[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befüllen einer mit einer porösen Masse gefüllten
Druckgasflasche mit Lösungsmittel für das zu speichernde Gas, wobei das Lösungsmittel
unter Druck in die Flasche eingebracht wird.
[0002] Bei einer Entleerung einer Druckgasflasche, beispielsweise einer mit Aceton als Lösungsmittel
gefüllten Acetylenflasche, entweicht mitdem Gas stets eine durch den bei gegebener
Temperatur herrschenden Dampfdruck bestimmte Menge an dampfförmigem Lösungsmittel.
Gegebenenfalls kann Lösungsmittel sogar in Form von Tropfen die Flasche verlassen.
Daher müssen-Druckgasflaschen, die nach_einer oder mehreren Entleerungen einen nicht
mehr tolerierbaren Lösungsmittelverlust aufweisen, in bestimmten Zeitabständen auf
Lösungsmittelverluste hin untersucht, d.h. die Fehlmengen durch Wägung ermittelt werden.
Das Nachfüllen, aber auch das erstmalige Befüllen von mit porösen Massen gefüllten
Druckgasflaschen mit Lösungsmittel erfolgt nach bekannten Verfahren so, daß das Lösungsmittel
über ein im Kopfbereich der Druckgasflasche angeordnetes Ventil, das beim Verbrauch
als Entnahmeventil für das gespeicherte Gas dient, unter Druck in die Flasche eingebracht
wird. Anschließend verteilt sich das Lösungsmittel im Porenvolumen der porösen Masse.
Es wurde festgestellt,
daß gerade für frisch mit Lösungsmittel gefüllten Flaschen die Gefahr besteht, daß
während der nachfolgenden Entleerung der Flaschen bei sehr hohen Gasentnahmegeschwindigkeiten
ein erheblicher Teil des Lösungsmittels in flüssiger Form erneut ausgetragen wird.
[0003] Dies kann neben der Notwendigkeit, frühzeitig Lösungsmittel nachfüllen zu müssen,
zu einer Beschädigung der Verbraucheranlage durch ein chemisch agressives Lösungsmittel
wie z.B. Dimethylformamid, oder zu einer Gefährdung der Gesundheit des Verbrauchers
durch austretendes Lösungsmittel führen.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Befüllen einer
mit einer porösen Masse gefüllten Druckgasflasche mit Lösungsmittel für das zu speichernde
Gas zu entwickeln, aufgrund dessen eine sichere Gasentnahme aus dieser Druckgasflasche
gewährleistet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Lösungsmittel an einer
von der Gasentnahmestelle verschiedenen Stelle in die Gasflasche eingebracht wird.
[0006] Es ist festgestellt worden, daß sich die Entnahme von Gasen aus derart mit Lösungsmittel
befüllten Druckgasflaschen wesentlich sicherer gestaltet, als bei Flaschen, die über
die
Gasentnahmestelle mit Lösungsmittel gefüllt worden sind. Bei den nach dem vorgeschlagenen
Verfahren befüllten Flaschen tritt nämlich kein oder zumindest deutlich weniger flüssiges
Lösungsmittel als bei nach herkömmlichen Verfahren befüllten Flaschen aus. Dadurch
gestaltet sich die Handhabung der Flaschen sowohl für den Verbraucher, der sich nicht
mehr mit" großen Mengen an ausgetretenem, flüssigem Lösungsmittel befassen muß, als
auch für den Gashersteller, der die Flaschen nunmehr nur noch in größeren Zeitabständen
mit Lösungsmittel befüllen muß, einfacher als bisher.
[0007] Der Effekt, daß weniger flüssiges Lösungsmittel aus Flaschen austritt, in die das
Lösungsmittel an einer von der Gasentnahmestelle verschiedenen Stelle eingebracht
worden ist,' kann so erklärt werden: Beim erstmaligen Befüllen oder Nachfüllen von
Lösungsmittel über die Gasentnahmestelle einer Druckgasflasche, die mit einer porösen
Masse gefüllt ist, verteilt sich dieses zunächst in dem der Gasentnahmestelle benachbarten
Teil der porösen Masse. Somit ist der Kopfbereich einer frisch mit Lösungsmittel gefüllten
Druckgasflasche, in dem sich üblicherweise die Gasentnahmestelle befindet, mit Lösungsmittel
überladen. Das Lösungsmittel verteilt sich erst allmählich über den gesamten Flaschenraum.
Wird nun die mit Druckgas gefüllte Flasche wieder entleert, kann bei hohen Entnahmegeschwindigkeiten
leichter flüssiges Lösungsmittel vom austretenden Gasstrom mitgerissen werden, als
z.B. bei Flaschen mit homogener Lösungsmittelverteilung. Erfindungsgemäß wird die
Überladung an Lösungsmittel vom Bereich der Gasentnahmestelle an eine davon verschiedene
und möglichst weit entfernte Stelle verlagert. Da sich das Lösungsmittel nur langsam
in der gesamten porösen Masse des Flaschenraums verteilt, ist beim vorgeschlagenen
Verfahren die Neigung, daß bei hohen Entnahmegeschwindigkeiten flüssiges Lösungsmittel
ausgetragen wird, geringer als bei herkömmlichen Verfahren. Der Grund dafür ist, daß
das freie Porenvolumen in der porösen Masse in der Nähe der Entnahmestelle immer größer
oder nach längerer Zeit höchstens gleich dem freien Porenvolumen in der Nähe der Stelle
ist, an der das flüssige Lösungsmittel eingebracht worden ist. Für das gespeicherte
Gas steht daher an der Entnahmestelle immer ein großer, freier Strömungsquerschnitt
zur Verfügung, wodurch bei einer bestimmten pro Zeiteinheit entnommenen Gasmenge eine
geringere Strömungsgeschwindigkeit und damit eine niedrige Impulsdichte des Gasstroms
gegeben ist.
[0008] Aus diesem Grund wird nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens
das Lösungsmittel an dem der Gasentnahmestelle gegenüberliegenden Ende der Gasflasche
eingebracht.
[0009] Grundsätzlich ist es möglich, das Lösungsmittel in dampfförmigem Zustand in die Druckgasflasche
einzubringen. Da die meisten Lösungsmittel bei Umgebungsdruck und -temperatur jedoch
in flüssiger Form vorliegen,-ist es besonders einfach, das Lösungsmittel in flüssiger
Form in die Gasflaschen einzufüllen.
[0010] In einer zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Vorrichtung besitzt eine-mit
einer porösen Masse gefüllte Druckgasflasche in ihrem Kopfbereich eine Entnahmestelle
für Druckgas. An dem der Entnahmestelle gegenüberliegenden Ende der Druckgasflasche,
dem Fußbereich, mündet ein Anschluß für das Einfüllen von Lösungsmittel in die Flasche.
[0011] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens erstreckt sich ein Kanal
von der Anschlußstelle axial in das Flascheninnere. Der Kanal ist mit einer porösen
Masse hoher Durchlässigkeit für das Lösungsmittel gefüllt, so daß sich das Lösungsmittel
im Kanal wesentlich schneller als in der porösen Masse des Flaschenraumes ausbreiten
kann.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich mit großem Vorteil bei Druckgasflaschen,
z.B. Acetylenflaschen,.die mit einer monolithischen Masse gefüllt sind und in die
Aceton oder Dimethylformamid eingebracht werden soll, anwenden. Diese porösen, monolithischen
Massen besitzen einen hohen Strömungswiderstand, weshalb die Verteilung von Lösungsmittel
sehr langsam voranschreitet.
[0013] Anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels soll eine erfindungsgemäße
Vorrichtung beschrieben und das vorgeschlagene Verfahren erläutert werden:
[0014] Im Kopfbereich 2 einer Acetylenflasche 3 befindet sich ein Ventil 1, das zur Entnahme
von Acetylen dient. Im Fußbe-. reich der Flasche 3 ist ein Ventil 7 für das Einfüllen
von Lösungsmittel angeordnet und mit einer Kappe gesichert. Das Innere der Flasche
3 ist bis auf einen sich axial von dem zum Einfüllen von Lösungsmittel dienenden Ventil
7 ins Flascheninnere erstreckenden Kanal 6 mit einer monolithischen Masse 4 ausgefüllt.
Zum erstmaligen Befüllen oder zum Nachfüllen von Lösungsmittel in eine weitgehend
von Acetylen geleerte Flasche 3 wird die Kappe über dem Ventil 7 abgeschraubt und
ein Lösungsmittelfüllschlauch angeschlossen. Mit einer nichtdargestellten Pumpe wird
die durch Wägung'bestimmte, fehlende Lösungsmittelmenge in die Bohrung 6 eingepreßt,
von der sich das Lösungsmittel im Fußbereich 5 der Flasche verteilt. Danach wird das
Ventil 7 geschlossen und die Kappe aufgeschraubt. Das Lösungsmittel ist zunächst hauptsächlich
in dem dem Kanal 6 benachbarten Bereich konzentriert und verteilt sich langsam in
Richtung des Kopfbereiches 2 der Flasche. Nach Beendigung des Füllvorganges kann die
Flasche, wie üblich, einzeln oder in-Bündeln durch das obere Ventil 1 mit Acetylen
gefüllt werden. Bei der nachfolgenden Entnahme von Acetylen über Ventil 1 tritt praktisch
kein Lösungsmittel in flüssiger Form aus der Flasche 3 aus.
1. Verfahren zum Befüllen einer mit einer porösen Masse gefüllten Druckgasflasche
mit Lösungsmittel für das zu speichernde Gas, wobei das Lösungsmittel unter Druck
in die Flasche eingebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel an
einer von der Gasentnahmestelle verschiedenen Stelle in die Gasflasche eingebracht
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnete daß das.Lösungsmittel an dem
der Gasentnahmestelle gegenüberliegenden Ende der Gasflasche eingebracht wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel
in flüssiger Form eingebracht wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit
einer Druckgasflasche, die mit einer porösen Masse gefüllt ist und im Kopfbereich
eine Entnahmestelle besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß an dem der Entnahmestelle
(1) gegenüberliegenden Ende der Druckgasflasche ein Anschluß (7) für das Einfüllen
von Lösungsmittel in die Flasche (3) mündet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen sich von der Anschlußstelle
(7) axial in das Flascheninnere erstreckenden Kanal (6), der mit einer porösen Masse
hoher Durchlässigkeit für das Lösungsmittel gefüllt ist.
6. Anwendung des Verfahrens und der Vorrichtung auf das Befüllen von Druckgasflaschen,
die mit porösen monolithischen Massen gefüllt sind, mit Aceton oder Dimethylformamid.