(19)
(11) EP 0 039 928 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.11.1981  Patentblatt  1981/46

(21) Anmeldenummer: 81103535.1

(22) Anmeldetag:  08.05.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3C25D 17/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 09.05.1980 DE 3017853

(71) Anmelder: Strecker, Günther
D-7100 Heilbronn-Böckingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Strecker, Günther
    D-7100 Heilbronn-Böckingen (DE)

(74) Vertreter: Betten, Jürgen, Dipl.-Ing. 
Betten & Resch Patentanwälte Reichenbachstrasse 19
80469 München
80469 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Galvanisiergestell mit Gestellstab und Gestellkopf


    (57) Das Galvanisiergestell weist einen Gestellstab (1) und einen gabelförmigen Gestellkopf (2) auf, dessen Gabelschenkel am oberen Ende jeweils U-förmig ausgebildet sind und eine über einem galvanischen Behandlungsbad angeordnete Tragschiene (3) umgreifen. Um einerseits eine gute Befestigung an derTragschiene (3) und andereseits eine gute Stromleitung von der Tragschiene (3) über das Galvanisiergestell bis zu den daran angebrachten Einzelteilen zu gewährleisten, ist zwischen den beiden Gabelschenkeln des Gestellkopfes (2) eine Zunge (4) angeordnet, die einerseits an die Tragschiene (3) anpreßbar und andererseits mit dem Gestellstab (1) verbunden ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Galvanisiergestell mit Gestellstab und gabelförmigem Gestellkopf, dessen Gabelschenkel am oberen Ende jeweils U-förmig ausgebildet sind und eine über einem galvanischen Behandlungsbad angeordnete Tragschiene umgreifen.

    [0002] Bei der Galvanisierung von Gegenständen in galvanischen Bädern werden die Gegenstände bekanntlich an Galvanisiergestellen befestigt bzw. gehängt und mit diesen zusammen in ein Bad getaucht. Die Stromzufuhr erfolgt über Tragschienen, die quer über dem Behandlungsbad angeordnet sind und an denen die Galvanisiergestelle befestigt werden.

    [0003] Bisher werden die aus Edelstahl oder Eisen bestehenden Galvanisiergestelle beispielsweise zur Leiterplattengalvanisierung mittels Schrauben oder eines Gestellkopfes an der Tragschiene befestigt. Der Gestellkopf besteht dabei aus Edelstahl oder Messing und wird an dem restlichen Gestell bzw. dem Gestellstab angeschraubt oder angeschweißt. An dem Gestellstab, der ebenfalls aus Edelstahl, Eisen oder Messing besteht, werden die zu behandelnden Teile, Gegenstände oder beispielsweise Leiterplatten angebracht. Diese Art der Befestigung des Gestellkopfes an der Tragschiene bzw. dem Gestellstab hat jedoch den Nachteil, daß an den übergängen große Strom- und Spannungsverluste auftreten, durch die der Galvanisiervorgang unnötig lange Zeit in Anspruch nimmt. Darüber hinaus ist nach häufigem Lösen der Schrauben keine sichere Befestigung des Gestellkopfes an der Tragschiene mehr zu erreichen.

    [0004] Demgegenüber hat die Erfindung die Aufgabe, ein Galvanisiergestell der oben genannten Art zu schaffen, bei dem einerseits eine gute Befestigung an der Tragschiene und andererseits eine gute Stromleitung von der Tragschiene über das Galvanisiergestell bis zu den daran angebrachten Einzelteilen gewährleistet ist.

    [0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zwischen den beiden Gabelschenkeln des Gestellkopfes eine Zunge angeordnet ist, die einerseits an die Tragschiene anpreßbar und andererseits mit dem Gestellstab verbunden ist.

    [0006] Durch die direkte Verbindung der Zunge mit der Tragschiene entsteht kein übergangswiderstand und der Strom wird von der Tragschiene über die Kupferzunge ohne nennenswerten Verlust weitergeleitet.

    [0007] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht die Zunge aus Kupfer. Dabei kann die gute Leitfähigkeit bzw. Verformbarkeit des Kupfers voll ausgenutzt werden.

    [0008] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Zunge an die Tragschiene.durch eine Klemmvorrichtung, vorzugsweise einen Exzenter anpreßbar, die auf einem Querstab angebracht ist, der an den beiden Gabelschenkeln befestigt ist.

    [0009] Mit dem Exzenter, der vorzugsweise aus Edelstahl ist, so daß keine Oberflächenkorrosion entstehen kann, wird die Kupferzunge gleichmäßig an die Tragschiene angedrückt, um einen verlustfreien Stromübergang zu gewährleisten. Dadurch, daß lediglich die Kupferschiene durch den Exzenter an die Tragschiene angepreßt wird, wird die Tragschiene nicht durch Reibdrücke oder mechanische Drücke beschädigt, wie es beispielsweise beim Stand der Technik durch Anschrauben des Gestellkopfes an der Tragschiene gegeben ist.

    [0010] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Zunge mit dem Gestellstab über eine im Gestellstab mit Preßsitz angeordnete Kupfer- oder Messingseele verbunden. Dadurch ist gewährleistet, daß auch am übergang von der Zunge zum Gestellstab über die Kupfer- oder Messingseele " ein konstanter Stromfluß erfolgen kann.

    [0011] Durch ein Anlöten der Zunge an der Kupfer- oder Messingseele kann die Stromleitung noch weiter verbessert werden.

    [0012] Eine Ausführungsform der Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Vorderansicht einer Ausführungsform der Erfindung;

    Fig. 2 eine Draufsicht auf die Ausführungsform nach Fig. 1 und

    Fig. 3 und 4 jeweils Teilschnittansichten der Ausführungsform nach Fig. 1 entlang der Linie A - B.



    [0013] In den Fig. 1 bis 4 ist lediglich der obere Teil des erfindungsgemäßen Galvanisiergestells mit einem Gestellstab 1 und einem daran befestigten gabelförmigen Gestellkopf 2 dargestellt. Der Gestellkopf 2 umgreift eine Tragschiene 3, wie es am besten aus Fig. 3 zu ersehen ist.

    [0014] Zwischen den beiden Schenkeln des gabelförmigen Gestellkopfes 2 ist eine Zunge 4, vorzugsweise aus Kupfer angeordnet. Am oberen Ende der beiden Gabelschenkel ist ein Querstab 5 befestigt, auf dem ein Exzenter 6 angebracht ist. Mittels dieses Exzenters 6 ist die Kupferzunge 4 direkt an die Tragschiene 3 anpreßbar.

    [0015] Im Gestellstab 1 ist mit Preßsitz eine Kupfer- oder Messingseele 7 eingefügt, die mit der Kupferzunge 4 verbunden ist, wie es am besten aus Fig. 4 zu ersehen ist. Diese Verbindung wird vorzugsweise durch Verlöten mit Silberlot hergestellt. Es ist selbstverständlich auch ein Zusammenfügen durch Schweißverbindung möglich. Durch den Preßsitz der Kupfer- oder Messingseele 7 im rohrförmigen Gestellstab 1 kann ein konstanter Stromfluß über die gesamte Gestellänge erreicht werden. Am unteren Teil des Gestellstabs 1 sind in üblicher Weise Stützträger (nicht dargestellt) zum Befestigen der Waren angeschweißt, so daß ein konstanter Stromfluß von der Tragschiene, über die Kupferzunge und die Kupfer- oder Messingseele, über den rohrförmigen Gestellstab und die Träger zur Aufnahme der Waren erreicht werden kann.

    [0016] Durch die rohrförmige Ausbildung des Gestellstabs 1 wird einerseits die darin befindliche Kupfer- oder Messingseele 7 geschützt und andererseits eine gute Befestigung der Träger zur Aufnahme der Waren ermöglicht.

    [0017] Der Gestellstab 1 ist vorzugsweise ein Vierkantrohr, wie es am besten aus Fig. 2 zu ersehen ist.

    [0018] Die Befestigung 8 des Querstabs 5 an den Gabelschenkeln des Gestellkopfes 2 ist in beliebiger Weise möglich. Bei der dargestellten Ausführungsform ist der Querstab 5 mittels Schrauben an Stützkörper 8 befestigt, die wiederum an den Gabelschenkeln angeschweißt sind.

    [0019] Wie aus der obigen Beschreibung ersichtlich ist, erfolgt bei dem erfindungsgemäßen Galvanisiergestell der Stromfluß direkt von der Warenschiene über die Kupferzunge und die Kupferseele und wird dann gleichmäßig auf die gesamte Gestellänge verteilt, so daß der Strom ohne nennenswerten Verlust bis zu den am Gestellstab angebrachten Waren gelangen kann. Damit kann die Abscheidungszeit und damit auch die Eintauchzeit der Ware im Elektrolytbad in vorteilhafter Weise vermindert werden.


    Ansprüche

    1. Galvanisiergestell mit Gestellstab (1) und gabelförmigem Gestellkopf (2), dessen Gabelschenkel am oberen Ende jeweils U-förmig ausgebildet sind und eine über einem galvanischen Behandlungsbad angeordnete Tragschiene (3) umgreifen, dadurch gekennzeichnet , daß zwischen den beiden Gabelschenkeln des Gestellkopfes (2) eine Zunge (4) angeordnet ist, die einerseits an die Tragschiene (3) anpreßbar und andererseits mit dem Gestellstab (2) verbunden ist.
     
    I 2. Galvanisiergestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Zunge (4) aus Kupfer besteht.
     
    3. Galvanisiergestell nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß die Zunge (4) an die Tragschiene (3) durch eine Klemmvorrichtung (6) anpreßbar ist, die auf einem Querstab (5) angebracht ist, der an den beiden Gabelschenkeln des Gestellkopfes (2) befestigt ist.
     
    4. Galvanisiergestell nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Klemmvorrichtung ein auf den Querstab (5) angebrachter Exzenter (6) ist, durch dessen Umfangsfläche die Zunge (4) an die Tragschiene (3) anpreß- , bar ist.
     
    5. Galvanisiergestell nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Zunge (4) mit dem Gestellstab (2) über eine im Gestellstab (2) mit Preßsitz angeordnete Kupfer- oder Messingseele (7) verbunden ist.
     
    6. Galvanisiergestell nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Zunge (4) an der Kupfer- oder Messingseele (7) angelötet ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht