[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Leimungsmittel für Papier in Form wäßriger Zubereitungen
von mit Epichlorhydrin quaternierten dibasischen Fettsäureamiden von Fettsäuren mit
Schmelzpunkten von über 30° C und Polyalkylenpolyaminen und/oder deren technischen
Gemischen.
[0002] Als konventionelles Masseleimungsmittel für Papier werden die sogenannten Harzleime
auf Abietinsäurebasis verwendet. Da diese Leimungsmittel jedoch nicht allen Ansprüchen
genügen, z. B., indem sie Alaun als Zusatzmittel erfordern, hat man inzwischen andere,
nicht auf den Zusatz von Alaun angewiesene Masseleimungsmittel entwickelt, wie z.
B. Fettsäureanhydride bzw. Ketene, Isocyanate oder Chlorcarbonylderivate von Fettsäuren.
Allen diesen Leimungsmitteln ist gemeinsam, daß sie schwierig emulgierbar sind, daß
meistens kationische Zusatzstoffe mitverwendet werden müssen, um eine zufriedenstellende
Leimung zu erzielen, und daß diese Leimungsmittel in wäßriger Emulsion nur beschränkt
bei Raumtemperatur lagerfähig sind, da die Keten-, Anhydrid- oder Isocyanatgruppen
wasserempfindlich sind. Auch Stearinsäure oder Umsetzungsprodukte von aliphatischen
Aminen mit Maleinanhydrid sind als Masseleimungsmittel verwendbar, erreichen aber
gute Wirksamkeiten nur bei hohen Einsatzmengen bzw. erfordern Alaunzusätze.
[0003] Gemäß DE-A-1771243 können auch Umsetzungsprodukte aus polymeren Fettsäuren und Polyaminen,
wenn sie mit einer genau definierten Menge Epichlorhydrin umgesetzt werden, als Masseleimungsmittel
verwendet werden. Der Masseleimungseffekt ist jedoch bei diesen Substanzen nur schwach
ausgebildet, während sie sich gut für die Oberflächenleimung eignen.
[0004] Es wurde nun gefunden, daß sich wäßrige Zubereitungen von mit 0,5-1 Äquivalent Epichlorhydrin
(bezogen auf Aminogruppen im basischen Amid) quaternierten dibasischen Fettsäureamiden
von Fettsäuren mit Schmelzpunkten über 30° C und Aminen der allgemeinen Formel

und/oder deren technischen Gemischen, wobei
R und R' gleich oder verschieden sind und einen Alkylenrest mit 2 oder 3 C-Atomen
bedeuten und
n einen Wert von 1 - hat,
und die technischen Amine in Mengen von bis zu 80 Gew.-% Begleitstoffe enthalten können,
die im wesentlichen aus cyclischen und/oder verzweigten Aminen bestehen, die etwa
den gleichen technischen Siedebereich besitzen, dann hervorragend als Leimungsmittel,
vor allem als Masseleimungsmittel eignen, wenn sie 0,05 bis 1 Gew.-% (bezogen auf
Feststoff) eines Elektrolyten enthalten und die Quaternierung in Gegenwart von Wasser
durchgeführt wird.
[0005] Bevorzugt sind Cio-C2e-Fettsäuren, insbesondere C
12-C
18-Fettsäuren, wie Laurin-, Myristin-, Palmitin- und Stearinsäure, wobei letztere bevorzugt
ist. Geeignete cyclische oder verzweigte Amine sind z. B. tert.-Aminoalkylamine oder
Aminoalkylpiperazine.
[0006] Die Leimungsmittel werden als wäßrige Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen, gegebenenfalls
im Gemisch mit anderen Leimungsmitteln, eingesetzt.
[0007] Wie gefunden wurde, führen die entsprechenden Verbindungen, z. B. bei Verwendung
der bei etwa 69°C schmelzenden Stearinsäure, zu einem guten Masseleimungsmittel, während
analoge, unter Verwendung der bei Raumtemperatur flüssigen Ölsäure hergestellte Verbindungen
nur unzureichend wirksam sind.
[0008] Gegenstand einer nicht vorveröffentlichten, älteren deutschen Patentanmeldung (P
2 819 039.8) sind Leimungsmittel für Papier in Form einer Zubereitung von Salzen und/oder
Quaternierungsprodukten von basischen Fettsäureamiden, die sich von Fettsäuren mit
Schmelzpunkten von über 30° C ableiten. Die vorliegende Erfindung stellt demgegenüber
eine erhebliche Verbesserung dar, weil die erfindungsgemäße Quaternierung von durchschnittlich
dibasischen Umsetzungsprodukten von kristallinen Fettsäuren mit linearen Polyaminen
der allgemeinen Formel H
2N-(R'NH)
"-RNH
2 und/oder deren technischen Gemischen in Gegenwart von Wasser mit ungefähr stöchiometrischen
Mengen von Epichlorhydrin überraschenderweise zu Produkten führt, deren Wirksamkeit
deutlich verbessert ist, d. h., man erreicht gute Leimungswirkung bei erhebtish verminderten
Aufwandmengen an linearem Amin. Die Verwendung technischer Amingemische hat außerdem
den Vorteil, daß aufwendige Trennprozesse zur Bereitstellung der gereinigten linearen
Amine eingespart werden können. Die Mitverwendung von Elektrolytzusätzen führt überraschenderweise
zu einer erheblich herabgesetzten Viskosität der wäßrigen Leimungsmittelzubereitung
ohne wesentlichen Wirkungsverlust und somit zu einer verbesserten Handhabbarkeit bei
gegebener Konzentration.
[0009] Die vorerwähnten Begleitstoffe der technischen Amine enthalten außerdem noch in untergeordneter
Menge unidentifizierte Nebenprodukte, die die Herstellung und Wirksamkeit der erfindungsgemäßen
Leimungsmittel jedoch nicht beeinträchtigen.
[0010] Geeignet als Fettsäurebasis sind Fettsäuren oder natürliche und/oder synthetische
Fettsäuregemische mit 10-26, bevorzugt 12-18 C-Atomen und Schmelzpunkten über 30°C,
insbesondere Stearinsäure bzw. Stearinsäure enthaltende Fettsäuren oder Fettsäuregemische.
Es können jedoch auch andere Fettsäuren wie etwa Talg-, Kokos-, Palmitin-, Abietin-,
Arachin- und Behensäure oder hydrierte Ölsäure bzw. sonstige durch z. B. Oxosynthese
o. ä. Verfahren zugängliche Fettsäuren in Betracht gezogen werden.
[0011] Als Amine und/oder technische Amingemische zur Herstellung der basischen Fettsäureamide
kommen vorzugsweise Polyethylenpolyamine, etwa Diethylentriamin, Triethylentetraamin,
Tetraethylenpentamin und Pentaethylenhexamin in Betracht. Geeignet sind auch die entsprechenden
Propylenamine. Von besonderem Interesse ist technisches Triethylentetraamin.
[0012] Als in den technischen Polyethylenpolyaminen, die im allgemeinen destillativ gereinigt
sind, vorkommende Begleitstoffe kommen aufgrund ihres ähnlichen Siedeverhaltens z.
B. in Betracht: Aminoethylpiperazin, Trisaminoethylamin, N,N'-Bisaminoethylpiperazin,
aminoethylierte N-Aminoethylpiperazine in Form verschiedener Isomerer sowie eine Reihe
nicht identifizierter sonstiger Verunreinigungen in Mengen von zumeist unter 10 Gew.-%.
Die Gehalte an der formelmäßigen linearen Verbindung sollen mindestens 20 Gew.-% betragen
und vorzugsweise über 40 Gew.-% liegen. Es können auch Gemische von technischen Polyalkylenpolyaminen
verschiedener Siedebereiche verfahrensgemäß eingesetzt werden.
