[0001] Beispielsweise aus den DE-OSen 1 771 812, 2 337
798, 2 436 783 und 2 458 660 ist es bekannt, Textilstoffe nach dem sogenannten Transferdruckverfahren
zu bedrucken, indem Hilfsträger, insbesondere aus Papier oder Aluminiumfolien, mit
sublimierbaren Farbstoffen unter Verwendung von Bindemitteln bedruckt und die so bedruckten
Hilfsträger ihrerseits zum Bedrucken der Textilien verwendet werden. Hierbei werden
die Hilfsträger mit der bedruckten Seite auf die zu bedruckenden Textilien gelegt,
wonach durch Erhitzen des Hilfsträgers auf der nicht bedruckten Seite etwa auf 160
bis 220° C die Farbstoffe auf das Textilmaterial sublimiert werden. Wenn das Textilmaterial
aus Baumwollgewebe besteht, werden gemäß den genannten Veröffentlichungen spezielle
Maßnahmen angewendet, um die Farbstoffe auf der Baumwolle zu binden.
[0002] Aus der DE-OS 2 642 350 ist es auch bereits bekannt, hitzebeständige Flächengebilde,
die als solche die sublimierbaren Farbstoffe nicht annehmen, wie beispielsweise Holz,
Metalle, bestimmte Kunststoffe, Glas,Keramikamterialien, Natur- und Kunststofferzeugnisse
oder dergleichen, nach dem Transferdruckverfahren zu bedrucken, indem man solche Substrate
vor oder gleichzeitig mit dem Transferdruck mit einer Oberflächenschicht aus einem
thermoplastischen Kunststoff versieht, der sich mit der Oberfläche des Substrates
verbindet und die sublimierten Dispersionsfarbstoffe aufnimmt. Stets wurden bei diesen
bekannten Verfahren als Kunststoffbeschichtungen Thermoplasten benutzt.
[0003] Es stellte sich nun heraus, daß solchermaßen im Transferdruckverfahren erhaltene
Artikel zumindest bei bestimmten Anwendungen keine ausreichende Migrationsbeständigkeit
haben, was zur Folge hat, daß die Farbstoffe in der Oberflächenschicht auf dem Substrat
wandern und das aufgedruckte Bild oder Muster zum Verwischen bringen. Dieser Nachteil
tritt besonders dann und besonders stark ein, wenn das bedruckte Substrat bei seiner
späteren Verwendung kurzfristig hohen Temperaturen oder Dauererwärmung ausgesetzt
wird.
[0004] Dies ist bei vielen Haushaltsgegenständen der Fall, wie beispielsweise bei Ofenkacheln,
Heizungsverkleidungen, Fußbodenbelägen in Räumen mit Fußbodenheizung, Herden, Kochtöpfen,
Küchenmaschinen aller Art usw. Insbesondere bei solchen Anwendungen sind daher die
bislang bekannten Polytransferdruckverfahren nicht geeignet, da sie keine klaren Druckbilder
ergeben oder dazu führen, daß die anfangs klaren Bilder mit der Zeit verwischen.
[0005] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe bestand somit darin, ein neues Verfahren
zum Bedrucken von beim Erhitzen über 220° C beständigen Substraten zu bekommen, das
zu einwandfreien klaren Druckbildern führt, die auch nicht mit der Zeit, nicht einmal
bei Dauererwärmung oder kurzfristiger Erhitzung durch Migration verschwimmen oder
verwischt werden und auch nicht gilben.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Bedrucken eines beim Erhitzen über 220° C beständigen
Substrates nach dem Transferdruckverfahren unter Beschichten des Substrates mit einem
gegenüber den Druckfarben affinen Kunststoff, Auflegen eines mit sublimierbaren Dispersionsfarbstoffen
bedruckten Hilfsträgers auf die Kunststoffbeschichtung und Übertragung der Dispersionsfarbstoffe
durch trockene Hitzebehandlung in die Kunststoffbeschichtung ist dadurch gekennzeichnet,
daß man als Kunststoff für die Beschichtung des Substrates wenigstens einen vernetzten
Duroplasten aus der Gruppe der Phenoplasten, Aminoplasten, Polyester, Polyphenylensulfidharze,
Siliconharze, Acrylatharze, Alkydharze, Polyäthersulfonharze, Polyamidimidharze und/oder
ungesättigten Polyesterharze verwendet.
[0007] Überraschenderweise wurde gefunden, daß mit diesem Verfahren die Migrationstendenz
der Farbstoffe praktisch vernachlässigbar wird, selbst wenn die bedruckten Substrate
während des Bedruckens oder nach dem Bedrucken relativ hohen Temperaturen ausgesetzt
werden. Die Verringerung der Migrationstendenz ist einerseits auf die dreidimensionale
Vernetzung der Duroplasten und andererseits auf die Struktur der Dispersionsfarbstoffe,
die ihrerseits zu einer unüblichen hohen Sublimationstemperatur führt, zurückzuführen.
Auch gibt es praktisch keine Verfärbung oder Vergilben der Beschichtung durch Alterung
oder Erhitzen.
[0008] Aufgrund der überraschenderweise erfindungsgemäß eingefrorenen Migrationstendenz
der Farbstoffe kann man die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bedruckten Substrate
Stoßtemperaturbelastungen über 220° C und Langzeitdauertemperaturbelastungen beispielsweise
auf 150° C aussetzen, ohne daß irgendeine Farbstoffmigration erkennbar wäre.
[0009] Aus diesem Grund kann man viele Haushaltsgegenstände, wie Kochtöpfe, Bratpfannen,
Elektroküchengeräte, Rechauds, Waffeleisen, Grills, Toaster, Kaffeemaschinen, Ofenkacheln,
Heizungsverkleidungen, Aschenbecher und viele andere Gegenstände erstmals im Sinne
der Raster- oder Halbtontechnik photographiegetreu bedrucken, ohne daß beim Druckvorgang
oder später ein Verwischen des Bildes erfolgt.
[0010] Die Substrate können dabei etwa aus Metallen, wie Aluminium oder Stahl, aus Glas,
Keramikmaterialien, Natur- oder Kunststeinerzeugnissen, hitzebeständigem Kunststoff
oder dergleichen bestehen. Beispielsweise kann man nunmehr Keramikfliesen, die man
bisher nur im Siebdruckverfahren dekorieren konnte, nach der Halbtontechnik mit photographisch
getreuen Bildern bedrucken und solche Fliesen selbst in erhitzten Bereichen, wie auf
Wärmetischen, als Ofenkacheln oder als Fußbodenkacheln in Räumen mit Fußbodenheizung,
verwenden, ohne daß durch Migration der photographiegetreue Aufdruck verwischt würde.
Die Keramikfliesen können aus üblichen Fliesenmaterialien, wie Ton, Steingut, Steinzeug,
Porzellan, Schamotte oder dergleichen, bestehen. Die Substrate können aber auch Platten
aus Natursteinen, wie Granit, Marmor, Schiefer, Dolomit oder beliebigen anderen Natursteinen,
oder aus einem Kunststoffmaterial, aus Holz oder Metall sein. Andere Substrate können
beispielsweise Formkörper aus mit organischen Di- und/oder Polyisocyanaten umgesetzte
Phenolharze sein, besonders solche aus Schaumstoffen gemäß der DE-OS 2 542 900.
[0011] Andere Substrate, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bedruckt werden können,
sind Werkstoffe in Bahnform, die bandbeschichtet und in Bandform bedruckt werden können.
Diese können wiederum aus Metall, Kunststoff oder dergleichen bestehen.
[0012] Besonders geeignet ist das Verfahren auch zum Bedrucken der verschiedensten Haushaltsgeräte,
die zeitweilig oder langfristig erhöhten Temperaturen ausgesetzt werden, wie von
Kochgeschirren aller Art, Toastern, Wärmeplatten, Waffeleisen, Grillgeräten, Thermosbehältern
und Heizgeräten. Alle diese werden zumindest auf ihren Sichtseiten mit dem Duroplasten
oder zunächst mit einem anderen Kunststoff und zuletzt mit dem Duroplasten beschichtet,
bevor im Transferdruckverfahren die Dekoration aufgedruckt wird.
[0013] Wenn hier von Kochgeschirren die Rede ist, so seien darunter alle beliebig geformten
Behälter mit oder ohne Henkel oder Griff zu verstehen, wie sie in Haushalt und Küche
Verwendung finden. Beispielsweise sind es Kochtöpfe, Bratpfannen, Schnellkopftöpfe,
Wasserkessel, Milchkannen, Bräter, Kasserollen, Schalen, jeweils mit oder ohne Deckel,
und andere Behältnisse, die dazu dienen, Speisen oder Getränke zu erwärmen. Derartige
Kochgeschirre bestehen gewöhnlich aus Metall, wie Stahl, Aluminium, emailliertem Stahl,
können aber auch aus Keramikmaterial oder vor allem auch aus feuerfestem Glas bestehen.
Die Wärmeplatten können erfindungsgemäß auf ihrer Wärmefläche mit Dekor bedruckt werden,
ohne daß dieses durch das Erhitzen an Qualität verliert. Die Wärmefläche kann aus
irgendeinem wärmeleitfähigem Material, wie Stahl oder Keramik, bestehen.
[0014] Die Thermosbehälter können in der Form von Flaschen, Kannen, Henkelkrügen, Bechern
oder Kästen oder in anderen üblichen Formen für diesen Zweck vorliegen. Im allgemeinen
dienen sie zur Aufbewahrung von Getränken oder Speisen im Haushalt, doch können sie
auch technischen Zwecken dienen.
[0015] Erfindungsgemäß zu bedruckende Heizgeräte mit einem Gehäuse und wenigstens einer
Sichtseite sind in verschiedenen Ausführungen bekannt. So kann es sich dabei beispielsweise
um ölöfen, Gasöfen, Kohleöfen, Elektroöfen oder Wärmespeicher handeln. Wesentlich
ist, daß alle diese Heizgeräte ein Gehäuse, das im allgemeinen im wesentlichen quaderförmig
ausgebildet ist, mit wenigstens einer Sichtseite haben. Dieses Gehäuse besteht im
allgemeinen aus Metall, kann aber auch in bestimmten Bereichen mit Keramikplatten,
Kunststoffplatten, Holzplatten oder dergleichen verkleidet oder ergänzt seih.
[0016] Die Vernetzung der erfindungsgemäß verwendeten Duroplaste kann auf unterschiedliche
Weise erfolgen. Zur Anwendung kommen Vernetzungsmittel, die befähigt sind, die linearen
Molekularketten des auf dem Substrat zunächst aufgebrachten Vorläufers des vernetzten
Duroplasten, welcher reaktionsfähige Zentren hat, durch Bildung intermolekularer Brücken
in Netzwerke von dreidimensionaler Struktur zu überführen. Dabei können die Vernetzungsmittel
entweder selbst als intermolekulare Brücken in das Netzwerk eingebaut werden oder
eine direkte Vereinigung reaktionsfähiger Zentren von Kette zu Kette aktivieren.
[0017] Beispielsweise kann das Netzwerk durch Polyadditionsreaktionen oder Polykondensationsreaktionen,
aber auch durch radikalische, peroxidkatalysierte Polymerisation gebildet werden.
[0018] Zur Beeinflussung der Härtung der Duroplasten können Akzeleratoren, wie beispielsweise
Kobaltoktanoat, Dimethylanilin oder Peroxide, zugesetzt werden.
[0019] Eine besonders günstige Gruppe von Duroplasten ist die der Siliconharze, besonders
jene mit Methyl-, Äthyl- und Phenylsubstituenten, wie Methylphenylsiliconharze. Sie
sind je nach den Substituenten wasserabweisend und schwer brennbar, zeigen eine gute
Formfestigkeit bei hohen Temperaturen und verfügen über eine gute Oberflächenhärte
neben einer ausgezeichneten Affinität gegenüber den zu verwendenden Dispersionsfarbstoffen.
Gut geeignet sind auch Siliconpolyesterharze.
[0020] Ein anderes Mittel zur Vernetzung der Duroplaste besteht in der Anwendung von vernetzender
Bestrahlung, wie Infrarotstrahlen, Ultraviolettstrahlen oder ionisierender Bestrahlung,
wie Gammastrahlen, Röntgenstrahlen oder Elektronenstrahlen. Diese Methode ist an sich
bekannt und beispielsweise in "defazet Deutsche Farben-Zeitschrift" 1977, Seite 257
bis 264 und in "Maschinenmarkt", Würzburg, 84 (1978), 64, Seiten 1249 bis 1252 beschrieben.
Die Vorteile dieser Vernetzungsmethode bestehen in einer sehr hohen Produktionsgeschwindigkeit
und Gleichmäßigkeit der Vernetzung. Die Härtung oder Vernetzung erfolgt bei Raumtemperatur.
Es können pigmentierte und nicht-pigmentierte Systeme gleichermaßen verwendet werden.
[0021] Bei der Elektronenbestrahlung wird der nasse Lackfilm mit einem Schutzgas abgedeckt.
Gute Inertisierung in Verbindung mit hoher Ionisationsdichte durch die Elektronenstrahlung
führt zu einem hohen Vernetzungsgrad der Duroplastmoleküle. Die Erzeugnisse sind nach
einer Härtungszeit von ca. 0,2 Sekunden sofort stapelbar und weiter verarbeitbar.
Diese Technologie ermöglicht größere Oberflächenhärte, erhöhte Abriebfestigkeit, erhöhte
Dichte, verbesserte Beständigkeit gegen Chemikalien, gute Farbstoffaffinität, verminderte
Entflammbarkeit und hohe Durchsatzgeschwindigkeiten.
[0022] Besonders geeignet für diese Vernetzungsmethode durch Bestrahlung sind ungesättigte
Acrylatharze und ungesättigte Polyesterharze, wie sie beispielsweise in dem obigen
Artikel "defazet" beschrieben sind, dessen Inhalt hier einbezogen wird.
[0023] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren geht man gewöhnlich so vor, daß man das Substrat
zunächst wenigstens auf der zu bedruckenden Oberfläche mit einem Vorläufer des vernetzten
Duroplasten versieht. Dies kann durch Eintauchen, Aufbürsten, Besprühen, Aufstreichen
oder Aufwalzen einer Lösung oder Dispersion des Vorläufers des Duroplasten geschehen.
Stattdessen kann aber auch eine Aufbringung ohne Lösungsmittel durch Extrudier-, Laminier-
oder Pulverbeschichtung erfolgen.
[0024] Dem Vorläufer des Duroplasten können dabei bereits bestimmte Stoffe, wie Pigmente,
zugesetzt werden. Stattdessen kann auch unter der Vorläuferbeschichtung eine zur Erzielung
farblicher Effekte oder zur Verbesserung der Oberflächenbeschaffenheit geeignete Zwischenschicht,
wie beispielsweise eine pigmentierte Zwischenschicht, aufgebracht werden.
[0025] Nach der Aufbringung des Vorläufers des Duroplasten erfolgt in an sich bekannter
Weise die Vernetzung oder Aushärtung, wobei man auf dem Substrat eine harte und widerstandsfähige
Beschichtung bekommt. Auf diese Oberflächenschicht wird nunmehr mit der bedruckten
Seite zu dieser Schicht hin der bedruckte Hilfsträger aufgelegt, worauf durch Erhitzen
von der nicht bedruckten Seite des Hilfsträgers her eine Übertragung der Dispersionsfarben
durch Sublimation auf und in die Duroplasten-Oberflächenbeschichtung des Substrates
erfolgt.
[0026] Unter den erfindungsgemäß verwendeten Duroplasten können mit wenigen Vorversuchen
leicht jene herausgesucht werden, die für die speziell verwendeten Disperionsfarbstoffe
ausreichende Affinität besitzen. Derartige Routineversuche liegen im Können des Durchschnittsfachmannes.
[0027] Als Dispersionsfarbstoffe verwendet man zweckmäßig solche, die oberhalb 200, besonders
oberhalb 220° C sublimieren. Die erfindungsgemäß verwendeten Dispersionsfarbstoffe
sublimieren zweckmäßig oberhalb 250° C, vorzugsweise oberhalb 300° C, besonders oberhalb
350° C. Aus apparativen Gründen ist es allerdings zweckmäßig, solche Farbstoffe auszuwählen,
die nicht erst oberhalb 500° C, vorzugsweise nicht erst oberhalb 400° C, sublimieren.
[0028] Zweckmäßig handelt es sich bei den verwendeten Dispersionsfarbstoffen um hochmolekulare
Dispersionsfarbstoffe mit Molekulargewichten oberhalb 280, vorzugsweise oberhalb 340
und bis zu Molekulargewichten von 1000. Eine bevorzugte Gruppe solcher Dispersionsfarbstoffe
sind bestimmte Anthrachinon-, Monoazo- und Azomethinfarbstoffe, doch ist das erfindungsgemäße
Verfahren nicht auf diese Farbstoffgruppen beschränkt.
[0029] Während in den bisher für Transferdruckverfahren eingesetzten Farbstoffen keine ionischen,
stark wasserlöslich machenden Gruppen, wie -S0
3H oder -COOH, enthalten sein durften, können beim erfindungsgemäßen Verfahren solche
Farbstoffe erfolgreich verwendet werden. Auch kann die Zahl der nicht ionischen polaren
Gruppen, wie NO
2, -CN, -S0
2R (R = Alkyl), -OH, -NH
2 oder -NHR (R = Alkyl), höher sein als bei den bisher verwendbaren Farbstoffen. Neben
alkylsubstituierten Aminogruppen, wie Isobutylaminogruppen, können auch lineare Reste
enthalten sein, was bisher im Transferdruckverfahren vermieden wurde. Bei Azofarbstoffen
sind Cynogruppen den Nitrogruppen vorzuziehen, und Fluoratome eignen sich besser als
Chloratome. Trimethylsilylgruppen können dabei in den Azofarbstoffen den Dampfdruck
erhöhen.
[0030] Zusammenfassend läßt sich bezüglich der brauchbaren Dispersionsfarbstoffe sagen,
daß in dem erfindungsgemäßen Verfahren im Gegensatz zu bekannten Transferdruckverfahren
nunmehr sogenannte sublimierechte Dispersionsfarbstoffe eingesetzt werden können.
Bevorzugt sind Anthrachinon-, Monoazo-und Azomethinfarbstoffe, deren Moleküle stark
mit Amino-, Alkoxy-, Oxalkyl-, Nitro-, Halogen- und Cyanogruppen besetzt sind. Diese
Farbstoffgruppen sind in Colour-Index, Volume 1, Seiten 1655 bis 1742 definiert.
[0031] Bevorzugte Beispiele von Farbstoffen, die erfindungsgemäß verwendet werden, sind
solche der folgenden Formeln. Diese Farbstoffe waren bei den bisherigen Transferdruckverfahren
nicht brauchbar.
[0034] Orangefarbiger Farbstoff:

[0035] Roter Farbstoff:

[0036] Violetter Farbstoff:

[0037] Der Hilfsträger kann mit diesen Farbstoffen kontinuierlich im Tiefdruck oder diskontinuierlich
im Offset-Druck bedruckt werden, wobei Bilder oder Muster spiegelverkehrt aufgedruckt
werden müssen. Dabei kann man feinste Rasterung anwenden. Das Bedrucken kann auch
im klassichen Siebdruckverfahren oder auf Rotationsfilmdruckmaschinen erfolgen.
[0038] Die Hilfsträger, wie Tansferpapiere, sollen mindestens ein Gewicht von 60 g/m
2, maximal ein Gewicht von 12
0 g/m besitzen. Die Reißlänge soll bei 5000 m, der Berstdruck bei ca. 3 bis 3,5 kg/cm
2, die Absorption bei 60 bis 80 g Wasser je Quadratmeter in 60 Sekunden (nach Kobb)
und die Porosität bei 40 ml/Sek. liegen. Außer Papieren kommen als Hilfsträger auch
Metallfolien und gegebenenfalls elastische, jedoch nicht farbstoffaffine Kunststoffolien
in Betracht, soweit diese die Umdrucktemperaturen oberhalb 220° C aushalten.
[0039] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann man auf kontinuierlichen Veredelungsstraßen
für Aluminiumbleche bei Ofentemperaturen von ca. 250° C arbeiten. Bei Ausschalten
der Kühlzone läßt sich das Aluminiumblech gleichzeitig mit Transferpapier über eine
Kalanderwalze führen. Die im Aluminium vorhandene Trocknungshitze von 250
C ermöglicht den Umdruck auf das Aluminium ohne weitere Energiezufuhr.
[0040] In der Zeichnung sind drei Anwendungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäß bedruckten Fliese oder
Platte aus Keramikmaterial oder Metall,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäß bedruckten Metallbahn,
Fig. 3 einen weggebrochenen vergrößerten Ausschnitt aus dem Querschnitt der Fliese
oder Platte gemäß Fig. 1 entlang der Linie III-III und
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung einer auf der Wärmefläche erfindungsgemäß
bedruckten Wärmeplatte.
[0041] In Fig. 1 ist in perspektivischer Weise eine Fliese oder Platte dargestellt, die
als Einzelplatte beschichtet und bedruckt worden sein kann. Die Beschichtung kann
durch Tauchverfahren, Sprühverfahren oder andere bekannte Beschichtungsverfahren erfolgen.
Die Fliesen oder Platten können einseitig auf der Sichtseite oder beidseitig kunststoffbeschichtet
sein.
[0042] In
Fig. 2 ist alternativ eine entsprechend bedruckte bandförmige Metallbahn in Rollenform
gezeigt, die sich dazu eignet, bandbeschichtet zu werden.
[0043] Fig. 3 der Zeichnung zeigt den Querschnitt eines erfindungsgemäß bedruckten Gegenstandes
am Beispiel der Fliese oder Platte der Fig. 1. Das Substrat 1 aus Metall oder einem
anderen für Fliesen oder Platten üblichen Material, wie Keramikmaterial, ist beidseitig
mit dem Kunststoffüberzug 2 und einem Duroplastenüberzug 4 versehen. Der Duroplastenüberzug
2 liegt auf der Sichtseite der Fliese oder Platte und liegt direkt auf dem Substrat
1 auf. Farbstoffe 3 sind in den Duroplastenüberzug 2 derart eingelagert, daß sie an
dessen freie Oberfläche angrenzen, sich aber in dem abgebildeten Fall nur über einen
begrenzten Teil der Dicke des Duroplastenüberzuges erstrecken, wobei dieser in seinem
direkt an das Substrat 1 angrenzenden Bereich frei von Farbstoffen ist.
[0044] Die in Fig. 4 der Zeichnung dargestellte Wärmeplatte 7 besitzt an ihren beiden Enden
je eine Griffleiste 6, zwischen denen sich das Wärmeteil 5 mit der bedruckten Wärmefläche
befindet.
Beispiele
Vergleichsbeispiel
[0045] Gemäß Beispiel 7 der DE-OS 2 642 350 wurde ein Stahlblech von 0,5 mm Dicke mit einem
durch Titandioxid mattierten thermoplastischen Polyesterharz oberflächenbeschichtet.
Mit Hilfe eines Transferpapiers, das mit üblichen, unterhalb 220 C sublimierten Dispersionsfarben
bedruckt war, wurde auf diese Polyesterharzbeschichtung im Transferdruckverfahren
bei 200° C während 30 Sekunden Verweilzeit ein Bild aufgedruckt.
[0046] Das Erzeugnis zeigte lediglich im Temperaturbereich zwischen 0 bis 80° C Drucktreue.
Oberhalb 80 bis 110° C trat eine deutliche Farbstoffmigration ein, was sich durch
ein Verwischen des Flächengebildet zeigte. Über 110° C migrierten die im Sinne der
Trigromie oder Quadrogromie erreichten Halbtonflächengebilde zu einem Grauwert ohne
Figurierung.
Beispiel 1
[0047] Ein Aluminiumblech wurde mit einem organischen Lösungsmittel für Fett vorbehandelt,
um seine Oberfläche frei von Fett und sonstigen Verunreinigungen zu machen. Sodann
wurde das vorgereinigte Aluminiumblech mit Hilfe eines Sprühverfahrens zunächst mit
einer weißen Grundierschicht mit einer Schichtstärke von 40 ± 10 µm beschichtet. Die
Beschichtung wurde nun in einem Durchlaufofen während 10 Minuten bei 180° C getrocknet.
Sodann wurde ebenfalls im Sprühverfahren eine farblose Klarlackschicht auf Siliconpolyesterbasis
mit einer Schichtdicke von 15 ± 10 µm aufgebracht. Die Troc
k- nung erfolgte während 10 Minuten bei 250° C.
[0048] Die noch heißen beschichteten Bleche wurden mit einem Transferdruckpapier in Berührung
gebracht, das im Offsetverfahren mit oberhalb 220° C sublimierenden Farbstoffen bedruckt
worden war. Beim Druckvorgang wurde auf 250° C erhitzt.
[0049] Die auf diese Weise erhaltenen bedruckten Aluminiumbleche zeichneten sich durch sehr
gute Hitzebeständigkeit und Gebrauchstemperaturen oberhalb 150° C sowie durch hohe
Beständigkeit gegenüber allen Belastungen, wie sie beispielsweise im Haushaltsbereich
auftreten, aus.
Beispiel 2
[0050] Biskuitkacheln wurden im Sprühverfahren zunächst mit einem bei Raumtemperatur trockenen
Zweikomponenten-Polyurethansperrgrund versehen, da die Kacheln sehr saugfähig waren.
Dieses Vorbehandlungsmittel war auf aliphatischem Urethanacrylat aufgebaut.
[0051] Sodann wurde im Gießverfahren eine Kunststoffbeschichtung aus Polyacrylat aufgebracht.
Die Decklackschicht wurde mit einer Schichtstärke von 50 + 10
/um lösungsmittelfrei aufgetragen. Die Vernetzung erfolgte innerhalb von Bruchteilen
einer Sekunde bei Raumtemperatur durch Elektronenstrahlhärtung. Die Beschichtung hatte
eine für Kunststoffoberflächen außergewöhnliche Kratzfestigkeit und Härte.
[0052] Die noch heißen beschichteten Kacheln wurden mit einem Transferdruckträger in Berührung
gebracht, der im Hochdruckverfahren mit oberhalb 220° C sublimierenden Farbstoffen
bedruckt war, der Umdruck erfolgte bei 240° C.
Beispiel 3
[0053] Weißbleche wurden ohne Vorbehandlung direkt durch Walzlakkierung mit einem Beschichtungssystem
auf der Basis eines gesättigten Polyesters und eines selbstvernetzenden Acrylatharzes
beschichtet. Zunächst wurde eine weiße Grundierung auf der Basis eines gestättigten
Polyesters als Grundlack in einer Schichtdicke entsprechend 20 bis 30 g/m aufgebracht,
wonach ca. 8 Minuten bei 160° C getrocknet wurde. Sodann wurde eine farblose Klarlackschicht
auf der Basis eines selbstvernetzenden Acrylatharzes in einer Schichtdikke entsprechend
10 bis 20 g/m
2 aufgetragen. Die Trocknung erfolgte innerhalb von 10 Minuten bei 190° C.
[0054] Die Weißbleche wurden zu einem späteren Zeitpunkt bei 250°
C mit einem Transferdruckträger, der im Siebdruckverfahren mit Farbstoffen, die oberhalb
220° C sublimierten, bedruckt war, umgedruckt.
Beispiel 4
[0055] Spanplatten wurden zunächst einem Holzschliff mit einer Körnung 80 bis 120 unterzogen.
Das Beschichtungssystem bestand aus einem Material auf der Basis eines ungesättigten
Polyesters-mit Kobeschleuniger und organischem Peroxid als Katalysator.
[0056] Eine weiße Grundierschicht in einer Menge von 400 g/m
2 wurde mit einer Becherpistole bei einem Luftdruck von 3 bis 3,5 bar und einer Düsengröße
von 2 bis 3 mm aufgespritzt. Die Trocknung erfolgte bei Raumtemperatur bis zur Schleifbarkeit
während 4 bis 6 Stunden oder bei einer Temperatur von etwa 80
0 C während 20 Minuten. Sodann wurde vor der Decklackierung mit Körnung 280 bis 320
geschliffen.
[0057] Danach wurde eine farblose Klarlackschicht mit der gleichen Becherpistole in einer
Menge von 150 bis 300 g/m
2 aufgetragen. Die Trocknung erfolgte bei Raumtemperatur während 8 bis 10 Stunden oder
bei einer Temperatur von etwa 80° C während 10 bis 15 Minuten.
[0058] Zu einem späteren Zeitpunkt wurden die so beschichteten Spanplatten mit einem Transferdruckträger
bedruckt, der mit oberhalb 220° C sublimierenden Farbstoffen bedruckt war.
[0059] Die in allen vier Beispielen erhaltenen bedruckten Erzeugnisse besaßen hervorragende
Bildklarheit auch nach längerer Benutzung und bei zeitweiligem Erhitzen auf 200° C
und bei Langzeiterhitzen während mehrerer Stunden auf 150
0 C. Eine Migration der Farbstoffe war trotz des Erhitzens nicht feststellbar, und
die aufgedruckten Bilder blieben vollständig klar.
1. Verfahren zum Bedrucken eines beim Erhitzen über 220° C beständigen Substrates
nach dem Transferdruckverfahren unter Beschichten des Substrates mit einem gegenüber
den Druckfarben affinen Kunststoff, Auflegen eines mit sublimierbaren Dispersionsfarbstoffen
bedruckten Hilfsträgers auf die Kunststoffbeschichtung und Übertragung der Dispersionsfarbstoffe
durch trockene Hitzebehandlung in die Kunststoffbeschichtung, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Kunststoff für die Beschichtung des Substrates wenigstens einen vernetzten
Duroplasten aus der Gruppe der Phenoplasten, Aminoplasten, Polyester, Polyphenylensulfidharze,
Siliconharze, Acrylatharze, Alkydharze, Polyäthylensulfidharze und/oder ungestättigten
Polyesterharze verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Duroplasten wenigstens
ein Siliconharz oder strahlungsgehärtetes ungesättigtes Acrylatharz oder Polyesterharz
verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Disperionsfarbstoffe
solche verwendet, die oberhalb 200° C, besonders oberhalb 220° C, sublimieren.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Dispersionsfarbstoffe
hochmolekulare Dispersionsfarbstoffe mit Molekulargewichten oberhalb 280, vorzugsweise
zwischen 340 und 1000 verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man als Disperionsfarbstoffe
Anthrachinon-, Monoazo-und/oder Azomethinfarbstoffe verwendet.
6. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 5 beim Bedrucken von Keramikfliesen,
Metallplatten oder -bahnen und Haushaltsgeräten, wie Kochgeschirren, Toastern, Wärplatten,
Waffeleisen, Grillgeräten, Thermosbehältern oder Heizgeräten.