(19)
(11) EP 0 039 322 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.11.1981  Patentblatt  1981/44

(21) Anmeldenummer: 81890048.2

(22) Anmeldetag:  16.03.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B21D 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 24.04.1980 AT 2203/80

(71) Anmelder: VOEST-ALPINE Aktiengesellschaft
A-4010 Linz (AT)

(72) Erfinder:
  • Aschauer, Hans
    A-4070 Eferding (AT)
  • Funk, Günter
    A-4050 Traun (AT)

(74) Vertreter: Hübscher, Gerhard, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. Gerhard Hübscher Dipl.-Ing. Helmut Hübscher Dipl.-Ing. Heiner Hübscher Spittelwiese 7
4020 Linz
4020 Linz (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln


    (57) Bei einer Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln (8) ist wenigstens ein mit einem Gegenwerkzeug zusammenwirkendes, antreibbares Biegewerkzeug (2, 3) vorgesehen.
    Um eine weitgehende Freiheit hinsichtlich der Abkantung sicherzustellen, wird das Biegewerkzeug (2, 3) mit Hilfe eines Gelenkviereckes (4) angetrieben, das zwei in einem Gestell (1) gelagerte Kurbelarme (5, 6) und eine die Kurbelarme (5, 6) verbindende, das Biegewerkzeug (2, 3) tragende Koppel (7) umfaßt und einen Stelltrieb zur Verlagerung der Anlenkstelle (13) eines Kurbelarmes (6) am Gestell (1) bzw. zur Längenänderung eines Kurbelarmes (6) aufweist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln mit wenigstens einem mit einem Gegenwerkzeug zusammenwirkenden, antreibbaren Biegewerkzeug.

    [0002] Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DE-OS 28 39 978) sind ein oberes und ein unteres Biegewerkzeug vorgesehen, wobei diese Biegewerkzeuge an den einander gegenüberliegen Schenkeln eines im Querschnitt C-förmigen Trägers angeordnet sind und mit diesem Träger in vertikaler Richtung gegenüber einem Paar von Gegenwerkzeugen verstellt werden, die zugleich zum Einspannen des Werkstückes dienen. Wegen der geradlinigen Antriebsbewegung der Biegewerkzeuge müssen bei dieser bekannten Vorrichtung vergleichsweise hohe Biegekräfte aufgebracht werden. Schwerwiegender ist jedoch der Nachteil, daß zufolge des im Querschnitt C-förmigen Werkzeugträgers und dessen vertikaler Antriebsbewegung nur bestimmte Biegewinkel erreicht werden können. Die mögliche Gestaltung des Werkstückes ist daher beschränkt. In diesem Zusammenhang muß noch erwähnt werden, daß auf Grund des gemeinsamen Trägers für beide Biegewerkzeuge die Einschublänge des Werkstückes zwischen die Biegewerkzeuge und damit die mögliche Breite der abzukantenden Randstreifen des Werkstückes stark begrenzt ist, was zwangsläufig auch die Handhabung des Werkstückes beispielsweise durch einen Manipulator erschwert.

    [0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und eine Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, daß das Biegewerkzeug entsprechend der gewünschten Werkstückform in vorteilhafter Weise gegenüber dem Gegenwerkzeug bewegt wird, um einerseits mit geringen Biegekräften das Auslangen finden zu können und anderseits eine weitgehende Freiheit hinsichtlich der Formung des Werkstückes sicherzustellen.

    [0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß das Biegewerkzeug mit Hilfe eines Gelenkviereckes antreibbar ist, das zwei in einem Gestell gelagerte Kurbelarme und eine die Kurbelarme verbindende, das Biegewerkzeug tragende Koppel umfaßt und einen Stelltrieb zur Verlagerung der Anlenkstelle eines Kurbelarmes am Gestell bzw. zur Längenänderung eines Kurbelarmes aufweist.

