[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Herstellen
von flüssigem Eisen, insbesondere zum Direktherstellen ausgehend von oxydischen Eisenverbindungen.
[0002] Es hat in der Vergangenheit nicht an Versuchen gefehlt, flüssiges Eisen möglichst
im Direktverfahren aus Erzen herzustellen.
[0003] So ist ein Verfahren beschrieben worden, gemäss welchem die Rohstoffe zunächst mit
Hilfe eines geeigneten Gases in Eisenschwamm übergeführt werden und dieser dann in
einem metallurgischen Gefäss eingeschmolzen wird, wobei im Schmelzgefäss durch Reaktion
von sauerstoffhaltigen Gasen mit kohlenstoffhaltigen Substanzen, die vornehmlich unter
die Badoberfläche eingeblasen werden, Wärmeenergie, sowie Kohlenmonoxyd gebildet werden.
Die Wärme wird teilweise zum Schmelzen des Eisenschwammes und das Abgas zur Direktreduktion
von Erzen eingesetzt. Allerdings wird vorerst das gesamte Abgas in einem separaten
Reaktor mit Kohlenstaub und mit Wasserdampf behandelt.
[0004] Nach einem weiteren bekannten Verfahren, das dazu dient flüssigen Stahl aus Erz ohne
gesonderte Roheisenphase herzustellen wird in einem mit einer zusätzlichen Heizung
versehenen, kombinierten Schmelz- und Gaserzeugungsreaktor durch Umsetzen eines Brennstoffes
mit Sauerstoff ein reduzierendes Gas hergestellt, das in einem anschliessenden Reduktionsraum
im Gegenstrom zu einer Erzbeschickung geleitet wird, während das am Ende der Reduktionsstufe
anfallende vorreduzierte Erz in den beheizten Schmelz- und Gaserzeugungsraum befördert
und dort geschmolzen und anschliessend gefrischt wird.
[0005] Bei einem weiteren Verfahren das auf die direkte Herstellung von Roheisen ausgerichtet
ist, sind zwei gesonderte Aufgabe- bzw. Reaktionszonen im Schmelz- und Gaserzeugungsreaktor
vorgesehen. In einer ersten Zone wird zur Aufrechterhaltung eines vorzugsweise über
2% liegenden Kohlestoffgehaltes der Metallschmelze ein Kohlenstoffträger direkt in
das Bad eingeführt In einer zweiten angrenzenden Zone wird ein Teil des an die Schmelze
gebundenen Kohlenstoffs unter Freisetzung von Wärme und reduzierenden Gasen mittels
Sauerstoff verbrannt. Der durch eine Lanze zugeführte Kohlenstoff wird also hier auf
dem Umweg über eine zwischenzeitliche Aufkohlung des Eisenbades im wesentlichen zur
Vergrösserung der Einschmelzkapazität des Bades und zur Bildung von Reduktionsgasen
ausgenutzt.
[0006] Bei der Anwendung der genannten Verfahren ist man demnach in der Hauptsache auf die
Herstellung eines Gases angewiesen das eine zum Reduzieren oder zumindest Vorreduzieren
von Erzen notwendige Zusammensetzung aufweist.
[0007] Um stark reduzierende Gase im Rahmen eines kombinierten Reduktions-Einschmelzprozesses
herzustellen, müssen jedoch teure und komplizierte mess- und regeltechnische Massnahmen
und Vorkehrungen getroffen werden, um den Prozess in der gewünschten Weise zum Ablaufen
zu bringen, falls man es nicht vorzieht, die entstandenen Abgase getrennt zu behandeln
um ihnen ein ausreichendes Reduktionspotential zu vermitteln.
[0008] Das Ziel der Erfindung besteht somit darin ein Verfahren vorzuschlagen, das eine
Direktherstellung von flüssigem Roheisen in einem einzelnen Gefäss gestattet, wobei
die genannten Schwierigkeiten vermieden werden, sowie eine hierzu geeignete Einrichtung.
[0009] Dieses Ziel wird erreicht durch das erfindungsgemässe Verfahren das vorsieht, ein
Eisenbad durch Einblasen eines Kohlenstoffträgers mittels eines neutralen oder reduzierenden
Trägergases mit Kohlenstoff zu sättigen und das dadurch gekennzeichnet ist, dass man
auf der Badoberfläche in der zentralen Zone einen Schüttkegel aus Eisenerz bildet
und auf die freie Badoberfläche der Randzone Sauerstoff bläst wobei man das Bad mit
einem neutralen Gas durch zumindest einen im Gefässboden angeordneten Blasstein durchspült.
[0010] Die der Erfindung zugrundeliegende Idee besteht darin, dass die beim Aufblasen von
Sauerstoff auf ein mit Kohlenstoff gesättigtes Eisenbad entstehenden Gase durch das
erfindungsgemässe gleichzeitige Durchspülen mit neutralem Gas hinsichtlich ihrer Zusammensetzung
wirksam gesteuert werden kann.
[0011] Falls beabsichtigt wird die Abgase zum Vorreduzieren von Erz zu verwenden, kann man
ein praktisch zu 100 % aus CO bestehendes Abgas mit hohem Reduktionspotential herstellen
und zwar durch gezielte Sauerstoffzufuhr unter verminderter Durchspülung.
[0012] In diesem Fall wird man ein harte Sauerstoffblasweise bevorzugen und die Durchspülung
des Bades mit Inertgas auf 0-0.1 Nm3/t.Std. beschränken.
[0013] Andererseits kann durch intensives Durchspülen des Bades mit Inertgas eine Nachverbrennung
des entstehenden Kohlenmonoxyds an der Badoberfläche herbeigeführt werden, die unter
starker Wärmeentwicklung vonstatten geht. Die Mengen an Spülgas liegen dann vorzugsweise
zwischen 0,1 - 0,3 Nm3/t.Std. Die an der Badoberfläche auftretende zusätzliche Wärmeentwicklung
kann man nutzen um das eben daselbst aufgebrachte Eisenerz zu schmelzen.
[0014] Weiter wird das Eisenbad durch den Inertgasstrom generell mit dem darin suspendierten
Kohlenstoffträger, vorzugsweise Kohlenstaub, durchmischt wobei im Fall einer Sättigung
des Bades fester, nicht an Eisen gebundener Kohlenstoff an die Badoberfläche getragen
wird, wo er zum Reduzieren des geschnmolzenen Erzes zur Verfügung steht.
[0015] Die Wärmezufuhr an das Bad selbst wird durch kontinuierliches oder intermittierendes
Aufblasen von Sauerstoff auf die Oberfläche der äusseren Zone bewerkstelligt. Das
Aufblasen auf die Badoberfläche wird hierbei nicht durch die Anwesenheit von geschmolzenem
und von frisch aufgebrachtem Eisenerz behindert, da letzteres sich vornehmlich auf
der Oberfläche der zentralen Zone befindet.
[0016] Durch sinnreiche Anordnung der Sauerstoff-Aufblaslanze, der Einführdüse für den Kohlenstoffträger
und der Blassteine zueinander, erreicht man, dass sich innerhalb des Bades Strömungsverhältnisse
ausbilden die generell von den Seitenwänden des Gefässes nach unten und von der Mitte
des Gefässbodens nach oben ausgerichtet sind. Hierdurch wird bewirkt, dass in der
zentralen Zone, wo die Badoberfläche mit Erz beaufschlagt wird, sowohl der Hauptteil
der CO-Nachverbrennung abläuft, der die zum Schmelzen des Erzes notwendige Energie
liefert, als auch Kohlenstoff herangetragen wird, der zur Reduktion des Erzes dienen
kann. In der Randzone wird das Bad mit Sauerstoff gesätti.gt und aufgeheizt.
[0017] Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, den Füllstand des Gefässes über die Bi.lanz
der eingebrachten Rohstoffe und der abgezogenen flüssigen Produkte abzuschätzen, doch
andere bekannte Methoden zur Füllstandmessung können hier ohne weiteres angewendet
werden.
[0018] Die zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens notwendige Einrichtung besteht
aus einem metallurgischen Gefäss (1) in dem sich ein Eisenbad (40) befindet und das
einen Verschliessdeckel (20) begreift in welchen ein Kamin (30) mündet, wobei zumindest
eine Sauerstoff-Aufblaslanze (21) durch den Gefässdeckel (29) auf die Randzone (3)
zielt.und eine Einblaslanze (12) für den festen Kohlenstoffträger unter den Badspiegel
ragt, während sich im Gefässboden (10) unterhalb der Badspielgelmitte zumindest ein
Blasstein (11) befindet.
[0019] Die Düse dieser Einblaslanze befindet sich zweckmässig in der Nähe des Blassteine
und zwischen demselben und der unteren Kante der Trennwand. Hierdurch kann bei entsprechender
Einstellung der einzelnen Gasdrucke (Aufblaslanze, Einblaslanze, Blassteine) bewirkt
werden, dass sich innerhalb des Gefässes Strömungen ausbilden, die in Richtung zur
innerern Zone steigen und an den Gefässwanderungen sinken.
[0020] Dank der unmittelbar am Badspiegel durch CO-Nachverbrennung entstehenden Wärme, kann
Fei.nerz oder auch stückiges Erz chargiert werden, wobei.die energieverbrauchenden
teuren Mahlkosten entfallen.
[0021] Es entsteht im Verlauf des erfindungsgemässen Verfahrens flüssiges Eisen mit einem
Kohlenstoffgehalt oberhalb 2 %, das zweckmässig einer kontinuierlich arbeitenden Frisch-Anlage
zugeführt wird.
[0022] Weitere Vorteile und Merkmale werden aus der Beschreibung der Zeichnung ersichtlich,
in der Fig. 1 einen Schnitt durch die erfindungsgemässe Einrichtung darstellt.
[0023] Man erkennt das metallurgische Gefäss (1), das einen Verschliessdeckel (20) begreift
in dessen Mitte der Kamin (30) angeordnet ist. Durch diesen wird Erz (Fe203) in das
Gefäss (1) eingefüllt.
[0024] Ueber der Randzone (3) sind die Sauerstoff-Aufblaslanzen (21,22) angeordnet.
[0025] Unter der zentralen Zone (2) sind im Gefässboden (1) die Blassteine (11) angeordnet,
durch die das Bad (40) mit einem neutralen Gas durchspült wird, welches somit eine
aufsteigende Strömung in Richtung zur inneren Zone erzeugt.
[0026] Weiter erkennt man die Einblaslanze (12) mit ihrer Düse (16), zum Einblasen des festen
Kohlenstoffträgers in das Bad.
[0027] Das Gefäss weist ferner die Abstichöffnungen (13 und 14) für das flüssige Metall
bzw. die Schlacken auf.
1. Verfahrep zum Herstellen von flüssigem Eisen, insbesondere zum Direktherstellen
ausgehend von oxydischen Eisenverbindungen, das vorsieht ein Eisenbad durch Einblasen
eines Kohlenstoffträgers mittels eines neutralen oder reduzierenden Trägergases mit
Kohlenstoff zu sättigen, dadurch gekennzeichnet, dass man auf der Badoberfläche in
der zentralen Zone ei.ne Schüttkegel aus Eisenerz bildet und auf die freie Badobefläche
der Randzone Sauerstoff bläst, wobei man das Bad mit einem neutralen Gas durch zumindest
einen im Gefässboden angeordneten Blasstein durchspült
2. Verfahren nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzei:chnet, dass man zur Erzielung
eines praktisch nur aus CO bestehenden Abgases das Bad gezielt mit Sauerstoff beschickt
und die Menge an Spülgas auf 0-0.1 Nm3/t Eisen. Std. begrenzt.
3. Verfahren nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,'dass man die zum Schmelzen
des in die innere Zone eingebrachten Erzes er-forderderliche Energie aufbringt, indem
man das Bad kontinuierlich und intensiv (0.1 - 0,3 Nm3/t Eisen. Std.) mit einem Gas,
vorzugsweise Inertgas, vom Gefässboden her durchspült und hierdurch eine .Nachverbrennung
des beim Sauerstoffblasen entstehenden Kohlenmonoxyds an der Badoberfläche herbeiführt.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Wärmezufuhr
an das Bad durch kontinuierliches oder intermittierendes Aufblasen von Sauerstoff
auf die Badoberfläche in der Randzone bewerkstelligt.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 - 4, dadurch
gekennzeichnet, dass ein metallurgisches Gefäss (1) ein Eisenbad (40) enthält und
einen Verschliessdeckel (20) begreift, in welchem ein Kamin (30) mündet, wobei zumindest
eine Sauerstoff-Aufblaslanze (21) durch den Gefässdeckel (20)auf die Randzone (3)
zielt und ei.ne Einblaslanze (12) für den festen Kohlenstoffträger, unter den Badspiegel
ragt, während sich im Gefässboden (10) unterhalb der Badspiegelmi.tte zumindest ein
Blasstein (11) befindet.