[0001] Die Erfindung betrifft neue Lipopeptide der Formel

worin R, und R
2 je einen gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen oder gemischt aliphatischcycloaliphatischen,
gegebenenfalls auch durch Sauerstoffunktionen substituierten, Kohlenwasserstoffrest
mit 11-21 C-Atomen, R
3 Wasserstoff oder den Rest R
1―CO―O―CH
2― wo R, die gleiche Bedeutung hat, und X eine peptidisch gebundene natürliche aliphatische
Aminosäure mit freier, veresterter oder amidierter Carboxylgruppe, oder eine Aminosäurensequenz
von 2-10 natürlichen aliphatischen Aminosäuren, deren terminale Carboxylgruppe in
freier, veresterter oder amidierter Form vorliegt, bedeuten, wobei die mit
* bzw.
** bezeichneten Asymmetrie-Zentren die absolute R- bzw. S- oder R-Konfiguration besitzen,
und gegebenenfalls Gemische der an den C
**-Atomen epimeren R- und S-Verbindungen, und gegebenenfalls Salze und Komplexe dieser
Verbindungen, sowie Verfahren zu ihrer synthetischen Herstellung, und pharmazeutische
Präparate enthaltend einen oder mehrere dieser Lipopeptide zusammen mit einem pharmazeutischen
Trägermaterial und gegebenenfalls zusammen mit anderen pharmazeutischen Verbindungen.
[0002] Lipopeptide sind als Abbau-Fragmente von Lipoproteinen bereits beschrieben worden.
So haben z.B. Hantke und Braun (Eur. J. Biochem. 34, 284-296 (1973) aus dem Murein-Lipoprotein
der äusseren Zellwand von Escherichia coli durch enzymatische Degradation Lipopeptide
bzw. Lipopeptidgemische in unreiner Form isolieren können, denen gemäss ihren Untersuchungen
die folgende Struktur

oder entsprechende Formeln mit verkürzter Polypeptid-Kette zukommen dürfte, wobei
Y" Y
2, Y
3 Acylreste verschiedener höherer gesättigter und ungesättigter Fettsäuren, wie etwa
solcher mit 14-19 C-Atomen und anderer, darstellen. Dieselbe Struktur liegt auch dem
Murein-Protein als solchem zugrunde (loc.cit.), wobei die absolute Konfiguration an
den beiden asymmetrischen Kohlenstoffatomen der obigen Formel nicht untersucht wurde.
Sowohl das Murein-Lipoprotein wie seine genannten Abbauprodukte zeigen in vitro eine
mitogene Wirkung gegenüber Mäuse-Lymphocyten. [Vgl. auch Z. Immun.-Forschung, Vol.
153, pp. 11-22 (1977)].
[0003] Wie ersichtlich, liegt den aus Mureinprotein erhaltenen Abbau-Lipopeptiden das "Glyzerylcystein"

zugrunde. Als Produkte einer enzymatischen Spaltung von Naturprodukten waren diese
Fragmente keine in ihrer Zusammensetzung wohl definierten Produkte und stellten offensichtlich
komplizierte Gemische von Kondensationsprodukten aus dem genannten Peptidanteil und
sehr verschiedenen Acylderivaten des Glyzerylcysteins dar.
[0004] Die Lipopeptide der vorliegenden Anmeldung unterscheiden sich nun von den genannten
Abbauprodukten von Murein-Proteinen in mancherlei Hinsicht: sie stellen Lipopeptide
von genau definierter einheitlicher chemischer Konstitution und Konfiguration dar,
die synthetisch zugänglich sind und sich daher für eine therapeutische Anwendung eignen;
die von ihnen gebildete Gruppe umfasst Verbindungen, in denen anstelle des Glyzerinanteils
im "Glyzerylcystein" der Rest des Erythrits tritt und/oder solche, in denen eine andere
Aminosäurensequenz als die oben für die bekannten Degradations-Lipopeptide-Gemische
in Formel (11) angegebene, oder an deren Stelle auch nur eine einzige Aminosäure vorhanden
ist, und schliesslich auch Derivate, wie Amide und Ester der terminalen Carboxylgruppe.
[0005] In den Acylresten R,CO, R
2C0 in den Verbindungen der Formel und ihren Derivaten sind R
i und R
2 gesättigte oder ungesättigte, aliphatische oder aliphatisch-cycloaliphatische, gegebenenfalls
auch durch Sauerstoffunktionen substituierte, Kohlenwasserstoffreste mit 11-21 C-Atomen,
d.h. die Acylreste leiten sich von gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen oder
cycloaliphatischen, gegebenenfalls im Kohlenwasserstoffrest oxygenierten Carbonsäuren
mit 12-22, vorzugsweise mit 14-18, C-Atomen ab. Als solche sind die gesättigten oder
ungesättigten Fettsäuren zu nennen, wie Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Margarinsäure, Stearinsäure, Arachinsäure, Oelsäure, Elaidinsäure, Linolsäure, a-
und ß-Eläostearinsäure, Stearolsäure, a-Linolensäure, ferner unter den cycloaliphatisch-aliphatischen
z.B. die Dihydrosterkulsäure, Malvalsäure, Hydnocarpussäure, und Chaulmoograsäure.
Oxygenierte Säuren dieses Typus, welche ebenfalls für die Acylreste R,CO und R
2CO in Betracht kommen, sind z.B. die durch Epoxydierung der oben genannten olefinischen
Fettsäuren und. cycloaliphatisch-aliphatischen Säuren sich ergebenden, z.B. die δ,i-Epoxystearinsäure,
ferner Derivate der oben genannten Säuren, die z.B. eine oder mehrere Hydroxygruppen
aufweisen, wie z.B. die Ricinolsäure.
[0006] In den Verbindungen der Formel (I) bzw. ihren Diastereomeren-Gemischen und ihren
Salzen oder Komplexen können die Gruppen R, und R
2 miteinander identisch oder voneinander verschieden sein. Bevorzugt sind Verbindungen,
in denen alle drei bzw. vier Acylreste gleich sind und unter diesen insbesondere solche,
in denen diese den Palmitoyl-, Stearoyl- oder Oleoylrest bedeuten.
[0007] Die Peptidsequenz X in den Verbindungen der Formel (I) bzw. in deren Salzen setzt
sich aus maximal 10 natürlichen aliphatischen Aminosäuren zusammen, wobei vorzugsweise
mindestens die Hälfte eine hydrophile Gruppe tragen, wie insbesondere Hydroxy-, Amino,
Carboxyl-, Carbamid-, Guanidino-oder Imidazolylgruppen. Von den ionischen Aminosäuren
dieser Kategorie seien unter den saure Gruppen tragenden insbesondere die Asparagin-
und Glutamin- und die Oxyglutaminsäure hervorgehoben, unter den basische Gruppen tragenden
das Lysin, das Ornithin, das Arginin und das Histidin. Aminosäuren mit neutralem Charakter
sind besonders die Amide, wie das Asparagin, das Glutamin.und die Hydroxygruppen tragenden,
in erster Linie Serin und Threonin.
[0008] Stellt X in Formel (I) die genannte Aminosäure dar, so ist sie ebenfalls z.B. eine
der genannten hydrophile Gruppen tragenden, z.B. insbesondere Serin oder Threonin.
[0009] Unter den Aminosäuren, die in die obige Sequenz eingehen können und die keine hydrophilen
Gruppen tragen, sind vor allem die unsubstituierten zu erwähnen, wie z.B. Glycin,
Alanin, Valin, Norvalin, Leucin, Isoleucin, sodann aber auch einige substituierte,
die nicht-hydrophilen Charakter haben, wie Methionin.
[0010] Die Reihenfolge der genannten Aminosäuren in der Peptidkette X kann beiliebig sein,
jedoch sind solche Sequenzen bevorzugt, in denen sämtliche Aminosäuren mit hydrophilen
Gruppen direkt aneinander gebunden sind, und unter diesen wiederum diejenigen, in
welchen diese Sequenz der hydrophilen Aminosäuren an die Carboxylgruppe des Cysteins
im Triacyl-Glyzerylcystein bzw. Tetraacyl-Erythritylcystein-Teil gebunden ist.
[0011] Eine wichtige Gruppe [Gruppe I] von Lipopeptiden gemäss der vorliegenden Erfindung
sind solche, in denen die Peptidkette X aus maximal 5 Aminosäuren besteht. Unter diesen
sind insbesondere solche der Formel

worin R,, R
2 die gleichen Bedeutungen besitzen und X die für Formel (I) gegebene Bedeutung hat,
aber im Falle der Aminosäurensequenz 2-5 Aminosäuren aufweist, in welcher vorzugsweise
mindestens die Hälfte eine hydrophile Gruppe tragen, sowie ihre Salze und Komplexe.
Unter diesen Lipopeptiden seien jene hervorgehoben, deren Aminosäurensequenz in der
Gruppe X derjenigen der obengenannten durch Abbau von Murein-Lipoprotein erhaltenen
Lipopeptide d.h. solcher der Formel (II), oder einer sich davon ableitenden verkürzten
Kette entspricht. Es seien insbesondere folgende Lipopeptid-Typen erwähnt.
(AcGCT=Acyl-Glyzerylcystein-Teil gemäss Formel IV):
AcGCT-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH
AcGCT-Ser-Ser-Asn-Ala-OH
AcGCT-Ser-Ser-Asn-OH
AcGCT-Ser-Ser-OH,
sodann die entsprechenden Typen, in welchen Threonin, Glutamin oder Asparagin das
Serin ersetzen; ferner die Verbindungstypen der Art:
AcGCT-Ser-Ser-Asn-Ala-G lu-OH
AcGCT-Ser-Ser-Phe-Ala-Glu-OH
AcGCT-Ser-Ser-Phe-Ala-OH
AcGCT-Ser-Ser-Phe-OH
und die entsprechenden mit Threonin, Glutamin oder Asparagin als Austauschaminosäuren
für Serin, und die Amide und Carbonsäureester mit terminaler Carbamid- bzw. Estergruppe,
wobei in erster Linie die Verbindungen in Betracht zu ziehen sind, in denen die Acylreste
R,-CO, R
2―CO im Acyl-Glyzerylcystein-Teil gleich sind und Palmitoyl, Stearoyl oder Oleoyl darstellen,
und alle diejenigen, in denen R,-CO und R
2―CO verschieden sind und z.B. Palmitoyl, Stearoyl oder Oleoyl bedeuten, und diese
Reste in beliebiger Kombination und/oder Variation vorkommen, wie die in der folgenden
Tabelle angeführten, wobei der Glyzerylcystein-teil entsprechend den N- und O-Acylsubstituenten
als N-Acyl-0-0-di-Acyl-Cys abgekürzt geschrieben ist:
N-Palmitoyl-O.O-di-Palmitoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH
N-Palmitoyl-0.0-di-Palmitoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-OH
N-Palmitoyl-0.0-di-Palmitoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-OH
N-Palmitoyl-0.0-di-Palmitoyl-Cys-Ser-Ser-OH
N-Palmitoyl-0.0-di-Palmitoyl-Cys-Ser-OH
N-Stearoyl-O.O-di-Stearoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH
N-Stearoyl-O.O-di-Stearoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-OH
N-Stearoyl-O.O-di-Stearoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-OH
N-Stearoyl-0.0-di-Stearoyl-Cys-Ser-Ser-OH
N-Stearoyl-O.O-di-Stearoyl-Cys-Ser-OH
N-Oleoyl-O.O-di-Oleoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH
N-Oleoyl-O.O-di-Oleoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-OH
N-Oleoyl-O.O-di-Oleoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-OH
N-Oleoyl-0.0-di-Oleoyl-Cys-Ser-Ser-OH
N-Oleoyl-O.O-di-Oleoyl-Cys-Ser-OH
N-Lauroyl-0.0-di-Lauroyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH
N-Lauroyl-0.0-di-Lauroyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-OH
N-Lauroyl-O.O-di-Lauroyl-Cys-Ser-Ser-Asn-OH
N- Lauroyl-O.O-di-Lauroyl-Cys-Ser-Ser-OH
N-Lauroyl-O.O-di-Lauroyl-Cys-Ser-OH
ferner die Verbindungen, die sich aus der Substitution des Serins durch Threonin,
Glutaminsäure, Glutamin, Asparaginsäure oder Asparagin, aus der Substitution des Lysins
durch Glutaminsäure, und solche, die sich aus der gleichzeitigen Substitution von
Lysin durch Glutaminsäure und Asparagin durch Phenylalanin ergeben.
[0012] Unter den Verbindungen mit verschiedenen Acylresten an N- und O-Atomen im glyzerylcystein-Rest,
sind die folgenden hervorzugheben:
N-Myristoyl-O.O-di-Palmitoyl-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH
N-Lauroyl-O.O-di-Palmotoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH
N-Stearoyl-O.O-di-Palmitoyl-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Ala-OH
und die sich durch Ersatz von Ser durch Phe oder von Phe durch Ser ergebenden Verbindungen.
[0013] Eine zweite Gruppe von Verbindungen [Gruppe II] gemäss der Erfindung sind Verbindungen
entsprechend der obigen Formel IV, in denen jedoch die Konfiguration am C
**-Atom S statt R ist, und die Gemische der R- und S-Diastereomeren, wie sie z.B. bei
der synthetischen Darstellung anfallen können. Spezifische Typen und Verbindungen
entsprechen auch in dieser Gruppe den oben für die "R"-Gruppe (Formel IV) besonders
hervorgehobenen.
[0014] Eine dritte Gruppe [Gruppe III] der neuen Lipopeptide umfasst die Verbindungen gemäss
Formel (IV), in denen jedoch X eine Aminosäurensequenz mit 6-10 Aminosäuren darstellt,
wobei die ersten 5 vorzugsweise die oben bereits hervorgehobenen Sequenzen darstellen.
Die Aminosäuren 6-10 können beliebige der oben erwähnten natürlichen sein, wie insbesondere
Serin, Asparagin, Alanin, Glutaminsäure, Lysin, Phenylalanin, und etwa in folgenden
Sequenzen vorkommen:
lle-Asp-Glu-OH
Asp-Glu-OH
Spezifische Verbindungen sind z.B.
N-Stearoyl-S-[2(R),3-Dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-lle-Asp-Glu-OH
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-Dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-A)a-Glu-Ile-Asp-Glu-OH
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-Ile-Asp-Glu-OH.
Es können erfindungsgemäss auch entsprechende Verbindungen dieses Typs mit der S-Konfiguration
am C
**-Atom hergestellt werden, sowie Diastereomerengemische von S- und R-Verbindungen.
[0015] Eine vierte Gruppe [Gruppe IV] der Lipopeptide gemäss der Erfindung umfasst Verbindungen
der Formel (I) worin R
3 den Rest R
1―CO―O―CH
2― darstellt, in welchen die Konfiguration an den C
**- Atomen eine beliebige ist, insbesondere auch Diastereomerengemische. Untergruppen
sind Verbindungen der Formel

insbesondere solche mit R-Konfiguration an den C
**-Atomen, worin X die für Formel (IV) angegebene Bedeutung besitzt. Die Acylreste R,-CO-
und R
2-CO- sind vorzugsweise dieselben und vor allem wiederum Palmitoyl, Stearoyl oder Oleoyl;
sie können aber wie oben für die anderen Gruppen besprochen. in allen Kombinationen
und/oder Variationen vorhanden sein.
[0016] Bevorzugte Typen und Verbindungen dieser Klasse sind wiederum solche, in denen X
die oben spezifizierten Bedeutungen haben.
[0017] Auch für diese Gruppe ist vorzugsweise X eine Aminosäure oder eine Sequenz von 2-5
Aminosäuren, insbesondere eine der oben für die anderen drei Gruppen von Lipopeptiden
als bevorzugt bezeichneten. X kann aber auch eine der für die dritte Gruppe der Lipopeptide
der vorliegenden Anmeldung beschriebenen Aminosäurensequenzen mit 6-10 Aminosäuren,
insbesondere die für jene Gruppe spezifisch erwähnten, darstellen.
[0018] Spezifische Verbindungen sind z.B. die sich aus der obigen für spezifische Verbindungen
der Gruppe I zusammengestellte Tabelle ergebenden, wenn in ihnen N-Acyl-0-0-di-Acyl-Cys
nicht wie dort den Glyzerylcysteinanteil, sondern den Erythritylcystein-Rest bedeutet,
und die sich durch Substitution des Serins durch Threonin, Glutaminsäure, Glutamin,
Asparaginsäure oder Asparagin und von Lysin durch Glutaminsäure und, wenn erwünscht,
gleichzeitig von Asn durch Phenylalanin ergebenden Verbindungen.
[0019] Eine fünfte Gruppe von Lipopeptiden gemäss der vorliegenden Erfindung wird von jenen
Verbin- d
ungen gemäss Formel (I) gebildet, in denen X eine Peptidkette bedeutet, in welchen
die Sequenz der ersten 5 Aminosäuren von denjenigen, die in den bekannten Murein -
Lipoprotein - Abbau - Lipopeptiden vorhandenen verschieden ist, und insbesondere solche
worin R
3 Wasserstoff bedeutet, also der obigen Formel (IV) entsprechen, wobei R,-CO und R
2-CO die vorzugsweise im vorangegangenen oder im folgenden besonders hervorgehobenen
Acylreste in den angeführten Kombinationen bedeuten, sowie ihre Salze und Komplexe.
Es seien z.B die folgenden Lipopeptid - Typen erwähnt (AcGCT = Acyl-Glyzerylcystein-Teil
gemäss Formel (IV)
AcGCT-Phe-Ile-Ile-Phe-Ala-OH
AcGCT-Val-Lys-Val-Tyr-Pro-OH
und ihre Amide und Ester, insbesondere die im nachfolgend besonders hervorgehobenen.
[0020] Eine weitere Untergruppe besteht aus Verbindungen gemäss Formel (IV), in denen X
aber die besagte "unnatürliche" Sequenz von Aminosäuren im Vergleich zu den Murein-Lipoprotein-Degradationsprodukten
darstellt. und aber 6-10 Aminosäuren vorhanden sind. Die ersten fünf Aminosäuren haben
z.B. die oben angegebene Sequenz oder eine beliebige andere; es seien z.B. die folgenden
Lipopeptide genannt, wo AcGCT die obige Bedeutung besitzt:
AcGCT-Ala-Ile-Gly-Val-Gly-Ala-PRo-OH
AcGCT-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-Ile-Asp-Glu-OH
und ihre Amide und Ester, insbesondere die im nachfolgenden hervorgehobenen.
[0021] Vorzugsweise werden Verbindungen dieses Typs hergestellt, in denen die Konfiguration
am C
**- Atom des AcGCT R ist, oder Gemische von R- und S-Epimeren.
[0022] In den oben besprochenen neuen Lipopeptiden gemäss der vorliegenden Erfindung kann
die terminale Carboxylgruppe in amidierter Form vorliegen. Ausser dem unsubstituierten
Amid kommen auch solche in Betracht, die sich von einem primären oder sekundären Amin
ableiten. Insbesondere kommen Amide von niederen aliphatischen Aminen mit 1-7 C-Atomen
in Betracht, wie Methylamin, Ethylamin, Propylamin, Butylamin, Dimethylamin, Diäthylamin
oder Propyl- und Isopropylamin, ferner aromatische Amine, insbesondere monocyclische,
wie Anilin oder Toluidin, araliphatische, wie Benzylamin oder heterocyclische Amine,
wie z.B. die Aminopyridine. Bei den sekundären aliphatischen Aminen kann es sich auch
um ringgeschlossene Stickstoffbasen handeln, wie z.B. Pyrrolidin, Piperidin oder Piperazin.
Spezifische Amide sind z.B. die unsubstituierten oder die Methyl-, Aethyl-, Dimethyl-
oder Diäthylamide sämtlicher oben angeführter spezifischer Lipopeptide gemäss der
vorliegenden Erfindung oder solche Amide der in der illustrativen Beispielen beschriebenen
Verbindungen.
[0023] In den veresterten terminalen Carboxylgruppen der neuen Lipopeptide leitet sich die
Alkoholkomponente vorzugsweise von niederen aliphatischen Alkoholen mit 1-7 C-Atomen,
wie Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, Isopropyl- oder den Butylalkoholen ab. Die veresternden
Alkohole können aber auch mehrwertige sein, wie Aethylenglykol oder Propylenglykol
oder Glyzerin. Auch araliphatische Alkohole, insbesondere monocyclische niederaliphatische
mit 1-7 C-Atomen im aliphatischen Teil, wie z.B. Benzylalkohol, oder heterocyclische
Alkohole, wie Tetrahydrofuranol oder Tetrahydropyranol können für die Veresterung
verwendet werden. Als spezifische Ester dieses Typs der Lipopeptide gemäss der Erfindung
seien z.B. die Methyl-, Aethyl- und die Aethylenglykol- oder Propylenglykol-Ester
sämtlicher oben angeführter spezifischer Lipopeptide oder derjenigen, die in den illustrativen
Beispielen beschrieben sind, erwähnt.
[0024] Die vorliegenden neuen Lipopeptide sind je nach der Art ihrer Substituenten neutrale,
saure oder basische Verbindungen. Falls überschüssige saure Gruppen vorhanden sind,
bilden sie Salze mit Basen, wie Ammoniumsalze oder Salze mit Alkali- oder Erdalkalimetallen,
z.B. Natrium, Kalium, Calcium oder Magnesium; sind jedoch überschüssige basische Gruppen
vorhanden, bilden sie Säureadditionssalze.
[0025] Säureadditionssalze sind besonders pharmazeutisch verwendbare, nichttoxische Säureadditionssalze,
wie solche mit anorganischen Säuren, z.B. Chlorwasserstoff-, Bromwasserstoff-, Salpeter-,
Schwefel- oder Phosphorsäuren, oder mit organischen Säuren, wie organischen Carbonsäuren,
z.B. Essigsäure, Propionsäure, Glykolsäure, Bernsteinsäure, Maleinsäure, Hydroxymaleinsäure,
Methylmaleinsäure, Fumarsäure, Aepfelsäure, Weinsäure, Zitronensäure, Benzoesäure,
Zimtsäure, Mandelsäure, Salicylsäure, 4-Amino-salicylsäure, 2-Phenoxybenzoesäure,
2-Acetoxy-benzoesäure, Embonsäure, Nicotinsäure oder Isonicotinsäure, oder organischen
Sulfonsäuren, z.B. Methansulfonsäure, Aethansulfonsäure, 2-Hydroxy-äthansulfonsäure,
Aethan-1,2-disulfonsäure, Benzolsulfonsäure, p-Toluolsulfonsäure oder Naphthalin-2-sulfonsäure,
ferner auch andere Säureadditionssalz, die z.B. als Zwischenprodukte, z.B. zur Reinigung
der freien Verbindungen oder in der Herstellung von anderen Sa!zen, sowie zur Charakterisierung
verwendet werden können, wie z.B. solche mit Pikrin-, Pikrolon-, Flavian-, Phosphorwolfram-,
Phosphormolyddän-, Chlorplatin-, Reinecke- oder Perchlorsäure.
[0026] Komplexe sind die mit Metallsalzen, z.B. mit Schwermetallsalzen, wie Kupfer, Zink,
Eisen oder Kobaltsalzen entstehenden Verbindungen. Zur Bildung solcher Komplexe werden
vorzugsweise die Phosphate, Pyrophosphate und Polyphosphate dieser Metallsalze verwendet,
gegebenenfalls in Kombination mit sauren organischen Stoffen, z.B. saure Gruppen enthaltenden
Polysacchariden, wie Carboxymethylcellulose, Gerbsäure, Polyglutaminsäure oder teilweise
hydrolysierte Gelatine, ferner Alkalimetallpolyphosphate wie z.B. "Calgon N", "Calgon
322", "Calgon 188" oder "Plyron B 12".
[0027] Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung gemäss der obigen Formel (1), ihre Salze
und Komplexe und Gemische weisen wertvolle pharmakologische Eigenschaften, insbesondere
eine ausgeprägte immunpotenzierende Wirking auf. So stimulieren die Verbindungen im
Dosisbereich von 0,5-320
/lg/ml die in vitro an Hand der Thymidininkorporation bestimmte Proliferation von B-Lymphocyten
20- bis 50-fach im Vergleich zu nicht stimulierten Kontroll-Lymphocyten. Das Ausmass
der Stimulation entspricht demjenigen, das mit den wirksamsten bekannten B-Zell-Mitogenen
[Dextran-sulfat, E. coli Lipopolysaccharid, PPD (purified protein derivative)] erreicht
wird, wobei bei den neuen Verbindungen der vorliegenden Anmeldung auch hohe Konzentrationen
nicht lymphocytotoxisch wirken.
[0028] Die neuen Verbindungen der Formel (1), ihre Salze und Komplexe und Gemische sind
ausserdem in der Lage, in Konzentrationen von 0,3-60
/lg/ml in Milzzellkulturen von normalen Mäusen die Bildung antikörperproduzierender
Zellen zu induzieren (Vermehrung der 19S-plaquebildenden Zellen um einen Faktor 20
bis 50 über den Kontrollwert (in Abwesenheit der stimulierenden Substanzen)): So werden
in Anwesenheit der genannten Verbindungen z.B. spezifische Antikörper gegen Schaferythrocyten
gebildet, ohne dass den Kulturen Schaferythrocyten zur Immunisierung zugesetzt werden.
Andererseits vermögen die genannten Substanzen im selben Konzentrationsbereich auch
die immunologische Reaktivität von T-zellverarmten Milzzellkulturen (von kongenital
athymischen nu/nu Mäusen) gegenüber einem normalerweise thymusabhängigen Antigen (Schaferythrocyten)
zu steigern (faktor 10 bis 40 gegenüber unbehandelten Kontrollkulturen). Durch die
genannten Verbindungen werden aber in vitro direkt oder indirekt nicht nur Proliferations-
und Syntheseleistungen von B-Lymphocyten (d. h. von potentiell antikörperbildenden
Zellen) induziert, sondern auch Effekte auf T-Lymphocyten (zu denen regulatorisch
aktive Helfer- und Suppressorzellen sowie cytotoxische Effektorzellen gehören), vermittelt.
So vermögen z.B. die erwähnten Verbindungen in einem Konzentrationsbereich von 10-100
p.g/ml die Reaktivität von cortisonresistenten Thymuszellen gegenüber allogenen bestrahlten
Stimulatorlymphocyten erheblich (bis zu 10-fach) zu potenzieren.
[0029] Die oben erwähnten wirkungen kommen wahrscheinlich indirekt dadurch zustande, dass
die Lipopeptide Makrophagen aktivieren, die ihrerseits die Reaktivität von T- und
B-Lymphocyten fördern. Tatsächlich kann man zeigen, dass die genannten Verbindungen
bereits in äusserst geringen Konzentrationen (0,01―10µg/ml) grosse Mengen "colony
stimulating activity" (CSA) aus Maus-Makrophagen freisetzen (Induktion von bis zu
150-200 Kolonien innert 7 Tagen aus 10
5 MäuseKnochenmarkzellen, nach Zugabe von 20% Ueberstand aus während 24 Stunden mit
Substanz inkubierten Makrophagenkulturen, im Vergleich zu 0-5 Kolonien bei Zugabe
von Ueberständen unbehandelter Makrophagenkulturen). CSA ist ein biologischer Mediator,
der für die Differenzierung von Knochenmark-Stammzellen zu Makrophagen und polymorphkernigen
Leucocyten notwendig ist. Damit bewirken die genannten Verbindungen einen erhöhten
Nachschub von Zellen, die für die unspezifische Resistenz und für die Induktion, Amplifikation
und Expression spezifischer (lymphocytenvermittelter) Immunreaktionen von zentraler
Bedeutung sind.
[0030] Die immunpotenzierende Wirking der neuen Verbindungen der Formel (1), ihrer Salze
oder Komplexe oder Gemische, kann auch in vivo nachgewiesen werden: So führt die Injektion
eines Lipopeptids gemäss der Erfindung innert 3-9 Stunden zu einem hohen Anstieg der
CSA-Konzentration im Serum (bis zu 120 Kolonien pro 10
5 Mäuseknochenmarkzellen nach Zugabe von Chloroform extrahiertem Serum [5% Endkonzentration]
im Vergleich zu 0-5 Kolonien bei unbehandelten Tieren). Dementsprechend wird durch
Verabreichung derselben Verbindungen in vivo die Antikörperbildungsfähigkeit von Mäusen
erheblich potenziert:
NMRI Mäuse werden dirch intraperitoneale Injektion von 10 µg präzipitatfreiem BSA
am Tag 0 immunisiert. 9,15 und 29 Tage später werden Serumproben entnommen und auf
ihren Gehalt an anti-BSA-Antikörpern mit einer passiven Haemagglutinationstechnik untersucht. In der
verwendeten Dosis ist lösliches BSA für die Empfängertiere subimmunogen, d.h. es vermag
keine oder nur eine ganz geringfügige Produktion von Antikörpern auszulösen. Zusätzliche
Behandlung der Mäuse mit gewissen immunpotenzierenden Stoffen vor oder nach der Antigengabe
führt zu einem Anstieg der Antikörpertiter im Serum. Der Effekt der Behandlung wird
durch den erreichten Scorewert, d.h. durch die Summe der log2 Titerdifferenzen an
den drei Blutungstagen ausgedrückt.
[0031] In diesem Test sind die Verbindungen der Formel (I), ihre Salze oder Komplexe oder
Gemische in der Lage bei intraperitonealer oder subkutaner Applikation von 0,03-3
mg/kg Tier an fünf aufeinander folgenden Tagen vor oder nach Immunisierung mit BSA
die Antikörperproduktion gegen BSA signifikant zu steigern.
[0032] Auch Manifestationen der zellvermittelten Immunität können durch die genannten Verbindungen
in vivo potenziert werden:
Während Sensibilisierung von Meerschweinchen mit BSA in inkomplettem Freund'schen
Adjuvans nur zu humoraler Antikörperbildung führt, induziert die Beimischung der Lipopeptide
gemäss der vorliegenden Erfindung in einem Dosisbereich von 1-15 pg zur wässerigen
Phase der Antigen-Oelemulsion Spättyp-Ueberempfindlichkeit gegenüber BSA: 3 Wochen
nach Immunisierung führt die intrakutane Injektion von BSA bei diesen Tieren zu einer
lokalen Entzündungsreaktion mit Erythem und Verdickung der Haut, die innert 24 bis
48 Stunden ihr Maximum erreicht. Diese Spättyp-Reaktionen entsprechen quantitativ
und qualitativ denjenigen, die üblicherweise durch Immunisierung mit BSA in komplettem
Freund' schem Adjuvans (d.h. mit Zusatz von Mykobakterien) erhalten werden. Die EDso-Werte
(benötigte µg/Tier zur Induktion einer Differenz des Reaktionsvolumens (Erythemfläche
x Hautdickenzunahme) bei behandelten und unbehandelten Tieren von 200 pi, 24 Stunden
nach Auslösung) betragen 2-3 ug.
[0033] Die Lipopeptide gemäss der vorliegenden Erfindung sind zudem wenig toxisch: Auch
5-Malige intraperitoneale Applikation in einer Dosis von 10 mg/kg/Tag an fünf aufeinanderfolgenden
Tagen wurde von Mäuse anscheinend symptomlos vertragen. Da die für die Immunstimulation
benötigten Dosen sehr gering sind, ist die therapeutische Breite der neuen Verbindung
sehr gross.
[0034] Die neuen Lipopeptide gemäss der vorliegenden Erfindung können somit die zelluläre
und besonders die humorale Immunität erheblich steigern, und zwar sowohl in Mischung
mit dem Antigen selber (Adjuvanseffekt im engeren Sinne) als auch bei zeitlich und
örtlich von der Antigeninjektion getrennter Zufuhr (systemische Immunpotenzierung).
[0035] Die neuen Lipopeptide gemäss der vorliegenden Erfindung können somit als Adjuvantien
in Mischung mit Impfstoffen dazu benützt werden, den Impferfolg zu verbessern und
den durch humorale Antikörper und/oder zelluläre Immunität vermittelten Infektionsschutz
gegenüber bakteriellen, viralen oder parasitären Erregern zu verbessern.
[0036] Schliesslich eignen sich die beschriebenen Verbindungen in Mischung mit verschiedenen
Antigenen als Adjuvantien bei der experimentellen und industriellen Herstellung von
Antiseren für Therapie und Diagnostik und bei der Induktion von immunologisch aktivierten
Lymphocyten-populationen für Zelltransferverfahren.
[0037] Darüberhinaus können die neuen Lipopeptide auch ohne gleichzeitige Antigenzufuhr
dazu benützt werden, bereits unterschwellig ablaufende Immunreaktionen bei Mensch
und Tier zu fördern. Die Verbindungen eignen sich demnach besonders für die Stimulation
der körperlichen Abwehr, z.B. bei chronischen und akuten Infektionen oder bei selektiven
(antigenspezifischen) immunologischen Defekten, sowie bei angeborenen, aber auch bei
erworbenen allgemeinen (d.h. nicht antigenspezifischen) immunoligischen Defektzuständen,
wie sie im Alter, im Verlauf schwerer Primärerkrankungen und vor allem nach Therapie
mit ionisierenden Strahlen oder mit immunosuppressiv wirkenden Hormonen auftreten.
Die genannten Stoffe können somit vorzugsweise auch in Kombination mit Antibiotika,
Chemotherapeutika oder anderen Heilverfahren verabreicht werden, um immunologischen
Schädigungen entgegenzuwirken. Schliesslich sind die beschriebenen Stoffe auch zur
allgemeinen Prophylaxe von Infektionskrankheiten bei Mensch und tier geeignet.
[0038] Die neuen Lipopeptide können nach an sich bekannten Methoden hergestellt werden.
Nach einem bevorzugten Verfahren werden die Verbindungen der Formel (I), ihre diastereomeren
Gemische und ihre Salze und Komplexe dadurch hergestellt,
a) dass man in einer Verbindung der Formel

worin R1, R2 und R3 die für Formel (I) angegebene Bedeutung haben und Y eine X in der Formel (I) entsprechende
Aminosäure oder Aminosäurensequenz darstellt, worin jedoch mindestens eine der die
Aminosäuren substituierenden hydrophilen Gruppen und/oder die terminale Carboxylgruppe
durch eine unter neutralen oder milden sauren Bedingungen abspaltbare Schutzgruppe
geschützt ist, oder in einem Salz einer solchen Verbindung, die Schutzgruppe(n) abspaltet,
oder
b) dass man eine Verbindung der Formel

worin R1, R2 und R3 die für Formel (I) angegebene Bedeutung haben und W = OH oder eine Aminosäure oder
eine unvollständige Sequenz von Aminosäuren gemäss X in Formel (I) darstellt, mit
einer Verbindung der Formel

wo Z1 eine der Gruppe X in Formel (I) entsprechende Gruppe bzw. eine zur genannten Aminosäure
oder unvollständigen Sequenz von Aminosäuren gemäss X komplementären Aminosäuresequenz
bzw. Aminosäure bedeutet, in welchen Sequenzen jedoch keine freien Aminogruppen vorhanden
sind, oder einem Salz derselben, umsetzt, oder
c) eine Verbindung der Formel

, worin R2 die für Formel (I) Angegebene Bedeutung besitzt und R3 Wasserstoff oder die Gruppe HQ-CH2 darstellt, und Z2 eine X in Formel (I) entsprechende Gruppe darstellt, worin jedoch keine freien Hydroxygruppen
vorhanden sing, oder ein Salz dieser Verbindung, in an sich bekannter Weise acyliert,
und, wenn erwünscht, in erhaltenen Verbindungen mit freier terminaler Carboxylgruppe
dieselbe in eine Amidgruppe oder Estergruppe überführt, und/oder die Verbindungen
in ihre Salze oder Komplexe überführt.
[0039] Die Schutzgruppen im Verfahren gemäss Variante a) sind besonders die von der Synthese
von Peptiden her bekannten.
[0040] So sind z.B. Schutzgruppen für Aminogruppen Acyl- oder Aralkylgruppen wie Formyl-,
Trifluoracetyl-, Phthaloyl-, Benzolsulfonyl-, p-Toluolsulfonyl-, o-Nitrophenylsulfenyl-,
2,4-Dinitrophenylsulfenylgruppen (diese Sulfenylgruppen können auch durch Einwirking
nucleophiler Reagenzien, z.B. Sulfite, Thiosulfate, abgespalten werden), gegebenenfalls
substituierte, wie z.B. durch Niederalkoxygruppen, besonders o- oder p-Methoxygruppen
substituierte Benzyl-, oder Diphenyl- oder Triphenylmethylgruppen oder von der Kohlensäure
sich ableitende Gruppen, wie gegebenenfalls in den aromatischen Ringen, z.B. durch
Halogenatome wie Chlor oder Brom, Nitrogruppen, Niederalkyl- oder Niederalkoxygruppen
oder farbgebende Gruppen, z.B. Azogruppen substituierte Arylmethyloxycarbonylgruppen,
in denen die Methylengruppe durch einen weiteren Arylrest und/oder einen oder gegebenenfalls
zwei niedere Alkylreste substituiert sein kann, wie Benzyl-, Benzhydryl- oder 2-Phenyl-isopropyloxycarbonylgruppen,
z.B. Carbobenzoxy, p-Brom- oder p-Chlorcarbobenzoxy, p-Nitrocarbobenzoxy oder p-Methoxycarbobenzoxy,
p-Phenylazo-benzyloxycarbonyl und p-(p'-Methoxy-phenylazo)-benzyloxycarbonyl, 2-Tolyl-isopropyloxycarbonyl
und insbesondere 2-(p-Biphenylyl)-isopropyloxycarbonyl, sowie aliphatische Oxycarbonylgruppen
wie Adamantyloxycarbonyl, Cyclopentyloxycarbonyl, Trichlor- äthyloxycarbonyl, tert.
Amyloxycarbonyl oder vor allem tert.-Butyloxycarbonyl.
[0041] Die Aminogruppen können auch durch Bildung von Enaminen, erhalten durch Reaktion
der Aminogruppe mit 1,3-Diketonen, z.B. Benzoylaceton, Acetylaceton oder Dimedon,
geschützt werden.
[0042] Carboxylgruppen sind beispielsweise durch Amid- oder Hydrazidbildung oder durch Veresterung
geschützt. Die Amid- und Hydrazidgruppen können gegebenenfalls substituiert sein,
die Amidgruppe z.B. durch die 3,4-Dimethoxybenzyl- oder bis-(p-Methoxyphenyl)-methylgruppe,
die Hydrazidgruppe z.B. durch die Carbobenzoxygruppe, die Trichloräthyloxycarbonylgruppe,
die Trifluoracetylgruppe, die Tritylgruppe, die tert.-Butyloxycarbonylgruppe oder
die 2-(p-Biphenylyl)-isopropyloxycarbonylgruppe. Zur Veresterung geeignet sind z.B.
niedere gegebenenfalls substituierte Alkanole wie Methanol, Aethanol, Cyanmethylalkohol,
Benzoylmethylalkohol oder insbesondere tert.-Butanol, ferner Aralkanole wie Arylniederalkanole,
z.B. gegebenenfalls durch Niederalkyl- oder Niederalkoxygruppen oder Halogenatome
substituierte Benzylalkohole oder Benzhydrole wie Benzhydrol, p-Nitrobenzylalkohol,
p-Methoxybenzylalkohol, 2,4,6-Trimethylbenzylalkohol, gegebenenfalls durch elektronenanziehende
Substituenten substituierte Phenole und Thiophenole wie Thiophenol, Thiokresol, p-Nitrothiophenol,
2,4,5-und 2,4,6-Trichlorphenol, Pentachlorphenol, p-Nitrophenol, 2,4-Dinitrophenol,
p-Cyanophenol oder p-Methansulfonylphenol, weiter z.B. N-Hydroxysuccinimid, N-Hydroxyphthalimid,
N-Hydroxypiperidin, 8-Hydroxychinolin.
[0043] Die Hydroxygruppen der Serin- und Threoninreste können z.B. durch Veresterung oder
Verätherung geschützt sein.
[0044] Als Acylreste bei der Veresterung sind vor allem von der Kohlensäure sich ableitende
Reste wie Benzoyloxycarbonyl oder Aethyloxycarbonyl geeignet. Zur Verätherung geeignete
Gruppen sind z.B. Benzyl-, Tetrahydropyranyl- oder tert.-Butylreste, Ferner eignen
sich zum Schutz der Hydroxylgruppen die in Ber. 100 (1967), 3838-3849 beschriebenen
2,2,2-Trifluor-1-tert.-butyloxycarbonylamino-oder -1-benzyloxycarbonylaminoäthylgruppen
(Weygand).
[0045] Vorzugsweise verwendet man zum Schutz der Carboxylgruppe der Seitenketten und gegebenenfalls
der terminalen Carboxylgruppe die tert.-Butylestergruppe oder die Benzhydrolgruppe,
zum Schutz der Aminogruppen der Seitenketten die tert.-Butyloxycarbonylgruppe, für
die Hydroxylgruppen von Serin oder Threonin, die tert.-Butyläthergruppe, und, wenn
erwünscht, zum Schutz der Iminogruppe des Histidins die 2,2,2-Trifluor-1-tert.-butyloxycarbonylaminoäthylgruppe.
[0046] Die verfahrensgemässe Abspaltung der Schutzgruppen mit sauren Mitteln unter milden
Bedingungen erfolgt z.B. in einer von der Peptidchemie her bekannten Weise, z.B. durch
Behandlung mit Trifluoressigsäure.
[0047] Eine besondere Schutzgruppe für Carboxylgruppen, welche unter neutralen Bedingungen
abspaltbar ist, ist die z.B. in der Deutschen Offenlegungsschrift 27 06 490 beschriebene
Gruppe der allgemeinen Formel

worin R
l, R
2 und R
3 je einen Kohlenwasserstoffrest bedeutet, wobei die Reste untereinander auch durch
eine einfache C-C Bindung verknüpft sein können, insbesondere Alkylreste mit 1-5 C
Atomen. Schutzgruppen dieses Typs sind z.B. die 2-(Dimethyl-tert.-butylsilyl)-äthyl-,
die 2-(Dibutyl-methyl-silyl)-äthyl- und vor allem die 2-(Trimethylsilyl)-äthylgruppe.
Obwohl diese Schutzgruppen auch basisch abgespalten werden können, ist besonders ihre
Abspaltbarkeit unter neutralen Bedingungen, und zwar durch Einwirking eines Salzes
der Fluorwasserstoffsäure, von Interesse. Die Abspaltung der Schutzgruppe wird vorteilhaft
in einem aprotischen organischen Lösungsmittel vorgenommen; vorzugsweise wird dabei
die Anwesenheit von solchen Lösungsmitteln vermieden, welche das Fluorid-Anion zu
solvatisieren vermögen, wie Wasser oder niederaliphatische Alkohole.
[0048] Die Kondensation gemäss der Variante b) der Verbindung der Formel (VII) mit der Verbindung
der Formel (VIII) erfolgt z.B. in der Weise, dass man die Verbindung (VII) in Form
der aktivierten Carbonsäure mit (VIII) umsetzt, oder dass man die Säure (VII) mit
der Verbindung (VIII), deren Aminogruppe in aktivierter Form vorliegt, umsetzt. Gegebenenfalls
werden die Verbindungen (VII) bzw. (VIII) für die Kondensation in Form ihrer Salze
eingesetzt.
[0049] Die Carboxylgruppe der Verbindung (VII) kann beispielsweise durch Ueberführung in
ein Säureazid, -anhydrid, -imidazolid, -isoxazolid oder einen aktivierten Ester, wie
Cyanmethylester, Carboxymethylester, Thiophenylester, p-Nitrothiophenylester, Thiokresylester,
p-Methansulfonylphenylester, p-Nitrophenylester, 2,4-Dinitrophenylester, 2,4,5- oder
2,4,6-Trichlorphenylester, Pentachlorphenylester, N-Hydroxysuccinimidester, N-Hydroxyphthalimidester,
8-Hydroxychinolinester, 2-Hydroxy-1,2-dihydro-1-carbäthoxy-chinolin-ester, N-Hydroxypiperidinester
oder einen Enolester, der mit N-Aethyl-5-phenyl-isoxazolium-3-sulfonat gewonnen wird
[Woodward Reagens], oder durch Reaktion mittels eines Carbodiimids (gegebenenfalls
unter Zusatz von N-Hydroxysuccinimid) oder eines unsubstituierten oder z.B. durch
Halogen, Methyl oder Methoxy substituierten 1-Hydroxybenzotriazols, 3-Hydroxy-4-oxo-3,4-d1hydrobenzo[d]-1,2,3-triazins
oder N,N
I-Carbonyldiimidazols, aktiviert werden.
[0050] Die Aminogruppe der Verbindung (VIII) kann beispielsweise durch Reaktion mit einem
Phosphit aktiviert werden.
[0051] Als gebräuchlichste Methoden der Kondensation sind zu nennen: die Methode nach Weygand-Wünsch
(Carbodiimid in Gegenwart von N-Hydroxysuccinimid), die Azidmethode, die Methode der
N-Carboxyanhydride oder N-Thiocarboxyanhydride, die Methode der aktivierten Ester
und die Anhydridmethode. Insbesondere können diese Kondensationen nach der Merrifield-Methode
vollzogen werden.
[0052] Es ist auch möglich, die Kondensation der Verbindung (VII) nach den eben erwähnten
Methoden mit einer Verbindung entsprechend der Formel (VIII) zu vollziehen, in welcher
die terminale Carboxylgruppe durch eine von einer, wie für X definiert, Amid- oder
Estergruppe verschiedene Schutzgruppe, wie eine der oben angegebenen, blockiert is,
und/oder eine oder mehrere der vorhandenen hydrophilen Gruppen in geschützter Form,
wie oben beschrieben, vorliegen. Man gelangt so zu Kondensationsprodukten, welche
zur Gruppe der für die oben beschriebene Variante a) benützten Ausgangsstoffe der
Formel (VI) gehören, die ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind.
[0053] Gemäss der obigen Variante c) werden in Verbindungen der Formel (IX), die im Teil
Z
Z keine freien Hydroxygruppen enthalten dürfen, die freien Hydroxylgruppen im Glyzeryl-
bzw. Erythrityl-Rest acyliert. Diese acylierung kann in an sich bekannter Weise, z.B.
durch Reaktion mit einem reaktiven funktionellen Derivat der dem einzuführenden Rest
entsprechenden Säure, wie dem Anhydrid oder einem Säurehalogenid, vorzugsweise in
Gegenwart einer tertiären Base, wie Pyridin oder Kollidin, ausgeführt werden.
[0054] Dieses Verfahren ist besonders zur Herstellung von Verfahrensprodukten gemäss Formel
I, in welchen die Acylreste im Glyzeryl-bzw. Erythrityl-Rest und am Cystein-rest verschieden
sind, geeignet.
[0055] Wendet man diese Variante bei Verbindungen gemäss Formel (IX) an, bei denen jedoch
im Teil Z
2 die terminale Carboxylgruppe, ausser als durch Amid- oder Esterrest, wie für X vorgesehen,
auch durch andere Schutzgruppen geschützt ist, und/oder eine oder mehrere der vorhandenen
hydrophilen Gruppen in geschützter Form, wie oben beschrieben, vorliegen, so kommt
man ebenfalls zu Ausgangsverbindungen für die obige Variante a).
[0056] In den nach irgend einer der beschriebenen Verfahrensvarianten erhaltenen Lipopeptiden
gemäss Formel I, in welchen eine freie terminale Carboxylgruppe im Teil X vorhanden
ist, kann dieselbe in an sich bekannter Weise, z.B. nach einer der in der Peptidchemie
gebräuchlichen Methoden, in die Amid-oder Estergruppe übergeführt werden.
[0057] Ein als Ausgangsstoff zu verwendendes N-Acyl- oder N,O,O-Triacyl-S-(2,3-dihydroxypropyl)-cystein
gemäss Formel (VII), sofern W=OH und R
3=H, ist, kann in folgender Weise erhalten werden: ausgehend von 1,2,5,6-D-Mannitdiacetonid
gewinnt man durch Perjodatoxydation 2-O,3-O-lsopropyl- iden-D-glyzerinaldehyd, reduziert
die Aldehyd- zur Carbinolgruppe und verestert diese mit p-Toluolsulfonsäure. Das so
erhaltene 1-0-Tosyl-2(R)-O,3-0-isopropylidenglyzerin kondensiert man mit N-Acyl-(R)-cystein
in Gegenwart eines basischen Mittels, z.B. Kaliumcarbonat, und erhält so das N-Acyl-S-[2(R),3-Isopropylendioxy-propyll-(R)-cystein,
das sauer, z.B. mit Essigsäure, verseift wird. Das so erhaltene N-Acyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyll-(R)-cystein
kann, wenn erwünscht, in der 2- und 3-Stellung des Glyzerinanteils, vorzugsweise unter
vorübergehendem Schutz der Carboxylgruppe, z.B. mittels der oben beschriebenen Trimethylsilyläthylgruppe
oder vorzugsweise der Benzhydrylestergruppe, weiter acyliert werden.
[0058] Zur Herstellung eines als Ausgangsstoff gemäss Formel (VII) zu verwendendes N-Acyl-
oder N,0,0,0-Tetraacyl-S-(2,3,4-trihydroxybutyl)-cysteins kann man analog der Methode
von Beispiel 7 vorgehen.
[0059] Die zur verfahrensgemässen Herstellung der neuen Lipopeptide zu verwendenden Aminosäuren
bzw. Peptide sind bekannt oder können nach an sich bekannten Methoden hergestellt
werden.
[0060] Die obigen Ausgangsverbindungen (VII) für die Variante b) für den Fall, dass W =
OH ist, sowie ihre diastereomeren Gemische, Salze und Komplexe besitzen selber auch
eine immunpotenzierende Wirkung, wobei diese in vitro im gleichen Dosisbereich wie
für die Verbindungen der Formel und ihre Derivate angegeben, auftritt. In vivo zeigen
die genannten Verbindungen im oben beschriebenen Test zur Potenzierung der humoralen
Immunität bei der intraperitonealen Verabreichung 5 Tage vor der Antigengabe einen
Anstieg der Antikörpertiter im Serum im Dosenbereich von 1.0 bis 3 mg/kg Tier.
[0061] Diese Verbindungen können durch Acylierung einer Verbindung gemäss Formel (IX) in
der jedoch anstelle von Z
2 eine Hydroxygruppe vorhanden ist, wie oben für Variante c) beschrieben, erhalten
werden. Die Herstellung der dazu benötigten Ausgangsstoffe, d.h. die Glyzeryl- bzw.
Erithrityl-N-Acylcysteine ist oben beschrieben. Verbindungen der Formel (IX), in denen
Z
2 eine der Gruppe X in Formel (I) entsprechende Bedeutung hat, und in der aber keine
freien Hydroxylgruppen vorhanden sind, können durch Umsetzung der soeben genannten
N-Acyl-cystein-Derivate mit einer Verbindung der Formel NH
2-Z
2 nach den gleichen Prinzipien wie für die oben beschriebene Variante b) des allgemeinen
Verfahrens zur Darstellung der erfindungsgemässen Lipopeptide angegeben, erhalten
werden.
[0062] Die erhaltenen Lipopeptide können in an sich bekannter Weise in ihre Salze übergeführt
werden, z.B. durch Umsetzen erhaltener saurer Verbindungen mit Alkali- oder Erdalkalihydroxyden
oder erhaltener basischer Verbindungen mit Säuren.
[0063] Infolge der engen Beziehung zwischen den neuen Verbindungen in freier Form und in
Form ihrer Salze und Komplexe sind im vorausgegangenen und nachfolgend unter den freien
Verbindungen sinn-und zweckgemäss gegebenenfalls auch die entsprechenden Salze zu
verstehen.
[0064] Erhaltene Isomerengemische können auf Grund der physikalisch-chemischen Unterschiede
der Bestandteile in bekannter Weise aufgetrennt werden, beispielsweise durch Chromatographie
und/oder fraktionierte Kristallisation. Vorteilhafterweise isoliert man das wirksamere
der Isomeren.
[0065] Die oben beschriebenen Verfahren werden z.B. nach an sich bekannten Methoden durchgeführt,
in Abwesenheit oder vorzugsweise in Anwesenheit von Verdünnungs- oder Lösungsmitteln,
wenn notwendig, unter Kühlen oder Erwärmen, unter erhöhtem Druck und/oder in einer
Inertgas, wie Stickstoffatmosphäre. Dabei sind unter Berücksichtigung aller im Molekül
befindlichen Substituenten, wenn erforderlich, insbesondere bei Anwesenheit leicht
hydrolysierbarer O-Acylreste, besonders schonende Reaktionsbedingungen, wie kurze
Reaktionszeiten, Verwendung von milden sauren Mitteln in niedriger Konzentration stöchiometrische
Mengenverhältnisse, Wahl geeigneter Katalysatoren, Lösungsmittel, Temperatur und/oder
Druckbedingungen, anzuwenden.
[0066] Die Erfindung betrifft auch diejenigen Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen
man von einer auf irgendeiner Stufe des Verfahrens als Zwischenprodukt erhältlichen
Verbindung ausgeht und die fehlenden Verfahrensschritte durchführt, oder das Verfahren
auf irgendeiner Stufe abbricht, oder einen Aufgangsstoff unter den Reaktionsbedingungen
bildet oder in Form eines reaktions fähigen Derivats oder Salzes verwendet. Dabei
geht man vorzugsweise von solchen Ausgangsstoffen aus, die verfahrensgemäss zu den
oben als besonders wertvoll beschriebenen Verbindungen führen.
[0067] Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls pharmzeutische Präparate, welche die
beschriebenen neuen Lipopeptide gemäss der Erfindung, sowohl solche entsprechend der
Formel (I) wie solche der Formel (VII), ihre Gemische, Salze oder Komplexe enthalten.
Bei den erfindungsgemässen pharmzeutischen Präparaten handelt es sich um solche zur
enteralen, wie oralen oder rektalen, sowie parenteralen Verabreichung an Warmblüter,
welche den pharmkologischen Wirkstoff allein oder zusammen mit einem pharmazeutisch
anwendbaren Trägermaterial enthalten. Die Dosierung des Wirkstoffes hängt von der
Warmblüter-Spezies, dem Alter und dem individuellen Zustand, sowie von der Applikationsweise
ab.
[0068] Die neuen pharmazeutischen Präparate enthalten von etwa 10% bis etwa 95%, vorzugsweise
von etwa 20% bis etwa 90% des Wirkstoffs. Erfindungemässe pharmazeutische Präparate
können z.B. in Dosiseinheitsform, wie Dragees, Tabletten, Kapseln, Suppositorien oder
Ampullen vorliegen.
[0069] Die pharmazeutischen Präparate der vorliegenden Erfindung werden in an sich bekannter
Weise, z.B. mittels konventioneller Misch-, Granulier-, Dragier-, Lösungs- oder Lyophilisierungsverfahren
hergestellt.
[0070] Geeignete Trägerstoffe sind insbesondere Füllstoffe, wie Zucker, z.B. Lactose, Saccharose,
Mannit oder Sorbit, Cellulosepräparate und/oder Calciumphosphate, z.B. Tricalciumphosphat
oder Calciumhydrogenphosphat, ferner Bindemittel, wie Stärkekleister unter Verwendung
z.B. von Mais-, Weizen-, Reis- oder Kartoffelstärke, Gelatine, Traganth, Methylcellulose,
Hydroxypropyl-methylcellulose, Natriumcarboxymethylcellulose und/oder Polyvinylpyrrolidon,
und/oder, wenn erwünscht, Sprengmittel, wie die obgenannten Stärken, ferner Carboxymethylstärke,
quervernetztes Polyvinylpyrrolidon, Agar, Alginsäure oder ein Salz davon, wie Natriumalginat
Hilfsmittel sind in erster Linie Fliessregulier-und Schmiermittel, z.B. Kieselsäure,
Talk, Stearinsäure oder Salze davon, wie Magnesium- oder Calciumstearat, und/oder
Polyäthylenglykol. Dragee-Kerne werden mit geeigneten, gegebenenfalls magensaftresistenten
Ueberzügen versehen, wobei man u.a. konzentrierte Zuckerlösungen, welche gegebenenfalls
arabischen Gummi, Talk, Polyvinylpyrrolidon, Polyäthylenglycol und/oder Titandioxid
enthalten, Lacklösungen in geeigneten organischen Lösungsmitteln oder Lösungsmittelgemischen
oder, zur Herstellung von Magensaft-resistenten Ueberzügen, Lösungen von geeigneten
Cellulosepräparaten, wie Acetylcellulosephthalat oder Hydroxypropylmethylcellulosephthalat,
verwendet. Den Tabletten oder Dragee-Ueberzügen können Farbstoffe oder Pigmente, z.B.
zur Identifizierung oder zur Kennzeichnung verschiedener Wirkstoffdosen, beigefügt
werden.
[0071] Die nachfolgenden Beispiele illustrieren die oben beschrieben Erfindung; sie sollen
jedoch diese in ihrem Umfang in keiner Weise einschränken. Temperaturen werden in
Celsiusgraden angegeben. Die benützten Abkürzungen bedeuten:

[0072] In DC verwendet man Kieselgel als Adsorbens und folgende Systeme als Laufmittel:
System 3: Essigester-Pyridin-Wasser (65:20:15)
System 157: Chloroform-Methanol-Wasser-Eisessig (70:42:10:0.5)
System 157c: Chloroform-Methanol-Wasser-Eisessig (75:25:5:0.5)
Beispiel 1
[0073] 1,13 g [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Asn-OBut werden in 5 ml 90 proz. Trifluoressigsäure aufgenommen und nach 45 Minuten
bei 20° die Lösung auf ca. 2 ml eingeengt. Das Produkt wird durch Zugabe von 75 ml
peroxidfreiem Aether ausgefällt, abfiltriert und über Kaliumhydroxid getrocknet. Das
so erhaltene Lipopeptid[N-Palmitoyl-S-2(R),3-dipalmitoyloxy- , propyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-OH
zeigt im Dünnschichtchromatogramm auf Silicagel folgende RF-Werte: Rf (Chloroform-Methanol-Eisessig-Wasser
79:25:0,5:4,5) = 0,25.
[0074] 0.89 A [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dihydroxypropyl]-Cys-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t werden in 10 ml Pyridin aufgenommen, 0,725 ml Palmitinsäurechlorid zugegeben und
die Lösung 24 Stunden bei 45° gehalten. Man gibt dann 200 ml Chloroform zu und extrahiert
die Lösung mit IN Zitronensäure, IN Natriumbicarbonat und Wasser, trocknet die organische
Phase über Natriumsulfat und dampft das Lösungsmittel ab. Der Rückstand wird durch
Chromatographie an Kieselgel im System Chloroform, bzw. Chloroform-Methanol (98:2)
gereinigt. Das dünnschichtchromatographisch einheitliche Lipopeptid [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dipalmitoyloxypropyl)-Cys-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t zeigt im System Chloroform-Methanol (9:1) auf Silikagel einen Rf-Wert von 0,75.
[0075] Zu 0,90 g [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dihydroxypropyl]-Cystein und 0,99 g H-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t in 20 ml Dimethylformamid werden bei 0° 0,472 g Dicyclohexylcarbodiimid und 0,309
A N-Hydroxybenzotriazol gegeben. Nach 2 Stunden bei 0° und 15 Stunden bei 20° wird
abfiltriert und das Filtrat eingedampft. Den Rückstand reinigt man durch Chromatographie
an einer Säule von Silikagel im System Chloroform-Methanol (98-2). Im Dünnschichtchromatogramm
auf Silikagel zeigt das so erhaltene Lipopeptid-derivat [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dihydroxypropyl]-Cys-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-A
sn-
OBut einen Rf-Wert von 0,60 (Chloroform-Methanol 8:2).
[0076] 6,09 g Z-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t werden in 60 ml Methanol gelöst und nach Zugabe von 0,5 g Pd-Kohle (1 O%ig) bei Raumtemperatur
während 3 Stunden hydriert. Der Katalysator wird abfiltriert und das Filtrat eingedampft.
Das Produkt fällt als weisser Schaum an. Im Dünnschichtchromatogramm auf Silikagel
zeigt das Peptid H-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t einen Rf-Wert von 0,41 im System Chloroform-Methanol (8:2).
[0077] 4,134 g Z-Ser(Bu
t)-OH und 4,64 g H-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t werden in 50 ml Dimethylformamid gelöst und bei 0° 3,172 g Dicyclohexylcarbodiimid
und 1,89 g N-Hydroxybenzotriazol zugegeben. Nach 2 Stunden bei 0° und 15 Stunden bei
20° wird der ausgefallene Dicyclohexylharnstoff abgesaugt, das Filtrat eingedampft,
der Rückstand in Essigester aufgenommen und die Lösung mit IN Zitronensäure, IN Natriumbicarbonat
und Wasser extrahiert, über Natriumsulfat getrocknet und eingedampft. Der Rückstand
wird aus Essigester-Hexan umkristallisiert. Das erhaltene Peptid Z-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)Asn-OBu
t hat einen Schmelzpunkt von 96-98°. Auf Silikagel: Rf (Chloroform-Methanol 95:5) =
0,25.
[0078] 4,65 g Z-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t werden in 50 ml Methanol in Gegenwart von 0,4 g Pd-Kohle (1 O%ig) hydriert. Nach
Abfiltrieren des Katalysators und Eindampfen des Filtrates wird das Peptid H-Ser(Bu
t)Asn-OBu
t als weisser Schaum erhalten. Auf Silikagel: Rf (Chloroform-Methanol 7: 3) = 0,48.
[0079] 5,9 g Z-Ser(Bu
t)-OH und 3,76 g H-Asn-OBu
t werden in 60 ml Dimethylformamid gelöst und bei 0° mit 3,06 g N-Hydroxybenzotriazol
und 4,53 g Dicyclohexylcarbodiimid versetzt. Nach 2 Stunden bei 0° und 15 Stunden
bei 20° filtriert man, dampft das Filtrat ein und kristallisiert den Rückstand aus
Essigester-Petroläther. Das erhaltene Peptid Z-Ser(Bu
t)-Asn-OBu
t schmilzt bei 114-115°. [α]
20D = + 4° (C = 1,5 in Methanol). Auf Silikagel: Rf (Chloroform-Methanol 9:1) = 0,48.
Beispiel 2
[0080] 1,6 g [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Asn-Ala-OBu
t werden in 7,5 ml 90%iger-Trifluoroessigsäure gelöst und die Lösung nach 15 Minuten
bei 20° auf ca. 2 ml eingeengt. Man fällt das Produkt mit 100 ml Aether aus, filtriert
und trocknet über Natriumhydroxyd. Es resultiert ein weisses Pulver vom Schmelzpunkt
215-217° (Zersetzung), das das Lipopeptid [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dipalmotoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-OH
darstellt. Auf Silikagel: Rf (157) = 0,55.
Beispiel 3
[0081] 0,95 g [N-Palmitoyl-S-2(R),3-dipalmotoyloxypropyl]-Cys-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-OBu
t werden in 4 ml 90%iger Trifluoressigsäure gelöst. Nach 1 5 Minuten bei 20° gibt man
100 ml Aether zu, filtriert ab und trocknet den Rückstand über Natriumhydroxyd. Das
erhaltene Lipopeptid [N-Palmitoyl-S-2(R),3- dipalmotoyloxypropyl]Cys-Ser-Ser-OH wird
als farbloses, nicht hygroskopisches Pulver erhalten. Auf Silikagel: Rf (Chloroform-Methanol-Eisessig-Wasser
79:25:0,5:4,5) = 0,53.
Beispiel 4
[0082] Das in Beispiel 1 als Ausgangsstoff verwendete N-Palmitoyl-S-2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein
kann folgendermassen hergestellt werden:
13,9 g N-Palmitoyl-(R)-cystein, 5,5 g Kaliumcarbonat und 15 g 1-0-Tosyl-2(R)-0-3-0-isopropyliden-glyzerin
erhitzt man 8 Stunden bei 80° in 250 ml Aethanol unter Stickstoff. Man reinigt das
nach dem Eindampfen erhaltene Reaktionsgemisch durch Chromatographie an 400 g Kieselgel
Merck durch Elution, zuerst mit Chloroform/Aceton (8:2), dann mit Chloroform/Methanol
(8:2) Man erhält so das Kaliumsalz des N-Palmitoyl-S-[2(R),3-isopropylidendioxypropyl]-(R)-cystein,
das durch 4- stündiges Erhitzen auf 80° in 80% wässriger Essigsäure verseift wird.
Man dampft zur Trockne, löst den Rückstand in Chloroform und schüttelt mit Wasser
aus. Nach Trocknen und Eindampfen der Chloroform-Phase erhält man einen farblosen
Rückstand, der aus Cyclohexan umkristallisiert wird und das N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein
darstellt. Fp. 110°, [α]20D =― 25° (c = 0.9, MeOH).
[0083] Das N-Palmitoyl-(R)-cystein kann folgendermassen hergestellt werden:
45 g (R)-Cystein (0,37 mol) suspendiert man in 350 ml Pyridin und tropft unter gutem
Rühren und in einer Stickstoffatomosphäre bei Raumtemperatur eine Lösung von 140 ml
(1,67 Aequivalente) Palmitinsäurechlorid in 550 ml Methylenchlorid zu. Nach 20-stündigem
Rühren säuert man mit 2N-Salzsäure an und verteilt zwischen Chloroform und Wasser.
Nach Trocknen und Eindampfen der Chloroform-Phase erhält man ein Kristallgemisch,
bestehend aus etwa einem Drittel Dipalmitoylcystein und etwa zwei Drittel Monopalmitoylcystein.
Man extrahiert dreimal mit 1 Liter heissem Aceton, aus dem ein 1 : 1-Gemisch von Di-
und Mono-Palmitoylcystein auskristallisiert. Aus der Acetonlösung erhält man durch
Eindampfen N-Palmitoylcystein, das aus Benzin umkristallisiert wird. Fp 6567°. [α]20D = + 1 ° (c = 0,8; Methanol).
[0084] Die Mischungen aus Di- und Mono-palmitoyl-cystein werden in methanolischer Lösung
unter Zugabe einer wässrigen Lösung von 12 g Natriumsulfid mit 2 ml conc. Natronlauge
15 Minuten bei Raumtemperatur behandelt. Nach Abdampfen des Methanols und Ansäueren
des Rückstandes mit 2N-Salzsäure erhält man durch Chloroform-Extraktion das restliche
N-Palmitoyl-cystein, das ebenfalls aus Benzin umkristallisiert wird.
Beispiel 5
[0085] 0,80 g N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein und 0,67 g H-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Phe-Ala-Glu(OBu
t)
2 werden in 10 ml Dimethylformamid aufgenommen und 0,22 g Dicyclohexylcarbodiimid und
0,16 g N-Hydroxybenzotriazol zugegeben. Durch kurzes Erwärmen auf 40° wird eine klare
Lösung erhalten, die nach ca. einer Stunde bei 20° zu einer Gallerte erstarrt. Letztere
wird nach 24 Stunden durch Erwärmen auf 40° wieder in Lösung gebracht und daraus das
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Phe-Ala-Glu(OBu
t)
2 mit Wasser ausgefällt. Das Produkt wird durch Chromatographie an Kieselgel im system
Chloroform bzw. Chloroform-Methanol 98:2 gereinigt und besitzt dann den Rf-Wert 0,64
in Chloroform-Methanol-Wasser 95:5.
[0086] 540 mg der so erhaltenen Verbindung werden in 30 ml 90%iger Trifluoressigsäure gelöst
und die Lösung nach 30 Minuten bei 20° auf ungefähr die Hälfte eingeengt und mit Petroläther
das N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Phe-Ala-Glu-OH ausgefällt.
Die Verbindung wird abzentrifugiert, dreimal mit Petroläther gewaschen und über Kaliumhydroxid
getrocknet. Sie stellt ein weisses Pulver mit dem Rf-Wert (System 157) = 0,63 dar.
[0087] In analoger Weise werden folgende Lipopeptide hergestellt:
N-Palmitoyl-S-[2(R,S),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH, Rf (System
157 c) = 0,18;
N-Myristoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyll-Cys-Glu-Gln-Asn-Ala-Lys-OH, Rf (System
157 c) = 0,12;
N-Lauroyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH, Rf (System 157
c)=0,20;
N-Stearoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Ala-OH, Rf
[0088] Das oben beschriebene mit den genannten Schutzgruppen versehene Peptid, das als Ausgangsstoff
für die Kondensation mit N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-Cystein verwendet
wird, kann folgendermassen hergestellt werden:
17,22 g Z-Ala-ONp, 14,8 g HCI. HGlu(OBut)2 und 6,3 ml N-Ethylmorpholin werden in 40 ml Dimethylformamid über Nachtbei 20° stehen
gelassen. Die Lösung wird eingedampft, der Rückstand in Essigester aufgenommen und
mit 1-N-Natriumbicarbonat und Wasser extrahiert.
[0089] Die Essigesterlösung wird eingedampft und es hinterbleibt als Schaum das Z-Ala-Glu(OBu
t)
2 mit dem Rf-Wert 0,60 (in Chloroform-Methanol 95:5), das direkt weiterverarbeitet
wird: 8,5 g werden in 60 ml Methanol gelöst und nach Zugabe von 0,8 mg Pd-Kohle (10%-ig)
bei 20° während 2 Stunden hydriert. Der Katalysator wird abfiltriert und das Filtrat
eingedampft. Man erhält das H-Ala-Glu(OBu
t)
2 als weissen Schaum, das den Rf 0.36 in Chloroform-Methanol 9:1 aufweist.
[0090] Zu 11,46 g Z-Phe-OH und 12,64 g H-Ala-Glu(OBu
t)
2 in 50 ml Dimethylformamid gibt man bei 0° 8,68 g Dicyclohexylcarbodiimid und 5,86
g N-Hydroxybenzotriazol. Nach 15 Stunden bei 4° wird abfiltriert, das Filtrat eingedampft
und der Rückstand aus Essigester-Hexan umkristallisiert. Man erhält das Z-Phe-Ala-Glu(OBu
t)
2 vom Smp. 161-163°. Rf (Toluol-Aceton 1:1) = 0,63.
[0091] 6,4 g dieses Produkts werden in 50 ml Methanol gelöst und nach Zugabe von 0,5 g Pd-Kohle
(10%-ig) bei 20° während 20 Minuten hydriert. Der Katalysator wird abfiltriert und
das Filtrat eingedampft, wobei das H-Phe-Ala-Glu(OBu
t)
2 als weisser Schaum erhalten wird. Rf (Chloroform-Methanol 7:3) = 0,75.
[0092] Zu 4,43 g Z-Ser(Bu
t)-OH und 3,18 g HCI.H-Ser(Bu
t)-OMe in 30 ml Dimethylformamid gibt man bei 0° 1,89 ml N-Ethylmorpholin, 2,29 g HOBt
und 3,4 g Dicyclohexylcarbodiimid. Nach 2 Stunden bei 0° und 15 Stunden bei 20° wird
abfiltriert, das Filtrat eingedampft und in Essigester aufgenommen. Nach Extraktion
der Lösung mit Natriumbicarbonat, verdünnter Salzsäure und Wasser dampft man ein,
wobei das Z-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-CMe als Oel erhalten wird. Rf (Toluol-Aceton 1:1) = 0,70.
[0093] Zu einer Lösung von 6,8 g dieses Produkts in 40 ml Methanol werden 7,5 ml Hydrazinhydrat
gegeben und nach 24 Stunden bei 20° auf etwa die Hälfte des Volumens eingedampft.
Man nimmt in 250 ml Essigester auf und extrahiert mit Wasser. Die Essigesterlösung
wird eingeengt und das erhaltene Z-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-NH―NH
2 mit Petroläther ausgefällt. Rf (Toluol-Aceton 1:1) = 0,50.
[0094] 2,26 g dieses Produkts werden in 20 ml Dimethylformamid gelöst und bei -10° mit 7,022
ml 1,78 N-HCI in Essigester und 0,635 ml tert. Butylnitrit versetzt. Nach 10 Minuten
bei -10° wird eine Lösung von 2,38 g H-Phe-Ala-Glu(OBu
t)
2 und 2,52 ml N-Ethylmorpholin zugetropft und eine Stunde bei -10° und 15 Stunden bei
0° gehalten. Die Lösung wird dann eingedampft, der Rückstand in Essigester aufgenommen
und mit Natriumbicarbonat, verdünnter Salzsäure und Wasser gewaschen. Das nach Eindampfen
der Losüng erhaltene Z-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Phe-Ala-Glu(OBu
t)
2 wird aus Essigester-Hexan umkristallisiert. Smp. 213-215°, Rf (Toluol-Aceton 1:1)
= 0,70.
[0095] 2,30 g dieses Produkts werden in 40 ml Methanol gelöst und nach Zugabe von 0,5 g
Pd-Kohle (10%-ig) bei 20° während 2 Stunden hydriert. Der Katalysator wird abfiltriert
und das Filtrat eingedampft, wobei das H-Ser(Bu
t)-Ser(Bu
t)-Phe-Ala-Glu(OBu
t)
2 als weisser Schaum anfällt. Rf (Toluol-Aceton 1:1)= 0,23.
[0096] Das als Ausgangsstoff verwendete N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl)-(R)-cystein
und das diastereomere Gemisch dieser Verbindung mit der entsprechenden 2(S)-Verbindung,
die abgekürzt hier als 2(R,S) bezeichnet wird, können folgendermassen hergestellt
werden:
6,3 g (2.78 mMol) N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester
löst man in einer Mischung aus 12 ml Trifluoressigsäure und 48 ml Methylenchlorid.
Nach einer Stunde bei Raumtemperatur dampft man die Lösung ein und verreibt den öligen
Rückstand mit Wasser. Das auskristallisierte N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein
wird abgesaugt, getrocknet und zur Entfernung des Benzhydrols dreimal mit Benzin verrieben.
Man kristallisiert den Rückstand aus Aceton-Wasser und erhält so farblose Kristalle
dieses Produkts vom Smp. 71-75° und [α]20D =― 1 ° (Dioxan).
[0097] Den obigen Ester erhält man auf folgende Art:
12 g (20 mMol) N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester
löst man in einer Mischung aus 60 ml Pyridin und 60 ml Methylenchlorid und tropft
bei 0-10° 14,5 ml (13,2 g) Palimitinsäurechlorid zu. Nach 2 Stunden bei Raumtemperatur
ist die Reaktion gemäss Dünnschichtchromatogramm beendet. Man gibt zur Suspension
(Pyridinhydrochlorid) 10 ml Methanol, rührt 20 Minuten bei 25° und dampft dann das
Reaktionsgemisch weitgehend ein. Man nimmt den Rückstand in Chloroform auf, schüttelt
je zweimal mit 0,5 N-Salsäure, 10% Natriumbicarbonat und Wasser aus, trocknet die
Chloroform-Phase mit Natriumsulfat und dampft sie zum Syrup ein. Den reinen Ester
erhält man durch Chromatographie dieses Syrups über Kieselgel in Chloroform. Die chromatographisch
einheitlichen Fraktionen (DC-Kontrolle auf Kieselgel in Chloroform: Essigester 98:2,
Rf=0,5) werden eingedampft und aus Aceton umkristallisiert. Man erhält farblose Kristalle
des N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylesters vom Smp.
69-71 °.
[0098] Der oben verwendete Benzydrylester der N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cysteins
erhält man z.B. auf folgende Weise:
23,4 g (54 mMol) N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein löst man in 150
ml Chloroform-Aethanol-Gemisch 1:1 und tropft dazu bei Raumtemperatur eine Lösung
von 13,6 g (70 mMol) Diphenyldiazomethan in 50 ml Chloroform. Nach 3 Stunden bei Raumtemperatur
ist die anfänglich rote Lösung entfärbt und nach DC (Chloroform: Methanol = 9:1, Kieselgel)
die Reaktion beendet.
[0099] Man dampft im Vakuum zur Trockne und extrahiert den Rückstand kalt mit Petroläther.
Der Rückstand wird über Kieselgel mit Methylenchlbrid als Lösungsmittel filtriert.
Man erhält so farblose Kristalle des Benzhydrylesters vom Smp. 88-91 °.
[0100] Zur Herstellung des N-Palmitoyl-2-[2(R,S),3-dihydroxypropyl]-(R)-cysteins verfährt
man wie folgt:
50 g (139 mMol) N-Palmitoyl-(R)-cystein, 12,4 g Glycid und 45 g Kaliumcarbonat werden
in 375 ml Aethanol unter Stickstoff und gutem Rühren 16 Stunden auf 80° erhitzt. Nach
dem Abkühlen auf Raumtemperatur säuert man mit 2 N-Salzsäure auf pH ca. 4 an und versetzt
mit Wasser; dabei fällt das Produkt aus. Man saugt ab und wäscht mit Wasser bis das
Filtrat frei von Chlorionen ist. Nach dem Trocknen des Nutschgutes im Vakuum kristallisiert
man aus Essigester um. Man erhält farblose Kristalle des Diastereomerengemisches des
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cysteins und N-Palmitoyl-S-[2(S),3-dihydroxypropyl]-(R)-cysteins
vom Smp. 76-155°.
[0101] Durch Umsetzung des N-Palmitoyl-2-[2(R,S),3-dihydroxypropyl]-(R)-cysteins mit Diphenyldiazomethan,
wie oben für R-Verbindung angegeben S, und anschliessende Palmitoylerung ebenfalls
wie eben angegeben erhält man den N-Palmitoyl-S-[2(R,S),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein-
benzhydrylester: farblose Kristalle vom Smp. 84-85°.
[0102] Wenn man dieses Diastereomeren-Gemisch (19,8 g) an einer Säule mit 250 g Kieselgel
(Merck) mit Methylenchlorid als Lösungsmittel chromatographiert, so erhält man in
einer ersten Fraktion (1,55 g) das R-Diastereomere (Rf = 0,61, Methylenchlorid: Essigester
= 98:2, Dünnschicht, Kieselgel), in einer zweiten Fraktion 12,7 g eines R,S-Diastereomerengemisches
und in einer dritten Fraktion (1,1 g) des S-Diastereomeren (Rf = 0,53 in Methylenchlorid:
Essigester = 98:2).
[0103] Aus dem (S)-Diastereomeren erhält man in der oben beschriebenen Weise das N-Palmitoyl-S-[2(S),3-dipalmitoyloxypropyl](R)-cystein;
farblose Kristalle, Smp. 64-65° [α]
20D = + 1 ° (Dioxan).
[0104] Die für die Herstellung der in diesem Beispiel erwähnten in analoger Weise wie das
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Phe-Ala-Glu-OH herzustellenden
neuen Lipopeptide gemäss der Erfindung benötigten Ausgangsstoffe sind z.B. das
N-Myristoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle vom Smp. 140-150°,
und das
N-Stearoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle vom Smp. 140-150°;
N-Lauroyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle vom Smp. 140-150°.
[0105] Sie können gemäss den Angaben im Beispiel 4 hergestellt werden.
[0106] Die gemäss den obigen Angaben herzustellenden Benzhydrylester haben folgende Daten:
N-Myristoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, farblose Kristalle
vom Smp. 90-92°;
N-Stearoyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, farblose Kristalle
vom Smp. 95°-97°;
N-Lauroyl-S-[2(R),3-dihydroxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, farblose Kristalle
vom Smp. 95-97°.
[0107] In analoger Weise wie beschrieben kann man folgende N-Acyl-S-[2(R),3-diacyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester
mit verschiedenen Acylgruppen am N und an den O-Atomen erhalten:
N-Lauroyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyll-(R)-cystein-benzhydrylester, Smp, 65-68°;
N-Myristoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, Smp. 68-70°;
N-Stearoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, Smp. 70-72°.
[0108] Weitere als Zwischenprodukt zur Verwendende Verbindungen, die nach den obigen Angaben
hergestellt werden können, sind:
N-Lauryl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle, Smp. 70-72°;
N-Myristoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle, Smp.
71-73°;
N-Stearoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle, Smp. 74-77°.
Beispiel 6
[0109] Mittels der im Beispiel 5 beschriebenen Reaktionen werden folgende Ausgangsstoffe
zur Herstellung von Lipopeptiden gemäss der Anmeldung hergestellt:
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dilauroyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, farbloses Wachs;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-distearoyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, farblose Kristalle,
Smp. 80―82°;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dioleoyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, farbloses Oel;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dibehenoyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester, farblose Kristalle,
Smp. 85-88°;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-di-(dihydrosterkuloyloxypropyl]-(R)-cystein-benzhydrylester,
farbloses Wachs.
[0110] Die entsprechenden nicht veresterten substituierten Cysteine haben folgenden Daten:
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dilauroyloxypropyl]-(R)-cystein, farbloses Oel, Rf=0,27;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-distearoyloxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle, Smp. 82-85°;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dioleoyloxypropyl]-(R)-cystein, farbloses Oel, Rf in Chloroform:
Methanol = 9:1 (Dünnschicht- Kieselgel-Merck) = 0,35;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dibehenoyloxypropyl]-(R)-cystein, farblose Kristalle., Smp.
87-90°;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3-di-(dihydrosterkuloyloxypropyl]-(R)-cystein, farbloses Wachs,
Rf=0,38 (gleiche Bedingungen wie oben für das N-Palmitoyl-2,3-dioleoyloxy-Derivat
angegeben).
[0111] Diese Cystein-Derivate werden nach den Angaben im Beispiel 5 mit folgenden Peptiden
kondensiert:
H-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH
H-Glu-Gln-Asn-Ala-Lys-OH
H-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH
[0112] Man erhält so die entsprechenden Lipopeptide gemäss der Erfindung.
Beispiel 7
[0113] Man lässt 0,9 g N-Palmitoyl-S-2(R),3(R),4-tripalmitoyloxy-butyl-(R)-cystein-benzhydrylester
in einer Mischung aus 3 ml Trifluoressigsäure und 12 ml Methylenchlorid 2 Stunden
bei Raumtemperatur stehen. Dann dampft man zur Trockne, verreibt den Rückstand mit
Eiswasser, saugt ab und trocknet den Festkörper. Dann extrahiert man ihn mit Benzin
und kristallisiert aus Aceton um. Man erhält farblose Kristalle des N-Palmitoyl-S-2(R),3(R),4-tripalmitoyloxy-butyl-(R)-cysteins
vom Smp. 76-76,5° und der spezifischen Drehung [α]
20D =―5° (c = 0,819, Dioxan).
[0114] Den als Ausgangsmaterial verwendeten Benzhydrylester gewinnt man auf folgende Weise:
1 g N-Palmitoyl-S-2(R),3(R),4-trihydroxybutyl-(R)-cystein-benzhydrylester werden in
einer Mischung aus 6 ml Pyridin in 5 ml Methylenchlorid mit 1,83 ml Palmitinsäurechlorid
acyliert. Nach 18 Stunden bei Raumtemperatur gibt man 1 ml Methanol zu und dampft
zur Trockne. Den Rückstand filtriert man über 100 g Kieselgel Merck mit Chloroform
als Lösungsmittel. Die nach Dünnschichtchromatographie (CHCI3: Essigester = 98:2) reinen Fraktionen geben nach Eindampfen farblose Kristalle vom
Smp. 60-62°.
[0115] Das Ausgangsmaterial für die obige Reaktion gewinnt man wie folgt:
2,53 g N-Palmitoyl-S-2(R),3(R),4-trihydroxybutyl-(R)-cystein lässt man in einer Mischung
aus 12 ml Aethanol und 32 ml Chloroform mit 1,37 g Diphenyldiazomethan 15 Stunden
bei Raumtemperatur reagieren. Man dampft zur Trockne und reinigt den entstandenen
Benzhydrylester an 150 g Kieselgel in Chloroform als Lösungsmittel. Rf = 0,3 (CHC13: Aceton = 95:5) Kieselgel Merck, Dünnschicht.
[0116] N-Palmitoyl-S-2(R),3(R),4-trihydroxybutyl-(R)-cystein gewinnt man auf folgende Weise.
[0117] 20 g N-Palmitoyl-cystein, 27,6 g 1-Toxyl-2,4-äthyliden-D-erythrit und 17 g Pottasche
werden unter Stickstoff in 240 ml Aethanol 15 Stunden bei 80° gerührt. Dann filtriert
man die Salze ab und dampft das Filtrat zur Trockne. Man nimmt den Rückstand in 200
ml H
20: Tetrahydrofuran = 1:1 auf und säuert mit 2 N-Salzsäure auf pH = 3 an. Dann schüttelt
man dreimal mit Aether aus, stellt mit Pyridin den pH der Aetherphase auf 4,5 ein,
schüttelt mit Wasser aus, trocknet die Aetherphase und dampft zur Trockne. Diesen
Rückstand reinigt man über 200 g Kieselgel Merck mit Chloroform: Aceton = 8:2 (1 1)
und dann mit CHCl
3:MeOH = 6:4 (1,2 1) als Elutionsmittel.
[0118] Die reinen Fraktionen werden eingedampft, mit Hexan verrieben und aus Essigester-Petroläther
umkristallisiert.
[0119] Man erhält farblose Kristalle des N-Palmitoyl-S-[(2,4-äthyliden)-erythrityl]-(R)-cysteins
vom Smp. 6265°.
[0120] Die Hydrolyse dieser Verbindung wird mit 3-proz. HBF
4 bei 80° während 4.5 Stunden ausgeführt.
[0121] 8,2 g Aethylidenderivat werden in 100 ml Dimethoxyäthan und 100 ml 3-proz. HBF behandelt.
Dann kühlt man auf 0°, wobei das Hydrolyseprodukt ausfällt. Nach Absaugen und Trocken
kristallisiert man aus Essigester um. Smp. 160-165°, Sintern ab 93 °. Rf = 0,285 (CHCl
3:MeOH = 6:4) Dünnschicht, Kieselgel, Merck.
Beispiel 8
[0122] Analog den Angaben von Beispiel 5 werden aus N-Stearoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropylJ-(R)-cystein
und aus N-Palmitoyl-S-[2(R),3(R),4-tripalmitoyloxybutyl]-(R)-cystein folgende Lipopeptide
hergestellt:
N-Stearoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-Ile-Asp-Glu-OH,
Rf (157) = 0,32;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3(R),4-tripalmitoyloxybutyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH, Rf (157)
= 0,55;
N-Palmitoyl-S-[2(R),3(R),4-tripalmitoyloxybutyl]-Cys-Ser-Ser Asn-Ala-Lys-Ile-Asp-Glu-OH,
Rf (157) = 0,38.
Beispiel 9
[0123] Analog den Angaben des Beispiels 5 werden aus N-Palmitoyl-2(R),3-dipalmitoyloxypropyl-(R)-cystein
oder N- Palmitoyl 2(R,S), 3-dipalmitoyloxypropyl-Cystein die nachstehend aufgeführten
Lipopeptide hergestellt, wobei die Reste der eben genannten Cystein-Derivate mit PC(R)
bzw. PC(R,S) bezeichnet werden:
PC(R,S)-Ser-Ser-Asn-OH
PC(R)-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH
PC(R,S)-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH
PC(R)-Ser-OH
PC(R,S)-Ser-OH
PC(R,S)-Ser-Ser-Asn-Ala-OH
PC(R)-Phe-Ile-Ile-Phe-Ala-OH
PC(R,S)-Phe-Ile-Ile-Phe-Ala-OH
PC(R)-Val-Lys-Val-Tyr-Pro-OH
PC(R,S)-Val-Lys-Val-Tyr-Pro-OH
PC(R)-Ala-Ile-Gly-Val-Gly-Ala-Pro-NH2
PC(R,S)-Ala-Ile-Gly-Val-Gly-Ala-Pro-NH2
PC(R)-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-Ile-Asp-Glu-OH
PC(R,S)-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-Ile-Asp-Glu-OH
[0124] Ferner stellt man die R, S-Epimerengemische sämtlicher in den vorhergehenden Beispielen
beschriebenen Lipopeptide her.
1. Verbindungen der Formel

worin R, und R
2 je einen gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen oder gemischt aliphatischcycloaliphatischen,
gegebenenfalls auch durch Sauerstoffunktionen substituierten, Kohlenwasserstoffrest
mit 11-21 C-Atomen, R
3 Wasserstoff oder den Rest R
1―CO―O―CH
2― wo R, die gleiche Bedeutung hat, und X eine peptidisch gebundene natürliche aliphatische
Aminosäure mit freier, veresterter oder amidierter Carboxylgruppe, oder eine Aminosäurensequenz
von 2-10 natürlichen aliphatischen Aminosäuren, deren terminale Carboxylgruppe in
freier, veresterter oder amidierter Form vorliegt, bedeuten, wobei die mit
* bzw.
** bezeichneten Asymmetriezentren die absolute R- bzw; S- oder R-Konfiguration besitzen,
und gegebenenfalls Gemische der an den
**C-Atomen epimeren R- und S-Verbindungen, und ihre Salze und Komplexe.
2. Verbindungen gemäss Anspruch 1, worin die Acylreste R,CO und R2CO sich von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 14-18 C-Atomen ableiten,
und worin R, und R2 identisch oder verschieden sein können.
3. Verbindungen gemäss Anspruch 1, worin die Acylreste sich von der Palmitin-, Stearin-,
Oel-, Laurin-, Myristin-, Behen-, Dihydrosterkul-, Malval-, Hydnocarpus- oder Chaulmoograsäure
ableiten.
4. Verbindungen gemäss einem der Ansprüche 1-3, worin hydrophile Gruppen tragende
Aminosäuren in X die ionischen Aminosäuren Asparagin-, Glutamin- und/oder Oxyglutaminsäure,
oder Lysin, Ornithin, Arginin und/oder Histidin. oder Asparagin. Glutamin, Serin und/oder
Threonin sind, und keine hydrophile Gruppen tragenden Aminosäuren in X Glycin, Alanin,
Valin, Norvalin, Leucin, Isoleucin und/ oder Methionin sind.
5. Verbindungen gemäss einem der Ansprüche 1-4, worin in der Peptidkette X die Aminosäuren
mit hydrophilem Charakter direkt miteinander verbunden sind.
6. Verbindungen gemäss Anspruch 5, worin die Sequenz der Aminosäuren mit hydrophilem
Charakter direkt an die Carboxylgruppe des Cysteins im Triacyl-Glyzeryl-bzw. Tetracyl-,
Erithrityl-cystein-Teil gebunden ist.
7. Verbindungen gemäss einem der Ansprüche 1-6, worin X in Formel 1 eine Aminosäure
oder eine Peptidkette mit 2-5 Aminosäuren darstellt.
8. Verbindungen gemäss Anspruch 1 der Formel

ihre Salze und Komplexe, worin X eine peptidisch gebundene natürliche aliphatische
Aminosäure mit einer hydrophilen Gruppe und freier, veresterter oder amidierter Carboxylgruppe,
oder eine Aminosäuresequenz von 2-5 natürlichen aliphatischen Aminosäuren, von denen
die Hälfte mindestens eine hydrophile Gruppe tragen, deren terminale Carboxylgruppe
in freier, veresterter oder amidierter Form vorliegt, wobei die mit
* und
** bezeichneten Asymmetrizentren die R-Konfiguration haben.
9. Verbindungen nach einem der Ansprüche 1-6, worin X in Formel des Anspruchs 1 eine
im Vergleich zu den bekannten Murein-Lipoprotein-Abbau-Lipopeptiden unnatürliche Aminosäuresequenz
aufweist.
10. Verbindungen entsprechend denjenigen des Anspruchs 8, in denen jedoch die Konfiguration
am C**-Atom S statt R ist, und die Gemische der R- und S-Diastereomeren.
11. Verbindungen gemäss einem der Ansprüche 1-6 der Formel

worin R, und R
2 die für Formel I angegebene Bedeutung haben, und X eine Peptidkette mit 6-10 Aminosäuren
darstellt, wobei die mit
* und
** bezeichneten Asymmetriezentren die R-Konfiguration haben, sowie die am C
**-Atom die (S)-Konfiguration aufweisenden Verbindungen, sowie die R- und S-Diastereomeren-Gemische,
ihre Salze und Komplexe.
12. Verbindungen gemäss einem der Ansprüche 1-6 der Formel

worin R, und Rz die in einem der Ansprüche 1-6 gegebene Bedeutung haben, und X eine
Aminosäure oder eine Peptidkette mit 2-5 Aminosäuren bedeutet, und Gemische der and
den
**C-Atomen stereoisomeren Verbindungen, und ihre Salze und Komplexe.
13. Die Amide und Ester der Verbindungen gemäss den Ansprüchen 7-12, worin sich ein
Esterrest in der tereminalen veresterten Carboxylgruppe von Xvon einem niederen aliphatischen
Alkohol mit 1-7 C-Atomen, einem Aethylenglykol oder dem Glyzerin ableitet, und eine
terminale Amidgruppe in X die Amidgruppe CONH2 ist oder eine sich von einem niederen aliphatischen Amin 1-7 C-Atomen, dem Pyrrolidin,
Piperidin oder Piperazin ableitende Amidgruppe ist.
14. Das Lipopeptid N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH,
gemäss Anspruch 1.
15. Das Lipopeptid N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Phe-Ala-Glu-OH
gemäss Anspruch 1.
16. Das N-Palmitoyl-S-[2(R),3-di-(dihydrosterkuloyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH
gemäss Anspruch 1.
17. Das Lipopeptid N-Lauroyl-S-[2(R),3-dipalmitoyl-oxypropyll-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH
gemäss Anspruch 1.
18. Das N-Myristoyl-S-[2(R),3-Dipalmitoyloxypropyll-Cys-Glu-Gin-Asn-Ala-Lys-OH gemäss
Anspruch 1.
19. Das N-Palmitoyl-S-[2(R,S),3-dilauroyloxypropyl]-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH gemäss
Anspruch 1.
20. Das N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dilauroyloxy]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH gemäss Anspruch
1.
21. Das N-Palmitoyl-S-[3(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ala-Ile-Gly-Val-Gly-Ala-Pro-NH2
gemäss Anspruch 1.
22. Das N-Palmitoyl-S-[2(R),3-dioleoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH gemäss
Anspruch 1.
23. Das N-Palmitoyl-S-[2(R,S),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH gemäss
Anspruch 1.
24. Das N-Stearoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-lle-Asp-Glu-OH
gemäss Anspruch 1.
25. Die Verbindungen der Ansprüche 14-15 entsprechenden Lipopeptide, in denen anstelle
der Palmitoylreste im Diacyloxypropylrest Lauroyl-, Stearoyl, Oleoyl-, Behenoyl- oder
Dihydrosterkuloyl-Reste vorhanden sind.
26. Eine Verbindung der Ansprüche 14-18, 21 und 23-24 mit R-Konfiguration am 2-C-Atom
des Propylrestes entsprechende epimere Verbindung mit S-Konfiguration oder ein Diastereomeren-gemisch
von R- und S-Verbindung.
27. Ammoniumsalze, Alkali- oder Erdalkalisalze von sauren Verbindungen, und pharmazeutisch
anwendbare, nichttoxische Säureadditionssalze von basischen Verbindungen, und Kupfer-,
Zink-, Eisen-oder Kobalt-Komplexsalze von Verbindungen gemäss einem der Ansprüche
1-26.
28. Verbindungen der Formel

worin R
1, R
2 je einen gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen oder gemischt aliphatischcycloaliphatischen,
gegebenenfalls auch durch Sauerstofffunktionen substituierten Kohlenwasserstoffrest
mit 11-21 C-Atomen und R
3 Wasserstoff oder den Rest R
1―CO―OCH
2―, wo R, die gleiche Bedeutung hat, bedeuten, wobei die mit
* bzw.
** bezeichneten Asymmetriezentren die absolute R bzw. S- oder R-Konfiguration besitzen,
und Gemische der an den C
**-Atomen stereoisomeren Verbindungen.
29. Eine Verbindung gemäss Anspruch 28, worin R3 Wasserstoff bedeutet und worin sich die Acylreste R, und R2 von der Palmitin-, Stearin-, Oel-, laurin-, Myristin-, Behen-, Dihydrosterkul-, Malval-Hydnocarpus-
oder Chaulmoograsäure ableiten.
30. Pharmazeutische Präparate enthaltend eine Verbindung gemäss einem der Ansprüche
1-28.
31. Eine Verbindung gemäss einem der Ansprüche 1-28 zur Anwendung in einem Verfahren
für die therapeutische Behandlung des tierischen oder menschlichen Körpers.
32. Verbindungen gemäss einem der Ansprüche 1-20 zur Anwendung als immunstimmulierende
Mittel, insbesondere als Adjuvantien bei der Herstellung von Antiseren für Therapie
und Diagnostik und bei der Induktion von immunologisch aktivierten Lymphocyten-populationen
für Zelltransferverfahren, oder als Prophylaktikum oder Therapeutikum gegen Infektionskrankheiten
bei Mensch und Tier.
33. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel

worin R
1 und R
2 je einen gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen oder gemischt aliphatischcycloaliphatischen,
gegebenenfalls auch durch Sauerstoffunktionen substituierten, Kohlenwasserstoffrest
mit 11-21 C-Atomen, R
3 Wasserstoff oder den Rest R
1―CO―O―CH
2―, wo R
1die gleich Bedeutung hat, und X eine peptidisch gebundene natürliche aliphatische
Aminosäure mit freier, veresterter oder amidierter Carboxylgruppe, oder eine Aminosäurensequenz
von 2-10 natürlichen aliphatischen Aminosäuren, deren terminale Carboxylgruppe in
freier, veresterter oder amidierter Form vorliegt, bedeuten, wobei die mit
* bzw.
** bezeichneten Asymmetriezentren die absolute R- bzw. S- oder R-konfiguration besitzen,
und gegebenenfalls von Gemischen der an den Cu-Atomen epimeren R- und S-Verbindungen,
und ihren Salzen und Komplexen, dadurch gekennzeichnet, dass man
a) in einer Verbindung der Formel

worin R1, R2 und R3 die für Formel (I) angegebene Bedeutung haben und Y eine X in der Formel (I) entsprechende
Aminosäure oder Aminosäurensequenz darstellt, worin jedoch mindestens eine der die
Aminosäuren substituierenden hydrophilen Gruppen und/oder die terminale Carboxylgruppe
durch eine unter neutralen oder milden sauren Bedingungen abspaltbare Schutzgruppe
geschützt ist, oder in einem Salz einer solchen Verbindung, die Schutzgruppe(n) abspaltet,
oder
b) dass man eine Verbindung der Formel

worin R1, R2 und R3 die für Formel (I) angegebene Bedeutung haben und W = OH oder eine Aminosäure oder
eine unvollständige Sequenz von Aminosäuren gemäss X in Formel (I) darstellt, mit
einer Verbindung der Formel

wo Z1 eine der Gruppe X in Formel (I) entsprechende Gruppe bzw. eine zur genannten Aminosäure
oder unvollständigen Sequenz von Aminosäuren gemäss X komplementären Aminosäuresequenz
bzw. Aminosäure bedeutet, in welchen Sequenzen jedoch keine freien Aminogruppen vorhanden
sind, oder einem Salz derselben, umsetzt, oder
c) eine Verbindung der Formel

worin R2 die für Formel (I) angegebene Bedeutung besitzt und R3 Wasserstoff oder die Gruppe H―O―CH2― darstellt, und Z2 eine X in Formel (I) entsprechende Gruppe darstellt, worin jedoch keine freien Hydroxygruppen
vorhanden sind, oder ein Salz dieser Verbindung, in an sich bekannter Weise acyliert,
und, wenn erwünscht, in erhaltenen Verbindungen mit freier terminaler Carboxylgruppe,
dieselbe in eine Amidgruppe oder Estergruppe überführt, und/oder die Verbindungen
in ihre Salze oder Komplexe überführt.
1. Composé de formule

où R
1 et R
2 représentent chacun un radical hydrocarburé aliphatique ou mixte aliphatique-cycloaliphatique
saturé ou insaturé, éventuellement également substitué par des fonctions oxygénées
et ayant de 11 à 21 atomes de carbone, R
3 un hydrogène ou le radical R
1―CO―O―CH
2― où R
1 a la même signification, et X un acide aminé aliphatique naturel à liaison peptidique
avec groupe carboxyle libre, estérifié ou amidé, ou une séquence d'acides aminés de
2 à 10 acides aminés aliphatiques naturels, dont le groupe carboxyle terminal se présente
sous forme libre, estérifiée ou amidée, où les centres d'asymétrie désignés par
* ou
** possèdent la configuration absolute R ou S our R, et éventuellement les mélanges
des composés R et S épimères sur les atomes de carbone
**, et les sels et complexes de ces composés.
2. Composés selon la revendication 1, où les radicaux acyle RCO et RZCO dérivent d'acides gras saturés ou insaturés ayant de 14 à 18 atomes de carbone,
et où R, et R2 peuvent être identiques ou différents.
3. Composés selon la revendication 1, où les radicaux acyle dérivent de l'acide palmitique,
de l'acide stéarique, de l'acide oléique, de l'acide laurique, de l'acide myristique,
de l'acide béhénique, de l'acide dihydrosterculique, de l'acide malvalique, de l'acide
hydnocarpique ou de l'acide chaulmoogrique.
4. Composés selon l'une des revendications 1-3, où les acides aminés portant des groupes
hydrophiles dans X sont les acides aminés ioniques asparagine, acide glutamique et/ou
oxyglutamique, ou la lysine, l'ornithine, l'arginine et/ou l'histidine, ou l'asparagine,
la glutamine, la sérine et/ou la thréonine, et où les acides aminés ne portant pas
de groupes hydrophiles dans X sont la glycine, l'alanine, la valine, la norvaline,
la leucine, l'isoleucine et/ou la méthionine.
5. Composés selon l'une des revendications 1-4, où dans la chaîne peptidique X les
acides aminés à caractère hydrophile sont directement liés les uns aux autres.
6. Composés selon la revendication 5, où la séquence des acides aminés à caractère
hydrophile est directement liée au groupe carboxyle de la cystéine dans la fraction
triacyl-glycéryl- ou tétracyl-, érythrityl-cystéine.
7. Composés selon l'une des revendications 1-6, où X dans la formule 1 représente
un acide aminé ou une chaîne peptidique avec de 2 à 5 acides aminés.
8. Composés selon la revendication 1 de formule

ou leurs sels et complexes, où X représente un acide aminé aliphatique naturel à liaison
peptidique avec un groupe hydrophile et un groupe carboxyle libre, estérifié ou amidé,
ou une séquence d'acides aminés de 2 à 5 acides aminés aliphatiques naturels, dont
la moitié porte au moins un groupe hydrophile, dont le groupe carboxyle terminal se
présente sous forme libre, estérifiée ou amidée, où les centres d'asymétrie représentés
par
* et
** ont la configuration R.
9. Composés selon l'une des revendications 1-6, où X dans la formule I de la revendication
1 présente une séquence d'acides aminés synthétique par comparaison aux lipopeptides
de dégradation de lipoprotéines muréiques connus.
10. Composés correspondants aux composés de le revendication 8, où cependant la configuration
sur l'atome de carbone C** est S au lieu de R, et les mélanges des diastéréoisomères R et S.
11. Composés selon l'une des revendications 1-6 de formule

où R
1 et R
2 ont la signification donnée pour la formule I, et où X représente une chaîne peptidique
avec de 6 à 10 acides aminés, où les centres d'asymétrie désignés par
* et
** ont la configuration R, ainsi que les composés présentant sur l'atome de C
** la configuration (S), ainsi que les mélanges de diastéréoisomères R et S, leurs sels
et complexes.
12. Composés selon l'une des revendications 1-6 de formule

où R
1 et R
2 ont la signification donnée dans l'une des revendications 1-6, et où X représente
un acide aminé ou une chaîne peptidique avec de 2 à 5 acides aminés, et les mélanges
des composés stéréoisomériques sur les atomes de C
**, et leurs sels et complexes.
13. Les amides et esters des composés selon les revendications 7-12, où un radical
ester dans le groupe carboxyle estérifié terminal de X dérive d'un alcool aliphatique
inférieur avec de 1 à 7 atomes de carbone, d'un éthylèneglycol ou de la glycérine,
et où un groupe amide terminal dans X est le groupe amide CONH2 ou bien est un groupe amide dérivant d'une amine aliphatique inférieure ayant de
1 à 7 atomes de carbone, de la pyrrolidine, de la pipéridine ou de la pipérazine.
14. Le lipopeptide N-palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH,
selon la revendication 1.
15. Le lipopeptide N-palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl)-Cys-Ser-Ser-Phe-Ala-Glu-OH
selon la revendication 1.
16. Le N-palmitoyl-S-[2(R),3-di-(dihydrosterculoyloxypropyl)-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH
selon la revendication 1.
17. Le lipopeptide N-lauroyl-S-[2(R),3-dipalmitoyl-oxypropyll-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH
selon la revendication 1.
18. Le N-myristoyl-S-(2(R),3-dipalmitoyloxypropyl)-Cys-Glu-Gln-Asn-Ala-Lys-OH selon
la revendication 1.
19. Le N-palmitoyl-S-[2(R,S),3-dilauroyloxypropyl]-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH selon
la revendication 1.
20. Le N-palmitoyl-S-[2(R),3-dilauroyloxy]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH selon la revendication
1.
21. Le N-paimitoyl-S-[3(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ala-lie-Gly-Val-Gly-Ala-Pro-NH2 selon la revendication 1.
22. Le N-palmitoyl-S-[2(R),3-dioléoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH selon la
revendication 1.
23. Le N-palmitoyl-S-[2(R,S),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH selon
la, revendication 1.
24. Le N-stéaroyl-S-[2(R),3-dipaimitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-Ile-Asp-Glu-OH
selon la revendication 1.
25. Les composés des lipopeptides correspondants aux revendications 14-15, où on trouve
au lieu des radicaux palmitoyle dans le radical diacyloxypropyle les radicaux lauroyle,
stéaroyle, oléoyle, béhénoyle ou dihydrosterculoyle.
26. Composé des revendications 14-18, 21 et 23-24 avec configuration R sur l'atome
2C du composé épimère correspondant au radical propyle avec configuration S ou un
mélange de diastéréoisomères des composés R et S.
27. Sels d'ammonium, sels alcalins ou alcalino-terreux de composés acides, et les
sels d'addition acides non toxiques pharmaceutiquement acceptables de composés basiques
et les sels de complexes de cuivre, de zinc, de fer ou de cobalt de composés selon
l'une des revendications 1-26.
28. Composés de formule

où R
1, R
2 représentent chacun un radical hydrocarbure saturé ou insaturé, aliphatique ou mixte
aliphatique-cycloaliphatique, éventuellement également substitué par des fonctions
oxygène, et ayant de 11 à 21 atomes de carbone, et R
3 un hydrogène ou le radical R
1―CO―OCH
2―, où R, a la même signification, où les centres d'asymétrie représentés par
* ou
** ont la configuration absolue R ou S, et les mélanges des composés stéréoisomériques
sur les atomes de C
**.
29. Composé selon la revendication 28, où R3 représente un hydrogène, et où les radicaux acyle R, et R2 dérivent de l'acide palmitique, de l'acide stéarique, de l'acide oléique, de l'acide
laurique, de l'acide myristique, de l'acide béhénique, de l'acide dihydrosterculite,
de l'acide malvalique, de l'acide hydnocarpique ou de l'acide chaulmoogrique.
30. Préparations pharmaceutiques contenant un composé selon l'une des revendications
1-28.
31. Composé selon l'une des revendications 1-28 aux fins d'application dans un procédé
de traitement thérapeutique du corps animal ou humain.
32. Composés selon l'une des revendications 1-28 aux fins d'application comme agents
immunostimulants, en particulier comme adjuvants dans la préparation d'antiséra pour
la thérapeutique et le diagnostic et dans l'induction des populations lymphocitaires
immunologiquement activées, pour le procédé de transfert cellulaire, ou comme agents
prophylactiques ou thérapeutiques contre les maladies infectieuses chez l'homme et
l'animal.
33. Procédé de préparation de composés de formule

où R
i et R
2 représentent chacun un radical hydrocarburé aliphatique ou mixte aliphatique-cycloaliphatique
saturé ou insaturé, éventuellement également substitué par des fonctions oxygénées
et ayant de 11 à 21 atomes de carbone, R
3 un hydrogène ou le radical R
1―CO―O―CH
2― où R
1 a la même signification, et X un acide aminé aliphatique naturel à liaison peptidique
avec groupe carboxyle libre, estérifié ou amidé, ou une séquence d'acides aminés de
2 à 10 acides aminés aliphatiques naturels, dont le groupe carboxyle terminal se présente
sous forme libre, estérifiée ou amidée, où les centres d'asymétrie désignés par
* ou
** possèdent la configuration absolue R ou S ou R, et éventuellement les mélanges des
composés R et S épimères sur les atomes de carbone
**, et les sels et complexes de ces composés, caractérisé en ce que
a) dans un composé de formule

où R1, R2 et R3 ont la signification donnée pour la formule (I) et où Y représente un acide aminé
ou une séquence d'acides aminés correspondant à X dans la formule (I), où cependant
au moins l'un des groupes hydrophiles substituant les acides aminés et/ou le groupe
carboxyle terminal est protégé par un groupe protecteur séparable dans des conditions
neutres ou faiblement acides, ou dans un sel d'un tel composé, on sépare le ou les
groupes protecteurs ou
b) on fait réagir un composé de formule

où R1, R, et R3 ont la signification donnée pour la formule (I) et où W = OH ou un acide aminé ou
une séquence incomplète d'acides aminés selon X dans la formule (I), avec un composé
de formule

où Z1 représente un groupe correspondant au groupe X dans la formule (I) ou une séquence
d'acides aminés ou un acide aminé complémentaire de l'acide aminé ou de la séquence
incomplète d'acides aminés mentionné(e) selon X, dans laquelle séquence on ne trouve
cependant aucun groupe amino libre, ou un de ses sels, ou
c) on acyle de façon classique un composé de formule

où R2 a la signification donnée pour la formule (l) et R'3 représente un hydrogène ou le groupe HO―CH2, et Z2 un groupe correspondant à X dans la formule (I), où cependent aucun groupe hydroxy
libre n'est présent, ou un sel de ce composé, et, si on le désire, on transforme dans
les composés obtenus à groupe carboxyle terminal libre celui-ci en un groupe amide
ou en un groupe ester, et/ou les composés en leurs sels ou complexes.
1. Compounds of the formula

wherein R, and R
2 each represent a saturated or unsaturated aliphatic or mixed aliphatic-cycloaliphatic
hydrocarbon radical which has 11-21 C atoms and which is also optionally substituted
by oxygen functions, R
3 represents hydrogen or the radical R,-CO-O-CH2-, where R, has the same meaning, and
X represents a natural aliphatic amino acid linked by a peptide bond and having a
free, esterified or amidated carboxyl group, or an amino acid sequence of 2-10 natural
aliphatic amino acids, the terminal carboxyl group of which is free or in the ester
or amide form, with the asymmetric centres denoted by
* and
** possessing the absolute R- and S- or R-configurations, respectively; and, possibly,
mixtures of the R- and S-compounds epimeric on the C
** atoms, and salts and complexes of all these compounds.
2. Compounds according to Claim 1, wherein the acyl groups R,CO and R2CO are derived from saturated or unsaturated fatty acids having 14-18 C atoms, and
wherein R, and R2 can be identical or different.
3. Compounds according to Claim 1, wherein the acyl groups are derived from palmitic,
stearic, oleic, lauric, myristic, behenic, dihydrosterculic, malvalic, hydnocarpic
or chaulmoogric acid.
4. Compounds according to any one of Claims 1-3, wherein amino acids carrying hydrophilic
groups in X are the ionic amino acids: aspartic acid, glutamic acid, and/or oxyglutamic
acid, or: lysine, ornithine, arginine and/or histidine, or asparagine, glutamine,
serine and/or threonine, and amino acids carrying no hydrophilic groups in X are glycine,
alanine, valine, norvaline, leucine, isoleucine and/or methionine.
5. Compounds according to any one of Claims 1-4, wherein in the peptide chain X the
amino acids having hydrophilic character are linked directly with each other.
6. Compounds according to Claim 5, wherein the sequence of the amino acids having
hydrophilic character is bound directly to the carboxyl group of the cysteine in the
triacyl-glycerylcysteine part or tetraacyl-erythritylcysteine part.
7. Compounds according to any one of Claims 1-6, wherein X in the formula I represents
an amino acid, or a peptide chain having 2-5 amino acids.
8. Compounds according to Claim 1 of the formula

their salts and complexes, wherein X represents a natural aliphatic amino acid linked
by a peptide bond and having a hydrophilic group and a free, esterified or amidated
carboxyl group, or an amino acid sequence of 2-5 natural aliphatic amino acids of
which half carry at least one hydrophilic group, and of which the terminal carboxyl
group is free or in the ester or amide form, with the asymmetic centres denoted by
* and
** possessing the R-configuration.
9. Compounds according to any one of Claims 1-6, wherein X in formula I of Claim 1
represents an unnatural amino acid sequence compared with that of the known murein-lipoprotein-degradation
lipopeptides.
10. Compounds corresponding to those of Claim 8, in which however the configuration
on the C** atom is S instead of R, and the mixtures of the R- and S-diastereomers.
11. Compounds according to any one of Claims 1-6 of the formula

wherein R, and R
2 have the meanings given under the formula I, and X represents a peptide chain having
6-10 amino acids, with the asymmetric centres denoted by
* and
** possessing the R-configuration, and also the compounds having on the C
** atom the (S)-configuration, as well as R- and S-diastereomers mixtures, and salts
and complexes thereof.
12. Compounds according to any one of Claims 1-6 of the formula

wherein R
i and R
2 have the meanings given in any one of Claims 1-6, and X represents an amino acid,
or a peptide chain having 2-5 amino acids, and mixtures of the compounds stereoisomeric
on the C
** atoms, and salts and complexes thereof.
13. The amides and esters of the compounds according to Claims 7-12, wherein an ester
radical in the terminally esterified carboxyl group of X is derived from a lower aliphatic
alcohol having 1-7 C atoms, an ethylene glycol or glycerin, and a terminal amide group
in X is the amide group CONH2, or an amide group derived from a lower aliphatic amine having 1-7 C atoms, or from
pyrrolidine, piperidine or piperazine.
14. The lipopeptide: N-palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Lys-OH,
according to Claim 1.
15. The lipopeptide: N-palmitoyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Phe-Ala-Glu-OH,
according to Claim 1.
16. N - palmitoyl - S - [2(R),3 - di - (dihydrosterculoyloxypropyl] - Cys - Ser -
Ser - Asn - Ala - Glu - OH, according to Claim 1.
17. The lipopeptide: N-lauroyl-S-[2(R),3-dipalmitoyloxypropylJ-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH,
according to Claim 1.
18. N-Myristoyl-S-[2-(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Glu-Gln-Asn-Ala-Lys-OH, according
to Claim 1.
19. N-Palmitoyl-S-[2(R,S),3-dilauroyloxypropyl]-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH, according
to Claim 1.
20. N-palmitoyl-S-[2(R),3-dilauroyloxy]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH, according to Claim
1.
21. N-palmitoyl-S-[3(R),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Ala-Ile-Gly-Val-Gly-Ala-Pro-NH2, according to Claim 1.
22. N-palmitoyl-S-[2(R),3-dioleoyloxypropyl]-Cys-Ser-Ser-Asn-Ala-Glu-OH, according
to Claim 1.
23. N-Palmitoyl-S-[2(R,S),3-dipalmitoyloxypropyl]-Cys-Phe-Phe-Asn-Ala-Lys-OH, according
to Claim 1.
24. N - Stearoyl - S - [2(R),3 - dipalmitoyloxypropyl] - Cys - Ser - Ser - Asn - Ala
- Glu - lie - Asp - Glu - OH, according to Claim 1.
25. The lipopeptides corresponding to the compounds of Claims 14-15, in which instead
of palmitoyl radicals being present in the diacyloxypropyl radical, there are present
lauroyl, stearoyl, oleoyl, behenoyl or dihydrosterculoyl radicals.
26. A compound of Claims 14-18, 21 and 23-24 having the R-configuration on the 2-C
atom of the propyl group, a corresponding epimeric compound having the S-configuration,
or R- and S-diastereomers mixtures.
27. Ammonium salts, alkali metal or alkaline-earth metal salts of acid compounds,
and pharmaceutically applicable nontoxic acid addition salts of basic compounds, and
copper-, zinc-, iron-or cobalt-complex salts of compounds according to any one of
Claims 1-26.
28. Compound of the formula

wherein R
1 and R
2 each represent a saturated or unsaturated, aliphatic or mixed aliphatic-cycloaliphatic
hydrocarbon radical which has 11-21 C atoms and which is also optionally substituted
by oxygen functions, and R
3 represents hydrogen or the radical R
1―CO―OCH
2―, where R, has the same meaning, with the asymmetric centres denoted by
* and
** having the absolute R- and S- or R-configurations, respectively, and mixtures of
the compounds stereoisomeric on the C
** atoms.
29. A compound according to Claim 28, wherein R3 represents hydrogen, and wherein the acyl groups Ri and R2 are derived from palmitic, stearic, oleic, lauric, myristic, behenic, dihydrosterculic,
malvalic, hydnocarpic or chaulmoogric acid.
30. Pharmaceutical preparations containing a compound according to any one of Claims
1-28.
31. A compound according to any one of Claims 1-28 for application in a process for
the therapeutic treatment of the animal or human body.
32. Compounds according to any one of Claims 1-28 for application as immunity-stimulating
therapeutic preparations, especially as adjuvants in the production of antisera for
therapy and diagnosis, and in the induction of immunologically activated lymphocyte
populations for cell-transfer processes, or as prophylactics or therapeutics against
infectious diseases in humans and animals.
33. A process for producing compounds of the formula

wherein R, and R
2 each represent a saturated or unsaturated aliphatic or mixed aliphatic-cycloaliphatic
hydrocarbon radical which has 11-21 C atoms and which is also optionally substituted
by oxygen functions, R
3 represents hydrogen or the radical R
1―CO―O―CH
2―, where R, has the same meaning, and X represents a natural aliphatic amino acid
linked by a peptide bond and having a free, esterified or amidated carboxyl group,
or an amino acid sequence of 2-10 natural aliphatic amino acids, the terminal carboxyl
group of which is free or in the ester or amide form, with the asymmetric centres
denoted by
* and
** possessing the absolute R- and S- or R-configurations, respectively; and optionally
mixtures of the R- and S-compounds epimeric on the C
** atoms, and salts and complexes thereof, whereby
a) in a compound of the formula

wherein R1, R2 and R3 have the meanings given under the formula (I) of Claim 1, and Y represents an amino
acid or amino acid sequence corresponding to X in the said formula I, wherein however
at least one of the hydrophilic groups substituting the amino acids and/or the terminal
carboxyl group is (are) protected by a protective group which can be split off under
neutral or mild acid conditions, or in a salt of such a compound, the protective groups(s)
is or are split off; or
b) a compound of the formula

wherein R1, R2 and R3 have the meanings given under the said formula (I), and W represents OH or an amino
acid or an incomplete sequence of amino acids according to X in the said formula I,
is reacted with a compound of the formula

where Z1 represents a group corresponding to the group X in the said formula (I), or an amino
acid sequence or amino acid complementary to the stated amino acid or incomplete sequence
of amino acids according to X, in which sequences however no free amino groups are
present, or with a salt thereof; or
c) a compound of the formula

wherein R2 has the meaning given under the said formula (I), and R3 represents hydrogen or the
group H―O―CH2―, and Z2 represents a group corresponding to X in the said formula (I), wherein however no
free hydroxyl groups are present, or a salt of this compound, is acylated in a manner
known per se; and, if required, in resulting compounds having a free terminal carboxyl
group this group is converted into an amide group or ester group, and/or the compounds
are converted into salts or complexes thereof.