[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Flüssigkeitsbehandlung von Fasermaterial und
betrifft beispielsweise das Färben oder Bleichen von Garn in Form von Kreuzspulen
oder Stückware in Form von Rollen oder auch loses Material, das beispielsweise in
gepacktem Zustand behandelt wird, wobei die Erfindung auf eine kürzere Behandlungszeit
als bisher erforderlich abzielt und durch verringerten Aufwand zu Einsparungen führt.
[0002] Es ist bekannt, eine Flüssigkeitsbehandlung von Fasermaterial, beispielsweise Färben
und Bleichen von Textilmaterial,unter Anwendung von Vakuum so durchzuführen, daß das
zu behandelnde Material in einen Behälter eingebracht wird, der Behälter evakuiert
wird und dann die Behandlungsflüssigkeit in vorgewärmtem Zustand in den Behälter eingefüllt
wird, wie es in der DE-PS 19 27 651 und in der entsprechenden US-PS 3 631 691 beschrieben
ist. Da durch die Evakuierung die im Material befindliche Luft größtenteils entfernt
wurde, dringt die Flüssigkeit leichter in das Fasermaterial ein. Während der anschließenden
Behandlungsphase wird dann die Flüssigkeit mittels einer außerhalb des Behälters angeordneten
und mit zwei im Behälter angeordneten Kammern verbundener Pumpe umgewälzt, wobei die
beiden Kammern nur durch das zu behandelnde Fasermaterial hindurch miteinander in
Verbindung stehen, so daß die Behandlungsflotte bzw. Flüssigkeit zwangsweise durch
das Behandlungsgut geleitet wird, damit die Behandlungsflüssigkeit in möglichst innigen
Kontakt mit dem gesamten Fasermaterial tritt. Diese mechanische zwangsgesteuerte Flüssigkeitsströmung
erfordert in erheblichem Umfang mechanische Energie sowie eine kostspielige Vorrichtungsausrüstung
mit einer Pumpe, Rohrleitungen und Ventilen, zumal man festgestellt hat, daß im Interesse
einer größtmöglichen Gleichheit in der Behandlung des Fasermaterials ein mehrmaliger
Wechsel der Strömungseinrichtung durch das Fasermaterial erforderlich ist.
[0003] Die vorgenanntenbekanntenmaßnahmen haben bereits zu einer Verkürzung der Behandlungszeit
geführt. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß das Behandlungsverfahren
weiter verkürzt und ohne Nachteil für den Behandlungserfolg vereinfacht werden kann,
wenn nach dem Evakuieren des Behälters in diesen Behandlungsflüssigkeit eingefüllt
wird und dann durch eine Drucksenkung eine Teilverdampfung der vorgewärmten Behandlungsflüssigkeit
hervorgerufen wird, die eine intensive Flüssigkeitsbewegung verursacht, ohne daß die
Flüssigkeit mechanisch zwangsbewegt werden muß. Eine entsprechende Drucksenkung führt
zu Verdampfungsvorgängen im ganzen Flüssigkeitsvolumen und insbesondere auch der vom
Fasermaterial aufgenommenen Flüssigkeit, wodurch eine die Behandlung beschleunigende
Flüssigkeitsbewegung bzw. -durchmischung erreicht wird.
[0004] Dementsprechend sieht die Erfindung ein Verfahren zur Flüssigkeitsbehandlung von
Fasermaterial, insbesondere zum Färben oder Bleichen von Garn oder textiler Stückware,
vor, bei dem das Fasermaterial in einen Behälter eingebracht wird und die Flüssigkeit
ggf. nach einem Evakuieren des Behälters in vorgewärmtem Zustand in den Behälter eingefüllt
wird, wobei das Fasermaterial imprägniert wird, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
die in den Behälter eingefüllte Flüssigkeit im wesentlichen ohne mechanisch zwangsgesteuerte
Strömung durch örtliche Teilverdampfung bewegt und dadurch zur Einwirkung auf das
Fasermaterial gebracht wird.
[0005] Zweckmäßige Ausgestalungen des Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Die Behandlung bzw. Flüssigkeitseinwirkung kann bei Unterdruck, bei atmosphärischem
Druck oder bei Überdruck (statischer Überdruck im System) erfolgen, so daß die im
Einzelfall gewünschte Behandlungstemperatur eingehalten werden kann.
[0007] Die Teilverdampfung während der Behandlungsphase führt zu einer Senkung der Temperatur
der Behandlungsflüssigkeit. Unter Umständen kann diese Temperatursenkung akzeptiert
werden. Da jedoch beim Veredeln (Färben und Bleichen) trotz vergleichsweise kurzer
Behandlungszeit bereits eine starke Abkühlung der Flüssigkeit auftritt, wird zweckmäßigerweise
der Flüssigkeit eine den Wärmeverlust ausgleichende Wärmemenge zugeführt, was durch
Einleiten kondensierenden Dampfes in die Flüssigkeit geschehen kann, so daß ggf. ohne
äußere Flüssigkeitserwärmung das Verfahren wärmetechnisch reguliert werden kann.
[0008] Das Verfahren kann mit einer einzigen Flüssigkeitsfüllung durchgeführt werden, ggf.
kann das Verfahren jedoch auch wiederholt bzw. mehrfach angewendet werden, indem das
Fasermaterial mit Hilfe der Vakuumpumpe und evtl. zusätzlicher Druckluftzuführung
entwässert wird und eine abermalige Vakuumimprägnierung des Fasermaterials mit der
zurückerhaltenen restlichen Flüssigkeit vorgenommen wird, worauf dann eine weitere
Behandlungsphase bei allmählicher und gleichmäßiger Teilverdampfung der Flüssigkeit
erfolgt. Fallweise kann die Materialentfeuchtung zwischen den beiden Behandlungsphasen
auch entfallen und das Färbeverfahren evtl. durch eine pulsierende Flüssigkeitsbewegung
mittels der vorhandenen Vakuumpumpe unterstützt werden.
[0009] Beim Bleichverfahren kann nach der Vakuumimprägnierung auch eine Aufwärmung des Bleichsubstrates
nach Absaugung des Flüssigkeitsüberschusses auf bekannte Weise mit einer kalten Bleichflotte
und Aufwärmung des imprägnierten Materials mittels eines Luft-Dampfgemisches erfolgen.
[0010] Nach Abschluß des Veredelungsverfahrens kann das Material im Behälter verbleiben
und sehr effektiv durch mechanische Entwässerung mittels der vorhandenen Vakuumpumpe
und mehrmaligem Einsaugen von Wasser in kürzester Zeit gespült werden. Ebenfalls kann
das Fasermaterial im Behälter in kürzester Zeit getrocknet werden, wozu Warmluft und/oder
ein Luft-Dampfgemisch durch das Fasermaterial hindurchgesaugt wird, wie es in den
vorgenannten Patentschriften beschrieben ist.
[0011] Besonders einfach und mit geringem Vorrichtungsaufwand läßt sich färben, wenn alle
erforderlichen Energien nur in Form von Dampf zugeführt werden, der direkt eingeleitet
wird. Auf diese Weise kann sowohl die zur Erwärmung der Flüssigkeit erforderliche
Wärmemenge aufgebracht, durch Nutzung des Dampfdrucks eine den Färbevorgang unterstützende
pulsierende Bewegung der Färbeflotte erreicht und ggf. durch Kondensation des mit
der Färbeflotte im Gleichgewicht stehenden Dampfes eine Drucksenkung erzielt werden,
die ein langsames Weitersieden (Teilverdampfung) der Färbeflotte gewährleistet.
[0012] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens und der entsprechenden Vorrichtung
betreffen folgende Punkte:
- wesentliche Energieeinsparung
- Verbilligung der Vorrichtung
- Einsparung an Behandlungszeit
- größtmögliche Schonung des Fasermaterials wegen kurzer Einwirkungszeit bei minimaler
Flüssigkeitsbewegung und ruhendem Substrat; keine Flusenbildung,keine Schaumbildung,
keine Koagulierungsgefahr; geringer Bleich- und Kochschwund
- erhöhte Gleichmäßigkeit der Behandlungseinwirkung durch Wegfall zwangsgesteuerter
Flüssigkeitsumwälzung.
[0013] Es ist zu berücksichtigen, daß der für den Behandlungserfolg maßgebende innige Kontakt
der Behandlungsflüssigkeit, beispielsweise einer Färbeflotte, mit dem Fasermaterial
durch die Agitation der bei der Teilverdampfung entstehenden und aufsteigenden Dampfblasen
hervorgerufen wird, so daß eine möglichst gleichmäßig über das Fasermaterialvolumen
verteilte Entstehung der Dampfblasen erwünscht ist. Das Entstehen der Dampfblasen
ist jedoch insbesondere von den örtlich vorhandenen Druck- und Temperaturwerten abhängig,
wobei geringe Schwankungen dieser Werte schon im Hinblick auf unterschiedliche Flüssigkeitsstandhöhen
im Behälter bzw. im Fasermaterialvolumen nicht vermieden werden können. Zur weiteren
Verbesserung der Gleichmäßigkeit der Einwirkung der Behandlungsflüssigkeit auf das
Fasermaterial kann es daher von Vorteil sein, wenn das Fasermaterial während der Teilverdampfung
kontinuierlich und langsam im Umlauf durch den Behälter bewegt wird. Dadurch wird
erreicht, daß alle Bereiche des Fasermaterials die Zonen mit unterschiedlich intensiver
Flüssigkeitseinwirkung durchlaufen, so daß im Ergebnis eine besonders gleichmäßige
Behandlung erreicht wird.
[0014] Vorteilhafterweise wird im Falle einer Fasermaterialbewegung der Behälter nur teilweise
mit der Flüssigkeit gefüllt und das Fasermaterial längs einer im wesentlichen senkrechten
Umlaufbahn bewegt, wobei es abwechselnd in die Flüssigkeit eintaucht und aus ihr auftaucht.
Hierbei wird die Umlaufbewegung des Fasermaterials zur Verringerung der erforderlichen
Menge an Behandlungsflüssigkeit ausgenutzt. Daneben ergibt sich aber insbesondere
der Vorteil, daß die primär auf die fortlaufende Flüssigkeitsverdampfung zurückgehende
intensive Einwirkung auf das Fasermaterial durch die Schwerkraftwirkung unterstützt
wird, die nach dem Auftauchen des Fasermaterials aus dem Flüssigkeitsbad auf die innerhalb
des Fasermaterials verbliebene Flüssigkeit wirkt.
[0015] Wenn bei umlaufendem Fasermaterial das behandelte Fasermaterial in an sich bekannter
Weise im Behälter gespült und durch Evakuieren des Behälters und/oder Durchblasen
von Luft entwässert werden soll, ist es von Vorteil, mit nur teilweise vom Spülwasser
gefülltem Behälter zu spülen und gleichzeitig zu entwässern, so daß das Fasermaterial
beim Durchlaufen seiner im wesentlichen senkrechten Umlaufbahn abwechselnd im unteren
Behälterbereich gespült und im oberen Behälterbereich entwässert wird.
[0016] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung, wie sie sich aus den Ansprüchen ergibt.
Mit einer entsprechenden Vorrichtung kann ohne äußere mechanische Zwangsumwälzung
eine intensive Flüssigkeitseinwirkung durch Teilverdampfung bei gleichmäßiger Einwirkung
auf das gesamte Fasermaterial erzielt werden, insbesondere bei einer Ausbildung mit
drehbarem Fasermaterialträger. Dabei kann durch Abstimmung des Drucks im Behandlungsbehälter
einerseits und der Temperatur der Behandlungsflüssigkeit durch Regelung der Dampfzufuhr
andererseits eine langsame und gleichmäßige Teilverdampfung während der Behandlungsdauer
erreicht werden. Insbesondere kann das Verfahren isotherm durchgeführt werden, so
daß mit im wesentlichen gleichbleibenden Temperatur- und Druckverhältnissen im Behandlungsbehälter
gearbeitet werden kann.
[0017] Zweckmäßigerweise ist der Behandlungsbehälter lang gestreckt und mit seiner Längsachse
im wesentlichen waagerecht angeordnet. Hierdurch werden die statischen Druckunterschiede
innerhalb der im Behandlungsbehälter befindlichen Flüssigkeit klein gehalten, und
das vorhandene Behältervolumen läßt sich - insbesondere bei einem um eine waagerechte
Achse drehbaren Materialträger - optimal nutzen.
[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand einer schematischen
Zeichnung erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine erste Vorrichtung zum Behandeln von Fasermaterial mit einem stehenden
Behälter und mehreren feststehenden senkrechten Materialträgern,
Fig. 2 eine zweite Vorrichtung mit einem feststehenden senkrechten Materialträger
für Kreuzspulen, die zugleich für eine pulsierende Flüssigkeitseinwirkung auf das
Fasermaterial vorgesehen ist,
Fig. 3 eine dritte Vorrichtung mit einem liegenden Behandlungsbehälter, in dem ein
drehbarer waagerechter Materialträger angeordnet ist, und
Fig. 4 eine vierte Vorrichtung mit zwei Behältern zum Färben von Kreuzspulen mit dampfgesteuerter
pulsierender Färbeflottenbewegung während der Teilverdampfung.
[0019] Gemäß Fig. 1 ist im unteren Teil des Behälters 1 eine innere Kammer 2 abgegrenzt,
auf deren oberer Umgrenzungswand sich senkrecht angeordnete perforierte Rohre 3 abstützen,
auf die wie angedeutet die zu behandelnden Garnspulen 4 aufgesteckt sind, die dabei
in der äußeren Kammer 5 des Behälters 1 angeordnet sind. Auf diese Weise stehen die
innere Kammer 2 und die äußere Kammer 5 über die perforierten Rohre nur durch das
zu behandelnde Fasermaterial 4 hindurch mitein- ander in Verbindung Eine Leitung 6
verbindet die äußere Kammer 5 mit einer Leitung 7, die mit den Absperrventilen 8 und
c) versehen ist. In entsprechender Weise ist die innere Kammer 2 durch die Leitung
10 an die Leitung 11 mit den Absperrventilen 12 und 13 angeschlossen.
[0020] Die Leitungen 7 und 11 sind mit ihrem linken Ende an eine Leitung 14 angeschlossen,
die über einen Lufterhitzer 19 in eine Leitung 20 übergeht, in welche die Leitungen
7 und 11 mit ihren rechten Enden einmünden. Eine Dampfzuleitung 21 ist über ein Ventil
22 an den Lufterhitzer 19 zur Lieferung der benötigten Wärmeenergie und über ein Ventil
24an die Leitung 20 angeschlossen. An die Leitung 14 ist ferner eine Zufuhrleitung
25 für Druckluft mit einem Absperrventil 26 angeschlossen. Der Lufterhitzer 19 kann
ebenfalls zur Anwärmung des gesamten Systems dienen.
[0021] Die Behandlungsflüssigkeit wird über die Leitung 31 zugeführt, die über die Zweigleitung
32 mit dem Absperrventil 36 an die äußere Behälterkammer 5 und über die Zweigleitung
32 mit dem Absperrventil 37 an die Leitung 10 und damit an die innere Behälterkammer
2 angeschlossen ist.
[0022] In ähnlicher Weise ist eine Evakuierleitung 28, in die eine Vakuumpumpe 29 mit einem
behälterseitig angeordneten Kondensator 30 eingebaut sind, über eine Zweigleitung
34 mit einem Absperrventil 35 an die Leitung 10 und damit an die innere Behälterkammer
2 sowie über eine weitere Zweigleitung 41 mit dem Absperrventil 43 an das obere Ende
der äußeren Behälterkammer 5 angeschlossen. Dort mündet auch das obere Ende der vom
Lufterhitzer 19 ausgehenden Leitung 20, in die vor der Einmündung ein Absperrventil
42 eingebaut ist. Ferner mündet in das obere Ende des Behälters 1 eine Entlüftungsleitung
45 mit einem Absperrventil 44.
[0023] In das obere Ende der äußeren Behälterkammer 5 ragt ein Druckfühler 46, der über
eine Signalleitung 47 an eine Steuereinheit 48 angeschlossen ist. In ähnlicher Weise
ist auch ein Temperaturfühler 49, der im unteren Bereich der perforierten Rohre 3
bzw. des zu behandelnden Fasermaterials 4 angeordnet ist, über eine Signalleitung
50 mit der Steuereinheit 48 verbunden. In die Evakuierleitung 28 ist zwischen der
Vakuumpumpe 29 und der Aufteilung in die Zweigleitungen 34 und 41 ein verstellbares
Drosselventil 51 eingeschaltet, das über eine Steuerleitung 52 zur Einhaltung eines
einem eingegebenem Sollwertentsprechenden Drucks bzw. Unterdrucks, bei dem die gewünschte
Teilverdampfung der Behandlungsflüssigkeit stattfinden kann, eingeregelt wird.
[0024] Unter dem Behälter 1 ist ein Heizmantel 55 angeordnet, in den eine mit der Dampfzuleitung
21 verbundene Dampfleitung 56 mit einem Regelventil 57 mündet. Vom Boden des Heizmantels
55 geht eine Kondensatablaufleitung 58 aus. Alternativ kann die Dampfleitung 56 wie
die Leitung 6 direkt in die äußere Kammer 5 und/oder wie die Leitung 10 direkt in
die innere Kammer 2 führen. Das Regelventil 57 wird über eine Steuerleitung 59 von
der Steuereinheit 48 aus so eingeregelt, daß die im Behälter 1 vorhandene Behandlungsflüssigkeit
im wesentlichen auf einer Sollwerttemperatur gehalten wird, die mit Hilfe des Temperaturfühlers
49 festgestellt wird. Ggf. kann eine entsprechende Erwärmung der Behandlungsflüssigkeit
auch dadurch erfolgen, daß über die Leitung 6 Dampfmengen mit dem benötigten Wärmeeinhalt
in die Behandlungsflüssigkeit eingeleitet werden. Die Zuführung der Wärme zum Ausgleich
der Wärmeverluste insbesondere durch Teilverdampfung von der Unterseite des Behälters
1 her kann in vorteilhafter Weise zu einer im wesentlichen gleichmäßig über das gesamte
Flüssigkeitsvolumen verteilten Dampfbildung beitragen, da auf diese Weise die unteren
Flüssigkeitsschichten, in denen ein etwas höherer statischer Flüssigkeitsdruck herrscht,
auch eine etwas höhere Temperatur aufweisen können, was die Dampfblasenbildung begünstigt.
[0025] Nach der Aufwärmung des Systems und Evakuierung des Behälters 1 wird die Behandlungsflüssigkeit
über die Zweigleitung 32 und/oder 33 in den Behälter 1 eingefüllt, bis die Behandlungsflüssigkeit
das zu behandelnde Fasermaterial 4 vollständig bedeckt. Darauf wird mittels der Vakuumpumpe
29 über die geöffnete Zweigleitung 41 der Druck im Behälter 1 auf einen Wert gesenkt,
der beispielsweise zwischen 0,3 und 0,6 ata beträgt, wobei der vorgesehene Druckwert
mit Hilfe der Steuereinheit 48 eingeregelt wird. Bei diesem Unterdruck, der auf die
Flüssigkeitstemperatur abgestimmt ist, findet eine teilweise Verdampfung der Flüssigkeit
statt, und zwar im wesentlichen in allen Bereichen der von Flüssigkeit durchtränkten
Fasermaterialien bzw. Spulen 4. Die Verdampfung hat eine intensive Bewegung und Durchmischung
der Flüssigkeit zur Folge, wodurch der Veredelungsprozeß beschleunigt wird, der bereits
in wenigen Minuten abgeschlossen sein kann. Zum Ausgleich der Wärmeverluste durch
Teilverdampfung wird der Flüssigkeit im Behälter 1 Wärme zugeführt, was durch eine
mittels des Regelventils 57 in Abhängigkeit von der Temperatur am Fühler 49 geregelte
Zufuhr von Dampf zum Heizmantel 55 und/oder durch direkte Einleitung von Dampf in
die Behandlungsflüssigkeit geschehen kann. Ggf. kann auch durch wechselndes Senken
und Heben des Drucks im Behälter 1 ein Pulsieren der Behandlungsflüssigkeit zur Intensivierung
der Flüssigkeitsverteilung und der gleichmäßigen Einwirkung erreicht werden. Die Flüssigkeit
kann dabei eine Art Schaukelbewegung ausführen, verbunden mit einer partiellen Flottenbewegung,
so daß das Fasermaterial unter dem Flüssigkeitsspiegel im Behälter 1 verbleibt (Teilpulsierung).
[0026] Ggf. kann die Einwirkungsphase unter teilweiser Verdampfung der Flüssigkeit nach
dem Abziehen und Wiedereinleiten der überschüssigen Behandlungsflüssigkeit wiederholt
werden. Ferner kann das Fasermaterial im Behälter 1 intermittierend durch eine mechanische
Entwässerung und eine Vakuumimprägnierung mittels Frischwasser intensiv gespült werden.
Schließlich ist die Vorrichtung so ausgebildet, daß das veredelte Material, insbesondere
Chemiefasermaterial, in kürzester Zeit mittels Durchsaugung von Warmluft und/oder
Luft-Dampfgemisch getrocknet werden kann, wie es aus den eingangs genannten Patentschriften
bekannt ist. Die vorgesehene Leitungsführung in Verbindung mit den jeweiligen Ventilen
schafft die Möglichkeit, alle in Frage kommenden Verfahrensschritte im Behälter 1
durchzuführen. Dabei kann insbesondere bei entsprechender Ventilstellung das Fasermaterial
4 wahlweise von innen nach außen, also von der Kammer 2 zur Kammer 5, oder von außen
nach innen durchströmt werden, also von der Kammer 5 zur Kammer 2.
[0027] Gemäß Fig. 2 ist ein Behälter 70 vorgesehen, der durch einen Boden 71 in die Kammern
72 und 73 unterteilt ist. Durch die Kammer 72 erstreckt sich ein rohrförmiger Materialträger
74, der an seinem oberen Ende in die Kammer 73 mündet und nach unten aus dem Behälter
70 herausgeführt und mit einem Absperrventil 75 versehen ist. Am unteren Ende des
Behälters 70 ist eine Heizkammer 76 gebildet, die durch eine Lochplatte 77 hindurch
mit der Kammer 72 in Verbindung steht. In die Heizkammer 76 mündet eine mit einem
Absperrventil 78 versehene Dampfleitung 79 zum direkten Einleiten von Dampf in den
Behälter 70. Ferner ist eine Dampfleitung 80 mit einem Absperrventil 81 vorgesehen,
die einen Wärmetauscher innerhalb der Heizkammer 76 bildet,so daß dem Behälter 70
auch Dampfwärme zugeführt werden kann, ohne daß der Dampf in den Behälter 70 ausströmt.
[0028] Der Materialträger 74 weist im Bereich der Kammer 72 einen perforierten Abschnitt
auf, auf den Kreuzspulen 82 aufgesteckt sind. In das obere Ende der Kammer 72 münden
eine Druckluftleitung 83 mit einem Absperrventil 84 sowie eine Dampfleitung 85 mit
einem Absperrventil 86. Ferner ist ein Standhöhenanzeiger 87 vorgesehen, der den Flüssigkeitsstand
in der Kammer 72 anzeigt. Angedeutet sind die obere Standhöhe 88 und die untere Standhöhe
89, zwischen denen der Flüssigkeitsspiegel bei einer pulsierenden Einwirkung auf das
Fasermaterial der Kreuzspulen 82 pendelt.
[0029] Die Vakuumpumpe 90 mit vorgeschaltetem Kondensator 91 ist über eine Zweigleitung
92 mit einem Absperrventil 93 an die Kammer 73 sowie über eine parallele Zweigleitung
94 mit einem Absperrventil 95 an das obere Ende der Kammer 72 angeschlossen. In die
Kammer 73 mündet ferner eine Dampfleitung 96 mit einem Absperrventil 97.
[0030] Mit der Vorrichtung gemäß Fig. 2 wird so gearbeitet, daß zuerst eine Vakuumimprägnierung
mit Behandlungsflüssigkeit bei ca. 60
0C erfolgt, die von unten über das zunächst geöffnete Absperrventil 75 zugeführt wird.
Dann erfolgt während einiger Minuten eine fortgesetzte Entlüftung, wobei die restliche
Luft aus dem Fasermateriäl in Blasenform abgeht, da sich die Blasen im Vakuum erweitern.
Dadurch entstehen günstigere Bedingungen für eine Diffusion. Hierauf erfolgt eine
schnelle Aufwärmung durch direkt eingeleit-e-ten Dampf, unterstützt durch eine pulsierende
Flüssigkeitseinwirkung, die dadurch erzielt wird, daß im Wechsel eine positive und
negative Druckdifferenz zwischen den Kammern 72 und 73 erzeugt wird, indem die der
Vakuumpumpe 90 zugeordneten Absperrventile 93 und 95 abwechselnd geöffnet und geschlossen
werden. Gleichzeitig erfolgt wie bereits beschrieben eine Teilverdampfung der Flüssigkeit.
Damit ist eine einwandfreie kurzfristige Färbung ohne Zirkulation der Flotte und bei
stillstehenden Kreuzspulen 82 gewährleistet.
[0031] Wie aus Fig. 3 zu ersehen umfaßt die dritte Vorrichtung einen mit waagerechter Achse
angeordneten langgestreckten zylindrischen Behandlungsbehälter 101 und einen mit senkrechter
Achse angeordneten Flüssigkeitsspeicherbehälter 1
02. Die Behälter 101 und 102 sind durch eine Überströmleitung 103 mit einem Überströmventil
104 miteinander verbunden. In den unteren Bereich des Speicherbehälters 102 mündet
eine Dampfleitung 105 mit einem Dampfventil 106. Vom Boden des Speicherbehälters 102
geht eine Leitung 107 mit einem Ventil 108 aus, die der Füllung des Speicherbehälters
mit der Behandlungsflüssigkeit, beispielsweise einer Färbeflotte, sowie zum Ablaufen
der Behandlungsflüssigkeit dient. Die Überströmleitung 103 ist an die Leitung 107
angeschlossen. Ferner sind am oberen Ende des Speicherbehälters 102 eine Druckluftleitung
109 mit einem Druckluftventil 110 und ein Entlüftungsventil 111 eingezeichnet.
[0032] Der Behandlungsbehälter 101 weist an seinem rechten Ende eine Beschickungsöffnung
auf, die mit einem deckelartigen Verschluß 112 versehen ist. Im Behandlungsbehälter
101 ist ein langgestreckter zylindrischer Träger 113 mit in seiner Umfangsfläche vorgesehenen
Perforationen 114 koaxial und drehbar mittels lagerartigen Unterstützungen 115 und
116 gelagert. Das rechte Ende des Trägers 113 ist duch eine Stirnplatte 117 verschlosssen,
an der ein mit dem Verschluß 112 entfernbares einstellbares Halteteil 118 anliegt,
das den Träger 113 an axialen Verlagerungen hindert. Am linken Ende ist der Träger
113 mit einem äußeren Zahnkranz 119 versehen, mit dem ein Ritzel 120 einer Antriebseinrichtung
121 kämmt, die einen Motor 122 mit einem Getriebe 123, eine Kupplung 124 und eine
Antriebswelle 125 umfaßt, die durch die fest verschlossene Stirnwand des Behandlungsbehälters
101 geführt und gelagert ist sowie das Ritzel 120 trägt.
[0033] Im Behandlungsbehälter 101 ist eine ringförmige Trennwand 126 vorgesehen, die sich
radial zwischen dem Mantel des Behandlungsbehälters und dem Träger 113 erstreckt,
wodurch der Behälter 101 in eine Ablaufkammer 127 am linken Ende des Behälters 101
und in eine Fasermaterialkammer 128 unterteilt ist. Da der Träger 113 an seinem den
Zahnkranz 119 tragenden linken Ende offen ist, bildet das Innere des zylindrischen
Trägers 113 einen zentralen Fortsatz der Ablaufkammer 127. Die Kammern 127 und 128
stehen nur durch die Perforationen 114 des Trägers 113 in Strömungsverbindung miteinander.
[0034] Wie dargestellt ist das zu behandelnde Fasermaterial 129 in Schichten auf den Träger
113 aufgewickelt, und da die Perforationen 114 nur in dem vom Fasermaterial 129 bedeckten
Axialbereich vorgesehen sind, verläuft die Strömungsverbindung zwischen den Kammern
127 und 128 außer durch die Perforationen 114 nur durch das Fasermaterial 129 hindurch.
[0035] Die Überströmleitung 103 mit dem Überströmventil 104 mündet wie dargestellt an der
Unterseite des Behälters 101 in die Fasermaterialkammer 128. Die Überströmleitung
103 ist aber auch über eine Zweigleitung 130 mit einem Ventil 131 mit der Ablaufkammer
127 verbunden.
[0036] Ferner mündet eine Spülwasserleitung 132 mit einem Spülventil 133 an der Behälterunterseite
in die Fasermaterialkammer 128. Auch ist eine vom unteren Ende der Ablaufkammer 127
ausgehende gesonderte Ablaufleitung 134 mit einem Ablaufventil 135 vorgesehen.
[0037] Ferner ist dem Behandlungsbehälter 101 eine Vakuumpumpe 136 zugeordnet, die über
eine Saugleitung 137 mit einem Saugventil 138 an die Ablaufkammer 127 angeschlossen
ist. Die Saugleitung 127 ist über eine Hilfssaugleitung 139 mit einem Hilfssaugventil
140 auch mit der Fasermaterialkammer 128 verbunden. Zwischen der Abzweigung der Hilfssaugleitung
139 und der Vakuumpumpe 136 sind in die Saugleitung 137 ein Wärmeaustauscher 141 mit
einer ein Ventil 142 aufweisenden Wärmetauscherschlange 143 sowie ein Drosselventil
144 eingeschaltet, das den von der Vakuumpumpe 136 bestimmten Druck in der Ablaufkammer
127 auf einen gewünschten Wert einregelt.
[0038] Ferner mündet in die Fasermaterialkammer 128 an der Oberseite des Behälters eine
Luftleitung 145 mit einem Luftventil 146. Durch diese Luftleitung 145 kann ggf. vorgewärmte
Druckluft eingeleitet werden. Außerdem sind am Behälter 101 im Bereich der Fasermaterialkammer
128 ein Entlüftungsventil 147 sowie eine Entleerungsleitung 148 mit einem Entleerungsventil
149 angeschlossen.
[0039] Zur Steuerung der Vorrichtung, die ggf. auch teilweise von Hand vorgenommen werden
kann, ist eine Steuereinheit 150 vorgesehen. Wie schematisch angedeutet ist die Steuereinheit
150 über Signalleitungen mit einem Temperaturfühler 151 im Behandlungsbehälter 101
und mit einem Temperaturfühler 152 im Speicherbehälter 102 sowie mit einem Flüssigkeitsstandhöhenfühler
153 und einem Druckfühler 154 in der Ablaufkammer 127 verbunden. Ferner gehen von
der Steuereinheit 150 Steuerleitungen aus, die der Übersichtlichkeit wegen nicht zu
allen zu betätigenden Ventilen sondern nur zum Drosselventil 144 sowie zum Überströmventil
104 bzw. zum Dampfventil 106 eingezeichnet sind. Diese dargestellten Steuerleitungen
dienen der Regelung des Drucks und der Temperatur der Flüssigkeit während ihrer Teilverdampfung.
[0040] Nachfolgend wird die Betriebsweise der Vorrichtung erläutert: Zu Beginn des Verfahrens
ist die Behandlungsflüssigkeit (Färbeflotte)im Speicherbehälter 102 eingefüllt. Die
Ventile 104, 108, 131, 133, 140 und 146 sind geschlossen, wie in Fig. 3 angedeutet.
Die Färbeflotte wird durch Dampfzufuhr auf beispielsweise 135
0C erwärmt und auf einen Druck von 3 bar gebracht. Die Vakuumpumpe 36 saugt Luft aus
dem Behandlungsbehälter 101 sowie aus dem auf, Träger 113 befindlichen Fasermaterial
129. Dabei wird ein Vakuum von beispielsweise 80 % im Behandlungsbehälter 101 erzeugt.
Gleichzeitig wird der Träger 114 mit dem Fasermaterial 129 mittels der Antriebseinrichtung121
langsam gedreht, beispielsweise mit ein bis zwei Umdrehungen pro Minute.
[0041] In der zweiten Stufe wird das Überströmventil 104 geöffnet, so daß die Färbeflotte
in den Behandlungsbehälter 101 strömt. Infolge der Druckverhältnisse strömt die Färbeflotte
schnell in beispielsweise nur 100 Sekunden zum Behandlungsbehälter und dringt durch
das Fasermaterial 129 und die Perforationen 114 hindurch in die Ablaufkammer 127 ein.
Der Druck im Speicherbehälter 102 wird weiterhin auf 3 bar gehalten, und eingleich
hoher Druckwert herrscht in der Fasermaterial- kam:ner 128 außerhalb des Fasermaterials
129. Infolge der Vakuumpumpe 136 und der entsprechenden Regelung des Drosselventils
144 wird in der Ablaufkammer 127 ein niedrigerer Druck von beispielsweise etwa 2,9
bar aufrecht erhalten. Dieser Druckunterschied zeigt sich in unterschiedlichen Standhöhen
in der Ablaufkammer 127 und in der Fasermaterialkammer 128. Der Träger 113 wird weiterhin
kontinuierlich gedreht. Ggf. kann eine Umkehrung der Durchströmungsrichtung vorgenommen
werden, indem an Stelle der Ventile 104 und 138 die Ventile 131 und 140 geöffnet werden.
Eine pulsierende Durchströmung, bei der beispielsweise die Ventile 104 und 138 20
Sekunden lang und die Ventile 131 und 140 zehn Sekunden lang geöffnet werden,kann
ggf. zweckmäßig sein.
[0042] Dann wird zum Beispiel isotherm gefärbt. Dabei wird der Träger 113 beispielsweise
mit zwei bis drei Umdrehungen pro Minute gedreht. Das Dampfventil 106 ist teilweise
geöffnet, damit Dampf in einer solchen Menge eingeleitet wird, daß die vorgesehene
Färbetemperatur von beispielsweise 135
0C aufrecht erhalten bleibt. Diese Temperatur herrscht auch innerhalb des Fasermaterials
129. Hierbei siedet die Färbeflotte, wobei sie mit einer vergleichsweise großen Diffusionsgeschwindigkeit
in das Fasermaterial eindringt. Aus der Ablaufkammer 127 wird Wasserdampf bei etwa
2,9 bar und 133°C abgezogen. Im Wärmeaustauscher 141 beträgt der Druck etwa 2,85 bis
2,90 bar. Dieser Färbevorgang unter kontinuierlichem Sieden der Färbeflotte erfolgt
während einer Zeitdauer von 5 bis 10 Minuten oder mehr.
[0043] Fakultativ kann der Färbevorgang bei allmählich sinkendem Druck und sinkender Temperatur
durchgeführt werden. Dabei sind die Ventile 104 und 138 geschlossen, und das Hilfssaugventil
140 ist geöffnet. Dieser Färbevorgang kann 5 bis 10 Minuten oder länger durchgeführt
werden. Zweckmäßigerweise kann darauf hingewirkt werden, daß in kurzen Abständen beispielsweise
von einer Minute eine gleichmäßige Temperatur in jeder Fasermaterialschicht gewährleistet
ist. Selbstverständlich wird auch während dieses Verfahrensschritts der Träger 113
mit dem Fasermaterial 129 gedreht.
[0044] Die nächste Verfahrensstufe betrifft das Ablaufen der heißen Färbeflotte. Dabei sind
sowohl das Saugventil 138 wie das Hilfssaugventil 140 geschlossen, jedoch sind die
Ventile 104, 108 und 131 geöffnet. Bei Temperaturen unter 100°C wird auch das Luftventil
146 geöffnet.
[0045] Die letzte Verfahrensstufe bilden das Spülen und Entwässern des Fasermaterials im
Behandlungsbehälter 101. Dabei sind die Ventile 133, 138 und 146 geöffnet, wobei das
Spülwasser nur im unteren Bereich des Behälters steht, während durch den oberen Bereich
Luft gesaugt wird. Der Träger 113 mit dem Fasermaterial 129 wird auch hierbei weitergedreht,
so daß das Fasermaterial mit seinen in Umfangsrichtung hintereinander angeordneten
Abschnitten abwechselnd gespült und entwässert wird. Dabei kann auch Spülwasser mittels
der Vakuumpumpe 136 abgeführt werden. Ein schnelles Entleeren der Spülflüssigkeit
erfolgt bei geöffneten Ventilen 104, 131 und 146. Eine kurze Extraktion der Feuchtigkeit
aus dem Fasermaterial 129 erfolgt dann dadurch, daß nur die Ventile 138 und 146 geöffnet
sind.
[0046] Gemäß Fig. 4 umfaßt die vierte Vorrichtung einen Behandlungsbehälter 160, der wie
der Behälter 1 gemäß Fig. 1 in eine innere Kammer 161 und eine äußere Kammer 162 unterteilt
ist, in der perforierte Träger 163 für Kreuzspulen 164 angeordnet sind, sowie einen
Flüssigkeitsbehälter 165. Die beiden Behälter 160 und 165 sind an ihren unteren Enden
durch eine Flüssigkeitsleitung 166 mit einem Ventil 167 miteinander verbunden. Die
Flüssigkeitsleitung 166 mündet wie dargestellt direkt in die innere Kammer 161, ist
aber über eine Zweigleitung 168 mit einem Ventil 169 auch mit der äußeren Kammer 162
des Behälters 160 verbunden. In die Flüssigkeitsleitung 166 mündet auf der dem Flüssigkeitsbehälter
165 zugeordneten Seite des Ventils 167 eine Zu- und Ablaufleitung 170 mit einem Ventil
171.
[0047] Die beiden Behälter 160 und 165 sind in ihrem oberen Bereich durch eine Dampfleitung
172 mit Ventilen 173 und 174 sowie durch eine Evakuierleitung 175 mit Ventilen 176
und 177 miteinander verbunden. Eine Dampfzuleitung 178 führt über ein Ventil 179 in
den unteren Bereich des Flüssigkeitsbehälters 165 sowie über ein Regelventil 180 zum
zwischen den Ventilen 173 und 174 angeordneten mittleren Abschnitt der Dampfleitung
172.
[0048] An den mittleren Abschnitt der Evakuierleitung 175 zwischen den Ventilen 176 und
177 ist eine Leitung 181 angeschlossen, in die zunächst ein Kondensator 182 mit einem
Regelventil 183 und dahinter eine Vakuumpumpe 184 eingebaut sind.
[0049] Mit dieser Vorrichtung kann wie folgt gearbeitet werden: Zunächst wird bei geschlossenem
Ventil 167 und geöffnetem Ventil 171 die Färbeflotte über die Leitung 170 in den Flüssigkeitsbehälter
165 eingeführt, worauf das Ventil 171 wieder geschlossen wird und die Flotte im Behälter
165 dadurch auf die gewünschte Temperatur gebracht wird, daß durch das geöffnete Ventil
179 heißer Dampf in die Flüssigkeit eingeleitet wird. Nach dem Öffnen des Ventils
167 strömt die Flüssigkeit durch die Flüssigkeitsleitung 166 in den mit zu färbenden
Kreuzspulen 164 beschickten Behandlungsbehälter 160. Zur Vermeidung eines Gegendrucks
im Behälter 160 wird das Ventil 176 geöffnet. Nachdem der Flüssigkeitsspiegel im Behandlungsbehälter
160 bis über die Kreuzspulen 164 angestiegen ist, wird die Färbeflotte im Behandlungsbehälter
160 dadurch zum langsamen Kochen gebracht, daß der Behälterdruck allmählich gesenkt
wird, was auch ohne Zuhilfenahme der Vakuumpumpe 184 allein mit dein Kondensator 182
und dem Regelventil 183 möglich ist. Die Einwirkung der Flotte auf das Fasermaterial
der Kreuzspulen 164 wird durch das Entstehen und Aufsteigen der Dampfblasen innerhalb
der Flotte und die damit verbundene Durchmischung der Flotte intensiviert. Des weiteren
wird der Färbevorgang dadurch beschleunigt, daß die Ventile 173 und 174 in der Dampfleitung
172 wechselweise kurzzeitig geöffnet bzw. geschlossen werden, so daß der Flotte im
Behandlungsbehälter 160 eine pulsierende Bewegung erteilt wird.
[0050] Die Vorrichtung bietet die Möglichkeit, bei entsprechender Ventilstellung und unter
Nutzung des Drucks des in der Leitung 178 vorhandenen Wasserdampfes sowie ggf. der
Saugwirkung der Vakuumpumpe 184 das Färbeverfahren mehrstufig durchzuführen, indem
die Färbeflotte aus dem Behandlungsbehälter 160 durch die Flüssigkeitsleitung 166
in den Flüssigkeitsbehälter 165 zurückgeführt wird, um dann das vorbeschribene Verfahren
zu wiederholen. Eine vollständige Entleerung des Behandlungsbehälters 160 wird durch
Öffnen des Ventils 169 in der Zweigleitung 168 erreicht. Nach Beendigung des Färbevorganges
kann die Flotte auch über die Leitung 170 ganz abgezogen werden.
1. Verfahren zur Flüssigkeitsbehandlung von Fasermaterial, insbesondere zum Färben
oder Bleichen von Garn oder textiler Stückware, bei dem das Fasermaterial in einen
Behälter eingebracht wird und die Flüssigkeit ggf. nach einem Evakuieren des Behälters
in vorgewärmtem Zustand in den Behälter eingefüllt wird, wobei das Fasermaterial imprägniert
wird, dadurch gekennzeichnet , daß die in den Behälter eingefüllte Flüssigkeit im
wesentlichen ohne mechanisch zwangsgesteuerte Strömung durch örtliche Teilverdampfung
bewegt und dadurch zur Einwirkung auf das Fasermaterial gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , . daß die Teilverdampfung durch
eine kontrollierte Drucksenkung im Behälter gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß die Drucksenkung im Behälter
durch Kondensation von dem Behälter entnommenen Dampf erzielt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet , daß die in den Behälter
eingefüllte Flüssigkeit vor ihrer durch Drucksenkung bewirkten Teilverdampfung unter
Überdruck gesetzt und auf über 100 C erwärmt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß die in
den Behälter eingefüllte Flüssigkeit während der Teilverdampfung in einem die Abkühlung
durch die Teilverdampfung im wesentlichen ausgleichenden Maß erwärmt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die in den Behälter eingefüllte
Flüssigkeit durch Einleitung und Kondensation von Dampf erwärmt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß der in
den Behälter eingefüllten Flüssigkeit während ihrer Teilverdampfung bzw. Einwirkung
auf das Fasermaterial auch eine pulsierende Bewegung erteilt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die pulsierende Bewegung
durch stoßweises Einleiten von Dampf erzielt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet , daß das Fasermaterial
während der Teilverdampfung kontinuierlich und langsam im Umlauf durch den Behälter
bewegt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß der Behälter nur teilweise
mit der Flüssigkeit gefüllt und das Fasermaterial längs einer im wesentlichen senkrechten
Umlaufbahn bewegt wird, wobei es abwechselnd in die Flüssigkeit eintaucht und aus
ihr auftaucht.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, bei dem zwischen oder am Ende der Flüssigkeitsbehandlung
die Flüssigkeit aus dem Behälter abgezogen und das behandelte Fasermaterial im Behälter
gespült und durch Evakuieren des Behälters und/oder Durchblasen von Luft entwässert
wird, dadurch gekennzeichnet , daß mit nur teilweise vom Spülwasser gefülltem Behälter
gespült und gleichzeitig entwässert wird, so daß das Fasermaterial beim Durchlaufen
seiner im wesentlichen senkrechten Umlaufbahn abwechselnd im unteren Behälterbereich
gespült und im oberen Behälterbereich entwässert wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem das Fasermaterial nach der
Leerung des Behälters von überschüssiger Flüssigkeit im Behälter getrocknet wird,
dadurch gekennzeichnet , daß das Fasermaterial durch Evakuieren des Behälters zuerst
mechanisch entfeuchtet und dann mittels Durchsaugen von Warmluft getrocknet wird.
13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 12, mit
einem Behälter, in dem ein Träger für das Fasermaterial angeordnet ist, mit einem
Behälteranschluß für die Behandlungsflüssigkeit, mit einer Heizeinrichtung zum Aufwärmen
des Behälterinhalts, mit einer Druckeinrichtung zum Aufbau eines Behälterdrucks und
mit einer Einrichtung zur kontrollierten Senkung des Behälterdrucks, dadurch gekennzeichnet
, daß die Einrichtung zur kontrollierten Änderung des Behälterdrucks eine Vakuumpumpe
(29) ist, der ein Druckregler(51) zur Einstellung des Drucks in Behälter (1) zugeordnet
ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet , daß der Druckregler (51)
ein Ventilorgan aufweist, das den Behälter (1) mit änderbarem Durchströmquerschnitt
mit der Vakuumpumpe (29) verbindet.
15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 12, mit
einem Behälter, in dem ein Träger für das Fasermaterial angeordnet ist, mit einem
Behälteranschluß für die Behandlungsflüssigkeit, mit einer Heizeinrichtung zum Aufwärmen
des Behälterinhalts, mit einer Druckeinrichtung zum Aufbau eines Behälterdrucks und
mit einer Einrichtung zur kontrollierten Senkung des Behälterdrucks, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizeinrichtung und die Druckeinrichtung von einer in den Behälter (160 bzw.
165) mündenden Dampfzuleitung (178) mit einem Regelventil (179 bzw.180) gebildet sind
und daß die Einrichtung zur kontrollierten Senkung des Behälterdrucks von einem an
das obere Behälterende angeschlossenen Kondensator (182) gebildet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet , daß dem Kondensator (182)
eine Vakuumpumpe (184) nachgeschaltet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16 mit einem im Behälter angeordneten
perforierten Träger für das Fasermaterial, der die Fasermaterialkammer und eine Ablaufkammer
innerhalb des Behälters, die mit der Vakuumpumpe verbunden ist, voneinander abgrenzt
und mittels seiner durchströmbaren Perforationen miteinander verbindet, dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (113) für das Fasermaterial (129) mit im wesentlichen waagerechter
Achse drehbar im langgestreckten Behandlungsbehälter (101) gelagert ist und daß eine
Antriebseinrichtung (121) zum Rotieren des Trägers (113) vorgesehen ist.