[0013] Bezogen auf die eingesetzte Aminmenge, werden die Fettsäuren zur Darstellung der
Amidvorstufe für die erfindungsgemäßen Leimungsmittel in solchen Mengen eingesetzt,
daß das resultierende basische Amid pro Molekül durchschnittlich etwa zwei basische
Aminogruppen enthält, d. h. z. B., es werden pro Möl Triethylentetraamin etwa zwei
Mol Stearinsäure zur Reaktion gebracht.
[0014] Die Herstellung der basischen Amide kann nach verschiedenen, dem Fachmann geläufigen
Methoden erfolgen, beispielsweise sehr einfach dadurch, daß man stöchiometrisch berechnete
Mengen Stearinsäure und Amin, gegebenenfalls unter Stickstoff, auf 180 bis 220° C
erhitzt und das bei der Amidbildung entstehende Wasser langsam abdestilliert. Die
Säurezahlen des Amidierungsproduktes sollen unter 20, vorzugsweise unter 5 liegen.
[0015] Anschließend wird die Schmelze der entstandenen basischen Amide nach Abkühlung auf
einen geeigneten Temperaturbereich, z. B. in der Nähe der etwa zwischen 60 und 130°
C liegenden Schmelzpunkte der Amide in Wasser mit dem Quaternierungsmitte) umgesetzt
und dann nach 0,5-10 h Reaktionszeit, vorzugsweise noch warm, gegebenenfalls mit einer
weiteren Menge Wasser unter weiterem Rühren bei 60-130°C über 0,1-10h, in eine 5-40gew.-%ige,
vorzugsweise 10-25gew.-%ige, Suspension bzw. Emulsion übergeführt. Das geschieht im
allgemeinen durch einfaches Rühren, gegebenenfalls auch unter Einsatz mechanischer
Emulgiervorrichtungen.
[0016] Eine im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens liegende Variante besteht darin,
daß man eine untergeordnete, d. h. unter 50 Gew.-% der insgesamt benötigten Epichlorhydrinmenge
liegende Menge des Quaternierungsmittels dem geschmolzenen basischen Amid vor der
ersten Wasserzugabe zugesetzt. Hierdurch wird in situ ein Emulgiermittel erzeugt,
das die Verteilung des unmittelbar vor der Hauptquaternierungsreaktion zugesetzten
Wassers im Reaktionsmedium erleichtert.
[0017] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn die bei der Quatemierungsreaktion anwesende
Wassermenge geringer ist als die späterhin in der wäßrigen Leimungsmittelzubereitung
enthaltende Wassermenge, da man dann die Einstellung der gewünschten Leimungsmittelkonzentration
optimal mit der Elektrolytzugabe kombinieren kann. Es hat sich vielfach als ausreichend
und verfahrenstechnisch sinnvoll erwiesen, zunächst nur ca. 100-900 Gew.-%, bezogen
auf eingesetzte Menge des basischen Amids, an Wasser während der Quaternierung zuzusetzen.
Ohne Wasserzusatz erhält man jedoch überraschenderweise Endprodukte mit verminderter
Wirksamkeit.
[0018] Im Bereich der Feststoffgehalte über 10 Gew.-% haben die beschriebenen wäßrigen Leimungsmittelzubereitungen
oftmals eine breiige Konsistenz, die zu Handhabungsschwierigkeiten führen kann. Durch
den erfindungsgemäßen Zusatz von 0,05-5, vorzugsweise 0,1 -1 Gew.-% (bezogen auf Feststoff)
an Elektrolyten erhält man dünnflüssige Zubereitungen, die nicht nachdicken. Der Zusatz
an Elektrolyt geschieht am zweckmäßigsten in der letzten Verdünnungsstufe der Leimungsmittelzubereitung,
indem man die gewünschte Elektrolytmenge im für die abschließende Verdünnung vorgesehenen
Wasser auflöst und so einbringt. Obleich es auch möglich ist, den Elektrolyten von
vornherein bzw. bereits bei der ersten oder zweiten Wasserzugabe zuzusetzen, hat sich
diese Variante als am wirkungsvollsten erwiesen.
[0019] Als Elektrolyte kommen neben organischen Salzen wie Ammonium- oder Alkaliformiaten,
-acetaten, -benzoaten, -phophonaten oder -sulfonaten vorzugsweise anorganische Salze
wie Ammoniumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Zinkchlorid, Aluminiumchlorid
oder insbesondere Natriumchlorid in Betracht, obgleich auch lösliche Chloride, Nitrate,
Sulfate, Phosphate, Carbonate anderer Elemente und auch die Säuren oder Basen selbst
prinzipiell geeignet sind. Oft gibt auch schon hartes oder mineralhaltiges Leitungswasser
ausreichende Effekte.
[0020] Die erhaltenen gebrauchsfertigen wäßrigen Zubereitungen der Leimungsmittel haben
Feststoffkonzentrationen von 5 bis 40, vorzugsweise von 10 bis 25 Gew.-%. Diese Zubereitungen
werden bei ihrer Anwendung auf die dann erforderlichen Konzentrationen weiter verdünnt,
z. B. auf Konzentrationen unter 0,5 Gew.-%, wie sie bei der Papierleimung üblich sind.
[0021] Die erfindungsgemäßen Leimungsmittel haben den Vorteil, bei sehr guter Wirksamkeit
in Form ihrer wäßrigen Zubereitungen unbegrenzt lagerstabil zu sein, sowie auch keine
Zusätze von Alaun oder einem kationischen oder anionischen Hilfsmittel zu erfordern,
obgleich ein Zusatz solcher Hilfsmittel, z. B. auf Basis kationischer Stärke, quaternierten
basischen Formaldehydharzen, Methylcellulose, Carboxymethylcellulose, Ligninsulfonsäuren,
Stärken und Polysacchariden verschiedener Genese, Pullulan, Chitosan, Polymerisaten
oder Copolymerisaten von (Meth)Acrylsäure, Malein-, Fumar-, Itaconsäure oder sonstigen
Polymeren und Copolymeren mit gegebenenfalls in Salzform vorliegenden Carboxyl- oder
Sulfonsäuregruppen, Kollagen, Gelatine, Alginaten und Karagenaten, durchaus in Betracht
zu ziehen und möglich ist.
[0022] Ihre Wirksamkeit wird durch Weißtöner und kationische oder insbesondere anionische
Farbstoffe nicht verschlechtert, sondern eher verbessert. Die wäßrigen Zubereitungen
lassen sich zudem ohne Emulgierhilfsmittel herstellen.
[0023] Die Leimungsmittel sind allein oder in Kombination mit anderen Leimungsmitteln besonders
gut geeignet zur Masseleimung von Papier, können selbstverständlich aber auch zur
Oberflächenleimung eingesetzt werden. Sie können nicht nur bei kreidehaltigen oder
akolinhaltigen Papieren verwendet werden, sondern auch bei solchen, die keinen oder
einen andersartigen Füllstoff enthalten, wie z. B. Talkum oder Gips. Ebenso sind sie
zur Leimung von cellulosischen Materialien wie Pappe, Textilmaterial, Karton oder
Holzspanplatten bzw. Dämmplatten oder Leder geeignet.
[0024] Im folgenden soll die Erfindung beispielhaft erläutert werden; die angegebenen Teile
und Prozente beziehen sich auf das Gewicht, sofern nichts anderes vermerkt ist.
Beispiel 1
(Vergleichsbeispiel)
[0025] Es wird ein dem in der Beschreibung erwähnten älteren Vorschlag entsprechendes Leimungsmittel
hergestellt (Deutsche Patentanmeldung P 2 819 039.8).
Leimungsmittel2 2
[0026] 146 Teile Triethylentetramin werden mit 569 Teilen Stearinsäure unter Stickstoff
5 h auf 180°C unter Rückfluß erhitzt. Dann wird unter gutem Rühren alles bei dieser
Temperatur Flüchtige abdestilliert. Man läßt nun auf 95° C abkühlen und fügt eine
Lösung von 90 Teilen Essigsäure in 5210 Teilen Wasser, das auf ca. 90°C vorerhitzt
wurde, unter gutem Rühren zu dem gebildeten basischen Amid hinzu. Es bildet sich eine
Emulsion, die unter Rühren abgekühlt wird. Sie kann direkt als Leimungsmittel eingesetzt
werden. Der Festgehalt beträgt ca. 10%.
Beispiel 2
Herstellung des di-basischen Amids
[0027] 170 Teile Stearinsäure werden aufgeschmolzen und mit 43,8 Teilen Triethylentetramin
verrührt (Molverhältnis ca. 2 : 1). Dann wird unter N
2 die Temperatur auf 190°C erhöht und alles Flüchtige abdestilliert. Nach 6 h ist eine
Säurezahl von 1,9 erreicht. Der Schmelzbereich des Amids liegt bei 87 -107° C.
Herstellung des Leimungsmittels A
[0028] 480 Teile des basischen Amids werden bei 120°C aufgeschmolzen und dann mit 240 Teilen
Wasser verrührt, wobei sich unter schwachem Rückfluß eine breiige Mischung bildet.
Dann rührt man möglichst schnell 86,4 Teile Epichlorhydrin (ca. 0,67 Mol/Aminogruppe)
hinzu und läßt 1 h unter schwachem Rückfluß rühren. Dann setzt man 1080 Teile Wasser
hinzu und läßt eine weitere Stunde unter schwachem Rückfluß rühren. Nunmehr läßt man
den erhaltenen Brei auf ca. 50° C abkühlen und setzt dann eine Lösung von 5,6 Teilen
NaCI (0,5% bez. auf Feststoff) in 967 Teilen Wasser hinzu. Man erhält eine bei Raumtemperatur
dünnflüssige, ca. 20%ige Emulsion, die als Leimungsmittel verwendet wird.
Beispiel 3
Leimungsmittel B
[0029] 201 Teile basisches Amid nach Beispiel 2 werden bei 120°C mit 3,7 Teilen Epichlorhydrin
30 Min. lang verrührt. Dann werden 1252 Teile auf ca. 95°C vorerhitztes Wasser hinzugesetzt,
dann 32,3 Teile Epichlorhydrin. Man rührt 1,5 h bei schwachem Rückfluß, wobei eine
dickflüssige Emulsion entsteht, die einen Feststoffgehalt von 16% aufweist und auf
ca. 30° C abgekühlt wird. Zur Herstellung einer dünnflüssigen Einstellung wird jetzt
mit einer Lösung von 2,3 Teilen NaCl in 92 Teilen Wasser auf 15% Feststoffgehalt verdünnt.
Die Emulsion kann als Leimungsmittel eingesetzt werden.
Beispiel 4
Leimungsmittel C
[0030] 201,6 Teile basisches Amid nach Beispiel 2 werden bei 120°C mit 3,7 Teilen Epichlorhydrin
30 Min. verrührt. Dann setzt man 70 Teile Wasser und anschließend 32,3 Teile Epichlorhydrin
hinzu und rührt bei 100-120°C 1 h. Anschließend setzt man 1182Teile auf ca. 95° C
vorerhitztes Wasser hinzu und rührt die gebildete Emulsion ca. 1 h unter schwachem
Rückfluß. Man kühlt auf ca. 40° C ab und versetzt die breiige Emulsion mit einer Lösung
von 1,2 Teilen NaCl in 92 Teilen Wasser, wobei eine dünnflüssige ca. 15%ige Leimungsmittelzubereitung
entsteht.
[0031] Als Beurteilungskriterium für die Leimungsmittel wird die sogenannte Tinten-Schwimmprobe
benutzt: Man legt einen mit dem zu testenden Mittel ausgerüsteten Papierstreifen auf
die Oberfläche einer mit Normtinte gemäß DIN 53126 gefüllten Schale und prüft die
Zeit, die vergeht, bis die Tinte auf die dem Betrachter zugekehrte Seite des aufgelegten
Papiers durchschlägt. Dieser Test liefert bei standardisierter Durchführung eine sehr
gute Beurteilungsmöglichkeit für verschiedene Leimungsmittel.
[0032] Die erfindungsgemäßen Leimungsmittel sind gegenüber den Reaktivleimungsmitteln des
Standes der Technik nahezu unbegrenzt in wäßriger Zubereitung lagerstabil und somit
technisch vorteilhaft. Der Vergleich mit Harzleim (Leimungsmittel 1) zeigt als weiteren
technischen Vorteil der erfindungsgemäßen Leimungsmittel deren gute Wirksamkeit. Ein
noch wesentlicherer Vorteil ergibt sich daraus, daß die Leimungsmittel auf alaunfreien
und kreidehaitigen und gegebenenfalls Aufheller enthaltenden Papieren, auf denen Harzleim
nur wenig wirksam ist, ihre gute Wirksamkeit entfalten. Die erfindungsgemäßen Leimungsmittel
werden daher auch beispielhaft auf alaunfreiem, kreidehaitigen Papier geprüft.
[0033] In 200 ml Leitungswasser werden 5 g einer Mischung aus 50 g Fichten-Sulfitzellstoff,
50 g Buchen-Sulfatzellstoff und 25 g Kreide aufgeschlämmt. Dann werden x% des Leimungsmittels
(Feststoff bezogen auf Zellstoff plus Füllstoff) hinzugerührt. Dann wird ohne Zusatz
eines Fixiermittels mit Wasser auf ca. 1 Liter aufgefüllt und auf einem Blattbildner
das Papierblatt hergestellt. Dieses wird abgesaugt, abgepreßt und auf einem Trockenzylinder
bei 100°C 5 Min. getrocknet. Aus dem Blatt werden fürdie Tintenschwimmprobe Streifen
(2 cm x 6 cm) geschnitten und ausgeprüft.
[0034] Es wurden folgende tabellarisch aufgeführten Tintenschwimmzeiten gefunden. Als Vergleich
diente ein alaunhaltiges, mit handelsüblichem Harzleim geleimtes Prüfpapier.

[0035] Die Ergebnisse der Tintenschwimmprobe zeigen die deutlich bessere Leimungswirkung
der erfindungsgemäßen Leimungsmittel auf kreidehaltigem Papier.
Beispiel 12
[0036] Die Prüfung erfolgt wie in Beispiel 11, das Papier enthält jedoch Kaolin anstelle
von Kreide. Man mißt eine Tintenschwimmzeit von 10 Minuten.
Beispiel 13
[0037] Die Prüfung erfolgtwie in Beispiel 9. Das Papier enthält jedoch Talkum anstelle von
Kreide. Man mißt eine Tintenschwimmzeit von 12 Minuten.
Beispiel 14
[0038] Die Prüfung erfolgt wie in Beispiel 10. Das Papier enthält jedoch Holzschliff anstelle
von Buchen-Sulfatzellstoff. Man mißt eine Tintenschwimmzeit von 11 Min.
Beispiel 15
(Vergleichsbeispiel)
[0039] Man stellt ein basisches Amid gemäß Beispiel 2 her, bei dessen Synthese jedoch das
Molverhältnis Stearinsäure zu Amin jetzt bei 3 1 liegt. Die Verarbeitung dieses Amides
analog der Herstellung von Leimungsmittel A, B oder C führt zu Emulsionen, die bei
Einsatzmengen gemäß Beispiel 5-11 von weniger als 1% Tintenschwimmzeiten unter 2 Min.
erbringen und als ungeeignet anzusehen sind.
Beispiel 16
[0040] Eine Mischung von 710 Teilen Stearinsäure und 189 Teilen Tetraethylenpentamin (Molverh.
ca. 2,5 : 1) wird analog Beispiel 2 zum Amid umgesetzt. Die Säurezahl beträgt 3,8,
das Schmelzintervall 65-66° C.
Leimungsmittel D
[0041] 240 Teile des Amids werden bei ca. 100° C mit 120 Teilen Wasser und 65 Teilen Epichlorhydrin
(ca. 1 Mol/Aminogruppe) 1 h gerührt. Dann setzt man 593 Teile Wasser hinzu und rührt
eine weitere Stunde bei schwachem Rückfluß. Dann setzt man 305 Teile Wasser hinzu
und läßt unter Rühren auf ca. 45°C abkühlen. Zur Herstellung einer dünnflüssigen Emulsion
wird dann mit einer Lösung von 1,5 Teilen NaCI in 203 Teilen Wasser auf einen Feststoffgehait
von ca. 18% verdünnt. Diese Emulsion wird als Leimungsmittel eingesetzt.
[0042] Eine gemäß Beispiel 9-11 durchgeführte Leimungsprüfung ergibt bei 0,45% Einsatzmenge
eine Tintenschwimmzeit von 16 Min.
[0043] Die folgenden Beispiele werden nunmehr mit technischen Aminen durchgeführt:

Beispiel 17
[0044] Aus diesen Aminen E-K wird gemäß Beispiel 2 mit gleicher Rezeptur das basische Amid
hergestellt.
[0045] Die Weiterverarbeitung der Amide, deren Säurezahlen sämtlich unter 5 liegen, geschieht
in folgender Weise:
201,6 Teile Amid werden bei 120°C geschmolzen, dann unter Abkühlung auf 80°C mit 1252
Teilen heißem Wasser verrührt. Die gebildete Suspension wird bei 80° C mit 36 Teilen
Epichlorhydrin versetzt und dann 2 h bei 80° C gerührt, wobei sich eine feinteilige
Suspension bildet.
[0046] Dann wird die Temperatur auf ca. 40° C gesenkt und das breiige Material unter gutem
Rühren mit einer Lösung von 1,15 Teilen NaCl in 92 Teilen Wasser versetzt. Es bildet
sich eine dünnflüssige feinteilige Suspension, die einen Feststoffgehalt von ca. 15%
hat und als Leimungsmittel E-K verwendbar ist.
[0047] Es wurden folgende tabellarisch aufgeführten Tintenschwimmzeiten gefunden. Als Vergleich
diente ein alaunhaltiges, mit handelsüblichem Harzleim (Leimungsmittel 1) geleimtes
Prüfpapier.

[0048] Die Ergebnisse der Tintenschwimmprobe zeigen deutlich die gute Leimungswirkung der
erfindungsgemäßen mit technischen Amingemischen hergestellten Leimungsmittel auf kreidehaltigem
Papier.
Beispiel 26
[0049] Die Prüfung erfolgt wie in Beispiel 24, das Papier enthält jedoch Kaolin anstelle
von Kreide. Man mißt eine Tintenschwimmzeit von 12 Minuten.
Beispiel 27
[0050] Die Prüfung erfolgt wie in Beispiel 23. Das Papier enthält jedoch Talkum anstelle
von Kreide. Man mißt eine Tintenschwimmzeit von 12 Minuten.
Beispiel 28
[0051] Die Prüfung erfolgt wie in Beispiel 24. Das Papier enthält jedoch Holzschliff anstelle
von Buchen-Sulfatzellstoff. Man mißt eine Tintenschwimmzeit von 11 Minuten.
Beispiel 29
[0052] 994 Teile Stearinsäure (3,5 Mol) werden mit 206 Teilen technischem Diethylentriamin
(ca. 2 Mol) unter Rühren und Abdestillieren des Reaktionswassers unter N
2 6 h bei 200° C umgesetzt. Man erhält ca. 1115 Teile Amid, Schmelzpunkt 87 - 98° C,
Säurezahl 1,5.
[0053] 201,6 Teile des basischen Amids werden auf 120° C gebracht, dann setzt man 1250 Teile
80° C warmes Wasser hinzu und rührt 30 Minuten bei 80° C. Nach Zusatz von 36 Teilen
Epichlorhydrin wird 2 h bei 80°C quatemiert und dann nach Abkühlung auf 35° C mit
einer Lösung von 1,15 Teilen NaC1 in 92 Teilen Wasser versetzt. Die entstandene dünnflüssige
Emulsion ist anschließend als Leimungsmittel einsetztbar.
[0054] Die Leimungsprüfung wird analog Beispiel 21 -25 durchgeführt und ergibt eine Tintenschwimmzeit
von 18,5 Minuten.