[0001] Die Erfindung betrifft eine Flammenzünd- und überwachungsvorrichtung, bestehend aus
einer Zündflammendüse mit Deflektor und im Bereich von deren Austrittsöffnung angeordneter
Zündkerze und Thermoelement. Unter "Deflektor" wird im folgenden eine Haube, Kappe
oder dergleichen oberhalb der Austrittsöffnung der Zündflammendüse verstanden, durch
die die Zündflammengase in eine gwünschte Richtung oder Richtungen abgelenkt werden.
Die aus der Düse austretenden Flammenzündgase werden mittels der elektrischen Zündkerze
gezündet und die dadurch entfachte Pilotflamme entzündet die eigentlichen Brennergase.
Damit die Zündflamme ständig brennt, ist als überwachungsorgan bei bekannten Zünd-
und Sicherungsvorrichtungen für Gasbrenner ein Thermoelement vorgesehen, das von der
Zündflamme bei normalem Betrieb erhitzt wird. Erlischt die Zündflamme, dann kühlt
sich das Thermoelement ab und schaltet über ein Bimetall ein Sicherungsventil, das
die weitere Zufuhr von Gas zu den Gasbrennern unterbindet. Dazu ist das Thermoelement
mittels einer Halterung in der Nähe der Pilotflamme befestigt. Vielfach ist bei den
bekannten Flammenzünd- und überwachungsvorrichtungen nicht sichergestellt, daß das
Thermoelement gegen Sekundärabstrahlung aus der Gasbrennerflamme geschützt ist. Damit
kann beim Ausfall der Zündflamme der Fall eintreten, daß durch diese Sekundärbestrahlung
der Gaszufluß zu den Gasbrennern durch das Thermoelement nicht gestoppt wird, sondern
die Gasbrenner weiter brennen, obwohl die Zündflamme erloschen ist.
[0002] Ein weiterer Nachteil bekannter Flammenzünd- und überwachungseinrichtungen besteht
darin, daß sie nicht auf Sauerstoffmangel ansprechen. Bei Sauerstoffmangel steigt
der C0
2-Gehalt in den Flammengasen und führt zu einem Abreißen der Flamme. In diesem Fall
soll die Überwachungseinrichtung ebenfalls ansprechen und bis zur Neueinstellung der
Brenner die Gaszufuhr unterbrechen.
[0003] Flammenzünd- und überwachungsvorrichtungen gewinnen immer größere Bedeutung im Bereich
der Gasverbrauchseinrichtungen. Dies ergibt sich einesteils aus dem fortschreitenden
Einsatz von Erdgas und durch Kohleverflüssigung gewonnenem Gas und andererseits aus
der steigenden Notwendigkeit, Verbraucher vor den Gefahren unverbrannt austretender
Gase zu schützen. Dies gibt Veranlassung nach Lösungen zu suchen, die vollständiger,
sicherer und verläßlicher, dabei aber preiswerter eine Überwachung der Zündflammen
sowohl bei deren Erlöschen als auch bei eintretendem Sauerstoffmangel und dadurch
hervorgerufener unvollständiger Verbrennung ermöglichen.
[0004] Die bei den bekannten Flammenzünd- und Überwachungsvorrichtungen verwendeten Deflektoren
bestehen aus Metall, insbesondere Stahl. Derartige Deflektoren wirken sich jedoch
nachteilig auf die Zündung und Sicherung, hauptsächlich auf die Sauerstoffmangelsicherung,
aus. Durch den Flammenkontakt erhitzen sich die metallischen Deflektoren. Diese Wärme
gelangt durch Wärmeleitung zur Halterung und zur Düse, wodurch sich der Gasdurchflußquerschnitt
ändert und eine Nachregulierung, meist über einen bimetallgesteuerten Schieber, zur
Anpassung an die veränderten Verhältnisse erfolgen muß.
[0005] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, diesen Nachteil zu vermeiden
und sicherzustellen, daß das beim Erlöschen der Zündflamme die Gaszufuhr zu den Brennern
unterbrechende Thermoelement auch als Sauerstoffmangelsicherung wirkt.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß der Deflektor aus
feuerfestem keramischen Material besteht. Da keramisches Material ein schlechter Wärmeleiter
ist, wird bei der erfindungsgemäßen Ausbildung der Flammenzünd- und Überwachungsvorrichtung
mit einem keramischen Deflektor verhindert, daß sich der Düsenquerschnitt der Zündflammendüse
ändert und nachgestellt werden muß. Außerdem ist keramisches Material dauerhafter,
oxidiert und verkohlt nicht, so daß eine erfindungsgemäß mit keramischem Deflektor
ausgestattete Flammenzünd-und Überwachungsvorrichtung eine längere Lebensdauer hat.
Bisher wurde die Haltbarkeit der gesamten Zünd- und Überwachungsvorrichtung mit von
der Lebensdauer des Deflektors bestimmt.
[0007] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist vorgesehen,
daß Führungskanäle für die in verschiedene Richtungen aus dem Deflektor ausströmenden
Zündflammenteilströme im Deflektor derart ausgeformt sind, daß der auf das Thermoelement
gerichtete Teilstrom gegenüber dem C0
2-Gehalt des Zündflammengases derart sensibel ist, daß die Flamme bei Sauerstoffmangel
das Thermoelement nicht mehr beheizt, mindestens ein weiterer Teilstrom aber eine
stabil weiterbrennende Flamme erzeugt. Bei auftretendem Sauerstoffmangel erlischt
die das Thermoelement beheizende Flamme, die durch einen Teilstrom des Flammenzündgases
gespeist wird, oder reißt ab. Das erkaltende Thermoelement schaltet dann die Gaszufuhr
zu den Brennern ab. Währenddessen verbrennt das in der Zufuhrleitung zu der Flammenzünddüse
befindliche Gas in einer stabilen Flamme, die durch einen oder mehrere andere Teilströme
gespeist werden, solange weiter, bis sämtliches Gas verbrannt ist. Dadurch wird verhindert,
daß bei Neuzündung eine Verpuffung entsteht.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Flammenzünd- und Überwachungsvorrichtung
soll der Deflektor ferner so geformt sein, daß Zündflammen auf verschiedenen Ebenen
austreten, wobei es bevorzugt wird, daß die auf das Thermoelement gerichtete Zündflamme
auf einer niedrigeren Ebene aus dem Deflektor austritt als die Brennergaszündflammen.
Hierdurch wird nämlich erreicht, daß das Thermoelement durch Wärmeabstrahlung aus
den Brennergasen geschützt wird und nur auf die durch den auf ihn gerichteten Teilstrom
des Zündflammengases anspricht, so daß sichergestellt ist, daß die Gaszufuhr sowohl
unterbrochen wird, wenn die Zündflamme erlischt.als auch wenn Sauerstoffmangel auftritt.
[0009] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Flammenzünd-
und Überwachungsvorrichtung soll an der von den Flammenzündgasen angeströmten Unterseite
des Deflektors eine Prallfläche gebildet sein, von der mindestens eine gewölbte aufwärts
geneigte Abströmmulde für die Brennergaszündflammen und mindestens eine annähernd
waagerecht verlaufende Strömungsmulde für die auf das Thermoelement gerichtete Zündflamme
abzweigen. Das in den gewölbten aufwärts geneigten Abströmmulden strömende Zündgas
bildet dabei auch dann eine stabile Flamme, wenn sich die Gaszufuhrmenge verringert.
Demgegenüber erlischt die Flamme in dem annähernd waagerecht verlaufenden Strömungskanal
oder der -mulde bei auftretendem Sauerstoffmangel sehr rasch, so daß durch das erkaltende
Thermoelement die Gaszufuhr gestoppt wird. Da das keramische Material des Deflektors
sehr gut formbar ist, können alle möglichen beliebigen Formen von Strömungsmulden
oder -kanälen vorgesehen werden.
[0010] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Flammenzünd-
und überwachungsvorrichtung soll die Zündelektrode im Deflektor eingebaut sein. Dabei
soll die Anordnung insbesondere derart getroffen sein, daß der Zündfunke im Innern
des Deflektors entsteht. Während bei den bekannten Vorrichtungen die Elektrodenspitze
während des Betriebs ständig der Pilotflamme ausgesetzt ist, sich dabei die Oxydation
abnutzt und durch Ankohlung verschmutzt, ist bei der erfindungsgemäßen Anordnung die
Elektrode im Deflektor isoliert, geschützt gegen Wärmestrahlungen und verschmutzungssicher
untergebracht. Da das keramische Material des Deflektors elektrisch isolierende Eigenschaften
hat, kann auf eine besondere Isolierung der Elektrodenspitze verzichtet werden. Durch
den Wegfall der Zündkerzenisolierung kann ein weiterer Kostenvorteil erzielt werden.
[0011] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Zünd- und
überwachungsvorrichtung soll der Deflektor in einer Halterung aus einem Material von
geringer Wärmeleitfähigkeit eingebaut sein, und an der Halterung sollen Schilde zum
Schutz der Zündflammendüse gegen Wärmestrahlung angebracht sein. Diese Schilde können
durch ausgestanzte und ausgeklappte Abschnitte der Seitenwandungen der Halterung erzeugt
sein.
[0012] Im folgenden werden noch einmal die Vorteile der erfindungsgemäßen Flammenzünd- und
überwachungsvorrichtung zusammenfassend aufgeführt:
- Erhöhung der Lebensdauer durch Fertigung des Deflektors aus feuerfestem keramischen Material,
- leichte Ausformbarkeit der Flammenzündgaskanäle oder -mulden im Deflektor,
- Schutz des Thermoelements gegen Sekundärstrahlung und Sicherung von dessen jederzeitiger
Funktionsfähigkeit,
- Gewährleistung einer Sicherung nicht nur beim Erlöschen der Zündflamme sondern auch
bei Auftreten von Sauerstoffmangel,
- Sicherung des vollständigen Abbrennens der in der Flammenzündgaszufuhrleitung befindlichen
Gase nach Unterbrechung der Gaszufuhr durch das Thermoelement,
- Schutz der Zündkerze durch Einbau in den Deflektor,
- Verzicht auf eine Zündkerzenisolierung, deren Rolle das Deflektormaterial übernimmt,
- Schutz der Zündgasdüse gegen Wärmestrahlung durch Anbringung von Strahlungsschilden
an der Halterung.
[0013] Anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele wird die Zeichnung
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Flammenzünd- und Überwachungsvorrichtung herkömmlicher Bauart in
teilweise geschnittener Ansicht und
Fig. 2 in Draufsicht,
Fig. 3 ist eine perspektivische Ansicht des Deflektors aus feuerfestem Material gemäß
der Erfindung,
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht des in einer Halterung eingebauten Deflektors,
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht des Deflektors mit eingebauter Zündelektrode und
Fig. 6 eine Schnittansicht des in Fig. 5 dargestellten Deflektors.
[0014] Gleiche Teile in den Zeichnungen sind mit denselben Bezugsziffern versehen.
[0015] Bei der bekannten Flammenzünd- und Überwachungsvorrichtung gemäß Fig. 1 und 2 sind
auf einem Befestigungsblech 1 der Deflektor 2 in seiner Halterung 3, und die in der
Düsenhalterung 4 befestigte Düse 5, das Thermoelement 6 und die Zündelektrode 7 mittels
einer Feder 8 montiert. Der Deflektor 2 leitet die aus der Düse 4 ausströmenden Gase
durch einen Kanal 14 in Richtung auf das Thermoelement 6 und Zündelektrode 7 zu in
waagerechte Richtung um. Durch die Zündelektrode 7 werden die Gase entzündet. Solange
die Flammen brennen und das ihnen ausgesetzte Thermoelement 6 aufheizen, bleibt die
Gaszufuhr aufrechterhalten. Reißt die Flamme ab oder erlischt sie, kühlt das Thermoelement
6 ab und schaltet thermoelektrisch die Gaszufuhr ab, was den Stillstand des Zünd-
und der Gasbrenner zur Folge hat.
[0016] Die in den Fig. 3 bis 6 dargestellte erfindungsgemäße Flammenzünd- und Überwachungsvorrichtung
mit einem Deflektor 2 aus keramischem Material ist so mit Strömungskanälen bzw. -mulden
ausgeführt, daß mindestens zwei Gasteilströme gebildet werden. Der aus der Zündflammendüse
5 austretende Gasstrahl trifft auf eine Prallfläche 9 an der Unterseite des Deflektors
2 und teilt sich dann in drei Teilströme, von denen zwei in Richtung der Pfeile 10,
10a bzw. 11, 11a über gewölbte schräg aufwärts gerichtete Mulden 15 nach oben zur
Zündung der aus dem Gasbrennern 12, 12a austretenden Gase strömen und der dritte Teilstrom
in Richtung des Pfeils 13 in annähernd waagerechte Richtung durch die Mulde 14 auf
das Thermoelement 6 strömt (Fig.. 3 und 5).
[0017] Durch die in dem Deflektor 2 eingesetzte Zündkerze 7 werden die Zündflammengase beim
Auftreffen auf die Prallfläche 9 entzündet (Fig. 5 und 6).
[0018] Wie Fig. 4 zeigt, ist der Deflektor 2 in einer Halterung 3 aus Blech eingesetzt,
aus deren Seitenwandungen Strahlungsschilde 18, 19 zum Schutz der Düse 5 ausgeklinkt
sind, die eine Öffnung 20 zum Durchtritt der Zündgase bilden.
[0019] Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Flammzünd- und überwachungseinrichtung ist
folgendermaßen:
Die Düse 5 wird mit einem Gas bestimmten Drucks von einer bekannten Vorrichtung gespeist.
Der Gasstrahl 16 trifft im Punkt 9 auf den Deflektor 2 und verteilt sich im gezeigten
Falle hier in drei Richtungen, in zwei 10, 10a; 11, 11a zur Zuendung der Gase der.Brenner
12, 12a und eine 13 für die überwachungsflamme, welche zur Beheizung des Thermoelements
6 bestimmt ist. Der Zündfunke der Zündkerzen 7 (siehe Fig. 6) entzündet das Gas, welches
durch den Kanal 14 strömt, und auch. die seitlichen Gasteilströme lo, 10a; 11, 11a.
Das Thermoelement 6 wird somit beheizt und der gesicherte Gashahn, der damit verbunden
ist, gibt Gas frei für die Brenner 12, 12a, welche von den Flammen 10, 10a; 11, 11a
entzündet werden.
[0020] Sobald der C0
2-Gehalt der Luft zunimmt, hebt sich die Flamme 13 immer mehr ab, bis das Thermoelement
6 nicht mehr genügend beheizt wird und das Sicherheitsventil zur Schließung der Gaszufuhr
betätigt. Gleichzeitig brennen die Flammen 10, 10a; 11, 11a unabhängig weiter, da
sie aufgrund der gewählten Kanalformung eine größere Flammenstabilität besitzen, und
halten die Flammen der Brenner 12, 12a wach. Diese Flammen vermindern somit die Bildung
von Kohlenoxyd, welches sich gewöhnlich beim Abheben der Flammen bildet, und verbrauchen
alle restlichen Spuren von Gas in den Zuleitungsrohren und Brennern während der Schließphase.
1. Flammenzünd- und Überwachungsvorrichtung, bestehend aus einer Zündflammendüse mit
Deflektor und im Bereich von deren Austrittsöffnung angeordneter Zündkerze und Thermoelement,
dadurch gekennzeichnet , daß der Deflektor (2) aus feuerfestem keramischen Material
besteht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß Führungskanäle (14, 15)
für die in verschiedene Richtungen aus dem Deflektor (2) ausströmenden Zündflammenteilströme
im Deflektor (2) derart ausgeformt sind, daß der auf das Thermoelement (6) gerichtete
Teilstrom (13) gegenüber dem C02-Gehalt des Zündflammengases derart sensibel ist, daß die Flamme bei Sauerstoffmangel
das Thermoelement (6) nicht mehr beheizt, mindestens ein weiterer Teilstrom (10, 11)
aber eine stabil weiterbrennende Flamme erzeugt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß der Deflektor (2) so
geformt ist, daß Zündflammen (10, 11; 13) auf verschiedenen Ebenen austreten.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß die auf das Thermoelement
(6) gerichtete Zündflamme (13) auf einer niedrigeren Ebene aus dem Deflektor (2) austritt
als die Brennergaszündflammen (10, 11).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß an der
von den Flammenzündgasen angeströmten Unterseite des Deflektors (2) eine Prallfläche
(9) gebildet ist, von der mindestens eine gewölbte aufwärts geneigte Abströmmulde
(15) für die Brennergaszündflammen (10, 11) und mindestens eine annähernd waagerecht
verlaufende Strömungsmulde (14) für die auf das Thermoelement (6) gerichtete Zündflamme
(13) abzweigen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die
Zündelektrode (7) im Deflektor (2) eingebaut ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß der Zündfunke im Innern
des Deflektors (2) entsteht.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß der
Deflektor (2) in einer Halterung (3) aus einem Material von geringer Wärmeleitfähigkeit
eingebaut ist und an der Halterung (3) Schilde (18, 19) zum Schutz der Zündflammendüse
(5) gegen. Wärmestrahlung angebracht sind.