(71) Anmelder: C. KELLER GMBH u. CO. KG
D-4530 Ibbenbüren 2 (DE)

(72) Erfinder:
  • Aufderhaar, Herbert
    D-4530 Ibbenbüren 2 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Walzenbahntrockner für breite Furniere


    (57) Bei einem Walzenbahntrockner für breite Furniere, dessen Trag- und Deckwalzen (1,2) ein- oder beidseitig jeweils durch auf Längsachsen (3,4) angeordneten Stirnräder (8,9) antriebsmäßig verbunden sind und dessen Deckwalzen (2) zeitweilig von den Tragwalzen (1) abhebbar sind, um ein rissefreies Schwinden der Furniere zu ermöglichen, sind nahe der Stimräder (8,9) auf den Längsachsen (3,4) der Trag- und Deckwalzen (1,2) sich gegenüberliegende Nockenscheiben (10,11) angeordnet, die ein oder mehrere Nocken (12) besitzen, die jeweils im Berührungseingriff miteinander sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Walzenbahntrockner für breite Furniere, dessen Tragwalzen und Deckwalzen ein- oder beidseitig jeweils durch auf Längsachsen angeordneten Stirnräder antriebsmäßig verbunden sind und dessen Deckwalzen zeitweilig von den Tragwalzen abhebbar sind, um ein rissefreies Schwinden der Furniere zu ermöglichen.

    [0002] Ein derartiger Walzenbahntrockner ist aus der DE-PS 17 29 459 bekannt, bei dem eine oder mehr als eine Zahnlücke entweder der Deckwalzen-Stirnräder oder der Tragwalzen-Stirnräder ausgefüllt ist bzw. sind. Dies bewirkt ein zeitweiliges Abheben der Deckwalzen von den Tragwalzen, wobei jedoch eine stoßweise Antriebsbelastung und damit ein höherer Verschleiß der Antriebseinrichtung auftritt.

    [0003] Nachteilig ist außerdem die hohe Lagerbelastung der unteren, festliegenden Tragwalzen durch diestoßweise Anhebung der Deckwalzen beim Auftreffen des Zahnes des treibenden Stirnrades auf die ausgefüllte Zahnlücke und das anschließende ruckartige Niederfallen der Deckwalzen. Die Folge davon ist, daß die zur Lagerung verwendeten Kohlegleitlager einem höheren Verschleiß unterliegen und öfter ausgetauscht werden müssen.

    [0004] Da beim Anheben der Deckwalzen diese kurzzeitig nicht mit der den Tragwalzen gleichen Geschwindigkeit umlaufen, kann ein Verlaufen des Trockengutes während des Transportes durch den Walzenbahntrockner vorkommen.

    [0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, einen Walzenbahntrockner der eingangs erwähnten Art so weiterzubilden und zu verbessern, daß ein stoßweises Anheben und ein ruckartiges Niederfallen der Deckwalzen vermieden wird.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß nahe der Stirnräder auf den Längsachsen der Trag- und Deckwalzen sich gegenüberliegende Nockenscheiben angeordnet sind.

    [0007] Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Nockenscheiben ein oder mehrere Nocken besitzen, die jeweils im Berühfungseingriff miteinander sind.

    [0008] Die Nocken auf den Nockenscheiben sind so ausgebildet, daß ein weiches stoßfreies Abheben und Absenken der Deckwalzen gewährleistet ist. Es tritt also keine Stoßbelastung des Antriebes und der Lager auf.

    [0009] Da die Nocken derart auf den Nockenscheiben angeordnet sind, daß sie während des Umlaufes der Trag und Deckwalzen immer aufeinandertreffen und immer im Berührungseingriff miteinander sind, ist erreicht, daß die Trag-und Deckwalzen mit gleicher Geschwindigkeit angetrieben werden. Ein Verlaufen des Trockengutes während des Transportes durch den Walzenbahntrockner kommt deshalb nicht vor.

    [0010] Da die Nockenscheiben genau an den Abrollradius der Zahnflanken bei der Teilkreis- und Eingriffswinkel- änderung angepaßt sind, sind die Stirnräder immer im Eingriff, so daß die Trag- und Deckwalzen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit umlaufen.

    [0011] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung näher veranschaulicht. In dieser zeigt

    Fig. 1 eine Vorderansicht eines Tragwalzen- und Deckwalzenpaares mit den erfindungsgemäß ausgebildeten Nockenscheiben,

    Fig. 2 ein Nockenscheibenpaar mit jeweils einem auf den Umfang einer Nockenscheibe angeordneten Nocken und

    Fig. 3 und Fig. 4 jeweils ein Nockenscheibenpaar mit jeweils zwei und drei auf dem Umfang einer Nockenscheibe angeordneten Nocken.



    [0012] Beim Walzenbahntrockner liegen die Transportwalzen, die Tragwalzen 1 und die Deckwalzen 2 unmittelbar aufeinander, wobei das zu trocknende Furnier zwischen Tragwalzen 1 und Deckwalzen 2 transportiert wird.

    [0013] Die Trag- und Deckwalzen 1, 2 besitzen Längsachsen 3, 4, die in Lager 5, 6 gelagert sind. Die Tragwalzen 1 werden durch einen Antrieb 7 angetrieben, während die Deckwalzen 2 durch auf den Längsachsen 3,4 befestigten Stirnräder 8,9, die ein- oder auch beidseitig der Trag- und Deckwalzen 1,2 angeordnet sein können, bewegt werden.

    [0014] Neben den Stirnrädern 8,9 sind auf den Längsachsen 3,4 Nockenscheiben 10, 11 angeordnet, die ebenfalls ein- oder beidseitig der Trag- und Deckwalzen 1,2 angebracht werden können. Die Nockenscheiben 10,11 befinden und gegenseitig aufeinander abrollen. Auf den einzelnen Nockenscheiben 10,11 können jeweils ein, zwei oder drei Nocken 12 angebracht sein.

    [0015] Die Deckwalzen 2 liegen durch das Eigengewicht auf den Tragwalzen 1 auf und heben sich beim Transport der Furniere entsprechend der Furnierstärke von den Tragwalzen 1 ab.

    [0016] Da die Furniere beim Trocknen schwinden und die Trocknung rißfrei erfolgen soll, müssen die Deckwalzen 2 angehoben werden, damit die Furniere zwischen Trag- und Deckwalzen 1,2 genügend Platz beim Sehwindungsprozeß haben.

    [0017] Durch die Anbringung der Nockenscheiben 10,11 auf den Längsachsen 3,4 ein-oder beidseitig der Trag- und Deckwalzen 1,2 können die Deckwalzen 2 sanft in Richtung der Pfeile A angehoben und wieder abgesenkt werden, so daß eine stoßfreie Arbeitsweise gewährleistet ist.

    [0018] Die Nockenscheiben 10,11 können direkt mit den Stirnrädern 8,9 verbunden sein oder als separate Scheiben vor oder hinter den Stirnrädern 8,9 auf den Längsachsen 3,4 montiert werden.

    [0019] Durch die Anordnung mehrerer Nocken 12 auf den Umfang der Nockenscheiben 10,11 wird erreicht, daß die Deckwalzen 2 bei einer Umdrehung mehrmals von den Tragwalzen 1 abheben.

    [0020] Die Nockenscheiben 10,11 können auch an vorhandene Trockner nachträglich angebracht werden.


    Ansprüche

    1. Walzenbahntrockner für breite Furniere, dessen Tragwalzen und Deckwalzen ein- oder beidseitig jeweils durch auf Längsachsen angeordneten Stirnräder antriebsmäßig verbunden sind und dessen Deckwalzen zeitweilig von den Tragwalzen abhebbar sind, um ein rissefreies Schwinden der Furniere zu ermöglichen,
    dadurch gekennzeichnet, daß nahe der Stirnräder 8,9 auf den Längsachsen (3,4) der Trag- und Deckwalzen (1,2) sich gegenüberliegende Nocken - scheiben (10,11) angeordnet sind.
     
    2. Walzenbahntrockner nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Nockenscheiben (10,11) ein oder mehrere Nocken (12) besitzen, die jeweils im Berührungseingriff miteinander sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht