[0001] Die Erfindung betrifft einen elektrischen Schalter gemäß Gattungsbegriff des Anspruchs
1. Sollen mit einem Schalter niedrige Spannungen und geringe Ströme mit möglichst
kleinem übergangswiderstand geschaltet werden, so muß das Kontaktmaterial aus einem
gut leitenden Werkstoff bestehen. Wird darüberhinaus noch gefordert, daß der niedrige
Übergangswiderstand nicht durch Oxydation oder sonstige Beeinträchtigung der Oberflächeneigenschaft
des Kontaktwerkstoffes erhöht werden darf, so kommen als Kontaktwerkstoff praktisch
nur Edelmetalle, insbesondere Gold, in Frage. Gold ist jedoch ein relativ weicher
Werkstoff, so daß bei solchen Kontakten eine Verschleppung von Kontaktwerkstoff auftreten
kann, insbesondere dann, wenn die Kontaktfedern unter starker Spannung auf den Kontakten
aufliegen. Dies ist vielfach erforderlich,wenn der Schalter eine erschütterungs- und
beschleunigungsfeste Kontaktgabe gewährleisten muß. Wird im Zuge der Kontaktbetätigung
durch die Kontaktfedern Kontaktwerkstoff abgetragen und auf benachbarten Teilen des
Kontaktträgers abgelagert, so verringert sich in unkontrollierbarer Weise der Isolationswiderstand
des Schalters, was in vielen Fällen, insbesondere beim Schalten kleiner Ströme und
Spannungen zu Störungen und Signalverfälschungen führen kann.
[0002] Aufgabe der Erfindung ist es, einen elektrischen Schalter der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei dem trotz der Verwendung relativ weichen Kontaktwerkstoffs und
trotz relativ hohen Kontaktdruckes eine Verringerung des Isolationswider standes durch
Materialverschleppung vermieden ist. Diese Aufgabe wird gelöst durch die im Anspruch
1 gekennzeichnete Erfindung. Dadurch daß hinter dem Kontakt der Isolierstoffträger
zurückgesetzt ist, wird sich in diesem Teil etwaiger Kontaktabrieb sammeln. Da jedoch
bei offenem Schalter die Gegenkontaktfeder nicht auf diesem zurückgesetzten Abschnitt
des Isolierstoffträgers sondern auf einem seitlich hiervon angeordneten erhabenen
Teil aufliegt, auf welchen kein Kontaktwerkstoff verschleppt werden kann, bleibt der
hohe Isolationswiderstand zwischen Kontakt und Gegenkontaktfeder unbeeinträchtigt.
Der Schalter zeichnet sich durch einen einfachen kontruktiven Aufbau und durch hohe
Langzeitzuverlässigkeit aus. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0003] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 in verschiedenenAnsichten und Schnitten in vergrößertem Maßstab den Aufbau
eines einseitig einen Kontakt tragenden Isolierstoffträgers im Zusammenwirken mit
einer drahtförmigen Kontaktfeder;
Fig. 2 in einer den Fig. 1a und 1b entsprechenden Darstellungsweise einen Schalter
mit einem beidseitig Kontakte aufweisenden Isolierstoffträger und einer haarnadelförmig
gebogenen Gegenkontaktfeder;
Fig..3 einen druckbetätigten Mehrfachschiebeschalter, bei dem die Kontaktfedern gehäusefest
und der Isolierstoffträger verschiebbar ist;
Fig. 4 einen mittels einer Welle betätigbaren Mehrfachdrehschalter, bei welchem zwei
im Abstand voneinander angeordnete Kontaktträger gehäusefest angebracht und zwischen
diesen ein beidseitig mit Gegenkontaktfedern ausgestatteter Kontaktfederträger auf
der Schalterachse befestigt ist.
[0004] In Fig. 1a ist der Isolierstoffträger 1 im Schnitt und in Fig. 1d in Draufsicht wiedergegeben.
Er besteht beispielsweise aus Polyamid oder einem glasfaserverstärkenden Kunststoff.
