(19)
(11) EP 0 019 048 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.11.1980  Patentblatt  1980/24

(21) Anmeldenummer: 80101296.4

(22) Anmeldetag:  13.03.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D05B 29/02, D05B 55/16, D05B 69/22, D05B 69/26, D05B 69/28
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH FR GB IT

(30) Priorität: 16.05.1979 DE 2919681

(71) Anmelder: DÜRKOPPWERKE GMBH
D-4800 Bielefeld 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Reinke, Kurt
    D-4800 Bielefeld 11 (DE)
  • Frodermann, Helmut
    D-4800 Bielefeld 1 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Ziernaht-Nähmaschine


    (57) Ziernahtnähmaschine, insbesondere Zweinadel- Nähmaschine mit von ihrem Antrieb einzeln abkuppelbaren und in vorbestimmten Endstellungen arretierbaren Nadelstangen (3; :5; sowie mit einer Drückerfußvorrichtung (4) mit einem in zwei Endstellungen verbringbaren Drückerfuß, dadurch gekennzeichnet, daß Verstellmittel vorgesehen sind, die die Nadel und den Drückerfuß in eine zwischen den Endstellungen der Nadel bzw. des Drückerfußes gelegene Zwischenstellungen verbringen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung befaßt sich mit einer Ziernahtnähmaschine, vorzugsweise mit einer Zweinadel-Nähmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Beim Nähen von zwei parallelen Ziernähten längs der Kante eines eckigen Werkstückes mit einer Nähmaschine der .erwähnten Gattung wird bekanntlich - bei zuvor in geeigneter Position abgeschalteter Nadel für die Innennaht - bis zum Eckpunkt der Außennaht weitergenäht. Im Eckpunkt, der der Einstichpunkt für den letzten Stich in bisheriger Nahtrichtung ist, verharrt die Nadel in ihrer unteren Endstellung ("Nadel tief") , so daß das Werkstück um die Nadel gedreht und sodann längs des anderen Schenkels des gebildeten Winkels der Naht weitergenäht werden kann, wobei auch die Nadel für die Innennaht wieder zugeschaltet wird. Der äußere Eckpunkt befindet sich nur dann in einer stichlängengerechten Position mit resultierendem idealem Nahtbild, wenn die gewählte Stichlänge gleich dem Abstand der beiden Nadeln oder gleich einem geradzahligen Bruchteil dieses Abstandes ist. Meist werden aber - durch Modetrends bedingt - Zierstichlängen gefordert, die die erwähnte größenmäßige Abhängigkeit vom Nadelabstand nicht erfüllen. In solchen Fällen ist es notwendig, im Eckpunktbereich Ausgleichsstiche anzubringen, deren Hierzu muß die Nadel wieder in ihre untere Endstellung ("Nadel tief") gesetzt werden. Der Drückerfuß senkt auf das Nähgut ab und wird nach der Ausführung des Stiches wieder gelüftet, wie zuvor erwähnt. Nach dem Drehen des Nähgutes erfolgt nunmehr wenigstens ein Normalstich in die neu eingeschlagene Nährichtung, worauf der beschriebene Anpeilvorgang und das geringfügige Lüften des Drückerfußes für einen Ausgleichsstich erneut durchgeführt werden müssen, damit der erste Einstich der wieder eingeschalteten Innennadel exakt in der Verlängerung der bisher genähten Innennaht liegt, d.h. , im Eckpunkt des inneren Nahtverlaufes. Von hier ab werden beide Nähte außen und innen wieder mit zueinander parallelen Normalstichen bis zur nächsten Ecke fortgesetzt.

    [0003] Die geschilderten Vorgänge für das Nähen der Ausgleichsstiche sind zeitraubend und anstrengend für die Näherin. An dieser Tatsache ändert sich auch nichts durch die Benutzung einer modernen Ziernahtnähmaschine in industriemäßiger Ausführung mit Positionierantrieb und zwei umschaltbaren Antriebsdrehzahlen. Die Bedienung einer solchen Nähmaschine ist für das Nähen von Ecken mit Ausgleichsstich bis heute unzulänglich und umständlich geblieben.

    [0004] Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, eine Ziernahtnähmaschine der erwähnten Gattung derart auszubilden, daß ihre Bedienung für den Ausgleichsstich im Eckpunktbereich vereinfacht und verbessert wird.

    [0005] Die Erfindung löst die gestellte technische Aufgabe durch die im Anspruch 1 festgehaltenen Merkmale ; vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung werden in Unteransprüchen festgehalten. Die beigegebenen Zeichnungen stellen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar, welches anschließend in allen Einzelheiten beschrieben wird.

    Die Zeichnungen zeigen:



    [0006] 

    Fig. 1 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine im arretierten Zustand in ihren oberen Endstellungen für den Werkstückwechsel;

    Fig. 2 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine im arretierten Zustand in ihren unteren Endstellungen vor dem Stoffdrehen um die Nadel im Bereich einer Werkstückecke;

    Fig. 3 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine beim Stoffdrehen um die Nadel, wobei der Drückerfuß völlig gelüftet ist;

    Fig. 4 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine im arretierten Zustand in ihren Anpeil- bzw. Stoffverschiebestellungen gemäß der erfindungsgemäßen Ausbildung der Nähmaschine;

    Fig. 5 ist die Ansicht x der Fig. 4, mit dem zur Verstellung der Nähmaschine in die Anpeil- bzw. Stoffverschiebestellungen notwendigen Taster in Griffnähe der Näherin;

    Fig. 6 ist ein Stichbildschema für das Nähen einer Ecke mit einer Zweinadel-Ziernahtnähmaschine;

    Fig. 7 zeigt das Verstellmittel für den Drückerfuß zur Verbringung desselben in die Korrekturposition;

    Fig. 8 zeigt das Verstellmittel für eine Nadel zur Verbringung derselben in die Anpeilposition.



    [0007] Mit der Bezugszahl 1 wird eine Ziernahtnähmaschine in industriemäßiger Ausführung mit bekanntem Positionierantrieb und zwei umschaltbaren Antriebsdrehzahlen bezeichnet, die - wie in Fig. 5 erkennbar - eine Zweinadelnähmaschine mit wahlweise einzeln abschaltbaren Nadeln bekannter Ausführung ist.

    [0008] Fig. 1 bis 3 zeigen den Drückerfuß 4 und jeweils eine Nadel 2 bzw. 2' der Ziernahtnähmaschine 1 in den verschiedenen, bisher bekannten Positionen
    für die verschiedenen Arbeitsphasen beim Nähen. Fig. 1 zeigt den Drückerfuß 4 in gelüfteter Stellung und die Nadel 2 in der "Nadel-hoch" - Position für das Einlegen eines neuen bzw. zum Entfernen des fertig genähten Werkstückes. Fig. 2 zeigt die Nadel 2 in ihrer "Nadel-tief" - Position; der Drückerfuß ist noch auf das Werkstück abgesenkt, wie es beim Nähen üblich ist. In dieser Nadelposition wird die Ziernahtnähmaschine 1 für das Drehen des Werkstückes an Eckpunkten angehalten.

    [0009] Uni das Werkstück 9 um die Nadel 2 drehen zu können, ist ein Lüften des Drückerfußes 4 erforderlich. Die Kombination Drückerfuß 4 gelüftet - Nadel 2 in "Nadel tief"-Position- zeigt Fig. 3. Die Fig. 4 und 5 zeigen Drückerfuß sowie Nadel in neuen, zwischen ihren bisher gezeigten Endstellungen (Fig. 1 bis 3) gelegenen Zwischenstellungen; hierbei steht die Nadel 2 mit ihrer Spitze praktisch etwa einen Millimeter über der Oberseite des Werkstückes 9, während der Drückerfuß 4 gerade soweit gelüftet ist, daß sich das Werkstück 9 frei drehen läßt. Zum Verstellen des Drückerfußes 4 und der Nadel 2 in die Zwischenstellungen - beim Drückerfuß ''Korrekturposition", bei der N adel "Anpeilposition" genannt - wirken auf die Nadelstange 3 sowie auf die Drückerfußstange 5 noch näher erläuterte Verstellmittel ein, die durch die Betätigung des in Fig. 5 sichtbaren, im unmittelbaren Griffbereich der Näherin gelegenen Tasters 6 in noch näher beschriebener Weise aktivierbar sind.

    [0010] Fig. 6 zeigt ein Nahtbildschema für das Nähen der Ecke eines Werkstückes 9., mit dessen Hilfe die erfindungsgemäße Ausbildung der Ziernahtnähmaschine 1 erläutert werden soll. Die Nadeln 2, 2' (Fig. 5) dieser Nähmaschine nähen im Zusammenwirken mit einem nicht gezeigten Steppstichgreifer üblicher Bauart eine Doppelnaht in angemessenem Abstand von der Kante des eckigen Werkstückes 9 und die zunächst als Normalstiche ausgeführten Stiche nähern sich in Nährichtung (Pfeil NR 1) der Ecke des Werkstückes 9. In den Punkten O (außen) sowie O' (innen) wird die Nähmaschine 1 in Nadeltiefstellung gestoppt, und die Nadel 2' (innen) abgeschaltet. Nunmehr erfolgt, nachdem - wie ebenfalls bekannt - auf langsamere Drehzahl umgeschaltet worden ist, das Nähen eines weiteren Normalstiches O - 1 mit der Nadel 2, worauf nunmehr ein kürzerer Ausgleichsstich AS 1 genäht werden soll, bevor das Werkstück 9 im Eckpunkt EP gedreht werden kann. Vom Punkt 1 aus wird die N adel 2 in die "Anpeilposition" gebracht, damit die Näherin in der Lage ist, den Eckpunkt EP "anzupeilen", d.h., den nahtgerechten Abstand dieses Punktes und folglich auch der Außennaht in Nährichtung NR 2 von der waagerechten Kante des Werkstückes 9 nach Augenmaß zu bestimmen. Für einen solchen Anpeilvorgang ist weder die übliche "Nadel hoch"- bzw. "Nadel tief" - Position brauchbar, die ein Schätzen nach Augenmaß erschweren. Ebenso würde der Drückerfuß 4 in gelüfteter Stellung (Fig. 3) den Blick auf die vor dem letzten Normalstich O - 1 gelegene Stelle des Werkstückes 9 erschweren bzw. sogar verhindern. Deshalb wird auch der Drückerfuß 4 in die Korrekturposition gebracht, worauf ein Ausgleichsstich AS 1 genäht wird, der kürzer als der bisherige Normalstich sein muß. Nach dem Anpeilen des voraussichtlichen Einstichpunktes für die Nadel 2 wird nunmehr das Werkstück 9 entgegengesetzt zur Nährichtung NR 1, d. h. , in bisheriger Stoffvorschubrichtung , durch die Näherin von Hand derart verschoben, daß der in Aussicht genommene Einstichpunkt nunmehr genau unter der Nadel 2 liegt. Der in Korrekturposition befindliche Drückerfuß 4 (Fig. 4) läßt ein Verschieben um diese geringfügige Entfernung zu, die Nadel befindet sich während dieser Verschieb ung des Werkstückes 9 immer noch in Anpeilposition, behindert also den Verschiebevorgang nicht. Nunmehr erfolgt der Einstich in den Eckpunkt EP, um den das Werkstück 9 um 90 Grad um die Nadel 2 gedreht wird. Zu diesem Zweck verbleibt die Nadel in der "Nadel tief" - Position.

    [0011] Jetzt erfolgt ein weiterer Normalstich 2 - 3 in die neue Nährichtung (Pfeil NR 2). Die Nadel 2 positioniert in "Nadel tief" - Position. Jetzt wird die bisher ausg eschaltete Nadel 2' (innen) wieder eingeschaltet. Anschließend wird erneut ein Ausgleichsstich AS 2 in ähnlicher Weise wie der Ausgleichsstich AS 1 genäht. Hierzu werden durch Druck auf den Taster 6 beide Nadeln in die Anpeilposition und nach dem Stoppen des Antriebes der Drückerfuß 4 in die Korrekturposition gebracht. Beim folgenden Anpeilvorgang wird das Werkstück 9 von der Näherin von Hand derart verschoben, daß die Nadel 2' (innen) beim folgenden Einstich in den inneren Eckpunkt 4' und die N adel 2 in den Punkt 4 einsticht. Hierdurch bildet die innere Nadel 2' den Stich O' - 4' . Durch Betätigen eines Bedienungsorganes, z. B. eines Pedals in Vorwärtsrichtung, wird dieser Stich ausgeführt und auch die weiteren Normalstiche in Nährichtung NR 2 bis zur nächsten Ecke genäht.

    [0012] Es sind auch andere Kombinationen von Normal- und Ausgleichsstichen möglich; so können z. B. bei kleinerer Stichlänge, aber ähnlichen Abstandsverhältnissen zwischen Kante-Außennaht-Innennaht, nach dem Stich 0 (innen und außen) zwei weitere Normalstiche notwendig werden, bis ein Ausgleichsstich AS 1 zu nähen ist. Auch ergeben sich andere Anordnungsmöglichkeiten für die Ausgleichsstiche als in diesem Beispiel.

    [0013] Fig. 7 zeigt eine pneumatische Verstellvorrichtung für den Drückerfuß 4, die diesen in die Endstellungen verfährt, jedoch auch die Arretierung desselben in eine Zwischenstellung, die "Korrekturstellung" (Fig. 4), bewirkt. Der waagerecht angeordnete Haltekloben 10 umfaßt den senkrecht stehenden Druckluftzylinder 20, dessen in Fig. 7 halb ausgefahrene Kolbenstange 22 gegen die Unterseite der Anschlaglasche 15 des zweiarmigen Schwenkhebels 12 andrückt, welcher um die Achse 14 verschwenkbar gelagert ist. Die Achse 14 ist am Arm der Ziernahtnähmaschine 1 fest angebracht; dies gilt auch für den Haltekloben 10, der mittels der Schrauben 16 und 17 auch mit dem Arm verbunden ist. Am linken Ende des Halteklobens 10 ist ein zweiter, senkrecht gerichteter Haltekloben 11 von gleicher Konstruktion wie der Haltekloben 10 angeschraubt, der einen weiteren Druckluftzylinder 21 festhält, dessen ausfahrende Kolbenstange 23 in den Bewegungsweg der nach oben schwenkenden Anschlaglasche 15 eintreten kann (Fig. 7), vorausgesetzt, daß sich die Anschlaglasche 15 noch unterhalb der Bewegungsebene dieser Kolbenstange 23 befindet. Die Haltekloben 10 und 11 nehmen ihre Druckluft - zylinder 20 und 21 in Bohrungen auf, in welchen sie durch Zusammenklemmen von Längsschlitzen der Haltekloben mittels der Klemmschrauben 18 und 19 festgespannt werden. Der Druckluftzylinder 20 ist der eigentliche Arbeitszylinder für den Drückerfuß 4, dessen Drückerfußstange 5 (Fig. 1-5) mit dem Schwenkhebel 12 über die Verbindungsstange 13 sowie über weitere, nicht gezeigte Hebel eines Gestänges in bekannter Weise verbunden ist. Durch Ausfahren der Kolbenstange 22 wird der Schwenkhebel 12 im Uhrzeigersinn verschwenkt und ein Lüften des Drückerfußes 4 bewirkt, welcher bei nicht betätigtem Druckluftzylinder 21 und eingefahrener Kolbenstange 23 desselben nunmehr seine obere Endstellung (Fig. 1, 3) erreicht. Befindet sich jedoch die Kolbenstange 23 in ausgefahrener Stellung (Fig. 7), so wird die totale Lüftung des Drückerfußes 4 verhindert, indem die Kolbenstange 23 die Oberfläche der Anschlaglasche 15 des Schwenkhebels 12 überragt und die weitere Verschwenkbewegung des Schwenkhebels 12 im Uhrzeigersinn verhindert.. Es stellt sich die in den Fig. 4, 5 dargestellte Korrekturstellung ein, in welcher - wie bereits erläutert - eine Verschiebung des Werkstückes 9 ermöglicht wird. Ein Einfahren der Kolbenstange 22 bewirkt hingegen eine Drehung des Schwenkhebels 12 entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn und der Drückerfuß 4 erreicht nunmehr seine untere Endstellung (Fig. 2), in welcher derselbe mit Andruck auf dem Werkstück 9 aufsetzt. Beim Druck auf dem Taster 6 (Fig. 5) durch die Näherin, welches vor dem Nähen der Ausgleichsstiche AS 1 und AS 2 geschieht, wird die Nadel 2 - wie noch näher beschrieben wird - in die Anpeilstellung (Fig. 4, 5) verstellt sowie der Druckluftzylinder 21 beaufschlagt, worauf die Kolbenstange 23 ausfährt. Hiermit ist die Korrekturstellung des Drückerfußes 4 gewissermaßen vorgewählt und der sich normalerweise zuvor in abgesenkter Position befindliche Drückerfuß wird durch ein anderes Bedienungsmittel - Pedal oder Kniehebel - in die Korrekturstellung verbracht, indem die Kolbenstange 22 des Druckluftzylinders 20 ausfährt, jedoch die bereits ausgefahrene Kolbenstange 23 die Weiterverschwenkung des Hebels 12 mit resultierender Lüftung des Drückerfußes 4 in die obere Endstellung verhindert wird, wie bereits geschildert wurde. Andere Verstellmittel für den Drückerfuß 4 sind im Rahmen der Erfindung, z. B. durch eine elektromagnetische Drückerfußvorrichtung, möglich, die für die Einstellung der Korrekturposition über eine entsprechende Zwischenstellung verfügt.

    [0014] Es soll auch ein Verstellmittel für die N adel beschrieben werden. Zur Nadelverstellung dient üblicherweise ein an sich bekannter Positionierantrieb. In diesem Beispiel finden für einen solchen Antrieb magnetelektrische Bauelemente Anwendung, die den ebenfalls bekannten Halleffekt nutzen.

    [0015] Fig. 8 zeigt die Grundelemente des Positionierantriebes mit Blick auf den Ständer der Nähmaschine 1 bei abgenommenem Handrad. Die Armwelle 24 der Nähmaschine 1 treibt bekanntlich die Stichbildewerkzeuge derselben , also auch die Nadel 2 bzw. 2', an und das Anhalten einer Nadel in einer vorbestimmten Nadelendstellung ist folglich durch Erfassung einer entsprechenden Winkelstellung der Armwelle 24 mittels des Positionierantriebes möglich.

    [0016] Die Armwelle 24 dreht die Scheibe 25 entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn. Auf der Scheibe 25 sind die drei Stabmagneten 27, 28 und 29 angeordnet, die zwecks ihrer Justierung in den Schlitzen 30 und 31 verschoben werden und mit üblichen Klernmitteln lagefixiert werden können. Die Magneten 27 und 28 sind mit zueinander umgekehrter Polarität angeordnet und können demgemäß von einem stationär im Scheibenumfangsbereich angeordneten Hallgenerator HG bei ihrem Vorbeilauf an demselben ihrer unterschiedlichen Dradstellung nach unterschieden werden, so daß also der Stabmagnet 27 die Nadelpositionierung in der Stellung "Nadel-tief" bewirkt, während der Stabmagnet 28 das Arretieren der Nadel 2 in der "Nadel-hoch" - Position auslöst. Wie in der Fig. 8 gekennzeichnet, wird die Winkelstellung des Stabmagneten 27 als Bezugsstellung für die Magneten 28 und 29 mit 0° bezeichnet und Magnet 28 liegt demgemäß in Drehrichtung der Scheibe 25 gesehen um 240° und Magnet 29 um 280° von 00 entfernt. Entsprechend numeriert werden die Winkelstellungen der Magneten nach ihrer Reihenfolge mit Funktionsstellung FS 1 bis FS 3 bezeichnet. Der Hallgenerator HG ist - wie bekannt - ein Halbleiterplättchen mit den vier Anschlüssen 32, 32', 32" , 32'' für die Zuführung eines Steuerstromes und Abführung der sich einstellenden Hallspannung, die die Auslösung von Steuersignalen für das Stoppen der Nadel in vorbestimmter Stellung - hoch oder tief - mit bekannten Mitteln bewirkt. Der Hallgenerator HG ist auf einem nicht gezeigten, geeigneten Halter vor der Scheibe 25 angeordnet (Fig. 8, rechts), so daß die Magneten 27 und 28 auf der Scheibe 25 den Hallgenerator HG passieren und bei Durchgang eine Hallspannung für die Vorwahl der Nadelendstellung - wie bekannt - erzeugen. Für die Arretierung der Nadel 2 bzw. 2' in ihrer Anpeilposition, d,h., etwa 1 mm über dem Werkstück 9, ist der dritte Stabmagnet 29 vorgesehen. Die Unterscheidung der mit gleicher Polung angeordneten Stabmagneten 28 und 29 durch den Hallgenerator HG geschieht mit üblichen elektronischen Mitteln, z. B. durch einen Impulszähler, der die Reihenfolge des Durchganges bei HG erfaßt. Der zuerst den Hallgenerator HG passierende Stabmagn et 28 mit dem Südpol züm Hallgenerator HG hin gerichtet, löst also demgemäß ein Anhalten der Nadel in der "Nadel-hoch"-Position aus, während der hiernach durchlaufende Magnet 29 das Arretieren der Nadel in der "Anpeilposition" bewirkt.

    [0017] Selbstverständlich können andere Positionierantriebe, die nach anderen Arbeitsprinzipien, z. B. mit Fotozellen und Lichtquellen, operieren, eingesetzt werden, wobei jedoch neben den bekannten beiden Endstellungen der Nadel auch eine Anpeilposition vorgesehen sein muß.

    [0018] Dem Positionierantrieb kann ein Stichzähler zugeordnet sein, so daß weitere Arbeitsabläufe zur Entlastung der Näherin weitgehend selbsttätig ablaufen. So können z. B. nach dem Erreichen der Einstiche O und O (Außen- und Innennaht; Fig. 6) und dem Abschalten der Nadel 2 für die Innennaht der nächstfolgende Normalstich O - 1 oder gegebenenfalls mehrere Normalstiche vor dem Ausgleichsstich bereits selbsttätig mittels Stichzähler 7 genäht werden, worauf die Nähmaschine gestoppt wird und der Ausgleichsstich AS 1 bei Verstellung der Nadel 2 in die Anpeilposition und des Drückerfußes 4 in die Korrekturposition - wie beschrieben - genäht werden kann. Darüberhinaus bietet sich unter Umständen eine weitere Teilautomatisierung an, indem auch die Normalstiche bis O (außen) und 0 ' (innen) (Fig. 6) und auch sonstige Normalstichlängen mit Hilfe des Stichzählers 7 genäht werden, so daß die Näherin im wesentlichen nur noch das Nähen der Ausgleichsstiche AS 1 und AS 2 und das Drehen des Werkstückes 9 um den Eckpunkt EP besorgen muß.

    [0019] Durch die erfinderische Ausbildung der Nähmaschine werden diese beim Benähen der Ecke eines Werkstückes mit Zierstichen notwendigen Handarbeiten sehr erleichtert.

    [0020] Eine weitere Möglichkeit einer Teilautomatisierung besteht durch den Einsatz einer Lichtschranke zwecks Erfassung einer Werkstückkante, wodurch z. B. die genaue Bestimmung des Eckpunktes möglich ist. Die erfindungsgemäß ausgebildete Nähmaschine ist nicht auf eine Zweinadel-Maschinenausführung beschränkt. Das Nähen von Ausgleichsstichen im Eckbereich kann auch bei Einnadel-Ziernahtnähmaschinen erforderlich sein.

    [0021] Die Erfindung ermöglicht es bei relativ wenig Aufwand, einen häufig vorkommenden Nähvorgang zu erleichtern, wobei bereits vorhandene Einrichtungen der Nähmaschine, insbesondere der Positionierantrieb, genutzt werden.


    Ansprüche

    1. Ziernahtnähmaschine, insbesondere Zweinadel-Nähmaschine mit von ihrem Antrieb einzeln abkuppelharen Nadelstangen, mit einer die Stichbildewerkzeuge der Nähmaschine antreibenden ein- und ausrückbaren, mit wenigstens zwei Geschwindigkeiten operierenden Antriebsvorrichtung und in vorbestimmten Endstellungen

    - "Nadel-hoch" - "Nadel-tief" - arretierbaren Nadeln sowie mit einer Drückerfußvorrichtung mit einem in eine obere und eine untere Endstellung verbringbaren Drückerfuß, dadurch gekennzeichnet, daß Verstellmittel vorgesehen sind, die auf die Führungsstangen (3, 5) einer Nadel (2,2') sowie des Drückerfußes (4) einwirken und die Nadel (2,2') in eine - Anpeilposition genannte - und den Drückerfuß (4) in eine

    - Korrekturposition genannte - zwischen den Endstellungen der Nadel (2, 2') bzw. des Drückerfußes (4) gelegene Zwischenstellungen verbringen.


     
    2. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das auf die Nadelstange (3) einer Nadel (2, 2') einwirkende Verstellmittel ein an sich bekannter Positionierantrieb ist.
     
    3. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der die Stellung der Nadeln bestimmende Positionierantrieb mit einer in einer definierten Winkelstellung der Armwelle (8) auslösbaren, die Positionierung der Nadel (2 bzw. 2') in die Anpeilposition bewirkenden Kontaktvorrichtung ausgerüstet ist.
     
    4. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drückerfußvorrichtung mittels eines ersten Druckluftzylinders (20) in ihre Endstellungen verbringbar und daß ein zweiter Druckluftzylinder (2.1) vorgesehen ist, dessen Kolbenstange (23) zwecks Verbringung des Drückerfußes (4) in die Korrekturposition in den Bewegungsweg der Kolbenstange (22) des ersten Druckluftzylinders (20) bewegbar angeordnet ist.
     
    5. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Griffbereich der Näherin angeordneter, mit den Verstellmitteln für eine Nadel (2) und den Drückerfuß (4) verbundener Schalter in Form eines Tasters (6) vorgesehen ist.
     
    6. Ziernahtnähmaschine gemäß den Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Positionierantrieb zwecks selbsttätiger Ausführung einer vorbestimmten Anzahl von Stichen mit anschließendem Stoppen einer Nadel (2) in vorbestimmter Stellung ein Stichzähler (7) zugeordnet ist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht