[0001] Die Erfindung betrifft ein Universalwalzgerüst mit einem gegenüber dem anstriebsseitigen
ortsfesten Ständer verschiebbarem Ständer zur Anpassung an die Stützlänge der Horizontalwalzen.
[0002] Es ist bekannt, Walzgerüste durch Verschieben eines Walzenständers in Richtung der
Walzenachse auf unterschiedliche Länge der Walzen einzustellen. Man macht dies, um
insbesondere beim Kaliberwalzen von Profilen die aktive Ballenbreite an den Bedarf
anzupassen.
[0003] Auch für Universalwalzgerüste ist es bekannt (De-PS 1 239 650), die Gerüstständer
in Richtung der Horizontalwalzen zu verstellen. Bei dem vorbekannten Universalgerüst
sollen die Ständer primär zwecks Anstellung der Vertikalwalzen von Stich zu Stich
in ihrem Abstand geändert werden. Dieses bekannte Universalgerüst schließt aber auch
die Möglichkeit ein, die Abstandsänderungen der beiden Ständer dazu auszunutzen, Horizontalwalzen
mit verschiedenen Ballenlängen einzubauen, um die teuren, aber hochspezialisierten
Universalwalzgerüste, welche das Walzgut von vier Seiten bearbeiten, auch als normale
Duo-Gerüste verwenden zu können. Die hiermit offenbarte Methode führt allerdings wegen
der großen horizontalen Kräfte, die bei der Universalwalzung aufzunehmen sind, zu
einer sehr aufwendigen und schweren Konstruktion.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, mit sparsamstem Mitteleinsatz ein
Universalgerüst, bei welchem vorzugsweise der nicht antriebsseitige Ständer verschiebbar
ist, für Universal- wie auch für Duo-Walzung so zu gestalten, daß das Gerüst für beide
Walzarten, d. h. für Universal-und Duo-Walzung, optimal steife Druckaufnahmekomponenten
aufweist und außerdem den beim Übergang von der einen auf die andere Walzart unbedingt
notwendigen Walzenwechsel trotz der durch den beweglichen Ständer bedingten Schwierigkeiten
auf einfachste Art und Weise möglich macht.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe sind nach der Erfindung dem jeweiligen Ständerabstand entsprechende
lösbare und an den Ständern befestigte, mit je einer öffnung für den Durchtritt des
Walzgutes versehene Traversen als Träger für die Walzgutführungen vorgesehen. Eine
Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Traversen von gegeneinander gerichteten
Leisten der Ständer abgestützt und mittels Zugbolzen mit den Ständern verspannt sind.
Dadurch, daß die beiden Gerüstständer in Abhängigkeit von der jeweiligen Walzart unterschiedliche
Abstände zueinander haben und die Gerüste durch zwischen den Ständern eingesetzte
Traversen dieses bestimmten Abstandes miteinander verbunden werden, ist gewährleistet,
daß inbesondere auch bei der Universalwalzung mit den dabei auftretenden besonders
großen horizontalen Kräften eine für den Walzbetrieb erforderliche Druck- und Kräfteaufnahme
erreicht ist.
[0006] Da spätestens mit jedem Wechsel von Universal- auf Duo-Walzung oder umgekehrt auch
gleichzeitig ein Walzenwechsel verbunden ist, der durch die Beweglichkeit des Ständers
besondere Probleme aufwirft, ist nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen,
daß die Ausfahrschienen am antriebsseitigen Ständer abgestützt sind und zwischen den
Abstützungen am unteren Querjoch des verschiebbaren Ständers vorgesehene zusätzliche
Gleitflächen aufweisen.
[0007] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Universalgerüstes nach der Erfindung
dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 die Seitenansicht einer vereinfachten Darstellung des Universalgerüstes mit
zwischen den Ständern befestigter Traverse,
Fig. 2 eine Darstellung entsprechend Fig. 1 mit Schnitt durch das Fundament und durch
den Hüttenflur an der Bedienungsseite, und
Fig. 3 eine Darstellung des Universalgerüstes entsprechend Fig. 2 umgerüstet auf Duo-Walzung.
[0008] Das insgesamt mit 1 bezeichnete Universalgerüst besteht aus den beiden Ständern 2,
3, von denen der antriebsseitige Ständer 2 fest auf den Sohlplatten 4 mit Schrauben
5 verschraubt ist, während der Ständer 3 zur Bedienungsseite hin verschiebbar ist.
Zwischen den Ständern 2, 3 ist eine austauschbare Traverse 6 eingesetzt, die die beiden
Ständer miteinander verbindet. Die Traverse 6 besitzt eine öffnung 7 für den Durchtritt
des Walzgutes 8 und ist mittels Zugbolzen 9 hydraulisch mit den Ständern verspannt.
Gleichzeitig dient die Traverse 6 als Träger für die Walzgutführungen 10. Die zwischen
den Ständern 2, 3 verspannte Traverse 6 stützt sich auf die Leisten 11 der Ständer
ab. Sowohl die Horizontalwalzen 12 wie auch die Vertikalwalzen 15 des Universalgerüstes
1 sind mittels Einbaustücken in Fenstern der Ständer 2, 3 gelagert, von denen lediglich
die Einbaustücke 14 der Vertikalwalzen in den Fig. 1 bis 3 gezeigt sind. Der Antrieb
der Horizontalwalzen 12 erfolgt von der Seite des fest mit den Sohlplatten 4 des Fundamentes
15 verbundenen Ständers 12 her über Wellen 16 und Gelenkverbindungen 17, die die Antriebsleistung
von nicht näher dargestellten Motoren weiterleiten.
[0009] An sich bekannte Ausfahrschienen 18 erstrecken sich durch die Fenster der Ständer
2, 3 und sind einmal mit dem unteren Querjoch 19 des antriebsseitigen Ständers 2 und
an der Ausbau- bzw. Bedienungsseite mit dem Fundament 15 verankert. Die Verankerung
kann z. B. an den mit 20 bezeichneten Stellen mittels Schraubverbundungen hergestellt
werden. Zwischen diesen Verankerungsstellen bzw. Abstützungen sind die Ausfahrschienen
18 über den Bereich des Verschiebeweges mit zusätzlichen Gleitflächen 21 versehen,
so daß der Ständer 3 beim Verschieben auf den Gleitflächen 22 der Sohlplatte.4 praktisch
"unter" den Ausfahrschienen 18 hin und her rutscht. Die beim Verschieben des ausbauseitigen
Ständers 3 je nach dessen Stellung zwischen oder neben diesen freiwerdenden Gleitflächen
22 werden durch einklappbare Abdeckungen 23 geschützt. Die Ausfahrschienen 18, eine
nicht weiter dargestellte Ausstoßmechanik und ein eventueller Querverschub für den
Walzensatz bleiben ortsfest, so daß auf der Bedienungsseite des Walzwerkes, wo der
Walzensatz an eine verfahrbare Walzenaufnahme 24 abgegeben werden kann, ein ebener
Hüttenflur vorliegt.
[0010] Beim Wechsel von der Universalwalzung (Fig. 1 und Fig. 2) auf die Duo-Walzung (Fig.
3) wird zunächst der Universalwalzensatz 12, 13 ausgebaut. Dann werden die hydraulisch
verspannten Bolzen 9 entlastet, so daß auch die zwischen den Leisten 11 der Ständer
2, 3 eingesetzte Traverse 6 mit den Walzgutführungen 10 entfernt werden kann. Der
verschiebbare Ständer 3 wird auf der Gleitfläche 22 verschoben, wobei er mit seinem
unteren Querjoch 19 von zusätzlichen Gleitflächen 21 der Ausfahrschienen 18 unterstützt
wird. Sobald der Ständer 3 seinen durch die Ballenlänge der Duowalzen 12a bestimmten
Abstand vom Ständer 2 einnimmt, wird eine in der Breite diesem Abstand entsprechende
Traverse 6a zwischen die Ständer 2, 3 eingesetzt und mit den.Bolzen 9 hydraulisch
verspannt. Auf den ortsfesten Schienen 18 kann jetzt ein bereitgestellter Duowalzensatz
in das Gerüst eingefahren und gelagert werden. Nach dem Kuppeln der Walzenzapfen mit
den Antriebswellen 16 kann der Walzbetrieb im Duoverfahren aufgenommen werden.
1. Universalgerüst mit einem gegenüber dem antriebsseitigen ortsfesten Ständer verschiebbaren
Ständer zur Anpassung an die Stützlänge der Horizontalwalzen, gekennzeichnet durch
dem jeweiligen Ständerabstand entsprechende lösbare und an den Ständern (2, 3) befestigte,
mit je einer öffnung (7) für den Durchtritt des Walzgutes (8) versehene Traversen
(6, 6a) als Träger für die Walzgutführungen (10).
2. Universalwalzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Traversen
(6, 6a) von gegeneinander gerichteten Leisten (11) der Ständer (2, 3) abgestützt und
mittels Zugbolzen (9) mit den Ständern (2, 3) verspannt sind.
3. Universalgerüst mit stationären Ausfahrschienen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ausfahrschienen (18) am antriebsseitigen Ständer (2) und am Fundament (15) abgestützt
sind und zwischen den Abstützungen am unteren Querjoch (19) des verschiebbaren Ständers
(3) vorgesehene zusätzliche Gleitflächen (21) aufweisen.