In die Oberseite des Isolierstoffträgers 1 eingelassen, z.B. eingedrückt, ist ein
bügelförmiger flacher Kontakt 2, welcher mit einer nur teilweise dargestellten Gegenkontaktfeder
3 zusammenwirkt. Entweder ist der Isolierstoffträger 1 gehäusefest angeordnet und
die Gegenkontaktfeder 3 in Richtung der Pfeile verschiebbar oder umgekehrt. In der
ausgezogenen Schaltstellung gemäß Fig. 1a und 1b liegt die Gegenkontaktfeder 3 auf
dem Kontakt 2 auf, d.h. der Schalter ist geschlossen. Wird die Kontaktfeder 3 in die
in den Fig. 1a,1c und 1d gestrichelt eingezeichnete Lage gebracht, so ist die Kontaktgabe
unterbrochen. Dabei liegt die Kontaktfeder 3' jetzt auf sich parallel zur Relativbewegung
erstreckenden seitlichen Erhebungen 4 des Isolierstoffträgers 1 auf, wobei Schrägflächen
5 für einen leichten gleitenden Übergang von der Oberfläche des Kontakts 2 auf die
genannten, gegenüber der Kontaktebene geringfügig erhöhten Teile4sorgen. Sollten im
Zuge dieser Bewegung von der Kontaktfeder 3 Metallteilchen von der Oberfläche des
Kontakts 2 abgetragen werden, so lagern sich diese in dem gegenüber der Oberfläche
des Kontakts 2 zurückgesetzten, also tiefer liegenden Abschnitt 6 des Isolierstoffträgers
ab, dessen Breite derjenigen des Kontakts 2 entspricht. Der Kontaktwerkstoff gelangt
also nicht auf die erhabenen Teile 4 des Isolierstoffträgers 1, auf denen die Kontaktfeder
3' aufliegt. Folglich wird der Isolationswiderstand durch eine etwaige Verschleppung
von Kontaktwerkstoff des beispielsweise aus Gold bestehenden Kontakts 2 nicht beeinträchtigt.
Im Bereich neben dem Kontakt 2 ist die Oberfläche 7 des Isolierstoffträgers 1 bis
unter die Oberflächenebene des Kontakts 2 abgesenkt, so daß die Gegenkontaktfeder
3 dort auf dem Kontakt 2 aufliegt.
[0005] Es genügt, wenn abweichend von Fig. 1 und 2 nur auf einer Seite des Kontakts 2 ein
als Kontaktfederauflage dienender Wulst 4 vorgesehen ist.
[0006] Fig. 2 zeigt im Schnitt einen Umschalter mit beiseitig am Isolierstoffträger 11 angebrachten
Kontakten 12, welche mit drei ortsfesten Kontaktfederpaaren 13, 13' und 13" zusammenarbeiten.
Die beiden Kontaktfedern jedes Paares werden durch die Schenkel einer haarnadelförmig
gebogenen Kontaktfeder 17 gebildet, welche in einem metallischen Anschlußblock 18
gehalten ist. Diese Ausführungsform mit Doppelkontakten eignet sich besonders für
Schalter, welche Vibrationen oder Beschleunigungen ausgesetzt sind. Sollte sich hierbei
die Kontaktkraft des einen Kontaktfederschenkels verringern, so wird sich gleichzeitig
die des anderen Kontaktfederschenkels erhöhen, so daß eine sichere Kontaktgabe gewährleistet
bleibt.
[0007] In der aus Fig. 2a ersichtlichen Schaltstellung sind über die Kontakte 12 die Kontaktfederpaare
13 und 13' miteinander verbunden. Wird der Isolierstoffträger 11 in Richtung des Pfeils
19 verschoben, so wird diese Verbindung unterbrochen und stattdessen eine Verbindung
zwischen den Kontaktfederpaaren 13' und 13" hergestellt. Die nicht auf den Kontakten
12 ruhenden Kontaktfederschenkel 13" liegen hier wiederum auf seitlichen, wulstartigen
Erhebungen 14, welche sich parallel zur Verschieberichtung erstrecken und zwischen
sich einen vertieften Abschnitt 16 zur Aufnahme gegebenenfalls abgetragenen Kontaktwerkstoffs
einschließen.
[0008] Fig. 3 zeigt die Anwendung eines solchen schockfesten Schiebeschalters als druckbetätigter
Mehrfachschalter. Hierzu ist in einem dreiteiligen, aus einem hohlzylindrischen Mittelteil
21, einem Deckel 22 und einem Bodenteil 23 bestehenden zylindrischen Gehäuse zwischen
einem Absatz 24 des Mittelteils 21 und dem Deckel 22 eine Ringmembran 25 eingespannt,
welche an einem glockenförmigen Kontaktträger 26 anliegt.
[0009] Der Membranteller 27 verspannt den Innenwulst der Membran 25 mit dem Kontaktträger
26. Wird über die Einlaßöffnungen 28 ein Druckmedium, beispielsweise Luft oder Wasser,
in die Kammer 29 eingeführt, so verschiebt dieses den glockenförmigen Kontaktträger
26 nach unten, sobald die Haltekraft der Kugelsperre 30 überschritten ist. Während
in der gezeigten Ruhestellung der Kontakt 36 die Kontaktfedern37 und 37'verbindet,
führt eine solche Schaltbewegung unter dem Einfluß des Drucks in der Kammer zu einer
Aufhebung dieser Kontaktgabe und stattdessen zu einer elektrischen Verbindung der
Kontaktfederpaare 37' und 37" über den Kontakt 36. Die einzelnen Kontaktfedern sind
auch hier als haarnadelförmige Doppelfedern in je einem metallischen Anschlußstück
38 gehalten und unter Zwischenlage von Isolierscheiben 31 im Schaltergehäuse befestigt.
Anschlußleitungen 32 führen von den einzelnen Anschlußkontakten 38 zu einer Kabeleinführung
33. Wie Fig. 3b zeigt, sind mehrere solcher Schalter über den Umfang des Gehäuses
verteilt vorgesehen, wobei diese Schalter in der oben erwähnten Weise als Arbeitskontakt,
Ruhekontakt oder Umschaltkontakt ausgebildet sein können. Sie werden alle gleichzeitig
mit Hilfe des gemeinsamen Kontaktträgers 26 geschaltet, welcher die als Rechteckstifte
ausgebildeten Isolierstoffträger 35 trägt.
[0010] Fig. 4 zeigt die Ausbildung des Schalters als Drehschalter. Wiederum ist ein aus
einem hohlzylindrischen Mittelteil 41 mit einem Deckel 42 und einem Boden 43 bestehendes
Gehäuse vorhanden, in welchem gehäusefest zwei ringscheibenförmige Kontaktträger 44
und 45 im Abstand voneinander gehalten sind. Die Ausbildung der Kontakte 46, 47 ist
aus Fig. 4c ersichtlich. Zwischen diesen beiden Isolierstoffträgern 44 und 45 ist
auf einem Vierkantprofil 48 der Schalterachse 49 unverdrehbar ein Kontaktfederträger
50 befestigt, welcher bügelförmige Gegenkontaktfedern 51 trägt. In der Schließstellung
des Schalters stellen diese jeweils eine elektrisch leitende Verbindung zwischen den
gehäusefesten Kontakten 46 und 47 her, welche über ein Anschlußkabel 52 mit einem
zu schaltenden Gerät verbunden sind. Die Schalterachse 49 ist einerseits im Deckel
42 und andererseits in einer Lagerbuchse 53 des Gehäusebodens 43 drehbar gelagert.
Auch hier ist durch eine dem anhand von Fig. 1 erläuterten Prinzip entsprechende Ausbildung
der Kontakte, der sich in Umfangsrichtung anschließenden vertieften Abschnitte des
Isolierstoffträgers und der bei offenem Schalter wirksamen Abstützflächen der Isolierstofftärger
41 und 45 dafür gesorgt,daß etwaiger Kontaktabrieb nicht zu einer Verringerung des
Isolationswiderstandes führt.
1. Elektrischer Schalter mit wenigstems einem von einem Isolierstoffträger gehaltenen
Kontakt aus hochleitendem Material, vorzugsweise Edelmetall, und mit wenigstens einer
mit diesem Kontakt zusammenwirkenden Gegenkontaktfeder, welche bei offenem Schalter
auf dem Isolierstoffträger aufliegt, dadurch gekennzeichnet, daß der Isolierstoffträger
(1) in Richtung der Relativbewegung zwischen Kontakt (2) und Gegenkontaktfeder (3)
gesehen, vor und/oder hinter dem Kontakt (2) einen zumindest der Kontaktbreite entsprechenden
Bereich (6) aufweist, dessen Oberfläche tiefer liegt als die Ebene der Kontaktoberseite,
und daß der Isolierstoffträger (1) auf wenigstens einer Seite dieses zurückgesetzten
Bereiches (6) einen sich ebenfalls in Richtung der Relativbewegung erstreckenden,
gegenüber der Kontaktebene zumindest nicht tiefer liegenden Teil (4) aufweist, auf
welchem bei offenem Schalter die Gegenkontaktfeder (3) aufliegt.
2. Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der sich parallel zum zurückgesetzten
Bereich (6) erstreckende Teil (4) des Isolierstoffträgers (1) gegenüber der Ebene
der Kontaktoberseite geringfügig erhöht ist.
3. Schalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich neben dem
Kontakt (2) die Oberfläche (7) des Isolierstoffträgers (1) bis unter die Oberflächenebene
des Kontakts (2) abgesenkt ist.
4. Schalter nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Isolierstoffträger
(11;35) beidseitig mit Kontakten (12;36) versehen ist und die Kontaktfedern (13;37)
durch die Schenkel eines haarnadelförmig gebogenen Kontaktdrahtes (17, 37) oder Kontaktblechs
gebildet sind (Fig. 2 und 3).
5. Schalter nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakte (46,47)
auf zwei sich im Abstand gegenüberstehenden Isolierstoffträgern (44, 45) angebracht
sind und zwischen diesen ein beidseitig mit Kontaktfedern (51) versehender Kontaktfederträger
(50) angeordnet ist (Fig. 4).
6. Schalter nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß in Richtung der Relativbewegung
gesehen, mehrere Kontaktfedern (13,13',13"; 37,37',37"; 51,51') im Abstand hintereinanderliegend
vorgesehen sind (Fig. 2 bis 4).
7. Schalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß er als Schiebeschalter
ausgebildet ist (Fig. 1 bis 3).
8. Schalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß er als Drehschalter
ausgebildet ist (Fig. 4).