[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einer Ziernahtnähmaschine, vorzugsweise mit einer Zweinadel-Nähmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Beim Nähen von zwei parallelen Ziernähten längs der Kante eines eckigen Werkstückes
mit einer Nähmaschine der .erwähnten Gattung wird bekanntlich - bei zuvor in geeigneter
Position abgeschalteter Nadel für die Innennaht - bis zum Eckpunkt der Außennaht weitergenäht.
Im Eckpunkt, der der Einstichpunkt für den letzten Stich in bisheriger Nahtrichtung
ist, verharrt die Nadel in ihrer unteren Endstellung ("Nadel tief") , so daß das Werkstück
um die Nadel gedreht und sodann längs des anderen Schenkels des gebildeten Winkels
der Naht weitergenäht werden kann, wobei auch die Nadel für die Innennaht wieder zugeschaltet
wird. Der äußere Eckpunkt befindet sich nur dann in einer stichlängengerechten Position
mit resultierendem idealem Nahtbild, wenn die gewählte Stichlänge gleich dem Abstand
der beiden Nadeln oder gleich einem geradzahligen Bruchteil dieses Abstandes ist.
Meist werden aber - durch Modetrends bedingt - Zierstichlängen gefordert, die die
erwähnte größenmäßige Abhängigkeit vom Nadelabstand nicht erfüllen. In solchen Fällen
ist es notwendig, im Eckpunktbereich Ausgleichsstiche anzubringen, deren Hierzu muß
die Nadel wieder in ihre untere Endstellung ("Nadel tief") gesetzt werden. Der Drückerfuß
senkt auf das Nähgut ab und wird nach der Ausführung des Stiches wieder gelüftet,
wie zuvor erwähnt. Nach dem Drehen des Nähgutes erfolgt nunmehr wenigstens ein Normalstich
in die neu eingeschlagene Nährichtung, worauf der beschriebene Anpeilvorgang und das
geringfügige Lüften des Drückerfußes für einen Ausgleichsstich erneut durchgeführt
werden müssen, damit der erste Einstich der wieder eingeschalteten Innennadel exakt
in der Verlängerung der bisher genähten Innennaht liegt, d.h. , im Eckpunkt des inneren
Nahtverlaufes. Von hier ab werden beide Nähte außen und innen wieder mit zueinander
parallelen Normalstichen bis zur nächsten Ecke fortgesetzt.
[0003] Die geschilderten Vorgänge für das Nähen der Ausgleichsstiche sind zeitraubend und
anstrengend für die Näherin. An dieser Tatsache ändert sich auch nichts durch die
Benutzung einer modernen Ziernahtnähmaschine in industriemäßiger Ausführung mit Positionierantrieb
und zwei umschaltbaren Antriebsdrehzahlen. Die Bedienung einer solchen Nähmaschine
ist für das Nähen von Ecken mit Ausgleichsstich bis heute unzulänglich und umständlich
geblieben.
[0004] Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, eine Ziernahtnähmaschine der
erwähnten Gattung derart auszubilden, daß ihre Bedienung für den Ausgleichsstich im
Eckpunktbereich vereinfacht und verbessert wird.
[0005] Die Erfindung löst die gestellte technische Aufgabe durch die im Anspruch 1 festgehaltenen
Merkmale ; vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung werden in Unteransprüchen
festgehalten. Die beigegebenen Zeichnungen stellen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
dar, welches anschließend in allen Einzelheiten beschrieben wird.
Die Zeichnungen zeigen:
[0006]
Fig. 1 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine im arretierten Zustand in ihren oberen
Endstellungen für den Werkstückwechsel;
Fig. 2 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine im arretierten Zustand in ihren unteren
Endstellungen vor dem Stoffdrehen um die Nadel im Bereich einer Werkstückecke;
Fig. 3 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine beim Stoffdrehen um die Nadel, wobei
der Drückerfuß völlig gelüftet ist;
Fig. 4 Drückerfuß und eine Nadel der Nähmaschine im arretierten Zustand in ihren Anpeil-
bzw. Stoffverschiebestellungen gemäß der erfindungsgemäßen Ausbildung der Nähmaschine;
Fig. 5 ist die Ansicht x der Fig. 4, mit dem zur Verstellung der Nähmaschine in die
Anpeil- bzw. Stoffverschiebestellungen notwendigen Taster in Griffnähe der Näherin;
Fig. 6 ist ein Stichbildschema für das Nähen einer Ecke mit einer Zweinadel-Ziernahtnähmaschine;
Fig. 7 zeigt das Verstellmittel für den Drückerfuß zur Verbringung desselben in die
Korrekturposition;
Fig. 8 zeigt das Verstellmittel für eine Nadel zur Verbringung derselben in die Anpeilposition.
[0007] Mit der Bezugszahl 1 wird eine Ziernahtnähmaschine in industriemäßiger Ausführung
mit bekanntem Positionierantrieb und zwei umschaltbaren Antriebsdrehzahlen bezeichnet,
die - wie in Fig. 5 erkennbar - eine Zweinadelnähmaschine mit wahlweise einzeln abschaltbaren
Nadeln bekannter Ausführung ist.
[0008] Fig. 1 bis 3 zeigen den Drückerfuß 4 und jeweils eine Nadel 2 bzw. 2' der Ziernahtnähmaschine
1 in den verschiedenen, bisher bekannten Positionen
für die verschiedenen Arbeitsphasen beim Nähen. Fig. 1 zeigt den Drückerfuß 4 in gelüfteter
Stellung und die Nadel 2 in der "Nadel-hoch" - Position für das Einlegen eines neuen
bzw. zum Entfernen des fertig genähten Werkstückes. Fig. 2 zeigt die Nadel 2 in ihrer
"Nadel-tief" - Position; der Drückerfuß ist noch auf das Werkstück abgesenkt, wie
es beim Nähen üblich ist. In dieser Nadelposition wird die Ziernahtnähmaschine 1 für
das Drehen des Werkstückes an Eckpunkten angehalten.
[0009] Uni das Werkstück 9 um die Nadel 2 drehen zu können, ist ein Lüften des Drückerfußes
4 erforderlich. Die Kombination Drückerfuß 4 gelüftet - Nadel 2 in "Nadel tief"-Position-
zeigt Fig. 3. Die Fig. 4 und 5 zeigen Drückerfuß sowie Nadel in neuen, zwischen ihren
bisher gezeigten Endstellungen (Fig. 1 bis 3) gelegenen Zwischenstellungen; hierbei
steht die Nadel 2 mit ihrer Spitze praktisch etwa einen Millimeter über der Oberseite
des Werkstückes 9, während der Drückerfuß 4 gerade soweit gelüftet ist, daß sich das
Werkstück 9 frei drehen läßt. Zum Verstellen des Drückerfußes 4 und der Nadel 2 in
die Zwischenstellungen - beim Drückerfuß ''Korrekturposition", bei der N adel "Anpeilposition"
genannt - wirken auf die Nadelstange 3 sowie auf die Drückerfußstange 5 noch näher
erläuterte Verstellmittel ein, die durch die Betätigung des in Fig. 5 sichtbaren,
im unmittelbaren Griffbereich der Näherin gelegenen Tasters 6 in noch näher beschriebener
Weise aktivierbar sind.
[0010] Fig. 6 zeigt ein Nahtbildschema für das Nähen der Ecke eines Werkstückes 9., mit
dessen Hilfe die erfindungsgemäße Ausbildung der Ziernahtnähmaschine 1 erläutert werden
soll. Die Nadeln 2, 2' (Fig. 5) dieser Nähmaschine nähen im Zusammenwirken mit einem
nicht gezeigten Steppstichgreifer üblicher Bauart eine Doppelnaht in angemessenem
Abstand von der Kante des eckigen Werkstückes 9 und die zunächst als Normalstiche
ausgeführten Stiche nähern sich in Nährichtung (Pfeil NR 1) der Ecke des Werkstückes
9. In den Punkten O (außen) sowie O' (innen) wird die Nähmaschine 1 in Nadeltiefstellung
gestoppt, und die Nadel 2' (innen) abgeschaltet. Nunmehr erfolgt, nachdem - wie ebenfalls
bekannt - auf langsamere Drehzahl umgeschaltet worden ist, das Nähen eines weiteren
Normalstiches O - 1 mit der Nadel 2, worauf nunmehr ein kürzerer Ausgleichsstich AS
1 genäht werden soll, bevor das Werkstück 9 im Eckpunkt EP gedreht werden kann. Vom
Punkt 1 aus wird die N adel 2 in die "Anpeilposition" gebracht, damit die Näherin
in der Lage ist, den Eckpunkt EP "anzupeilen", d.h., den nahtgerechten Abstand dieses
Punktes und folglich auch der Außennaht in Nährichtung NR 2 von der waagerechten Kante
des Werkstückes 9 nach Augenmaß zu bestimmen. Für einen solchen Anpeilvorgang ist
weder die übliche "Nadel hoch"- bzw. "Nadel tief" - Position brauchbar, die ein Schätzen
nach Augenmaß erschweren. Ebenso würde der Drückerfuß 4 in gelüfteter Stellung (Fig.
3) den Blick auf die vor dem letzten Normalstich O - 1 gelegene Stelle des Werkstückes
9 erschweren bzw. sogar verhindern. Deshalb wird auch der Drückerfuß 4 in die Korrekturposition
gebracht, worauf ein Ausgleichsstich AS 1 genäht wird, der kürzer als der bisherige
Normalstich sein muß. Nach dem Anpeilen des voraussichtlichen Einstichpunktes für
die Nadel 2 wird nunmehr das Werkstück 9 entgegengesetzt zur Nährichtung NR 1, d.
h. , in bisheriger Stoffvorschubrichtung , durch die Näherin von Hand derart verschoben,
daß der in Aussicht genommene Einstichpunkt nunmehr genau unter der Nadel 2 liegt.
Der in Korrekturposition befindliche Drückerfuß 4 (Fig. 4) läßt ein Verschieben um
diese geringfügige Entfernung zu, die Nadel befindet sich während dieser Verschieb
ung des Werkstückes 9 immer noch in Anpeilposition, behindert also den Verschiebevorgang
nicht. Nunmehr erfolgt der Einstich in den Eckpunkt EP, um den das Werkstück 9 um
90 Grad um die Nadel 2 gedreht wird. Zu diesem Zweck verbleibt die Nadel in der "Nadel
tief" - Position.
[0011] Jetzt erfolgt ein weiterer Normalstich 2 - 3 in die neue Nährichtung (Pfeil NR 2).
Die Nadel 2 positioniert in "Nadel tief" - Position. Jetzt wird die bisher ausg eschaltete
Nadel 2' (innen) wieder eingeschaltet. Anschließend wird erneut ein Ausgleichsstich
AS 2 in ähnlicher Weise wie der Ausgleichsstich AS 1 genäht. Hierzu werden durch Druck
auf den Taster 6 beide Nadeln in die Anpeilposition und nach dem Stoppen des Antriebes
der Drückerfuß 4 in die Korrekturposition gebracht. Beim folgenden Anpeilvorgang wird
das Werkstück 9 von der Näherin von Hand derart verschoben, daß die Nadel 2' (innen)
beim folgenden Einstich in den inneren Eckpunkt 4' und die N adel 2 in den Punkt 4
einsticht. Hierdurch bildet die innere Nadel 2' den Stich O' - 4' . Durch Betätigen
eines Bedienungsorganes, z. B. eines Pedals in Vorwärtsrichtung, wird dieser Stich
ausgeführt und auch die weiteren Normalstiche in Nährichtung NR 2 bis zur nächsten
Ecke genäht.
[0012] Es sind auch andere Kombinationen von Normal- und Ausgleichsstichen möglich; so können
z. B. bei kleinerer Stichlänge, aber ähnlichen Abstandsverhältnissen zwischen Kante-Außennaht-Innennaht,
nach dem Stich 0 (innen und außen) zwei weitere Normalstiche notwendig werden, bis
ein Ausgleichsstich AS 1 zu nähen ist. Auch ergeben sich andere Anordnungsmöglichkeiten
für die Ausgleichsstiche als in diesem Beispiel.
[0013] Fig. 7 zeigt eine pneumatische Verstellvorrichtung für den Drückerfuß 4, die diesen
in die Endstellungen verfährt, jedoch auch die Arretierung desselben in eine Zwischenstellung,
die "Korrekturstellung" (Fig. 4), bewirkt. Der waagerecht angeordnete Haltekloben
10 umfaßt den senkrecht stehenden Druckluftzylinder 20, dessen in Fig. 7 halb ausgefahrene
Kolbenstange 22 gegen die Unterseite der Anschlaglasche 15 des zweiarmigen Schwenkhebels
12 andrückt, welcher um die Achse 14 verschwenkbar gelagert ist. Die Achse 14 ist
am Arm der Ziernahtnähmaschine 1 fest angebracht; dies gilt auch für den Haltekloben
10, der mittels der Schrauben 16 und 17 auch mit dem Arm verbunden ist. Am linken
Ende des Halteklobens 10 ist ein zweiter, senkrecht gerichteter Haltekloben 11 von
gleicher Konstruktion wie der Haltekloben 10 angeschraubt, der einen weiteren Druckluftzylinder
21 festhält, dessen ausfahrende Kolbenstange 23 in den Bewegungsweg der nach oben
schwenkenden Anschlaglasche 15 eintreten kann (Fig. 7), vorausgesetzt, daß sich die
Anschlaglasche 15 noch unterhalb der Bewegungsebene dieser Kolbenstange 23 befindet.
Die Haltekloben 10 und 11 nehmen ihre Druckluft - zylinder 20 und 21 in Bohrungen
auf, in welchen sie durch Zusammenklemmen von Längsschlitzen der Haltekloben mittels
der Klemmschrauben 18 und 19 festgespannt werden. Der Druckluftzylinder 20 ist der
eigentliche Arbeitszylinder für den Drückerfuß 4, dessen Drückerfußstange 5 (Fig.
1-5) mit dem Schwenkhebel 12 über die Verbindungsstange 13 sowie über weitere, nicht
gezeigte Hebel eines Gestänges in bekannter Weise verbunden ist. Durch Ausfahren der
Kolbenstange 22 wird der Schwenkhebel 12 im Uhrzeigersinn verschwenkt und ein Lüften
des Drückerfußes 4 bewirkt, welcher bei nicht betätigtem Druckluftzylinder 21 und
eingefahrener Kolbenstange 23 desselben nunmehr seine obere Endstellung (Fig. 1, 3)
erreicht. Befindet sich jedoch die Kolbenstange 23 in ausgefahrener Stellung (Fig.
7), so wird die totale Lüftung des Drückerfußes 4 verhindert, indem die Kolbenstange
23 die Oberfläche der Anschlaglasche 15 des Schwenkhebels 12 überragt und die weitere
Verschwenkbewegung des Schwenkhebels 12 im Uhrzeigersinn verhindert.. Es stellt sich
die in den Fig. 4, 5 dargestellte Korrekturstellung ein, in welcher - wie bereits
erläutert - eine Verschiebung des Werkstückes 9 ermöglicht wird. Ein Einfahren der
Kolbenstange 22 bewirkt hingegen eine Drehung des Schwenkhebels 12 entgegengesetzt
dem Uhrzeigersinn und der Drückerfuß 4 erreicht nunmehr seine untere Endstellung (Fig.
2), in welcher derselbe mit Andruck auf dem Werkstück 9 aufsetzt. Beim Druck auf dem
Taster 6 (Fig. 5) durch die Näherin, welches vor dem Nähen der Ausgleichsstiche AS
1 und AS 2 geschieht, wird die Nadel 2 - wie noch näher beschrieben wird - in die
Anpeilstellung (Fig. 4, 5) verstellt sowie der Druckluftzylinder 21 beaufschlagt,
worauf die Kolbenstange 23 ausfährt. Hiermit ist die Korrekturstellung des Drückerfußes
4 gewissermaßen vorgewählt und der sich normalerweise zuvor in abgesenkter Position
befindliche Drückerfuß wird durch ein anderes Bedienungsmittel - Pedal oder Kniehebel
- in die Korrekturstellung verbracht, indem die Kolbenstange 22 des Druckluftzylinders
20 ausfährt, jedoch die bereits ausgefahrene Kolbenstange 23 die Weiterverschwenkung
des Hebels 12 mit resultierender Lüftung des Drückerfußes 4 in die obere Endstellung
verhindert wird, wie bereits geschildert wurde. Andere Verstellmittel für den Drückerfuß
4 sind im Rahmen der Erfindung, z. B. durch eine elektromagnetische Drückerfußvorrichtung,
möglich, die für die Einstellung der Korrekturposition über eine entsprechende Zwischenstellung
verfügt.
[0014] Es soll auch ein Verstellmittel für die N adel beschrieben werden. Zur Nadelverstellung
dient üblicherweise ein an sich bekannter Positionierantrieb. In diesem Beispiel finden
für einen solchen Antrieb magnetelektrische Bauelemente Anwendung, die den ebenfalls
bekannten Halleffekt nutzen.
[0015] Fig. 8 zeigt die Grundelemente des Positionierantriebes mit Blick auf den Ständer
der Nähmaschine 1 bei abgenommenem Handrad. Die Armwelle 24 der Nähmaschine 1 treibt
bekanntlich die Stichbildewerkzeuge derselben , also auch die Nadel 2 bzw. 2', an
und das Anhalten einer Nadel in einer vorbestimmten Nadelendstellung ist folglich
durch Erfassung einer entsprechenden Winkelstellung der Armwelle 24 mittels des Positionierantriebes
möglich.
[0016] Die Armwelle 24 dreht die Scheibe 25 entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn. Auf der Scheibe
25 sind die drei Stabmagneten 27, 28 und 29 angeordnet, die zwecks ihrer Justierung
in den Schlitzen 30 und 31 verschoben werden und mit üblichen Klernmitteln lagefixiert
werden können. Die Magneten 27 und 28 sind mit zueinander umgekehrter Polarität angeordnet
und können demgemäß von einem stationär im Scheibenumfangsbereich angeordneten Hallgenerator
HG bei ihrem Vorbeilauf an demselben ihrer unterschiedlichen Dradstellung nach unterschieden
werden, so daß also der Stabmagnet 27 die Nadelpositionierung in der Stellung "Nadel-tief"
bewirkt, während der Stabmagnet 28 das Arretieren der Nadel 2 in der "Nadel-hoch"
- Position auslöst. Wie in der Fig. 8 gekennzeichnet, wird die Winkelstellung des
Stabmagneten 27 als Bezugsstellung für die Magneten 28 und 29 mit 0° bezeichnet und
Magnet 28 liegt demgemäß in Drehrichtung der Scheibe 25 gesehen um 240° und Magnet
29 um 280° von 0
0 entfernt. Entsprechend numeriert werden die Winkelstellungen der Magneten nach ihrer
Reihenfolge mit Funktionsstellung FS 1 bis FS 3 bezeichnet. Der Hallgenerator HG ist
- wie bekannt - ein Halbleiterplättchen mit den vier Anschlüssen 32, 32', 32" , 32''
für die Zuführung eines Steuerstromes und Abführung der sich einstellenden Hallspannung,
die die Auslösung von Steuersignalen für das Stoppen der Nadel in vorbestimmter Stellung
- hoch oder tief - mit bekannten Mitteln bewirkt. Der Hallgenerator HG ist auf einem
nicht gezeigten, geeigneten Halter vor der Scheibe 25 angeordnet (Fig. 8, rechts),
so daß die Magneten 27 und 28 auf der Scheibe 25 den Hallgenerator HG passieren und
bei Durchgang eine Hallspannung für die Vorwahl der Nadelendstellung - wie bekannt
- erzeugen. Für die Arretierung der Nadel 2 bzw. 2' in ihrer Anpeilposition, d,h.,
etwa 1 mm über dem Werkstück 9, ist der dritte Stabmagnet 29 vorgesehen. Die Unterscheidung
der mit gleicher Polung angeordneten Stabmagneten 28 und 29 durch den Hallgenerator
HG geschieht mit üblichen elektronischen Mitteln, z. B. durch einen Impulszähler,
der die Reihenfolge des Durchganges bei HG erfaßt. Der zuerst den Hallgenerator HG
passierende Stabmagn et 28 mit dem Südpol züm Hallgenerator HG hin gerichtet, löst
also demgemäß ein Anhalten der Nadel in der "Nadel-hoch"-Position aus, während der
hiernach durchlaufende Magnet 29 das Arretieren der Nadel in der "Anpeilposition"
bewirkt.
[0017] Selbstverständlich können andere Positionierantriebe, die nach anderen Arbeitsprinzipien,
z. B. mit Fotozellen und Lichtquellen, operieren, eingesetzt werden, wobei jedoch
neben den bekannten beiden Endstellungen der Nadel auch eine Anpeilposition vorgesehen
sein muß.
[0018] Dem Positionierantrieb kann ein Stichzähler zugeordnet sein, so daß weitere Arbeitsabläufe
zur Entlastung der Näherin weitgehend selbsttätig ablaufen. So können z. B. nach dem
Erreichen der Einstiche O und O (Außen- und Innennaht; Fig. 6) und dem Abschalten
der Nadel 2 für die Innennaht der nächstfolgende Normalstich O - 1 oder gegebenenfalls
mehrere Normalstiche vor dem Ausgleichsstich bereits selbsttätig mittels Stichzähler
7 genäht werden, worauf die Nähmaschine gestoppt wird und der Ausgleichsstich AS 1
bei Verstellung der Nadel 2 in die Anpeilposition und des Drückerfußes 4 in die Korrekturposition
- wie beschrieben - genäht werden kann. Darüberhinaus bietet sich unter Umständen
eine weitere Teilautomatisierung an, indem auch die Normalstiche bis O (außen) und
0 ' (innen) (Fig. 6) und auch sonstige Normalstichlängen mit Hilfe des Stichzählers
7 genäht werden, so daß die Näherin im wesentlichen nur noch das Nähen der Ausgleichsstiche
AS 1 und AS 2 und das Drehen des Werkstückes 9 um den Eckpunkt EP besorgen muß.
[0019] Durch die erfinderische Ausbildung der Nähmaschine werden diese beim Benähen der
Ecke eines Werkstückes mit Zierstichen notwendigen Handarbeiten sehr erleichtert.
[0020] Eine weitere Möglichkeit einer Teilautomatisierung besteht durch den Einsatz einer
Lichtschranke zwecks Erfassung einer Werkstückkante, wodurch z. B. die genaue Bestimmung
des Eckpunktes möglich ist. Die erfindungsgemäß ausgebildete Nähmaschine ist nicht
auf eine Zweinadel-Maschinenausführung beschränkt. Das Nähen von Ausgleichsstichen
im Eckbereich kann auch bei Einnadel-Ziernahtnähmaschinen erforderlich sein.
[0021] Die Erfindung ermöglicht es bei relativ wenig Aufwand, einen häufig vorkommenden
Nähvorgang zu erleichtern, wobei bereits vorhandene Einrichtungen der Nähmaschine,
insbesondere der Positionierantrieb, genutzt werden.
1. Ziernahtnähmaschine, insbesondere Zweinadel-Nähmaschine mit von ihrem Antrieb einzeln
abkuppelharen Nadelstangen, mit einer die Stichbildewerkzeuge der Nähmaschine antreibenden
ein- und ausrückbaren, mit wenigstens zwei Geschwindigkeiten operierenden Antriebsvorrichtung
und in vorbestimmten Endstellungen
- "Nadel-hoch" - "Nadel-tief" - arretierbaren Nadeln sowie mit einer Drückerfußvorrichtung
mit einem in eine obere und eine untere Endstellung verbringbaren Drückerfuß, dadurch
gekennzeichnet, daß Verstellmittel vorgesehen sind, die auf die Führungsstangen (3,
5) einer Nadel (2,2') sowie des Drückerfußes (4) einwirken und die Nadel (2,2') in
eine - Anpeilposition genannte - und den Drückerfuß (4) in eine
- Korrekturposition genannte - zwischen den Endstellungen der Nadel (2, 2') bzw. des
Drückerfußes (4) gelegene Zwischenstellungen verbringen.
2. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das auf die Nadelstange
(3) einer Nadel (2, 2') einwirkende Verstellmittel ein an sich bekannter Positionierantrieb
ist.
3. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der die
Stellung der Nadeln bestimmende Positionierantrieb mit einer in einer definierten
Winkelstellung der Armwelle (8) auslösbaren, die Positionierung der Nadel (2 bzw.
2') in die Anpeilposition bewirkenden Kontaktvorrichtung ausgerüstet ist.
4. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drückerfußvorrichtung
mittels eines ersten Druckluftzylinders (20) in ihre Endstellungen verbringbar und
daß ein zweiter Druckluftzylinder (2.1) vorgesehen ist, dessen Kolbenstange (23) zwecks
Verbringung des Drückerfußes (4) in die Korrekturposition in den Bewegungsweg der
Kolbenstange (22) des ersten Druckluftzylinders (20) bewegbar angeordnet ist.
5. Ziernahtnähmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Griffbereich
der Näherin angeordneter, mit den Verstellmitteln für eine Nadel (2) und den Drückerfuß
(4) verbundener Schalter in Form eines Tasters (6) vorgesehen ist.
6. Ziernahtnähmaschine gemäß den Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß
dem Positionierantrieb zwecks selbsttätiger Ausführung einer vorbestimmten Anzahl
von Stichen mit anschließendem Stoppen einer Nadel (2) in vorbestimmter Stellung ein
Stichzähler (7) zugeordnet ist.