[0001] Die Neuerung betrifft Spielzeugdoktorgerätezusamnenstellungen, wie sie in zahlreichen
Variationen und Verpackungsarten, z. B. Blisterverpackung, Schachteln, Köfferchen
auf dem Markt vorkommen. Sie sollen dazu dienen Kindern das Rollenspiel als Arzt bzw.
Krankenschwester zu ermöglichen, den Spieltrieb der Kinder zu befriedigen und diesen
zu lenken. Dabei kommt diesen Spielzeugen auch sicherlich die pädagogische Aufgabe
zu, den Kindern die Angst vor dem Mann im weißen Kittel zu nehmen.
[0002] Die einzelnen Geräte der bisher auf dem Markt befindlichen Spielzeugdok- - torgerätezusammenstellungen
haben meist gar keine und wenn nur eine sehr geringe Funktion und damit Spielwert.
Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen bestehen diese Geräte nur aus starren, in der
Regel aus Kunststoff gefertigten Teilen, die lediglich formmäßig und oft stark vereinfacht
ihren Vorbildern in Groß nachgeahmt wurden. Lediglich einige wenige Geräte weisein
eine gewissen Funktion auf. Die auf dem Markt befindlichen Spielzeugstethoskope z.
B. funktionieren zum Großteil überhaupt nicht, nur bei zwei bekannten Geräten ist
eine geringe Funktion gegeben. Bei den Blutdruckmessern zeigt sich nur der Effekt,
daß sich ein Zeiger bzw. eine Skala unter dem Luftdruck, der über einen Ballen erzeugt
wird, dreht. Auch die Thermometer sind meist starr aus einem Stück, in das günstigstenfalls
noch eine Skala aufgeklebt oder eingraviert ist; lediglich bei einem bekannten Modell
kann durch das Drehen eines Knopfes am oberen Ende des Geräts die Skaleneinstellung
verändert werden. Auch die Spielzeugdoktorreflexhämmer sind bisher nur aus einem Stück
ohne weitere Funktion. Alles in allem kann man sagen, daß, von den soeben beschriebenen
Ausnahmen abgesehen, die Spielzeugdoktorgeräte in den bisher gebräuchlichen Spielzeugdoktorgerätezusammenstellungen
mehr oder weniger "tote" Teile ohne weitere Funktion sind.
[0003] Der Neuerung liegt nun die Aufgabe zugrunde, derartige Spielzeugdoktorgeräte mit
mehr "Leben" zu erfüllen und damit die Spielmöglichkeiten zu 7 erweitern.
[0004] Dabei soll auch bewußt in Kauf genommen werden, daß die Spielzeugdoktorgeräte formnäßig
etwas abgewandelt und mit Zusätzen versehen werden, die an den echten, großen Instrumenten
nicht enthalten sind, wenn sie der Aufgabenstellung, nämlich zusätzlich Aufmerksamkeit
zu erwecken und pädagogische Effekte zu erzielen, gerecht werden.
[0005] Die Neuerung löst diese Aufgabenstellung wie folgt:
[0006] Die einzelnen Spielzeugdoktorgeräte werden formmäßig, so weit möglich, ihren Vorbildern
im Großen übernommen und nur dort, wo aus technischen oder ästhetischen Gründen notwendig,
abgewandelt. Darüberhinaus werden die Geräte an geeigneten Stellen mit zusätzlichen,
an den echten Geräten nicht vorhandenen Anzeigen, z. B. in Form von einem oder mehreren
Lämpchen oder in Form von Abbildungen oder in Form von Skalenwerten, versehen. Zur
Wirkung bzw. Funktion werden derartige Anzeigen durch elektrische Schaltung oder mechanische
Bewegung oder durch Luftdruck, der eine mechanische Bewegung ausführt, gebracht. Besonders
der Aufgabenstellung gerecht werden Lösungen, die derart gestaltet sind, daß bei der
üblicherweise dem Gerät zugedachten Benutzung diese optischen Anzeigen zur Wirkung
kommen, z. B. bei einem Stethoskop, wo das Lämpchen beim Andrücken anfängt zu leuchten
oder zu blinken, oder bei einem Thermometer, wo beim Berühren der Thermometerspitze
(Fühler) ein Lämpchen aufleuchtet usw.
[0007] Auf diese Weise können die einzelnen Spielzeugdoktorgeräte mit mehr Leben und mit
neuen Funktionen, die dazu geeignet sind, den Spielwert der Geräte zu erhöhen, teilweise
sogar noch pädagogische Fortschritte erzielen, versehen werden. Nachstehend werden
einige Lösungsbeispiele beschrieben:
1. Beim Spielzeugstethoskop bieten sich mehrere Gestaltungsmöglichkeiten an. Eine
Lösung (Abb. 1) wäre die, daß an die Hörmuschel (6) senkrecht oder auch waagrecht
ein Batteriegehäuse angebracht wird. Dieses Batteriegehäuse (5) wird mit einer innen
hohlen Kappe (2), die das Gehäuse (5) umfaßt, abgedeckt. An der Oberseite dieser Kappe
ist ein Lämpchen (3) eingesetzt, das mit einem farbigen oder durchsichtigen Deckel
(7) geschützt ist. Die Kontaktbildung wird über zwei Federn, wo von eine (8) in der
Fassung des Batteriegehäuses, die andere (9) am Lämpchen angebracht ist, ermöglicht.
[0008] Bei Gebrauch des Geräts wird nun die Hörmuschel an Teil (2) ergriffen und auf den
Körper aufgesetzt und angedrückt. Dadurch berühren sich die beiden Federn (8 + 9),
so daß das Iämpchen (3) zum Aufleuchten kommt. Aufgrund der Federung (8) erlischt
das Lämpchen wieder, wenn der Druck ausgesetzt wird.
[0009] In einer anderen Gestaltungsmöglichkeit (Abb. 2) besteht die Hörmuschel aus einem
Kolben (6) und einer den Kolben umfassenden Kappe (2), in deren Wand ein Fenster (7)
eingebrochen ist und die gegenüber dem Kolben durch eine Feder (8) abgestützt ist.
An dem Kolben (6) ist vor dem Fenster (7) ein Stab oder eine Scheibe angebracht, auf
dem übereinander zwei oder mehr Bilder bzw. Skalenwerte (3) angegeben sind. Bei Benutzung
des Geräts wird die Hörmuschel an der Kappe (2) ergriffen und mit dem Kolben (6) auf
den Körper aufgesetzt und angedrückt. Dadurch bewegt sich das Fenster (7) vor den
Bildern (3), so daß unterschiedliche Anzeigen erfolgen. Aufgrund der Feder (8) geht
der Kolben immer wieder in die Ausgangsstellung zurück.
[0010] Eine dritte denkbare Variante geht ebenfalls von einem Kolben (6), der wiederum durch
eine Kappe (2) mit Fenster (7) abgedeckt ist und durch eine Feder (8) gegenüber dem
Kolben (6) abgestützt ist, aus. Innerhalb des Huts (2) ist eine Scheibe angebracht,
auf deren Außenseite bandförmig verschiedene Bilder (3) angebracht sind. Die Scheibe
dreht sich um die Achse (9) und wird jeweils durch den Stift (10) der mit dem Kolben
(6) verbunden ist, beim Aufdrücken auf den Körper bewegt.
[0011] Bei allen Varianten erfolgt die Ausgestaltung der Hörmuschel selbst zur Aufnahme
der Geräusche durch einehalbkugelförmige oder trichterförmige oder kelchförmige oder
zylinderförmige oder ähnliche Öffnung, die event. mit einer Membrane verschlossen
sein kann. Aus dem Gehäuse führt ein Schlauch (oder mehrere) zum Kopfhörer des Stethoskops.
[0012] 2. Bei dem Spielzeugthermometer gibt es ebenfalls mehrere Gestaltungsmöglichkeiten.
Eine denkbare Lösung (Abb. 4) sieht so aus, daß ein Stab (1) von oben in das innen
hohle Gehäuse des Thermometers eingeschoben und mit einem Stift (5) starr mit einem
das Gehäuse umfassenden, verschiebbaren Ring (2) verbunden ist. Auf der Unterseite
des Thermometergehäuses ist längs ein Schlitz angebracht, damit der Ring hin und hergeschoben
werden kann.
[0013] Auf der Oberseite des Rings (2) ist eine Spitze (Zeigerspitze) angebracht, die auf
die darunter liegende Skala (4) zeigt. Wird der Ring mit Zeiger nun auf das untere
Ende der Skala (z. B. 35
0) eingestellt, so wird der Stab aufgrund der starren Verbindung mit dem Ring ganz
eingezogen und vom Thermometergehäuse abgedeckt. Verschiebt man den Ring weiter nach
oben (z. B. auf 37
0), so wird der Stab nach oben aus dem Gehäuse herausgehoben und es erscheint das erste
auf dem Stab angebrachte Bild (3). Bei weiterer Verschiebung (z. B. auf 39
0) erscheint ein weiteres Bild, bei noch weiterer Verschiebung nach oben (z. B. auf
41°) erscheint ein drittes Bild. Es liegt nahe, die Bilder derart zu gestalten, daß
sie einen pädagogischen Wert haben, so empfiehlt sich z. B. bei dem Thermometer folgende
Darstellung:
[0014] Temperatureinstellung Bilddarstellung

[0015] Eine andere Gestaltungsart (Abb. 5) des Thermometers sieht so aus, daß an der Oberseite
des Thermometergehäuses (6) ein Lämpchen (3) angebracht ist. Das Thermometergehäuse
selbst ist so konstruiert, daß eine Batterie mit direktem Kontakt zum Lämpchen eingelegt
werden kann. Von der Seite des Lämpchens verläuft eine Kontaktfeder (7) bis an die
Unterseite der Batterie. Die Spitze (2) des Thermometers ist gegenüber dem Gehäuse
(6) selbst beweglich gehalten. Wird nun das Thermometer am Gehäuse ergriffen und mit
der Spitze an den Körper angesetzt und dagegengedrückt, so schließt sich der Kontakt
und das Lämpchen kommt zum Aufleuchten.
[0016] Andere Varianten, z. B. in der Art, daß verschiedene Lämpchen in Abhängigkeit von
verschiedenen Zeigerstellungen aufleuchten, sind ebenfalls denkbar.
[0017] 3. Bei dem Spielzeugdoktorreflexhammer gibt es im Rahmen der obigen Lösun mehrere
Ausgestaltungsmöglichkeiten. Eine Möglichkeit (Abb. 6) sieht s aus, daß vorzugsweise
auf der Rückseite des Aufschlagteils (c) des Hammers ein Gehäuse angebracht ist, das
sowohl einen Zeiger (b) oder eine zeigerähnliche Vorrichtung als auch eine Skala und
eine Folge von Abbildungen (d) enthält.
[0018] Es können nun entweder der Zeiger oder die Folge der Abbildungen beweglich gehalten
werden, so daß sich je nach Stellung des Zeigers zu den Abbildungen oder den Skalenwerten
eine andere Anzeige oder Aussage ergibt. Die Beweglichkeit des Zeigers oder der Abbildungen
erfolgt vorzugsweise als Kreisbewegung wobei die Drehung durch einen Luftstrom beim
Aufschlagen des Gerätes verursacht wird. Dazu ist das Aufschlagteil des Hammers (c)
so gestaltet, daß es sich beim Aufschlag zusammendrücken kann und danach wieder entformt.
Besonders geeignet für einen derartigen Effekt ist eine zieharmonikaähnliche Gestaltung
des Aufschlagteils des Hammers. Die beim Zusammendrücken entweichende Luft wird durch
einen entsprechenden Luftkanal (d) so gesteuert, daß sie über eine Art "Flügel" (e)
den Zeiger, in diesem Fall sind die Abbildungen starr, oder die auf einer Scheibe
(a) angebrachten Abbildungen oder Skalenwerte, in diesem Fall ist der Zeiger starr,
bewegt. Auf diese Weise werden verschiedene Stellungen - Zeiger zu Abbildung oder
Skalenwert - erzeugt, wodurch die in der Aufgabenstellung dargelegten Forderungen
erfüllt werden.
[0019] Eine weitere denkbare Ausgestaltungsmöglichkeit (Abb. 7) des Spielzeugdoktorreflexhammers
mit einer optischen Anzeige wäre, daß heim Gebrauch eines oder mehrere Lämpchen zum
Aufleuchten kommen. Technisch sieht diese Lösung so aus, daß beim Aufschlagen ein
elektrischer Kontakt geschlossen wird, wodurch das Lämpchen (j) zum Aufleuchten kommt.
Dazu muß vorzugsweise im vorderen Stiel des Hammers eine oder mehrere Batterien (g)
untergebracht werden. Während ein Kontakt direkt zum Lämpchen geht wird der andere
vorzugsweise an der Stelle a unterbrochen. Innerhalb des zusammendrückbaren Aufschlagteils
des Hammers ist eine Vorrichtung (f) angebracht, die beim Zusammendrücken des Aufschlagteils
die Kontaktfeder b mit dem Kontakt c schließt. Durch die Rückspannung des Aufschlagteils
wird der Kontakt jeweils wieder geöffnet.
1. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung aus Kunststoff, dadurch gekennzeichnet, daß
eines oder mehrere der darin enthaltenen Geräte (z. B. Stethoskop, Thermometer, Reflexhammer,
Blutdruckmesser usw.) mit zusätzlichen an den echten Geräten nicht vorhandenen Anzeigen,
z. B. Lämpchen, Bilder, Skalen, versehen sind.
2. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das darin enthaltene Stethoskop mit einem auf der Hörmuschel angebrachten Batteriegehäuse,
worauf sich eine Fassung zur Aufnahme eines Lämpchens befindet, versehen ist, wobei
das Batteriegehäuse, in zwei gegeneinander sich beweglich überlappende Teilgehäuse
aufgeteilt ist. Die beiden Teilgehäuse sind durch eine Federung, die zugleich Ein-
und Ausschalter darstellt, gegeneinander abgestützt.
3. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hörmuschel des darin enthaltenen Stethoskops aus einem Kolben und einer beweglichen,
diesen Kolben umfassenden mit einem Fenster versehenen und gegen den Kolben mit einer
Federung abgestützten Kappe besteht. Auf dem Kolben sind, von außen durch das Fenster
teilweise sichtbar, Bilder oder Skalenwerte übereinander angebracht.
4. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hörmuschel des darin enthaltenen Stethoskops aus einem Kolben und einer beweglichen,
diesen Kolben umfassenden mit einem Fenster versehenen Kappe, die mit einer Federung
gegen den Kolben abgestützt ist, besteht. In der Kappe befindet sich drehbar, durch
eine Achse befestigt, eine Scheibe mit einem ebenso breiten Rand wie das Fenster,
auf der rundherum Bilder oder Skalenwerte angebracht sind, die durch das Fenster sichtbar
werden. An der Seite der Scheibe befindet sich ein Zahnrad in das ein am Kolben befestigter,
nach Drehung des Zahnrades zurückfedernder Stift einrastet.
5. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das darin enthaltene Spielzeugthermometcr vorzugsweise in, jedoch unter Urständen
and auf oder unter dem aus Kunststoff hestehenden Gehäuse ein z. B. als Stab oder
Scheibe gestaltetes Teil beweglich angebracht ist, das starr mit einem entlang der
Temperaturskala beweglichen Zeiger verbunden ist und zur Anbringung von Abbildungen,
beispielsweise Zahlen, Bilder vorgesehen ist.
6. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das darin enthaltene Spielzeugthermometer mit einer Fassung zur Aufnahme eines
Lämpchens versehen und so gestaltet ist, daß die Thermometerspitze oder die Thermometerspitze
und ein Teil des Gehäuses zum Gehäuse bzw. Rest des Gehäuses überlappend beweglich
durch eine Federung, die zugleich Ein- und Ausschalter darstellt, abgestützt ist.
7. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der darin enthaltene Doktorreflexhammer am Stiel, vorwiegend gegenüber dem durch
eine oder mehrere Falte(n) zusammendrückbar gestalteten, aus Kunststoff oder Gummi
bestehenden Aufschlagteil, ein Gehäuse angebracht ist worin eine unter einem starren
Zeiger bewegliche mit Abbildungen versehene Scheibe oder ein über einer starren bedruckten
Scheibe beweglicher Zeiger eingebaut ist. Die Scheibe bzw. der Zeiger ist mit Flügeln
versehen, auf die ein zwischen dem Aufschlagteil und Gehäuse liegender Luftkanal weist.
8. Spielzeugdoktorgerätezusammenstellung nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Gehäuse des Doktorreflexhammers eine aus Kunststoff oder Metall bestehende
Fassung zur Aufnahme eines Lämpchens angebracht ist.