    [0005] Durch das Vorsehen eines zusätzlichen Stelltriebes zur Verlagerung der Anlenkstelle bzw. zur Längenänderung eines Kurbelarmes neben dem üblichen Drehantrieb für einen Kurbelarm des Gelenkviereckes wird mit einfachen konstruktiven Mitteln der entscheidende Vorteil erreicht, daß der durch die Koppelbewegung gegebenen üblichen Arbeitsbewegung des Biegewerkzeuges eine zu dieser Arbeitsbewegung im wesentlichen quer gerichtete Antriebsbewegung überlagert werden kann, so daß die Werkzeugbahn an die unterschiedlichsten Biegewinkel und Biegeradien angepaßt werden kann. Damit ist aber sichergestellt, daß das Biegewerkzeug stets quer zu dem Werkstück bewegt werden kann, was eine günstige Einleitung der Biegekräfte über den ganzen Biegewinkel gewährleistet. Die Biegekräfte können somit vergleichsweise klein gehalten werden. Außerdem ergibt sich durch das Nachführen des Biegewerkzeuges entsprechend dem jeweils erreichten Biegewinkel die Möglichkeit, Biegewinkel zu erhalten, die weit über 900 hinausgehen. Die Verformungsmöglichkeiten der Blechtafeln durch ein Abkanten sind daher in einem weiten Bereich frei, zumal die Einschublänge des Werkstückes zwischen dem Biegewerkzeug und dem Gegenwerkzeug unbeschränkt ist, weil das für den Antrieb des Biegewerkzeuges vorgesehene Gelenkviereck nicht in die Bewegungsbahn des Werkstückes vorzuragen braucht. Die Kurbelarme des Gelenkviereckes können nämlich ohne weiteres durch beidseitig des Werkstückdurchlaufes angeordnete Lenker od.dgl. gebildet werden.

    [0006] Bei der Mehrzahl der vorkommenden Abkantungen wird das Biegewerkzeug zunächst quer zur Oberfläche des abzukantenden Blechstreifens bewegt und dann entsprechend dem angestrebten Biegewinkel in einer dazu geneigten Bahn verstellt werden müssen, wobei es genügt, die Arbeitsbewegung des Biegewerkzeuges in zwei Abschnitte zu unterteilen, die einen für das Anbiegen bzw. das Fertigbiegen vorteilhaften Verlauf besitzen. Dies kann in weiterer Ausbildung der Erfindung einfach dadurch erreicht werden, daß der Stelltrieb zur Verlagerung der Anlenkstelle bzw. zur Längenänderung des einen Kurbelarmes in Abhängigkeit von der Drehstellung des anderen, antreibbaren Kurbelarmes betätigbar ist. Hat der über den üblichen Drehantrieb angetriebene Kurbelarm jene Drehstellung erreicht, bei der das Biegewerkzeug von der für das Anbiegen vorteilhaften Bahn in den Bahnabschnitt umgelenkt werden soll, der die besten Verhältnisse für das Fertigbiegen sicherstellt, so wird der Stelltrieb betätigt und der ursprünglichen Werkzeugbahn eine Querbewegung überlagert, die eine entsprechende Richtungsänderung der Werkzeugbahn bewirkt. Diese Querbewegung kann einerseits durch eine-Verlängerung des einen Kurbelarmes und anderseits durch eine Verlagerung der Anlenkstelle dieses Kurbelarmes quer zur Bewegungsrichtung der Koppel erreicht werden.

    [0007] Es ist ohne weiteres einzusehen, daß mit einer aus zwei Abschnitten zusammengesetzten Bewegungsbahn für das Biegewerkzeug nicht größere Biegewinkel unter den gleichen günstigen Voraussetzungen hergestellt werden können. Zu diesem Zweck wird nicht nur ein Bahnabschnitt für das Anbiegen und das Beenden der Abkantung, sondern auch ein Bahnabschnitt für einen mittleren Bereich erforderlich werden. Gemäß der Erfindung ist eine solche dreiteilige Bewegungsbahn für das Biegewerkzeug dadurch zu verwirklichen, daß der hinsichtlich seiner Anlenkstelle bzw. seiner Länge verstellbare Kurbelarm nach dem Erreichen einer anschlagbegrenzten Endstellung durch den anderen Kurbelarm über den Stelltrieb für sich verstellt wird. Damit wird das Gelenkviereck ausschließlich im Sinne einer Querbewegung des Biegewerkzeuges angetrieben, so daß der letzte Bahnabschnitt des Biegewerkzeuges tatsächlich quer zum ersten Bahnabschnitt verläuft, während der mittlere Bahnabschnitt eine Zwischenneigung einnimmt. Diese Bahnabschnitte gewährleisten eine vorteilhafte Biegung des Werkstückes über Biegewinkel, die weit über 90° hinausgehen.

    [0008] Eine konstruktiv einfache Lösung zur Längenverstellung des Kurbelarmes ergibt sich, wenn der diesbezügliche Kurbelarm als Stellzylinder ausgebildet ist. Selbstverständlich sind aber auch andere konstruktive Lösungen möglich, die jedoch aufwendiger sind.

    [0009] Um eine Querbewegung des Biegewerkzeuges bezüglich der durch die übliche Koppelbewegung bedingten Werkzeugbahn zu ermöglichen, kann der Kurbelarm zur Verlagerung seiner Anlenkstelle an einem drehbar im Gestell gelagerten Hebel angelenkt sein. In einem solchen Fall braucht dieser Hebel nur entsprechend verschwenkt zu werden, um die gewünschte Verlagerung der Anlenkstelle zu erhalten. Bei einer angestrebten Abhängigkeit des Stelltriebes zur Verlagerung der Anlenkstelle von der Drehstellung des in üblicher Weise von einem Drehantrieb angetriebenen Kurbelarmes kann in weiterer Ausbildung der Erfindung der die Anlenkstelle für den einen Kurbelarm bildende Hebel doppelarmig ausgebildet sein und mit einem mit dem anderen Kurbelarm antriebsverbundenen Mitnehmerhebel zusammenwirken. Wirkt nach einem vorgegebenen Drehwinkel der Mitnehmerhebel des angetriebenen Kurbelarmes auf den einen Arm des den anderen Kurbelarm tragenden Hebels, so wird dieser Hebel mitgenommen und die Anlenkstelle für den einen Kurbelarm automatisch verstellt, bis der Antrieb für den Kurbelarm mit dem Mitnehmerhebel unterbrochen wird. Damit wird durch einfache konstruktive Mittel eine Werkzeugbahn mit zwei Bahnabschnitten sichergestellt, die in einem durch die gegebenen Übersetzungsverhältnisse vorbestimmten Winkel gegeneinander geneigt sind.

    [0010] Soll dieser Werkzeugbahn ein weiterer Abschnitt hinzugefügt werden, der im wesentlichen quer zum ersten Abschnitt verläuft, so braucht der die Anlenkstelle für den einen Kurbelarm bildende Hebel lediglich mit Hilfe eines Zylinders verstellt zu werden, wenn der Antrieb für den anderen Kurbelarm beispielsweise durch einen Anschlag abgeschaltet wurde. Ein solcher Stellzylinder für den zur Verlagerung der Anlenkstelle dienenden Hebel darf selbstverständlich die Antriebsbewegung des Hebels durch den Mitnehmerhebel des angetriebenen Kurbelarmes nicht behindern, was beispielsweise durch eine Belüftung dieses Stellzylinders erreicht werden könnte. Dies würde aber neben einem vergleichsweise großen Hub des Stellzylinders einen nicht definierten Stellweg mit sich bringen, weil der Stellweg für den Hebel in einem solchen Fall von der jeweiligen Endstellung des mit dem angetriebenen Kurbelarm verbundenen Mitnehmerhebels abhängt. Um das zu vermeiden, kann der Stellzylinder für den Hebel verschiebbar angelenkt und in den einzelnen Verschiebestellungen feststellbar sein. Wird nach dem Antrieb des Hebels durch den Mitnehmerhebel der Stellzylinder in der erreichten Verschiebestellung unverschiebbar festgehalten, so wird der Hebel für die Verlagerung der Anlenkstelle des Kurbelarmes um die Hublänge des Stellzylinders verstellt. In konstruktiver Hinsicht kann diese Verschiebeführung für den Stellzylinder einfach als in Reihe mit dem Stellzylinder angeordneter Stützzylinder ausgebildet werden. Dieser Stützzylinder ist während des Antriebes des Hebels zur Verlagerung der Anlenkstelle über den Mitnehmerhebel belüftet und wird anschließend durch Sperrung der Druckmittelzu- bzw. -abfuhr in seiner Hublage festgehalten.

    [0011] Für manche Abkantungen wäre es wünschenswert, wenn die Werkzeugbahn entweder nur von dem üblichen Antrieb des Gelenkviereckes über einen Kurbelarm oder nur von der Verstellung des Gelenkviereckes durch die Verlagerung der Anlenkstelle eines Kurbelarmes abhängt. Zu diesem Zweck muß die Antriebsverbindung zwischen dem Mitnehmerhebel des angetriebenen Kurbelarmes und dem Hebel zur Verlagerung der Anlenkstelle unterbrochen werden können. Wird zwischen dem die Anlenkstelle für den einen Kurbelarm bildenden Hebel und dem Mitnehmerhebel des anderen Kurbelarmes ein an einem der beiden Hebel verstellbar gelagerter Übertragungskörper vorgesehen, so kann durch eine entsprechende Verstellung des Übertragungskörpers der Mitnehmerhebel frei am Hebel für die Verlagerung der Anlenkstelle vorbeibewegt werden, was die gewünschte Unterbrechung der Antriebsverbindung ergibt. Zur Verstellung des Übertragungskörpers kann dieser mit einem Zylinder verbunden werden. Diese Maßnahme bringt neben einer einfachen Steuerung des Übertragungskörpers den Vorteil mit sich, daß der Stützzylinder in Abhängigkeit vom Beaufschlagungsdruck des mit dem Übertragungskörper zusammenwirkenden Zylinders belüftet werden kann. Die dadurch bedingte Belastung des Hebels zur Verlagerung der Anlenkstelle gewährleistet nämlich, daß das Biegewerkzeug nach dem Freigeben der Anlenkstellenverlagerung nicht auf Grund der federnden Rückstellkräfte des Werkstückes aus seiner vorbestimmten Bahn abgedrängt werden kann. Die Bewegungsmöglichkeit des Hebels für die Verlagerung der Anlenkstelle wird ja erst freigegeben, wenn der Mitnehmerhebel fest gegen diesen Hebel drückt.

    [0012] Obwohl es bis jetzt noch nicht ausdrücklich erwähnt wurde, ist es wohl selbstverständlich, daß der Hebel zur Verlagerung der Anlenkstelle des Kurbelarmes während seiner Antriebspausen festgehalten werden muß, damit die Bewegungsbahn des Biegewerkzeuges eindeutig bestimmt ist. Zu diesem Zweck wird in vorteilhafter Weise der in Reihe mit dem Stellzylinder für die Hebelverstellung angeordnete Stützzylinder herangezogen, dessen Zu- und Ableitungen nur gesperrt zu werden brauchen. Andere konstruktive Lösungen sind aber selbstverständlich ebenfalls möglich, da es ja nur auf die Fixierung des Hebels zur Verlagerung der Anlenkstelle ankommt.

    [0013] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel vereinfacht dargestellt. Es zeigen

    Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Abkarten von Blechtafeln in Seitenansicht,

    Fig. 2 diese Vorrichtung im Schnitt,

    Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einer unterschiedlichen Antriebsmöglichkeit für das Biegewerkzeug,

    Fig. 4 das Biegewerkzeug beim Biegen von Winkeln bis zu 90° in einem größeren Maßstab,

    Fig. 5 das Biegewerkzeug bei der Herstellung von Winkeln über 90°,

    Fig. 6 das mögliche Zusammenwirken zweier Biegewerkzeuge zur Herstellung von Nuten und

    Fig. 7 das Herstellen eines gebogenen Falzes mit Hilfe zweier Biegewerkzeuge.



    [0014] Wie insbesondere die Fig. 1 und 2 erkennen lassen, besitzt die dargestellte Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln ein Gestell 1, in dessen Seitenwangen die Biegewerkzeuge 2 und 3 über Gelenkvierecke 4 gelagert sind. Diese aus zwei Kurbelarmen 5 und 6 sowie aus einer diese Kurbelarme 5 und 6 verbindenden Koppel 7 bestehenden Gelenkvierecke 4 tragen an ihrer als Kastenträger ausgebildeten, zwischen den Seitenwangen des Gestelles 1 angeordneten Koppel 7 die Biegewerkzeuge 2 bzw. 3. Die Kurbelarme 5 und 6 bestehen aus seitlich angeordneten Lenkern od.dgl., so daß ein freier, unbehinderter Durchtritt zwischen den Koppeln 7 für die zu bearbeitende Blechtafel 8 gewährleistet iaL.

    [0015] Zum Antrieb der Gelenkvierecke 4 dienen Hydraulikzylinder 9, die einerseits am Gestell 1 und anderseits an einem Radialarm 10 angelenkt sind, der mit dem Kurbelarm 5 des Gelenkviereckes 4 um eine Achse 11 verdrehbar ist, bis der Radialarm 10 an einem gestellfesten Anschlag 12 anschlägt, wie dies für das obere Biegewerkzeug 2 in Fig. 2 eingezeichnet ist.

    [0016] Zusätzlich zu diesem Antrieb über die Zylinder 9 ist ein Stelltrieb zur Verlagerung der Anlenkstelle 13 des Kurbelarmes 6 gegenüber dem Gestell vorgesehen. Zu diesem Zweck ist der Kurbelarm 6 nicht im Gestell 1, sondern auf einem Hebel 14 gelagert, der auf einer drehbar im Gestell 1 gehaltenen Welle 15 sitzt. Zur Drehverstellung des Hebels 14 ist dieser doppelarmig ausgebildet, wobei zwischen dem Hebelarm 16 und einem den Kurbelarm 5 zugeordneten Mitnehmerhebel 17 eine Antriebsverbindung über einen verstellbar gegenüber dem Hebelarm 16 gelagerten Ubertragungskörper 18 hergestellt werden kann. Wird der Ubertragungskörper 18 mit Hilfe eines Zylinders 19 in die Kupplungsstellung gebracht, so schlägt der Mitnehmerhebel 17 nach einer entsprechenden Drehverstellung des Kurbelarmes 5 an den Übertragungskörper 18 an und verschwenkt den Hebel 14 entsprechend den gegebenen Übersetzungsverhältnissen. Wie der Fig. 4 entnommen werden kann, bedingt die zusätzliche Verlagerung der Anlenkstelle 13 des Kurbelarmes 6 eine Änderung der Bewegungsbahn für das Biegewerkzeug 2. Während bei einem alleinigen Antrieb des Gelenkviereckes .4 über den Kurbelarm 5 das Biegewerkzeug eine der Koppelbewegung entsprechende Bahn zurücklegt, die in Fig. 4 mit 20 bezeichnet ist, überlagert sich dieser Bahn 20 eine durch die Verschwenkung des Hebels 14 bedingte Querbewegung,so daß durch ein Verschwenken des Hebels 14 das Biegewerkzeug 2 aus der in Fig. 4 strichpunktiert eingezeichneten Lage in die voll ausgezogene Stellung bewegt wird. Die vom Biegewerkzeug 2 dabei zurückgelegte Bahn ist mit 21 bezeichnet. Durch die Überlagerung einer Querbewegung kann somit das Biegewerkzeug 2 entlang von zwei Bahnabschnitten 20 und 21 bewegt werden, die zunächst ein Abbiegen der zwischen zwei als Gegenwerkzeuge dienenden Haltern 22 eingespannten Blechtafel 8 in die strichpunktierte Lage und dann ein Fertigbiegen mit geänderter Bewegungsbahn bewirken. Die vom Biegewerkzeug 2 auf die Blechtafel 8 ausgeübten Biegekräfte greifen daher stets in günstiger Weise an der Blechtafel an, so daß man mit vergleichsweise geringen Biegekräften das Auslangen findet.

    [0017] Soll die Blechtafel 8 mit 90° übersteigenden Biegewinkelnabgekantet werden, so ist gemäß Fig. 5 eine zusätzliche Bewegungsmöglichkeit für das Biegewerkzeug erforderlich, und zwar in einer quer zur Bewegungsbahn 20 verlaufenden Richtung. Diese zusätzliche Bewegungsmöglichkeit des Biegewerkzeuges kann durch eine alleinige Verstellung des Kurbelarmes 6 über den Hebel 14 erreicht werden. Zu diesem Zweck ist die Welle 15 über einen Arm 23 an einem Stellzylinder 24 angelenkt, der bei einer entsprechenden Beaufschlagung den Hebel 14 weiterschwenkt, wenn der Radialarm 10 am Anschlag 12 anliegt und dadurch der Antrieb für den Kurbelarm 5 unterbrochen ist. Bei festgehaltenem Kurbelarm 5 ergibt sich durch die Drehbewegung des Hebels 14 eine Querbewegung für das Biegewerkzeug, wie dies in Fig. 5 durch den Bahnabschnitt 25 angedeutet ist. Die Biegewinkel können demnach in einem weiten Bereich frei gewählt werden.

    [0018] Da sich bei einer Verschwenkung des Hebels 14 über den Mitnehmerhebel 17 die Welle 15 mit dem Arm 23 zwangsweise mitdreht, muß dafür gesorgt werden, daß der Stellzylinder 24 diese Bewegung des Armes 23 mitmachen kann. Der Stellzylinder 24 ist daher nicht fest am Gestell 1 angelenkt, sondern über einen Stützzylinder 26, der in Reihe mit dem Stellzylinder 24 liegt und mit diesem verschiebefest verbunden ist. Ist der Stützzylinder 26 belüftet, so ist auf Grund der freien Verschiebbarkeit seines Kolbens die verschiebbare Abstützung des Stellzylinders 24 gewährleistet. Bei einem Sperren des Zylinders 26 durch ein Schließen der Druckmittelleitungen ergibt sich für den Stellzylinder 24 eine feste Abstützung, so daß der Arm 23 und die Welle 15 verschwenkt werden können. Durch den Anschlag des Mitnehmerhebels 17 am Hebelarm 16 des Hebels 14 sowie durch den Anschlag des Radialarmes 10 am Anschlag 12 sind die Übergangspunkte zwischen den einzelnen Bewegungsbahnabschnitten 20, 21 und 25 eindeutig vorherbestimmbar. Die Bewegungsbahnen der Biegewerkzeuge können demnach auch genau an bestimmte Verhältnisse angepaßt werden.

    [0019] Damit der Hebel 14 während seiner Antriebspausen festgehalten wird, braucht lediglich der Stützzylinder 26 in seiner Hubstellung festgestellt zu werden, was durch ein Absperren der Druckmittelleitungen einfach durchgeführt werden kann. Wird der Stützzylinder 26 beim Anschlagen des Mitnehmerhebels 17 am Übertragungskörper 18 des Hebelarmes 16 unkontrolliert belüftet, so kann zufolge der federnden Rückstellkräfte des zum Teil abgebogenen Randstreifens der Blechtafel 8 das Biegewerkzeug unter Umständen nachgeben. Dieses Nachgeben kann wirksam unterdrückt werden, wenncer Stützzylinder 26 in Abhängigkeit vom Beaufschlagungsdruck des mit dem Übertragungskörper 18 zusammenwirkenden Zylinders 19 belüftet wird. Der Stützzylinder 26 wird demnach erst freigegeben, wenn eine entsprechende Kraft vom Mitnehmerhebel 17 auf den Hebelarm 16 wirkt, der sich demzufolge nicht mehr entgegen dem Antriebssinn bewegen kann.

    [0020] Der Zylinder 19 erlaubt aber auch das Zurückziehen des Übertragungskörpers 18 aus der Bewegungsbahn des Mitnehmerhebels 17, so daß der Bahnabschnitt 21 übersprungen werden kann. Dadurch wird eine noch größere Freiheit hinsichtlich der Formgestaltung der abzukantenden Blechtafeln 8 sichergestellt.

    [0021] Wirken die Biegewerkzeuge 2 und 3 nicht nur mit den die zu biegenden Blechtafeln 8 einspannenden Haltern 22 zusammen, sondern werden die Biegewerkzeuge 2 und 3 zu einem gemeinsamen Biegevorgang herangezogen, so können auch Nuten oder Falze gebogen werden, wie dies in den Fig. 6 und 7 dargestellt ist. Durch ein Verstellen des Biegewerkzeuges 2 im wesentlichen parallel zur Blechtafelebene wird gemäß Fig. 6 eine Nut in der Blechtafel 8 hergestellt, wobei als Gegenwerkzeug für das Biegewerkzeug 2 nicht einer der Halter 22, sondern das Biegewerkzeug 3 dient.

    [0022] Nach Fig. 7 wird die Blechtafel 8 nicht um ein Gegenwerkzeug, sondern frei zurückgebogen, was nur möglich ist, wenn eines der beiden Biegewerkzeuge die Aufgabe eines Halters für die Blechtafel übernehmen kann. Auf Grund der Bewegungsmöglichkeiten der Biegewerkzeuge 2 und 3 ist dies ohne weiteres möglich, so daß auch Falze gebogen werden können.

    [0023] Die zusätzliche Verstellmöglichkeit des Gelenkviereckes 4 braucht nicht über eine Verlagerung der Anlenkstelle 13 des Kurbelarmes 6 gegenüber dem Gestell 1 zu erfolgen. Eine ähnliche Wirkung erzielt man, wenn der Kurbelarm 6 in seiner Länge mittels eines Stelltriebes verändert werden kann. Aus Fig. 3 kann eine solche Konstruktion entnommen werden. Der Kurbelarm 6 besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus einem Stellzylinder 27, der wieder beidseitig der Koppel 7 vorgesehen werden kann. Durch eine entsprechende Beaufschlagung des Stellzylinders 27 wird in vergleichbarer Weise dem Biegewerkzeug 2 eine Bewegungskomponente aufgezwungen, die im wesentlichen quer zu der Bewegungsbahn verläuft, die durch den Antrieb des Gelenkviereckes 4 über den Kurbelarm 5 alleine bedingt ist.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Abkanten von Blechtafeln mit wenigstens einem mit einem Gegenwerkzeug zusammenwirkenden, antreibbaren Biegewerkzeug, dadurch gekennzeichnet, daß das Biegewerkzeug (2,3) mit Hilfe eines Gelenkviereckes (4) antreibbar ist, das zwei in einem Gestell (1) gelagerte Kurbelarme (5,6) und eine die Kurbelarme (5,6) verbindende, das Biegewerkzeug (2,3) tragende Koppel (7) umfaßt und einen Stelltrieb zur Verlagerung der Anlenkstelle (13) eines Kurbelarmes (6) am Gestell (1) bzw. zur Längenänderung eines Kurbelarmes (6) aufweist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stelltrieb zur Verlagerung der Anlenkstelle (13) bzw. zur Längenänderung des einen Kurbelarmes (6) in Abhängigkeit von der Drehstellung des anderen, antreibbaren Kurbelarmes (5) betätigbar ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der hinsichtlich seiner Anlenkstelle (13) bzw. seiner Länge verstellbare Kurbelarm (6) nach dem Erreichen einer anschlagbegrenzten Endstellung durch den anderen Kurbelarm (5) über den Stelltrieb für sich verstellbar ist.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kurbelarm (6) zur Längenverstellung als Stellzylinder (27) ausgebildet ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kurbelarm (6) zur Verlagerung seiner Anlenkstelle (13) an einem drehbar im Gestell (1) gelagerten Hebel (14) angelenkt ist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der die Anlenkstelle (13) für den einen Kurbelarm (6) bildende Hebel (14) doppelarmig ausgebildet ist und mit einem mit dem anderen Kurbelarm (5) antriebsverbundenen Mitnehmerhebel (17) zusammenwirkt.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der die Anlenkstelle (13) für den einen Kurbelarm (6) bildende Hebel (14) mit Hilfe eines Zylinders (24) verstellbar ist.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellzylinder (24) für den Hebel (14) verschiebbar angelenkt und in den einzelnen Verschiebestellungen feststellbar ist.
     
    9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebeführung für den Stellzylinder (24) als in Reihe mit dem Stellzylinder (24) angeordneter Stützzylinder (26) ausgebildet ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem die Anlenkstelle (13) für den einen Kurbelarm (6) bildenden Hebel (14) und dem Mitnehmerhebel (17) des anderen Kurbelarmes (5) ein an einem der beiden Hebel (14,17) verstellbar gelagerter Übertragungskörper (18) vorgesehen ist.
     
    11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Übertragungskörper (18) an einem Zylinder (19) abgestützt ist.
     
    12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützzylinder (26) in Abhängigkeit vom Beaufschlagungsdruck des mit dem Übertragungskörper (18) zusammenwirkenden Zylinders (19) belüftbar ist.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht