[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln mit
wenigstens einem mit einem Gegenwerkzeug zusammenwirkenden, antreibbaren Biegewerkzeug.
[0002] Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DE-OS 28 39 978) sind ein oberes und
ein unteres Biegewerkzeug vorgesehen, wobei diese Biegewerkzeuge an den einander gegenüberliegen
Schenkeln eines im Querschnitt C-förmigen Trägers angeordnet sind und mit diesem Träger
in vertikaler Richtung gegenüber einem Paar von Gegenwerkzeugen verstellt werden,
die zugleich zum Einspannen des Werkstückes dienen. Wegen der geradlinigen Antriebsbewegung
der Biegewerkzeuge müssen bei dieser bekannten Vorrichtung vergleichsweise hohe Biegekräfte
aufgebracht werden. Schwerwiegender ist jedoch der Nachteil, daß zufolge des im Querschnitt
C-förmigen Werkzeugträgers und dessen vertikaler Antriebsbewegung nur bestimmte Biegewinkel
erreicht werden können. Die mögliche Gestaltung des Werkstückes ist daher beschränkt.
In diesem Zusammenhang muß noch erwähnt werden, daß auf Grund des gemeinsamen Trägers
für beide Biegewerkzeuge die Einschublänge des Werkstückes zwischen die Biegewerkzeuge
und damit die mögliche Breite der abzukantenden Randstreifen des Werkstückes stark
begrenzt ist, was zwangsläufig auch die Handhabung des Werkstückes beispielsweise
durch einen Manipulator erschwert.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und eine
Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln der eingangs geschilderten Art so zu verbessern,
daß das Biegewerkzeug entsprechend der gewünschten Werkstückform in vorteilhafter
Weise gegenüber dem Gegenwerkzeug bewegt wird, um einerseits mit geringen Biegekräften
das Auslangen finden zu können und anderseits eine weitgehende Freiheit hinsichtlich
der Formung des Werkstückes sicherzustellen.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß das Biegewerkzeug mit Hilfe eines Gelenkviereckes
antreibbar ist, das zwei in einem Gestell gelagerte Kurbelarme und eine die Kurbelarme
verbindende, das Biegewerkzeug tragende Koppel umfaßt und einen Stelltrieb zur Verlagerung
der Anlenkstelle eines Kurbelarmes am Gestell bzw. zur Längenänderung eines Kurbelarmes
aufweist.
[0005] Durch das Vorsehen eines zusätzlichen Stelltriebes zur Verlagerung der Anlenkstelle
bzw. zur Längenänderung eines Kurbelarmes neben dem üblichen Drehantrieb für einen
Kurbelarm des Gelenkviereckes wird mit einfachen konstruktiven Mitteln der entscheidende
Vorteil erreicht, daß der durch die Koppelbewegung gegebenen üblichen Arbeitsbewegung
des Biegewerkzeuges eine zu dieser Arbeitsbewegung im wesentlichen quer gerichtete
Antriebsbewegung überlagert werden kann, so daß die Werkzeugbahn an die unterschiedlichsten
Biegewinkel und Biegeradien angepaßt werden kann. Damit ist aber sichergestellt, daß
das Biegewerkzeug stets quer zu dem Werkstück bewegt werden kann, was eine günstige
Einleitung der Biegekräfte über den ganzen Biegewinkel gewährleistet. Die Biegekräfte
können somit vergleichsweise klein gehalten werden. Außerdem ergibt sich durch das
Nachführen des Biegewerkzeuges entsprechend dem jeweils erreichten Biegewinkel die
Möglichkeit, Biegewinkel zu erhalten, die weit über 90
0 hinausgehen. Die Verformungsmöglichkeiten der Blechtafeln durch ein Abkanten sind
daher in einem weiten Bereich frei, zumal die Einschublänge des Werkstückes zwischen
dem Biegewerkzeug und dem Gegenwerkzeug unbeschränkt ist, weil das für den Antrieb
des Biegewerkzeuges vorgesehene Gelenkviereck nicht in die Bewegungsbahn des Werkstückes
vorzuragen braucht. Die Kurbelarme des Gelenkviereckes können nämlich ohne weiteres
durch beidseitig des Werkstückdurchlaufes angeordnete Lenker od.dgl. gebildet werden.
[0006] Bei der Mehrzahl der vorkommenden Abkantungen wird das Biegewerkzeug zunächst quer
zur Oberfläche des abzukantenden Blechstreifens bewegt und dann entsprechend dem angestrebten
Biegewinkel in einer dazu geneigten Bahn verstellt werden müssen, wobei es genügt,
die Arbeitsbewegung des Biegewerkzeuges in zwei Abschnitte zu unterteilen, die einen
für das Anbiegen bzw. das Fertigbiegen vorteilhaften Verlauf besitzen. Dies kann in
weiterer Ausbildung der Erfindung einfach dadurch erreicht werden, daß der Stelltrieb
zur Verlagerung der Anlenkstelle bzw. zur Längenänderung des einen Kurbelarmes in
Abhängigkeit von der Drehstellung des anderen, antreibbaren Kurbelarmes betätigbar
ist. Hat der über den üblichen Drehantrieb angetriebene Kurbelarm jene Drehstellung
erreicht, bei der das Biegewerkzeug von der für das Anbiegen vorteilhaften Bahn in
den Bahnabschnitt umgelenkt werden soll, der die besten Verhältnisse für das Fertigbiegen
sicherstellt, so wird der Stelltrieb betätigt und der ursprünglichen Werkzeugbahn
eine Querbewegung überlagert, die eine entsprechende Richtungsänderung der Werkzeugbahn
bewirkt. Diese Querbewegung kann einerseits durch eine
-Verlängerung des einen Kurbelarmes und anderseits durch eine Verlagerung der Anlenkstelle
dieses Kurbelarmes quer zur Bewegungsrichtung der Koppel erreicht werden.
[0007] Es ist ohne weiteres einzusehen, daß mit einer aus zwei Abschnitten zusammengesetzten
Bewegungsbahn für das Biegewerkzeug nicht größere Biegewinkel unter den gleichen günstigen
Voraussetzungen hergestellt werden können. Zu diesem Zweck wird nicht nur ein Bahnabschnitt
für das Anbiegen und das Beenden der Abkantung, sondern auch ein Bahnabschnitt für
einen mittleren Bereich erforderlich werden. Gemäß der Erfindung ist eine solche dreiteilige
Bewegungsbahn für das Biegewerkzeug dadurch zu verwirklichen, daß der hinsichtlich
seiner Anlenkstelle bzw. seiner Länge verstellbare Kurbelarm nach dem Erreichen einer
anschlagbegrenzten Endstellung durch den anderen Kurbelarm über den Stelltrieb für
sich verstellt wird. Damit wird das Gelenkviereck ausschließlich im Sinne einer Querbewegung
des Biegewerkzeuges angetrieben, so daß der letzte Bahnabschnitt des Biegewerkzeuges
tatsächlich quer zum ersten Bahnabschnitt verläuft, während der mittlere Bahnabschnitt
eine Zwischenneigung einnimmt. Diese Bahnabschnitte gewährleisten eine vorteilhafte
Biegung des Werkstückes über Biegewinkel, die weit über 90° hinausgehen.
[0008] Eine konstruktiv einfache Lösung zur Längenverstellung des Kurbelarmes ergibt sich,
wenn der diesbezügliche Kurbelarm als Stellzylinder ausgebildet ist. Selbstverständlich
sind aber auch andere konstruktive Lösungen möglich, die jedoch aufwendiger sind.
[0009] Um eine Querbewegung des Biegewerkzeuges bezüglich der durch die übliche Koppelbewegung
bedingten Werkzeugbahn zu ermöglichen, kann der Kurbelarm zur Verlagerung seiner Anlenkstelle
an einem drehbar im Gestell gelagerten Hebel angelenkt sein. In einem solchen Fall
braucht dieser Hebel nur entsprechend verschwenkt zu werden, um die gewünschte Verlagerung
der Anlenkstelle zu erhalten. Bei einer angestrebten Abhängigkeit des Stelltriebes
zur Verlagerung der Anlenkstelle von der Drehstellung des in üblicher Weise von einem
Drehantrieb angetriebenen Kurbelarmes kann in weiterer Ausbildung der Erfindung der
die Anlenkstelle für den einen Kurbelarm bildende Hebel doppelarmig ausgebildet sein
und mit einem mit dem anderen Kurbelarm antriebsverbundenen Mitnehmerhebel zusammenwirken.
Wirkt nach einem vorgegebenen Drehwinkel der Mitnehmerhebel des angetriebenen Kurbelarmes
auf den einen Arm des den anderen Kurbelarm tragenden Hebels, so wird dieser Hebel
mitgenommen und die Anlenkstelle für den einen Kurbelarm automatisch verstellt, bis
der Antrieb für den Kurbelarm mit dem Mitnehmerhebel unterbrochen wird. Damit wird
durch einfache konstruktive Mittel eine Werkzeugbahn mit zwei Bahnabschnitten sichergestellt,
die in einem durch die gegebenen Übersetzungsverhältnisse vorbestimmten Winkel gegeneinander
geneigt sind.
[0010] Soll dieser Werkzeugbahn ein weiterer Abschnitt hinzugefügt werden, der im wesentlichen
quer zum ersten Abschnitt verläuft, so braucht der die Anlenkstelle für den einen
Kurbelarm bildende Hebel lediglich mit Hilfe eines Zylinders verstellt zu werden,
wenn der Antrieb für den anderen Kurbelarm beispielsweise durch einen Anschlag abgeschaltet
wurde. Ein solcher Stellzylinder für den zur Verlagerung der Anlenkstelle dienenden
Hebel darf selbstverständlich die Antriebsbewegung des Hebels durch den Mitnehmerhebel
des angetriebenen Kurbelarmes nicht behindern, was beispielsweise durch eine Belüftung
dieses Stellzylinders erreicht werden könnte. Dies würde aber neben einem vergleichsweise
großen Hub des Stellzylinders einen nicht definierten Stellweg mit sich bringen, weil
der Stellweg für den Hebel in einem solchen Fall von der jeweiligen Endstellung des
mit dem angetriebenen Kurbelarm verbundenen Mitnehmerhebels abhängt. Um das zu vermeiden,
kann der Stellzylinder für den Hebel verschiebbar angelenkt und in den einzelnen Verschiebestellungen
feststellbar sein. Wird nach dem Antrieb des Hebels durch den Mitnehmerhebel der Stellzylinder
in der erreichten Verschiebestellung unverschiebbar festgehalten, so wird der Hebel
für die Verlagerung der Anlenkstelle des Kurbelarmes um die Hublänge des Stellzylinders
verstellt. In konstruktiver Hinsicht kann diese Verschiebeführung für den Stellzylinder
einfach als in Reihe mit dem Stellzylinder angeordneter Stützzylinder ausgebildet
werden. Dieser Stützzylinder ist während des Antriebes des Hebels zur Verlagerung
der Anlenkstelle über den Mitnehmerhebel belüftet und wird anschließend durch Sperrung
der Druckmittelzu- bzw. -abfuhr in seiner Hublage festgehalten.
[0011] Für manche Abkantungen wäre es wünschenswert, wenn die Werkzeugbahn entweder nur
von dem üblichen Antrieb des Gelenkviereckes über einen Kurbelarm oder nur von der
Verstellung des Gelenkviereckes durch die Verlagerung der Anlenkstelle eines Kurbelarmes
abhängt. Zu diesem Zweck muß die Antriebsverbindung zwischen dem Mitnehmerhebel des
angetriebenen Kurbelarmes und dem Hebel zur Verlagerung der Anlenkstelle unterbrochen
werden können. Wird zwischen dem die Anlenkstelle für den einen Kurbelarm bildenden
Hebel und dem Mitnehmerhebel des anderen Kurbelarmes ein an einem der beiden Hebel
verstellbar gelagerter Übertragungskörper vorgesehen, so kann durch eine entsprechende
Verstellung des Übertragungskörpers der Mitnehmerhebel frei am Hebel für die Verlagerung
der Anlenkstelle vorbeibewegt werden, was die gewünschte Unterbrechung der Antriebsverbindung
ergibt. Zur Verstellung des Übertragungskörpers kann dieser mit einem Zylinder verbunden
werden. Diese Maßnahme bringt neben einer einfachen Steuerung des Übertragungskörpers
den Vorteil mit sich, daß der Stützzylinder in Abhängigkeit vom Beaufschlagungsdruck
des mit dem Übertragungskörper zusammenwirkenden Zylinders belüftet werden kann. Die
dadurch bedingte Belastung des Hebels zur Verlagerung der Anlenkstelle gewährleistet
nämlich, daß das Biegewerkzeug nach dem Freigeben der Anlenkstellenverlagerung nicht
auf Grund der federnden Rückstellkräfte des Werkstückes aus seiner vorbestimmten Bahn
abgedrängt werden kann. Die Bewegungsmöglichkeit des Hebels für die Verlagerung der
Anlenkstelle wird ja erst freigegeben, wenn der Mitnehmerhebel fest gegen diesen Hebel
drückt.
[0012] Obwohl es bis jetzt noch nicht ausdrücklich erwähnt wurde, ist es wohl selbstverständlich,
daß der Hebel zur Verlagerung der Anlenkstelle des Kurbelarmes während seiner Antriebspausen
festgehalten werden muß, damit die Bewegungsbahn des Biegewerkzeuges eindeutig bestimmt
ist. Zu diesem Zweck wird in vorteilhafter Weise der in Reihe mit dem Stellzylinder
für die Hebelverstellung angeordnete Stützzylinder herangezogen, dessen Zu- und Ableitungen
nur gesperrt zu werden brauchen. Andere konstruktive Lösungen sind aber selbstverständlich
ebenfalls möglich, da es ja nur auf die Fixierung des Hebels zur Verlagerung der Anlenkstelle
ankommt.
[0013] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel vereinfacht
dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Abkarten von Blechtafeln in Seitenansicht,
Fig. 2 diese Vorrichtung im Schnitt,
Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit einer unterschiedlichen Antriebsmöglichkeit für das Biegewerkzeug,
Fig. 4 das Biegewerkzeug beim Biegen von Winkeln bis zu 90° in einem größeren Maßstab,
Fig. 5 das Biegewerkzeug bei der Herstellung von Winkeln über 90°,
Fig. 6 das mögliche Zusammenwirken zweier Biegewerkzeuge zur Herstellung von Nuten
und
Fig. 7 das Herstellen eines gebogenen Falzes mit Hilfe zweier Biegewerkzeuge.
[0014] Wie insbesondere die Fig. 1 und 2 erkennen lassen, besitzt die dargestellte Vorrichtung
zum Abkanten von Blechtafeln ein Gestell 1, in dessen Seitenwangen die Biegewerkzeuge
2 und 3 über Gelenkvierecke 4 gelagert sind. Diese aus zwei Kurbelarmen 5 und 6 sowie
aus einer diese Kurbelarme 5 und 6 verbindenden Koppel 7 bestehenden Gelenkvierecke
4 tragen an ihrer als Kastenträger ausgebildeten, zwischen den Seitenwangen des Gestelles
1 angeordneten Koppel 7 die Biegewerkzeuge 2 bzw. 3. Die Kurbelarme 5 und 6 bestehen
aus seitlich angeordneten Lenkern od.dgl., so daß ein freier, unbehinderter Durchtritt
zwischen den Koppeln 7 für die zu bearbeitende Blechtafel 8 gewährleistet iaL.
[0015] Zum Antrieb der Gelenkvierecke 4 dienen Hydraulikzylinder 9, die einerseits am Gestell
1 und anderseits an einem Radialarm 10 angelenkt sind, der mit dem Kurbelarm 5 des
Gelenkviereckes 4 um eine Achse 11 verdrehbar ist, bis der Radialarm 10 an einem gestellfesten
Anschlag 12 anschlägt, wie dies für das obere Biegewerkzeug 2 in Fig. 2 eingezeichnet
ist.
[0016] Zusätzlich zu diesem Antrieb über die Zylinder 9 ist ein Stelltrieb zur Verlagerung
der Anlenkstelle 13 des Kurbelarmes 6 gegenüber dem Gestell vorgesehen. Zu diesem
Zweck ist der Kurbelarm 6 nicht im Gestell 1, sondern auf einem Hebel 14 gelagert,
der auf einer drehbar im Gestell 1 gehaltenen Welle 15 sitzt. Zur Drehverstellung
des Hebels 14 ist dieser doppelarmig ausgebildet, wobei zwischen dem Hebelarm 16 und
einem den Kurbelarm 5 zugeordneten Mitnehmerhebel 17 eine Antriebsverbindung über
einen verstellbar gegenüber dem Hebelarm 16 gelagerten Ubertragungskörper 18 hergestellt
werden kann. Wird der Ubertragungskörper 18 mit Hilfe eines Zylinders 19 in die Kupplungsstellung
gebracht, so schlägt der Mitnehmerhebel 17 nach einer entsprechenden Drehverstellung
des Kurbelarmes 5 an den Übertragungskörper 18 an und verschwenkt den Hebel 14 entsprechend
den gegebenen Übersetzungsverhältnissen. Wie der Fig. 4 entnommen werden kann, bedingt
die zusätzliche Verlagerung der Anlenkstelle 13 des Kurbelarmes 6 eine Änderung der
Bewegungsbahn für das Biegewerkzeug 2. Während bei einem alleinigen Antrieb des Gelenkviereckes
.4 über den Kurbelarm 5 das Biegewerkzeug eine der Koppelbewegung entsprechende Bahn
zurücklegt, die in Fig. 4 mit 20 bezeichnet ist, überlagert sich dieser Bahn 20 eine
durch die Verschwenkung des Hebels 14 bedingte Querbewegung,so daß durch ein Verschwenken
des Hebels 14 das Biegewerkzeug 2 aus der in Fig. 4 strichpunktiert eingezeichneten
Lage in die voll ausgezogene Stellung bewegt wird. Die vom Biegewerkzeug 2 dabei zurückgelegte
Bahn ist mit 21 bezeichnet. Durch die Überlagerung einer Querbewegung kann somit das
Biegewerkzeug 2 entlang von zwei Bahnabschnitten 20 und 21 bewegt werden, die zunächst
ein Abbiegen der zwischen zwei als Gegenwerkzeuge dienenden Haltern 22 eingespannten
Blechtafel 8 in die strichpunktierte Lage und dann ein Fertigbiegen mit geänderter
Bewegungsbahn bewirken. Die vom Biegewerkzeug 2 auf die Blechtafel 8 ausgeübten Biegekräfte
greifen daher stets in günstiger Weise an der Blechtafel an, so daß man mit vergleichsweise
geringen Biegekräften das Auslangen findet.
[0017] Soll die Blechtafel 8 mit 90° übersteigenden Biegewinkelnabgekantet werden, so ist
gemäß Fig. 5 eine zusätzliche Bewegungsmöglichkeit für das Biegewerkzeug erforderlich,
und zwar in einer quer zur Bewegungsbahn 20 verlaufenden Richtung. Diese zusätzliche
Bewegungsmöglichkeit des Biegewerkzeuges kann durch eine alleinige Verstellung des
Kurbelarmes 6 über den Hebel 14 erreicht werden. Zu diesem Zweck ist die Welle 15
über einen Arm 23 an einem Stellzylinder 24 angelenkt, der bei einer entsprechenden
Beaufschlagung den Hebel 14 weiterschwenkt, wenn der Radialarm 10 am Anschlag 12 anliegt
und dadurch der Antrieb für den Kurbelarm 5 unterbrochen ist. Bei festgehaltenem Kurbelarm
5 ergibt sich durch die Drehbewegung des Hebels 14 eine Querbewegung für das Biegewerkzeug,
wie dies in Fig. 5 durch den Bahnabschnitt 25 angedeutet ist. Die Biegewinkel können
demnach in einem weiten Bereich frei gewählt werden.
[0018] Da sich bei einer Verschwenkung des Hebels 14 über den Mitnehmerhebel 17 die Welle
15 mit dem Arm 23 zwangsweise mitdreht, muß dafür gesorgt werden, daß der Stellzylinder
24 diese Bewegung des Armes 23 mitmachen kann. Der Stellzylinder 24 ist daher nicht
fest am Gestell 1 angelenkt, sondern über einen Stützzylinder 26, der in Reihe mit
dem Stellzylinder 24 liegt und mit diesem verschiebefest verbunden ist. Ist der Stützzylinder
26 belüftet, so ist auf Grund der freien Verschiebbarkeit seines Kolbens die verschiebbare
Abstützung des Stellzylinders 24 gewährleistet. Bei einem Sperren des Zylinders 26
durch ein Schließen der Druckmittelleitungen ergibt sich für den Stellzylinder 24
eine feste Abstützung, so daß der Arm 23 und die Welle 15 verschwenkt werden können.
Durch den Anschlag des Mitnehmerhebels 17 am Hebelarm 16 des Hebels 14 sowie durch
den Anschlag des Radialarmes 10 am Anschlag 12 sind die Übergangspunkte zwischen den
einzelnen Bewegungsbahnabschnitten 20, 21 und 25 eindeutig vorherbestimmbar. Die Bewegungsbahnen
der Biegewerkzeuge können demnach auch genau an bestimmte Verhältnisse angepaßt werden.
[0019] Damit der Hebel 14 während seiner Antriebspausen festgehalten wird, braucht lediglich
der Stützzylinder 26 in seiner Hubstellung festgestellt zu werden, was durch ein Absperren
der Druckmittelleitungen einfach durchgeführt werden kann. Wird der Stützzylinder
26 beim Anschlagen des Mitnehmerhebels 17 am Übertragungskörper 18 des Hebelarmes
16 unkontrolliert belüftet, so kann zufolge der federnden Rückstellkräfte des zum
Teil abgebogenen Randstreifens der Blechtafel 8 das Biegewerkzeug unter Umständen
nachgeben. Dieses Nachgeben kann wirksam unterdrückt werden, wenncer Stützzylinder
26 in Abhängigkeit vom Beaufschlagungsdruck des mit dem Übertragungskörper 18 zusammenwirkenden
Zylinders 19 belüftet wird. Der Stützzylinder 26 wird demnach erst freigegeben, wenn
eine entsprechende Kraft vom Mitnehmerhebel 17 auf den Hebelarm 16 wirkt, der sich
demzufolge nicht mehr entgegen dem Antriebssinn bewegen kann.
[0020] Der Zylinder 19 erlaubt aber auch das Zurückziehen des Übertragungskörpers 18 aus
der Bewegungsbahn des Mitnehmerhebels 17, so daß der Bahnabschnitt 21 übersprungen
werden kann. Dadurch wird eine noch größere Freiheit hinsichtlich der Formgestaltung
der abzukantenden Blechtafeln 8 sichergestellt.
[0021] Wirken die Biegewerkzeuge 2 und 3 nicht nur mit den die zu biegenden Blechtafeln
8 einspannenden Haltern 22 zusammen, sondern werden die Biegewerkzeuge 2 und 3 zu
einem gemeinsamen Biegevorgang herangezogen, so können auch Nuten oder Falze gebogen
werden, wie dies in den Fig. 6 und 7 dargestellt ist. Durch ein Verstellen des Biegewerkzeuges
2 im wesentlichen parallel zur Blechtafelebene wird gemäß Fig. 6 eine Nut in der Blechtafel
8 hergestellt, wobei als Gegenwerkzeug für das Biegewerkzeug 2 nicht einer der Halter
22, sondern das Biegewerkzeug 3 dient.
[0022] Nach Fig. 7 wird die Blechtafel 8 nicht um ein Gegenwerkzeug, sondern frei zurückgebogen,
was nur möglich ist, wenn eines der beiden Biegewerkzeuge die Aufgabe eines Halters
für die Blechtafel übernehmen kann. Auf Grund der Bewegungsmöglichkeiten der Biegewerkzeuge
2 und 3 ist dies ohne weiteres möglich, so daß auch Falze gebogen werden können.
[0023] Die zusätzliche Verstellmöglichkeit des Gelenkviereckes 4 braucht nicht über eine
Verlagerung der Anlenkstelle 13 des Kurbelarmes 6 gegenüber dem Gestell 1 zu erfolgen.
Eine ähnliche Wirkung erzielt man, wenn der Kurbelarm 6 in seiner Länge mittels eines
Stelltriebes verändert werden kann. Aus Fig. 3 kann eine solche Konstruktion entnommen
werden. Der Kurbelarm 6 besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus einem Stellzylinder
27, der wieder beidseitig der Koppel 7 vorgesehen werden kann. Durch eine entsprechende
Beaufschlagung des Stellzylinders 27 wird in vergleichbarer Weise dem Biegewerkzeug
2 eine Bewegungskomponente aufgezwungen, die im wesentlichen quer zu der Bewegungsbahn
verläuft, die durch den Antrieb des Gelenkviereckes 4 über den Kurbelarm 5 alleine
bedingt ist.
1. Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln mit wenigstens einem mit einem Gegenwerkzeug
zusammenwirkenden, antreibbaren Biegewerkzeug, dadurch gekennzeichnet, daß das Biegewerkzeug
(2,3) mit Hilfe eines Gelenkviereckes (4) antreibbar ist, das zwei in einem Gestell
(1) gelagerte Kurbelarme (5,6) und eine die Kurbelarme (5,6) verbindende, das Biegewerkzeug
(2,3) tragende Koppel (7) umfaßt und einen Stelltrieb zur Verlagerung der Anlenkstelle
(13) eines Kurbelarmes (6) am Gestell (1) bzw. zur Längenänderung eines Kurbelarmes
(6) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stelltrieb zur Verlagerung
der Anlenkstelle (13) bzw. zur Längenänderung des einen Kurbelarmes (6) in Abhängigkeit
von der Drehstellung des anderen, antreibbaren Kurbelarmes (5) betätigbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der hinsichtlich
seiner Anlenkstelle (13) bzw. seiner Länge verstellbare Kurbelarm (6) nach dem Erreichen
einer anschlagbegrenzten Endstellung durch den anderen Kurbelarm (5) über den Stelltrieb
für sich verstellbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kurbelarm
(6) zur Längenverstellung als Stellzylinder (27) ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kurbelarm
(6) zur Verlagerung seiner Anlenkstelle (13) an einem drehbar im Gestell (1) gelagerten
Hebel (14) angelenkt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der die Anlenkstelle (13)
für den einen Kurbelarm (6) bildende Hebel (14) doppelarmig ausgebildet ist und mit
einem mit dem anderen Kurbelarm (5) antriebsverbundenen Mitnehmerhebel (17) zusammenwirkt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der die Anlenkstelle
(13) für den einen Kurbelarm (6) bildende Hebel (14) mit Hilfe eines Zylinders (24)
verstellbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellzylinder (24)
für den Hebel (14) verschiebbar angelenkt und in den einzelnen Verschiebestellungen
feststellbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebeführung
für den Stellzylinder (24) als in Reihe mit dem Stellzylinder (24) angeordneter Stützzylinder
(26) ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem die Anlenkstelle (13) für den einen Kurbelarm (6) bildenden Hebel (14) und dem
Mitnehmerhebel (17) des anderen Kurbelarmes (5) ein an einem der beiden Hebel (14,17)
verstellbar gelagerter Übertragungskörper (18) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Übertragungskörper
(18) an einem Zylinder (19) abgestützt ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützzylinder (26)
in Abhängigkeit vom Beaufschlagungsdruck des mit dem Übertragungskörper (18) zusammenwirkenden
Zylinders (19) belüftbar ist.