(19)
(11) EP 0 039 759 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.11.1981  Patentblatt  1981/46

(21) Anmeldenummer: 81100701.2

(22) Anmeldetag:  31.01.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B65B 27/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE FR GB IT SE

(30) Priorität: 14.05.1980 DE 3018402

(71) Anmelder: Hoesch Aktiengesellschaft
D-44145 Dortmund (DE)

(72) Erfinder:
  • Linder, Arno
    D-5609 Hückeswagen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum mehrfachen Umreifen von Coils


    (57) Bei dieser Vorrichtung (1) zum mehrfachen Umreifen von Coils (2) durch das Coilauge (3) mittels eines oder mehrerer Umreifungsköpfe (12) und der zugeordneten Kanalsysteme (13) ruht das zu umreifende Coil (2), wobei seine Achse (7) in horizontaler Richtung und quer zu Förderrichtung verläuft.
    Um auf einfache Weise auch mit nur einem Umreifungskopf (12) mehrere Umreifungen durch das Coilauge (3) ohne Verdrehen des Coils (2) in kürzester Zeit zu ermöglichen, sind der eine oder mehrere Umreifungsköpfe (12) um den Coildurchmesser auf einem Maschinenständer, der seitlich des zu umreifenden Coils (2) und der Coiltransportanlage (6) angeordnet ist, um eine zur Coilachse (7) konzentrisch angeordnete Achse schwenkbar.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum mehrfachen Umreifen von Coils durch das Coilauge mittels eines oder mehrerer Umreifungsköpfe und der zugeordneten Kanalsysteme.

    [0002] Es sind Umreifungsvorrichtungen zum mehrfachen Umreifen von Coils durch das Coilauge bekannt, bei denen entsprechend bei vier Umreifungen vier Umreifungsköpfe mit ihren zugeordneten Kanalsystemen benötigt werden, was äußerst aufwendig ist und wobei durch die vier Umreifungsköpfe auch viele Störquellen vorhanden sind.

    [0003] Weiterhin ist eine Vorrichtung zum Umreifen der eingangs genannten Art bekannt, wobei das Coil aber zur Anbringung von z.B. vier Abbindungen verdreht werden muß, was zeit-und daher kostenaufwendig ist.

    [0004] Von daher ist es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum mehrfachen Umreifen von Coils der im Oberbegriff genannten Art zu schaffen, die auf einfache Weise auch mit nur einem Umreifungskopf mehrere Umreifungen ohne Verdrehen des Coils in kürzester Zeit ermöglicht.

    [0005] Nach der Erfindung wird die Aufgabe in der Weise gelöst, daß das zu umreifende Coil beim Umreifen ruht und seine Achse in horizontaler Richtung und quer zur Förderrichtung verläuft, wobei der eine oder mehrere Umreifungsköpfe um den Coildurchmesser auf einem Maschinenständer, der seitlich des zu umreifenden Coils und der Coiltransportanlage angeordnet ist, um eine'zur Coilachse konzentrisch angeordneten Achse schwenkbar sind. In zweckmäßiger Weise ist die Vorrichtung derart aufgebaut, daß der Maschinenständer zweiteilig und beiderseitig des Coils bzw, der Coil-Transportanlage angeordnet und jeweils eine Vorrichtungshälfte mit je einem eigenen Schwenkantrieb trägt, wobei jede Vorrichtungshälfte aus einem in Längsrichtung der Achse des Coils sich erstreckenden und ausfahrbaren Ausleger und parallel zur Achse des Coils außerhalb des Außendurchmessers des größten zu umreifenden Coils bis etwa zur Coilmitte sich erstreckenden und einen Teil des Kanalsystems tragenden Ausleger besteht und der durch das Coilauge geführte Teil des Kanalsystems aus- und einfahrbar und ebenfalls etwa in Coilmitte getrennt ist. Von Vorteil ist es auch, daß beide schwenkbaren Vorrichtungshälften synchronisierbar sind, so daß ohne Zeitverlust das Umreifungsmaterial während des Schwenkvorganges bereits durch das Kanalsystem transportiert werden kann. Schließlich ist in vorteilhafter Weise gegenüber dem zweiten Ausleger am ersten Ausleger ein Gegengewicht angeordnet, wodurch ein selbständiges Herabschwenken jeweils der Vorrichtungshälften ausgeschlossen wird und die Antriebe nur Beschleunigungs-und Reibungskräfte zu übertragen bzw. zu überwinden haben, was die Verwendung von kleinen, kostengünstigen und energiesparenden Antrieben erlaubt.

    [0006] Die Vorteile der Vorrichtung nach der Erfindung sind insbesondere im einfachen und störunanfälligen Aufbau und in der Kürze der Umreifungszeit zu sehen.

    [0007] In der Zeichnung ist eine Vorrichtung nach der Erfindung anhand eines schematischen Ausführungsbeispieles näher erläutert.

    [0008] Die Vorrichtung 1 zum mehrfachen Umreifen von Coils 2 durch.das Coilauge 3 besteht im wesentlichen aus einem Maschinenständer, der zwei Teile 4, 5 beiderseits der Coiltransportanlage 6 aufweist.

    [0009] Das zu umreifende Coil 2 liegt derart auf der Coil- Transportanlage 6, daß seine Achse 7 horizontal und quer zur Förderrichtung verläuft und zum Anlegen von mehreren Umreifungen nicht gedreht werden muß.

    [0010] Die Teile 4, 5 des Maschinenständers tragen jeweils eine Vorrichtungshälfte mit je einem eigenen Schwenkantrieb 8. JederVorrichtungshälfte besteht dabei aus einem in Längsrichtung der Achse 7 des Coils 2 sich erstreckenden Ausleger 9, der wiederum einen parallel zur Achse 7 des Coils 2 außerhalb des Außendurchmessers des größten zu umreifenden Coils 2 sich etwa bis zur Coilmitte erstreckenden Ausleger 10 aufweist. Als Gewichtsausgleich ist gegenüber dem Ausleger 10 noch ein Gegengewicht 11 angeordnet.

    [0011] An einer Vorrichtungshälfte ist ein Umreifungskopf 12 mit dem zugehörigen Kanalsystem 13 für das Umreifungsmaterial zur seitlichen Verschlußbildung angeordnet. Das Kanalsystem 13 ist dabei auch auf die zweite Vorrichtungs- hälfte unter Belassung von Trennstellen 14 etwa in Coilmitte ausgedehnt.

    [0012] Zum Umreifen des Coils 2 ist nunmehr der Umreifungskopf 12 über Ausleger 9 und Ausleger 1o mittels der an den Teilen 4, 5 des Maschinenständers angeordneten Schwenkantriebe 8 schwenkbar, so daß an jeder beliebigen Stelle des ruhenden Coils 2 eine Abbindung durch das Coilauge 3 angebracht werden kann.

    [0013] Weiterhin ist es möglich, daß zusätzlich jeweils dem Umreifungskopf 12 vier automatische Kantenschutzzuführungsvorrichtungen 15 zum Anlegen von Kantenschutzblechwinkeln an den je Umreifung gefährdeten Coilecken unter das Umreifungsband zugeordnet und an den Vorrichtungshälften bzw. Auslegern 9 und 1o angebracht sind.

    [0014] Selbstverständlich ist es auch möglich, durch Zentriereinrichtungen 16, 17 den Umreifungskopf 12 mit dem Kanalsystem 13 auf die unterschiedlichen Coildurchmesser anzufahren.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum mehrfachen Umreifen von Coils durch das Coilauge mittels eines oder mehrerer Umreifungsköpfe und der zugeordneten Kanalsysteme, dadurch gekennzeichnet, daß das zu umreifende Coil (2) beim Umreifen ruht und seine Achse (7) in horizontaler Richtung und quer zur Förder- richtung verläuft, wobei der eine oder mehrere Umreifungsköpfe (12) um den Coildurchmesser auf einem Maschinenständer, der seitlich des zu umreifenden Coils (2) und der Coiltransportanlage (6) angeordnet ist, um eine zur Coilachse (7) konzentrisch angeordneten Achse schwenkbar sind.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Maschinenständer zweiteilig und beiderseitig des Coils (2) bzw. der Coil-Transportanlage (6) angeordnet ist und jeweils eine Vorrichtungshälfte mit je einem eigenen Schwenkantrieb (8) trägt, wobei jede Vorrichtungshälfte aus einem in Längsrichtung der Achse (7) des Coils (2) sich erstreckenden und ausfahrbaren Ausleger (9) und parallel zur Achse (7) des Coils (2) außerhalb des Außendurchmessers des größten zu umreifenden Coils (2) bis etwa zur Coilmitte sich erstreckenden und einen Teil des Kanalsystems (13) tragenden Ausleger (10) besteht und der durch das Coilauge (3) geführte Teil des Kanalsystems (13) aus-und einfahrbar und ebenfalls etwa in Coilmitte getrennt (14) ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß beide schwenkbaren Vorrichtungs- hälften synchronisierbar sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils gegenüber dem Ausleger (10) ein Gegengewicht (11) angeordnet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht