[0001] Vorrichtung zum Aufbringen von Ronden.
[0002] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbringen von Ronden als Stirn- und
Kantenschutz für Materialbahnrollen, insbesondere Materialbahnrollen aus druckempfindlichen
Gütern.
[0003] Druckempfindliche Güter, die zu Rollen aufgewickelt werden, sind in einer Vielzahl
bekannt. Als Beispiel sollen bedruckte und unbedruckte Folien aus Kunststoff und Aluminium,ebenso
wie Papier, genannt werden. Besonders druckempfindlich bei Papieren sind die sogenannten
Durchschreibepapiere, insbesondere die selbstdurchschreibenden Papiere. Es ist also
gerade für dieses Material von hoher Bedeutung, daß die Stirnflächen und die Kanten
vor unerwünschten Belastungen, wie Druck oder Schlägen, geschützt werden. Die Erfindung
wird daher nachstehend an Hand des Aufbringens von Ronden auf Papierrollen abgehandelt.
[0004] Mit Ronde bezeichnet man einen im wesentlichen runden Zuschnitt, der im allgemeinen
aus Karton oder Pappe besteht und an seinem äußeren Umfang Aussparungen aufweist,
so daß der Umfang der Ronde von einer Vielzahl von Zungen oder Lappen gebildet wird,
wobei der Zungenfuß zum Rondenmittelpunkt hin in einigen Fällen bereits eine Rillung
zum einfacheren Umlegen aufweist.
[0005] Bisher ist es üblich, daß ein Mann, im allgemeinen derselbe, der den Rollenschneider
bedient, mit dem von einer Mutterrolle bestimmte Breiten, die den jeweiligen Kundenanforderungen
entsprechen, geschnitten werden, auch das Aufbringen der Ronden übernimmt. Es wird
dabei im allgemeinen so vorgegangen, daß die Ronde von Hand auf die stehende Papierrolle
aufgelegt, an mehreren Punkten eine Zunge abgebogen und mit einem Selbstklebeband
an der Rolle befestigt wird. Danach werden alle Zungen von Hand abgekantet und mit
weiteren Klebestreifen auf den Außenumfang der Rolle befestigt. Derselbe Vorgang wiederholt
sich dann nach Umsetzen der Rolle auf die bereits fertigbefestigte Stirnseite an der
zweiten Rollenstirnseite.
[0006] Bei diesem bisher üblichen Handverfahren ist eine ziemliche Geschicklichkeit erforderlich,
um die Ronde zentrisch auf die Papierrolle aufzubringen. Desweiteren ist ein relativ
hoher Aufwand an Kraft und Geschicklichkeit erforderlich, um die einzelnen Zungen
abzubiegen und dann im abgebogenen Zustand mit dem Rollenumfang der Papierrolle zu
verkleben. Die so aufgebrachten Klebestreifen sitzen im allgemeinen nicht sehr genau,
so daß um ein optisch ansprechenderes Bild zu erhalten, von vielen Arbeitern die Ronde
über dem gesamten Umfang der Walze zweimal verldebt wird. Das erste Verkleben ist
dabei eine erste Befestigung der Zungen auf dem Walzenumfang, das zweite die endgültige
Befestigung, die gleichzeitig die richtige Optik bringt. Eine saubere und materialsparende
Verklebung kann nach diesem Verfahren nur von sehr geübten Personen durchgeführt werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit
der das Aufbringen der Ronden auf Materialbahnrollen vereinfacht wird, so daß auch
ungeübte Personen nach kurzer Einweisung diese Arbeit vornehmen können. Eine weitere
Aufgabe liegt darin, den Materialbedarf an Klebeband zu verringern, so wie das zentrische
Aufbringen der Ronde zu gewährleisten und als wichtigstes die zum Aufbringen der Ronde
erforderliche Zeit zu verringern.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zum Aufbringen von Ronden als Stirn-
und Kantenschutz für Materialbahnrollen, insbesondere Materialbahnrollen aus druckempfindlichen
Gütern, die gekennzeichnet ist durch eine Koppel mit gelenkig angeordnetem Zapfen
zum Zentrieren der Koppel in der Kernhülse der Materialbahnrolle und einem auf der
Koppel befestigten Abkantmechanismus, mit diesem zugeordneter Kleb- und Schneideinrichtung.
[0008] Der Zapfen weist dabei den gleichen Durchmesser wie die lichte Weite der Kernhülse
der Materialbahnrolle auf, wobei dieser Durchmesser auch identisch mit der entsprechenden
Ausnehmung in der Ronde ist. Nach Auflegen der Ronde auf die Stirnfläche der Materialbahnrolle
und Einführen des Aufnahmedornes, ist somit die Ronde automatisch zentriert, so daß
der Abkantvorgang beginnen kann. Die über ein Gelenk mit dem Zapfen verbundene Koppel
weist zu diesem Zweck einen Abkantmechanismus auf, der durch Schwenken der Koppel
in die Horizontale zumindest eine der Zungen der Ronde abkantet, die dadurch mit dem
Klebeaggregat an der Materialbahnrolle befestigt werden kann. Durch Führen der Koppel
im Zeiger- oder Gegenzeigersinn, werden alle Zungen der Ronde abgekantet und durch
das zugeordnete Klebeaggregat an der Materialbahnrolle befestigt.
[0009] Der Zapfen ist gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung mit einem Spannexzenter
versehen, so daß durch Feststellen des Exzenters die gesamte Vorrichtung in der Materialbahnrolle
befestigt ist und beim Abkanten und Bewegen der Koppel nicht mehr die Gefahr bestehtdaß
die Vorrichtung sich dejustiert, d.h. der Zapfen aus der Kernhülse der Materialbahnrolle
austritt.
[0010] Der Durchmesser der Materialbahnrollen, die mit Ronden versehen werden sollen, ist
abhängig von der Materialbahnstärke und von der Länge der Materialbahn. Er ändert
sich damit entsprechend den Wünachen des Kunden, so daß stets unterschiedliche Rollendurchmesser
mit Ronden versehen werden müssen, die auch unterschiedliche Außendurchmesser aufweisen.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht deshalb vor, daß der Abkantmechanismus
mit dem diesem zugeordneten Klebeaggregat mittels einer Hülse auf der Koppel verschiebbar
angeordnet ist. Vorzugsweise ist dabei die Hülse mit einer Sperre zur Fixierung der
Stellung auf der Koppel ausgerüstet. Die Verschiebbarkeit der Hülse gestattet eine
Anpassung der Vorrichtung an den jeweils auftretenden Durchmesser, wobei durch die
Sperre eine Arretiermöglichkeit gegeben ist, d.h. gewährleistet ist, daß der einmal
eingestellte Durchmesser während des Umfahrens der Materialbahnrolle nicht geändert
wird. Damit muß der die Vorrichtung Bedienende seine Aufmerksamkeit nicht mehr darauf
richten, daß die Abkantvorrichtung stets gleichmäßig an die Materialbahnrolfe angedrückt
wird, da diese beim einmaligen Einstellvorgang nach dem Abwinkeln des Handhebels durch
Arretieren der Sperre bereits für den gesamten Bewegungsablauf festgelegt wurde.
[0011] Die Hülse besteht im wesentlichen aus einem Rohrstück mit dieser zugeordnetem Handgriff,
um sie auf der Koppel verschieben zu können. Die Koppel kann als glattes Rohr ausgeführt
sein, in diesem Fall erfolgt die Fixierung der Hülse durch einen mittels Federdruck
gegen die Koppel gepreßten Reibbelag, wobei dieser Federdruck zum Einstellen der Hülse
auf der Koppel durch Betätigung eines Entlastungsgriffes aufgehoben werden kann. Es
ist aber auch möglich, die Koppel mit Rasten zu versehen, in die Sperrklinken einrasten,
wobei in diesem Falle dann die Sperrklinke durch den Entlastungsgriff betätigt wird,
um die Hülse verschieben zu können.
[0012] In einfachster Ausführungsform kann der Abkantmechanismus einfach ein abgewinkeltes,
schrägstehendes Blech sein, durch das bei der Kreisbewegung der Koppel die Zungen
abgekantet werden. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht der
Abkantmechanismus jedoch aus einem auf der Halterung aufgebrachten Laufprofil und
einem diesem nachgeschalteten Umlegkonus. Das Laufprofil umgibt die Hülse und ist,auf
dieser drehbar gelagert, zwischen Umlegkonus und Aufnahmedorn angeordnet. Seine Aufgabe
besteht darin, für einen konstanten Abstand zwischen der Ronde und der nach dem Abwinkeln
waagerecht liegenden Koppel zu sorgen, wodurch gewährleistet ist, daß das Klebeaggregat
stets in der gleichen Höhe um die Materialbahnrolle herumgeführt wird. Gleichzeitig
überträgt es die Drehbewegung auf den ihm nachgeschalteten Umlegkonus, der, da er
einen größeren Außendurchmesser aufweist, mit höherer Umfangsgeschwindigkeit an den
Zungen der Ronde angreift. Der Umlegkonus ist dabei so angeordnet, daß die Stelle
des geringsten Durchmessers in der Höhe der Zungenfüße der Ronde angreift, der größte
Durchmesser sich damit im Bereich der äußeren Zungenenden befindet. Das Abkanten der
Zungen erfolgt dadurch sowohl durch eine Druck- als auch durch eine Drehbewegung,
wodurch der Abkantvorgang erheblich erleichtert wird.
[0013] Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Kleb- und Schneideinrichtung
schwenkbar an der Hülse angeordnet ist. Das heißt, daß sie so angeordnet ist, daß
sie in Verklebe- und damit Andruckposition gerückt werden kann und damit ein Andruck
auf die umgefalzten Zungen der Ronde ausgeübt wird. Das Aggregat selbst besteht im
wesentlichen aus einer federbelasteten Andruckrolle,bei der eine Beleimvorrichtung,zweckmäßig
ein Aggregat zum Aufbringen eines Heißklebers,eingesetzt wird, um möglichst kurze
Abbindezeiten zu erreichen. Die bevorzugte apparative Lösung besteht jedoch im Zuordnen
eines Klebeaggregates, das aus einem Abrollbock für Klebeband,einer Anpreßrolle und
einem Abschneider für das Klebeband besteht. Bei dem Klebeband handelt es sich dabei
in sinnvoller Weise um Selbstklebeband, also ein Band, das nicht erst angefeuchtet
werden muß und dadurch eine gewisse Abbindezeit erfordert, sondern um ein Klebeband
mit einem dauerplastischen Kleber. In diesem Fall weist die schwenkbare Halterung
des Verklebeaggregates den weiteren Vorteil auf, daß beim Abschwenken des Verklebeaggregates
gleichzeitig der Abschneider an das Klebeband herangeführt wird und dieses durchtrennt,
so daß durch das Einschwenken das Klebeband angesetzt und angedrückt wird, während
beim Abschwenken gleichzeitig das Abschneiden erfolgt, d.h. daß durch zwei Bewegungen
der gesamte Verbindungsvorgang gesteuert ist.
[0014] Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen beschrieben, die den Aufbau
und die Wirkungsweise zeigen.
[0015] Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt und Schnittaufbrüchen in der Umreifungsbetriebsstellung;
Fig. 2 eine Aufsicht in Richtung II auf Fig. 1 mit Schnittaufbrüchen;
Fig. 3 eine Unteransicht unter Fig. 1 in Richtung III unter die Vorrichtung, wiederum
in Betriebsstellung Umreifen;
Fig. 4 eine Detailansicht entsprechend Fig. 3 der Klebe- und Schneidvorrichtung nach
dem Umreifen beim Abschnitt des Klebebandes;
Fig. 5 eine den Fign. 3 und 4 entsprechende Unteransicht unter die Vorrichtung, gezeigt
mit der Klebe- und Schneideinrichtung in Außerbetriebsstellung nach dem Abschnitt;
Fig. 6 eine Seitenansicht mit Schnittaufbruch des Kopfes einer Materialbahnrolle aus
druckempfindlichem Gut mit aufgebrachter Kantenschutzronde;
Fig. 7 - 14 die Arbeitsweise der Vorrichtung zum Aufbringen von Ronden;
Fig. 7 die Rolle im Ausgangszustand vor dem Aufbringen der Ronde;
Fig. 8 die Rolle mit aufgelegter Ronde;
Fig. 9 das Aufsetzen der Vorrichtung und das Spannen im Nabenbereich;
Fig. lo das Umlegen der Vorrichtung und die Einstellung auf den Radius der Rolle sowie
das Einstellen der Klebeposition;
Fig. 11 den Umreifungsvorgang,
Fig. 12 die Situation nach der Umreifung sowie die Verstellung der Kleberolle in Nichtarbeitsstellung,
d.h. ihr Ausschwenken sowie die Stellung des Schneidapparates in Funktion ,und Abschneiden;
Fig. 13 das Hochschwenken der Vorrichtung und das Entspannen im Nabenbereich sowie
die Entnahme der Vorrichtung;
Fig. 14 die fertig umreifte Rolle.
[0016] Die Materialbahnrolle 1 der Fig. 1 weist eine übliche Kernhülse 2 auf und besteht
aus Lagen 5 von druckempfindlichem Material, welches an seinem oberen äußeren, zylindrischen
Umfang 3 und Stirnfläche 4 gegen Druck zu schützen ist. Dies wird durch eine Ronde
6 mit umlaufend angeordneten und abgebogenen Lappen 7 erreicht, welche in dieser Position
mit dem erfindungsgemäßen Gerät verklebt werden.
[0017] Die Papierbahnrolle 1 besitzt einen Radius R, der sich von der Mitte der Kernhülse
2 zu ihrem Umfang 3 erstreckt.
[0018] Die Vorrichtung besteht aus vier Baugruppen, wie Lager lo, Koppel 11, Abkantmechanismus
8 für die Lappen 7 sowie Klebe- und Schneideinrichtung 13.
[0019] Das Lager lo weist einen Zapfen 14 auf, welcher in die Kernhülse 2 eingeführt wird.
Mit einer Spanneinrichtung 15 kann der Zapfen 14 des Lagers lo in der Kernhülse 2
festgelegt werden. Hierzu ist ein geriffelter Spannexzenter 16 vorgesehen, welcher
exzentrisch mit Exzentrizität "e" an einem Lager- und Betätigungszapfen 17 befestigt
ist. An diesem wiederum ist ein Handgriff 18 befestigt. Der Zapfen 14 besitzt in seinem
oberen Bereich einen Auflageflansch 19, welcher an der Stirnfläche der Papierbahnrolle
1,also am oberen Ende der Kernhülse 2 auf der Ronde 6 zur Anlage kommt.
[0020] An diesen schließt sich ein zylindrischer Lagerbereich 21 an für die drehbare Lagerung
eines Ringes 22, an welchem ein Lagerauge 23 befestigt ist. Zur Absicherung nach oben
ist der Ring 22 durch einen Flanschdeckel 24, welcher mit Zapfen 14 verbunden ist,
fixiert.
[0021] Durch Betätigung des Handgriffes 18 in Richtung des Doppelpfeiles 25 kann das Lager
lo festgelegt bzw. gelöst werden. Beim Befestigen greifen die Riffelungen 26 des Spannexzenters
16 in das Material der Kernhülse 2 ein, wodurch ein form- und kraftschlüssiges Spannen
des Lagers lo in der Kernhülse 2 gegeben ist.
[0022] An dem Lagerauge 23 ist über Auge 31 eine Koppel 11 gelenkig in Vertikalrichtung
durch Gelenkstift 32 angelegt. Die Koppel 11 ist rohrförmig gestaltet und weist einen
Längsschlitz 28 auf, der sich fast über die ganze Länge der rohrförmigen Koppel 11
erstreckt. An ihrem anderen Ende besitzt die Koppel 11 einen Endanschlag 33.
[0023] Auf der Koppel 11 ist verschiebbar und festlegbar der Abkantmechanismus 3, der im
wesentlichen aus dem Umlegkonus 12 auf der Hülse 36 mit dem Laufprofil 35 besteht
und die Klebe- und Schneideinrichtung 13 angeordnet.
[0024] Der Umleg-konus 12 hat vorzugsweise einen Kegelwinkelcc von 9
0° und isttopfförmig, d.h. hohl ausgebildet.
[0025] In seinem.zum Lager lo hin gerichteten Bereich weist er einen Fortsatz 34 auf, an
welchem ein Laufprofil 35 aus gummielastischem Material angeordnet ist. Dieses Laufprofil
35 hat zum einen die Aufgabe beim Umreifen, über Friktion auf der Ronde 6 den Umleg-
konus 12 anzutreiben, zum anderen die Kleb- und Schneideinrichtung 13 zu lagern und
zum dritten für einen Andruck des Außenbereiches der Ronde 6 an der Stirnfläche 4
der Papierbahnrolle 1 Sorge zu tragen.
[0026] Der Fortsatz 34 wird von einer Hüls 36 durchsetzt, welche sich nach außen fortsetzt
und dort eine Griffmuffe 37 trägt. Auf der Hülse 36 ist ferner eine Konsole 4o befestigt,
welche einen Entlastungshebel 38 trägt, im Hebellager 39 ruht und über eine Aufnahme
41 und Stößel 42 mit der Hülse 36 bzw. der Koppel 11 in Verbindung steht. Die Hülse
36 ist längsverschiebbar auf der Koppel 11 angeordnet. Der Stößel 42 durchdringt den
Längsschlitz 28 der Koppel 11 und eine öffnung 5o in der Hülse 3o und trägt an seinem
inneren Ende einen verbreiterten Kopf 43. Der Stößel 42 ist durch eine Druckfeder
44 belastet, die sich an der Außenkontur der Hülse 36 abstützt und den Entlastungshebel
38 und damit Stößel 42 nach außen bewegt, wodurch der verbreiterte Kopf 43 an der
Rohrinnenkontur 45 der Koppel 11 zur Anlage kommt. Der verbreiterte Kopf 43 wird an
die Innenkontur 45 dadurch dermaßen angepreßt, daß die Hülse 36 auf der Koppel 11
festgelegt wird. An der Spannseite kann der verbreiterte Kopf 43 hierzu noch Riffelungen
besitzen. Durch diese Anordnung ist eine stufenlose Festlegung der Hülse 36 und der
mit ihr verbundenen Einrichtungen, Umleg- konus 12 sowie Kleb- und Schneideinrichtung
13 gegeben. Die Einstellung auf den Radius R der Vorrichtung wird vorzugsweise so
durchgeführt, daß das Spiel 46 zwischen der Planfläche 47 des Umleg- konus 12 und
den umgebogenen Lappen 7 so gering wie möglich wird.
[0027] Das Umlegen der Lappen 7 erfolgt, wie in Fig. 2 von oben und in Fig. 3 von unten
zu sehen, mit der Konusfläche 48 an den Kanten 49 der Lappen 7, welche durch Einschnitte
51 in der Ronde 6 gebildet wurden (Fig. 2 + 3).
[0028] Wird nun das Gerät in Pfeilrichtung 53 (Fig. 1) an einem Kugelgriff 52 um die Rolle
1 herumgeführt, so werden die ursprünglich plan in der Ebene der Stirnfläche 4, vergl.
Fig. 1, liegenden Lappen 7 vom Umlegkonus 12 umgelegt und später durch eine noch zu
beschreibende Andruckrolle 81 fest an den Umfang 3 der Rolle 1 angedrückt.
[0029] Der Handgriff 37 ist dazu gedacht, in Verbindung mit dem Entlastungshebel 38 gleichzeitig
umgriffen zu werden und damit den Umlegkonus 12 und die Klebe- und Schneideinrichtung
13 auf den Radius R der Materialbahnrolle 1 durch Verschieben auf der Koppel 11 einzustellen.
[0030] Auf der Hülse. 36 ist der Umlegkonus 12 mit dem Fortsatz 2 frei drehbar gelagert,
die Kleb- und Schneideinrichtung 13 darauf fest montiert. Diese Festlegung erfolgt,
wie aus Fign. 1, 2 und 3 ersichtlich, durch ein Querhaupt 6o mit abgewinkelten Schenkeln
61 und 62.
[0031] Zwischen dem Schenkel 61 und der Hülse 36 ist eine beide verbindende Distanzbuchse
63 befestigt. Dieses Querhaupt 6o trägt mit seinem Schenkel 61 auf ihm verstellbar
die Klebe- und Schneideinrichtung 13. Die Klebe- und Schneideinrichtung 13 hat ein
Gehäuse in Form von zwei Platten 64 und 65. Die : Platte 64 besitzt einen verlängerten
Arm 64', welcher zwei Führungsbolzen 66 und 67 trägt. Diese Führungsbolzen korrespondieren
mit Schlitzen 68 und 69 des Schenkels 61 des Querhauptes 6
0. Der Schlitz 68 ist dabei winkelig geführt, während der Schlitz 69 in etwa eine Kreisbogenform
aufweist. Eine Öse 71 ist am Arm 64' befestigt und nimmt das Federende 72 der Zugfeder
73 auf, welche mit ihrem anderen Ende 74 an einem Aufhängebolzen 75 an der Platte
61 des Querhauptes 6o befestigt ist. Die Zugfeder 73 versucht die Schneideinrichtung
13 zum einen in Richtung der Federerstreckung der Feder 73 zu ziehen, zum anderen
aber auf Grund der kurvenförmigen Ausbildung der Schlitze 69 und 68 - wenn man Fig.
2 betrachtet.- in Richtung des Pfeiles 76 auf den äußeren Umfang 3 der Rolle 1 bzw.
die umgelegten Lappen 7 der Ronde 6. Hierbei fungiert der Führungsbolzen 66 als Drehpunkt,
während das hintere Ende des Armes 64' mit dem Führungsbolzen 67 - auf Fig. 2 wiedergegeben
- eine Linksdrehbewegung um diesen Führungsbolzen 66 vollzieht, so daß das Vorderende
77 der Schneid-und Klebeeinrichtung 13 nach links, d.h. in Richtung des Pfeiles 76
bewegt wird. Damit werden die Klebebandführungsrolle 8o und die Andruckrolle 81 fest
auf den Umfang 3 der Rolle 1 gedrückt und schließen zwischen sich das aufzuklebende
Klebeband 82 andrückend ein. Die Andruckrolle 81 ist stufig ausgebildet und besitzt
zwei Durchmesserbereiche 81' und 81", wie dies Fig. 1 und Fig. 6 insbesondere zeigen.
Dadurch ist gewährleistet, daß das Klebeband 82 sowohl im Bereich 115 der Lappen 7
als auch unterhalb dieses Bereiches, nämlich im Bereich 116 des Umfangs 3 der Rolle
1, gut angedrückt wird.
[0032] Damit die durch den Umlegkonus 12 herabgebogenen Laschen 7 bis zur Anklebung durch
die Rollen 8o und 81 nicht wieder emporschnellen können, werden diese durch eine Blattfeder
9o in Andruckstellung an den Rollenaußenbereich gehalten. Diese Blattfeder 9o ist
an einem Arm 92 befestigt, welcher wiederum an dem Schenkel 61 des Querhauptes 6
0, durch Schrauben 92, befestigt ist.
[0033] Beim Kleben wird, wie Fig. 2 zeigt, über den Kugelgriff 52 in Richtung des Pfeiles
12o die gesamte Vorrichtung um die Rolle herumgeführt. Nach Durchführung dieser Klebung
bzw. Umreifung wird das Klebeband 82 abgeschnitten und anschließend die Klebe- und
Schneideinrichtung 13 mittels des Schwenkgriffes 93 aus der Arbeitsposition geschwenkt.
Dies wird an Hand der Fign. 3, 4 und 5 erläutert.
[0034] Alle drei Figuren 3, 4 und 5 sind Unteransichten unter die Fig. 1, um die auf der
Unterseite der Gehäuseplatte 64 angeordnete Klebe- und Schneideinrichtung 13 zeichnerisch
beschreiben zu können.
[0035] Zunächst wird in Richtung des Pfeiles die Umreifung vollendet, bis die gewünschte
Anzahl von Lagen Klebeband 82 aufgebracht sind (Fig. 3). Anschließend wird mittels
des Schwenkgriffes 93 (Fig. 5) gegen die Zugrichtung der Zugfeder 73 die Klebe- und
Schneideinrichtung 13 nach außen verschwenkt. Mit Rücksicht auf die Form des Führungsschlitzes
68 erfolgt dies zunächst in Richtung des Führungsschlitzteiles 68' entsprechend der
Pfeilrichtung 94 und im Anschluß daran, unter Mithilfe der Zugfeder 73 in Richtung
des Führungsschlitzes 68 " und damit in Pfeilrichtung 95. Der Führungsbolzen 66 kommt
dann am Ende des Schlitzbereiches 68" zur Anlage (Fig. 5). Während dieses Abhebevorganges
der Klebeeinrichtung 13 erfolgte bereits das Abschneiden des Klebebandes 82 durch
ein Messer 97, wie dies Fig. 4 zeigt. und zwar wird hierzu ein Entriegelungshebel
98 gegen den Zug einer Spannfeder 99 in Richtung des Pfeiles loo verschwenkt und gibt
durch Wegschwenken seiner Nase lol einen Hebel lo2 frei, welcher die vordere Klebebandführungsrolle
8o trägt. Bedingt durch den Zug am Klebeband, des vorher beschriebenen Abhebevorganges
der Klebevorrichtung 13, wird die an dem Hebel lo2 gelagerte Andruckrolle 8o in Richtung
des Pfeiles lo3 nach innen verschwenkt. Somit kommt der Klebebandbereich zwischen
den beiden Rollen 8o und 81 in eine neue Position, und zwar in den Eingriffsbereich
des Messers 97, wobei das Klebeband hier durchtrennt wird.
[0036] Zur besseren Führung des Klebebandes 82 kann ein Federblech lo6 vorgesehen sein,
welches zusammen mit dem Gehäusebolzen lo5 führend wirkt. Federblech lo6 und Spannfeder
99 sind an einem Ansatz lo7 und damit an Platte 64 befestigt. Durch sein Eigengewicht
fällt bei der Handhabung, wie noch beschrieben wird, der Hebel lo2 samt Klebebandführungsrolle
8o wieder in seine ursprüngliche Position. Dank der Zugfeder 99 greift die Nase lol
wieder arretierend hinter den Hebel lo2, wodurch die Andruckrolle 81 wieder in Funktionsstellung
für die Anklebung gelangt.
[0037] Die Klebebandrolle ist mit llo-bezeichnet und leicht auswechselbar auf einem Dorn
111 des Auges 112 der Gehäuseplatte 64 befestigt.
[0038] Fig. 6 zeigt die fertig aufgeklebte Ronde 6. Sie deckt den zu schützenden Kantenbereich
und die Stirnfläche 4 der Rolle 1 völlig ab. Die Ausschnitte 51,.welche die Lappen
7 bilden, sind hier etwas breit und übertrieben gezeichnet. Tatsächlich stören Sie
jedoch im Kantenbereich nicht, da das Rondenmaterial relativ dick ausgeführt ist.
Die Bereiche 115 und 116 der Klebung können gleich groß sein, oder auch unterschiedliche
Breiten aufweisen, je nach dem, wie hoch der Adhäsionsgraddes Klebebandes 82 an den
unterschiedlichen Materialien ist.
[0039] Die Handhabung der Vorrichtung wird an Hand der Fign. 7 - 14 wie folgt beschrieben:
Die Rolle 1 , Fig. 7 - weist eine durchgehende zentrale öffnung auf, welche mit einer
Kernhülse 2 aus Pappe bestückt ist. Auf die Stirnfläche 4 der Rolle 1 wird nun eine
Ronde 5 so gelegt, daß deren Mittelöffnung mit der öffnung der Kernhülse 2 übereinstimmt
(Fig. 8).
[0040] Somit überragen die Lappen 7 der Ronde 6 den Umfang 3 der Rolle 1 überall gleichmäßig.
[0041] Die Vorrichtung, Fig. 2, wird nun aufgesetzt, indem der Zapfen 14 in die Kernhülse
2 eingefügt wird. Anschließend wird über den Handgriff 18 der Zapfen 14 mit Kernhülse
2 verspannt.
[0042] Die Vorrichtung wird nun,wie Fig. lo zeigt, von der vertikalen Stellung in eine horizontale
Stellung umgelegt. Der Entlastungshebel 38 wird entsperriend betätigt und mit der
Griffmuffe 37 wird die gesamte Vorrichtung auf der Koppel 11 in Rich- .tung Zentrum
der Rolle 1 verschoben, und zwar solange, bis die Planfläche 47 des Umlegkonus 12
eine oder mehrere bereits umgelegte Lappen 7 zwischen sich und dem Umfang 3 der Rolle
1 einklemmt. Damit ist der Radius der Rolle R eingestellt und nach Loslassen des Entlastungshebels
38 bleibt die Klemmung und Einstellung beständig. Man kann mit dieser Einstellung
nun beliebig viele Rollen 1 gleichen Durchmessers umreifen.
[0043] Anschließend wird über den Schwenkgriff 93 die Klebevorrichtung 13 in Aktionsstellung
gefahren, und zwar in umgekehrter Richtung, wie unter Fig. 5 beschrieben, d.h. entgegen
der Richtung des Pfeiles 95. Damit gelangt das Klebeband in Klebeposition.
[0044] Der Vorgang des anschließenden klebenden Umreifens ist in Fig. 11 demonstriert. Mit
dem Kugelgriff 52 wird in Richtung des Pfeiles 12o die Vorrichtung um die Rolle 1
geführt, bis eine Lage Klebeband 82 aufgebracht ist.
[0045] Im Anschluß daran/wird, wie Fig. 12 zeigt, die Klebeeinrichtung 13 in Nichtarbeitsposition
ausgeschwenkt, wie dies unter Fig. 5 bereits beschrieben wurde. Dabei wird die Schneideinrichtung
durch gleichzeitiges Umlegen des Hebels 98, wie in Fig. 4 beschrieben, betätigt und
das Klebeband 82 abgeschnitten.
[0046] Die Vorrichtung kann nun, wie in Fig. 13 gezeigt, wieder in die Senkrechte hochgeklappt
werden, der Handgriff 18 wird nach links verschwenkt und damit die Klemmung zwischen
Zapfen 14 und Kernhülse 2 aufgehoben. Die Vorrichtung kann nun in Richtung des Pfeiles
121 entnommen werden und auf eine neue Papierbahnrolle .1 aufgesetzt werden.
[0047] Fig. 14 zeigt die fertig behandelte Papierbahnrolle 1 mit einer Ronde 6. Am Bodenbereich,
also auf der anderen Stirnfläche 4 der Papierbahnrolle 1, kann nun derselbe Behandlungsvorgang
erfolgen.