[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Trockenrasierapparat mit einem bewegbaren Messerkopf
und einer mit diesem zusammenwirkenden Scherfolie, die an den in Längsrichtung des
Messerkopfes verlaufenden Seitenwänden einer vom Apparategehäuse abnehmbaren Halterung
gewölbt eingespannt ist. Ein solcher Trockenrasierapparat ist in der DE-PS 1 284 323
beschrieben und dargestellt.
[0002] Um die Scherfolienhalterung vom Messerkopf abheben zu können, darf die Scherfolie
den Messerkopf nirgends hinterschneiden, weil sonst der Messerkopf dem Abheben der
Scherfolienhalterung im Wege stünde. Der mögliche Umschlingungswinkel der Scherfolie
kann aus diesem Grunde nicht größer als 180 Grad sein. In der Praxis wählt man Umschlingungswinket
von etwa 120 Grad, damit die Scherfolie beim Abheben sofort vom Messerkopf freikommt
und nicht von diesem beschädigt wird.
[0003] Dieser relativ geringe Umschlingungswinkel hat den Nachteil, daß die aktive Scherfläche
des Trockenrasierapparates vergleichsweise klein ist. Dadurch ergibt sich eine geringere
Scherleistung. Weil die Scherfolienhalterung sich zum Gehäuse des Trockenrasierapparates
hin erweitern soll, damit sie ebenfalls beim Abheben sofort vom Messerkopf freikommt,
muß der Trockenrasierapparat wesentlich dicker sein als der Durchmesser des Messerkopfes.
Dadurch hat er eine plumpe Form, was nicht nur optisch unschön wirkt, sondern auch
seine Handlichkeit nachteilig beeinflußt.
[0004] Es sind ältere Trockenrasierapparate bekannt, bei denen die Scherfolie ohne eine
zusätzliche Verstärkung oder eine abnehmbare Halterung einfach über den Messerkopf
gespannt (DE-PS 802 052) ist. Bei diesen Konstruktionen kann man grundsätzlich auch
große Umschlingungswinkel vorsehen, weil die Scherfolie beim Abnehmen vom Messerkopf
nicht abgehoben sondern abgewickelt wird. Neben anderen prinzipiellen Mängeln solcher
Konstruktionen hat es sich aber als nachteilig erwiesen, daß die infolge ihrer geringen
Dicke von etwa 0,05 mm sehr empfindliche Scherfolie häufig durch zu festes Aufspannen
auf den Messerkopf oder auch durch andere ungeschickte Handhabung beschädigt wurde.
Hiervon abgesehen, bereitet das Entfernen und Wiederaufspannen der Scherfolie beträchtlichen
Arbeitsaufwand und erfordertGeschick, so daß diese zum Reinigen des Trockenrasierapparates
erforderliche Arbeit häufig als lästig empfunden wurde.
[0005] Eine andere bekanntgewordene Möglichkeit, einen großen Umschlingungswinkel zu erzielen,
besteht darin, die Scherfolie wie ein Rohr oder Rohrabschnitt auszubilden und in Längsrichtung
auf einen zylinderförmigen Messerkopf zu schieben. Solche Konstruktionen haben sich
in der Praxis ebenfalls nicht durchgesetzt, weil die leicht verletzliche Scherfolie
beim Aufschieben durch die Kanten der einzelnen Schermesser des Messerkopfes beschädigt
werden kann. Dies gilt vor allem für die Vorderkante der Scherfolie, welche beim Aufschieben
ungeschützt offenliegt.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Trockenrasiererapparat
der eingangs genannten Art zu entwickeln, bei dem die Scherfolie einerseits den Messerkopf
hinterschneiden und mit einem Winkel von mehr als 180 Grad umschlingen darf, bei dem
es aber dennoch möglich ist, die Scherfolie ohne Beschädigungsgefahr rasch und auf
einfache Weise vom Messerkopf zu entfernen und diesen damit zur Inspektion und Reinigung
freizulegen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zumindest eine der Seitenwände
mindestens teilweise um eine in Längsrichtung des Scherkopfes verlaufende Schwenkachse
ausklappbar ausgebildet ist.
[0008] Diese erfindungsgemäße Lösung ist sowohl bei Trockenrasierapparaten mit hin- und
hergehendem Messerkopf als auch bei anders gestalteten Trockenrasierapparaten mit
einem P1esserkopf-Scherfolien-System möglich, z.B. einem Trockenrasierapparat mit
einer um eine horizontale Achse rotierenden Messerwalze oder einer pendelnden Messeranordnung.
Der Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß auch bei Trockenrasierapparaten,
bei denen die Scherfolie den Messerkopf hinterschneidet oder mit mehr als 180 Grad
umschlingt, die Scherfolie ohne Mühe rasch und ohne Gefahr einer Beschädigung vom
Messerkopf entfernt oder wieder aufgesetzt werden kann. Da diese Arbeitsgänge in der
Regel nach jeder Benutzung des Trockenrasierapparates durchgeführt werden, um den
Messerkopf mit einer Bürste zu reinigen, wird durch diese Vereinfachung und Verbesserung
die Handhabung des Trockenrasierapparates wesentlich erleichtert.
[0009] Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß die Scherfolienhalterung in ihrer Betriebsstellung
schmaler sein kann als der Durchmesser des Messerkopfes. Dadurch kann der Trockenrasierapparat
insgesamt weniger dick sein als herkömmliche Trockenrasierapparate. Weiterhin ist
als Vorteil der Erfindung hervorzuheben, daß die Scherfolienhalterung mit der Scherfolie
im ausgeklappten Zustand besser zu reinigen ist als ein herkömmlicher Scherkopfrahmen
mit Scherfolie.
[0010] Es ist nicht zwingend erforderlich, die eine oder beide Seitenwände der Scherfolienhalterung
komplett ausklappbar auszubilden, es genügt, wenn die jeweilige Seitenwand teilweise
ausklappbar ist, nämlich immer mit dem entsprechend den Maßen der Scherfolie bemessenen
Teil der Seitenwand, der die Halterungsmittel für die Scherfolie trägt.
[0011] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß die Seitenwand durch
eine Rasteinrichtung in eine Betriebsstellung fixierbar ist, in der die Scherfolie
den Messerkopf mit einem großen Winkel umschlingt. Diese Ausführungsform ist konstruktiv
besonders zweckmäßig und besonders einfach in ihrer Handhabung. Gegenüber bisherigen
Trockenrasierapparaten mit Scherkopfrahmen ist zum Entfernen oder Aufsetzen der Scherfolienhalterung
mit der Scherfolie lediglich ein einziger zusätzlicher Arbeitsgang, nämlich das Ausklappen
oder Einklappen der einen Seitenwand oder zumindest eines Teiles derselben erforderlich.
[0012] Besonders große Umschlingungswinkel der Scherfolie erreicht man gemäß einer anderen
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung, die darin besteht, daß die Scherfolienhalterung
durch zwei Halterteile gebildet ist, welche zangenartig um eine gemeinsame Achse schwenkbar
sind. Dabei haben die Halterteile vorteilhaft je eine Fläche, die mit je zwei Armen
an der Achse gehalten ist, wobei die Scherfolie ihrerseits an diesen Flächen befestigt
ist.
[0013] Die Anordnung eines Langhaarschneidsystems ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung vorteilhaft auf einer der ausklappbaren Seitenwände möglich, wobei das
Langhaarschneidsystem nach Aufstecken der Scherfolienhalterung mit einer Antriebsvorrichtung
einkuppelbar sein kann.
[0014] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung zweier
der zahlreich möglichen Ausführungsformen der Erfindung. Dabei wird auf die Zeichnung
Bezug genommen. Diese zeigt:
Fig. 1 den Scherkopf eines Trockenrasierapparates im Querschnitt, wobei alle für das
Verständnis der Erfindung unwesentliche Teile weggelassen wurden,
Fig. 2 den Scherkopf in perspektivischer Ansicht,
Fig. 3 eine vereinfachte perspektivische Darstellung einer Variante der Scherfolienhalterung
mit Messerkopf
[0015] Die Fig. 1 zeigt ein Gehäuse 1 eines Trockenrasierapparates mit aufgesteckter rahmenartiger
Scherfolienhalterung 2. Die Scherfolienhalterung 2 hat parallel zu einem Messerkopf
3 verlaufende Seitenwände 4 und 5. Bei dem Messerkopf 3 kann es sich um einen hin-
und hergehenden Messerblock, aber auch um eine umlaufende Messerwalze handeln; er
kann mit dem Antriebshebel des im Gehäuse untergebrachten, nicht dargestellten Motors,
fest oder lösbar verbunden sein bzw. im Falle einer Messerwalze im Gehäuse fest oder
lösbar gelagert sein, so daß der Messerkopf beim Abnehmen der Scherfolienhalterung
entweder aus seinen Lagern mit abgehoben wird oder am Antriebselement verbleibt.
[0016] Ein Teil 6 der Seitenwand 5 ist um eine in Längsrichtung des Messerkopfes 3 verlaufende
Schwenkachse 7 nach außen wegklappbar, so daß sie die in der Zeichnung gestrichelt
dargestellte Stellung einzunehmen vermag. Eine Scherfolie 8 ist einerseits an der
Seitenwand 4, andererseits an dem wegklappbaren Teil 6 der Seitenwand 5 befestigt.
Dieser Teil 6 ist, wie in Fig. 2 angedeutet, mindestens so breit wie die Scherfolie
8 und umfaßt die Halterungsmittel 8' für die Scherfolie 8. Durch eine Rasteinrichtung
9 ist der Teil 6 der Seitenwand 5 im aus- und eingeklappten Zustand arretiert. Dabei
liegt die Scherfolie 8 mit einem großen Umschlingungswinkel gegen den Messerkopf 3
an. Nicht dargestellt ist in der Zeichnung, daß der Teil 6 der Seitenwand 5 ein Langhaarschneidsystem
tragen kann, welches nach dem Aufstecken der Scherfolienhalterung 2 mit einer ebenfalls
nicht dargestellten Antriebsvorrichtung einkuppelbar ist.
[0017] Die beschriebene Einrichtung wirkt wie folgt: Zum Abnehmen der Scherfolienhalterung
2 mit der Scherfolie 8 wird zunächst der-Teil 6 der Seitenwand 5 nach außen weggeklappt,
so daß der Teil 6 in die gestrichelt dargestellte Stellung gelangt. Dabei ist die
Rastkraft der Rasteinrichtung 9 zu überwinden. Wenn sich der Teil 6 der Seitenwand
5 in seiner ausgeklappten Stellung befindet, hat sich die Scherfolie 8 teilweise vom
Messerkopf 3
[0018] abgewickelt, so daß ihr Umschlingungswinkel kleiner geworden ist. Dadurch kann die
Scherfolienhalterung 2 mit der Scherfolie 8 leicht nach oben hin vom Gehäuse 1 des
Trockenrasierapparates abgehoben werden, ohne daß die Gefahr einer Beschädigung der
Scherfolie 8 oder des Messerkopfes 3 besteht.
[0019] Die Fig. 3 zeigt einen Messerkopf 11 in Form einer Messerwalze, über den eine gestrichelt
dargestellte Scherfolie 12 gespannt ist. Die Enden der Scherfolie 12 sind an zwei
Flächen 13 und 14 befestigt, welche mittels jeweils zwei Armen 15, 16 bzw. 17, 18
an einer Achse 19, 19' angelenkt sind. Auf diese Weise bilden die Flächen 14 mit den
Armen 15, 16 und die Flächen 13 mit den Armen 17, 18 zwei Halteteile 20 und 21, die
zangenartig um die gemeinsame Achse 19, 19' schwenkbar sind.
[0020] Zum Aufsetzen der Scherfolie 12 auf den Trockenrasierapparat wird die aus den beiden
Halteteilen 20, 21 bestehende Scherfolienhalterung mit der Scherfolie 12 zunächst
mit nach außen geschwenken Flächen 13, 14 auf den Scherkopf 11 gesetzt. Dann werden
die Flächen 13, 14 aufeinander zu verschwenkt, so daß die Scherfolie sich mit zunehmendem
Umschlingungswinkel an den Messerkopf 11 anlegt. Am Trockenrasierapparatgehäuse angebrachte
Haltevorrichtungen halten in der Endstellung die aufeinander zugeschwenkten Flächen
13 und 14 fest.
1. Trockenrasierapparat mit einem bewegbaren Messerkopf und einer mit diesem zusammenwirkenden
Scherfolie, die an den in Längsrichtung des Messerkopfes verlaufenden Seitenwänden
einer vom Apparategehäuse abnehmbaren Halterung gewölbt eingespannt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest eine der Seitenwände (5, 6, 13, 14) mindestens teilweise um eine in
Längsrichtung des Messerkopfes (3, 11) verlaufende Schwenkachse (7, 19, 19') ausklappbar
gebildet ist.
2. Trockenrasierapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der ausklappbare
Teil (6) der Seitenwand (5) durch eine Rasteinrichtung (9) in eine Betriebsstellung
fixierbar ist, in der die Scherfolie (8) den Messerkopf (3) mit einem großen Winkel
umschlingt.
3. Trockenrasierapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Scherfolienhalterung
durch zwei Halteteile (20, 21) gebildet ist, welche zangenartig um eine gemeinsame
Achse (19, 19') schwenkbar sind.
4. Trockenrasierapparat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteteile
(20, 21) jeweils eine Fläche (13, 14) haben, die mit jeweils zwei Armen (15, 16, 17,
18) an der Achse (19, 19') gehalten ist und daß die Scherfolie (12) an diesen Flächen
(13, 14) befestigt ist.
5. Trockenrasierapparat nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der ausklappbaren Seitenwände (6, 13, 14) ein Langhaarschneidsystem trägt,
welches nach Aufstecken der Scherfolienhalterung (2) mit einer Antriebsvorrichtung
einkuppelbar ist.