[0001] Die Erfindung betrifft ein Stachelband aus Stahlblech in einer Ausbildung gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bekannte Stachelbänder dieser Art bestehen aus Edelstahlblech, das den sehr langen
und schlanken Stachelspitzen hinreichende Festigkeit gegen unerwünschte Verformungen
verleiht und darüber hinaus korrosionsfrei ist. Die bekannten Stachelbänder weisen
beidseits des Bandteils einander unversetzt paarweise gegenüberliegende Stachelteile
auf, die ebenflächig seitwärts vom Bandteil vorstehen, der seinerseits zu einem etwa
halbkreisförmigen Querschnitt gewölbt ist und schraubenlinienförmig zu einer Spirale
gewickelt sein kann, wobei zum Materialausgleich angesichts der unterschiedlichen
Radien des gewölbten und spiralig gewickelten Bandteils in dessen an die Längsränder
angrenzenden Seitenbereichen dreieckförmige Ausklinkungen vorgesehen sind.
[0003] Derartige Stachelbänder haben zwar eine besonders gute Schutz- oder Sperrwirkung
aufgrund ihrer langen Stachelspitzen, sind jedoch in der Herstellung ungewöhnlich
teuer, da nicht nur hohe Materialkosten für das hochwertige Material, sondern auch
hohe Fertigungskosten entstehen. Denn das zur Stabilisierung der Stachelspitzen hochfeste
Material bereitet erhebliche Probleme beim Zuschneiden bzw. -stanzen, beim Formwölben
des Bandteils und beim spiraligen Wickeln.
[0004] Daher finden in der Regel noch immer zumindest weit überwiegend Stachelbänder Anwendung,
wie sie aus den DE-PSen 1 033 626 und 1 040 940 bekannt sind. Diese bekannten Stachelbänder
bestehen aus unlegiertem, zum Korrosionsschutz gegebenenfalls verzinktem Stahlblech,
das eine wesentlich geringere Festigkeit und Formhaltigkeit darbietet und daher in
aller Regel einen Federstahldraht als Seele umfaßt, der vom Bandteil mehr oder weniger
ummantelt ist, wobei den Federstahldraht nicht ummantelte Randteile die Stachelteile
bilden. Diese Stachelteile haben nur sehr kurze kleine freie Stachelspitzen, die dadurch
entstehen, daß das Blechband in parallelen Reihen gelocht und das Blech zwischen den
Löchern jeder Längsreihe mit einer Folge von jeweils zwei Löchern tangierenden, mit
jedem folgenden Schnitt die Längsseite wechselnden Trennschnitten zu Bändern aufgeschnitten
wird. Die Sperrwirkung derartiger Stachelbänder ist wesentlich geringer, zum Teil
nicht hinreichend groß, jedoch ist die Herstellung solcher Stachelbänder wegen des
billigeren und insbesondere auch in der Verarbeitung wesentlich günstigeren Materials
erheblich preiswürdiger.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Stachelband der eingangs genannten
Art mit der diesem eigenen erhöhten Sperrwirkung zu schaffen, das preiswert und verhältnismäßig
einfach herstellbar ist.
[0006] Diese Aufgabe löst das Stachelband nach der Erfindung durch die Merkmale des Anspruchs
1. Hinsichtlich bedeutsamer weiterer Ausgestaltungen wird auf die Ansprüche 2 bis
10 verwiesen.
[0007] Das Stachelband erfindungsgemäßer Ausbildung erbringt unter Verwendung des relativ
billigen und leicht verarbeitbaren unlegierten Stahlblechs mit einem Bruchteil an
Gestehungskosten und Bearbeitungsaufwand eine Sperrwirkung, die mindestens der der
eingangs erörterten Stachelbänder aus Edelstahlblech gleich ist, wobei die Sickung
der Stachelteile den Stachelspitzen eine Stabilität verleiht, welche die der Stachelspitzen
aus Edelstahl übersteigt und damit gewährleistet, daß diese nicht ohne weiteres in
eine unwirksame Lage um- oder verbogen werden können.
[0008] Die Sickungen können vordem Zerschneiden bzw. Zerstanzen des Bleches in die Stachelbänder
durch zielgerechtes Vorprägen, aber auch danach durch Prägen oder Rollen in den Stachelteilen
vorgesehen werden, wobei im letzteren Falle bevorzugt eine einzige Sicke je Stachelteil
vorgesehen wird, die parallel zur Basiskante an und entlang oder in nahem Abstand
zu dieser verläuft.
[0009] Die Sicken versteifen nicht nur die freien Stachelspitzen, sondern verschärfen diese
zugleich und verfestigen darüber hinaus den Stachelteil in seiner Gesamtheit, wobei
die Sperrwikung dadurch erhöht sein kann, daß die Basiskanten der Stachelteile mit
einer gedachten Längsmittellinie des Bandteils einen kleinen spitzen Winkel einschließen,
der durch Biegeformung des Anschlußteils zwischen Stachel- und Bandteil erzeugt werden
kann. Statt dessen oder zusätzlich können die Stachelspitzen der Stachelteile jeweils
gemeinsam zu einer Seite oder abwechselnd zu entgegengese-tzten Seiten hin aus dem
Mittelbereich ihres Stachelteils abgebogen sein, so daß sich die unterschiedlichsten
Ausrichtungen der Stachelspitzen im Raum erzielen lassen, durch welche die räumliche
Sperrwirkung des einzelnen Bandstreifens bzw. der einzelnen Windung in einer Spirale
erhöht und die Gefahren für Personen vergrößert werden, die den Versuch zur Durchdringung
von Schutzanlagen aus solchen Stachelbändern unternehmen. Stachelbänder der erfindungsgemäßen
Ausbildung können beidseits des Bandteils in Längsrichtung gegeneinander auf Lücke
versetzt angeordnete Stachelteile oder aber Stachelteile aufweisen, die in an sich
bekannter Weise beidseits des Bandteils einander unversetzt paarweise gegenüberliegen.
Sie können jedoch auch lediglich einseitig mit Stachelteile
n,dann jedoch vorzugsweise mit stark im Raum verschränkten Stachelspitzen, versehen
sein. Solche Verschränkungen sind nicht nur durch Abbiegungen der Stachelspitzen gegenüber
ihrem Mittelbereich, sondern insbesondere auch dadurch herbeiführbar, daß der ganze
Stachelteil unter Verformung des Anschlußteils verdreht wird.
[0010] Stachelbänder der erfindungsgemäßen Ausbildung finden bevorzugt in Konfigurationen
Anwendung, bei denen sie schraubenlinienförmig zu einer Spirale gewickelt sind, deren
Spiralwindungen stellenweise miteinander verklammert sind. Statt dieser bekannten
Konfiugration können sie jedoch auch in irgendeiner sonst geeigneten Verlaufsform
verlegt werden, in welchem Fall die Bandteile als flache Streifen verbleiben können.
Bevorzugt ist jedoch der Bandteil in bekannter Weise um einen längslaufenden Federstahldraht
herumgebördelt, der formstabilisierend wirkt, einem Durchtrennen größeren Widerstand
entgegengesetzt und bei spiraliger Verlegung das Rückstellvermögen gegen Auseinanderspreizen
von Windungen erhöht sowie Schwingungen bei Berührungen begünstigt.
[0011] Mehrere Ausführungsbeispiele des Gegenstands der Erfindung sind in der Zeichnung
näher veranschaulicht. Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Abschnitt eines Stachelbandes nach der Erfindung
mit drei verschiedenen Ausgestaltungen der paarig angeordneten Stachelteile,
Fig. 2 eine Seitenansicht zu Fig. 1, und
Fig. 3 Schnitt nach den Linien III-III bis
bis 5 V-V in Fig. 1.
[0012] Das aus unlegiertem Stahlblech bestehende, gegebenenfalls verzinkte Stachelband besteht
gemäß Fig. 1 aus einem längslaufenden Bandteil 1 in Form eines zunächst flachen und
dann um einen Federstahldraht 2 herumgehördelten Streifens und aus mit diesem einstückigen,
in Abständen hintereinander angeordneten, vom Bandteil 1 seitlich vorstehenden Stachelteilen
3,4 bzw. 5,6 bzw. 7,8.
[0013] Die Stachelteile bestehen unabhängig von ihrer in der Zeichnung dargestellten Endform
und -ausrichtung in der Grundform aus gleichschenkeligen, sehr schlanken Dreiecken,
die von einer außenliegenden, zunächst längsgerichteten Basiskante 9 verhältnismäßig
großer Länge, insbesondere mehr als 5 cm, sowie von Schenkelkanten 10 begrenzt sind.
Diese schließen mit den Basiskanten 9 sehr kleine spitze Basiswinkel, insbesondere
solche unter 25°, z.B. 10°, ein und gehen lediglich nahe ihrem gedachten innenliegenden
Schnittpunkt in einen Anschlußteil 11 über, der lediglich einen kurzen Verbindungssteg
bildet.
[0014] Die Basiskanten 9 der Stachelteile 3 bis 8 schließen mit einer gedachten Längsmittellinie
des Bandteils 1 einen kleinen spitzen Winkel ein, der durch eine geringfügige Verformung
der Anschlußteile 11 hervorgerufen sein kann. Die Stachelteile liegen dabei beidseits
das-Bandteils 1 einander unversetzt paarweise gegenüber, können jedoch bei beidseitiger
Anordnung zum Bandteil 1 auch gegeneinander in Längsrichtung auf Lücke versetzt sein.
[0015] Die Stachelteile sind sämtlich mit die freien Stachelspitzen versteifenden Sicken
versehen,die zugleich auch die Formstabilität der Stachelteile insgesamt erhöhen.
Bei der Ausgestaltung der Stachelteile 3,4 weisen diese jeweils zwei Sicken 12 auf,
von denen jede entlang einer Schenkelkante 10 verläuft, welche die außenliegende Begrenzungskante
der Sicke bildet. Die Stachelteile 5,6 besitzen statt dessen jeweils eine einzige
parallel zu und nahe neben ihrer Basiskante 9 verlaufende Sicke 13, während schließlich
die Stachelteile 7,8 derartige Sicken 14 besitzen, die parallel zu und entlang der
Basiskante 9 verlaufen. Solche, vor der Endausrichtung der Stachelteile längslaufenden
Sicken 13,14 können durch ein kontinuierliches Hindurchführen der Stachelteile durch
Rollenpaare gebildet werden, wohingegen die Sicken 12 durch Prägevorgänge mit Hilfe
von Prägestempeln zu bilden sind.
[0016] Die Stachelspitzen 3' bzw. 4' der Stachelteile 3,4 sind jeweils gemeinsam zu einer
Seite ihres Stachelteils hin und dabei von Stachelteil zu Stachelteil gegenläufig
aus dem Mittelbereich abgebogen, während die Stachelspitzen 7' bzw.8' innerhalb ihres
zugehörigen Stachelteils 7,8 abwechselnd zu entgegengesetzten Seiten hin aus dem Mittelbereich
ihres Stachelteils abgewinkelt sind. Die Abwinklungsrichtung wechselt dabei von Stachelteil
zu Stachelteil innerhalb des gegenüberliegenden Paares. Die Stachelteile 5,6 haben
die einfachste Ausrichtung ohne jegliche Abbiegung.
[0017] Zusätzlich dazu oder statt dessen können die Stachelteile auch noch als Ganzes durch
Querverdrehen ihrer Anschlußteile im Raum verschränkt.werden, wie dies z.B. die strichpunktierten
Linien 5',6' in Fig. 2 verdeutlichen. Der Verschränkungswinkel kann dabei weitgehend
beliebig gewählt werden.
[0018] Für eine Verlegung zu Verhauen oder Sperren kann das erfindungsgemäße Stachelband
schraubenlinienförmig zu einer Spirale gewickelt sein, deren Spiralwindungen abwechselnd
stellenweise miteinander verklammert sind, um so auch bei auseinandergezogenen Spiralwindungen
eine Lagefixierung herbeizuführen, das Verlegen zu erleichtern und auch das Wiederzusammenfassen
beim Entfernen zu verbessern.
1. Stachelband aus Stachblech, bestehend aus einem längslaufenden Bandteil und aus
mit diesem einstückigen, in Abständen hintereinander angeordneten, vom Bandteil seitlich
vorstehenden Stachelteilen, welche die Grundform von etwa gleichschenkeligen, sehr
schlanken Dreiecken aufweisen, die zur Bildung langer freier Stachelspitzen von einer
außenliegenden längsgerichteten Basiskante verhältnismäßig großer Länge bei sehr kleinen
Basiswinkeln von Schenkelkanten begrenzt sind, die lediglich nahe ihrem gedachten
innenliegenden Schnittpunkt in einen Anschlußteil übergehen, dadurch gekennzeichnet,
daß das Stachelband in an sich bekannter Weise aus unlegiertem Stahlblech besteht
und die Stachelteile (3,4;5,6,7,8) mit zumindest einer die freien Stachelspitzen versteifenden
Sicke (12;13;14) versehen sind.
2. Stachelband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stachelteile (5;6;7;8)
jeweils eine einzige parallel zu und nahe neben oder entlang ihrer Basiskante (9)
verlaufende Sicke (13;14) aufweisen.
3. Stachelband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stachelteile (3,4)
jeweils zwei Sicken (12) aufweisen, von denen jede entlang einer Schenkelkante (10)
verläuft.
4. Stachelband nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Basiskanten
(9) der Stachelteile (3,4;5,6;7,8) mit einer gedachten Längsmittellinie des Bandteils
(1) einen kleinen spitzen Winkel einschließen.
5. Stachelband nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stachelteile (3,4;5,6;7,8) beidseits des Bandteils (1) in Längsrichtung gegeneinander
auf Lücke versetzt angeordnet sind.
6. Stachelband nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stachelteile (3,4;5,6;7,8) beidseits des Bandteils (1) einander unversetzt
paarweise gegenüberliegen.
7. Stachelband nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stachelspitzen (3',4';7',8') der Stachelteile (3,4;7,8) jeweils gemeinsam
zu einer Seite oder abwechselnd zu entgegengesetzten Seiten hin aus dem Mittelbereich
ihres Stachelteils abgebogen und/oder die Stachelteile gegenüber dem Bandteil (10)
verschränkt sind.
8. Stachelband nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Bandteil (1) in an sich bekannter Weise um einen längslaufenden Federstahldraht
(2) herumgebördelt ist.
9. Stachelband nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß es in an sich bekannter
Weise schraubenlinienförmig zu einer Spirale gewickelt ist, deren Spiralwindungen
stellenweise miteinander verklammert sind.
10. Stachelband nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das unlegierte Stahlblech eine Dicke von etwa 0,5 mm aufweist, die Basiskante
(9) der Stachelteile eine Länge von zumindest 5 cm besitzt und die Basiswinkel 25°
unterschreiten.